notifications
Fussball-Länderspiel

Torspektakel in Basel: Die Schweizer Nati verliert gegen Deutschland mit 3:4 – weckt aber Lust auf die WM

Der Auftakt ins WM-Jahr gelingt der Schweiz nur bedingt. Vor ausverkauftem Haus in Basel verliert die Nati trotz zweimaliger Führung 3:4. Florian Wirtz überragt alle.

Es fällt einem angesichts der Weltlage gerade nicht leicht, sich auf die Weltmeisterschaft zu freuen. In den USA, Mexiko und Kanada treffen sich im Sommer 48 Nationalteams, um den Nachfolger von Lionel Messi's Argentinien zu küren. Unter welchen Umständen, ist knapp drei Monate vor Turnierbeginn völlig unklar. Stichwort: Die Unberechenbarkeit von US-Präsident Donald Trump.

Zwei Torschützen unter sich: Deutschlands Jonathan Tah gegen Dan Ndoye.
Bild: Claudio Thoma/Keystone

Die Akteure, was sollen sie auch anderes tun, verweisen bei Nachfragen stets auf ihre Aufgabe, sich auf den Sport zu konzentrieren. Und darauf, in Amerika guten Fussball bieten zu wollen. Dafür bietet der Testspiel-Leckerbissen zwischen der Schweiz und Deutschland die ideale Gelegenheit. Und schon zur Halbzeit ist klar: Die über 34'000 Fans im Basler St. Jakob-Park werden für ihr Kommen belohnt. Vier Tore, gleichmässig verteilt auf beiden Seiten - umrahmt von einem munteren Spiel, dem vielleicht der letzte Zacken Intensität fehlt, das aber viele Chancen, hübsche Spielzüge und noch schönere Tore beinhaltet.

Ihren Anteil daran haben auch die beiden Trainer. Sowohl Murat Yakin als auch Julian Nagelsmann schicken zu Beginn ihre besten Kräfte auf den Platz. Vorausgesetzt, alle bleiben gesund, dürften die Schweiz und Deutschland ihr WM-Abenteuer grösstenteils mit diesen Formationen beginnen.

Mit einem Treffer aus der Distanz (3:3) konnte der eingewechselte Joel Monteiro Werbung für sich machen.
Bild: Georgios Kefalas/Keystone

Aus Schweizer Sicht sind das jene elf Spieler, die der Nati im Herbst das sechste WM-Ticket in Folge beschert haben. Warum verändern, was so gut funktioniert hat, lautet das Motto von Murat Yakin. Und auch wenn die Deutschen in Basel optisch überlegen sind - im Fussball zählen die Tore.

Die Schweiz meldet sich nach einer Viertelstunde im gegnerischen Strafraum an, wo Silvan Widmer nach einer punktgenauen Hereingabe von Ruben Vargas den Ball nicht richtig trifft. Keine Minute später macht es Dan Ndoye besser. Wobei das eine Untertreibung ist: Sein Solo und der Abschluss gegen den überforderten DFB-Captain Joshua Kimmich sind schlichtweg phänomenal. Das 1:0 weckt Erinnerungen an die EM 2024, schon damals beim Aufeinandertreffen mit Deutschland trifft Ndoye zur Schweizer Führung (Endstand 1:1). In dieser Partie ging Ndoye's Stern in der Nati endgültig auf und glüht bis heute.

Auch das zweite Schweizer Tor ist eine Einzelleistung, dieses Mal von Breel Embolo. Bis dato ein Phantom, setzt er sich in der 41. Minute mit all seiner Kraft gegen Abwehr-Brocken Jonathan Tah durch und köpfelt den Ball auf Höhe der Grasnarbe ins Netz.

Beinahe wäre der Nati in Person von Fabian Rieder vor der Pause noch ein dritter Treffer gelungen. Doch sein Schuss aus 16 Metern klatscht an die Latte. Ein persönliches Erfolgserlebnis hätte Rieder sicher gut getan, ist er als hängende Spitze nämlich der einzige im Schweizer Kollektiv, der seinen WM-Stammplatz noch nicht auf sicher hat.

Zwei Tore, zwei Vorlagen: Florian Wirtz (hier gegen Miro Muheim) tanzt und tanzt und tanzt.
Bild: Claudio Thoma/Keystone

Bei allem Lob für die Offensive gilt festzuhalten: Was Deutschland offenbart, muss auch den Schweizern zu Denken geben. Die Gegentore durch Jonathan Tah (26.) und Gnabry (45.+1) fallen zu einfach. Das erste ist die Folge eines Doppel-Fehlers von Widmer und Goalie Gregor Kobel, der in der nahen Ecke erwischt wird. Und beim 2:2 vor der Pause patzt erst Nico Elvedi im Aufbau, dann steht Manuel Akanji im Schilf.
Beim 2:3 hingegen darf man als Nati-Sympathisant auch einfach mal den Hut ziehen. Florian Wirtz deutet mit seinem Schlenzer von der Strafraumgrenze in den Winkel an, warum Liverpool im letzten Sommer 140 Millionen für ihn auf den Tisch legte.

In der zweiten Halbzeit setzt Yakin seine Ankündigung, alle Feldspieler auszuwechseln, bis zur 78. Minute in die Tat um. Das ermöglicht Joel Monteiro sein drittes Länderspiel-Tor zum zwischenzeitlichen 3:3 (79.), der Nati-Auftritt nach der Pause aber verliert an Aussagekraft. Dass Wirtz mit seinem 4:3 (85.) die 14-jährige Schweizer Ungeschlagenheit gegen Deutschland beendet, dürfte Yakin egal sein. Der Nati-Trainer hat die Bestätigung erhalten, dass mit der Schweiz an der WM zu rechnen ist. Und für uns Fussball-Fans gilt: Sportlich hat dieses Spiel die Lust auf die WM geweckt. Oder?

Der Liveticker zum Nachlesen

Mehr zum Thema:

Mehr zum Thema:

Mehr zum Thema:

Mehr zum Thema:

Kommentare (0)