Schlimmer kann es eigentlich nicht werden. Das dachte man sich wohl vor dem Saisonstart der Formel 1 in Australien. Doch beim Rennstall Aston Martin geht es deutlich schlimmer. Das haben bereits Gerüchte angedeutet und sich am Freitagmorgen beim ersten Training vor dem Grossen Preis bestätigt. Das Auto ist unfahrbar.
Während andere Teams schnelle Zeiten fuhren, tuckerte Aston-Martin-Fahrer Lance Stroll mit einer halben Sekunde Rückstand über den Asphalt. Teamkollege Fernando Alonso konnte wegen eines Problems mit seinem Boliden gar nicht erst auf die Strecke. Das zweite Training beendeten beide Fahrer abgeschlagen zuhinterst im Klassement.
Altmeister Alonso schafft nur 25 von 58 Runden
Das Bild im Rennen am Sonntag wird wohl ein ähnliches sein. Es ist gut möglich, dass die beiden Fahrer dies gar nicht beenden können. Der Grund dafür sind starke Vibrationen. Wie Teamchef Adrian Newey sagt, gehen diese bis in die Finger. Alonso könne nicht mehr als 25 Runden und Stroll nicht mehr als 15 Runden fahren, «um keine Nervenschäden zu riskieren.» Das Rennen dauert 58 Runden.
Für den britischen Rennstall ist das eine Katastrophe. Als Grund nennt Newey unter anderem das neue Antriebssystem von Honda. Die Arbeiten dazu befanden sich lange im Rückstand, weil nach dem Wiedereinstieg des japanischen Motorenherstellers nur noch 30 Prozent der damaligen Angestellten dabei waren.
Nicht nur der Motor bei Aston Martin ist neu. Für diese Saison wurde das Reglement der Formel 1 geändert. Alle Boliden sind schmaler sowie kürzer und wiegen 30 Kilogramm weniger. Bei den Motoren gibt es nun zwar die gleiche Leistung, aber dafür je zur Hälfte Leistung aus dem Verbrennungsmotor und aus dem Elektromotor. In den früheren Jahren betrug der elektrische Anteil etwa 20 Prozent. Die Verbrennungsmotoren werden neu mit synthetischem Kraftstoff versorgt. Die Batterie des Elektromotors kann während der Fahrt aufgeladen werden.
Max Verstappen flucht über die neuen Regeln
Während der Automobilverband FIA die Formel 1 mit diesen Anpassungen grüner und spannender machen will, sind nicht alle Fahrer begeistert. Der vierfache Weltmeister Max Verstappen übt grosse Kritik: «Ich würde sagen, die aktuellen Regeln helfen der Langlebigkeit meiner Karriere in der Formel 1 nicht.» Zudem würde er andere Regeln bevorzugen. «Das erinnert alles an die Formel E auf Steroiden», sagt er.
Auch Lewis Hamilton ist damit nicht zufrieden: «Die Fans werden das nicht verstehen. Und ob wir Fahrer wirklich ein neues Spassgefühl bekommen, ich bezweifle es.» Dennoch scheinen sein Rennstall Ferrari und Hamiltons Ex-Team Mercedes im Vorfeld der Saison am besten gearbeitet zu haben. Dies legen zumindest die Rundenzeiten und Testfahrten nahe.
In dieser Saison sind neu dank des Einstiegs von Cadillac elf Teams dabei. Zudem verdrängt Madrid die Rennstrecke in Imola, die auf den Status des «Ersatzrennens» degradiert wurde. Denn die beiden Rennen in Bahrain und Saudi-Arabien stehen aufgrund des Kriegs im Nahen Osten auf der Kippe. So gehört Bahrain zu einem der bombardierten Ziele, Saudi-Arabien liegt gleich daneben.
Die Reifentests in Bahrain mussten kürzlich abgesagt werden, dennoch steckten einige Teammitglieder länger dort fest. Die FIA prüft nun nach Alternativen für die beiden Rennen. Imola oder Portimao, das schon während der Coronapandemie spontan einsprang, könnten die Zugabe erhalten.







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