Fussball-WM 2026

Schützt der Videobeweis die grossen Nationen? Österreichs Trainer rechnet mit dem VAR ab

Nach mehreren strittigen Szenen gibt es an der WM immer mehr Zweifel – Österreichs Trainer Ralf Rangnick äussert scharfe Kritik.
Österreichs Nati-Trainer Ralf Rangnick an einer Pressekonferenz.
Bild: AP/Tony Gutierrez

Es ist ein Verdacht, den man im Fussball nicht gerne ausspricht – Ralf Rangnick äussert den jedoch ziemlich klar: Der Videobeweis (VAR) werde an dieser WM uneinheitlich gehandhabt und in heiklen Momenten traue man sich womöglich nicht, gegen die vermeintlich grössere Nation zu entscheiden. «Im Moment drängt sich so ein kleines bisschen der ungute Verdacht auf, dass man sich in solchen Situationen nicht immer traut, gegen die vermeintlich grössere Nation die Entscheidung zu treffen, die man eigentlich hätte treffen müssen», kritisierte der Österreich-Trainer hart. Der Grund für seine Kritik waren vor allem zwei Szenen, die Österreichs Trainer nicht losliessen.

Die erste Szene: Die Entstehung von Lionel Messis erstem Tor beim 0:2 gegen Österreich hätte nicht passieren dürfen – Rangnick sah da klar ein Foul an Xaver Schlager, welches ungepfiffen blieb: «Mir ist es ein Rätsel, wenn man einen VAR hat, das Foul an Xaver nicht als Foul zu sehen», äusserte er sich.

Wenn man weiter ausholen würde, dann hätte Messi gegen Österreich gar nicht spielen dürfen – er entging nämlich beim Spiel gegen Algerien nur knapp einer roten Karte.

Die zweite Szene war Deutschlands Führungstreffer gegen Ecuador: Aleksandar Pavlovic erobert gegen Pedro Vite einen Ball, jedoch trifft er mit einem hohen Bein den Ecuadorianer klar am Kopf – Leroy Sané traf gleich darauf.

Hätte das 1:0 für Deutschland nicht zählen dürfen? Die Balleroberung von Pavlovic gegen Vite sah so aus.
Bild: AP/Yuki Iwamura

Bastian Schwinsteiger sieht es genauso

Rangnick steht mit seiner Kritik nicht allein da. Auch der ehemalige deutsche Nationalspieler und TV-Experte Bastian Schweinsteiger ist derselben Ansicht. Bei der strittigen Szene mit Aleksandar Pavlovic sah er das Glück auf der Seite von Deutschland: «Wenn so etwas gegen uns gewesen wäre, dann wäre ich ein bisschen lauter. Da kann man von Glück reden, dass sich der VAR nicht eingeschaltet hat.» Klar ist somit: Es war gefährliches Spiel und hätte ein Foul sein müssen.

Rangnick hat eine klare Forderung, unabhängig davon, wer spielt und wer von einer strittigen Szene betroffen ist: «Da wünsche ich mir schon, dass die Videoschiedsrichter wirklich ihr Amt ausüben.»

Österreich könnte sich morgen mit einem Sieg oder einem Unentschieden gegen Algerien den zweiten Platz sichern – in der K.-o.-Phase würde es dann fix auf einen grossen Brocken namens Spanien treffen.

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