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Legal oder Skandal? GC verfälscht mit seinem Schuelreisli die Barrage und das Aufstiegsrennen in der 1. Liga

Die Grasshoppers wollen in der Barrage gegen den FC Aarau mit aller Macht den Ligaerhalt schaffen. Und greifen dafür zu fragwürdigen Mitteln, die sogar den Aufstiegskampf in der 1. Liga verfälschen.

Die Geschichte beginnt damit, dass Rekordmeister GC am ursprünglich geplanten Termin (23. Mai) weder im eigenen noch in einem fremden Stadion sein Barrage-Heimspiel austragen kann. Das Letzigrund ist an diesem Tag besetzt wegen den Aufbauarbeiten für ein Metallica-Konzert. Andernorts haben die Sicherheitsbehörden den Hoppers das Asyl verweigert, weil ihre Fans in den vergangenen Wochen mehrmals schlimme Ausschreitungen begangen haben.

Neu wird das Barrage-Rückspiel schon am Donnerstag 21. Mai ausgetragen (Hinspiel 18. Mai). Der Gegner aus der Challenge League, der FC Aarau, hat der Verschiebung zähneknirschend zugestimmt. Vorab hat FCA-CEO Sandro Burki im Interview mit CH Media seinen Unmut über die leidliche Angelegenheit mit scharfer Kritik in Richtung GC geäussert: «Was abläuft, ist in erster Linie ein Armutszeugnis für den Fussball. Seit Jahren ist klar, dass Ende Saison eine Barrage stattfindet. Da kann es nicht sein, dass gewisse Vereine kein Stadion für das Spiel haben».

GC-Trainer Peter Zeidler kann Kritik nicht nachvollziehen

Die Folgen sind weitreichend: Der FC Aarau musste am Freitagabend gegen Yverdon mit seiner Stammformation antreten und hat nun nur zwei Tage Zeit, um Körper und Köpfe nach dem 2:2 gegen Yverdon wieder auf Vordermann zu bringen. GC hingegen steht seit vergangenem Dienstag als Barrage-Teilnehmer fest und schont im letzten, sportlich unbedeutenden Ligaspiel am Samstag in Lausanne seine Profis.

Aus FCA-Sicht eine klare Benachteiligung. Verteidiger Serge Müller sagt: «Es ist unverständlich, dass die Spielansetzung jetzt ein Nachteil für den Challenge-Ligist ist, dass wir jetzt eine kurze Erholungszeit haben. Aber das gilt es jetzt zu akzeptieren und wir können das nicht beeinflussen.»

GC-Trainer Peter Zeidler lässt keine Kritik am Vorgehen der Hoppers zu.
Bild: CLAUDIO THOMA

GC-Trainer Peter Zeidler lässt am Samstag in der Romandie die U21-Junioren laufen und kann Kritik daran nicht nachvollziehen: «Jedes andere Super-League-Team würde dies auch so machen.» Er begründet die Massnahme, dass seine Mannschaft sonst zu wenig Erholungszeit bis zum Barrage-Hinspiel in Aarau am Montag habe. Eine solche Terminplanung, so Zeidler, habe er noch nie erlebt. Dass sein Arbeitgeber daran grossen Anteil hat, verschweigt der GC-Trainer. Ein Hohn.

GC verfälscht auch Aufstiegsrennen in der 1. Liga

Was Zeidler auch verschweigt: Das GC-Schuelreisli nach Lausanne stellt nicht nur die Fairness mit Blick auf die Barrage in Frage, noch drastischer sind die Auswirkungen in einem anderen Wettbewerb. Genauer gesagt: Das Aufstiegsrennen in der 1. Liga wird auf unrühmliche Art und Weise verfälscht.

Die U21 der Grasshoppers hätte eigentlich am Samstag beim FC Courtételle antreten müssen. Dieser streitet sich mit dem FC Langenthal um Rang 2, der für die Aufstiegsspiele in die Promotion League berechtigt. Und jetzt kommts: Weil sie ihre U21-Mannschaft als Platzhalter für die Profis braucht, haben die Hoppers für das Spiel in Courtételle Forfait erklärt. Die Jurassier äussern sich gegenüber welschen Medien zwar kritisch gegenüber der Spielabsage, die drei Gratispunkte im Fernduell mit dem FC Langenthal nehmen sie aber sicher gerne.

Der Verband hat angekündigt, GC für das Nichtantreten in Courtételle zu bestrafen. Es dürfte auf eine Geldstrafe hinauslaufen, die GC angesichts der geschonten Kräfte für das Barrage-Duell gegen Aarau noch so gerne bezahlen dürfte.

Skandal oder legal? Entscheiden Sie selber.

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