Fussballnationalmannschaft

Nach Monaten des Leidens ist Zeki Amdouni die grosse Figur der Nati – doch die Nebengeräusche bleiben

Ein Sieg, zwei starke Debüts und drei Tore: Sportlich gelingt der Schweizer Nati in Nordmazedonien vieles. Doch nach dem 3:0 zeigt sich, weshalb Zeki Amdounis grosser Abend nur eine der Geschichten dieses turbulenten Nati-Zusammenzugs ist.

Ardon Jashari ist schon beinahe fertig mit seinem Interview nach dem Spiel, als er noch eine Frage gestellt bekommt. Ob er bitte noch etwas zu Zeki Amdouni sagen könne, der im Spiel der Schweizer Fussballnationalmannschaft am Samstagabend gegen Nordmazedonien zwei Tore erzielt hat.

«Ich freue mich extrem für ihn», sagt Jashari und strahlt. Er kenne Amdouni gut aus gemeinsamen Zeiten in der Schweizer U21-Nationalmannschaft, «daher weiss ich um seine Qualitäten». Dass es Amdouni nun so laufe, sei doppelt schön. Denn: «Er musste sehr leiden.»

Hinter Amdouni liegen schwierige Monate. Zwar war er bei der Weltmeisterschaft mit dabei, kam zu vier Teileinsätzen. Aber der 25-Jährige war auf der Suche nach seiner Form, nachdem er zuvor fast ein ganzes Jahr verletzungsbedingt verpasst hatte. Im Juli 2025 riss er sich während der Vorbereitung mit seinem Klub Burnley das Kreuzband. Es folgten Monate der Reha. Monate des Zuschauens.

Erst gegen Ende der Spielzeit war Amdouni wieder einsatzfähig, kam im Klub nur zu vier Teileinsätzen. «Es war wirklich eine schwierige Saison für mich. Aber ich habe hart gearbeitet und versucht, mein Bestes zu geben.»

Seit dieser Saison ist er wieder im Saft, kam in allen acht Liga-Spielen bei Burnley zum Einsatz. Ihm gelangen in der noch jungen Meisterschaft bislang zwei Tore für seinen Klub, der nach der vergangenen Saison abgestiegen war. Mit Spielpraxis zur Nati eingerückt, konnte er nun auch gleich seine Chance in der Nationalmannschaft nutzen. Dass Breel Embolo nicht einrücken durfte, hat Amdouni in die Startelf befördert. Zwar betont er, dass es ihm egal sei, ob er beginne oder eingewechselt werde. Aber: «Heute war meine Chance und ich denke, ich habe es gut gemacht.»

Das hat Amdouni, der jedoch gar noch die Chance auf ein drittes Tor gehabt hätte. «Es gibt immer Dinge, die man verbessern kann», sagt er und erklärt, dass ihm am Ende des Spiels die letzten Prozent gefehlt hätten, um den dritten Treffer zu erzielen.

Die fehlende Effizienz bemängelte im Nachgang der Partie auch Murat Yakin. Ein, zwei Tore mehr hätte er sich gewünscht. Doch der Nati-Coach konnte sich neben der starken Leistung Amdounis auch über Debütant Zachary Athekame besonders freuen, der direkt zwei Assists beisteuerte. Oder über Sascha Britschgi, der ebenfalls ein gelungenes Debüt feierte. Die beiden Aussenverteidiger wirken wie Versprechen für die Zukunft des Schweizer Fussballs.

Die Frage nach weiteren negativen Schlagzeilen

Doch trotz der drei Tore und des Sieges gibt es nicht nur Positives an diesem Abend – was bezeichnend ist. Die Covid-Thematik, welche das Nationalteam in den vergangenen Tagen umtrieb und aufgrund derer Granit Xhaka nicht zum Team stiess und später auch Breel Embolo nicht anreisen durfte, war auch nach dem 3:0 präsent. Und dämpfte die Stimmung von Yakin spürbar.

Der Coach betonte, das  erklärte Ziel sei gewesen, auf dem Feld die turbulenten Tage ausblenden zu können. «Natürlich war es für den einen oder anderen schwierig zu akzeptieren», sagte Yakin zum Entscheid, dass Xhaka und Embolo nicht einrücken konnten. «Aber es war wichtig für das Team, dass wir in Ruhe arbeiten und uns auf den Fussball konzentrieren konnten. Wir kennen die Dynamiken.»

Der Nationaltrainer hatte am Vortag betont, nicht selbst über Embolos Nicht-Anreise entschieden zu haben. Offenbar befürchtete er jedoch, die Anwesenheit Xhakas und Embolos könnte eine starke sportliche Leistung gefährden. Dafür seien die Partien in der Nations League zu wichtig. Schliesslich verfolgt die Schweiz das klare Ziel, wieder in die Liga A aufzusteigen.

Noch drei Partien stehen in dieser Länderspielpause an, zwei weitere im November. Möglich, dass Xhaka und Embolo dann wieder dabei sind. «Die Türen sind nicht zu», sagt Yakin klar. Es sei aber wichtig, solche Nebengeräusche antizipieren zu können. Das ist dem Fussballverband im Fall von Embolo nicht gelungen. Der Verband sei überrascht worden, erklärte der Kommunikationschef am Vortag.

Doch was heisst das für die Zukunft? Wäre der Schweizer Fussballverband auf weitere solcher Fälle vorbereitet? Stand Samstagabend seien, so Yakin, nur die Fälle von Xhaka und Embolo bekannt – und wolle er nicht kommentieren, was nicht bekannt ist. «Das wäre sehr spekulativ. Und es ist ein heikles, schwieriges Thema.»

Während des laufenden Zusammenzuges wolle man keine Themen forcieren, sondern sich auf den Fussball fokussieren. Und sich vielleicht einfach auch darüber freuen, dass Spieler wie Zeki Amdouni ihre Chance nutzen konnten.

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