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Pfäffikon

Rost in der Decke entdeckt: Jetzt ist klar, weshalb die Rutschbahnen gesperrt sind

Im Alpamare sind seit über zwei Wochen zwölf Rutschbahnen gesperrt. Grund ist eine Betonabplatzung an der Decke.
Die Rutschbahnen im Alpmare sind derzeit ausser Betrieb.
Bild: Claudio Thoma / Keystone (Pfäffikon, 18. 2. 2026)

Seit über zwei Wochen sind im Alpamare in Pfäffikon die Rutschbahnen ausser Betrieb. Dies «aufgrund einer technischen Störung», wie es noch immer auf der Website des Bads heisst. Nun ist klar: Der Grund liegt in der Betondecke des Gebäudes.

Wie die Alpamare-Betreiberin, die Bad Seedamm AG, gegenüber «Inside Paradeplatz» bestätigte, wurden korrodierte Stahlarmierungen festgestellt. «Es waren etwa 100 Gramm Material, das die Betondecke verlassen hat. Dabei handelt es sich um eine sogenannte Abplatzung von Oberflächenschichten», heisst es im Bericht. Solche Abplatzungen entstehen, wenn Feuchtigkeit in den Beton eindringt und die darin liegenden Stahlarmierungen zu rosten beginnen.

Ingenieure geben Entwarnung

Die Betreiberin weist jegliche Einsturzgefahr zurück. Beauftragte Ingenieure hätten eine materialtechnologische Untersuchung vorgenommen. Diese zeige, dass die Tragfähigkeit der Decke um weniger als ein Prozent abgenommen habe, die Beeinträchtigung sei minimal.

Die Tragfähigkeit der Decke sei «zu keiner Zeit» infrage gestellt gewesen. Inzwischen seien die betroffenen Stellen instand gesetzt und die Stahlarmierungen mit einem Korrosionsschutz versehen worden. Der betroffene Bereich soll nun, «wie ohnehin geplant», saniert werden; die vorsorgliche Schliessung der Rutschbahnen werde in Kürze aufgehoben.

Allerdings: Wie die Betreiberin gegenüber dem «Tages-Anzeiger» sagt, sollen vorerst nur zehn der zwölf Rutschbahnen wieder öffnen. «Um auch künftig die Personensicherheit nicht zu gefährden, wurden klar definierte Aufenthaltsbereiche für die Gäste festgelegt», begründet das Unternehmen.

Das Alpamare wurde 1977 eröffnet. Zwar wurde das Bad wiederholt renoviert, zuletzt etwa das Restaurant Alpagrill oder die Aussenbecken der Alpa-Therme oder das Solebad, jedoch wurde das Bad nie totalsaniert. Das Alpamare gehört zur spanischen Aspro-Ocio-Gruppe, einer der grössten Betreiber von Wasser- und Freizeitparks in Europa. Das Bad wurde 1999 an diese Gruppe verkauft.

Erinnerungen an die Katastrophe von Uster

Die Situation beim Alpamare weckt Erinnerungen an den Deckeneinsturz im Hallenbad Uster. 1985 kam es zu einem der schwersten Bauunglücke der Schweiz. Während des Badebetriebs senkte sich die rund 200 Tonnen schwere Zwischendecke «wie ein ausgebreitetes Taschentuch» auf das Bassin. Zwölf Menschen starben. Ursache waren korrodierte Aufhängebügel aus Stahl. Chlorhaltige, feuchte Luft hatte über Jahre feine Risse im Material verursacht, die von aussen kaum erkennbar waren. Die Betreiberin des Alpamare betont jedoch, dass im aktuellen Fall keine Einsturzgefahr bestehe.

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