Fussball-WM 2026

Lionel Messi schreibt die Geschichte neu und Argentinien zieht den Kopf aus der Schlinge

Der Titelverteidiger taumelt gegen Ägypten und steht nach dem 0:2-Rückstand vor dem Ausscheiden. Doch dann schafft Argentinien in der letzten Viertelstunde die Wende zum 3:2 – dank, natürlich, Lionel Messi.
Immer wieder Lionel Messi: Mit einem Tor und einem Assist führte der Captain seine Argentinier zur grossen Wende gegen Ägypten. (Atlanta, 07.07.2026)
Bild: Mike Stewart/AP

Lionel Messi ist der grösste Fussballer der Geschichte. Weil er mehr Titel geholt hat als alle anderen. Weil er mehr WM-Spiele absolviert hat als alle anderen. Weil er mehr WM-Tore erzielt hat als alle anderen. Und nun ist er an der WM drauf und dran, sogar noch grösser zu werden als die Fussball-Geschichte.

Zumindest einen Wert hat er im Achtelfinal gegen Ägypten schon mal umgestossen. Noch nie in 13 Versuchen konnten die Argentinier an einer WM einen Zwei-Tore-Rückstand wettmachen. Und genau 0:2 lag der Titelverteidiger zurück, als bereits 78 Minuten gespielt waren. Die Argentinier fanden gegen leidenschaftlich verteidigende und agil konternde Ägypter kein Rezept. Die Körpersprache war die von Verlieren. In einigen Szenen war das auch bei Messi so.

Messi mit Assist und 8. WM-Tor

Aber dann führte der Superstar sein Team doch noch aus der Krise. Den Anschlusstreffer von Cristian Romero bereitete Messi mit einer Flanke vor (79.). Den Ausgleich schoss er mit einem Drop-Kick selbst (83.). Und als Enzo Fernandez in der Nachspielzeit mit dem Kopf auch noch das 3:2-Siegtor erzielte, hatten es Messi und seine Argentinier tatsächlich geschafft: das grösste WM-Comeback ihrer Geschichte.

Doch wie gut sind sie nun tatsächlich, diese Argentinier? Gegen zwei Widersacher aus Afrika standen sie am Abgrund. Gegen Kap Verde mussten sie in die Verlängerung, gegen Ägypten lagen sie 0:2 zurück. Es zeigte sich gerade gegen die Nordafrikaner um ihren Star Mohamed Salah, dass die Argentinier fast gänzlich vom Genie Messis leben. Und dass sie hinten zwar hart, aber bisweilen auch ungeschickt verteidigen.

Beim ersten Gegentor schon nach einer Viertelstunde durch Ägyptens Verteidiger Ibrahim Yasser stand Nahuel Molina viel zu weit vom Torschützen weg. Beim 0:2 durch Mustafa Zico nach 67 Minuten wurden die Argentinier im Kollektiv düpiert – auch wenn das Dribbling und der Querpass von Assistgeber Hassan Haissem Extra-Klasse war.

Letztmals gelang Brasilien 1962 die Titelverteidigung

Und so fragt man sich: Wie weit kann Messi dieses Team tragen, wenn in den nächsen Spielen die Schwergewichte aufkreuzen? Wenn nicht mehr Kap Verde oder Ägypten den Weg des dreifachen Weltmeisters kreuzen? Die Frage wird Messi in den nächsten Tagen beantworten.

Wenn ihm, der nun in fünf Spielen schon acht Tore schoss, weitere Treffer gelingen. Wenn es ihm auch über die argentinische WM-Geschichte hinaus gelingt, die Geschichte neu zu schreiben. Dann, wenn er sein Team zur Titelverteidigung führt. Etwas, das letztmals Brasilien vor über 60 Jahren, in Chile 1962, geschafft hat.

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