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Australian Open

Djokovic bezwingt Sinner, rührt zu Tränen und spielt gegen Alcaraz um die Ewigkeit

Novak Djokovic fügt Jannik Sinner bei den Australian Open die erste Niederlage seit drei Jahren zu. Im Final gegen Carlos Alcaraz greift der 38-jährige Serbe nach seinem 25. Grand-Slam-Titel.
Novak Djokovic steht im Final der Australian Open.
Bild: Imago

Novak Djokovic sank auf die Knie und kostete seinen grossen Moment aus, während seine Entourage auf der Tribüne hemmungslos weinte. Nach einem 3:6, 6:3, 4:6, 6:4, 6:4 gegen Jannik Sinner (24, ATP 1) steht der Serbe zum elften Mal (!) im Final der Australian Open. Nie hat er einen verloren. Für den Italiener Sinner ist es die erste Niederlage in Melbourne seit 2023.

Djokovic wartet seinerseits seit den US Open 2023 auf einen Grand-Slam-Titel. Bei den acht letzten Major-Turnieren hiess der Sieger vier Mal Sinner und vier Mal Carlos Alcaraz (ATP 2). Der Spanier verspielte in seinem Halbfinal gegen den Deutschen Alexander Zverev (ATP 4) zunächste eine 2:0-Satzführung, ehe er sich nach 3:5-Rückstand im fünften Satz doch noch mit 6:4, 7:6, 6:7, 6:7, 7:5 durchsetzte, nach 5:27 Stunden Spielzeit.

Für Jannik Sinner ist es die erste Niederlage in Australien seit 2023.
Bild: AP

Djokovic sagte «schwierig, nicht unmöglich»

Vor dem Turnier sprach wenig für einen Exploit Djokovics, der 2025 nur zwei kleine Turniere (Genf und Athen) gewann. Zwar erreichte er auch im vergangenen Jahr in Melbourne, Paris, Wimbledon und New York jeweils den Halbfinal, gewann in diesen vier Partien aber nur einen Satz (bei den Australian Open gegen Zverev, bevor er verletzt aufgeben musste).

Damals sagte er konsterniert, Sinner und Alcaraz spielten in einer anderen Galaxie. Für ihn werde es schwierig, dieses Duo in einer Begegnung über drei Gewinnsätze zu bezwingen, «aber ich sagte nicht, es sei unmöglich», fügte er nun an. Gelingt ihm nun das Kunststück, beide auch erstmals in demselben Turnier zu besiegen? Es wäre eine Premiere für ihn.

Gegen Sinner spielte Djokovic so gut wie lange nicht mehr.
Bild: EPA

Djokovic zweimal im Glück

Nun profitiert er auch vom Pech anderer. Jakub Mensik warf schon vor seinem Achtelfinal verletzt das Handtuch, im Viertelfinal lag Djokovic gegen Lorenzo Musetti mit 0:2 Sätzen hinten, ehe der Italiener aufgeben musste. Und gegen Sinner hatte der 38-Jährige die vergangenen fünf Duelle allesamt verloren, zuletzt drei Mal, ohne einen Satz zu gewinnen.

«Mir fehlen die Worte. Es fühlt sich surreal an. Das Level an Intensität war unglaublich hoch», stammelte Djokovic mit leuchtenden Augen um 01.30 Uhr Ortszeit nach 4:09 Stunden Spielzeit: «Das war eine der besten Nächte – wenn nicht die beste –, die ich in Sachen Atmosphäre hier erlebt habe.»

Im Viertelfinal profitierte Djokovic von der Aufgabe Musettis.
Bild: AP

Djokovic gegen Bestmarke von Margaret Court

Am Sonntag greift der mit fast 39 Jahren älteste Finalist in Melbourne nach seinem 25. Grand-Slam-Titel und dem alleinigen Rekord im Einzel. Diesen teilt er sich derzeit noch immer mit der Australierin Margaret Court (83). Bei den Männern führt er vor dem 2024 zurückgetretenen Rafael Nadal mit 22 Major-Trophäen, Roger Federer (22) und Pete Sampras (14).

Um einen Eintrag in den Geschichtsbüchern spielt am Sonntag auch sein Gegner. Mit einem Sieg würde Carlos Alcaraz zum sechsten Spieler seit Beginn der Profitennis-Ära 1968, der alle Grand-Slam-Turniere gewonnen hat. Mit 22 Jahren und acht Monaten wäre der Spanier aber der Jüngste in diesem illustren Kreis. Die bisherige Bestmarke hält ein Landsmann. Rafael Nadal war bei seinem US-Open-Sieg 2010 24 Jahre und drei Monate alt.

Carlos Alaraz steht erstmals im Final der Australian Open.
Bild: AP

Alcaraz wie Djokovic, Nadal und Federer?

Roger Federer war 27-jährig, als er diese Lücke in seinem Palmarès bei den French Open 2009 schloss, Novak Djokovic gelang dies als bisher letztem Spieler sieben Jahre später im Alter von 29 Jahren, ebenfalls in Paris. Vor diesem Trio hatten das nur Rod Laver (der Australier gewann 1969 sogar als einziger Mann alle vier Grand-Slam-Turniere in einem Kalenderjahr ) und der Amerikaner Andre Agassi (1999) geschafft.

Gegen Alcaraz weist Novak Djokovic eine positive Bilanz (5:4) auf und hat das einzige Duell in Australien im Vorjahr ebenfalls für sich entschieden. Im Halbfinal der US Open 2025 blieb er hingegen ohne Satzgewinn. Sicher ist: In Melbourne schreibt einer der beiden Geschichte. Mal wieder.

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