Nahost-Newsblog

Israel und Iran stellen Angriffe ein drohen aber weiter ++ Trump warnt: Israel könnte allein dastehen

Im Nahen Osten eskaliert die Lage weiter. Alle Neuigkeiten und Reaktionen zum Konflikt in unserem Newsblog.

10:48 Uhr

Dienstag, 9. Juni

Israel ruft zur Evakuierung von libanesischer Stadt Tyrus auf

Das israelische Militär hat eine Evakuierungsaufforderung für die südlibanesische Hafenstadt Tyrus herausgegeben. Die Warnung umfasste auch das christliche Viertel, das bisher von den Luftangriffen verschont blieb. Bereits in der vergangenen Woche richtete Israel eine Warnung an das christliche Viertel, weil dort Mitglieder der Hisbollah-Miliz vermutet würden. Viele libanesische Schiiten waren in den vergangenen zwei Wochen vor den israelischen Angriffen entlang der Mittelmeerküste in die als vergleichsweise sicher geltenden Viertel geflohen.

Nach der Warnung der vergangenen Woche stationierte die libanesische Armee Truppen im christlichen Viertel von Tyrus, um Präsenz zu zeigen und zu demonstrieren, dass die Hisbollah dort nicht aktiv ist. Der arabischsprachige Sprecher des israelischen Militärs, Avichay Adraee, erklärte jedoch am Montag auf der Plattform X, dass das israelische Militär bald gegen terroristische Aktivitäten der Hisbollah in der Gegend vorgehen müsse. (dpa)

09:29 Uhr

Dienstag, 9. Juni

Israel fordert Aufhebung von Haftbefehl gegen Netanyahu

Nach der Suspendierung des Chefanklägers des Internationalen Strafgerichtshofes fordert Israels UN-Botschafter eine Aufhebung des Haftbefehls gegen Ministerpräsident Benjamin Netanyahu. Die Suspendierung Karim Khans beweise, «dass diese Institution bis ins Mark verdorben ist», schrieb UN-Botschafter Danny Danon auf X. «Nun ist es an der Zeit, die ungeheuerlichen Haftbefehle gegen Ministerpräsident Netanyahu aufzuheben!» Die Suspendierung Khans erfolgte vor dem Hintergrund von Vorwürfen sexueller Übergriffe gegen eine enge Mitarbeiterin. Der Chefankläger lässt sein Amt seit gut einem Jahr vorläufig ruhen und wollte zurückkommen, wenn die Vorwürfe geklärt sind. Er bestreitet alle Vorhaltungen. (dpa)

09:27 Uhr

Dienstag, 9. Juni

Trump: Piloten nach Helikopterabsturz nahe Strasse von Hormus wohlauf

Nahe der Strasse von Hormus ist ein US-Militärhubschrauber abgestürzt. Die Piloten seien «wohlauf», erklärte US-Präsident Donald Trump am späten Montagabend am Flughafen in New York, wo er ein Finale der Basketballliga NBA verfolgt hatte. «Niemand ist verletzt. Wir werden morgen einen Bericht veröffentlichen. Aber die Piloten sind in Ordnung.» Die «New York Times» hatte zuerst berichtet, dass ein Apache-Kampfhubschrauber der US-Armee aus bislang ungeklärter Ursache nahe der Meerenge abgestürzt sei. Iranische Staatsmedien berichteten unter Berufung auf ausländische Quellen über den Absturz, machten jedoch keine weiteren Angaben zu den Hintergründen.

Das US-Militär nutzt Apache-Hubschrauber, um die Blockade iranischer Rohöllieferungen und Tanker durchzusetzen und Teheran so zu einem Einlenken im Krieg zu bewegen. Auch die Vereinigten Arabischen Emirate setzten die Hubschrauber im Iran-Krieg zum Abschuss iranischer Drohnen ein. (dpa)

06:28 Uhr

Dienstag, 9. Juni

Irans UN-Botschafter hofft auf Einigung mit den USA bis Ende Juni

Der iranische UN-Botschafter Amir Saeid Iravani hofft auf eine Einigung in den Gesprächen zwischen den USA und dem Iran bis Ende Juni. Der Botschafter sagte am Montag (Ortszeit), die Vereinigten Staaten und der Iran «stellen ihre Standpunkte bereit und tauschen sie aus, um zu einem Abschluss zu gelangen» - unter Vermittlung Pakistans. «Wir haben noch kein endgültiges Dokument erhalten, aber wir arbeiten daran, es zu bekommen», sagte er der AP. Ob er glaube, dass dies bis Ende dieses Monats geschehen werde? «Wir hoffen es. Wir hoffen es», antwortete Iravani. Er betonte, dass die Waffenruhe umfassend sei und für die gesamte Region gelte, einschliesslich des Libanons - was Israel jedoch zurückweist. Israels Ministerpräsident Benjamin Netanyahu erklärte am Montag, Israel werde seine Angriffe auf die Hisbollah im Libanon fortsetzen, selbst wenn es weitere Angriffe auf den Iran vorerst zurückfährt. (dpa)

06:22 Uhr

Dienstag, 9. Juni

Israel und Iran stellen Angriffe ein - und drohen weiter

Nach einer neuen gefährlichen Eskalation im Konflikt zwischen dem Iran und Israel haben die Erzfeinde ihre wechselseitigen Angriffe vorerst wieder eingestellt. Beide Seiten drohten jedoch im Fall von Verstössen gegen ihre jeweiligen Bedingungen mit noch härteren Kämpfen. Die ersten gegenseitigen Angriffe seit zwei Monaten drohten, US-Präsident Donald Trumps Bemühungen zur Beendigung des Iran-Kriegs zu untergraben. Israels Ministerpräsident Benjamin Netanyahu bestätigte die Feuerpause in einer Videobotschaft. Sollte der Iran einen Fehler begehen und Israel erneut angreifen, werde man mit aller Härte reagieren, warnte er am Montagabend.

Israels Konflikt mit dem Iran und der libanesischen Hisbollah-Miliz sei noch nicht beendet. Beide hätten in den vergangenen 24 Stunden versucht, Israel eine «neue Gleichung» aufzuzwingen. «Sie dachten, sie könnten von libanesischem und iranischem Gebiet auf Israel schiessen und dass wir nicht reagieren.» Dies sei inakzeptabel und werde nicht passieren, betonte er.

Trump warnt: Israel könnte allein dastehen

Trump sagte dem israelischen TV-Sender N12 am Montag, er habe Netanyahu während eines Telefongesprächs gewarnt, dass Israel im Falle einer Ausweitung der Angriffe zu einem grösseren regionalen Krieg möglicherweise isoliert dastehen könnte. Die USA und Israel hatten den Iran-Krieg gemeinsam Ende Februar begonnen. Seit Beginn der Waffenruhe Anfang April mehren sich in Israel jedoch Befürchtungen, dass Trump dem Iran für ein Abkommen zur Beendigung des Kriegs zu grosse Zugeständnisse machen könnte.

Israel und der Iran hoben derweil nach dem Stopp der Angriffe Beschränkungen in den eigenen Ländern wieder auf: Die Schulen sollten heute in Israel wieder normal geöffnet werden, Teheran hob Einschränkungen des Flugverkehrs auf. Auch der Irak und Syrien öffneten ihren Luftraum wieder.

Israels Militär fängt Drohne aus dem Jemen ab

Unterdessen fing die israelische Luftwaffe nach eigenen Angaben in der Nacht über dem Süden des Landes eine Drohne aus dem Jemen ab. Der Vorfall im Luftraum über der Stadt Eilat am Roten Meer sei abgeschlossen, teilte das Militär auf der Plattform X mit. Die Streitkräfte machten keine Angaben dazu, welche Gruppe sie für den Drohnenangriff verantwortlich machten.

Die mit dem Iran verbündete Huthi-Miliz im Jemen hatte am Montag einen Angriff auf Israel mit mehreren Raketen für sich beansprucht. Es war der erste direkte Angriff der Huthi auf Israel seit Anfang April - offenbar ausgelöst durch die gegenseitigen Angriffe Israels und des Irans.

Iran warnt vor weiteren Angriffen Israels im Libanon

Sollten die Kampfhandlungen weitergehen, darunter Israels Angriffe im Südlibanon, würden «härtere und vernichtendere Massnahmen als bisher» erfolgen, drohte Irans militärisches Hauptquartier Chatam al-Anbjia. Im Libanon wurden die israelischen Angriffe unterdessen fortgesetzt. Die libanesische Nachrichtenagentur NNA meldete erneut mehrere Angriffe im Süden des Landes. Ein israelischer Luftangriff traf demnach ein Fahrzeug, dabei seien mindestens fünf Menschen getötet worden. Die Hisbollah wiederum reklamierte erneut mehrere Angriffe auf israelische Stellungen im Südlibanon für sich. (dpa)

18:41 Uhr

Montag, 8. Juni

Iranische Behörde hebt Flugverbot wieder auf

Der Iran hat nach der jüngsten militärischen Eskalation mit Israel Beschränkungen im Flugverkehr wieder aufgehoben. «Da die notwendigen Sicherheitsvoraussetzungen geschaffen und die erforderlichen Abstimmungen mit den zuständigen Behörden getroffen wurden, sind die Flugbeschränkungen aufgehoben worden», sagte der Leiter der zivilen Luftfahrtbehörde, Abusar Schirudi, der Nachrichtenagentur Tasnim. «Die Luftfahrtaktivitäten des Landes kehren schrittweise zum regulären Betrieb zurück.» Nach neuen gegenseitigen Luftangriffen Israels und des Irans hatte das Land seinen kompletten Luftraum am Nachmittag geschlossen. (dpa)

15:41 Uhr

Montag, 8. Juni

Berichte: Israel stoppt Angriffe im Iran nach US-Wunsch

Auch Israel will nach Medienberichten die Angriffe im Konflikt mit dem Iran einstellen. Nach Ende einer Sitzung des engeren Ministerkreises um Regierungschef Benjamin Netanjahu sagte demnach ein namentlich nicht genannter ranghoher israelischer Regierungsvertreter: «Auf Wunsch von (US-Präsident Donald) Trump stellen wir die Angriffe auf den Iran ein.» Er habe den Eindruck, «dass die derzeitige Eskalation hinter uns liegt». Eine mit der Angelegenheit vertraute israelische Quelle bestätigte der Deutschen Presse-Agentur die Berichte auf Anfrage.

Das Wrack einer Rakete, die nach einem iranischen Angriff aus dem Boden ragt.
Bild: Keystone

Der namentlich nicht genannte Repräsentant sagte laut einem Bericht des Nachrichtenportals «ynet», man werde die Angriffe im Libanon jedoch «mit voller Intensität fortsetzen». Sollte die libanesische Hisbollah-Miliz erneut auf den Norden Israels schiessen, werde man auch wieder die Vororte der libanesischen Hauptstadt Beirut angreifen. Ein solcher Angriff am Sonntag hatte neue iranische Raketenangriffe auf Israel aufgelöst. Auch der israelische Kan-Sender berichtete, Israel werde die Angriffe im Iran, nicht aber im Südlibanon stoppen. (dpa)

15:06 Uhr

Montag, 8. Juni

Iran sperrt gesamten Luftraum bis auf weiteres

Der Iran hat nach der jüngsten militärischen Eskalation mit Israel seinen gesamten Luftraum gesperrt. Das Flugverbot gelte bis auf weiteres, hiess es in einem Bericht der staatlichen Nachrichtenagentur Irna. Sämtliche Verbindungen an allen iranischen Flughäfen seien gestrichen.

Zuvor hatte die iranische Luftfahrtbehörde nur für Teile des Landes ein Flugverbot verhängt. Die Sorge ist gross, dass der Konflikt mit Israel erneut eskaliert. Nach den iranischen Raketenangriffen auf Israel am Sonntag hatte die Militärführung ihre Militäroperationen aber vorerst für beendet erklärt. (dpa)

14:45 Uhr

Montag, 8. Juni

Hisbollah feuert Raketen auf israelische Soldaten im Libanon

Die libanesische Hisbollah-Miliz hat mehrere Raketen auf israelische Soldaten im Süden des Libanon gefeuert. Die israelische Armee teilte mit, es seien drei Geschosse identifiziert worden. Ein Teil davon sei abgefangen worden, bevor sie auf israelisches Gebiet fliegen konnten.

In mehreren Ortschaften im Norden Israels gab es nach Militärangaben Raketenalarm. Den Angaben zufolge wurde niemand verletzt. Vor den neuen Hisbollah-Angriffen hatten libanesische Medien über israelische Angriffe im Süden des Libanons berichtet.

Am Sonntag hatte die israelische Armee als Reaktion auf Raketenangriffe der Hisbollah auf den Norden Israels Ziele in den Vororten der libanesischen Hauptstadt Beirut angegriffen. Der mit der Hisbollah verbündete Iran feuerte daraufhin erstmals seit zwei Monaten wieder Raketen auf Israel ab. (dpa)

14:40 Uhr

Montag, 8. Juni

Frankreich darf Truppen auf Zypern stationieren

Frankreich und Zypern haben ein Abkommen über die Möglichkeit zur Stationierung französischer Truppen auf der drittgrössten Mittelmeerinsel geschlossen. Die Vereinbarung unterzeichneten die französische Verteidigungsministerin Catherine Vautrin und ihr zyprischer Kollege Vasilis Palmas. Das Treffen fand am Rande eines informellen Treffens der EU-Verteidigungsminister in Nikosia statt, berichtete der zyprische Staatsrundfunk RIK weiter.

Die Pläne für das Abkommen waren bereits im April während eines Besuchs von Präsident Emmanuel Macron in Zypern angekündigt worden. Hintergrund sind verstärkte militärische Aktivitäten in der Region nach dem Einschlag einer iranischen Drohne auf Zypern im März.

Zypern ist unter den EU-Staaten das Land, das der Krisenregion im Nahen Osten am nächsten liegt. Die Insel im östlichen Mittelmeer liegt nur etwa 150 bis 250 Kilometer von Libanon und Israel entfernt. (dpa)

14:37 Uhr

Montag, 8. Juni

Schulen in Israel bleiben geschlossen

Schulen in Israel werden auch am (morgigen) Dienstag geschlossen bleiben. Das teilte Bildungsminister Joav Kisch am Montag auf der Plattform X mit. Am Mittwoch solle der Unterricht wieder stattfinden. Dabei sollten Richtlinien gelten, die dafür sorgen, dass Schülerinnen und Schüler Zugang zu nahen Schutzunterkünften hätten, kündigte Kisch an.

Schülerinnen und Schüler in Israel sollen ab Mittwoch wieder unterrichten werden können – mit Zugang zu nahe gelegenen Schutzunterkünften.
Bild: Imago

Das israelische Militär hatte am Sonntagabend seine Richtlinien für Zivilisten aktualisiert. Dabei wurden grosse Versammlungen begrenzt und der Schulunterricht wurde erstmals seit vorherigen Gefechten mit dem Iran im April abgesagt. (dpa)

14:17 Uhr

Montag, 8. Juni

Libanon: Fast 3500 Angriffe Israels während Waffenruhe

Israel hat den Libanon nach offiziellen libanesischen Angaben seit Verkündung der Waffenruhe im April fast 3500 Mal angegriffen. Das teilte der libanesische Ministerpräsident Nawaf Salam nach einer Kabinettssitzung in Beirut mit. Das sei die Zahl der israelischen Verstösse gegen die faktisch kaum wirksame Waffenruhe, die am 17. April in Kraft trat, bis zum vergangenen Sonntag.

Rund 30 Soldaten der staatlichen Armee und fast 20 weitere Sicherheitskräfte seien seit Beginn des Iran-Kriegs Ende Februar und der erneuten Eskalation im Libanon getötet worden, teilte Salams Büro mit. Insgesamt wurden im Libanon nach offiziellen Angaben seitdem mehr als 3500 Menschen getötet und mehr als 10'000 weitere verletzt.

Nach Zählung des israelischen Forschungszentrums Alma griff die Hisbollah seit Beginn der Waffenruhe ihrerseits nahezu 1000 Mal israelische Ziele an. Die meisten dieser Angriffe zielten auf israelische Truppen im Libanon und etwa ein Viertel auf israelisches Gebiet. (dpa)

14:01 Uhr

Montag, 8. Juni

Irak öffnet Luftraum wieder – Syrien verlängert Sperrung

Der Irak hat seinen vorübergehend geschlossenen Luftraum nach den jüngsten Angriffen im Iran-Krieg früher als erwartet wieder geöffnet. Die aktuelle Lage werde genau beobachtet, teilte die Behörde für zivile Luftfahrt der Staatsagentur INA zufolge mit. Im irakischen Luftraum würde das «höchste Mass an Sicherheit» gelten. Eigentlich wurde im Irak wegen der jüngsten Angriffe eine Sperrung für 72 Stunden verkündet, die bis Mittwochabend gedauert hätte.

Die Schliessung von Syriens Luftraum wurde dagegen um weitere 12 Stunden verlängert, bis 23.00 Uhr am heutigen Abend (22.00 MESZ). Eigentlich sollte der Flugverkehr in dem arabischen Land schon heute Vormittag wieder anlaufen. (dpa)

13:40 Uhr

Montag, 8. Juni

Iranisches Militär: Angriffe nach Gefechten mit Israel gestoppt

Das iranische Militär hat einen Stopp seiner Angriffe auf Israel bekannt gegeben. Sollte es allerdings eine weitere Aggression oder feindselige Aktionen durch Israel oder dessen Unterstützer geben, darunter im Süden des Libanons, würden «wesentlich heftigere» Massnahmen ergriffen, drohte das gemeinsame Kommando des Militärs am Montag.

Zuvor hatten sich die beiden Länder am Montag erstmals seit dem Inkrafttreten einer Waffenruhe zwischen den USA und Teheran im April Gefechte geliefert. (dpa)

13:24 Uhr

Montag, 8. Juni

EU beschliesst Sanktionen gegen Iran wegen Strasse von Hormus

Die Europäische Union hat wegen der Blockade der Strasse von Hormus Sanktionen gegen den Iran beschlossen. Die EU-Aussenbeauftragte Kaja Kallas sagte nach einem Treffen der Verteidigungsministerinnen und Verteidigungsminister der EU am Montag, dass die Europäische Union erstmals ein neues System mit Sanktionen zugunsten der Freiheit der Schifffahrt angewandt habe. «Die Ministerinnen und Minister haben heute deutlich gemacht, dass die Massnahmen des Irans inakzeptabel sind», teilte Kallas mit. Die Strafmassnahmen richten sich gegen Einzelpersonen und Einrichtungen, die an der Blockade beteiligt sind.

Nach dem Beginn des Kriegs gegen den Iran durch Israel und die USA hat Teheran die Schifffahrt durch die Strasse von Hormus blockiert. Der Schifffahrtskanal ist wichtig für Öl- und Erdgaslieferungen weltweit. Die Blockade hat massgeblich dazu beigetragen, dass die Treibstoffpreise auf der Welt stark angestiegen sind. (dpa)

13:22 Uhr

Montag, 8. Juni

Iran erklärt Angriffe auf Israel für beendet

Irans Streitkräfte haben ihre Angriffe auf Israel für beendet erklärt. Die Islamische Republik habe zur Unterstützung des Libanons Israel eine «schmerzhafte Antwort» erteilt, hiess es in einer vom staatlichen Rundfunk verbreiteten Erklärung der Militärführung. «Vor diesem Hintergrund wird die Einstellung der Operationen der Streitkräfte bekannt gegeben.» (dpa)

13:04 Uhr

Montag, 8. Juni

Trump: Verhandlungen im Iran-Krieg gehen weiter

US-Präsident Donald Trump hat nach dem gegenseitigen Beschuss zwischen Israel und dem Iran bekräftigt, dass Verhandlungen über ein Ende des Konflikts weitergehen sollen. Wenn «Ignoranz oder Dummheit» die Gespräche nicht aufhielten, würden diese fortgesetzt, teilte Trump am Montag auf seiner Plattform Truth Social mit. Israel und der Iran seien beide an einer «sofortigen WAFFENRUHE» interessiert, erklärte er unter Verwendung der für ihn typischen Grossbuchstaben.

Zuvor hatte sich Trump erstmals öffentlich zu dem Beschuss am Montag zu Wort gemeldet und erklärt, beide Seiten müssten «sofort aufhören», zu schiessen. (dpa)

12:49 Uhr

Montag, 8. Juni

Bericht: Flugabwehr im Zentraliran aktiv

Im Zuge der jüngsten Eskalation mit Israel ist im Zentraliran einem Bericht zufolge die Flugabwehr im Einsatz. Feindliche Ziele werden in der Provinz Jasd abgewehrt, wie die iranische Nachrichtenagentur Mehr berichtete. In den Bergen der Wüstenregion befinden sich mehrere Raketenstützpunkte. Nähere Details waren zunächst nicht bekannt. (dpa)

12:46 Uhr

Montag, 8. Juni

US-Botschafter im Libanon: Angriff Israels war «politische Botschaft»

Der US-Botschafter im Libanon, Michael Issa, hat den jüngsten israelischen Angriff im Raum von Beirut als eine «politische Botschaft» bezeichnet. Diese dürfe aber zu keiner noch schwereren Reaktion aus dem Libanon führen. «Wir in den Vereinigten Staaten haben beschlossen, die Konfrontation nicht noch weiter zu eskalieren», sagte Issa laut einer Mitteilung von Libanons Präsident Joseph Aoun bei einem gemeinsamen Treffen heute.

Israels Armee hatte die als Dahija bekannten Vororte der libanesischen Hauptstadt am Sonntag erneut angegriffen - trotz einer Warnung des Irans, dass solch ein Angriff eine erneute Eskalation nach sich ziehen würde. Am selben Abend griff der Iran dann Israel erneut mit Raketen direkt an. Der Iran ist der wichtigste Unterstützer der schiitischen Hisbollah-Miliz im Libanon.

Die direkten Verhandlungen zwischen Israel und dem Libanon unter US-Vermittlung sollten in Washington weitergehen, sagte Issa laut der Mitteilung von Aouns Büro. US-Präsident Donald Trump spreche «ständig» über den Libanon, die Lage im Land sei für die US-Regierung von grosser Bedeutung. In den Verhandlungen sei nun das «Eis gebrochen» und die USA wollten dem Libanon helfen, die «Krise» im Land zu überwinden. (dpa)

12:31 Uhr

Montag, 8. Juni

Kreise: Israel auf längeren Krieg mit Iran vorbereitet

Israels Armee stellt sich erneut auf einen mindestens mehrtägigen Konflikt mit dem Iran ein. Sie ist zugleich auch auf einen längeren Krieg vorbereitet, wie es aus israelischen Militärkreisen hiess. Den Angaben zufolge arbeitet das Land mit den USA bei der Abwehr des iranischen Raketenbeschusses zusammen, die Angriffe auf Ziele im Iran führe Israels Armee jedoch alleine aus.

Israelische Sicherheitskräfte untersuchen im Norden Israels ein Fragment einer abgefangenen iranischen Rakete.
Bild: AP

Weiter hiess es, Israels Luftwaffe habe bislang neun Luftverteidigungs- und Radarsysteme sowie eine petrochemische Anlage im Iran ins Visier genommen. Dort sollen laut Armee Materialien für die Herstellung von Raketen produziert worden sein. Der Iran wiederum habe seit Sonntagabend bislang mehr als 20 ballistische Raketen Richtung Israel gefeuert, hiess es aus israelischen Armeekreisen weiter. (dpa)

12:18 Uhr

Montag, 8. Juni

Iran: Angriffe schüren Misstrauen in Verhandlungen mit USA

Die iranische Führung bezweifelt, dass Israel seine Gegenangriffe nicht mit den USA abstimmt. Niemand glaube, dass Israel solche Angriffe ohne Koordination mit den Vereinigten Staaten durchführen könne, sagte Aussenamtssprecher Ismail Baghai zu Reportern. Das schüre das Misstrauen in den Verhandlungen mit den USA.

Israel fliegt seit der Nacht Luftangriffe auf Ziele im Iran, nachdem dieser das Land am Sonntagabend mit Raketen beschossen hatte. Es waren die ersten gegenseitigen Angriffe seit Inkrafttreten einer zwischen dem Iran und den USA ausgehandelten Waffenruhe im April.

US-Präsident Donald Trump hofft auf ein Abkommen mit dem Iran zur Beendigung des Krieges, den Israel und die USA Ende Februar begonnen hatten. Bis zu den neuen Angriffen seien Nachrichten zwischen Washington und Teheran ausgetauscht worden, sagte Baghai weiter. Ob weiterhin Kontakte bestehen, bestätigte er nicht.

Trotz der Waffenruhe und der Kontakte zwischen den Ländern hatte es in den vergangenen Wochen immer wieder Angriffe zwischen iranischen Streitkräften und den USA gegeben. (dpa)

12:03 Uhr

Montag, 8. Juni

Libanon meldet neue israelische Angriffe im Süden

Laut der staatlichen Nachrichtenagentur NNA wurden bei Angriffen im Umfeld der Stadt mindestens vier Menschen getötet. Neben Luftangriffen soll Israel auch Artillerie eingesetzt haben. Zudem rückten nach libanesischen Angaben israelische Bodentruppen im Süden des Landes vor. Auch der Hisbollah-nahe Sender Al-Manar berichtete von Angriffen auf mehrere Orte im Südlibanon. Eine Stellungnahme der israelischen Armee lag zunächst nicht vor.

Nabatija gilt als wichtiger wirtschaftlicher Knotenpunkt und als Hochburg der schiitischen Bevölkerung. Nachdem Israel die Bewohner bereits vor rund einer Woche zur Flucht aufgefordert hatte, gibt es Spekulationen über eine mögliche Einnahme der Stadt durch Bodentruppen.

Die Angriffe erfolgen parallel zu den Spannungen zwischen Israel und dem Iran. Erst am Vortag hatte Israel erneut Ziele in den Vororten von Beirut angegriffen, worauf der Iran mit Raketenbeschuss auf Israel reagierte. (dpa)

11:50 Uhr

Montag, 8. Juni

Trump: Iran und Israel müssen Angriffe sofort stoppen

US-Präsident Donald Trump hat den Iran und Israel nach neuen Angriffen aufgefordert, diese sofort einzustellen. «Israel und der Iran müssen unverzüglich aufhören zu «schiessen»», schrieb Trump auf seiner Plattform Truth Social. Mehr fügte er inhaltlich nicht hinzu.

Der Iran hatte am Sonntag wieder Israel angegriffen – erstmals seit Inkrafttreten der zwischen Washington und Teheran vereinbarten Waffenruhe in dem Krieg, den die USA und Israel am 28. Februar begonnen hatten. Trump soll Medienberichten zufolge den israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu aufgefordert haben, auf Gegenangriffe zu verzichten. Seit der Nacht fliegt Israel nun aber Angriffe auf Ziele im Iran und greift auch weiter im Libanon an. (dpa)

11:27 Uhr

Montag, 8. Juni

Iran meldet weitere Angriffe in verschiedenen Landesteilen.

Der Iran meldet weitere Angriffe in verschiedenen Landesteilen. In der Provinz Hamdan im Nordwesten habe es am Vormittag einen Angriff gegeben, berichtete die Agentur Tasnim, die den mächtigen Revolutionsgarden nahesteht.

Im Süden Teherans seien Explosionen zu hören gewesen, meldete die Nachrichtenagentur Nour-News. Ein Sprecher der Stadtverwaltung sagte, unterirdische Parkhäuser würden als Schutzräume vorbereitet.

Bereits zuvor hatten iranische Medien von Explosionsgeräuschen und aktivierter Flugabwehr in der Hauptstadt Teheran berichtet.

Spekulationen in sozialen Netzwerken über einen Angriff auf den Flughafen der Metropole Schiras wurden in einem Bericht der Agentur Mehr zurückgewiesen. Der Flughafen stellte am Vormittag den Betrieb auf weiteres ein, berichtete Tasnim.

Seit dem Morgen fliegt Israel Angriffe auf den Iran. Das israelische Militär hatte unter anderem von einer Angriffswelle gesprochen, die der Luftverteidigung des Landes gegolten habe. (dpa)

11:15 Uhr

Montag, 8. Juni

Syrien schliesst Flughafen von Damaskus wegen Beschuss in Region

Syrien hat angesichts des gegenseitigen Beschusses zwischen Israel und dem Iran vorübergehend den internationalen Flughafen von Damaskus geschlossen. Die Anordnung gelte bis 23.00 Uhr Ortszeit am Montag, teilte die syrische Zivilluftfahrtbehörde mit. Sie schloss den südlichen Luftraum Syriens, zu dem auch Damaskus gehört, und verwies zur Begründung auf die jüngsten Gefechte zwischen dem Iran und Israel. (dpa)

10:39 Uhr

Montag, 8. Juni

Iran: Haifa war Ziel bei Angriffen

Der Iran hat bei neuen Angriffen auf Israel nach eigenen Angaben Ziele in Haifa ins Visier genommen. Nach Angriffen auf petrochemische Anlagen im eigenen Land hätten die Revolutionsgarden «ähnliche Anlagen» in der israelischen Küstenstadt angegriffen, teilten die Streitkräfte mit.

Eine Stellungnahme von israelischer Seite liegt bisher nicht vor.

In der Nacht hatte die israelische Luftwaffe nach eigenen Angaben petrochemische Anlagen an verschiedenen Orten im Iran angegriffen. Der Iran bestätigte Angriffe auf eine Anlage in der Provinz Chusestan. (dpa)

10:32 Uhr

Montag, 8. Juni

Nahost Israel: Verteidigungssysteme im Iran ins Visier genommen

Israels Armee hat eigenen Angaben zufolge einen «grossangelegten Angriff» auf Ziele im Iran beendet. Dutzende Kampfflugzeuge hätten dabei «strategische Verteidigungssysteme» der iranischen Führung ins Visier genommen, teilte das israelische Militär am Vormittag mit.

Israels Armee habe dabei erst seit Kurzem von Teheran eingesetzte Verteidigungssysteme in zahlreichen Gegenden des Landes zerstört. Im Krieg vor einigen Monaten hatte Israel Militärangaben zufolge die Verteidigungsfähigkeiten des Landes geschwächt. Der Iran habe mit dem Einsatz der neuen Systeme versucht, diese Fähigkeiten wiederherzustellen, hiess es in einer Mitteilung der Armee weiter. «Diese Angriffe erweitern die Handlungsfreiheit der israelischen Luftwaffe im iranischen Luftraum noch weiter.» Die Angaben liessen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen.

Am 28. Februar hatten Israel und die USA ihren Krieg gegen den Iran begonnen. Teheran reagierte mit massiven Angriffen auf Israel und die Golfstaaten mit Raketen und Drohnen. Eine im April vereinbarte Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran beendete – bis jetzt – auch die Angriffe zwischen dem Iran und Israel. (dpa)

10:11 Uhr

Montag, 8. Juni

Israel nimmt Raketenabschussrampen im Iran ins Visier

Israel hat bei seinen Angriffen auf den Iran am Montag nach eigenen Angaben Abschussrampen für Boden-Luft-Raketen ins Visier genommen. Teheran habe die Vorrichtungen im Land stationiert, um seine Fähigkeiten wiederherzustellen, die zu Beginn des Kriegs der USA und Israels gegen das Land beeinträchtigt wurden, teilte das israelische Militär mit. (dpa)

10:09 Uhr

Montag, 8. Juni

Flughafen im Osten Irans stellt Betrieb ein

Nach Flugstreichungen in der Hauptstadt Teheran und im Westen des Irans stellt auch der Flughafen Maschhad im Nordosten des Landes den Betrieb ein. Das berichtete die iranische Nachrichtenagentur Fars unter Berufung auf einen Flughafensprecher.

Erst kurz zuvor waren an den Flughäfen Imam Chomeini und Mehrabad in Teheran und im Westen des Landes Flüge bis auf Weiteres gestrichen worden, hatte Fars berichtet.

Am Vormittag hatte der Iran erneut auf Israel gefeuert. Bereits am Sonntagabend hatte der Iran Israel mit Raketen angegriffen. In der Nacht reagierte Israel mit Luftangriffen auf Ziele in verschiedenen Landesteilen des Irans. (dpa)

09:41 Uhr

Montag, 8. Juni

Teheran: USA «für die Folgen jeder Eskalation verantwortlich»

Der Sprecher des iranischen Aussenministeriums sieht die Verantwortung «für die Folgen jeder Eskalation» im Nahen Osten bei den USA.

«Niemand glaubt, dass das israelische Regime irgendwelche Massnahmen ohne Absprache mit den Vereinigten Staaten ergreifen würde», sagte Sprecher Ismail Baghai am Montag zu Journalisten in Teheran. «Die Vereinigten Staaten tragen Verantwortung für die Aggression des israelischen Regimes», sagte er. (dpa)

09:37 Uhr

Montag, 8. Juni

Israel und Iran feuern Raketen aufeinander: 5 Fragen und Antworten zur Eskalation in Nahost

Nach neuen Angriffen bemüht sich US-Präsident Trump um Schadensbegrenzung. Online witzelt man bereits über den «Donald Dome» über Teheran. (chm)

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08:55 Uhr

Montag, 8. Juni

Iran: Flughäfen stellen Betrieb ein – Flugabwehr aktiv

Nach israelischen Angriffen in der Nacht stellt der Flughafen in Teheran bis auf Weiteres den Betrieb ein. Flüge vom Flughafen Mehrabad seien derzeit eingestellt, berichtete die regierungsnahe Nachrichtenagentur Mehr unter Berufung auf eine offizielle Stellungnahme.

Zudem sei in der westiranischen Stadt Kermanschah die Flugabwehr aktiv, um feindliche Geschosse abzufangen, hiess es weiter. Der Flughafen der Stadt stelle ebenfalls seinen Betrieb bis auf weiteres ein, hiess es in einem zusätzlichen Bericht der Agentur.

Bei Angriffen auf Ziele in Tabris im Norden des Landes habe es keine Toten oder Verletzten gegeben, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Irna. Unabhängig überprüfen lassen sich die Berichte nicht.

Am Sonntagabend hatte der Iran Israel mit Raketen angegriffen. In der Nacht reagierte Israel mit Luftangriffen auf Ziele in verschiedenen Landesteilen des Irans. (dpa)

08:43 Uhr

Montag, 8. Juni

Huthi reklamieren Raketenangriff auf Israel für sich

Nach Angaben der Miliz wurden mehrere Raketen auf Israel abgefeuert. Israels Armee hatte zuvor den Abschuss einer Rakete aus dem Jemen gemeldet und die Bevölkerung zu Schutzmassnahmen aufgerufen. Es handelt sich um den ersten direkten Angriff der Huthi auf Israel seit Anfang April.

Zugleich kündigte die Miliz eine «komplette Blockade» der Seefahrt für Israel im Roten Meer an. Schiffe mit mutmasslichem Bezug zu Israel könnten demnach erneut ins Visier geraten. Die Huthi kontrollieren die strategisch wichtige Meerenge Bab al-Mandab, einen zentralen Seeweg für den weltweiten Handel und den Transport von Öl.

Die Huthi gelten neben der Hisbollah im Libanon als wichtigster nicht staatlicher Verbündeter des Irans. Im laufenden Konflikt betonten sie erneut ihre «volle und unerschütterliche Solidarität» mit Teheran. Bereits in den vergangenen Jahren hatten Angriffe der Miliz im Roten Meer den internationalen Schiffsverkehr erheblich beeinträchtigt. (dpa)

08:30 Uhr

Montag, 8. Juni

Huthi-Rebellen drohen Israel mit Angriffen auf Schiffe

Die vom Iran unterstützten jemenitischen Huthi-Rebellen haben einen Raketenangriff auf Israel für sich reklamiert. Zugleich drohten sie am Montag mit Angriffen auf Schiffe im Roten Meer, die Verbindungen zu Israel haben. Die Stellungnahme von Huthi-Sprecher Jahja Sari wurde im Satellitensender Al-Massirah der Huthi ausgestrahlt.

Zuvor hatte gegenseitiger Beschuss zwischen Israel und dem Iran für eine Eskalation im Krieg gesorgt. Im April war eine Waffenruhe in Kraft getreten.

Das israelische Militär berichtete, eine vom Jemen abgefeuerte Rakete habe auf das Land gezielt. In Israel heulten am Montag Sirenen, die vor Luftangriffen warnten. (dpa)

07:50 Uhr

Montag, 8. Juni

Grossbritannien ruft Iran und Israel zur Deeskalation auf

Die britische Regierung hat den Iran und Israel zur Deeskalation aufgerufen. «Niemand hat ein Interesse an der Wiederaufnahme des Konflikts zwischen dem Iran und Israel», schrieb Aussenministerin Yvette Cooper auf der Plattform X.

Bild: Screenshot: x

«Beide Seiten müssen sich in Zurückhaltung üben und die Lage unverzüglich deeskalieren.» Die Verhandlungen für eine dauerhafte, für alle notwendige Lösung müssten fortgesetzt werden, um Frieden und Stabilität in der Region zu erreichen und den globalen Handel wieder herzustellen. (dpa)

07:44 Uhr

Montag, 8. Juni

Miliz im Irak droht mit neuen Angriffen auf US-Stützpunkte

Die vom Iran unterstützte Miliz Kataib Hisbollah im Irak hat mit neuen Angriffen auf US-Militärstützpunkte in der Region gedroht. Sie werde solche Angriffe durchführen, wenn die USA sich direkt an der neuen Eskalation zwischen dem Iran und Israel beteiligten, teilte die Miliz in der Nacht mit. Die Mitteilung kam nach den jüngsten Raketenangriffen des Irans auf Israel.

Im Irak sind zahlreiche mächtige Milizen aktiv, die in unterschiedlichem Mass vom benachbarten Iran unterstützt werden. Seit Beginn des Iran-Kriegs haben diese Hunderte Angriffe auf Ziele in der Region für sich beansprucht, darunter auf US-Einrichtungen und auf Ziele kurdischer Gruppen. Die Kurden zählen im Iran zu den wichtigsten oppositionellen Gruppen und sind in der Region teils mit den USA verbündet.

Im Irak haben einige Milizen nach Druck der USA angekündigt, ihre Waffen unter staatliche Kontrolle zu stellen. Kataib Hisbollah, eine der mächtigsten mit Teheran verbündeten Milizen, lehnt dies aber weiterhin ab. (dpa)

07:33 Uhr

Montag, 8. Juni

Israels Armee greift petrochemische Anlage im Iran an

Israels Luftwaffe hat im Südwesten Irans eine Anlage der petrochemischen Industrie angegriffen. Das israelische Militär teilte am Morgen mit, dass es mehrere Ziele in der Anlage in der Hafenstadt Mahschahr im Südwesten des Landes ins Visier genommen habe. Weitere Einzelheiten wurden zunächst nicht genannt.

Die iranische Nachrichtenagentur Fars, die den mächtigen Revolutionsgarden nahesteht, berichtete unter Berufung auf einen stellvertretenden Gouverneur der iranischen Provinz Chusesten, dass Teile der Anlage bei dem Luftangriff beschädigt worden seien. Die Angaben liessen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen. (dpa)

07:21 Uhr

Montag, 8. Juni

Israel fliegt nach Raketenbeschuss Luftangriffe auf den Iran

Israel hat nach Raketenbeschuss den Iran angegriffen. Das iranische Staatsfernsehen meldete am Montag Explosionen in Isfahan, Tabris, Karadsch und Teheran. Zuvor hatte der Iran das erste Mal seit dem Inkrafttreten der Waffenruhe im April Raketen auf Israel abgefeuert. In der Mitte Israels waren Explosionen zu hören. Beobachter befürchteten nach dem gegenseitigen Beschuss eine Eskalation.

Der Iran hatte mit Vergeltung gedroht, nachdem Israel am Sonntag ohne Vorwarnung die südliche Vorortgegend von Beirut im Libanon angegriffen hatte. Die israelische Seite teilte mit, die vom Iran unterstützte Hisbollah-Miliz habe zuvor den Norden Israels beschossen.

Die halbamtlichen iranischen Nachrichtenagenturen Fars und Mehr berichteten, bei israelischen Angriffen sei eine Petrochemie-Fabrik in der Provinz Chusistan getroffen worden.

Am Montagmorgen warnte Saudi-Arabien vor ankommenden Raketen. Betroffen war eine Gegend, in der sich ein von den USA genutzter Luftwaffenstützpunkt befindet. (dpa)

06:27 Uhr

Montag, 8. Juni

Neuer Raketenbeschuss aus dem Iran auf Israel

In mehreren Gegenden Israels haben nach neuem iranischem Raketenbeschuss am Morgen die Warnsirenen geheult. Unter anderem im Zentrum und Süden des Landes gab es Raketenalarm. Etliche Menschen mussten erneut Schutz in Bunkern vor dem Angriff suchen. Zuvor hatten sie eine Warnung per Handy erhalten. «Die Verteidigungssysteme sind im Einsatz, um die Bedrohung abzufangen», teilte das israelische Militär mit. (dpa)

06:04 Uhr

Montag, 8. Juni

Israels Militär meldet Rakete aus dem Jemen

Nach Angaben des israelischen Militärs ist eine Rakete aus dem Jemen in Richtung Israel abgefeuert worden. Die Luftabwehrsysteme seien im Einsatz, um die Gefahr abzufangen, teilte das Militär am frühen Morgen auf Telegram weiter mit. Die Bevölkerung war aufgerufen, Schutzanweisungen zu folgen. Später teilte das Militär mit, dass die Menschen die Bunker wieder verlassen könnten.

Im Jemen operiert die vom Iran unterstützte militant-islamistische Huthi-Miliz. Sie hatte in der Vergangenheit die «volle und unerschütterliche Solidarität» mit Teheran angekündigt. Immer wieder wird befürchtet, die Miliz werde sich aus dem Jemen in den Iran-Krieg einmischen. (dpa)

03:58 Uhr

Montag, 8. Juni

Israels Militär greift Ziele im Iran an

Israels Luftwaffe hat Ziele im Westen und im Zentrum des Irans angegriffen. Das teilte das israelische Militär in den frühen Morgenstunden auf der Plattform X mit. Weitere Details gab es zunächst nicht. Der iranische Staatssender Irib und die Nachrichtenagentur Irna berichteten, dass in der Hauptstadt Teheran Explosionen zu hören gewesen seien. Wohngebiete innerhalb der Stadt wurden demnach nicht getroffen. Der Angriff folgte auf iranische Raketenangriffe auf Israel am Abend zuvor.

Am späten Sonntagabend hatten Staatsmedien der Islamischen Republik mehrere Raketensalven auf den Erzfeind gemeldet. Laut dem israelischen Militär wurden alle Raketen der ersten Wellen abgefangen.

Zuvor hatte Israel am Sonntag in Vororten der libanesischen Hauptstadt Beirut angegriffen – trotz einer von US-Präsident Donald Trump verkündeten Waffenruhe. Die Armee habe in Beirut «Terroristen-Hauptquartiere» als Reaktion auf vorherigen Beschuss Israels durch die Hisbollah angegriffen, teilten Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und Verteidigungsminister Israel Katz mit.

Die Hisbollah ist der wichtigste nichtstaatliche Verbündete des Irans. Teheran hatte zuvor gewarnt, dass weitere israelische Angriffe auf den Grossraum Beirut als neuer Eskalationsschritt in der regionalen Konfrontation gewertet würden.

Israel hatte seit Inkrafttreten einer offiziellen Waffenruhe Mitte April die Angriffe im Raum Beiruts deutlich eingeschränkt. US-Präsident Trump hatte dort auch einen Stopp israelischer Angriffe und ein Ende von Angriffen der Hisbollah auf Israel verkündet. Israel hatte jedoch damit gedroht, diese Gebiete im Falle von Hisbollah-Attacken auf Israel erneut anzugreifen und die Bewohner der Vororte erneut zur Flucht gedrängt. (dpa)

03:00 Uhr

Montag, 8. Juni

Trump hält trotz iranischer Angriffe an Abkommen fest

In einem Interview mit der «Financial Times» sagte Trump, die jüngsten Angriffe hätten «überhaupt nichts bewirkt» und würden keine Auswirkungen auf ein mögliches Abkommen haben. Zugleich betonte er, Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu werde eine von den USA ausgehandelte Vereinbarung akzeptieren müssen.

Trump geht davon aus, dass die Gespräche mit dem Iran fortgesetzt werden. Für den Fall eines Scheiterns stellte er jedoch weitere militärische Schritte oder die Fortsetzung der US-Blockade gegen den Iran in Aussicht.

Die USA und der Iran verhandeln seit Monaten über eine dauerhafte Lösung des Konflikts. Zwar gilt seit April eine verlängerte Waffenruhe, dennoch kommt es immer wieder zu Angriffen und Spannungen zwischen den Konfliktparteien. (dpa)

22:45 Uhr

Sonntag, 7. Juni

Medien: Trump fordert von Israel Verzicht auf Gegenschläge

Nach den neuesten Raketenangriffen des Irans auf Israel will US-Präsident Donald Trump Medienberichten zufolge den israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanyahu auffordern, auf Vergeltungsschläge gegen Teheran zu verzichten. Trump habe ein entsprechendes Telefonat mit Netanjahu angekündigt, berichtete ein Reporter des Nachrichtenportals «Axios» auf X. Der israelische Sender Kan berichtete ebenfalls, dass Israel nach Trumps Willen nicht auf die Angriffe reagieren solle. «Israel hat genug reagiert», sagte Trump demnach einem Korrespondenten des Senders. (dpa)

22:06 Uhr

Sonntag, 7. Juni

Iran: Luftwaffenstützpunkt in Israel attackiert

Irans Streitkräfte haben eigenen Angaben zufolge bei ihren Raketenangriffen auf Israel unter anderem auf Militäreinrichtungen gezielt. Der Luftwaffenstützpunkt Ramat David sei mit ballistischen Raketen attackiert worden, hiess es in einer von der iranischen Nachrichtenagentur Tasnim verbreiteten Erklärung der Revolutionsgarden.

In der Mitteilung begründeten Irans Revolutionsgarden, die Elitestreitmacht des Landes, ihre Angriffe mit der Eskalation im Libanon. Die Waffenruhe im Iran-Krieg Anfang April sei unter der Prämisse ausgehandelt worden, dass der Konflikt an allen Fronten eingestellt werden müsse, hiess es in der Erklärung. «Doch wie immer hielten sich die USA und das zionistische Regime nicht an ihre Verpflichtungen. Sie setzten sowohl ihre Angriffe und Verbrechen im Libanon fort als auch ihre wiederholten Übergriffe auf iranische Küstengebiete.»

Die nun erfolgten Angriffe bezeichneten die Revolutionsgarden als «Warnung». Sollte der Krieg wieder voll ausbrechen, «werden die Antworten umfassender ausfallen und sämtliche amerikanisch-zionistischen Ziele in der Region einschliessen», teilten die Streitkräfte weiter mit. (dpa)

22:04 Uhr

Sonntag, 7. JUni

Berichte: Israel will auf Raketenangriffe Irans reagieren

Israel will nach Medienberichten hart auf die ersten iranischen Raketenangriffe seit zwei Monaten reagieren. Der israelische TV-Sender N12 sowie das Nachrichtenportal «ynet» berichteten dies unter Berufung auf einen namentlich nicht genannten israelischen Regierungsvertreter.

«Der Iran kann vergessen, dass wir das hinnehmen werden – die Reaktion wird hart ausfallen», sagte der Repräsentant nach Angaben von «ynet». Man werde «nicht zulassen, dass sie irgendwelche neuen Spielregeln schaffen und unsere Souveränität verletzen». (dpa)

21:33 Uhr

Sonntag, 7. JUni

Iran meldet zwei Raketensalven auf Israel

Irans Streitkräfte haben nach Angaben von Staatsmedien zwei Raketensalven auf Israel gefeuert. Die zweite Welle zielte auf das Zentrum des Landes, wie der staatliche Rundfunk berichtete. (dpa)

21:17 Uhr

Sonntag, 7. JUni

Israelische Armee: Iran feuert Raketen in Richtung Israel

Die israelischen Streitkräfte haben nach eigenen Angaben Raketen identifiziert, die aus dem Iran auf Israel abgefeuert wurden. Abwehrsysteme seien im Einsatz, um die Bedrohung abzufangen, teilte das israelische Militär mit. (dpa)

15:37 Uhr

Sonntag, 7. JUni

Israel greift erneut Vororte von Beirut an

Israels Armee hat trotz der eigentlich verkündeten Waffenruhe die Vororte der libanesischen Hauptstadt Beirut angegriffen. Die Armee habe «Terroristen-Hauptquartiere» als Reaktion auf den Beschuss Israels durch die Hisbollah angegriffen, teilten Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und Verteidigungsminister Israel Katz mit.

Videos von Augenzeugen zeigten dichte Rauchwolken in den als Dahija bekannten Vororten von Beirut, die als Hochburg der Hisbollah gelten, aber auch dicht bewohnt sind. Augenzeugen beschrieben schwere Zerstörung an einem der Gebäude über mehrere Stockwerke. (dpa)

14:57 Uhr

Sonntag, 7. JUni

Klinik meldet fünf Tote bei Angriff Israels im Gazastreifen

Bei einem israelischen Angriff im südlichen Gazastreifen sind nach Krankenhausangaben fünf Palästinenser getötet worden. 15 weitere Menschen hätten bei einem Angriff auf einen Polizei-Kontrollpunkt im Bereich der Stadt Chan Junis Verletzungen erlitten, teilte das Nasser-Krankenhaus mit. Die Polizeikräfte im Gazastreifen werden von der islamistischen Hamas kontrolliert. Ein Sprecher der israelischen Armee teilte mit, man prüfe die Berichte über den Angriff. (dpa)

14:24 Uhr

Sonntag, 7. JUni

Raketen aus dem Libanon von Israels Raketenabwehr abgefangen

Der Norden Israels ist erneut vom Libanon aus mit Raketen angegriffen worden. Die Raketenabwehr habe zwei Geschosse abgefangen, die auf israelisches Gebiet vorgedrungen seien, teilte die Armee mit. Zuvor hatte es in den Ortschaften Jiftach und Ramot Naftali Raketenalarm gegeben. Es gab keine Berichte zu Verletzten. In der Nacht zum Donnerstag hatten sich Israel und der Libanon nach Angaben des US-Aussenministeriums auf einen neuen Anlauf zur Umsetzung der bisher faktisch kaum wirksamen Waffenruhe geeinigt. Die Hisbollah lehnte die vereinbarten Bedingungen ab, kurz darauf erfolgten neue Angriffe der mit dem Iran verbündeten Miliz. (dpa)

06:30 Uhr

Sonntag, 7. Juni

US-Militär: Zwei iranische Drohnen abgeschossen

Das US-Militär hat nach eigenen Angaben im Bereich der Strasse von Hormus zwei iranische Kampfdrohnen abgeschossen. Diese hätten eine Bedrohung für die internationale Schifffahrt in der Meerenge dargestellt, teilte das für den Nahen Osten zuständige US-Regionalkommando (Centcom) in der Nacht auf der Plattform X mit. US-Truppen seien weiterhin bereit, iranische Aggressionen abzuwehren.

Bereits am Samstagmorgen war es rund um den Persischen Golf trotz der eigentlich geltenden Waffenruhe und laufender Verhandlungen für ein Kriegsende erneut zu gegenseitigen Angriffen gekommen. (dpa)

13:08 Uhr

Samstag, 6. Juni

Libanesisches Militär: Soldaten bei israelischem Luftangriff getötet

Bei einem israelischen Luftangriff auf den Südlibanon sind mehrere Angehörige der libanesischen Armee ums Leben gekommen. Unter den Todesopfern des Angriffs vom Samstagmorgen sei ein ranghoher Offizier, teilte das libanesische Militär mit. Israel und der Libanon hatten erst vor wenigen Tagen eine neue Waffenruhe vereinbart. Der Luftangriff traf den Militärangaben zufolge eine Strasse zwischen der Stadt Nabatije und dem Ort Mardschajun. Weitere Details wurden nicht genannt. Das Militär nannte weder die Namen noch die Dienstgrade der getöteten Soldaten.

Lokale Fernsehsender berichteten, bei dem Luftangriff seien zwei Militärangehörige getötet worden, darunter ein Brigadegeneral. Die USA hatten die jüngste Waffenruhe zwischen Israel und der libanesischen Regierung vermittelt, die der Hisbollah-Miliz vorwirft, das Land in den Iran-Krieg hineingezogen zu haben. Die Hisbollah war an den Gesprächen nicht beteiligt und lehnte eine Feuerpause ab. (dpa)

11:05 Uhr

Samstag, 6. Juni

Bahrain verurteilt neue iranische Angriffe

Der Golfstaat Bahrain hat die erneuten iranischen Angriffe auf sein Staatsgebiet und Kuwait scharf verurteilt. Es handle sich um eine «eklatante» Verletzung der Souveränität beider Länder, berichtete die Staatsagentur BNA unter Berufung auf das bahrainische Aussenministerium. Der Iran müsse seine «ungerechtfertigten» Angriffe einstellen, hiess es weiter. Bahrain werde keine Kompromisse beim Schutz seiner Souveränität, Sicherheit und Bevölkerung eingehen.

In der Nacht war es trotz geltender Waffenruhe in der Golfregion zu einer neuen Eskalation zwischen den USA und dem Iran gekommen. In Bahrain und Kuwait wurde am frühen Morgen Raketenalarm ausgelöst. (dpa)

06:34 Uhr

Samstag, 6. Juni

Trump: Iran hat noch ein Fünftel seiner Raketen

Nach Schätzung von US-Präsident Donald Trump verfügt der Iran noch über gut ein Fünftel seines Raketenarsenals. Die meisten Drohnenfabriken, Abschussrampen und Einrichtungen zur Raketenproduktion seien ausgeschaltet worden, sagte er dem TV-Sender NBC News. «Aber sie verfügen weiterhin über Kapazitäten. Sie haben noch einige Raketen und einige Drohnen.» Trump ergänzte: «Prozentual würde ich sagen, vielleicht noch 21 bis 22 Prozent ihrer Raketen.» Das seien noch viele, aber nicht mehr das, was sie anfangs hatten. Es blieb unklar, worauf Trumps Schätzung des iranischen Raketenarsenals beruhte.

Zuletzt hatte es immer wieder Medienberichte gegeben, die unter Berufung auf US-Beamte oder Geheimdiensterkenntnisse nahelegten, dass der Iran weiter über einen grossen Teil seiner Raketen verfügt. Die «New York Times» etwa berichtete Mitte Mai, der Iran verfüge noch über etwa 70 Prozent seiner mobilen Abschussrampen sowie rund 70 Prozent seines Raketenarsenals. Die «Washington Post» hatte ähnliche Zahlen genannt. (dpa)

06:30 Uhr

Samstag, 6. Juni

USA und Iran greifen sich in Golfregion erneut an

Trotz geltender Waffenruhe haben sich die USA und der Iran in der Golfregion erneut gegenseitig angegriffen. Das US-Militär wehrte nach eigenen Angaben sechs vom Iran auf die mit den USA verbündeten Golfstaaten Kuwait und Bahrain abgefeuerte ballistische Raketen ab. Ein weiteres Geschoss habe sein Ziel verfehlt, teilte das für den Nahen Osten zuständige US-Regionalkommando (Centcom) auf der Plattform X mit. Zuvor hatte das US-Militär im Bereich der Strasse von Hormus nach eigenen Angaben vier iranische Drohnen abgewehrt und anschliessend im Iran Radarstellungen auf der dortigen Insel Qeschm und im Ort Goruk attackiert.

Die iranischen Revolutionsgarden - die Elitestreitmacht der Islamischen Republik - teilten laut der iranischen Nachrichtenagentur Tasnim kurz daraufhin mit, man habe als Reaktion auf die US-Angriffe Stützpunkte des Feindes in der Region attackiert. Kuwaits Luftabwehr war zuvor nach Armeeangaben gegen Angriffe mit Raketen und Drohnen im Einsatz. Auch in Bahrain gab es kurz darauf am frühen Morgen Raketenalarm. Das US-Militär dementierte derweil iranische Behauptungen, wonach in Bahrain das Hauptquartier der US-Marine im Nahen Osten beschädigt worden sei. (dpa)

13:49 Uhr

Freitag, 5. Juni

Libanon meldet sechst Tote nach israelischen Angriffen im Süden

Ungeachtet der jüngsten Waffenruhevereinbarung hat die israelische Luftwaffe erneut den Südlibanon angegriffen. Das Militär forderte am Freitag die Bewohner von neun Dörfern auf, die Gegend zu verlassen. Knapp drei Stunden später griffen Kampfflugzeuge an. Nach Angaben der staatlichen libanesischen Nachrichtenagentur NNA gab es sechs Tote. Hunderte Familien flohen aus Ankun und der Gegend von Aarnaja in der Nähe des überwiegend von Christen bewohnten Dorfes Maghduche bei Sidon.

Erst am Donnerstagabend waren bei einem Luftangriff in Tyrus drei Menschen getötet und sieben verwundet worden, wie das Gesundheitsministerium mitteilte. Unter ihnen seien drei Kinder und zwei Frauen, hiess es.

Die Angriffe erfolgten kurz nachdem die vom Iran unterstützte Hisbollah-Miliz das jüngste Waffenruheabkommen zwischen Israel und der libanesischen Regierung abgelehnt und einen vollständigen Rückzug Israels aus dem Libanon gefordert hatte. Die Regierung in Beirut wirft der schiitischen Hisbollah vor, den Libanon in einen Krieg mit Israel hineingezogen zu haben.

Die Hisbollah bildet im Libanon eine Art Staat im Staate und hatte sich Anfang März, kurz nach Beginn der israelischen Angriffe auf den Iran, an die Seite ihrer Schutzmacht Teheran gestellt und Israel attackiert. Israel reagierte mit heftigen Gegenschlägen und einer Bodenoffensive in den Südlibanon, bei der es etwa ein Fünftel des Nachbarlandes besetzte.

Den jüngsten Vereinbarungen zwischen Israel und der libanesischen Regierung zufolge sollen die libanesischen Streitkräfte die Kontrolle über Sicherheitszonen im Libanon übernehmen, aus denen die Miliz verbannt werden soll. Am Freitag wurden UN-Friedenstruppen und libanesische Truppen am Eingang des Dorfes Dibbine in der Nähe der Stadt Mardschajun gesichtet. Ein Bulldozer der Friedenstruppe öffnete die Hauptstrasse, die nach Dibbine führt. (dpa)

06:05 Uhr

Freitag, 5. Juni

Trotz Waffenruhe-Vereinbarung: Erneut Kämpfe im Libanon

Ungeachtet der zwischen Israel und dem Libanon vereinbarten Waffenruhe geht der Konflikt zwischen der Hisbollah-Miliz und Israel weiter. Bei einem erneuten Angriff der proiranischen Miliz auf die im Süden des Libanons stationierten Truppen wurde ein israelischer Soldat getötet, wie die Armee am Abend mitteilte. Die Hisbollah hatte kurz zuvor die in der Nacht zum Donnerstag in Washington zwischen dem Libanon und Israel vereinbarten Bedingungen für eine Waffenruhe abgelehnt.

Die libanesische Regierung ist keine Konfliktpartei in dem Krieg und hat nur begrenzten Einfluss auf die Hisbollah. Nach dem tödlichen Hisbollah-Angriff bombardierte die israelische Armee nach eigenen Angaben Infrastruktur der Miliz. In der Nacht gab die Hisbollah einen weiteren Raketenangriff auf die israelischen Truppen im Süden des Libanons bekannt. Unabhängig überprüfen liess sich das nicht. Von Israels Armee gab es dazu zunächst keine Mitteilung.

Hisbollah lehnt Bedingungen zur Waffenruhe ab

Hisbollah-Chef Naim Kassim hatte zuvor die Vereinbarung zwischen der libanesischen Regierung und Israel abgelehnt. US-Präsident Donald Trump sagte indes zu Reportern im Weissen Haus, die Hisbollah habe mit ihm gesprochen und es nicht zurückgewiesen. «Sie sagten, «wie wäre es, aufzuhören?»», erklärte Trump und schien anzudeuten, dass es nach seiner Einschätzung Fortschritte bei der Beendigung der Kämpfe geben wird. «Es wäre wirklich schön, wenn der Libanon etwas Frieden haben könnte.» (dpa)

15:05 Uhr

Donnerstag, 4. Juni

Trump schimpft über US-Resolution zum Iran-Krieg

US-Präsident Donald Trump hat erzürnt auf den Beschluss des Repräsentantenhauses für ein Ende der Militäraktionen gegen den Iran reagiert. Die vier Republikaner, die der Resolution zur Mehrheit verholfen haben, seien Wichtigtuer, schrieb Trump am Donnerstag auf seiner Plattform Truth Social und verlangte: «Sie sollten sich schämen.»

Trump kritisierte, die Resolution sei verabschiedet worden, während er «mitten in den abschliessenden Verhandlungen für ein Ende des Krieges» gegen den Iran stecke. Die oppositionellen Demokraten seien geistesgestört. «Sie würden lieber unser Land scheitern lassen, als mir einen weiteren von vielen Siegen zu schenken», schrieb er. Dass auch vier Republikaner für die Resolution gestimmt haben, sei eine ganz andere Sache. Der Beschluss sei aber bedeutungslos.

Das Repräsentantenhaus hatte in der Nacht mit 215 zu 208 Stimmen für eine Resolution votiert, mit der die Militäraktion der USA gegen den Iran gestoppt werden soll. Die Vorlage geht jetzt in den Senat, wo vier republikanische Senatoren im Mai gemeinsam mit den Demokraten eine ähnliche Vorlage zur Einschränkung der US-Militäraktionen gegen den Iran vorangetrieben haben. Eine endgültige Abstimmung darüber steht aber noch aus.

Seit Trump Ende Februar den Angriff auf den Iran angeordnet hatte, haben die Demokraten wiederholt Abstimmungen über Resolutionen zu den Kriegsbefugnissen erzwungen. Diese würden Trump verpflichten, entweder die Zustimmung des Kongresses für den Krieg einzuholen oder die US-Truppen abzuziehen.

Selbst wenn beide Kongress-Kammern ein entsprechendes Gesetz verabschieden sollten, ist unklar, ob Trump es umsetzen würde. Um die War Powers Resolution von 1973 zu umgehen, argumentiert das Weisse Haus, die Feindseligkeiten mit dem Iran seien durch eine Waffenruhe faktisch beendet. (dpa)

14:55 Uhr

Donnerstag, 4. Juni

Hisbollah lehnt verlängerte Waffenruhe zwischen Israel und Libanon ab

Die vom Iran unterstützte Hisbollah-Miliz lehnt die jüngste Waffenruhevereinbarung zwischen Israel und der libanesischen Regierung ab. Hisbollah-Chef Naim Kassem teilte am Donnerstag mit, ein Rückzug seiner Kämpfer aus dem Südlibanon, wie in der Vereinbarung gefordert, würde eine Kapitulation bedeuten. Er forderte einen vollständigen Rückzug Israels aus dem Libanon.

Der Hisbollah gehe es um ein Ende der Aggression, eine Waffenruhe und einen Rückzug Israels, sagte Kassem. «Wir haben gegenüber keiner Partei zugesagt, den Widerstand einzustellen, solange die Besatzung andauert.»

Ungeachtet der Vereinbarung halten die Gefechte im Libanon an, und israelische Truppen haben weite Teile des Südens eingenommen. Der Iran hat gefordert, dass sich jeder dauerhafte Waffenstillstand auch auf den Libanon erstrecken muss. Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu will die Offensive dagegen so lange fortsetzen, bis die Hisbollah keine Bedrohung mehr darstellt. (dpa)

10:56 Uhr

Donnerstag, 4. Juni

Unifil-Soldat stirbt nach Angriff im Südlibanon

Ein Soldat der UN-Friedensmission Unifil im Libanon ist nach UN-Angaben einem Mörserangriff im Südlibanon gestorben. Der Soldat sei in den frühen Morgenstunden seinen Verletzungen erlegen, nachdem er zunächst in ein Krankenhaus in der libanesischen Hauptstadt Beirut geflogen worden war.

Der Angriff ereignete sich den Angaben am späten Mittwochabend in der Nähe des Orts Mardsch Ujun im Südlibanon. Zwei weitere Blauhelme seien ebenfalls verletzt worden, hiess es.

Unifil machte zunächst keine Angaben dazu, von welcher Seite aus der Angriff kam. (dpa)

09:56 Uhr

Donnerstag, 4. Juni

Berichte über neun Tote bei israelischen Angriffen in Gaza

Bei neuen israelischen Luftangriffen in der Stadt Gaza sind nach palästinensischen Angaben mindestens neun Menschen getötet worden. 15 weitere Palästinenser hätten dabei Verletzungen erlitten, berichtete die palästinensische Nachrichtenagentur Wafa. Es seien insgesamt vier Wohnungen angegriffen worden. Unter den Verletzten sei ein neunjähriges Mädchen. Ein israelischer Armeesprecher sagte auf Anfrage, man prüfe die Berichte.

Offiziell gilt seit Oktober vergangenen Jahres eine Waffenruhe im Gazastreifen. Dennoch kommt es immer wieder zu israelischen Angriffen und bewaffneten Zwischenfällen. (dpa)

09:14 Uhr

Donnerstag, 4. Juni

Libanon meldet Angriffe trotz Waffenruhe

Trotz eines neuen Anlaufs, die bisher kaum wirksame Waffenruhe im Konflikt zwischen Israel und der Hisbollah umzusetzen, kommt es im Libanon weiter zu israelischen Angriffen. Die staatliche Nachrichtenagentur NNA berichtete am Morgen von mindestens zwei Drohnenangriffen auf verschiedene Fahrzeuge im Süden des Landes. Das israelische Militär äusserte sich zunächst nicht. (dpa)

06:03 Uhr

Donnerstag, 4. Juni

Libanon und Israel wollen brüchige Waffenruhe umsetzen

Israel und der Libanon haben sich nach Angaben des US-Aussenministeriums auf einen Weg zur Umsetzung der bisher faktisch kaum wirksamen Waffenruhe geeinigt. Die Waffenruhe sei abhängig von einer kompletten Einstellung der Angriffe der proiranischen Hisbollah-Miliz gegen Israel, hiess es in einer gemeinsamen Erklärung nach Gesprächen zwischen israelischen und libanesischen Regierungsvertreten in Washington.

Im aktuellen Konflikt stehen sich Israel und die Schiiten-Miliz gegenüber. Die libanesische Regierung ist selbst keine Kriegspartei - und hat auch nur begrenzt Einfluss auf die Hisbollah. Die mit Teheran verbündete Miliz ist nicht an den Gesprächen beteiligt. Sie sieht Verhandlungen mit Israel als Kapitulation an. (dpa)

08:30 Uhr

Mittwoch, 3. Juni

Kuwait setzt Flüge nach Drohnenangriff auf Flughafen aus

Kuwait hat nach einem iranischen Drohnenangriff auf den internationalen Flughafen des Landes den kommerziellen Flugverkehr ausgesetzt. Bei dem Angriff auf das Passagiergebäude des Kuwait International Airport seien mehrere Menschen verletzt worden, teilte das Verteidigungsministerium am Mittwoch mit. Ministeriumssprecher Saud Abdulasis al-Otaibi sagte, «eine Reihe feindlicher Drohnen» habe das Passagiergebäude ins Visier genommen. Es sei schwer beschädigt worden.

Zuvor war die Lage zwischen den USA und dem Iran eskaliert. Der Iran nahm Kuwait und Bahrain unter Beschuss. Das US-Militär teilte mit, es habe eine iranische Militäreinrichtung angegriffen, um Vergeltung zu üben. (dpa)

06:09 Uhr

Mittwoch, 3. Juni

US-Militär: Weiterer Angriff des Irans abgewehrt

Das US-Militär hat nach eigenen Angaben in der Nacht einen weiteren iranischen Angriff auf die amerikanischen Streitkräfte im Golfstaat Kuwait abgewehrt. Eine «Welle iranischer Drohnen» habe ihr Ziel verfehlt, teilte das für den Nahen Osten zuständige Regionalkommando (Centcom) auf der Plattform X mit. Die US-Luftverteidigung habe mehrere Drohnen erfolgreich abgeschossen. Niemand sei verletzt worden, es gebe keine Schäden, hiess es weiter. Die Angaben liessen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen.

Zuvor hatte das US-Militär bereits einen grösseren Angriff des Irans auf Ziele in Kuwait und dem Inselstaat Bahrain nach eigenen Angaben erfolgreich abgewehrt. Die beiden Staaten am Persischen Golf beherbergen wichtige US-Militärstützpunkte. (dpa)

22:48 Uhr

Dienstag, 2. Juni

Rubio: Netanyahus Gaza-Vorstoss ist nicht Teil von Trumps Plan

US-Aussenminister Marco Rubio hat sich von Äusserungen des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanyahu distanziert, wonach Israel 70 Prozent des Gazastreifens erobern will. In einer Anhörung im Repräsentantenhaus sagte Rubio am Dienstag, Netanyahus Darstellung sei nicht Bestandteil des 20-Punkte-Plans von Präsident Donald Trump zur Beendigung des Konflikts zwischen Israel und der militant-islamistischen Hamas.

Die Demokratin Rose DeLauro aus Connecticut, ranghöchste Abgeordnete im Haushaltsausschuss, hatte Rubio gefragt, wie die US-Regierung zu dem israelischen Ziel einer weitreichenden Einnahme des Gazastreifens stehe. Rubio entgegnete, der US-Plan ziele darauf ab, die Herrschaft der Hamas zu beenden und das Gebiet wieder aufzubauen. «Wir haben einen Plan – der sieht das nicht vor», sagte Rubio.

Ziel sei ein Gazastreifen, der von einer Instanz regiert werde, die nicht zur Hamas gehöre, erklärte der Aussenminister. Dies liege letztlich auch im Interesse Israels. (dpa)

21:24 Uhr

Dienstag, 2. Juni

You're fucking crazy! Alle hassen dich, du würdest im Gefängnis sitzen ohne mich»: Trump rastet gegenüber Netanyahu aus

Der US-Präsident knöpft sich seinen Kumpel Bibi vor. Was Trump zum Kochen brachte – und warum dabei viel mehr als die Freundschaft der beiden auf dem Spiel steht. (chm)

Mehr zum Thema:

20:19 Uhr

Dienstag, 2. Juni

Proiranische Milizen im Irak wollen Waffen abgeben

Zwei der mächtigsten vom Iran unterstützten Milizen im Irak wollen nach eigenen Angaben damit beginnen, ihre Waffen an die Behörden zu übergeben. Die Gruppe Assaib Ahl al-Hak und die Imam-Ali-Brigaden kündigten am Dienstag entsprechende Schritte an. Assaib Ahl al-Hak gab die Gründung eines Komitees bekannt, das die Übergabe überwachen solle. Geplant sei, Kämpfer, Waffen und Ausrüstung zu erfassen und sich mit dem Oberbefehlshaber der irakischen Streitkräfte abzustimmen.

Die Gruppe stellte die Entscheidung als Reaktion auf Aufrufe der obersten schiitischen Religionsautorität im Irak und des sogenannten Koordinationsrahmens dar. Das Bündnis ist der grösste Block im Parlament und dominiert die irakische Politik. Auch die Imam-Ali-Brigaden kündigten an, ihre Waffen an den Staat zu übergeben. Die Zeit sei gekommen, «einen starken Staat mit voller Souveränität» aufzubauen.

Für die neue irakische Regierung wäre die Übergabe ein wichtiger Schritt bei dem Versuch, bewaffnete Gruppen stärker unter staatliche Kontrolle zu bringen. Viele vom Iran unterstützte Milizen werden über den irakischen Staatshaushalt finanziert und sind in den Sicherheitsapparat eingebettet, operieren aber weitgehend eigenständig.

Ministerpräsident Ali al-Saidi, der im Mai vereidigt wurde, hat ein staatliches Waffenmonopol zu einem Kernpunkt seines Programms gemacht. Dabei steht der 40 Jahre alte frühere Banker auch unter Druck aus Washington. Denn der Iran-Krieg, der mit Angriffen der USA und Israels auf die Islamische Republik am 28. Februar begann, hat die Schwäche der irakischen Institutionen und ihre begrenzten Möglichkeiten offengelegt, vom Iran unterstützte Gruppen von Angriffen abzuhalten. (dpa)

20:10 Uhr

Dienstag, 2. Juni

Trump weist Berichte über Abbruch der Iran-Gespräche zurück

US-Präsident Donald Trump hat Berichte iranischer Medien über einen Abbruch der indirekten Gespräche mit den Vereinigten Staaten bestritten. Trump bezeichnete am Dienstag in den sozialen Medien entsprechende Berichte iranischer Nachrichtenagenturen als «falsch und irreführend».

«Die Gespräche zwischen uns laufen ununterbrochen weiter, auch vor vier Tagen, vor drei Tagen, vor zwei Tagen, vor einem Tag und heute», erklärte der US-Präsident. «Wohin sie führen, weiss man nie, aber wie ich dem Iran gesagt habe: «Es ist an der Zeit, dass ihr auf die eine oder andere Weise einen Deal macht. Ihr macht das schon seit 47 Jahren, und das darf nicht länger so weitergehen!»»

Die halbstaatlichen Nachrichtenagenturen Fars und Tasnim berichteten am Dienstag, der Iran habe die Kommunikation mit den Vermittlern über eine Fortsetzung der Waffenruhe im Krieg mit den USA und Israel eingestellt. (dpa)

19:05 Uhr

Dienstag, 2. Juni

Netanyahu: Werden Irans Führung beim Verschwinden helfen

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanyahu hält an dem Ziel fest, die iranische Regierung stürzen zu wollen. Die Führung in Teheran sei «dazu bestimmt, aus der Welt zu verschwinden», sagte er bei einer Zeremonie zum Amtsantritt des neuen Leiters des israelischen Auslandsgeheimdienstes Mossad, Roman Gofman. «Und wir werden ihr dabei helfen, dieses Ziel zu erreichen». Einzelheiten dazu, wie genau dies gelingen soll, liess er offen.

Zu Beginn des Kriegs hatte US-Präsident Donald Trump die iranische Bevölkerung ermutigt, ihre Führung zu stürzen. Später äusserte er sich zu dem Thema nicht mehr. Auch Netanjahu forderte die Menschen im Iran mehrfach dazu auf, sich gegen ihre Regierung aufzulehnen. Beobachter in Israel mutmassten, Israel sei der Sturz der Führung in Teheran wichtiger als den USA. Seit einiger Zeit, vor allem seit Beginn der Waffenruhe am 8. April, erwähnte Netanjahu einen Machtwechsel im Iran dann auch nicht mehr.

Iran-Experten sind skeptisch, ob die iranische Führung während des Kriegs gestürzt werden kann. Als Gründe führen sie an, dass die iranische Opposition nicht geeint sei. Es sei auch nicht zu erkennen, dass die Elite oder die Revolutionsgarden gespalten seien. (dpa)

18:16 Uhr

Dienstag, 2. Juni

Rubio: Keine Sanktionserleichterung für Öffnung der Strasse von Hormus

Der Iran soll nach Angaben von US-Aussenminister Marco Rubio keine Sanktionserleichterungen allein für eine Wiederöffnung der Strasse von Hormus erhalten. In einer Anhörung im Kongress am Dienstag fragte der demokratische Senator Chris Murphy Rubio, welche Anreize die US-Regierung Teheran im Gegenzug für ein Abkommen bieten würde. «Werden sie Erleichterungen nur im Austausch für die Wiederöffnung der Meerenge erhalten?», fragte Murphy. Rubio antwortete: «Nein, das wurde nicht besprochen. Das wurde nicht angeboten.»

Rubio sagt, es gebe Anzeichen für eine stärkere Beteiligung des neuen Obersten Führers Modschtaba Chamenei an den Gesprächen mit den USA.
Bild: AP

Rubio sagte vor dem Ausschuss für Auswärtige Beziehungen, Sanktionserleichterungen könnten erst nach erheblichen Zugeständnissen im Zusammenhang mit dem iranischen Atomprogramm und dem angereicherten Uran gewährt werden. Der Aussenminister äusserte sich auch zum neuen Obersten Führer des Irans, Ajatollah Modschtaba Chamenei. Die US-Unterhändler hätten Anzeichen dafür gesehen, dass Chamenei zunehmend an den Gesprächen mit den USA beteiligt sei, sagte Rubio. Chamenei, der die Nachfolge seines Vaters angetreten hat, ist bisher nicht öffentlich aufgetreten.

Angesichts dessen, was mit Vertretern der iranischen Führung geschehen sei, sei es für sie wahrscheinlich nicht ratsam, sich sehr öffentlich zu zeigen, sagte Rubio. «Dennoch glaube ich, dass es Anzeichen dafür gibt, dass er sich auf einer gewissen Ebene zunehmend engagiert, auch wenn seine gesamte Kommunikation schriftlich und über Mittelsmänner erfolgt ist.» (dpa)

17:37 Uhr

Dienstag, 2. Juni

Israel und Libanon starten neue Gesprächsrunde in Washington

Trotz neuer israelischer Angriffe auf die Hisbollah-Miliz haben Israel und der Libanon in Washington eine weitere Runde politischer Gespräche aufgenommen. Vertreter der USA und Israels teilten mit, dass die Treffen zwischen den israelischen und libanesischen Botschaftern am Dienstag wie geplant im Aussenministerium in Washington begonnen hätten.

Den zweitägigen Gesprächen ging ein Sicherheitstreffen zwischen beiden Seiten voraus, das am Freitag im Pentagon stattfand. Keiner der Teilnehmer des Treffens gab einen Kommentar ab, als sie vor Beginn der Gespräche für Fotos posierten. (dpa)

16:43 Uhr

Dienstag, 2. Juni

Israelische Waffenexporte erreichen Rekordwert

Nach Angaben des israelischen Verteidigungsministeriums erreichten die Waffenexporte einen Wert von 19 Milliarden Dollar. Mehr als die Hälfte der Aufträge hatte ein Volumen von mindestens 100 Millionen Dollar. Innerhalb von fünf Jahren hätten sich die Ausfuhren damit mehr als verdoppelt. Angaben zu den Abnehmerstaaten machte das Ministerium nicht.

Branchenvertreter führen die hohe Nachfrage auf die Kampferfahrung israelischer Waffensysteme zurück. Viele Staaten würden israelische Technologie nutzen, weil deren Einsatzfähigkeit unter realen Bedingungen sichtbar sei.

Verteidigungsminister Israel Katz sprach von einem Zusammenhang zwischen den militärischen Erfolgen Israels und der Nachfrage nach israelischen Rüstungsgütern. Künftig soll laut Ministerium insbesondere die Abwehr von Drohnen weiterentwickelt werden, die sich zuletzt als besondere Herausforderung erwiesen hat. (dpa)

16:40 Uhr

Dienstag, 2. Juni

Iran: Keine Gespräche mehr mit den USA

Nach Wochen stagnierender Verhandlungen zwischen dem Iran und den USA berichten iranische Medien von einem Ende der Verhandlungen zwischen den Kriegsparteien. Seit mehreren Tagen fänden keine Gespräche mehr zwischen Teheran und Washington statt, berichtete die iranische Nachrichtenagentur Fars, die den mächtigen Revolutionsgarden nahesteht.

Das Ende der indirekten Verhandlungen mit den USA komme im Zuge des andauernden Kriegs Israels im Libanon, hatte am Montag die iranische Agentur Tasnim berichtet. Solange der Krieg dort weitergehe, gebe es keine Gespräche, hiess es weiter. Israel führt im Libanon Krieg gegen die Hisbollah-Miliz, die vom Iran unterstützt wird.

Noch am Montagabend hatte der iranische Verhandlungsführer und Parlamentspräsident Mohammad Bagher Ghalibaf auf X geschrieben, sollte «die israelische Aggression gegen den Libanon» andauern, werde man «nicht nur den Verhandlungsweg stoppen, sondern auch in eine direkte Konfrontation mit dem Feind treten». US-Präsident Donald Trump hatte auf Truth Social betont, die Gespräche mit Teheran würden in «schnellem Tempo» fortgeführt.

Zudem hatte Trump ein Ende der Kämpfe im Libanon angekündigt. Am Mittwoch sollen politische Gespräche zwischen Israel und dem Libanon in der US-Hauptstadt Washington fortgesetzt werden. (dpa)

16:06 Uhr

Dienstag, 2. Juni

Iranische Medien: Teheran bricht Gespräche mit Vermittlern ab

Der Iran hat laut iranischen Nachrichtenagenturen die Gespräche mit Vermittlern über ein Ende des Krieges abgebrochen. Die halbstaatlichen Agenturen Fars und Tasnim, die der paramilitärischen Revolutionsgarde nahestehen, berichteten am Dienstag, der Abbruch sei erfolgt, nachdem Israel gedroht habe, die libanesische Hauptstadt Beirut zu bombardieren.

Aus Kreisen der Vermittler verlautete, der Iran habe am Dienstag überhaupt nicht kommuniziert. Zuvor habe Teheran erklärt, im Libanon müsse eine Waffenruhe durchgesetzt werden, damit die Verhandlungen fortgesetzt werden könnten.

Der Iran besteht darauf, dass die Kämpfe im Libanon Teil der umfassenderen Waffenruheverhandlungen mit den Vereinigten Staaten sind. Israel und die USA vertreten hingegen die Auffassung, dass die Gefechte im Libanon nichts mit den Verhandlungen mit dem Iran zu tun haben. (dpa)

15:57 Uhr

Dienstag, 2. Juni

Iran bereitet Beisetzung von Chamenei vor

Mehr als drei Monate nach der Tötung des iranischen Staatsoberhaupts Ajatollah Ali Chamenei gibt es erstmals Äusserungen zu seinem geplanten Begräbnis. Die Beerdigung sei für den Beginn des islamischen Trauermonats Muharram geplant, sagte der stellvertretende Teheraner Bürgermeister Amin Tawakolisadeh, wie iranische Medien berichteten. Ein Datum wäre somit ab Mitte Juni möglich.

Im Iran laufen die Vorbereitungen für die Beisetzung des getöteten Religionsführers Ajatollah Ali Chamenei und die geplanten Trauerfeiern in mehreren Städten.
Bild: EPA

Die Trauerfeiern sollen offiziell in der iranischen Hauptstadt Teheran, der Pilgerstadt Ghom sowie Chameneis Heimatort Maschhad abgehalten werden. In dem zentralen religiösen Zentrum Maschhads, dem Imam-Resa-Mausoleum, soll der frühere Religionsführer beigesetzt werden. In Teheran bereiten sich die Behörden auf Versammlungen von bis zu 20 Millionen Menschen vor.

Chamenei war am 28. Februar, dem ersten Tag des Kriegs, bei einem israelischen Luftangriff auf seinen Amtssitz in Teheran getötet worden. Lange blieb unklar, wann der oberste Führer, der den Iran jahrzehntelang mit harter Hand regiert hatte, beigesetzt werden soll. Auch aus Sicherheitsgründen waren zunächst keine grossen Trauerfeierlichkeiten geplant, bei denen hochrangige Vertreter aus Politik und Militär erwartet werden. (dpa)

14:54 Uhr

Dienstag, 2. Juni

Libanon meldet acht Tote nach israelischen Angriffen

Bei israelischen Drohnenangriffen im Süden des Libanon sind nach libanesischen Angaben acht Menschen getötet worden. Nach Angaben der staatlichen libanesischen Nachrichtenagentur NNA vom Dienstag wurden bei einem Drohnenangriff ein Vater sowie dessen Sohn und Tochter getötet. Die libanesische Armee teilte zudem mit, dass zwei ihrer Soldaten bei einem weiteren Drohnenangriff leicht verletzt wurden.

Die NNA meldete weitere tödliche Angriffe in den Orten Dschibschit und Tul sowie nahe Haruf. Dabei seien insgesamt fünf Menschen ums Leben gekommen. Das israelische Militär erklärte jedoch, ihm seien dort keine israelischen Angriffe bekannt.

Die vom Iran unterstützte Hisbollah-Miliz feuerte Panzerabwehrraketen auf israelische Soldaten im Südlibanon. In mehreren Gebieten im Norden Israels seien Warnsirenen ausgelöst worden, teilte das israelische Militär mit. Verletzte seien nicht gemeldet worden.

Die Angriffe erfolgten einen Tag, nachdem US-Präsident Donald Trump erklärt hatte, Israel und die Hisbollah hätten einer Deeskalation zugestimmt. Trump hatte nach einem Telefonat mit Israels Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu erklärt, Israel werde keine Truppen nach Beirut entsenden. Die Kämpfe gingen jedoch auf ähnlichem Niveau weiter. Trotz einer im April vereinbarten Waffenruhe greifen sich beide Seiten weiterhin an. (dpa)

14:25 Uhr

Dienstag, 2. Juni

Berichte: Trump soll Netanyahu massiv beschimpft haben

Nach Berichten von «Axios» und CNN verlor Trump in einem Telefonat mit Netanjahu die Beherrschung und überzog ihn mit Beschimpfungen. Der US-Präsident soll seinem Verbündeten vorgeworfen haben, mit neuen Angriffsdrohungen die Verhandlungen über ein mögliches Abkommen mit dem Iran zu gefährden. Aus dem Umfeld Netanyahus hiess es hingegen, das Gespräch sei zwar angespannt gewesen, habe aber zu Einigungen geführt.

Der Vorfall deutet auf wachsende Spannungen zwischen den beiden Politikern hin. Netanjahu steht innenpolitisch wegen der Lage im Libanon unter Druck, während die Unterstützung für Israel in den USA laut Experten zunehmend schwindet – auch unter Republikanern. Beobachter sehen darin eine mögliche Belastung für das bislang enge Verhältnis zwischen Washington und Jerusalem. (dpa)

12:09 Uhr

Dienstag, 2. Juni

Trump nennt «nächste Woche» für mögliche Iran-Einigung

US-Präsident Donald Trump hat die «nächste Woche» als Zeitraum für eine mögliche Einigung mit dem Iran auf ein Rahmenabkommen genannt, das die Öffnung der Strasse von Hormus umfasst. Das berichtete der US-Sender ABC News unter Berufung auf ein Telefon-Interview mit Trump. Dieser habe ergänzt, dass er noch Punkte klären müsse und dem Abkommen noch nicht zugestimmt habe. Auch aus dem Iran gibt es bislang keine öffentliche Zusage für eine Einigung. Trump hat in der Vergangenheit immer wieder optimistische Zeitpläne bekanntgegeben, die dann schnell von der Realität eingeholt wurden. (dpa)

22:48 Uhr

Montag, 1. Juni

Netanyahu hält trotz Trump-Vorstoss an Drohungen gegen Hisbollah fest

Netanyahu erklärte, Israel werde Hisbollah-Stellungen in der libanesischen Hauptstadt angreifen, falls die Miliz ihre Attacken auf israelische Städte nicht einstelle. Gleichzeitig sollen die israelischen Militäroperationen im Südlibanon fortgesetzt werden. Zuvor hatte Trump angekündigt, beide Seiten würden ihre gegenseitigen Angriffe vorerst stoppen.

Nach Angaben des libanesischen Präsidenten Joseph Aoun bezieht sich die geplante Deeskalation zunächst nur auf die südlichen Vororte Beiruts. Die Hisbollah habe dem Vorschlag eines gegenseitigen Angriffsstopps zugestimmt. Langfristig soll die Waffenruhe auf den gesamten Libanon ausgeweitet werden.

Vertreter Israels und des Libanons verhandeln seit Wochen in Washington über eine Entschärfung des Konflikts. Weitere Gespräche sind für Dienstag und Mittwoch geplant. (dpa)

21:54 Uhr

Montag, 1. Juni

Libanon: Israels Angriffsstopp betrifft vorerst nur Beiruter Vororte

Der von US-Präsident Donald Trump angekündigte Stopp israelischer Angriffe auf die Hisbollah im Libanon bezieht sich nach Angaben von Libanons Präsidenten Joseph Aoun zunächst auf die südlichen Vororte der Hauptstadt Beirut. «Nach der vorgeschlagenen Vereinbarung werden die israelischen Angriffe auf die südlichen Vororte Beiruts eingestellt, während die Hisbollah im Gegenzug auf Angriffe gegen Israel verzichtet», teilte das Präsidialamt auf X mit. Die Waffenruhe solle auf das gesamte libanesische Staatsgebiet ausgeweitet werden.

Die Hisbollah ihrerseits habe dem US-Vorschlag für einen gegenseitigen Stopp der Angriffe mit Israel zugestimmt. Die libanesischen Behörden hätten eine entsprechende Bestätigung erhalten.

Nach Angaben Aouns informierte US-Präsident Donald Trump die libanesische Botschafterin in Washington, Nada Hamadeh Moawad, darüber, dass auch Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu dem Vorschlag zugestimmt habe. Die Botschafterin habe die Informationen anschliessend an Aoun weitergeleitet, der seinerseits die Hisbollah darüber unterrichtet habe.

Die für Dienstag und Mittwoch geplanten Verhandlungen sollen nach Angaben des Präsidialamtes fortgesetzt werden, um die jüngsten Fortschritte zu erörtern und darauf aufzubauen.

Die als Dahija bekannten südlichen Vororte Beirut sind ein wichtiges Einflussgebiet der Hisbollah. Nachdem sich die Lage zwischen Israel und der vom Iran unterstützen Organisation in den vergangenen Tagen deutlich zugespitzt hatte, kündigte Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu erneut auch wieder Angriffe in Dahija an.

Seit einer Waffenruhe, die Mitte April, erstmals zwischen der libanesischen und israelischen Regierung vereinbart wurde, hatte das israelische Militär seine Angriffe in den Vororten bereits grösstenteils eingestellt. (dpa)

20:25 Uhr

Montag, 1. Juni

Trump: Gespräche mit Iran gehen weiter

Die Verhandlungen zwischen Washington und Teheran für ein mögliches Rahmenabkommen im Iran-Krieg gehen nach Aussage von US-Präsident Donald Trump weiter. In «schnellem Tempo» würden die Gespräche fortgeführt, schrieb der Republikaner am Nachmittag (Ortszeit) auf der Plattform Truth Social. Davor hatte der Sender CNBC Trump mit den Worten zitiert, dass sich die Gegenseite zu viel Zeit gelassen habe und dass die Verhandlungen anfingen, «sehr langweilig» zu werden.

US-Präsident Donald Trump äussert sich zu den laufenden Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran über ein mögliches Rahmenabkommen.
Bild: EPA

Seit Tagen ringen die USA und der Iran um ein Rahmenabkommen unter anderem zur Verlängerung der seit dem 8. April geltenden Waffenruhe. Trotz dieser Feuerpause kam es jedoch immer wieder zu gegenseitigem Beschuss. (dpa)

20:13 Uhr

Montag, 1. Juni

Trump kündigt Stopp der Angriffe zwischen Israel und Hisbollah an

Auf seiner Plattform Truth Social erklärte Trump, Israel werde zudem keine Truppen nach Beirut entsenden. Bereits in Marsch gesetzte Soldaten seien zurückbeordert worden. Zuvor habe er ein «sehr produktives» Telefonat mit Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sowie ein «sehr gutes» Gespräch mit ranghohen Vertretern der Hisbollah geführt. Eine Bestätigung der Angaben durch Israel oder die Hisbollah gab es zunächst nicht.

Bild: Screenshot: Truth Social

Die Lage im Libanon hat sich in den vergangenen Wochen deutlich verschärft. Zwar schlossen Israel und die libanesische Regierung Mitte April eine Waffenruhe, die Hisbollah lehnt jedoch Verhandlungen mit Israel ab. Seither kommt es weiterhin täglich zu Angriffen auf beiden Seiten und immer wieder zu Todesopfern.

Zuletzt hatte Netanjahu neue Angriffe auf die südlichen Vororte Beiruts angekündigt. Parallel laufen in Washington Gespräche zwischen Vertretern Israels und des Libanons über eine mögliche Entschärfung des Konflikts. Weitere Verhandlungen sind für Dienstag geplant. (dpa)

19:57 Uhr

Montag, 1. Juni

Trump: Israel und Hisbollah stimmen Deeskalation zu

Israel und die militante Hisbollah im Libanon haben nach Angaben von US-Präsident Donald Trump einer Deeskalation bei den Kämpfen zugestimmt.

Bild: Screenshot: Truth Social

Trump teilte das am Montag in den sozialen Medien nach einem Telefonat mit dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu mit. Zudem habe er über Vermittler mit der Hisbollah im Austausch gestanden, hiess es. (dpa)

18:55 Uhr

Montag, 1. Juni

Libanon: Schäden und Tote nach Angriff nahe Krankenhaus

Bei einem israelischen Luftangriff nahe einem Krankenhaus in der Küstenstadt Tyrus sind nach libanesischen Angaben mehrere Menschen getötet und verletzt worden. Die staatliche Nachrichtenagentur NNA berichtete, dass der Strom auf der Intensivstation infolge des Angriffs ausgefallen sei. Eine Opferzahl wurde zunächst nicht genannt.

Auf Bildern in sozialen Medien war zu sehen, wie die Räume des Krankenhauses zum Teil komplett verwüstet wurden. Lokale Medien berichteten, es seien massive Schäden entstanden. Die Kühlräume der Halle, in denen sich Leichen der im Konflikt Getöteten befanden, seien zerstört. Das gegenüber dem Krankenhaus gelegene Gebäude wurde Berichten zufolge von drei Raketen getroffen und dadurch nahezu komplett zerstört. Die israelische Armee äusserte sich zunächst nicht.

Nach jüngsten Angaben des Gesundheitsministeriums wurden im Libanon seit Ausbruch der aktuellen Eskalation Anfang März 3433 Menschen getötet und mehr als 10'000 weitere verletzt. (dpa)

18:54 Uhr

Montag, 1. Juni

Iran fordert Menschen in Nordisrael zur Flucht auf

Der Iran warnt Israel vor Angriffen auf Vororte der libanesischen Hauptstadt Beirut. Das iranische Militärhauptquartier Chatam al-Anbija forderte die Bewohner von Israels Norden im Staatssender Irib zur Flucht auf, «um keinen Schaden zu nehmen», falls Israel tatsächlich Beirut angreifen sollte.

Zuvor hatte ein Sprecher der iranischen Streitkräfte im Staatssender gesagt, für den Iran sei der israelische Krieg im Libanon gegen die proiranische Hisbollah-Miliz nicht länger hinnehmbar. Er sprach eine Warnung für Israel und «seine westlichen Unterstützer» aus.

Das israelische Militär hatte die Bewohner der südlichen Vororte der libanesischen Hauptstadt Beirut zur Flucht aufgerufen. Eine Waffenruhe im Libanon gilt als Teil der Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran. Zuletzt hatte der iranische Aussenminister Abbas Araghtschi auf X bekräftigt, dass aus iranischer Sicht die Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran den Libanon einschliesse. (dpa)

17:52 Uhr

Montag, 1. Juni

Behörde: Explosion auf Frachtschiff nahe Irak

Ein Frachtschiff ist im Persischen Golf südöstlich des irakischen Hafens Umm Kasr von einem unbekannten Geschoss getroffen worden. Wie die britische Behörde für die Sicherheit der Handelsschifffahrt UKMTO mitteilte, wurde das Schiff während der Durchfahrt durch den Golf von einem bislang nicht identifizierten Projektil getroffen. Dadurch kam es zu einer grösseren Explosion an Bord.

Hinweise auf Umweltschäden lägen bisher nicht vor. Die zuständigen Behörden hätten Ermittlungen zur Ursache und den Hintergründen des Vorfalls aufgenommen. Die irakischen Behörden äusserten sich zunächst nicht. Genauere Angaben zum Ursprung des Projektils lagen zunächst nicht vor. (dpa)

17:50 Uhr

Montag, 1. Juni

Iran-Sorgen dominieren: Dax-Verluste zu Monatsbeginn

Angesichts der sich wieder verschärfenden Lage im Nahen Osten ist der deutsche Aktienmarkt mit teils deutlichen Verlusten in den Börsenmonat Juni gestartet. In einem iranischen Medienbericht hiess es, der Iran werde die indirekten Verhandlungen mit den USA wegen der israelischen Angriffe im Libanon abbrechen. In Reaktion darauf bauten die Ölpreise ihre Tagesgewinne aus, was erneut Inflationssorgen weckte und die Renditen am Anleihenmarkt in die Höhe trieb.

Der Leitindex Dax büsste 0,40 Prozent auf 25.003,04 Punkte ein und verteidigte so knapp die Marke von 25.000 Zählern. Deutliche Kursgewinne des Schwergewichts SAP hielten die Verluste in Grenzen. Der MDax mit den mittelgrossen Börsenunternehmen sank um 1,36 Prozent auf 32.899,55 Zähler. (dpa)

17:31 Uhr

Montag, 1. Juni

Libanon und Israel setzen Gespräche in Washington fort

Inmitten der sich zuspitzenden Lage zwischen Israel und der proiranischen Hisbollah im Libanon kommen israelische und libanesische Regierungsvertreter am Dienstag und Mittwoch zu weiteren direkten politischen Gesprächen zusammen. Es ist die vierte Gesprächsrunde zwischen Israel und dem Libanon. Sie sollen früheren Angaben zufolge wie die vorigen Gespräche auch in der US-Hauptstadt Washington abgehalten werden.

Die Lage zwischen Israel und der proiranischen Hisbollah hatte sich zuletzt deutlich zugespitzt. Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu kündigte auch neue Angriffe auf Ziele der Hisbollah in den Wohngebieten der Vororte der Hauptstadt Beirut an. Auch im Süden des Landes greift das israelische Militär weiter massiv an und rückt dort mit seinen Truppen auch immer weiter ins Landesinnere fort. Auch die mit dem Iran verbündete Hisbollah verstärkte ihrerseits die Angriffe auf Nordisrael.

Die libanesische Regierung ist keine Konfliktpartei in dem Krieg zwischen Israel und der Hisbollah. Sie fordert bei den Gesprächen zunächst vor allem ein Ende der Kampfhandlungen und einen dauerhaften Waffenstillstand. Israel will eine Entwaffnung der Hisbollah durchsetzen. Eine Normalisierung der Beziehungen hat die libanesische Regierung unter den aktuellen Bedingungen mehrfach ausgeschlossen. Die Hisbollah selbst lehnt Verhandlungen ab. Sie hat die Gespräche mehrfach als Kapitulation bezeichnet.

Im Rahmen der Gespräche war Mitte April erstmals eine Waffenruhe erklärt worden. Sie wurde daraufhin mehrmals verlängert. Faktisch ging der Krieg jedoch weiter. Die Kampfhandlungen wurden seitdem nicht eingestellt. (dpa)

16:45 Uhr

Montag, 1. Juni

Iran pocht auf Waffenruhe im Libanon

Angesichts fortwährender israelischer Angriffe im Libanon pocht Teheran weiterhin auf eine Waffenruhe an allen Fronten. Die Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran schliesse den Libanon mit ein, bekräftigte der iranische Aussenminister Abbas Araghtschi in einem Beitrag auf X.

Araghtschi hatte am Sonntagabend laut der iranischen Nachrichtenagentur Fars gesagt, die Verhandlungen mit den USA liefen weiter. Anderweitigen Spekulationen solle kein Glauben geschenkt werden.

Bild: Screenshot: x

In einem iranischen Medienbericht am Montag hiess es, der Iran würde die indirekten Verhandlungen mit den USA wegen der israelischen Angriffe im Libanon abbrechen. Iranische Medien berichteten zuletzt häufiger von Eskalationsmöglichkeiten angesichts fortdauernder Verhandlungen.

Nach Einschätzung von Beobachtern gilt der Libanon als strategisch und ideologisch wichtig für die Islamische Republik. Die Hisbollah-Miliz im Libanon ist mit dem Iran verbündet.

Mit dem Vormarsch israelischer Bodentruppen im Libanon und möglichen neuen Angriffen im Raum von Beirut eskaliert der Krieg im Libanon weiter. Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu kündigte zuletzt neue Angriffe auf Ziele der Hisbollah in Beiruts Vororten an. (dpa)

16:21 Uhr

Montag, 1. Juni

Israels Militär ruft Bewohner von Beiruts Vororten zur Flucht auf

Das israelische Militär hat die Bewohner der südlichen Vororte der libanesischen Hauptstadt Beirut zur Flucht aufgerufen. Ein Armeesprecher erklärte auf der Plattform X in arabischer Sprache, die Menschen sollten ihre Häuser zu ihrer eigenen Sicherheit verlassen.

Nach einer israelischen Drohung gegen Dahiyeh, einen Vorort im Süden von Beirut, verlassen zahlreiche Menschen die Gegend. Auf den Strassen bilden sich lange Staus.
Bild: AP

Sollte die Hisbollah ihre Angriffe auf israelische Städte und Ortschaften fortsetzen, werde die israelische Armee mit Angriffen auf Ziele in den südlichen Vororten Beiruts reagieren. Es ist der erste Aufruf dieser Art für das Gebiet seit Inkrafttreten einer Waffenruhe Mitte April.

Zuvor hatte Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu bereits neue Angriffe auf Ziele der Hisbollah in denen als Dahija bekannten Vororten angekündigt. Seit dem Vormittag flohen viele Anwohner aus dem Gebiet. Die Vororte gelten als wichtiges Einflussgebiet der Hisbollah. Sie sind aber auch ein dicht besiedeltes Wohngebiet. Viele Gebäude wurden in dem Gebiet in dem aktuellen Krieg bereits zerstört.

Die Lage zwischen der mit dem Iran verbündeten Hisbollah und Israel hat sich in den vergangenen Tagen deutlich zugespitzt. Trotz Waffenruhe herrscht faktisch Krieg. Die Angriffe auf die Hauptstadt und ihre Vororte hatten im Rahmen der Waffenruhe jedoch nachgelassen. (dpa)

15:59 Uhr

Montag, 1. Juni

Neue Angriffe in Gaza – Gespräche mit Hamas geplant

Israels Armee teilte mit, bei einem gezielten Angriff einen Hamas-Kommandeur getötet zu haben, der zugleich als Arzt in einer Klinik in Deir al-Balah gearbeitet haben soll. Das Krankenhaus bestätigte den Tod des Mediziners, bestritt jedoch Verbindungen zur Hamas. Auch die Terrororganisation äusserte sich zunächst nicht zu den Vorwürfen. Zudem meldeten palästinensische Medien einen weiteren Toten bei einem israelischen Luftangriff im Zentrum des Gazastreifens.

Für Donnerstag sind Medienberichten zufolge neue Gespräche in Ägypten geplant. Dabei soll es um die von Israel und den USA geforderte Entwaffnung der Hamas gehen. Die Organisation lehnt dies bislang ab. Nach Angaben der «Times of Israel» prüft der von US-Präsident Donald Trump initiierte Friedensrat inzwischen alternative Wege für den Wiederaufbau des Gazastreifens.

Der aktuelle Friedensplan sieht zunächst die Entwaffnung der Hamas und einen schrittweisen Rückzug israelischer Truppen vor. Erst danach soll der Wiederaufbau beginnen. Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu kündigte zuletzt an, die militärische Kontrolle Israels im Gazastreifen weiter auszubauen. (dpa)

15:56 Uhr

Montag, 1. Juni

UN-Sicherheitsrat tagt zu Eskalation des Kriegs im Libanon

Der UN-Sicherheitsrat befasst sich noch heute bei einer Sondersitzung mit der Eskalation des Kriegs im Libanon. Das Treffen sei auf Antrag Frankreichs für 21.00 Uhr MESZ (15.00 Uhr Ortszeit) angesetzt, hiess es aus Diplomatenkreisen in New York.

Der Krieg im Libanon war mit dem Vormarsch israelischer Bodentruppen und möglichen neuen Angriffen im Raum von Beirut zuvor eskaliert – obwohl eigentlich Mitte April eine Waffenruhe verkündet wurde. (dpa)

15:38 Uhr

Montag, 1. Juni

Iran droht mit Sperre von Hormus

Der Iran hat die Gespräche mit den USA laut der staatlichen Nachrichtenagentur Tasnim abgebrochen, wie «Fokus.de» berichtet. Die Strasse von Hormus soll vollständig blockiert werden. Teheran begründet den Schritt mit israelischen Verstössen gegen die Waffenruhe im Libanon. (cam)

14:42 Uhr

Montag, 1. Juni

Libanons Präsident: «Verhandlungen sind sicherer als Krieg»

Libanons Präsident Joseph Aoun will trotz der sich weiter zuspitzenden Lage zwischen Israel und der Hisbollah an Gesprächen mit der israelischen Regierung festhalten. «Verhandlungen sind sicherer als Krieg», sagte er vor einem Ausschuss der libanesischen Privatwirtschaft. Er betonte, Gespräche würden keine unmittelbaren Ergebnisse liefern, sondern benötigten Zeit.

Vorwürfe, Verhandlungen kämen einer Kapitulation gleich, wies Aoun zurück. Gespräche seien vielmehr ein Mittel, Kriege mit möglichst geringem Schaden zu beenden. Trotz möglicher Verzögerungen und Hindernisse halte die Regierung an ihrem Kurs fest. Krieg bringe keiner der beteiligten Seiten ein positives Ergebnis.

Israel warf er vor, die Umsetzung des Waffenstillstandsabkommens nicht ausreichend unterstützt zu haben. Nach den Vereinbarungen hätte Israel fünf weiterhin besetzte Positionen im Südlibanon räumen müssen. Stattdessen habe das Land seine Militäroperationen und den Beschuss von Ortschaften unter Berufung auf Selbstverteidigung fortgesetzt, sagte Aoun.

Israel und die libanesische Regierung hatten Mitte April erstmals eine Waffenruhe vereinbart. Die Hisbollah selbst lehnt Verhandlungen ab und setzt diese immer wieder einer Kapitulation gleich. Der Krieg ging trotz Waffenruhe weiter. In den letzten Tagen hat sich die Lage noch einmal deutlich zugespitzt. Morgen treffen sich erneut Vertreter der libanesischen und israelischen Regierung zu weiteren Gesprächen in der US-Hauptstadt Washington. (dpa)

13:43 Uhr

Montag, 1. Juni

Iran meldet Vergeltungsschlag

In den stockenden Gesprächen über eine Verhandlungslösung im Iran-Krieg kommt es erneut zu gegenseitigen Brüchen der Waffenruhe. Nach US-Bombardierungen in der südlichen iranischen Provinz Hormusgan am Wochenende meldeten die iranischen Revolutionsgarden am Morgen einen Vergeltungsschlag. Die mächtige Elitestreitkraft beschoss nach eigenen Angaben einen Stützpunkt, von dem die US-Streitkräfte ihren Angriff geflogen hatten. Der Ort wurde nicht erwähnt.

Das US-Militär hatte eigenen Angaben zufolge Radar- und Drohnenkontrollzentren im Iran bombardiert, nachdem Teheran zuvor eine amerikanische Drohne abgeschossen haben soll. Das US-Regionalkommando Centcom sprach auf der Plattform X von «Selbstverteidigungsschlägen». Die US-Drohne vom Typ MQ-1 sei über internationalen Gewässern abgeschossen worden, hiess es weiter.

Am Morgen hatte der Golfstaat Kuwait wegen feindlicher Luftangriffe Alarm ausgelöst. Zur Herkunft der Drohnen und Raketen und den Zielen der Angriffe schwieg die Armee. Die Bevölkerung wurde aufgerufen, den Anweisungen der Sicherheitsbehörden Folge zu leisten. Wie auch in anderen Golfstaaten unterhält das US-Militär dort Stützpunkte, die nur wenige Hundert Kilometer Luftlinie vom Iran entfernt sind.

In den sozialen Medien berichteten Nutzer über Raketenbeschuss aus der iranischen Provinz Chusestan. Ein Video mit einer langen weissen Rauchspur am Himmel nahe der Stadt Omidieh soll den Start einer ballistischen Rakete zeigen. Die Echtheit der Aufnahme liess sich zunächst nicht unabhängig verifizieren. (dpa)

12:44 Uhr

Montag, 1. Juni

Bewohner fliehen aus Beirut

Nach der Ankündigung erneuter israelischer Angriffe haben in den südlichen Vororten der libanesischen Hauptstadt Beirut zahlreiche Menschen die Flucht ergriffen. Einwohner verliessen am Montag scharenweise die als Dahije bekannten Ortschaften, die als Hochburg der vom Iran unterstützten Hisbollah-Miliz gelten. Auf vielen Strassen stauten sich die Fahrzeuge.

Zuvor hatten der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanyahu und Verteidigungsminister Israel Katz erklärt, die israelischen Streitkräfte hätten nach wiederholten Verstössen gegen die Waffenruhe durch die Hisbollah und «Angriffen auf unsere Städte und Bürger» den Befehl erhalten, Ziele in den südlichen Vororten Beiruts anzugreifen.

Der libanesische Präsident Joseph Aoun erklärte, sein Land sehe sich einer heftigen israelischen Aggression ausgesetzt. Seine Regierung arbeite daran, «das Leiden der Libanesen im Allgemeinen und der Südlibanesen im Besonderen zu beenden». Die schiitische Hisbollah, die im Libanon eine Art Staat im Staate bildet, lehnt im Gegensatz zur Regierung Gespräche mit Israel ab. (dpa)

10:02 Uhr

Sonntag, 31. Mai

Israel nimmt strategisch wichtige Festung im Südlibanon ein

Die israelische Armee hat eigenen Angaben zufolge im Süden des Libanons die strategisch gelegene Kreuzritterfestung Beaufort eingenommen. Sie weitete damit ihre Bodeneinsätze im Nachbarland weiter aus, wie es in einer Mitteilung am Morgen hiess.

Das israelische Militär warf der libanesischen Hisbollah-Miliz vor, in der Gegend Einrichtungen zu haben und von dort aus auch Angriffe ausgeführt zu haben. Israel geht in dem Gebiet laut eigenen Angaben etwa gegen Raketenabschussrampen der vom Iran unterstützten Schiitenorganisation vor. Ein Armeesprecher bezeichnete die Festung als «Symbol der Arroganz» der Hisbollah.

Die Kreuzritterfestung Beaufort wurde im 11. Jahrhundert errichtet und liegt knapp nördlich des Flusses Litani, hinter den sich die Hisbollah laut einer Vereinbarung zurückziehen sollte. Die Festung liegt zugleich in der Nähe eines nordöstlichen Ausläufers der israelischen Grenze. Von dem in 700 Meter Höhe gelegenen Bau hat man einen guten Überblick über die Umgebung. Die Festung war schon während der rund 20 Jahre langen israelischen Besatzung bis zum Jahr 2000 ein Schauplatz des Konflikts.

Ein israelischer Militärsprecher forderte am Morgen einen Großteil der Einwohner im Südlibanon dazu auf, sich nördlich des Sahrani-Flusses - etwa 40 Kilometer nördlich der israelischen Grenze - zu begeben. Eine solch umfassende Fluchtaufforderung hatte es zuletzt kurz vor Beginn der Waffenruhe Mitte April gegeben. Israels Armee begründete den Fluchtaufruf mit den Angriffen der Hisbollah auf Israel. Das Militär werde in der Gegend entschieden gegen die Miliz vorgehen. (dpa)

07:21 Uhr

Sonntag, 31. Mai

Iran pocht auf Freigabe eingefrorener Auslandsvermögen

Seit Tagen ringen die USA und der Iran um ein Rahmenabkommen zur Verlängerung der seit dem 8. April geltenden Waffenruhe und weiteren Verhandlungen. Berichten zufolge soll eine Einigung kurz bevorstehen. Am Freitag kündigte US-Präsident Donald Trump gar eine «endgültige Entscheidung» an – doch dann verkündete er nichts mehr dazu.

Berichten der «New York Times» und des US-Nachrichtenportals «Axios» zufolge soll Trump Änderungen am Entwurf eines Deals verlangt haben, auf den sich seine Vertrauensleute bereits mit den Unterhändlern aus Teheran verständigt hatten. Deshalb müssten die Delegationen nun noch eine weitere Schleife drehen, die mehrere Tage dauern könne, hiess es.

Die iranische Nachrichtenagentur Tasnim berichtete am Freitag, der Iran habe wiederholt betont, dass vor jeder Einigung zunächst der Status der eingefrorenen iranischen Vermögenswerte geklärt werden müsse. Auch die Nachrichtenagentur Fars schrieb, Trump habe ignoriert, dass unmittelbar nach Unterzeichnung einer vorläufigen Einigung zwölf Milliarden US-Dollar auf eingefrorenen iranischen Auslandskonten freigegeben werden müssten. Damit widersprach sie Aussagen des US-Präsidenten zum Rahmenabkommen.

Ohne diese Freigabe werde der Iran nicht in die nächste Verhandlungsphase eintreten, hiess es bei Fars. Der iranische Präsident Massud Peseschkian hatte Mitte der Woche bei einem Treffen mit Wirtschaftsfunktionären erklärt, das «zentrale Schlachtfeld» sei derzeit der Wirtschaftskrieg mit den USA.

Geldfrage hat grosse Bedeutung für Teheran

Experten zufolge sind finanzielle Fragen für die Islamische Republik angesichts der massiven Wirtschaftskrise im Land und des kostspieligen Kriegs von grösster Bedeutung. Insgesamt liegen Schätzungen zufolge mehr als 100 Milliarden US-Dollar an iranischem Geld auf Konten im Ausland, die im Zuge von Sanktionen teils oder gänzlich gesperrt sind.

Gegen den Iran wurden im Laufe der Jahre umfangreiche Sanktionen verhängt – sowohl von den Vereinten Nationen als auch von den USA und der Europäischen Union. Grund dafür ist unter anderem das iranische Atomprogramm, das manche Gegner trotz gegenteiliger Beteuerungen aus Teheran als Tarnmantel für den Bau einer Atombombe betrachten.

Nach Angaben des Sprechers der Haushaltskommission des iranischen Parlaments soll es zunächst um die Freigabe von insgesamt mindestens 24 Milliarden US-Dollar gehen, die der Iran in zwei Tranchen erhalten soll. Im Rahmen einer Vereinbarung mit dem Emir von Katar sei festgelegt worden, dass die Hälfte dieser Summe – 12 Milliarden Dollar – über einen speziellen Mechanismus den Iranern zur Verfügung gestellt werde, sagte Mohsen Sanganeh am Samstag dem Nachrichtenportal «Icana». Parallel zur Einstellung der Kampfhandlungen und dem Ende der Seeblockade der USA ist diese Geldfreigabe laut Sanganeh die zentrale Voraussetzung für eine Einigung. (dpa)

17:50 Uhr

Samstag, 30. mai

US-Militär stoppt Handelsschiff auf dem Weg in den Iran

Das US-Militär hat nach Informationen der Nachrichtenagentur AP ein weiteres Handelsschiff daran gehindert, die US-Blockade gegen iranische Häfen zu durchbrechen. Das Schiff «Lian Star», das unter der Flagge Gambias gefahren sei, habe mehrere Warnungen des US-Militärs ignoriert, als es in der Nacht zum Samstag versucht habe, in einen iranischen Hafen einzufahren, verlautete aus US-Kreisen. Das Schiff sei im Golf von Oman von US-Schiffen betriebsunfähig gemacht worden und stecke nun dort fest.

Das US-Militär hat damit insgesamt schon sechs Schiffe gestoppt, die versucht haben, sich über die Blockade hinwegzusetzen. Die USA hatten die Blockade am 17. April eingeführt, weil der Iran die Strasse von Hormus nach dem Beginn des Kriegs gegen ihn durch Israel und die USA mehr oder weniger geschlossen hat.

US-Präsident Donald Trump traf sich am Freitag mit Beratern, hat aber noch nicht entschieden, ob er einem Abkommen für eine Verlängerung der Waffenruhe im Krieg mit dem Iran zustimmt, die seit 7. April gilt. (dpa)

06:36 Uhr

Samstag, 30. Mai

Durchbruch bei Verhandlungen lässt auf sich warten

Im Iran-Krieg und im Konflikt zwischen Israel und der proiranischen Hisbollah-Miliz im Libanon geht das Ringen um eine Friedenslösung weiter. Nachdem US-Präsident Donald Trump zuvor eine «endgültige Entscheidung» zu den Verhandlungen mit Teheran angekündigt hatte, verliess er eine Lagebesprechung im Weissen Haus US-Medienberichten zufolge nach zwei Stunden ohne eine Entscheidung.

Derweil führten Militärdelegationen Israels und des Libanons im Pentagon «produktive» Gespräche, die kommende Woche auf politischer Ebene weitergeführt werden sollen, wie Elbridge Colby, ein ranghoher Vertreter des US-Verteidigungsministeriums, auf X mitteilte.

Seit Tagen laufen zwischen den USA und dem Iran intensive Verhandlungen über ein Rahmenabkommen zur Verlängerung der seit dem 8. April geltenden Waffenruhe und weitere Verhandlungen. Berichten zufolge soll eine Einigung kurz bevorstehen. Der Iran warf Trump jedoch vor, zentrale Vereinbarungen des geplanten Abkommens zu verzerren oder zu ignorieren. Die den iranischen Revolutionsgarden nahestehende Nachrichtenagentur Fars schrieb unter Berufung auf informierte Kreise, der US-Präsident versuche, einen vorgetäuschten Erfolg zu inszenieren. (dpa)

18:49 Uhr

Freitag, 29. mai

Iran widerspricht Trumps Darstellung in mehreren Punkten

Der Iran hat US-Präsident Donald Trump vorgeworfen, zentrale Vereinbarungen des geplanten Rahmenabkommens zu verzerren oder zu ignorieren. Die den Revolutionsgarden nahe stehende Nachrichtenagentur Fars schrieb unter Berufung auf informierte Kreise, Trump versuche, einen vorgetäuschten Erfolg zu inszenieren.

Aussenamtssprecher Ismail Baghai sagte laut der Nachrichtenagentur Isna, dass der Iran und die USA weiterhin Botschaften austauschten. Eine endgültige Einigung sei noch nicht erzielt worden. Baghai erklärte weiter: «Von dem Begriff «müssen» haben wir uns vor 47 Jahren verabschiedet. Wir richten uns nicht nach dem, was andere von uns verlangen, sondern entscheiden auf der Grundlage unserer Interessen und Rechte.» Dieses «müssen» sollte als «wir bitten Sie» interpretiert werden.

Konkret widerspricht der Iran laut Fars Trumps Aussagen in drei Punkten: Erstens habe Trump ignoriert, dass unmittelbar nach Unterzeichnung zwölf Milliarden Dollar aus eingefrorenen iranischen Auslandskonten freigegeben werden müssten. Ohne diese Freigabe werde der Iran in keine weiteren Verhandlungsphasen eintreten.

Zweitens enthalte das Abkommen keine Bestimmung zur gebührenfreien Öffnung der Strasse von Hormus, hiess es weiter. Drittens weise der Iran die Aussage zurück, das angereicherte Uran solle abgebaut oder vernichtet werden – die Absichtserklärung enthalte keine solche Bestimmung.

Zudem weist der Iran auf die Forderung eines vollständigen Waffenstillstands im Libanon hin - im Sinne der libanesischen Hisbollah-Miliz. (dpa)

06:09 Uhr

Freitag, 29. Mai

UN-Bericht wirft Israels Sicherheitskräften sexuelle Gewalt vor

Ein Bericht der Vereinten Nationen erhebt schwere Anschuldigungen gegen israelischen Soldaten und andere Sicherheitskräfte und wirft ihnen sexuelle Gewalt gegen Palästinenser vor. Die Liste der Misshandlungen umfasse etwa «Vergewaltigungen, auch mit Gegenständen, Gruppenvergewaltigungen, versuchte Vergewaltigungen, körperliche Gewalt gegen die Genitalien, gezielte Schüsse auf die Genitalien», heisst es in dem noch unveröffentlichten Report des UN-Generalsekretärs António Guterres.

Die Vereinten Nationen hätten 2025 mehrere Fälle konfliktbezogener sexueller Gewalt verifiziert, heisst es in dem Bericht. Betroffen gewesen seien 14 Männer, 7 Frauen, 9 Jungen und 1 Mädchen aus dem Gazastreifen und dem Westjordanland. «Vergewaltigungen und Gruppenvergewaltigungen, in einigen Fällen wiederholt, wurden an neun Opfern verübt, von denen die Mehrheit aus dem Gazastreifen stammte.»

Der Bericht führt die israelischen Sicherheitskräfte auf einer Liste jener Akteure auf, die glaubhaft verdächtigt werden, in bewaffneten Konflikten systematisch Vergewaltigungen oder andere Formen sexueller Gewalt begangen zu haben.

Die israelische UN-Vertretung in New York reagierte empört auf die Anschuldigungen und gab am Donnerstag bekannt, den Kontakt mit dem Generalsekretariat der Vereinten Nationen unter Guterres abzubrechen. «Die Entscheidung, Israel auf eine schwarze Liste zu setzen und uns vorzuwerfen, sexuelle Gewalt als Kriegswaffe einzusetzen, ist eine ungeheuerliche Entscheidung», wetterte Botschafter Danny Danon. Er sprach von einer «Kampagne» gegen sein Land. «Wir sind fertig mit diesem Generalsekretär!», schrieb Danon auf der Plattform X.

UN-Spitze zeigt sich gesprächsbereit

Der Sprecher des Generalsekretärs, Stéphane Dujarric, erklärte, man habe aus den sozialen Medien von der israelischen Entscheidung erfahren und sei jederzeit bereit für Gespräche. Den Inhalt des Berichts wollte Dujarric nicht kommentieren.

Guterres hatte bereits in der vorherigen Auflage des Reports angekündigt, israelische Soldaten und andere Sicherheitskräfte könnten wegen «erheblicher Bedenken hinsichtlich bestimmter Formen sexueller Gewalt, die von den Vereinten Nationen wiederholt dokumentiert wurden», in den kommenden Bericht aufgenommen werden. (dpa)

22:51 Uhr

Donnerstag, 28. Mai

Iran: Einigung auf Rahmenabkommen mit USA weder fertig noch bestätigt

Eine vorläufige Einigung auf ein Rahmenabkommen zum Iran-Krieg zwischen Teheran und Washington ist nach iranischen Angaben bislang weder fertiggestellt noch bestätigt. Das berichtete die den Revolutionsgarden - Irans Elitestreitmacht - nahestehende Nachrichtenagentur Tasnim am Abend unter Berufung auf eine dem Verhandlungsteam nahestehende Quelle. Teheran habe den pakistanischen Vermittler nicht darüber informiert, dass der Text fertiggestellt sei.

Man werde sowohl den Vermittler als auch die Öffentlichkeit benachrichtigen, sobald er fertiggestellt sei, teilte die Quelle laut Tasnim weiter mit. Sie fügte hinzu, dass Berichte westlicher Medien, wonach das Abkommen bereits abgeschlossen sei und nur noch auf Bekanntgabe durch beide Seiten warte, falsch seien. (dpa)

19:11 Uhr

Donnerstag, 28. Mai

US-Kreise: Iran-Einigung erzielt – Trump muss noch zustimmen

Unterhändler aus den USA und dem Iran haben laut US-Kreisen eine vorläufige Einigung zu einem Rahmenabkommen zum Iran-Krieg erzielt. US-Präsident Donald Trump muss aber noch seine Zustimmung geben, wie «Axios» unter Berufung auf zwei US-Beamte berichtete. US-Kreise bestätigten auf Nachfrage den Inhalt des Medienberichts.

Es blieb unklar, wie lange sich der US-Präsident Zeit nehmen wird, um über den jüngsten Vorschlag zu entscheiden.

Laut dem Medienbericht würden - falls Trump zustimmen sollte - mit dem Rahmenabkommen die Waffenruhe verlängert und Verhandlungen über Irans Atomprogramm aufgenommen werden. Das Rahmenabkommen umfasse einen Zeitraum von 60 Tagen. Laut «Axios» waren die Bedingungen des Abkommens bis Dienstag weitgehend ausgearbeitet gewesen, beide Seiten müssten aber noch die Zustimmung der politischen Führung einholen. (dpa)

13:54 Uhr

Donnerstag, 28. Mai

Libanon meldet mindestens 14 Tote bei israelischen Angriffen

Bei israelischen Angriffen im Süden des Libanon sind libanesischen Angaben zufolge mindestens 14 Menschen getötet worden. Die Attacken trafen unter anderem die Küstenstadt Sidon und Gebiete nahe der Stadt Tyrus, wie die staatliche libanesische Nachrichtenagentur NNA berichtete. Mehrere weitere Menschen seien verletzt worden. Unter den Toten waren nach Angaben von NNA und dem libanesischen Gesundheitsministerium auch Frauen und Kinder sowie ein libanesischer Soldat.

In Sidon traf eine israelische Drohne ein Wohnhaus, in dem vertriebene Familien untergebracht waren. Fünf Menschen wurden dem NNA-Bericht zufolge getötet und 21 weitere verletzt, darunter fünf Kinder. In Adlun sei zudem ein Auto getroffen worden, in dem eine fliehende Familie sass. Dabei wurden nach Angaben des libanesischen Gesundheitsministeriums sechs Menschen getötet worden, darunter zwei Kinder und ihre Eltern. Zwei weitere Menschen starben laut NNA bei einem Drohnenangriff nahe Tyrus. Die Angriffe erfolgten kurz vor geplanten Sicherheitsgesprächen zwischen Vertretern des israelischen und des libanesischen Militärs in Washington. (dpa)

13:52 Uhr

Donnerstag, 28. Mai

Iran-Krieg Irans Aussenministerium verurteilt US-Angriffe

Das iranische Aussenministerium hat die nächtlichen US-Angriffe im Landessüden scharf verurteilt. Aussenamtssprecher Ismail Baghai sprach in einer Mitteilung seines Ministeriums von wiederholten Verstössen gegen die Waffenruhe. Er bekräftigte auch die Entschlossenheit seines Landes, auf die Angriffe im Rahmen des Selbstverteidigungsrechts zu reagieren. Baghai kritisierte ausserdem Aussagen von US-Präsident Donald Trump, der dem Golfstaat Oman gedroht hatte. «Der Oman wird sich wie alle anderen verhalten, oder wir müssen sie in die Luft jagen. Das verstehen sie», sagte der Republikaner am Mittwoch.  (dpa)

13:51 Uhr

Donnerstag, 28. Mai

Angriff auf Kuwait: US-Militär wirft Iran Bruch der Waffenruhe vor

Das US-Militär hat einen neuen iranischen Angriff auf Kuwait scharf verurteilt. Es habe sich um einen «eklatanten Verstoss gegen die Waffenruhe» gehandelt, teilte das für den Nahen Osten zuständige Regionalkommando des US-Militärs (Centcom) am Donnerstag auf der Plattform X mit. Kuwait habe die Raketen erfolgreich abgefangen. Centcom teilte weiter mit, das US-Militär habe wenige Stunden vor dem Angriff am Mittwochabend fünf iranische Drohnen abgefangen, die eine eindeutige Bedrohung in der Strasse von Hormus und in der Nähe dargestellt hätten. Der Start einer sechsten Drohne von einer iranischen Bodenkontrollstation in Bandar Abbas sei verhindert worden. (dpa)

13:50 Uhr

Donnerstag, 28. Mai

Israelische Luftwaffe attackiert Vorort von Beirut

Die israelische Luftwaffe hat nach eigenen Angaben einen südlichen Vorort der libanesischen Hauptstadt Beirut angegriffen. Videos aus der Gegend in Chueifat zeigten am Donnerstag weissen Rauch über einem Wohngebiet in der Nähe des Flughafens von Beirut. Was das Ziel des Angriffs war, blieb zunächst offen. Israelische Truppen hatten in den vergangenen Tagen den Fluss Litani überquert und Bewohner von Gebieten nördlich des Flusses aufgefordert, weite Gebiete in der Region zu verlassen. Die libanesische Hisbollah-Miliz hatte sich Anfang März, kurz nach Beginn der israelischen Angriffe auf den Iran, an die Seite ihrer Schutzmacht Teheran gestellt und Israel attackiert. Israel reagierte mit heftigen Gegenschlägen und einer Bodenoffensive in den Südlibanon, bei denen nach Angaben des libanesischen Gesundheitsministeriums Tausende Menschen getötet oder verletzt wurden. Mehr als eine Million Menschen mussten ihre Häuser verlassen.

13:49 Uhr

Donnerstag, 28. Mai

Amnesty: Mehr als 6000 Festnahmen im Iran seit Kriegsbeginn

Im Iran sind seit Kriegsbeginn vor drei Monaten Menschenrechtlern zufolge mehr als 6000 Menschen festgenommen worden. Unter den Inhaftierten seien auch Demonstranten, Medienschaffende, Anwälte, Dissidenten und Angehörige ethnischer Minderheiten, hiess es in einem Bericht von Amnesty International. Im selben Zeitraum seien ausserdem 39 «politische» Todesurteile vollstreckt worden. «Um ihre Macht zu sichern, haben die Behörden einen umfassenden Angriff auf die Menschen im Iran gestartet und gehen gegen jeden vor, der es wagt, die Islamische Republik zu kritisieren, sagte Amnesty-Expertin Erika Guevara Rosas laut der Mitteilung. Ohnehin leide die Bevölkerung unter den „verheerenden Folgen der rechtswidrigen Luftangriffe durch US-amerikanische und israelische Streitkräfte», sagte sie.

Amnesty kritisierte auch die nahezu totale Internetsperre, die Irans Bevölkerung fast drei Monate vom weltweiten Netz abgeschnitten hatte. Am Mittwoch wurde sie erstmals teilweise wieder aufgehoben. «Die Internetsperre war ein zentraler Pfeiler der Repressionsstrategie der Behörden und schuf die Voraussetzungen dafür, dass weitreichende Verstösse gegen das Völkerrecht ungestraft begangen werden konnten», hiess es in dem Bericht. (dpa)

09:50 Uhr

Donnerstag, 28. Mai

Ölpreise ziehen deutlich an

Die Ölpreise haben am Donnerstag im frühen Handel kräftig zugelegt. Am Markt wurde auf die neuen Angriffe in der Golfregion und eine weitere Sanktionsrunde der USA gegen den Iran verwiesen. Der Preis für ein Barrel (159 Liter) der globalen Referenzsorte Brent zur Lieferung im Juli stieg um mehr als 3,58 Prozent auf 97,67 US-Dollar. Damit blieb die Notierung aber weiter unter der psychologisch wichtigen Marke von 100 Dollar. Am Mittwoch war der Brent-Preis zeitweise noch um mehr als fünf Prozent gefallen. Die USA und der Iran haben sich in der Strasse von Hormus trotz Waffenruhe und laufender Verhandlungen über ein Kriegsende erneut gegenseitige Angriffe geliefert. (dpa)

09:49 Uhr

Donnerstag, 28. Mai

Trump droht dem Oman mit Militärschlag

US-Präsident Donald Trump hat dem südlich der Strasse von Hormus gelegenen Oman mit einem vernichtenden Militärschlag gedroht. «Der Oman wird sich benehmen wie alle anderen oder wir müssen sie in die Luft jagen», sagte Trump am Mittwoch (Ortszeit) in einer Kabinettssitzung auf die Frage, ob er ein Abkommen akzeptieren würde, das dem Iran und dem Oman die gemeinsame Kontrolle der für den Ölexport aus dem Persischen Golf wichtigen Meerenge ermögliche. «Die verstehen das. Es wird ihnen gut gehen.» (dpa)

06:17 Uhr

Donnerstag, 28. Mai

Erneut Angriffe in Strasse von Hormus

Die USA und der Iran haben sich in der Strasse von Hormus trotz Waffenruhe und laufender Verhandlungen über ein Kriegsende erneut gegenseitige Angriffe geliefert. Das US-Militär habe in der Stadt Bandar Abbas eine Stellung attackiert, von der aus Drohnen gesteuert worden seien, erklärte ein US-Beamter. Vier Drohnen seien abgeschossen worden. Die iranische Nachrichtenagentur Tasnim zitierte eine heimische Militärquelle, wonach ein amerikanischer Öltanker die Meerenge mit abgeschaltetem Radarsystem passieren wollte. Die Revolutionsgarden - die Elitestreitmacht der Islamischen Republik - hätten ihn beschossen und zum Umkehren gezwungen.

Von der angegriffenen Stellung in Bandar Abbas aus sollte gerade eine fünfte Drohne abgefeuert werden, begründete der US-Beamte die US-Angriffe. «Diese Massnahmen waren zurückhaltend, rein defensiv und darauf ausgerichtet, die Waffenruhe aufrechtzuerhalten.» Iranische Medien hatten kurz zuvor von Explosionsgeräuschen in der Nähe von Bandar Abbas berichtet. Seit dem 8. April herrscht in dem Krieg eine Waffenruhe. Trotzdem gab es rund um die Strasse von Hormus auch danach mehrere gegenseitige Angriffe.

Kuwait erneut unter Beschuss

Die Revolutionsgarden gaben am frühen Morgen bekannt, dass man die US-Luftwaffenbasis attackiert habe, von der aus das US-Militär auf ein Gebiet nahe dem Flughafen von Bandar Abbas gefeuert habe. Der Golfstaat Kuwait meldete Beschuss durch Raketen und Drohnen. Die Luftabwehr sei im Einsatz, um die Attacken abzuwehren, teilte die Armee des Landes auf der Plattform X mit. Zu möglichen Schäden und Opfern gab es zunächst keine Informationen. Woher der Beschuss erfolgte, war zunächst ebenfalls unklar. Nach Beginn der amerikanisch-israelischen Angriffe gegen den Iran am 28. Februar feuerte der Iran jedoch schon mehrmals Raketen und Drohnen auf Kuwait und andere Staaten am Persischen Golf. Dort unterhält das US-Militär zahlreiche Stützpunkte, die nur wenige Hundert Kilometer Luftlinie vom Iran entfernt sind.

USA sanktionieren Behörde zur Kontrolle der Meerenge

Reedereien müssen sich für eine Durchfahrt durch die Strasse von Hormus mit iranischen Kontaktstellen koordinieren und dürfen danach nur einen Korridor nahe der iranischen Küste passieren. Dafür verlangt Teheran hohe Gebühren. Das US-Finanzministerium setzte die für das Management und die Gebührenerhebung zuständige Behörde deswegen nun auf die Sanktionsliste. Der Plan, eine Gebühr für die Passage der Meerenge zu erheben, verstosse gegen internationales Recht, erklärte das US-Finanzministerium.

Die Regierung in Washington warnt Reeder vor einer Zusammenarbeit mit der iranischen Behörde, um die Meerenge zu passieren. Dies könne als Unterstützung der Revolutionsgarden aufgefasst und daher ebenfalls mit Sanktionen belegt werden.

Trump unzufrieden mit Verhandlungsstand

Die faktische Blockade der Strasse von Hormus belastet die Weltwirtschaft massiv - und ist für den Iran das Druckmittel schlechthin in den Verhandlungen. US-Präsident Donald Trump sagte in einer Kabinettsitzung, dass niemand die Meerenge kontrollieren werde. Die USA würden darauf achtgeben. Das sei Teil der Verhandlungen. Aus seiner Sicht ist der Verhandlungsstand derzeit noch nicht zufriedenstellend. In der Kabinettsitzung sagte der Republikaner, der Iran sei sehr entschlossen: «Sie wollen unbedingt ein Abkommen schliessen.» Die US-Regierung sei aber noch nicht «zufrieden», sagte Trump. Er erneuerte dabei seine Drohung, man werde entweder einen Deal abschliessen oder weiter kämpfen und «die Sache zu Ende» bringen.

Iranischer Politiker: Halten an roten Linien fest

Der Iran hält jedoch nach Aussagen eines ranghohen Politikers an seinen Kernforderungen fest. Man werde sich durch Trumps Rhetorik nicht von seinen «roten Linien» abbringen lassen, schrieb Ebrahim Azizi, Vorsitzender des Ausschusses für Nationale Sicherheit und Aussenpolitik des Parlaments, auf der Plattform X. Dazu zählte er das Recht auf Urananreicherung, die Kontrolle über die Strasse von Hormus und die Aufhebung der Sanktionen. Azizi ist - soweit bekannt - nicht direkt in die Verhandlungen mit den USA eingebunden. (dpa)

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