18:53 Uhr
Donnerstag, 23. April
Libanesische Regierung berät über Beitritt zum Haager Tribunal
Das libanesische Regierungskabinett erwägt einen Beitritt zum Internationalen Strafgerichtshof (IStGH). Der stellvertretende Regierungschef Tarek Mitri erklärte, am Donnerstag habe es auf Ministerebene entsprechende Beratungen gegeben. Dabei sei es um einen Beitritt für «einen bestimmten Zeitraum» gegangen.
Mitri sagte, ein solcher Schritt würde es dem IStGH ermöglichen, zu mutmasslichen Kriegsverbrechen und Völkerrechtsverletzungen zu ermitteln, die auf libanesischem Staatsgebiet begangen worden seien.
Der Libanon hat Israel Kriegsverbrechen und wiederholte Verstösse gegen das Völkerrecht im Zusammenhang mit dem Krieg gegen die libanesische Schiitenmiliz Hisbollah vorgeworfen. (dpa)
18:18 Uhr
Donnerstag, 23. April
Katz: Israel für Fortsetzung von Krieg gegen Iran bereit
Israel ist nach Angaben von Verteidigungsminister Israel Katz zur Fortsetzung des Kriegs gegen den Iran bereit. Man warte auf «grünes Licht» von den USA, teilte Katz am Donnerstag mit. Das israelische Militär sei bereit für sowohl defensive als auch offensive Einsätze. Zudem stünden schon Ziele fest, erklärte Katz. (dpa)
18:17 Uhr
Donnerstag, 23. April
Hassparolen gegen Israel bei Begräbnis von Journalistin im Libanon
Trauernde haben bei der Beisetzung der bei einem israelischen Luftangriff getöteten Journalistin Amal Chalil im Libanon Hassparolen gegen Israel skandiert. «Tod für Israel», riefen Begräbnisteilnehmer am Donnerstag. Dutzende versammelten sich im südlibanesischen Dorf al-Tiri, wo der Sarg mit dem Leichnam von Chalil durch die Menschenmenge getragen wurde. Auf dem Sarg lagen die libanesische Flagge sowie ein Pressehelm.
Die Reporterin der Zeitung «Al-Achbar» war am Mittwoch bei einem Angriff auf ein Haus getötet worden, in dem sie bei der Berichterstattung über den Krieg zwischen Israel und der libanesischen Hisbollah Schutz gesucht hatte. Ihr Leichnam wurde Stunden später aus den Trümmern gezogen. Das israelische Militär teilte mit, zu dem Vorfall werde noch ermittelt. (dpa)
18:04 Uhr
Donnerstag, 23. April
Hisbollah meldet Angriffe auf israelische Stellungen
Die Hisbollah hat nach eigenen Angaben israelische Militärstellungen im Südlibanon angegriffen. In einer Mitteilung erklärte die libanesische Schiitenmiliz am Donnerstag, sie habe israelische Soldaten im Dorf Taybe unter Beschuss genommen und andernorts eine Drohne abgeschossen. Das israelische Militär hatte zuvor mitgeteilt, im südlichen Libanon habe die Armee ein «Luftziel» abgefangen.
Die Hisbollah rechtfertigte ihre Angriffe mit Verstössen Israels gegen die zehntägige Waffenruhe zwischen Israel und dem Libanon, die am vergangenen Freitag in Kraft trat. Israel hat seither beinahe täglich Ziele im Süden angegriffen und der Hisbollah ebenfalls den Bruch der Waffenruhe vorgeworfen, die von der Miliz jedoch ohnehin abgelehnt wurde. (dpa)
17:41 Uhr
Donnerstag, 23. April
Drei Tote bei israelischem Drohnenangriff im Gazastreifen
Bei einem israelischen Drohnenangriff auf ein Auto im Gazastreifen sollen mindestens drei Männer getötet worden sein. Raed Hussein, der Direktor des Al-Aksa-Märtyrerkrankenhauses in Deir al-Balah, in das die Leichen gebracht wurden, sagte der Nachrichtenagentur AP am Donnerstag, zwei der Opfer hätten sich bei dem Angriff in der Nähe von Maghasi in dem Fahrzeug befunden, das dritte ausserhalb. Drei weitere Menschen seien verletzt worden. Das israelische Militär reagierte nicht umgehend auf eine Bitte um Stellungnahme. (dpa)
16:47 Uhr
Donnerstag, 23. April
Trump droht mit tödlichen Angriffen auf iranische Minenleger
US-Präsident Donald Trump droht, iranische Boote mit Seeminen in der Strasse von Hormus «zu beschiessen und zu töten». Die US-Marine habe entsprechenden Befehl. Zuvor hätten die USA mit Israel Teile der iranischen Marine angegriffen.
Die Lage in der wichtigen Öl- und Gasroute spitzt sich weiter zu: Der Schiffsverkehr ist fast zum Erliegen gekommen, Iran griff zuletzt Frachter an. Minensuchboote sind im Einsatz.
Trotz verlängerter Waffenruhe hält Trump an einer Seeblockade fest; Gespräche mit Iran stocken. Zudem behauptet er ohne Belege interne Machtkämpfe in Teheran. (dpa)
16:03 Uhr
Donnerstag, 23. April
UN: Libanon möchte nächstes Jahr weiter UN-Blauhelme
Der Libanon will auch nach Auslaufen des Unifil-Mandats eine UN-Präsenz behalten, möglicherweise in veränderter Form. Der UN-Sicherheitsrat prüft Optionen, ein Bericht soll bis 1. Juni vorliegen.
Unklar sind Umfang und Mandat einer möglichen neuen Mission, die vom Sicherheitsrat beschlossen werden müsste. Derzeit umfasst Unifil rund 8.500 Soldaten. Ihre Aufgabe ist u. a., humanitäre Hilfe zu sichern und die libanesischen Behörden bei der Entwaffnung bewaffneter Gruppen zu unterstützen.
UN-Vertreter Lacroix betont, dass eine Zwangsentwaffnung nicht Aufgabe der Blauhelme sei – das wäre Krieg und liege in der Verantwortung des Libanon. (dpa)
15:29 Uhr
Donnerstag, 23. April
Trump droht mit tödlichen Angriffen auf iranische Boote
US-Präsident Donald Trump hat mit tödlichen Angriffen auf iranische Boote in der Strasse von Hormus gedroht. «Ich habe die US-Marine angewiesen, jedes Boot, so klein es auch sein mag, ... das Minen in den Gewässern der Strasse von Hormus auslegt, zu beschiessen und zu töten», schrieb Trump am Donnerstag auf seiner Plattform Truth Social. «Es darf kein Zögern geben.» Alle 159 iranischen Kriegsschiffe lägen bereits auf dem Meeresgrund, betonte Trump.
«Darüber hinaus räumen unsere Minensuchboote die Strasse gerade in diesem Moment», schrieb Trump weiter. Diese Aktivitäten sollten mit dreifacher Intensität fortgesetzt werden. (dpa)
15:00 Uhr
Donnerstag, 23. April
US-Militär entert Tanker mit iranischem Öl
Kurz nach dem iranischen Angriff auf drei Frachtschiffe hat das US-Militär nach eigenen Angaben einen Öltanker aufgebracht. In der Nacht zum Donnerstag sei im Indischen Ozean das sanktionierte und staatenlose Schiff «Majestic X» gestoppt worden, wie das US-Verteidigungsministerium auf X bekannt gab. US-Einsatzkräfte seien an Bord des Frachters gegangen, der Öl aus dem Iran transportiert habe. Die Massnahme sei im Zuständigkeitsbereich des Indopazifischen Kommandos der US-Streitkräfte (Indopacom) erfolgt.
Nach Angaben des Trackingdienstes Vesselfinder befand sich der Frachter zuletzt vor der südlichen Küste Sri Lankas, rund 32 nautische Meilen von der Stadt Hambantota entfernt. Den Angaben von vor zwei Tagen nach war das Schiff auf Kurs in Richtung Zhoushan in China. Das US-Militär gibt an, Schiffe zu blockieren, die aus iranischen Häfen kommen oder diese als Ziel haben. US-Präsident Donald Trump will Teheran damit von wichtigen Einnahmequellen abschneiden.
In der Strasse von Hormus war am Mittwoch ein Containerschiff von den iranischen Revolutionsgarden (IRGC) beschossen und schwer beschädigt worden, wie die britische Behörde für die Sicherheit der Handelsschifffahrt (UKMTO) mitteilte. Wenig später meldete die Behörde erneut einen Vorfall. Irans Streitkräfte reklamierten hingegen drei Angriffe auf Frachtschiffe für sich. (dpa)
14:51 Uhr
Donnerstag, 23. April
Berichte: US-Seeblockade iranischer Schiffe ist durchlässig
Trotz der US-Seeblockade vor der Strasse von Hormus durchfahren einige Schiffe mit Verbindung zum Iran die Meeresenge. 34 sanktionierte Tanker oder Tanker mit Verbindungen zum Iran hätten das Gebiet der US-Seeblockade vom 13. bis 21. April durchfahren, schreibt der Datenanbieter Vortexa in einem Bericht.
Die Seeblockade des US-Militärs hatte am 13. April begonnen. Sie richtet sich gegen Schiffe, die iranische Häfen anlaufen oder verlassen.
Nach Bewertung des maritimen Datenanbieters Lloyd's List Intelligence haben bis Montag mindestens 26 Schiffe der sogenannten Schattenflotte die Blockade durchquert. Der maritime Softwareanbieter AXSMarine schrieb, der meiste Verkehr durch die Strasse von Hormus entfalle weiter auf Schiffsbetreiber, die sanktioniert seien oder undurchsichtige Eigentumsverhältnisse aufwiesen.
Iranische Medien hatten immer wieder angegeben, Schiffe des Landes hätten die US-Seeblockade durchfahren. Die Berichte liessen sich unabhängig nicht bestätigen.
Die US-Militärführung Centcom hatte Berichten über Durchlässigkeit der eigenen Seeblockade widersprochen. «Im Rahmen der US-Blockade gegen den Iran haben die US-Streitkräfte 29 Schiffe angewiesen, umzukehren oder in den Hafen zurückzukehren», hiess es in einer Stellungnahme auf X. Berichte über konkrete Schiffe, die die Blockade durchfahren hätten, seien falsch.
Der Iran hat mehrfach betont, die US-Seeblockade sei ein Hindernis für weitere Verhandlungen. US-Präsident Donald Trump hatte an der Blockade trotz einseitiger Verlängerung der Waffenruhe am Dienstag festgehalten. (dpa)
14:31 Uhr
Donnerstag, 23. April
Mehr als 50'000 Häuser im Libanon beschädigt
Im jüngsten Krieg zwischen Israel und der vom Iran unterstützten Hisbollah sind im Libanon nach dortigen Angaben mehr als 50'000 Häuser beschädigt oder zerstört worden. Das teilte der Nationale Rat für Forschung mit, der Schäden im Krieg seit 2023 im Auftrag der Regierung untersucht. Mehr als die Hälfte der Schäden und Zerstörung gab es demnach im südlichen Libanon und im Gebiet nahe der israelischen Grenze. (dpa)
07:17 Uhr
Donnerstag, 23. April
US-Militär: Mehr als 30 Schiffe von US-Blockade betroffen
Nach Angaben des US-Militärs sind mehr als 30 Schiffe von der US-Blockade iranischer Häfen betroffen. Das für den Nahen Osten zuständige Regionalkommando der Armee (Centcom) teilte mit, dass seine Kräfte im Nahen Osten «31 Schiffe angewiesen haben, umzukehren oder in den Hafen zurückzukehren».
Unterdessen hat die iranische Revolutionsgarde laut einem Bericht des staatlichen Fernsehens zwei Schiffe in der Strasse von Hormus angegriffen und unter ihre Kontrolle gebracht und ein drittes beschossen. Die US-Regierung wertete die Beschlagnahme nicht als Verstoss gegen die Bedingungen der vereinbarten Waffenruhe, weil es sich nicht um US-amerikanische oder israelische Schiffe handelte, wie das Weisse Haus am Mittwoch mitteilte. (dpa)
22:25 Uhr
Mittwoch, 22. April
US-Botschaft rät Amerikanern, den Libanon zu verlassen
Die US-Botschaft in Beirut legt Amerikanerinnen und Amerikanern dringend nahe, den Libanon zu verlassen. «Die Sicherheitslage ist weiterhin komplex und kann sich schnell ändern», teilte die Botschaft in einer Sicherheitswarnung mit. US-Bürgerinnen und Bürgern sollten ausreisen, solange es noch kommerzielle Flugverbindungen gebe. Wer im Libanon bleibe, sollte Pläne für Notfallsituationen erstellen und die aktuellen Entwicklungen verfolgen, hiess es.
Es gibt derzeit Hinweise darauf, dass die Waffenruhe zwischen Israel und dem Libanon wackelt. Ein Abgeordneter der libanesischen Hisbollah-Miliz, Hussein Hadsch Hassan, sagte einem libanesischen TV-Sender, die Organisation sei der Waffenruhe nicht mehr verpflichtet. Zuvor hatten Israel und die proiranische Hisbollah sich mehrfach Verstösse gegen die zehntägige Waffenruhe vorgeworfen, die in der Nacht auf Freitag in Kraft getreten war.
An diesem Donnerstag sind in Washington weitere Gespräche auf Botschafterebene zwischen beiden Ländern geplant. (dpa)
19:33 Uhr
Mittwoch, 22. April
Iran: US-Seeblockade Verstoss gegen Waffenruhe
Angesichts der einseitig von US-Präsident Donald Trump verlängerten Waffenruhe bekräftigt der Iran, die US-Seeblockade sei ein Verstoss gegen die Feuerpause. Die Öffnung der Strasse von Hormus sei nicht möglich, wenn es zu solchen «schweren Verstössen gegen die Waffenruhe» komme, schrieb Irans Verhandlungsführer und Parlamentspräsident, Mohammed Bagher Ghalibaf, auf der Plattform X.
Der Iran hat laut iranischer Nachrichtenagentur Tasnim weiter keine Pläne, an Friedensgesprächen mit den USA teilzunehmen. US-Medien hatten zuvor berichtet, es könnte am Freitag eine neue Verhandlungsrunde geben. Die gemeinsam vereinbarte Waffenpause war am Dienstagabend vom US-Präsidenten einseitig verlängert worden. Wie viele Tage sie dauern soll, hatte Trump nicht gesagt. Der Iran hatte zuletzt Angriffe auf drei Frachtschiffe in der wichtigen Strasse von Hormus für sich reklamiert. (dpa)
19:21 Uhr
Mittwoch, 22. April
Netanjahu: Israel bereit für Verteidigung und Angriff
Vor dem Hintergrund der angespannten Lage im Konflikt mit dem Iran ist Israel nach Angaben des Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu «auf jedes Szenario vorbereitet». Dies gelte «in der Verteidigung und im Angriff», sagte der 76-Jährige bei einem Treffen mit Soldaten der israelischen Raketenabwehr in der Nähe von Jerusalem. Er besuchte die Soldaten im Rahmen des 78. Unabhängigkeitstag Israels.
Auch der israelische Generalstabschef Ejal Zamir sagte, die israelischen Streitkräfte seien «bereit, an allen Fronten sofort und mit grosser Stärke wieder zum Kampf zurückzukehren.» US-Präsident Donald Trump hatte eine Waffenruhe im Iran-Krieg vorerst verlängert. Ob der Konflikt dennoch fortgesetzt wird, ist ungewiss.
Der jüngste Krieg begann am 28. Februar mit massiven Luftangriffen der USA und Israel auf iranische Ziele, bei denen auch Revolutionsführer Ali Chamenei getötet wurde. Der Iran, flankiert von der schiitischen Hisbollah-Miliz im Libanon, reagierte mit Gegenangriffen. Neben Zielen in Israel wurden auch US-Militärstützpunkte sowie weitere Ziele in arabischen Golfstaaten getroffen.
Der Iran feuerte nach Angaben des israelischen Militärs binnen sechs Wochen rund 650 ballistische Raketen auf Israel ab. Mehr als die Hälfte dieser Raketen trug demnach Streubomben-Sprengköpfe, die zahlreiche kleinere Sprengkörper ungezielt über grosse Gebiete verteilen. Dies erschwerte es der Raketenabwehr, die Geschosse abzufangen. In vielen Städten des kleinen Mittelmeerlandes kam es zu Einschlägen, bei denen Menschen getötet und Gebäude zerstört wurden. (dpa)
19:05 Uhr
Mittwoch, 22. April
Libanesische Journalistin soll nach israelischem Angriff feststecken
Nach einem israelischen Angriff auf den Süden des Libanons befindet sich eine libanesische Journalistin offenbar in einer Notlage. Die Organisation Reporter ohne Grenzen rief die internationale Gemeinschaft am Mittwoch auf, Druck auf das israelische Militär auszuüben, damit die Rettung der Journalistin Amal Chalil von der Tageszeitung «Al-Achbar» erfolgen könne. Die Frau stecke derzeit nahe dem südlibanesischen Dorf al-Tiri fest. Ein israelisches Geschoss sei nahe ihrem Fahrzeug eingeschlagen.
«Ihr Leben ist derzeit in Gefahr!», warnte die Organisation. «Andauernde israelische Luftangriffe hindern Rettungskräfte daran, zu ihr zu gelangen.»
Der libanesische Präsident Joseph Aoun rief das Rote Kreuz auf, sich um die Rettung der Journalistin und deren Kollegin Seinab Faradsch, die mit ihr unterwegs gewesen sein soll, zu kümmern. Das libanesische Rote Kreuz solle sich mit dem libanesischen Militär und UN-Friedenssoldaten absprechen, um die beiden so schnell wie möglich zu retten, sagte Aoun. (dpa)
17:59 Uhr
Mittwoch, 22. April
Medien: Trump will Iran nur wenige Tage für Antwort geben
US-Präsident Donald Trump will der iranischen Führung Medienberichten zufolge nur wenige Tage geben, um sich auf einen geeinten Vorschlag zur Beilegung des Krieges zu verständigen. Er sei bereit, die Waffenruhe um drei bis fünf Tage zu verlängern, berichten das Nachrichtenportal «Axios» und der Sender Fox News unter Berufung auf eine US-Quelle beziehungsweise einen Beamten aus dem Weissen Haus. Trumps am Dienstag angekündigte Verlängerung der Waffenruhe ist demnach nur für einen kurzen Zeitraum angedacht.
Auch der Sender CNN berichtet unter Berufung auf zwei mit den internen Gesprächen vertraute Quellen, dass Trump plane, den Iranern ein begrenztes Zeitfenster zu geben, um einen geeinten Vorschlag für neue Verhandlungen zu erarbeiten und den diplomatischen Prozess so wieder in Gang zu bringen. Ob dies auch an die Iraner übermittelt worden ist, ist demnach unklar.
Kurz vor dem Ablaufen einer Waffenruhe mit dem Iran hatte Trump Teheran mehr Zeit für eine Verhandlungslösung gegeben und die Feuerpause einseitig verlängert. Die Waffen sollen schweigen, bis die iranische Führung mit einem geeinten Vorschlag an den Tisch kommt, teilte Trump auf seiner Plattform Truth Social mit. Eine neue Frist setzte er nicht. Der Iran äusserte sich bisher nicht dazu. (dpa)
17:37 Uhr
Mittwoch, 22. April
Sprecher: Iran weiter unentschieden bezüglich neuer Verhandlungen
Der Iran hat nach Angaben eines Sprechers seines Aussenministeriums noch nicht über eine Teilnahme an neuen Verhandlungen mit den USA in Pakistan entschieden. In die vorherige Verhandlungsrunde sei der Iran «in gutem Glauben und mit Ernsthaftigkeit gegangen, aber die verhandelnde Partei hat Missachtung und einen Mangel an gutem Glauben an den Tag gelegt», sagte der Sprecher des Ministeriums, Ismail Baghai, am Mittwoch laut dem iranischen Staatsfernsehen.
Eine zweite Verhandlungsrunde wurde noch für diese Woche in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad erwartet, doch steht noch nicht fest, ob es dazu kommt. US-Präsident Donald Trump hatte am Dienstag die Waffenruhe im Krieg gegen den Iran für unbestimmte Zeit verlängert. (dpa)
17:33 Uhr
Mittwoch, 22. April
Israel und Libanon setzen Gespräche in Washington fort
Die beiden verfeindeten Nachbarländer Israel und der Libanon wollen an diesem Donnerstag in Washington erneut zu Gesprächen zusammenkommen. Das Treffen auf Botschafterebene soll erneut im US-Aussenministerium stattfinden. Teilnehmen sollen die libanesische Botschafterin in den USA, Nada Hamadeh Moawad, sowie der israelische Vertreter in Washington, Jechiel Leiter.
Beide hatten sich bereits in der vergangenen Woche miteinander in Washington getroffen. Es waren die ersten direkten Gespräch von Repräsentanten beider Länder seit Jahrzehnten. US-Angaben zufolge gab es «konstruktive Gespräche über Schritte zur Aufnahme direkter Verhandlungen».
Israel strebt mit den direkten Verhandlungen nach Angaben von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu ein dauerhaftes Friedensabkommen mit dem Libanon sowie eine Entwaffnung der proiranischen Hisbollah-Miliz an. Die libanesische Regierung will eine dauerhafte Waffenruhe und einen Abzug der israelischen Soldaten aus dem Süden des Libanons erreichen. In der Nacht zum Freitag trat im Libanon eine zehntägige Waffenruhe in Kraft. (dpa)
17:17 Uhr
Mittwoch, 22. April
Libanon: Zwei Tote bei israelischem Angriff trotz Waffenruhe
Trotz der Waffenruhe zwischen der Hisbollah-Miliz und Israel sind laut einem libanesischen Bericht bei einem israelischen Angriff im Südlibanon zwei Menschen getötet worden. Der Angriff vom Mittwoch habe einem Fahrzeug in der Ortschaft Al-Tajri gegolten, meldete die staatliche Nachrichtenagentur NNA. Angaben zur Identität der Toten lagen zunächst nicht vor. Das israelische Militär äusserte sich zunächst nicht.
Zuvor hatte es nach einem NNA-Bericht bei einem Drohnenangriff auf das Dorf Dschabbur am Mittwochmorgen bereits einen Toten und zwei Verletzte gegeben. Das israelische Militär bestritt einen Angriff in dem Gebiet.
Seit dem vergangenen Freitag gilt eine zehntägige Waffenruhe im Libanon. Seitdem wurden mehrere israelische Angriffe gemeldet, die Hisbollah reklamierte seit Dienstag ihrerseits einige Angriffe für sich. (dpa)
16:24 Uhr
Mittwoch, 22. April
Macron: Im Libanon verletzter französischer Unifil-Soldat ist tot
Ein bei einem Angriff im Libanon verletzter französischer Blauhelmsoldat ist tot. Der Angehörige der UN-Friedensmission Unifil sei noch nach Frankreich gebracht worden, aber am Mittwoch seinen Verletzungen erlegen, teilte der französische Präsident Emmanuel Macron im Kurznachrichtendienst X mit und sprach den Angehörigen sein Mitgefühl aus. Ein weiterer französischer Unifil-Soldat war bereits bei dem Angriff am Wochenende getötet worden. Insgesamt gab es laut Macron damals drei Verletzte.
Die Truppe war am Samstag unter Beschuss geraten. Macron machte die vom Iran unterstützte Hisbollah-Miliz für den Angriff verantwortlich. Diese wies die Vorwürfe zurück und rief die Unifil auf, ihre Einsätze mit der libanesischen Armee zu koordinieren. (dpa)
15:45 Uhr
Mittwoch, 22. April
Libanesischer Präsident will Waffenruhe mit Israel verlängern
Der Libanon bemüht sich nach Angaben von Präsident Joseph Aoun um eine Verlängerung der Waffenruhe mit Israel. Die Kontakte dazu seien im Gange, sagte Aoun am Mittwoch - einen Tag vor einem zweiten Treffen zwischen dem libanesischen und dem israelischen Botschafter in Washington. Die Waffenruhe zwischen Israel und der libanesischen Hisbollah-Miliz gilt bis zum Wochenende.
Die Hisbollah hatte sich kurz nach Beginn der israelischen Angriffe auf den Iran an die Seite ihrer Schutzmacht Teheran gestellt und Israel seit Anfang März attackiert. Israel reagierte mit heftigen Gegenschlägen, bei denen nach libanesischen Regierungsangaben Hunderte Menschen getötet wurden, und besetzte den Süden des Landes. Seit Freitag gilt eine zehntägige Waffenruhe.
Aoun sagte, seine Regierung wolle bei den Verhandlungen erreichen, dass Israel seine Angriffe vollständig beendet, seine Truppen aus dem Libanon abzieht und libanesische Gefangene freilässt. Der Libanon wolle eigene Truppen an der Grenze stationieren und mit dem Wiederaufbau beginnen. Die von US-Präsident Donald Trump und anderen Ländern zugesagte Unterstützung für den Libanon sei «eine Chance, die wir nicht verpassen dürfen, denn sie kommt vielleicht nicht wieder».
Israel strebt nach eigenen Angaben einen Friedensvertrag und eine Entwaffnung der Hisbollah an, die im Libanon eine Art Staat im Staate bildet. Die Hisbollah lehnt die Gespräche ab. (dpa)
15:25 Uhr
Mittwoch, 22. April
Libanon: Hisbollah feuert Drohne auf israelischen Posten ab
Die militante Hisbollah hat nach eigenen Angaben eine Drohne auf einen israelischen Posten im Süden des Libanons abgefeuert. Der Angriff im Dorf Bajada am Mittwoch sei Vergeltung für israelische Verstösse gegen die zehntägige Waffenruhe, die seit vergangenem Freitag gilt, teilte die Hisbollah mit.
Das israelische Militär hat hingegen der Hisbollah vorgeworfen, gegen die Waffenruhe zu verstossen. Die vom Iran unterstützte Hisbollah habe «ein feindliches Fluggerät» in Richtung israelischer Soldaten abgefeuert, die im Süden des Libanons im Einsatz gewesen seien, hiess es. Die israelische Luftwaffe habe das Fluggerät abgefangen, es habe nicht die Grenze nach Israel überquert. (dpa)
15:07 Uhr
Mittwoch, 22. April
Agentur der iranischen Revolutionsgarde sieht Unterseekabel bedroht
Aus dem Iran werden Drohungen gegen Unterseekabel in der Strasse von Hormus laut. Die der paramilitärischen Revolutionsgarde nahestehende halbstaatliche Nachrichtenagentur Tasnim schrieb am Mittwoch, eine «gleichzeitige Beschädigung mehrerer grosser Kabel - sei es durch Unfälle oder vorsätzliche Handlungen -» könne zu «schweren Ausfällen im gesamten Persischen Golf führen». Das sei eine Gefahr für die arabischen Golfstaaten.
Die vom Iran unterstützten Huthi-Rebellen im Jemen hatten in der Vergangenheit mit Angriffen auf Unterseekabel gedroht. Im Roten Meer sind bereits einige solcher Kabel durchtrennt worden. (dpa)
15:01 Uhr
Mittwoch, 22. April
Dutzende israelische Aktivisten nach Syrien vorgedrungen
Dutzende israelische Siedleraktivisten sind auf syrisches Gebiet vorgedrungen, bevor sie von der Armee wieder zurückgebracht wurden. Die «Times of Israel» berichtete, es handele sich um rechte Aktivisten, die die Einrichtung von Siedlungen im syrischen Grenzgebiet forderten, in dem Israel die Kontrolle übernommen hat. Sie hätten sich zeitweise in einem Gebäude am Rand des syrischen Orts Hadar verschanzt.
Die Armee teilte mit, etwa 40 Aktivisten seien mehrere hundert Meter tief auf syrisches Gebiet vorgedrungen. Soldaten hätten sie zurückgebracht und der israelischen Polizei übergeben. Das Militär verurteile den Vorfall aufs Schärfste, es handele sich um eine Straftat.
Nach dem Sturz des früheren syrischen Langzeitherrschers Baschar al-Assad hatte Israel Soldaten in die von den UN kontrollierte Pufferzone zwischen den Golanhöhen und syrisch kontrolliertem Gebiet verlegt.
Israel ist laut Ministerpräsident Benjamin Netanjahu entschlossen, sich vor Angriffen aus grenznahen Gebieten zu schützen und zu verhindern, dass sich dort Israel feindlich gesinnte Extremisten ansiedeln. Israels Armee greift regelmässig Ziele in Syrien an, laut eigenen Angaben etwa, um Waffenlager oder militärisches Gerät zu zerstören. Gespräche über ein Sicherheitsabkommen beider Länder haben bisher keine Lösung gebracht. (dpa)
14:30 Uhr
Mittwoch, 22. April
Israel fordert Konsequenzen nach Flaggen-Eklat in Polen
Israel hat von Polens Regierung Konsequenzen gegen einen rechtsradikalen Abgeordneten gefordert, der im polnischen Parlament eine israelische Flagge mit Hakenkreuz entrollt hatte. Der Abgeordnete Konrad Berkowicz von der rechten Konfederacja habe in der Vergangenheit öffentlich Nazi-Veranstaltungen unterstützt, schrieb die israelische Botschaft in Warschau auf X. «Eine solche Person hat im Parlament des demokratischen Polens nichts zu suchen. Wir erwarten von Polens Regierung, dass sie entschlossen und rasch handelt.»
Polens Aussenministerium reagierte prompt. «Es sind die Polen, die ihre Abgeordneten wählen - und nicht ausländische Botschaften», schrieb Sprecher Marcin Wewior auf X. Der Abgeordnete Berkowicz sei bereits vom Parlamentspräsidenten mit einer Geldbusse und der Kürzung seiner Diäten bestraft worden. Zudem ermittele die Staatsanwaltschaft gegen ihn.
Berkowicz hatte in der vergangenen Woche im Parlament eine selbstgebastelte israelische Flagge mit einem Hakenkreuz gezeigt. Israel begehe im Nahen Osten einen Völkermord mit besonderer Grausamkeit und sei deshalb das neue Dritte Reich, lautete die Begründung für seine Aktion. (dpa)
13:01 Uhr
Mittwoch, 22. April
Arabische Länder wollen Reparationen vom Iran für Kriegsschäden
Die arabischen Länder fordern vom Iran Reparationen für die im Krieg entstandenen Schäden und Verluste. Teheran sei zu solchen Zahlungen dem Völkerrecht nach verpflichtet, heisst es in einer Erklärung der Arabischen Liga nach einem virtuellen Treffen. «Der Iran trägt international die volle Verantwortung für seine unrechtmässigen und nicht gerechtfertigten Angriffe gegen arabische Staaten», heisst es in der Erklärung der Aussenminister.
Als Vergeltung für die Militärschläge der USA und Israels im Iran griff das Land seit Kriegsbeginn Ende Februar mit Tausenden Raketen, Drohnen und Marschflugkörpern die Golfstaaten an. Dabei kamen US-Einrichtungen, wie etwa Botschaften und Militärstützpunkte, aber auch zivile Ziele wie Flughäfen und Wohngegenden unter Beschuss. Die meisten der Angriffe wurden in den Vereinigten Arabischen Emiraten und Kuwait gemeldet.
«Die arabischen Länder waren und werden keine Geiseln in den Händen des Irans sein, um Rechnungen zu begleichen», sagte Ahmed Abul Gheit, Generalsekretär der Organisation, Berichten zufolge. Die Arabische Liga umfasst 22 Staaten des arabischen Raums in Nordafrika und dem Nahen Osten. (dpa)
08:32 Uhr
Mittwoch, 22. April
Iranische Revolutionsgarde feuert auf Frachtschiff
In der Strasse von Hormus ist ein Containerschiff unter Beschuss geraten und dabei schwer beschädigt worden.
Ein Schiff der iranischen Revolutionsgarden (IRGC) habe sich dem Schiff genähert und Schüsse abgegeben, teilte die britische Behörde für die Sicherheit der Handelsschifffahrt (UKMTO) unter Berufung auf den Kapitän des Frachters mit.
Zu dem Vorfall kam es laut UKMTO 15 Seemeilen nordöstlich von Oman. Alle Besatzungsglieder sind demnach in Sicherheit. «Der Kapitän eines Containerschiffs berichtete, dass sich ein Schnellboot der IRGC dem Schiff genähert habe», heisst es in der Mitteilung. Schliesslich habe die Besatzung des iranischen Boots ohne Funkwarnung das Feuer eröffnet und dabei die Brücke schwer beschädigt.
Wenig später meldete die UKMTO erneut einen Vorfall. Ein auslaufender Frachter wurde nach Angaben des Kapitäns acht Seemeilen westlich des Iran beschossen und liegt demnach gestoppt im Wasser. Die Besatzung sei in Sicherheit, Berichte über Schäden liegen demnach nicht vor. Die Behörde sei sich der erhöhten Aktivität im Gebiet der Strasse von Hormus bewusst und fordere Schiffe auf, jede verdächtige Aktivität zu melden, hiess es.
Immer wieder kommt es in der Strasse von Hormus zu entsprechenden Vorfällen. Der von den USA und Israel angegriffene Iran hat mit Attacken und Drohungen die Schifffahrt durch die wichtige Meerenge nahezu zum Erliegen gebracht. Die Lage in der Strasse von Hormus ist auch nach der von US-Präsident Donald Trump verkündeten Verlängerung der Waffenruhe unverändert. (dpa)
06:53 Uhr
Mittwoch, 22. April
Trump droht Iran nach Verlängerung der Waffenruhe
US-Präsident Donald Trump hat dem Iran nach der Verlängerung der Waffenruhe erneut gedroht. Am Dienstagabend erklärte er auf seiner Plattform Truth Social, der Iran wolle die Strasse von Hormus nicht schliessen, sondern offen halten, um sein Rohöl verkaufen zu können. Sollte er dies zulassen, könne es «niemals ein Abkommen mit dem Iran geben, es sei denn, wir sprengen den Rest ihres Landes in die Luft - einschliesslich ihrer Führung», schrieb Trump. Unklar ist, ob und wann die Gespräche in der pakistanischen Hauptstadt wieder aufgenommen werden könnten. (dpa)
06:12 Uhr
Mittwoch, 22. April
Trump über Waffenruhe-Verlängerung: Irans Führung «stark zerrüttet»
Nach der angekündigten Verlängerung der Waffenruhe mit dem Iran hat US-Präsident Donald Trump auf angebliche Spannungen innerhalb der Islamischen Republik verwiesen. Diese seien «nicht unerwartet» gekommen. Eine Verlängerung der Waffenruhe sei notwendig gewesen, weil die iranische Führung «stark zerrüttet» sei, schrieb Trump in den sozialen Medien.
Trump hatte während der seit dem 8. April geltenden Waffenruhe wiederholt erklärt, sein Team verhandle mit iranischen Vertretern, die auf ein Abkommen drängten. Zugleich räumte er ein, dass seine Entscheidung, mehrere führende Köpfe der iranischen Regierung zu töten, gewisse Komplikationen mit sich gebracht habe.
«Wir haben ihre Führer ausgeschaltet, was die Dinge, um ehrlich zu sein, auf eine Weise verkompliziert, aber diese Führer sind viel rationaler», sagte Trump am Dienstag in einem Interview mit dem Sender CNBC. (dpa)
















