WM 2026

Botox, Klagen, WM-Titel: Was an den Ronaldo-Gerüchten dran ist

Er ist einer der besten Fussballer, den die Welt je gesehen hat: Cristiano Ronaldo. Weil er jedoch auch eine Erscheinung ist, wie sie dieser Sport noch nie hatte, glaubt jeder und jede, sein Leben beurteilen zu müssen – was zu absurden Thesen führt.
Stets im Fokus: Cristiano Ronaldo.
Bild: AP/Karen Warren

«Er muss aufhören! Er hat den Zenit überschritten! Zumindest in der Nationalmannschaft sollte er anderen, jüngeren und besseren Spielern Platz machen! Mit ihm gewinnt Portugal gar nichts mehr!»

«Er kann noch eine WM anhängen! Keiner war je so gut! Er gehört als einer der besten Spieler der Historie immer in die Startelf! Will Portugal endlich Weltmeister werden, dann braucht es ihn!»

Cristiano Ronaldo. Wenn es um ihn geht, gibt es nur Schwarz oder Weiss. Top oder Flop. Pro oder Kontra. Eine Grauzone? Fehlanzeige.

Auch wenn sein ewiger Rivale Lionel Messi schon fünf Tore an der laufenden Weltmeisterschaft erzielt und damit den früheren Tor-Rekord von Miroslav Klose (16 Treffer) mal eben so eingestellt hat – gesprochen wird mehr über CR7. Nach schwachem Auftakt gegen die DR Kongo konnte er am Dienstagabend mit zwei Treffern gegen Usbekistan seine Kritiker zum Schweigen bringen – und sich einmal mehr in die Geschichtsbücher schreiben.

Ein Rekord, der ihn von Messi abhebt

Denn nun hat der 41-Jährige mit seinen zehn Treffern an Weltmeisterschaften nicht nur mehr Tore als die andere portugiesische Legende, Eusebio (9 Tore). Nein, Cristiano Ronaldo ist auch der einzige Spieler, der an sechs Weltmeisterschaften treffen konnte. Suiiii! Da kann auch Messi nicht mithalten, weil er in Südafrika 2010 ohne Torerfolg blieb.

Doch bei Cristiano Ronaldo geht es vielen Leuten meist nicht nur um das, was er auf dem Platz liefert. Dass er dort jahrzehntelang Weltklasse war und diese Qualität noch immer in sich hat, ist unbestritten. Mehr aber wird oft über das gesprochen, was neben dem Feld passiert. Weil CR7 ist, wie er ist. Eine Erscheinung, eitel, überaus selbstsicher oder gar selbstverliebt. Modisch. Der meistgefragte Fussballer der Welt mit 667 Millionen Followern auf Instagram und mit einer Verlobten an seiner Seite, von der zusätzlich 73,7 Millionen Menschen wissen möchten, was sie so tut. Zum Vergleich: Roger Federer hat nur läppische 13,1 Millionen Anhänger auf Instagram.

Cristiano Ronaldo in Begleitung seiner Verlobten, Georgina Rodriguez.
Bild: Keystone

Entsprechend will die Welt wissen, was Ronaldo und seine Georgina Rodríguez so tun – und wie sie sich beispielsweise verschönern. Gio, wie der Spitzname der Argentinierin lautet, hat mit ihrer Instagram-Story vom Dienstagabend nach den Treffern ihres zukünftigen Mannes die Welt gleich selbst auf ein Thema aufmerksam gemacht: Botox.

Sie verlinkte eine Ärztin, die sich auf Instagram selbst als «Leading Plastic Surgeon since 2013» bezeichnet – eine der führenden plastischen Chirurginnen seit 2013 also. Botox und CR7, da war doch was?

Botox in der Stirne – und ein paar Etagen tiefer?

2024 kursierten Gerüchte, wonach Ronaldo und Rodríguez von einem Schönheitschirurgen verklagt worden seien. Dr. Roshan Ravindran, ein renommierter britischer Hautarzt, der auch Botox-Behandlungen vornimmt, hatte damals behauptet, dass Ronaldo ihm noch Geld schulde. Satte 45'000 Franken. Dies, weil Ravindran, der Praxen in Manchester und London hat, sowohl Ronaldo als auch Rodríguez behandelt haben soll, als Ronaldo ein zweites Mal bei Manchester United unter Vertrag stand (2021 bis 2022).

Dass der Portugiese sich Botox gespritzt haben soll, diskutierte die Öffentlichkeit spätestens seit der EM 2024, als Ronaldos Stirn bemerkenswert glatt war. Doch schon zwei Jahre zuvor gab es Gerüchte um allfällige Botox-Behandlungen. Nicht im Gesicht, sondern ein paar Etagen tiefer. Ronaldo solle sich Botox in den Penis gespritzt haben, um dessen Dicke zu erhöhen.

Nur: Fachärzte ordneten schnell ein: Das Nervengift vergrössert nicht, es legt lahm. Somit wurde dieser Verschwörungstheorie schnell der Wind aus den Segeln genommen.

Gehört der Superstar den Illuminaten an?

Eine weitere Verschwörungstheorie – wenn nicht gar eine der am weitesten verbreiteten Popkultur-Verschwörungstheorien im Internet – vereint ihn mit seinem Rivalen Messi: Beide sollen Illuminaten sein. Der Geheimbund solle dafür gesorgt haben, dass erst Messi 2022 und nun vier Jahre später auch Ronaldo Weltmeister werden.

Die Theorie des Titels von Portugal entspringt auch der für ihre Vorhersagen bekannten Sitcom «The Simpsons». In der Folge «The Cartridge Famiy» aus dem Jahr 1997 treffen Mexiko und Portugal in einem nicht näher definierten Fussballspiel aufeinander. Internet sei Dank drehte diese Geschichte weiter und wurde schnell zu einem WM-Final – jenem von 2026. In gewissen Videos wird Portugal als Sieger gezeigt. Schliesslich wolle die Fifa - so die Theorien – auf Druck der Illuminaten nach Messi auch Ronaldo den bedeutendsten Titel im Weltfussball schenken und habe den Weg zum Finale auch entsprechend gebaut.

Tatsächlich wäre bei dem komplexen Turnierbaum ein Aufeinandertreffen im Endspiel möglich. Es könnte aber auch schon früher passieren.

Bei all den absurden Theorien und Verschwörungen rund um seine Person wäre jene eines Weltmeistertitels eine, mit welcher der Superstar wohl leben könnte. Und mit diesem grösstmöglichen Triumph im Gepäck würde vielleicht endlich wieder mehr über die beeindruckende, sportliche Karriere des Superstars berichtet.

Diese könnte CR7 – Achtung, weitere Verschwörungstheorie – bei einem allfälligen Titel an der Weltmeisterschaft womöglich gar beenden.

Mehr zum Thema:

Mehr zum Thema:

Kommentare (0)