Es fällt schwer, nicht in Wutgeheul auszubrechen. Das Desaster der Trump’schen Iran-Politik ist so vollständig, dass es einem den Atem raubt.
Die Aussicht auf Reparationsmilliarden aus Amerika, die mit 100-prozentiger Garantie in den Wiederaufbau des iranischen Proxy-Terrornetzwerkes fliessen werden, bringt einen um den Verstand.
Dass die Revolutionsgarden – die alleine in diesem Jahr an ihren Händen das Blut von Zehntausenden ermordeten Zivilisten kleben haben – nun wieder zu geschätzten internationalen Handelspartnern werden, macht sprachlos.
Und für das Ausmass des Verrats an der leidenden iranischen Bevölkerung versagt auch noch die letzte Metapher.
Das Verwirrspiel um die Wiederschliessung der Strasse von Hormus gibt einen Vorgeschmack darauf, was angesichts des wiedererstarkten iranischen Terrorregimes für den Nahen Osten und die Weltwirtschaft zu erwarten ist. Im Tauziehen um noch vorteilhaftere Vertragsbedingungen wird Teheran beliebig an der Sperrschraube des Schiffsverkehrs drehen. Einmal eingeführt, kann den Iran auch nichts mehr von der Erhebung der Durchfahrtsgebühren abbringen.
Die Weltgemeinschaft muss fleissig den Bückling machen, da die Bezahlung der Hormus-Maut immer noch bequemer ist als die Durchsetzung des freien Schiffsverkehrs. Selbst hinter der verheerenden Vietnam-Politik der USA steckten einst mehr Plan und Handlungslogik.
Aber was ist auch anderes zu erwarten von einer Karikatur von Regierung, die Aussenpolitik auf Stammtischniveau macht und ihr Heil in Symbolhandlungen sucht?
Eine Umbenennung zum «Kriegsministerium» macht noch lange keine Strategie. Ein knackiges «Friedensrat»-Logo bringt keine einzige Verbesserung im Gaza-Konflikt. Je mehr sich der US-Präsident die Situation schönredet, desto weiter entfernt sich die Lage von seinem Wunschdenken.
Es fällt schwer, irgendeinen Fortschritt zu erkennen, den diese stümperhaft geführte und zu Ende gebrachte Intervention gebracht haben soll. Wenn man allen Optimismus aufbringt, dann ist es vielleicht dieser: Die Welt wird bald noch besser verstehen, wie fatal die Abhängigkeit von Diktatoren-Öl ist. Je schneller sie sich davon befreit, desto besser.



