Fussballnationalmannschaft

«Die Entscheidung kam nicht von mir»: Das sagt Nati-Coach Murat Yakin zu Absenzen von Embolo und Xhaka

Am Tag vor dem Spiel der Schweiz gegen Nordmazedonien erklärt Murat Yakin, wieso Breel Embolo nicht einrücken wird, weshalb er sich sportlich keine Sorgen macht und welche Rolle die Schweiz in dieser Nations-League-Kampagne hat.

«Morgen findet noch ein Spiel statt, das einfach zur Information», sagt Murat Yakin nach ein paar Minuten. Dem Trainer der Schweizer Fussballnationalmannschaft geht es zu Beginn der Pressekonferenz vor der Partie der Schweiz gegen Nordmazedonien vom Samstagabend (20.45 Uhr) zu sehr um Angelegenheiten neben dem Rasen und zu wenig um Sport.

Doch auch wenn der Trainer es wohl lieber umschifft hätte, ist die kurzfristige Nicht-Anreise von Breel Embolo das brennendste Thema. Schliesslich wurde nur wenige Stunden vor der Pressekonferenz bekannt, dass der Stürmer nicht wie geplant für die zweite Partie der Schweiz in dieser Nations-League-Kampagne zum Team stossen wird, sondern wie auch Granit Xhaka fehlen wird. Dies, nachdem diese Zeitung aufgedeckt hatte, dass die Basler Staatsanwaltschaft 2025 gegen Embolo einen Strafbefehl wegen mehrfacher Anstiftung zu Urkundenfälschung erliess und der 29-Jährige zu einer Geldstrafe verurteilt wurde.

Etwas ausweichend sagt Yakin, dass er es schade finde, dass Embolo nicht einrücken werde. «Aber diese Entscheidung wurde auf Ebene des Verbandes getroffen. Sicher habe ich auch mitdiskutiert und war involviert, die Entscheidung aber kam nicht von mir.»

Sportlich sieht Yakin genügend Alternativen

Bereits bevor Yakin zur Absenz Embolos befragt wurde, bezog auch SFV-Kommunikationschef Adrian Arnold im Namen des Verbandes Stellung. Man sei Mitte der Woche überrascht worden, als Embolo den Verband in Kenntnis setzte. Von einem Vertrauensbruch wollte Arnold nichts wissen, betonte jedoch, dass eine frühere Information wünschenswert gewesen wäre. «Wir wollen aber festhalten, dass es sich um eine Massnahme für diesen Zusammenzug handelt, nicht aber für die Spiele im November», so Arnold.

Natürlich spielt die Abwesenheit des zweiten Führungsspielers auch sportlich eine Rolle. Sorgen macht sich Yakin jedoch nicht. Weil Embolo in Nordmazedonien ohnehin gesperrt gefehlt hätte, musste sich Yakin bereits mit Alternativen beschäftigen. Die Abwesenheit des Stürmers Nummer 1 sei auch in den folgenden drei Partien kein Problem. «Wir haben mit Zeki Amdouni, Cedric Itten und Winsley Boteli schon drei Stürmer dabei.» Der Nationalcoach schliesst jedoch nicht aus, für die Heimspiele in Luzern noch zu reagieren, sollte er mit dem aktuellen Kader nicht wie gewünscht «aus den Startlöchern kommen».

Die Absenzen von Embolo und Xhaka sind selbstredend auch im Team ein Thema – aber auch dort kein Problem, wie Ardon Jashari stellvertretend erklärt. «Natürlich fehlen zwei Spieler, die in den vergangenen Jahren feste Bestandteile und wichtig für das Team waren. Aber nun stehen wir alle in der Verantwortung.»

Jashari dürfte einer jener Spieler sein, die nun mehr in den Fokus rücken werden. Damit kann ein Prozess beschleunigt werden, den Yakin ohnehin dereinst hätte einleiten müssen und wollen. Für den Trainer ist klar, dass die Schweiz trotz der diversen Absenzen in ihrer Nations-League-Gruppe Favorit ist. Yakin: «Wir sind sicher die Gejagten.»

Und der Coach ergänzt, dass ihm aktuell nur etwas Sorgen bereite: der Rasen im nordmazedonischen Nationalstadion. «Der ist viel zu hoch, so kann man nicht Fussball spielen», sagt er. Und wirkt gelöst, dass es am Tag vor dem Spiel doch auch noch um sportliche Themen geht.

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