Eishockey

Knall beim Verband: Präsident Urs Kessler tritt zurück

Die Schweizer Eishockey-Nati gewinnt zum dritten Mal in Folge WM-Silber. Dennoch sieht der Präsident des nationalen Verbands die Zeit für einen Neuanfang gekommen.
Mit Tränen in den Augen bedankt sich Christian Marti beim Publikum für die Unterstützung.
Bild: Freshfocus

Grosse Enttäuschung am Sonntagabend in Zürich. Die Schweizer Nati verliert an der Eishockey-WM den Final gegen Finnland mit 0:1 nach Verlängerung. Damit platzt der Goldtraum jäh.

Der Präsident des Schweizer Eishockeyverbands, Urs Kessler, sagt nach der Partie: «Zuerst möchte ich dem neuen Weltmeister Finnland gratulieren und mich bei der Schweizer Nati und bei den vielen Fans für die grossartigen Momente während der ganzen WM bedanken.»

Urs Kessler, Präsident der Swiss Ice Hockey Federation, hat eine tolle Heim-WM erlebt. Davor gab es jedoch grosse Diskussionen wegen Patrick Fischers Entlassung.
Bild: Keystone

Gleichzeitig bedankt er sich bei Spielern, Staff und Mitarbeitenden von Swiss Ice Hockey für die gute Zusammenarbeit – «gerade auch in den herausfordernden Wochen vor der Heim-Weltmeisterschaft.»

Damit spielt er auf die Entlassung von Patrick Fischer an, der wegen des gefälschten Covid-Zertifikats in die Kritik geraten war. Zunächst hatte der Verband seinem langjährigen Nationaltrainer den Rücken gestärkt. Doch schon bald wurde klar, dass der Druck von einigen Sponsoren und auch von Swiss Olympic zu gross ist. Fischer wurde entlassen und durch Jan Cadieux ersetzt. Ursprünglich hätte genau dieser Wechsel erst nach dem WM-Turnier erfolgen sollen. Hinterher hatte Kessler Fehler eingeräumt.

Patrick Fischer durfte die Nati an der Heim-WM nicht coachen.
Bild: Freshfocus

Jetzt zieht Urs Kessler seinerseits die Konsequenzen und tritt zurück. Dazu lässt er sich in einer Mitteilung des Hockeyverbands wie folgt zitieren: «Ich habe mich entschieden, das Amt als Präsident per sofort niederzulegen und den Weg freizumachen für einen Neuanfang, welchen der Verband dringend benötigt. Die fortwährenden Diskussionen haben mir gezeigt, dass ich dafür nicht die richtige Person bin.»

Kessler hatte das Amt erst im vergangenen September angetreten. Er folgte damals auf Stefan Schärer, der im Dezember 2024 auf Druck der Ligen zurückgetreten war. Früher war er als CEO der Jungfraubahnen tätig.

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