Champions League

Arsenal fordert den Titelverteidiger: Was Sie über den bevorstehenden Final wissen müssen

Der englische Meister bittet den französischen Meister zum Tanz. Wer setzt sich am Samstagabend in Budapest die Krone des europäischen Klubfussballs auf?

Der Final der Champions League findet in diesem Jahr zu ungewohnter Uhrzeit statt. Bereits um 18.00 Uhr treffen der frischgebackene englische Meister Arsenal und Titelverteidiger Paris Saint-Germain in der Puskás Arena zu Budapest aufeinander. Uefa-Präsident Aleksander Ceferin erklärte, dass man mit dieser Änderung das Erlebnis für Fans und Kinder noch zugänglicher machen wolle. Ausserdem erleichtere der frühere Anpfiff Logistik und Abläufe, so Ceferin weiter. Zeit, einen Blick auf die beiden Finalisten zu werfen.

Arsenal: Belohnung nach einer langen Leidenszeit

Erfolgstrainer Arteta wird nach dem Meistertitel so richtig gefeiert.
Bild: Tolga Akmen

Der Architekt des Londoner Erfolgs heisst Mikel Arteta. Der Spanier hatte als Spieler selbst bei den «Gunners» gespielt und übernahm im Dezember 2019 den Trainerposten, nachdem man sich von Unai Emery getrennt hatte. Zuvor hatte Arteta lediglich als Assistent von Pep Guardiola Erfahrungen an der Seitenlinie gesammelt.

Arsenal schenkte also einem unerfahrenen Trainer das Vertrauen, welches Arteta nun sieben Jahre später doppelt und dreifach zurückzahlt. Er ist nach Guardiola der am längsten amtierende Trainer in der Premier League und transformierte ein Arsenal, welches im Tabellenmittelfeld vor sich hinplätscherte, zu einer ernsten Konkurrenz für Liverpool, Manchester City & Co.

In der Tabelle verbesserte man sich stetig nach oben und konnte jüngst nach drei Vizemeisterschaften in Folge den lang ersehnten Meistertitel in die Höhe stemmen. Für den Klub aus dem Norden Londons ist es der erste Titel seit 22 Jahren und der legendären Saison der «Invincibles», als man unter Arsène Wenger in der Saison 2003/04 kein einziges Spiel verlor. Ein Kunststück, welches zum damaligen Zeitpunkt nur Preston North End in der Saison 1888/89 (!) gelungen war.

Auch die Spieler Arsenals stehen für den stetigen Fortschritt und den langen Weg an die Spitze. Goalie David Raya wurde in den letzten drei Jahren jedes Mal zum Torhüter der Saison gewählt. Captain Martin Ödegaard erlebte nach der Enttäuschung in Madrid eine wahre Renaissance. Und Spieler wie Bukayo Saka und Declan Rice sind unter Arteta zu Weltklassespielern gereift.

Die Spielfreude ist bei den Spielern (hier Gabriel Magalhaes, Declan Rice und Martin Odegaard, v.l.n.r.) wieder zurückgekehrt.
Bild: Tolga Akmen

Nun haben die Londoner 20 Jahre nach ihrem ersten Champions-League-Final die Möglichkeit, den «Henkelpott» nach Nordlondon zu holen. Mit Spielern wie Jens Lehmann, Sol Campbell, Cesc Fabregas, Freddie Ljungberg und Thierry Henry gelang Arsenal 2006 als allererster Londoner Verein die Finalqualifikation. Im Stade de France ging das Endspiel gegen den FC Barcelona schliesslich mit 1:2 verloren. Arsenal wird alles daran setzen, dass sich die Geschichte nicht wiederholt.

PSG: Vom gescheiterten Projekt zum Favoriten

Gelingt Luis Enrique mit PSG am Samstag die Titelverteidigung?
Bild: Matthias Schrader

Im Final der Champions League kann Paris St. Germain nicht nur den nächsten Titel gewinnen. Der amtierende Champions-League-Sieger könnte sich endgültig in den Kreis der ganz Grossen einreihen. Denn die Titelverteidigung in der Königsklasse erwies sich in den letzten Jahren immer wieder als Herkulesaufgabe. Bisher vollbrachte dieses Kunststück nur Real Madrid 2017 und 2018.

Noch vor wenigen Jahren wurde PSG als gescheitertes Projekt wahrgenommen. Spektakuläre Transfers von David Beckham über Zlatan Ibrahimovic, Neymar, Kylian Mbappé bis hin zu Lionel Messi. Der ersehnte Erfolg, die Champions League zu gewinnen, blieb dennoch lange aus. Zu oft scheiterte Paris in den entscheidenden Momenten.

Doch inzwischen hat sich der Klub aus der französischen Hauptstadt verändert. Der Verein wirkt weniger abhängig von einzelnen Superstars und deutlich reifer als in den Jahren zuvor. Grossen Anteil daran hat der Trainer. Luis Enrique ist in Paris seit Juli 2023 im Amt und hat mittlerweile das geschafft, was ihm mit Mbappé und Co. nicht gelungen ist: eine Einheit zu bilden.

Selbst ein Spieler wie Ousmane Dembélé, der immer wieder als schwieriger Charakter bezeichnet wurde, stellt sich komplett in den Dienst der Mannschaft. Gerade diese Entwicklung macht PSG vor dem Final gegen Arsenal so gefährlich und für die meisten auch zum Favoriten im Final vom Samstagabend.

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