Fussball-WM 2026

«Eine rote Linie ist überschritten»: Reaktionen auf den Fall Balogun

Ob Verbände, Politiker oder Trainer: Das Unverständnis über die Aufhebung der Sperre gegen Balogun ist gross – nur zwei finden es gut.
Die (un-)strittige Szene: USA-Stürmer Folarin Balogun (links) tritt Bosniens Tarik Muharemovic auf den Knöchel. (Santa Clara, 01.07.2026)
Bild: Martin Meissner/AP

Uefa

«Der Entscheid, die Vollstreckung der automatischen Ein-Spiele-Sperre nach der Roten Karte gegen den Spieler Folarin Balogun für ein Jahr auf Bewährung auszusetzen, hat eine rote Linie überschritten. Wir bringen unser Unverständnis über einen derart beispiellosen, unbegreiflichen und nicht zu rechtfertigenden Entscheid zum Ausdruck. Manchmal lassen Regeln Interpretationsspielräume zu. In diesem Fall nicht.

Belgischer Fussballverband KNVB

«Wir sind über den Entscheid der Fifa erstaunt. Um die legitimen Rechte aller teilnehmenden Mannschaften zu wahren und grundlegende Prinzipien des Fairplays in unserem Sport zu schützen – sowohl bei dieser Fifa-Weltmeisterschaft als auch bei zukünftigen Ausgaben des Turniers – prüft der KNVB derzeit alle möglichen Optionen.» (der KNVB hat gegen den Fifa-Entscheid Rekurs eingelegt; Red)

Rudi Garcia (Trainer Belgien)

«Ich wusste nicht, dass der 5. Juli der Fifa der 1. April ist. Soweit ich mich erinnere, ist dies meines Erachtens das erste Mal in der Geschichte der Weltmeisterschaft, dass ein Entscheid dieser Art getroffen wurde.»

Maxime Prévot (belgischer Aussenminister)

«Wenn tatsächlich ein Telefonat diesen unverständlichen Entscheid erklärt, dann wäre das ein Bruch mit elementarsten Regeln des Fussballs und des Sports. Das wäre sehr gravierend. Wie könnte die Fifa dann noch glaubwürdig für Fairplay eintreten?»

Sepp Blatter (ehemaliger Fifa-Präsident)

«Rote Karten werden im Fussball nicht durch politische Interventionen aufgehoben – sondern nach klaren Regeln und durch unabhängige Instanzen. Wenn ein US-Präsident beim Fifa-Präsidenten interveniert und danach ein Spieler vor einem WM-Achtelfinal begnadigt wird, stellt sich eine einfache Frage: Quo vadis, Fifa? Der Fussball darf nie zum Spielball der Politik werden.»

Mauricio Pocchettino (Trainer USA)

«Es ist ein fantastischer Entscheid, nicht nur für uns, sondern für den Fussball. Wenn im nächsten Spiel etwas Unfaires passiert, hat man die Möglichkeit hinzugehen und den Entscheid rückgängig zu machen.»

Jürgen Klopp (Ex-Trainer und TV-Experte)

«Wenn das wirklich Trump und Infantino miteinander ausgemacht haben – das ist verrückt, das stellt alles infrage. Da gibt es immer noch die Möglichkeit, dass die USA ihn trotzdem nicht aufstellen, weil sie sagen: So wollen wir das nicht haben. Diese beiden Menschen, die beide von Fussball keine Ahnung haben, sollten gar nichts damit zu tun haben. Das ist unser Spiel, nicht deren Spiel.»

Ciriaco Sforza (Trainer, ehemaliger Nati-Captain)

«Wenn du eine Rote Karte bekommst, dann bist du im nächsten Spiel automatisch gesperrt. Kein Thema. Dass es jetzt zu einem Thema wurde, ist unverständlich. Da verstehe ich den belgischen Verband, der Rekurs einlegt. Ich würde gar nicht spielen. Wofür muss ich antreten, wenn ich weiss, da läuft etwas. Da stinkt etwas.»

Donald Trump (US-Präsident)

Danke an die Fifa dafür, das Richtige zu tun und eine grosse Ungerechtigkeit rückgängig zu machen.» (über seine Social-Media-Plattform «Truth Social»)

«Ich habe um eine Überprüfung gebeten, weil ich nicht dachte, dass es ein Foul war. Alles, was ich getan habe, war, um eine Überprüfung zu bitten. Ich habe nicht gesagt, ihr müsst das tun.» (gegenüber Medien)

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