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Eishockey

Davos gleicht den Playoff-Final aus und hat nun die Vorteile auf seiner Seite

Der HC Davos schafft mit einem 3:1-Auswärtssieg das Rebreak gegen Fribourg-Gottéron. In der Final-Serie steht es nun 1:1.
Bild mit Symbolcharakter: Der Davoser Klas Dahlbeck nimmt Attilio Biasca von Fribourg-Gottéron in den Schwitzkasten.
Bild: Peter Klaunzer

Die Dämonen aus dem Gottéron-Tal sind zurück. Gottéron hat die beste Ausgangslage seiner Geschichte (erstmals in seiner Geschichte das erste Final-Spiel gewonnen) schon wieder ruiniert: Diese 1:3-Heimniederlage macht den HCD wieder zum Favoriten. Denn nun muss Gottéron ein zweites Mal in Davos oben gewinnen um im fünften Final erstmals Meister zu werden. Bleibt Gottéron «untitelbar»?

Das sind die Dämonen (in Form eines Drachen) aus dem Gottéron-Tal: Sie erlauben es Gottéron einfach nicht, einen Titel zu gewinnen. Der Sage nach, weil dann die Menschen von zu viel Hochmut befallen werden. Also darf der Klub mit dem Drachen als Wappentier einfach nicht Meister (und nicht hochmütig) werden.

Gottéron war eine Spur zu sicher

War Gottéron nach dem überraschenden, fast sensationellen Sieg (3:2) am Samstag hochmütig? Nein, natürlich nicht. Nur vielleicht eine Spur zu sicher. Die Davoser haben in einer mutigen Flucht nach vorne Gottérons Spiel gleich von allem Anfang an mit bissigstem Forechecking an der Wurzel gepackt, die Zweikämpfe im Hoheitsgebiet von Reto Berra gewonnen und zwei Tore vorgelegt, bevor alle in der ausverkauften Arena Platz genommen hatten. Zeit wäre noch genug gewesen für eine Wende. Aber der Powerplay-Treffer von Lukas Frick zum 3:1 kurz vor der ersten Pause sollte sich als Hypothek erweisen, die ein mutiges und immer mehr verzweifelndes Gottéron nicht mehr wettzumachen vermochte. Davos geriet wohl phasenweise unter Druck. Aber nie mehr in echte Not. Auch dann nicht, als Trainer Roger Rönnberg drei Minuten vor Schluss alles auf eine Karte setzte und Reto Berra im Powerplay durch einen sechsten Feldspieler ersetzte. Der HCD hat mit diesem Sieg den Final ausgeglichen (1:1) und kann mit drei Heimsiegen Meister werden.

Reto Berra wäre der einzige gewesen, der diesen Untergang hätte verhindern können. Aber er war gegen die ersten drei Treffer machtlos. Und mit Genugtuung wird Trainer Josh Holden registriert haben, dass das 3:1 eigentlich seinem Vorkämpfer Brendan Lemieux zu verdanken ist: Der US-Amerikaner postierte sich im «Infight» so geschickt vor dem Tor, dass Reto Berra die Sicht verdeckt war. TV-Experte Sven Helfenstein, der Spieleragent, der Brendan Lemieux halt nicht vertreten und mit ihm kein Geld verdienen darf, hatte nach der Rangelei am Schluss des ersten Finals in Davos als einziger in Europa vehement eine Sperre für den US-Amerikaner gefordert.

Die Hockey-Justiz hat ihres Amtes unbeeindruckt gewaltet und Brendan Lemieux eben nicht gesperrt. Weil es keinen Grund für eine Sperre gab. Das war mitentscheidend. Denn er personifizierte auch in dieser zweiten Partie erneut die Qualitäten der Davoser. Er ist wie keiner seiner Mitspieler provoziert und «bearbeitet» worden. Aber er liess sich nicht aus der Ruhe bringen. Die von ihm vorgelebte Unerschütterlichkeit, Ruhe und Kaltblütigkeit waren die Qualitäten, die dem HCD den Sieg ermöglicht haben. Und Torhüter Sandro Aeschlimann hat eine weitere «Zwischenprüfung» auf dem Weg zur meisterlichen Krönung bestanden.

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