
Raiffeisen Schweiz baut bis zu 180 Stellen ab. Das teilte die Bank am Mittwochmorgen mit. «Mehr als die Hälfte der betroffenen Stellen kann über Fluktuation, Streichung von nicht besetzten Stellen, Reduktion externer Arbeitskräfte und Frühpensionierungen abgebaut werden», heisst es darin. Das heisst auch, dass es auch zu Kündigungen kommen wird.
Mit dem Stellenabbau sollen die Personal- und Sachkosten bei Raiffeisen Schweiz im kommenden Jahr um rund 60 Millionen Franken sinken.
Der neue Raiffeisen-Chef Gabriel Brenna setzt aber nicht nur beim Personal an, sondern auch im Management. Er organisiert die Geschäftsleitung neu, zwei langjährige Mitglieder des obersten Führungsgremiums müssen gehen – unter ihnen auch Helen Fricker, die einzige Frau in der Geschäftsleitung. Im Gegenzug holt Brenna den früheren CS-Banker Patrick Lehner in die Geschäftsleitung von Raiffeisen.
Der Stellenabbau erfolgt in einer wirtschaftlich starken Phase. Die Raiffeisen-Gruppe erzielte im ersten Halbjahr einen Gewinn von 659,3 Millionen Franken. Das sind 104,7 Millionen Franken oder 18,9 Prozent mehr als in der gleichen Vorjahresperiode.
Auch das Geschäft ist gewachsen. Die Hypotheken nahmen um 4,4 Milliarden auf 235,3 Milliarden Franken zu. Insgesamt stiegen die Kundenausleihungen um 4,7 Milliarden Franken. Die Kundeneinlagen erhöhten sich um 3 Milliarden auf 228,7 Milliarden Franken.
Im Anlage- und Vorsorgegeschäft flossen Raiffeisen netto 3,3 Milliarden Franken neue Gelder zu. Kundinnen und Kunden eröffneten im ersten Halbjahr rund 45'000 neue Wertschriftendepots. Genau in diesem Anlage- oder Vorsorgegeschäft will Brenna verstärkt wachsen, wie er im Interview mit «Schweiz heute» jüngst festhielt. «Wir haben vor einigen Jahren begonnen, gezielt ins Anlagegeschäft zu investieren. Jetzt müssen wir nochmals einen Gang höher schalten.» (sf/fv)





