Granit Xhaka, kommen wir gleich zum heissesten Thema: Der Platzverweis gegen Breel Embolo war der Knackpunkt zu Ungunsten der Nati. Ihre Gedanken dazu?
Xhaka: Ein sehr bitterer Moment für uns. Wir waren zu diesem Zeitpunkt besser im Spiel als der Gegner, hatten mehr Energie und Qualität auf dem Platz. So ist leider der Fussball. Eine Entscheidung ändert das Spiel komplett. Es tut sehr weh.
Die Schweiz hatte den Weltmeister lange unter Kontrolle. Was war der Plan?
Wir sind gut gestartet, haben dann leider nach einem Corner das 0:1 zugelassen. Danach aber hat man nur die Schweiz gesehen. Bis zur Pause zwar ohne klare Chancen, aber in der zweiten Halbzeit war es unser Spiel. Wir haben immer mehr Risiko genommen, fühlten uns sehr gut. Hatten mehr Glaube als Argentinien. Bis die Rote Karte alles verändert hat. Wenn man wegen so einer Entscheidung verliert, ist es einfach nur schmerzhaft und sehr schwer zu akzeptieren. In der Kabine ist es ruhig, alle sind sehr enttäuscht.

Auf Klubebene kann der Videoschiedsrichter nicht eingreifen, um eine Gelbe Karte zurückzunehmen und einem anderen Spieler zu geben. Was denken Sie über die für die WM eingeführte Regel?
Die Regeln sind die Regeln, wir können sie nicht verändern. Aber mit so einer Entscheidung killen sie den Fussball, das ist meine Meinung. Ich appelliere: Killt nicht das Spiel!
Wie geht es Breel Embolo? Haben Sie schon mit ihm gesprochen?
Breel ist auf und neben dem Platz sehr wichtig für uns. Er hat Tränen in den Augen, weil er nicht versteht, warum er vom Platz flog. Manchmal tut Fussball nicht nur gut.
Die Schweiz war unter den besten acht Teams der Welt, im Viertelfinal auf Augenhöhe mit Weltmeister Argentinien. Mit welchem Vermächtnis verlässt die Nati die WM?
Augenhöhe? Schön gesagt von Ihnen. Es wäre angebracht, manchmal ein bisschen mehr Lob von den Journalisten zu bekommen. Aber wir kennen das ja...

Lionel Messi ist 39. Aber auch die Schweiz hat einige ältere Spieler im Kader. Wie weh tut es, diese vielleicht letzte Chance auf einen Halbfinal verpasst zu haben? Nach einer solchen Leistung gegen den Weltmeister...
Zuerst können wir stolz sein auf uns. Wir haben hier guten Fussball gezeigt, Charakter, Mentalität, Solidarität. Wenn man wie Messi mit 39 an einer WM spielen kann, können wir das auch. Ich denke nicht an morgen. Jetzt gehts zur Familie, in die Ferien, den Kopf lüften - und dann gehts weiter.



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