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Super League

Lugano als Partycrasher: Thun muss die Meisterfeier aufschieben

Der FC Thun hätte sich mit einem Sieg gegen Lugano vor heimischem Publikum zum Schweizer Meister küren können. Lugano gewinnt im Berner Oberland aber mit 1:0 und lässt die Thuner Meisterparty vorerst platzen.
Gute Stimmung in der Stockhorn Arena: Die Thuner Fans wollten am Samstagabend den Meistertitel feiern.
Bild: Freshfocus

Ausverkauftes Stadion, tolle Atmosphäre und ideales Fussballwetter. Die Ausgangslage in der Stockhorn Arena war perfekt für eine Thuner Meisterparty. Mit einem Sieg gegen Lugano wären die Berner Oberländer nämlich rechnerisch als Meister festgestanden.

Alles deutete also auf eine lange Nacht der Feierlichkeiten hin, um den ersten Meistertitel in der Vereinsgeschichte zu feiern.

Unglücklicher Abend für Thun

Doch bereits wenige Sekunden nach Anpfiff kam der erste Dämpfer. Der Thuner Abwehrchef Genis Montolio blieb nach seiner ersten Spielaktion am Boden liegen. Ohne gegnerisches Einwirken hatte er sein Knie verdreht. Sichtlich gerührt musste sich Montolio kurz daraufhin auswechseln lassen.

Grosse Enttäuschung bei Genis Montolio: Der Thuner Verteidiger muss nach wenigen Minuten ausgewechselt werden.
Bild: Freshfocus

Im Laufe des ersten Durchgangs zeichnete sich dann auch ab, dass Gegner Lugano kein Interesse daran hatte, in den Strudel einer Thuner Meisterparty zu geraten. Schliesslich wollen die Tessiner im Kampf um die europäischen Plätze Punkte sammeln.

So war Halbzeit 1 geprägt von vielen Zweikämpfen, Fouls und Unterbrüchen. Lugano zeigte eine solide Defensivarbeit und liess praktisch keine gegnerischen Toraktionen zu.

Frust bei Kastriot Imeri: Lugano liess die Thuner nicht ins Spiel kommen.
Bild: Keystone

Nach dem Seitenwechsel zeigte sich ein ähnliches Bild – mit dem Unterschied, dass sich die Mannschaft von Mauro Lustrinelli, je näher der Schlusspfiff rückte, immer mehr öffnete. Das wiederum verschaffte den Gästen bei den Gegenstössen viel Platz und so häuften sich vor allem die Torchancen der Tessiner. Die beste Möglichkeit hatte Mohamed Belhadj Mahmoud in der 85. Minute, als er aus fünf Metern an einem mirakulösen Niklas Steffen scheiterte.

Penalty lässt Thuner Fankurve verstummen – vorerst

Lange stand es also 0:0. In den letzten Spielminuten warfen die Berner Oberländer nochmals alles nach vorne, um den erlösenden Tortreffer doch noch irgendwie zu erzielen. Ohne Erfolg.

Im Gegenteil: Bei einem weiteren Gegenstoss der Gäste ging Mahmoud im Thuner Strafraum zu Boden. Nach Konsultation mit dem VAR zeigte Schiedsrichter Luca Cibelli auf den Punkt.

Ausgerechnet vor der Thuner Fankurve verwandelte Ezgjan Alioski den anschliessenden Elfmeter und versetzte den Thuner Fans den entscheidenden Stich ins Herz. So gewann Lugano in Thun mit 0:1 und avancierte zum Spielverderber für die Berner Oberländer.

Ezgjan Alioski jubelt nach dem Siegtreffer für den FC Lugano.
Bild: Keystone

Die Meisterfeier muss also vorerst aufgeschoben werden. Bereits morgen könnte es aber soweit sein. Wenn St. Gallen auswärts gegen YB nicht gewinnt, ist der FC Thun Schweizer Meister.

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