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Morgens um 5 mit dem «Chübel» im Taxi: Wie der FCL 2021 Cupsieger wurde

Die letzte Folge von «Nome Lozärn» erzählt vom Cupsieg in der Pandemie, der Barrage ein Jahr später und einem Modell, das den FC Luzern bis heute prägt: Talente entwickeln.

Eigentlich sollte es ein riesiges Fest werden. Blau-Weiss gegen Grün-Weiss, zwei lautstarke Fanlager. Es geht um den Schweizer Cupsieg 2021. Seit 29 Jahren wartet eine ganze Region auf den nächsten Titel. Doch im Stadion sitzen gerade einmal rund 100 Zuschauer. Corona. Keine FCL-Kurve, kein Fahnenmeer, keine Zehntausenden, die ihre Mannschaft nach vorne schreien.

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Und ausgerechnet an diesem Tag klappt es. Der FC Luzern gewinnt den Schweizer Cup mit einem 3:1-Erfolg gegen den FC St. Gallen. Der damalige Publikumsliebling Pascal Schürpf bereitet das 1:0 vor und erzielt das letzte Tor selbst. «Dabei habe ich am Vortag das schlechteste Training meiner Karriere absolviert», sagt er.

Grosse Cupfeier – trotz Pandemie

Auf der Allmend empfangen 10'000 Menschen die Mannschaft und feiern den dritten Cupsieg der Vereinsgeschichte frenetisch. Für David Zibung und Christian Schwegler ist der Cupfinal das letzte Spiel ihrer Profikarriere. «Besser kann man als Profi nicht aufhören», sagt Zibung heute. «Ich mag mich noch erinnern, wie ich morgens um 5 gemeinsam mit Christian Schwegler in einem Taxi sass, der Pokal neben uns auf dem Rücksitz. Und ich trug dabei noch immer die Schienbeinschoner.» Nach drei verlorenen Cupfinals als Stammgoalie holt Zibung als Ersatzgoalie doch noch einen Titel.

Zwölf Tage später gewinnt Luzern gleich nochmals. Die FCL-Frauen schlagen den favorisierten FC Zürich 2:0. Die zwei Cupsiege passen zu einem Klub, der immer stärker auf eigene und junge Spieler setzt. Ein Jahr später werden die FCL-Frauen in die AG des FCL integriert.

Doch schon 2022 kämpfen die FCL-Männer wieder gegen den Abstieg. Cupsieger-Trainer Fabio Celestini ist inzwischen entlassen. Unter Mario Frick bestreitet der FCL die Barrage gegen Schaffhausen. Nach dem 2:2 im Hinspiel gewinnt Luzern das Rückspiel 2:0 und bleibt erstklassig. «Der Druck war riesig», erinnert sich Pascal Schürpf. Diesmal sind die Fans im Stadion – und feiern den Ligaerhalt.

FCL setzt immer mehr auf eigene Talente

Aus der Krise wächst das Modell, das den Klub bis heute prägt. Unter Frick erhalten immer mehr Junge ihre Chance. Ardon Jashari wird Stammspieler, Captain und Nationalspieler. Pascal Loretz, Severin Ottiger, Luca Jaquez oder Lars Villiger schaffen ebenfalls den Sprung. Die Grundlage für diese Strategie legt der FCL bereits im Sommer 2017. Remo Meyer kehrt zunächst als Sportkoordinator nach Luzern zurück und wird später Sportchef. Neun Jahre später ist er noch immer da. Heute steht der FCL für konsequente Nachwuchsarbeit und erzielt mit Eigengewächsen wichtige Transfererlöse.

Doch dieses Modell birgt zugleich ein Problem: Der FCL ist auf den Verkauf seiner Talente angewiesen. 1989 konnte der FCL seine Meistermannschaft über die entscheidende Phase zusammenhalten. Im heutigen Transfermarkt ist das wesentlich schwieriger.

Luca Jaquez liefert ein Beispiel. Im September 2024 schiesst der damals 21-Jährige den FCL gegen Basel zum Sieg. Luzern bleibt Leader. Für einen Moment stellt sich wieder die Frage, ob diese junge Mannschaft vielleicht sogar Meister werden kann. Wenige Monate später spielt Jaquez in der Bundesliga. Während der FC Basel Meister wird, verpasst der FCL am Ende sogar noch Europa. Jaquez gewinnt mit Stuttgart den deutschen Cup.

Mario Frick wird zum Langzeittrainer. Viereinhalb Jahre bleibt der Liechtensteiner beim FCL. Er rettet den Klub in der Barrage, führt ihn nach Europa und gibt zahlreichen Nachwuchsspielern eine Chance. Im Sommer 2026 endet seine Zeit ohne grossen Knall. Der Vertrag wird nicht mehr verlängert.

Und auch die Nachfolgelösung erzählt viel darüber, was der FCL sein will. Kein international bekannter Name übernimmt. Kein Trainer mit grossem Renommee. Sondern Jörg «Udo» Portmann, der zuletzt die eigene U17 trainiert hat. Ein Luzerner, ehemaliger FCL-Junior, mit langer Erfahrung im Innerschweizer Amateurfussball. Seine erste Station als Cheftrainer im Profifussball ist der FC Luzern. Konsequenter könnte der Klub seine Strategie kaum fortsetzen.

Doch kann ein Ausbildungsklub, der seine besten Spieler regelmässig verliert, noch einmal Schweizer Meister werden wie 1989? Diese Frage steht am Ende der zehnten und letzten Folge von «Nome Lozärn».

Der Podcast «Nome Lozärn» erzählt in zehn Folgen die Geschichte des FC Luzern. Die 10. und letzte Folge ist mit einem Abo verfügbar, gratis erscheint sie in einer Woche.

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