Der Non-Profit-Verein Komin, Kompetenzzentrum für Integration Kanton Schwyz, führte diesen Anlass am Samstagnachmittag in Arth in Zusammenarbeit mit dem Kanton Schwyz durch.
Komin berät, informiert, vernetzt, führt Integrationsprojekte und verschiedene Kurse im Auftrag von Kanton und Gemeinden durch und betreibt Öffentlichkeitsarbeit. 2024 suchten 1211 Betroffene, Beschuldigte, Angehörige, Zeuginnen und Zeugen oder Fachpersonen die Fachstelle auf.
Was ist Rassismus?
Rassismus ist eine Form von Diskriminierung und richtet sich gegen Personen, die beispielsweise eine andere Hautfarbe, Nationalität, Religion oder Sprache haben und deswegen ungerecht behandelt werden. «Alltagsrassismus ist stark präsent und beginnt oft mit Mikroaggressionen. Zum Beispiel, wenn der Kassierer im Supermarkt einen Schweizer Kunden grüsst, eine Migrantin jedoch nicht. Oder wenn Menschen mit anderer Hautfarbe im Laden misstrauisch beobachtet werden, als wären sie potenzielle Diebe. Auch wenn sich jemand im ÖV nicht neben eine schwarze Person setzen möchte, zeigt sich Alltagsrassismus im täglichen Leben», gibt Enisa Bleiker, Geschäftsleiterin von Komin, Auskunft.
Luca Cesaro, Integrationsdelegierter des Kantons Schwyz, hält fest: «Gerade im Vorschulalter werden Haltungen, Selbstbilder und die Wahrnehmung von Vielfalt geprägt. Werden Kinder in dieser Phase gestärkt und werden wertschätzende Begegnungen ermöglicht, wird ein wichtiger Beitrag zu einer offenen und diskriminierungsfreien Gesellschaft geleistet.» Rassismusprävention kann darum nicht früh genug stattfinden. Für Kinder spielt die Hautfarbe ihres Gegenübers selten eine Rolle – ausser sie haben es von den Erwachsenen so gelernt. «Kein Kind soll hier aufwachsen mit dem Gefühl, weniger wert zu sein», so Luca Cesaro.
Geschichten anders erzählen
An den drei Tischgesprächen «Eigene Sozialisierung», «Vielfältige und rassismussensible Räume» und «Rassismus ansprechen und betroffene Kinder stärken» wurden wertvolle Inputs, Buch- und Spieltipps geliefert, und es herrschte ein intensiver, offener Austausch von Erfahrungswerten mit Selbstreflektion unter den 30 Teilnehmenden. Diese setzten sich zusammen aus Mitarbeitenden von Komin, aus Vereinen, Spielgruppenleitenden, Kindergartenlehrpersonen und Direktbetroffenen.
Klischeetypische Ausdrücke haben schon immer verletzt – jetzt ist die Zeit für Sensibilisierung angebrochen, und diese beginnt schon im Kindesalter, das ist die Quintessenz aus den Tischgesprächen. Darum sollten auch Geschichten wie «Pippi Langstrumpf», «Kasperli» und Co. oder Lieder im Hinblick auf Rassismus umgetextet oder kontextualisiert werden. «Es tut niemandem weh, wenn gewisse Worte nicht mehr verwendet werden», sagt Hannah Spälti, Bereichsleiterin Beratung bei Komin, dazu. «Menschen, die in privilegierten Situationen sind, haben nicht das Recht, zu entscheiden, was Rassismus ist.»







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