Fussball-WM 2026

«Dann lassen wir Mexiko und Kanada aussen vor»: So prägte Donald Trump das Final-Wochenende

Keine Trump-Show im Stadion, aber ein paar knackige Worte im Vorfeld. Beim WM-Final war Donald Trump (kaum sichtbar) dabei. Für Aufsehen sorgte er schon davor.

In den letzten 48 Stunden vor dem Final hatte er es dann doch geschafft. Im Vorfeld des WM-Finals stand er im Mittelpunkt. Nein, nicht Lionel Messi ist gemeint. Auch nicht Lamine Yamal. In den letzten Tagen, da drehte sich eben doch plötzlich alles um ihn. Um Donald Trump. Zuvor hatte er sich ja zurückgehalten. Er hat zwar den «Fall Balogun» ausgelöst. Doch im Stadion hat man Donald Trump nie gesehen.

Ein Duo, das synchron auftritt und denkt: US-Präsident Donald Trump und Fifa-Präsident Gianni Infantino (East Rutherford, 19.07.2026)
Bild: AP

«Du bist grossartig» – Trump gewinnt 5:4

Aber beim Final, da durfte er nicht fehlen. Am Freitag hatte er sich bei sich daheim, genauer: im «Trump Tower» in Manhatten, mit Fifa-Präsident Gianni Infantino bei einem skurrilen Auftritt vor ausgewählten Medien einen Wettbewerb geliefert. Wer sagt über sich, über den anderen und über die WM häufiger, er und sie sei «grossartig»? Trump gewann 5:4.

Es war der Auftakt und ein Vorgeschmack, was am Sonntag im Final sein würde, wenn Trump erstmals im Stadion wäre. Schliesslich kommt das Beste zum Schluss. Das Beste eines Fussball-Festes, das nach den Worten von Infantino «das grossartigste Ereignis, das die Menschheit je erlebt» habe, gewesen sei. Nicht im Fussball, nein, ganz allgemein in der Geschichte der Menschheit. Kleiner sollte die WM 2026 nicht gemacht werden. Und natürlich wäre das ohne ihn, Donald Trump, «nie möglich gewesen», so Infantino am Freitag.

Aber zurück zum Final: Um 6.30 Uhr schon standen die ersten Fans vor den Eingangstoren – trotz nummerierter Sitzplatz-Tickets. Bis zu drei Stunden mussten sie sich gedulden beim Einlass ins Stadion in East Rutherford, New Jersey, vor den Toren New Yorks. Derart genau waren die Sicherheitskontrollen. Wegen Trump. Aber auch wegen Kanadas Premierminister Mark Carney und Mexikos Präsidentin Claudia Sheinbaum. Und auch Spaniens König Felipe VI. war da.

Trumps Präsenz blieb dann aber für die Zuschauenden im Stadion und vor dem TV ganz unspektakulär. Versteckt hinter einer kugelsicheren Glasscheibe sass er neben Ehefrau Melania und neben Infantino. Eine Ansprache hielt er auch nicht. Vielleicht hatte er doch zu viel Respekt davor, vor der ganzen Welt ausgepfiffen zu werden. Wie beim NBA-Final kürzlich im Madison Square Garden.

Kein Applaus von Trump für die US-Hymne

Trump war so versteckt, dass man nur erahnen konnte, dass er nicht einmal applaudierte, nachdem Grammy- und Oscar-Preisträgerin Jennifer Hudson die Hymne der USA vorgetragen hatte. Dabei hatte die Fifa doch extra wegen ihm – also wahrscheinlich war es wegen ihm – erstmals vor einem WM-Final auch die Hymne des Gastgeberlandes singen lassen.

Dass die WM auch in Mexiko und in Kanada stattfand? Wen interessierte dies am «grossartigen» Final-Day schon bei der Fifa und im Weissen Haus. Trump hatte ja schon vor dem Final gesagt, die USA wolle schon bald wieder eine Fussball-WM ausrichten, man sei jetzt «ein richtiges Fussballland». Vielleicht schon 2038, dannzumal mit 64 Mannschaften, «aber dann lassen wir Mexiko und Kanada aussen vor».

Die Nationalhymne, Mexiko, Kanada: Für Trump in diesem Moment geschenkt. Er war ja vor allem gekommen, um den Siegern den Pokal zu übergeben, diese 6,2 kg schwere Trophäe aus Gold. Und von dieser konnte Trump offensichtlich nicht genug kriegen. Als die TV-Kameras ihn ein zweites Mal einfingen, sah man Trump den WM-Pokal streicheln.

Donald Trump und Gianni Infantino übergeben Spaniens Captain Rodri den WM-Pokal.
Bild: Sarah Yenesel/EPA

Ansonsten sah man Trump nach den Pfiffen bei den ersten Bildern von ihm auf den Stadion-Screens kaum noch. Bis dann, fast vier Stunden und ein spanisches Tor später, der grosse Moment kam – und er zusammen mit Infantino den neuen Weltmeistern aus Spanien die Gold-Medaillen und den Pokal überreichen durfte.

Grosser Moment? Dem Vernehmen nach hätte Trump lieber die Argentinier ausgezeichnet. Für das Siegerbild wäre er dann aber trotzdem noch gerne auf dem Podium bei den Spaniern geblieben. Doch Infantino geleitete ihn gerade noch rechtzeitig aus dem Bild. Alles kann eben auch ein Donald Trump nicht haben.

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