
Nach einem Wahlaufruf für Wladimir Putins Partei «Einiges Russland» steht die Hockeylegende Alex Owetschkin unter Rechtfertigungsdruck. Der Stürmer, der seit 2005 in der NHL für die Washington Capitals spielt, trat in einem Video neben Regime-Stützen wie dem Aussenminister Sergej Lawrow und der RT-Chefredaktorin Margarita Simonjan auf. Kernbotschaft des Spots, der im Vorfeld der russischen Parlamentswahl veröffentlicht wurde: «Wir werden zusammenstehen.» Und wer Russland «mit dem Schwert» entgegentreten werde, habe keine Gnade zu erwarten.
In Washington wurde diese Propagandaaktion scharf kritisiert, und zwar nicht nur von Fans. Der republikanische Abgeordnete Joe Wilson sagte, es sei «absurd» und «beschämend», dass ein US-Sportstar sich für ein Video zur Verfügung stelle, das Werbung «für den Kriegsverbrecher Putin» mache.
«Ich unterstütze mein Land»
Owetschkin selbst zeigte sich während eines Medientermins überrascht von der heftigen Gegenreaktion. Er betonte allerdings auch, dass er seinen Einsatz zugunsten von Putin nicht bedauere. «Ich bin Russe», sagte er in Washington, «und ich unterstütze mein Land.» Nach seinem Rücktritt, mit dem Beobachter am Ende der kommenden NHL-Saison rechnen, werde er zusammen mit der Familie in sein Heimatland zurückkehren.
Owetschkin, der in der nordamerikanischen Hockeyliga bereits 929 Goals erzielte, beteuerte zudem, dass der Wahlwerbespot den Krieg in der Ukraine nicht verteidige. Er stehe für «peace and love» ein, für Frieden und Liebe.
Diese Botschaft hatte Owetschkin bereits nach Beginn des Ukraine-Kriegs im Februar 2022 vorgebracht. Dem beliebten Hockeyspieler gelang es damit, die antirussische Stimmung in der amerikanischen Bevölkerung weitgehend unbeschadet zu überstehen. Bis jetzt jedenfalls.


