
Der führende Schweizer Lebensversicherer Swiss Life hat zeitgleich mit der Veröffentlichung der Semesterzahlen den Abbau von 600 Stellen bis Ende 2028 angekündigt. Allein in der Schweiz sollen 300 Stellen verschwinden. Gemäss Geschäftsbericht besteht die «Kernbelegschaft» von Swiss Life in der Schweiz aus 4265 Angestellten. Zusammen mit den grossen Operationen im Ausland, vor allem in Deutschland und Frankreich, belief sich die Kernbelegschaft per Ende 2025 auf 11'389 Mitarbeitende.
Warum der Stellenabbau die Schweiz härter trifft als andere Standorte, wurde auf der Telefonkonferenz mit Journalisten nicht hinreichend klar. Swiss Life treffe Massnahmen, um über das Jahr 2027 hinaus effizient und erfolgreich zu bleiben, erklärte CEO Matthias Aellig. Das Unternehmen sei «gut auf Kurs», die Finanzziele der laufenden Strategieperiode zu erreichen, sagte Aellig. «Gleichzeitg wollen wir auch über 2027 hinaus unser Geschäft nachhaltig ausbauen. Dazu gehört, dass wir unsere Position und unsere Effizienz – auch mit den Möglichkeiten der Digitalisierung – stärken, um weitere Marktchancen zielgerichtet und schnell realisieren zu können.»
Schärferer Wettbewerb um Investoren-Gunst
Kaum zufällig kommt der Stellenabbau nur wenige Monate, nachdem der fusionierte Versicherungskonzern Helvetia Baloise seinerseits den Abbau von bis zu 2600 Stellen bis Ende 2028 angekündigt hatte. Im Versicherungsmarkt scheint sich ein scharfer Wettbewerb um tiefere Kosten und nicht zuletzt um die Gunst der Investoren anzubahnen. Swiss Life blickt auf eine äusserst erfolgreiche Zeit zurück, die nach der grossen Restrukturierung von 2009 ihren Anfang nahm und dem Konzern eine Vervielfachung des Gewinns, der Dividenden und nicht zuletzt des Börsenwertes eingetragen hat.
Allein zwischen 2012 und 2025 sind die Gewinnausschüttungen (einschliesslich Aktienrückkäufen) des Konzerns von 144 Millionen Franken auf 1529 Millionen Franken hochgeschnellt. Der Aktienkurs stieg seither von 73 Franken auf 912 Franken. Auch Helvetia buhlt intensiv um die Gunst dieser Investoren und der Fusionskonzern hat damit an der Börse schon einigen Erfolg gehabt.
Swiss Life will den Stellenabbau zum grossen Teil mit der natürlichen Fluktuation auffangen. Durch eine selektive Besetzung offener Positionen seien bereits rund 100 Stellen reduziert worden. Weitere 100 Stellen sollen bis Ende 2026 folgen. Die betroffenen Mitarbeitenden würden bei ihrer Neuorientierung unterstützt, versichert Swiss Life.



