
Es hätte erneut die grosse Partie von Belinda Bencic werden können. Die Schweizer Teamleaderin ist über die beiden Spieltage in Biel zur Marathonfrau geworden, stand insgesamt während 7:43 Stunden auf dem Court. In ihrem zweiten Einzel unterlag die Weltnummer 11 der drei Positionen schlechter klassierten Linda Noskova nach fast zweieinhalb Stunden mit 3:6, 6:3, 6:7 (9:11).
Drei Matchbälle hatte Bencic im Tiebreak des dritten Satzes auf dem Schläger, einen davon bei eigenem Aufschlag. Es wäre der siegbringende dritte Punkt für die Schweiz gewesen. Doch die Olympiasiegerin von 2021 vermochte keinen der Matchbälle zu verwerten. Noskova hingegen liess ihre erste Chance nicht aus, glich auf 2:2 aus und legte damit den Grundstein für den tschechischen Gesamtsieg.
Golubic scheitert im Entscheidunsmatch
Im entscheidenden letzten Einzel unterlag Viktorija Golubic der Tschechin Marie Bouzkova in zwei Sätzen mit 6:7 (4:7), 3:6. Nachdem sie den ersten Satz im Tiebreak verlor, sah man der Zürcherin die Frustration an, als sie ihren Schläger mit voller Wucht auf den Boden warf.

Im zweiten Satz bewies Golubic zwar Moral und kam nach Rückstand immer wieder zurück. Letztlich reichten jedoch die Kräfte auch bei der 33-Jährigen nicht mehr und Bouzkova verwertete ihren zweiten Matchball zum Sieg der Tschechinnen.
Dabei hatte der zweite Spieltag aus Schweizer Sicht noch vielversprechend begonnen: Bencic und Golubic sicherten sich den Sieg im Doppel gegen Tereza Valentova und Marketa Vondrousova mit 6:7 (4:7), 7:6 (7:0) und 6:1. Bereits am Freitag holte Bencic mit ihrem Dreisatzsieg gegen Bouzkova den ersten Punkt für die Schweiz, während Golubic auch ihr erstes Einzel gegen Linda Noskova verlor.

Abstiegs-Playoff statt Finalturnier
Am Ende zahlte sich die grössere Breite im tschechischen Team aus. Während die beiden Schweizerinnen nach einem Abnützungskampf im Doppel geschwächt in die zwei letzten Einzelpartien starteten, konnten sich Noskova und Bouzkova während dem Doppel ausruhen. Trotzdem fehlte nicht viel, und das Team von Captain Heinz Günthardt hätte Mitte September in Shenzhen um den zweiten Titel im Billie Jean King Cup nach 2022 gespielt. Stattdessen muss die Schweiz nun Mitte November in einem Abstiegs-Playoff antreten.
Der Captain war dennoch stolz auf sein Team, das eines der besten Teams der Welt an den Rand der Niederlage gebracht hatte. «Ausser dem einen letzten Ball war es eine perfekte Woche», sagte Günthardt nach dem finalen Einzel.


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