Eishockey

«Sieger der Schmerzen» und «verwehrte Krönung» – so reagieren die Schweizer Medien auf WM-Silber

Schon zum dritten Mal in Folge verpasst die Eishockey-Nati den WM-Titel nur knapp. Am Tag danach ist auch in der Schweizer Medienwelt Wunden lecken angesagt.
Für die Schweizer Eishockey-Nati gibt es erneut kein WM-Gold.
Bild: Keystone

Es ist kaum zu fassen. Die Schweizer Eishockey-Nati schwebt an der Heim-WM förmlich und eilt von Sieg zu Sieg. Neunmal am Stück darf sie in der rappelvollen und stimmungsgeladenen Swiss Life Arena mit dem Publikum feiern.

Nur einmal muss sie als Verliererin vom Eis. Beim 0:1 gegen Finnland nach Verlängerung am Sonntagabend. Umso bitterer ist, dass sie die Niederlage im Final kassiert. Schon wieder muss man sagen. Es ist das dritte WM-Silber in Folge. Und schon zum dritten Mal in Folge hat unsere Nati im Spiel um Gold kein Tor zustande gebracht.

Wir haben uns in der Schweizer Medienwelt umgeschaut und zeigen, was bei den anderen Newsportalen geschrieben wird über die dritte Schweizer Silbermedaille in Serie.

Unsere Analyse: Die Last der Erwartung war noch nie so hoch

Klaus Zaugg, renommierter Eishockey-Journalist schreibt in seiner Analyse von einer «Jahrhundert-Partie» für unser Eishockey. Und weiter: «Die Schweizer sind an einem Gegner gescheitert, der keinen Helm trägt, keine Schlittschuhe schnürt, keinen Stock in Händen hält und sich in keiner Statistik erfassen lässt: An der Last der Erwartung, die noch nie so hoch war.»

Blick: Weltmeister der Schmerzen

«Weltmeister der Herzen und der Schmerzen» titelt der «Blick» online nach dem verlorenen Final in Zürich. Weiter konstatiert das Portal: «Niederlage in der Verlängerung. Das tut weh. Auf den Rängen fliessen Tränen. Und auch Nati-Coach Cadieux hat Wasser in den Augen.»

Tages-Anzeiger: Krönung bleibt am 17. WM-Tag verwehrt

«16 Tage dauerte das Frühlingsmärchen des Schweizer Eishockey-Nationalteams. Das Team von Jan Cadieux begeisterte mit seiner Spielfreude und seinem Zusammenhalt und stürmte von Sieg zu Sieg», schrieb der «Tages-Anzeiger» in seiner Analyse, um dann der bitteren Wahrheit ins Auge zu sehen. «Doch am 17. Tag blieb den Schweizern die Krönung verwehrt.» So blieb der Zeitung eine Schlussfolgerung, die wohl so viele Schweizer Fans unterschreiben können: «Diese goldene Schweizer Generation hätte nach vier Silbermedaillen den Weltmeistertitel verdient gehabt.»

Die besten Bilder des WM-Finals:

Keystone-SDA: Die Nerven spielen einen Streich

Die Nachrichtenagentur Keystone-SDA ging derweil auf ein Problem der Schweizer Mannschaft ein und schrieb: «Die Schweizer müssen sich vorwerfen lassen, dass sie nun drei Jahre in Folge in drei Jahren kein einziges Tor zustande gebracht haben. Und so geht das Warten auf den so ersehnten ersten WM-Titel weiter. Die Nerven spielen erneut einen Streich. Finnland hingegen ist zum fünften Mal Weltmeister, zum ersten Mal seit 2022.»

SRF: Kein WM-Finaltor seit fast 250 Minuten

Auch beim SRF haben sie im Mathematik-Unterricht aufgepasst. Dort heisst es im Matchbericht: «Die Rechnung ist einfach: Ohne Tor kann man kein Spiel gewinnen. Bedauerlicherweise passierte genau dies der Schweiz nun auch im dritten WM-Final in drei Jahren.» Das ist bitter, denn: Die Schweizer warten in einem WM-Endspiel nunmehr seit 249 Minuten und 31 Sekunden auf einen Treffer. Das letzte Tor für die Nati in einem WM-Final gelang Timo Meier 2018 in Kopenhagen gegen Schweden, wie SRF weiter schrieb.

NZZ: Kein fulminanter Schlusspunkt eines fesselnden Turniers

Auch die «Neue Zürcher Zeitung» griff die fehlende Effizienz in ihrem Text auf. Sie schrieb von den 22 Schüssen aufs finnische Tor, die dem Schweizer Nationalteam nicht gereicht haben, um im WM-Final ein Tor zu schiessen und zum ersten Mal Weltmeister zu werden. Und weiter analysierte die Zeitung: «Die Goldmedaille wäre nicht nur die Krönung der so erfolgreichen Schweizer Generation um Roman Josi gewesen – sondern auch der fulminante Schlusspunkt eines Turniers, das bei hochsommerlichen Temperaturen die Schweizerinnen und Schweizer ans Eis zu fesseln vermochte.»

Ein Herz in der Luft

Dennoch ist ein ganzes Land stolz auf dieses Team. Ein Flugzeug ist nach dem Final der Eishockey-WM in der Schweiz über Zürich eine Herz-Schlaufe geflogen. Damit gratulierten die Fluggesellschaft Swiss und die Schweizer Flugsicherung Skyguide dem Schweizer Eishockey-Nationalteam zur Silbermedaille.

Eine Maschine der Swiss flog ein Herz über den Raum Zürich.
Bild: Swiss

Skyguide und die Swiss hätten die besondere Flugroute gemeinsam koordiniert, schrieb die Flugsicherung am Sonntagabend in einer Mitteilung.

Die Plattform «Flightradar24» veröffentlichte auf der Plattform X eine Aufzeichnung der Flugstrecke. Das Herz reichte demnach von Kloten über Zürich bis nach Winterthur. Nachdem die Herzform gezeichnet war, setzte der Flug LX1848 über Kloten die Reise nach Thessaloniki in Griechenland fort, wie Skyguide schrieb. Alle Vorschriften seien eingehalten worden und die Sicherheit im Luftraum sei stets gewährleistet gewesen.

(Mit Material von watson.ch)

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