
Erneut gab es keine Entscheidung im Meisterrennen, erneut gehen die Thuner Fans ohne grosse Feier nach Hause. Der FC Basel erkämpft sich einen 3:1 Heimsieg und verhindert, dass der Fast-Meister beim Noch-Meister den Sack zumachen kann.
Die letzten Meter sind immer die schwierigsten. Wochenende für Wochenende steigt die Erwartung auf eine potenzielle Meisterfeier. Bisher wurden diese Hoffnungen enttäuscht, der FC Thun lässt in der entscheidenden Phase Federn. Einen Meistertitel in Basel wäre exakt ein Jahr nach der Besiegelung des Thuner Aufstiegs in die Super League an Magie nicht zu überbieten gewesen. Titelverteidiger Basel hatte etwas dagegen.
Die drei Punkte für Basel sind indes keineswegs gestohlen oder unverdient. Vor allem offensiv war Basel gefährlicher, Thun kam nie so recht in die Gänge. Trotzdem war es der FC Thun, welcher als erstes treffen konnte: In der 41. Minute brachte Michael Heule nach einem Doppelpass den Ball von der linken Seite in die Mitte. Valmir Matoshi stand bereit und schloss direkt ab. FCB-Keeper Mirko Salvi konnte das 0:1 auch nicht mehr verhindern und die Thuner jubelten über die Führung. Der Jubel blieb den Thunern allerdings jäh im Hals stecken, denn zweieinhalb Zeigerumdrehungen später zappelte das Leder bereits im gegenüberliegenden Netz: Metinhos Schlenzer aus der Distanz glich die Partie wieder aus.
Für den Schlusspunkt sorgten die Basler erst spät und von der Bank aus: Zunächst steht der eingewechselte Albian Ajeti in der 86. Minute nach einem Schuss von Ibrahim Salah goldrichtig und lenkt noch leicht ab zur erneuten Basler Führung. In der Nachspielzeit machte der ebenfalls eingewechselte Koba Koindredi nach einem Solo aus der eigenen Hälfte mit seinem Treffer zum 3:1 alles klar.
Lustrinelli, Fehr und Ibayi werden im nächsten Spiel fehlen

Somit sah das Publikum doch noch vier Tore, nachdem das Spiel lange Zeit gewiss nicht als Augenschmaus bezeichnet werden konnte. Die Stimmung war hitzig, das Spiel ruppig und zerfahren, Schiedsrichter Fedayi San hatte alle Hände voll zu tun. Acht gelbe Karten verteilte der Referee insgesamt. Und für Thun kam es gleich knüppeldick: Nach einer unnötigen Aktion von Fabio Fehr sah dieser seine zweite Verwarnung und musste in der 81. Minute vorzeitig vom unter die Dusche. In der 89. Minute tobte dann der zuvor ausgewechselte Christopher Ibayi so sehr, dass er ebenfalls die Rote Karte sah und sich vorzeitig in die Garderobe begeben musste. Nach Fehrs Platzverweis sah Trainer Mauro Lustrinelli ebenfalls die gelbe Karte, weswegen er das nächste Spiel von der Tribüne aus verfolgen muss.
Basel erkämpft sich einen schlussendlich verdienten Sieg und lässt die Thuner Fans weiter warten. Bereits morgen bietet sich die nächste Gelegenheit, um vom Sofa aus Meister zu werden, wenn St. Gallen den FC Sion empfängt. Beginnen nun etwa die sonst so stählernen Nerven der Thuner zu flattern? Thuns Führungsspieler Leonardo Bertone verzieht nach dem Spiel keine Miene: «Diejenigen, die meinen, dass wir jetzt die Nerven verlieren sind die gleichen, die vorher meinten, dass wir keine Chance hätten. Wir bleiben cool, arbeiten ruhig weiter und schauen, was nächstes Wochenende passiert.»



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