Ukraine-Newsblog

EU verhängt neue Russland-Sanktionen ++ Südkorea wirft Ukraine Geheimnisverrat vor

Seit Ende Februar 2022 führt Russland einen Angriffskrieg gegen die Ukraine. Alle Neuigkeiten und Reaktionen dazu erfahren Sie in unserem Newsblog.

13:46 Uhr

Montag, 28. September

EU verhängt nach Duma-Wahl in Russland neue Sanktionen

Die Europäische Union hat nach der Parlamentswahl in Russland Sanktionen gegen Verantwortliche für den Ausschluss der Anti-Kriegs-Partei Jabloko verhängt. Betroffen sind nach Angaben des Rates der Mitgliedstaaten unter anderem drei Richter des Obersten Gerichtshofs in Moskau sowie ein Beamter der Generalstaatsanwaltschaft.

Insgesamt wurden Strafmassnahmen gegen zehn Personen erlassen. Sie alle waren den Angaben zufolge an Entscheidungen gegen die Partei Jabloko oder gegen deren Führungspersönlichkeiten beteiligt.

Die Strafmassnahmen umfassen Reisebeschränkungen und das Einfrieren von Vermögenswerten. Zudem dürfen den Betroffenen keine Gelder oder andere wirtschaftlichen Ressourcen mehr bereitgestellt werden.

Betroffene Kinder werden der Identität beraubt

Neben den Sanktionen wegen der Duma-Wahl verhängte die EU weitere Strafmassnahmen gegen Verantwortliche für Russlands Programm zur Deportation und Zwangsadoption ukrainischer Kinder. Betroffen sind 10 Personen und 17 Einrichtungen sowie Organisationen, wie die Vertretung der Mitgliedstaaten mitteilte. Zu diesen gehören unter anderem die Mostourism genannte Moskauer Tourismusbehörde sowie zwei russische Unternehmen, die im Bereich Kinderfreizeit, Tourismus und Unterhaltungsangebote tätig sind. Sie sind laut EU an der Organisation von Aktivitäten beteiligt, die zur Indoktrinierung und zwangsweisen Eingliederung ukrainischer Minderjähriger in russische Identitäts-, Bildungs- und Gesellschaftsstrukturen beitragen. (dpa)

14:08 Uhr

Montag, 28. September

Südkorea wirft Ukraine Geheimnisverrat vor

Südkorea verlangt von der Ukraine eine Entschuldigung, weil Präsident Wolodimir Selenski die Überstellung zweier nordkoreanischer Kriegsgefangener nach Südkorea öffentlich gemacht hat. Das Aussenministerium bestellte deshalb den ukrainischen Botschafter ein. Seoul wirft Kiew vor, eine Vertraulichkeitsvereinbarung verletzt zu haben, was die Ukraine bestreitet.

Die beiden Nordkoreaner waren Anfang 2025 bei Kämpfen gegen russische Truppen gefangen genommen worden und hatten den Wunsch geäussert, nach Südkorea zu gehen. Seoul begründet die vereinbarte Vertraulichkeit unter anderem mit dem Schutz ihrer Angehörigen in Nordkorea.

Nordkorea und Russland hatten 2025 den Einsatz nordkoreanischer Soldaten gegen die Ukraine bestätigt. Nach südkoreanischen Schätzungen entsandte Pjöngjang seit Oktober 2024 rund 15'000 Soldaten nach Russland. (dpa)

14:33 Uhr

Montag, 28. September

Nationale Akademie der Wissenschaften in Kiew in Flammen

In Kiew hat ein russischer Angriff das Gebäude der Nationalen Akademie der Wissenschaften getroffen. Das teilte der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski mit. Eine Rettungsaktion laufe, es werde nach Menschen gesucht, die sich möglicherweise in dem historischen Gebäude befinden. Dazu veröffentlichte er ein Video, das massives Feuer und schwere Schäden in und um das Gebäude zeigt. Die Akademie liegt nur etwa 150 Meter Luftlinie von der deutschen Botschaft entfernt.

Bürgermeister Vitali Klitschko schrieb bei Telegram von mindestens einer Toten und drei Verletzten infolge eines Drohnenangriffs auf ein Nichtwohngebäude im historischen Teil des Stadtzentrums. Ukrainische Medien verbreiteten Videos, auf denen Feuer im Inneren der Akademie zu sehen waren. Menschen in den oberen Stockwerken flüchteten vor den Flammen auf die Fenstersimse und warteten auf Rettung durch die Feuerwehr.

Selenski verwies zugleich auf die heftigen russischen Angriffe seit der Nacht. Moskau hatte schon in der Nacht mehrere Regionen des Landes attackiert und seine Angriffe am Tag fortgesetzt. An mehreren Orten gab es Tote. Russland müsse zur Verantwortung gezogen werden und echte Konsequenzen spüren, schrieb er und warf Moskau Terror vor. (dpa)

13:41 Uhr

Montag, 28. September

Russische Angriffe: Tote im Südosten der Ukraine

Bei russischen Angriffen sind in der ukrainischen Grossstadt Dnipro und ihrem Umland mindestens vier Menschen ums Leben gekommen. Russland habe die Innenstadt von Dnipro attackiert, schrieb der Militärgouverneur der südostukrainischen Region, Olexander Hanscha, bei Telegram. Dabei seien mindestens drei Menschen getötet worden. Weitere 15 Menschen seien verletzt worden. Hanscha veröffentlichte Fotos und Videos, die Zerstörungen, Feuer und Rauch an einem Gebäude zeigen.

In der Stadt Synelnykowe habe das russische Militär ein Logistikzentrum attackiert. Dort sei mindestens eine Person getötet worden. Ausserdem gebe es drei Verletzte, darunter ein 15-Jähriger. Er befinde sich im Krankenhaus und sein Zustand sei kritisch, schrieb Hanscha. Die Suche nach weiteren Vermissten laufe. Ein grossflächiges Feuer sei ausgebrochen. (dpa)

13:12 Uhr

Montag, 28. September

Spannungen zwischen Ukraine und Südkorea wegen Kriegsgefangenen

Im Streit um zwei nordkoreanische Kriegsgefangene hat Südkorea den ukrainischen Geschäftsträger einbestellt. Seoul wirft Kiew vor, eine Vereinbarung über die vertrauliche Behandlung ihrer Überstellung nach Südkorea gebrochen zu haben. Die ukrainische Darstellung, wonach es keine solche Vereinbarung gegeben habe, untergrabe das Vertrauen zwischen beiden Regierungen, erklärte Vize-Aussenminister Park Yoon Joo. Er forderte eine Erklärung und Entschuldigung.

Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski hatte bei der UN-Generaldebatte erstmals öffentlich gemacht, dass die Ukraine die beiden Soldaten nach Südkorea überstellt habe. Sie waren im Januar 2025 in der russischen Region Kursk gefangen genommen worden und sollen den Wunsch geäussert haben, nach Südkorea überzusiedeln.

Südkoreas Präsident Lee Jae Myung kritisierte die Bekanntgabe als problematisch, da das Thema Auswirkungen auf die Sicherheit auf der koreanischen Halbinsel habe. Nach südkoreanischen Geheimdienstschätzungen hat Nordkorea rund 15'000 Soldaten zur Unterstützung Russlands entsandt. (dpa)

10:00 Uhr

Montag, 28. September

Russischer Angriff auf Charkiw – Dutzende Verletzte

Bei russischen Angriffen auf die Ukraine sind zwei Menschen getötet und Dutzende verletzt worden. In Charkiw wurden laut Bürgermeister Ihor Terechow zufolge 35 Menschen verletzt, darunter Minderjährige. Russland habe Gleitbomben eingesetzt.

In der Region Kiew kamen Präsident Wolodimir Selenski zufolge zwei Menschen ums Leben. Drohnenangriffe verursachten zudem Schäden an Wohnhäusern und Infrastruktur. In der Region Odessa wurde ein Schiff unter der Flagge von Palau getroffen. Zwei Menschen wurden nach Behördenangaben verletzt.

Auch die Ukraine griff Ziele in Russland an. Selenski zufolge wurden unter anderem Rüstungsbetriebe sowie Anlagen der Ölindustrie attackiert. In der Region Woronesch meldeten die Behörden vier Verletzte, darunter drei Kinder. In Brjansk entgleisten nach einem Angriff mehrere Güterwaggons.

Das russische Verteidigungsministerium bestätigte Angriffe unter anderem auf Datenzentren in Kiew sowie Ziele in Odessa. Diese hätten militärischen Zwecken gedient. Die Angaben beider Kriegsparteien lassen sich nicht unabhängig prüfen. (dpa)

15:35 Uhr

Sonntag, 27. September

Abgeriegelte Frontstadt Oleschky erhält Lebensmittel aus der Luft

Ukrainische Truppen haben nach Behördenangaben mit Lastdrohnen vier Tonnen Lebensmittel in die seit Monaten abgeriegelte Stadt Oleschky auf russischem Besatzungsgebiet im Süden gebracht. Russland halte in der Stadt etwa 2000 Menschen fest, darunter fast 50 Kinder, teilte der Gouverneur des ukrainischen Gebietes Cherson, Olexander Prokudin, auf Telegram mit. «Sie sind gezwungen, ohne Nahrung, Strom und Wasser zu überleben.» In einem Video zeigte er den angeblichen Abwurf der Lebensmittel.

Hilfsorganisationen beklagen seit langem die humanitäre Lage in der Kleinstadt, die auf dem südlichen Ufer des Dnipro liegt. Die Gebietshauptstadt Cherson in ukrainischer Hand ist nur neun Kilometer entfernt, doch dazwischen verläuft die Front. Nach jahrelangem wechselseitigem Beschuss liegen rund um Oleschky Minen, ein Verlassen ist in alle Richtungen lebensgefährlich. Der letzte Laden schloss nach UN-Angaben im Januar. Seit Mai seien keine Lebensmittel mehr in den Ort gelangt.

Keine Einigung auf humanitären Korridor

Kremlsprecher Dmitri Peskow gestand Anfang vergangener Woche die kritische Lage ein. Er warf der ukrainischen Armee vor, durch Drohnenangriffe die Lieferung von Lebensmitteln nach Oleschky zu verhindern. Prokudin wiederum sagte, die Besatzungsmacht misshandele Einwohner, die die ukrainischen Spenden aus der Luft aufsammeln.

Der Menschenrechtskommissar des Europarates, Michael O’Flaherty, hatte am Freitag einen sofortigen örtlichen Waffenstillstand gefordert, um humanitäre Hilfe zu ermöglichen und die Zivilbevölkerung zu evakuieren. Bislang sind aber alle Versuche gescheitert, einen humanitären Korridor einzurichten, um die Menschen aus der Stadt bringen zu können. (dpa)

14:23 Uhr

Sonntag, 27. September

Selenski: 2200 russische Drohnenangriffe in einer Woche

Russland hat die Ukraine nach Angaben von Präsident Wolodimir Selenski in der vergangenen Woche mit mehr als 2200 Kampfdrohnen grosser Reichweite angegriffen. Auch mehr als 1640 Gleitbomben und 38 ballistische Raketen und Marschflugkörper seien eingesetzt worden, schrieb Selenski in sozialen Netzwerken.

Allein in der Nacht auf Sonntag seien drei Menschen in Saporischschja und ein Mann in Kiew getötet worden. Besonders heftige Angriffe trafen die Hafenstadt Odessa. In Kiew sei ein Datenzentrum zweimal beschossen worden. Das russische Verteidigungsministerium in Moskau berichtete ebenfalls von Angriffen auf ein Datenzentrum in Kiew sowie auf eine Logistikfirma bei Kiew, eine Logistikfirma in Odessa und Hafenanlagen im Donauhafen Kilija. Die Angaben lassen sich allesamt nicht unabhängig überprüfen. (dpa)

22:54 Uhr

Samstag, 26. September

Russische Angriffe treffen Odessa

Eine Serie russischer Angriffe hat die ukrainische Hafenstadt Odessa getroffen und dort für Opfer und Schäden gesorgt. Mindestens zwei Menschen seien bei den Attacken verletzt worden, berichteten die örtlichen Medien. An mehreren Orten seien Brände ausgebrochen, über der Stadt bildeten sich dichte Rauchwolken.

Bei den Attacken seien private Wohnhäuser, eine Produktionshalle sowie Lagerräume getroffen worden, teilte der regionale Militärverwalter Oleh Kiper am Abend auf Telegram mit. Zuvor hatte das russische Militär im Tagesverlauf zweimal einen Baumarkt in der Hafenstadt angegriffen. (dpa)

21:07 Uhr

Samstag, 26. September

Selenski: «Keine Friedensbereitschaft im Kreml erkennbar»

Die Ukraine kann nach den Worten von Präsident Wolodimir Selenski bei Kremlchef Wladimir Putin keine Bereitschaft zu einem baldigen Kriegsende erkennen. «Offensichtlich bereiten sich die Russen nicht darauf vor, den Krieg zu beenden - zumindest derzeit nicht», sagte Selenski in seiner abendlichen Videoansprache. «Putin hat ständig irgendeinen Vorwand parat, um sich nicht zu treffen, um kein Dreiertreffen abzuhalten, um nicht zu sprechen, um diese Morde nicht zu beenden und nicht zu stoppen.»

An dieser Haltung habe sich seit Jahren nichts geändert. «Er sucht nach Vorwänden, um Krieg zu führen», sagte Selenski. «Es klingt immer gleich, und unser jüngstes Treffen mit dem Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika zeigt dies.»

In Russland müsse der Wille entstehen, «Geld nicht für den Tod, sondern für etwas anderes auszugeben, damit dort der Wunsch entsteht, diesen Krieg zu beenden». Und daran arbeite Kiew gemeinsam mit seinen weltweiten Partnern. (dpa)

17:28 Uhr

Samstag, 26. September

Erste Gespräche seit Jahren: Wadephul trifft Lawrow

Der deutsche Aussenminister Johann Wadephul (CDU) hat sich in New York überraschend mit seinem russischen Amtskollegen Sergej Lawrow getroffen. Das erste bilaterale Treffen der Aussenminister der beiden Länder seit Jahren fand am Rande der UN-Generaldebatte in einem Besprechungszimmer der russischen Seite im UN-Gebäude statt. Das Gespräch dauerte gut 20 Minuten und endete mit einem Handschlag beider Minister.

Es ist das erste Gespräch auf dieser Ebene seit dem Beginn des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine 2022. Die damalige Aussenministerin Annalena Baerbock (Grüne) hatte sich im Januar 2022 mit Lawrow in Moskau getroffen. Seitdem waren deutsche und russische Regierungsvertreter zwar bei verschiedenen internationalen Treffen gemeinsam vertreten, direkte Gespräche auf Aussenministerebene blieben jedoch aus.

Bedingungen für Rückkehr zu konstruktiverem Verhältnis

Wadephul habe Russland zur Deeskalation aufgefordert, hiess es aus deutschen Delegationskreisen. Er habe betont, Vorfälle wie der Anschlagsversuch in Leipzig Anfang August oder weitere hybride Angriffe würden Deutschlands Entschlossenheit zur Unterstützung der angegriffenen Ukraine nicht erschüttern. Sie beeinträchtigten aber das ohnehin beschädigte deutsch-russische Verhältnis.

Demnach machte Wadephul zugleich deutlich, dass jederzeit die Möglichkeit einer Rückkehr zu einem konstruktiveren Verhältnis beider Regierungen bestehe. Dies setze jedoch die ernsthafte Bereitschaft der russischen Führung voraus, den völkerrechtswidrigen Angriffskrieg gegen die Ukraine zu beenden und an der Wiederherstellung einer dauerhaften Friedensordnung in Europa mitzuwirken.

Nachdem die Sprecherin des russischen Aussenministeriums, Maria Sacharowa, laut Nachrichtenagentur Tass erklärt hatte, die deutsche Seite habe um das Treffen gebeten, war am Rande des UN-Treffens eine andere Version zu hören. Lawrow habe der deutschen Seite - übermittelt durch dritte Staaten - Gesprächsbereitschaft signalisiert. Die deutsche Seite sei darauf zurückgekommen und Wadephul habe erstmals in ein Treffen eingewilligt. (dpa)

14:53 Uhr

Samstag, 26. September

Sieben Tote in Ukraine und Russland bei gegenseitigen Angriffen

Bei russischen Angriffen auf die Ukraine sind nach ukrainischen Angaben vier Menschen ums Leben gekommen. Die Behörden in der russischen Region Krasnodar meldeten am Samstag ihrerseits drei Tote und zwei Verletzte nach einem ukrainischen Drohnenangriff. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bestätigte einen Angriff auf eine Raffinerie in Krasnodar.

Selenskyj berichtete über mehrer russische Angriffe auf Wohnhäuser in Kiew, Saporischschja und die Regionen Odessa, Sumy und Charkiw. Die Militärverwaltung von Saporischschja teilte mit, dass zwei Frauen in den Trümmern ihres zerstörten Hauses ums Leben gekommen seien. Bei einem weiteren Angriff auf die Stadt Sumy seien ebenfalls zwei Menschen ums Leben gekommen, teilten die örtlichen Behörden mit. (dpa)

13:20 Uhr

Samstag, 26. September

Wieder Tote und Verletzte nach Angriffen Russlands

Russische Luftangriffe auf die Ukraine haben nach Angaben von Wolodimir Selenski erneut Tote und Verletzte gefordert. In der Grossstadt Saporischschja seien zwei Menschen getötet worden, schrieb der ukrainische Präsident in sozialen Netzwerken. Landesweit habe es 14 Verletzte gegeben. Er berichtete auch von Angriffen auf Kiew sowie die Gebiete Odessa, Sumy, Charkiw, Poltawa, Mykolajiw und Winnyzja.

«Es ist wichtig, dass unsere Partner nicht vergessen: Russland eskaliert jeden Tag», erklärte er. Deshalb seien härtere Sanktionen der USA und der EU nötig. Selenski bestätigte ukrainische Drohnenangriffe auf die Raffinerie von Ilski im südrussischen Gebiet Krasnodar und eine Rüstungsfabrik im Gebiet Rostow. (dpa)

11:14 Uhr

Freitag, 25. September

Junge bei Luftangriff in Kiew getötet

In Kiew hat eine russische Kampfdrohne nach ukrainischen Polizeiangaben am Morgen ein Hochhaus getroffen und einen 14-jährigen Jungen getötet. Mindestens sieben weitere Bewohner des Wohnblocks seien verletzt worden, teilte die Polizei der ukrainischen Hauptstadt auf Telegram mit. Präsident Wolodimir Selenski bestätigte die Angaben.

Über dem Zentrum war Abwehrfeuer zu hören, dann der Flug der Drohne mit Jetantrieb und der Einschlag, wie ein dpa-Reporter berichtete. Luftalarm wurde in diesem Fall erst kurz darauf ausgelöst. Die Ukraine arbeitet noch an einer wirksamen Abwehr gegen die von Russland weiterentwickelten schnellen Shahed-Drohnen mit Düsenantrieb. Nach den nächtlichen russischen Luftangriffen wurde ein weiterer Toter aus Odessa gemeldet. (dpa)

13:59 Uhr

Donnerstag, 24. September

Selenski warnt vor hartem Kriegswinter

Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski hat vor einem weiteren harten Kriegswinter gewarnt. Die Lage werde sich voraussichtlich verschlimmern, der Kampf werde jedoch fortgesetzt, erklärte der Präsident in den sozialen Medien.

«Die Ukrainer wissen, dass dieser Winter für uns sehr hart werden könnte», schrieb Selenski. «Doch uns bleibt keine andere Wahl, als dafür zu sorgen, dass er auch für Russland schmerzhaft wird.» Deshalb seien Schritte zur Deeskalation noch vor dem Wintereinbruch wichtig und notwendig. (dpa)

13:58 Uhr

Donnerstag, 24. September

Zwei Tote bei russischem Angriff auf Kiew

Bei einem russischen Angriff auf die ukrainische Hauptstadt Kiew sind nach ukrainischen Angaben zwei Menschen getötet worden. Innenminister Iwan Wyhiwskyj teilte mit, mehr als 50 zivile Einrichtungen seien beschädigt worden, darunter Wohnblocks, Postfilialen, eine Entbindungsklinik und eine Textilfabrik.

Die Einwohnerin Valentyna Kolosenko sagte, in der Nähe ihres Hauses habe es drei Explosionen gegeben. Sie habe hinter einer massiven Eichentür gestanden, die ihr das Leben gerettet habe. Sie werde die Strapazen aber durchstehen, auch wenn sie Angst habe. «Alles ist lahmgelegt. Nichts funktioniert» sagte sie der Nachrichtenagentur AP.

Die Rentnerin Liubow Pasiuk, deren Fensterscheiben durch die Wucht der Explosionen zerbrachen, zeigte sich entschlossen, dem russischen Angriff zu trotzen. «Wir gewöhnen uns nicht daran, wir passen uns an, denn wir haben nur eine Wahl: trotz allem hier zu bleiben, auf unserem Land», sagte sie.

Russland hat wiederholt unter anderem ukrainische Züge, Einkaufszentren, Supermärkte und Tankstellen angegriffen. (dpa)

11:04 Uhr

Donnerstag, 24. September

Polen: Brand von Starlink-Terminal war vermutlich Sabotage

Ein Brand in einem Terminal des Satelliteninternetdienstes Starlink in Polen ist nach Angaben der Regierung in Warschau höchstwahrscheinlich auf einen Sabotageakt zurückzuführen. Vieles deute darauf hin, dass der Brand ein gezielter Versuch war, den Betrieb der Station zu stören, die auch die Sicherheit des Internetbetriebs in der Ukraine gewährleiste, sagte Polens Innenminister Krzysztof Gawkowski dem Sender TVP. Man könne nicht klar sagen, ob Russland dahinterstehe, aber es füge sich ein in die neue russische Angriffsdoktrin, so der Minister.

Am Mittwochabend war es in dem Terminal Wola Krobowska 50 Kilometer südlich von Warschau zu einem Brand an den Antennen gekommen, wie ein Sprecher der Feuerwehr der Nachrichtenagentur PAP sagte. Der Brand konnte rasch gelöscht werden.

Innenminister Gawkowski sagte, das Feuer habe die Stromversorgungsstation und den Stromgenerator erfasst. «Es ist deutlich zu erkennen, dass diese Sabotageakte darauf ausgerichtet waren, den Betrieb dieses Terminals unmöglich zu machen.» Der Ausfall der Station hätte zu Problemen mit der Internetversorgung, aber auch beispielsweise mit dem Betrieb von Geldautomaten in Polen führen können.

In Polen und den baltischen Staaten gibt es Befürchtungen, dass Russland wegen seiner Probleme im Ukraine-Krieg Provokationen gegen Nato-Gebiet unternehmen könnte. Zuletzt hatte es mehrmals Drohnenangriffe auf Ziele in der Westukraine unweit der Grenze zu Polen gegeben. Auch ein Passagierzug von Kiew nach Warschau wurde dort angegriffen. (dpa)

10:04 Uhr

Donnerstag, 24. September

Baltenstaaten verhängen eigene Sanktionen gegen russische Milliardäre

Nach der umstrittenen Aufhebung von EU-Sanktionen gegen die russischen Oligarchen Alischer Usmanow und Michail Fridman haben die baltischen Staaten nationale Strafmassnahmen gegen die beiden Milliardäre erlassen. «Estland hielt es nicht für richtig, diese beiden prominenten russischen Geschäftsleute von der EU-Sanktionsliste zu streichen und unterstützte die Entscheidung nicht», teile Estlands Aussenminister Margus Tsahkna mit.

Russland zeige keinerlei Bereitschaft, den Krieg gegen die Ukraine zu beenden und Usmanov und Fridman unterstützten weiterhin Russlands Aggression. Daher habe Estland nationale Sanktionen gegen sie verhängt, hiess es in einer Mitteilung aus Tallinn ohne nähere Angaben zu konkreten Massnahmen. Zuvor hatte bereits das benachbarte Lettland nationale Finanzbeschränkungen und Einreiseverbote gegen die beiden Oligarchen verhängt. Auch Litauen hat ähnliche Schritte eingeleitet.

Die Europäische Union hatte am Dienstag nach langem Ringen ihre Sanktionen gegen Usmanow und Fridman aufgehoben. Dagegen hatte sich besonders Lettland gesperrt. Auch die Ukraine hatte die Aufhebung der Strafmassnahmen als «beschämend und nicht zu rechtfertigen» kritisiert. Gleichzeitig wurden Massnahmen gegen rund 3000 andere Personen, Einrichtungen und Unternehmen um 36 Monate verlängert.

Allen gelisteten Akteuren wird vorgeworfen, Russlands Krieg gegen die Ukraine zu unterstützen oder von der Politik des Kremls zu profitieren. Die baltischen Staaten sind enge Partner und Unterstützer der Ukraine, die sich seit mehr als vier Jahren gegen eine russische Invasion wehrt. (dpa)

06:21 Uhr

Donnerstag, 24. September

Ukraine überstellt zwei nordkoreanische Kriegsgefangene an Südkorea

Die Ukraine hat nach Angaben des ukrainischen Präsidenten Wolodymir Selenski zwei nordkoreanische Kriegsgefangene nach Südkorea überstellt. Das sagte Selenski am Mittwoch (Ortszeit) bei der Generaldebatte der UN-Vollversammlung in New York. Nach der Gefangennahme der beiden Soldaten in der russischen Region Kursk im Jahr 2025 habe es monatelange Beratungen zwischen Kiew und Seoul gegeben.

Das südkoreanische Aussenministerium bestätigte die Überstellung zunächst nicht direkt. Es teilte mit, man habe eine Lösung finden wollen, die den freien Willen der Soldaten respektiere und mit internationalem Recht sowie humanitären Grundsätzen vereinbar sei. Einzelheiten zum Verbleib, zum Zeitpunkt oder zur Route der Überstellung werde man nicht bestätigen. Es handle sich um eine sensible Angelegenheit, die die Sicherheit der Soldaten und ihrer Familien betreffe.

Selenski sagte in seiner Rede, die Ukraine habe die Soldaten kürzlich nach Südkorea überstellt, nannte aber keine weiteren Einzelheiten. Die beiden gehörten zu Tausenden nordkoreanischen Soldaten, die zur Unterstützung des russischen Krieges gegen die Ukraine nach Russland geschickt worden waren.

Nach ihrer Gefangennahme im Januar 2025 hatte Südkorea Kiew aufgefordert, die Soldaten nicht nach Nordkorea zurückzuschicken. Sie könnten dort verfolgt werden. Seoul erklärte sich bereit, sie aufzunehmen. In Medieninterviews hatten sie zu erkennen gegeben, dass sie nach Südkorea wollten.

Im April 2025 bestätigten Nordkorea und Russland erstmals, dass nordkoreanische Soldaten gemeinsam mit russischen Truppen in der Region Kursk gegen ukrainische Kräfte gekämpft hatten. Die südkoreanische Regierung schätzte damals, Nordkorea habe seit Oktober 2024 rund 15'000 Soldaten nach Russland entsandt. Etwa 2000 von ihnen seien getötet worden. (dpa)

16:24 Uhr

Mittwoch, 23. September

Kreml: Keine konkreten Pläne für neue Ukraine-Gespräche

Für weitere von den USA vermittelte Gespräche zwischen Russland und der Ukraine gibt es nach Angaben des Kremls derzeit keine konkreten Pläne. Das erklärte Kremlsprecher Dmitri Peskow am Mittwoch.

Anders als der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski nimmt der russische Staatschef Wladimir Putin nicht an der Generaldebatte der UN-Vollversammlung in New York teil. Am Dienstag hatte Selenski US-Präsident Donald Trump getroffen. (dpa)

01:20 Uhr

Mittwoch, 23. September

Selenski: Stopp russischer Ölkäufe würde Krieg beenden

Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski sieht in einem Stopp russischer Ölkäufe einen entscheidenden Hebel für ein Ende des Krieges gegen die Ukraine. Würde US-Präsident Donald Trump den russischen Präsidenten Wladimir Putin stärker unter Druck setzen und würden China und Indien auf den Kauf russischen Öls verzichten, wäre der Krieg beendet, sagte Selenski dem «Wall Street Journal» am Dienstag (Ortszeit) am Rande der Generaldebatte der UN-Vollversammlung in New York. «Es reicht, sie zu stoppen - sie werden nicht genug Geld haben», sagte Selenski.

In demselben Interview sagte Selenski, Trump habe ihn am Dienstag nicht aufgefordert, die Angriffe auf russische Ölraffinerien einzustellen. Er räumte jedoch ein, dass US-amerikanische Vertreter das Thema bereits angesprochen hätten. Hintergrund seien Befürchtungen vor steigenden Energiepreisen. Selenski sagte zugleich, die Ukraine müsse auf russische Angriffe auf ihre eigene Energieinfrastruktur entschlossen reagieren. (dpa)

20:11 Uhr

Dienstag, 22. September

Kiew kritisiert Aufhebung von EU-Strafmassnahmen gegen Russen

Die Aufhebung von EU-Strafmassnahmen gegen zwei russische Milliardäre hat die Ukraine als «beschämend und nicht zu rechtfertigen» bezeichnet. «Moskau feiert, weil es erreicht hat, was es wollte: ein Gefühl der Straffreiheit, die Demütigung der EU und Uneinigkeit unter den Europäern», schrieb Aussenminister Andrij Sybiha auf der Plattform X. Der Diplomat forderte «alle» EU-Mitglieder dazu auf, nun eigene nationale Sanktionen gegen die beiden Russen zu verhängen.

Zuvor hatte die Europäische Union nach langem Ringen ihre Sanktionen gegen die russischen Oligarchen Alischer Usmanow und Michail Fridman aufgehoben. Gleichzeitig wurden Massnahmen gegen rund 3000 andere Personen, Einrichtungen und Unternehmen um 36 Monate verlängert. (dpa)

18:43 Uhr

Dienstag, 22. September

EU hebt Sanktionen gegen russische Milliardäre auf

Nach langem Ringen hebt die EU wegen einer drohenden Totalblockade von Russland-Sanktionen durch einzelne Mitgliedstaaten ihre Strafmassnahmen gegen die beiden russischen Oligarchen Alischer Usmanow und Michail Fridman auf. Das teilte ein EU-Diplomat mit.

Mit der Aufhebung der Sanktionen gegen Usmanow und Fridman beschlossen die EU-Staaten auch die Verlängerung der Sanktionen gegen rund 3000 andere Personen, Einrichtungen und Unternehmen um 36 Monate. Bis zum 22. September 2029 dürfte damit Ruhe in die bislang jedes halbe Jahr wiederkehrende Debatte um die Verlängerung von bestehenden Sanktionen einkehren.

Die Zeit drängte, denn ohne die Akzeptanz der Sanktionsentscheidungen von allen Mitgliedsländern wären diese in der Nacht zum Mittwoch ausgelaufen. Allen gelisteten Akteuren wird vorgeworfen, Russlands Krieg gegen die Ukraine zu unterstützen oder von der Politik des Kremls zu profitieren. (dpa)

14:41 Uhr

Dienstag, 22. September

Kreml ist beeindruckt von der AfD und offen für Gespräche

Nach den Wahlerfolgen der AfD zeigt sich Russland offen für Gespräche mit der Partei. Die Äusserungen der Alternative für Deutschland zu einer Wiederaufnahme der Beziehungen mit Russland «imponieren uns», sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow der russischen Agentur Interfax zufolge. Als politische Kraft zeige die Partei eine beständig wachsende Popularität. «Natürlich erscheinen uns solche Äusserungen vorteilhafter als jene von Merz, der sich im Grunde nur durch konfrontative Äusserungen gegenüber der Russischen Föderation hervorgetan hat», sagte Peskow.

Kanzler Friedrich Merz (CDU) steht in Moskau als «Russland-Hasser» und «Kriegstreiber» in der Kritik. Dagegen unterhält die AfD, die in manchen Bundesländern vom Verfassungsschutz als rechtsextremistisch eingestuft ist, seit längerem Kontakte zu Moskau.

So hatte auch Aussenminister Sergej Lawrow 2020 den AfD-Co-Vorsitzenden Tino Chrupalla in der russischen Hauptstadt zu Gesprächen empfangen. Trotz des russischen Angriffskriegs waren in diesem Jahr zudem Vertreter der Partei beim Wirtschaftsforum in St. Petersburg. Der im Kreml für die internationale wirtschaftliche Zusammenarbeit zuständige Beauftragte Kirill Dmitrijew hatte zuletzt auch ein weiteres Business-Forum im kommenden Jahr mit AfD-Vertretern angekündigt.

Russland wirft der von Merz geführten Bundesregierung vor, mit den Waffenlieferungen und Milliardenhilfen für die Ukraine den Krieg weiter anzuheizen. Deutschland ist für die Ukraine inzwischen der wichtigste Unterstützer im Abwehrkampf gegen den russischen Angriffskrieg. Merz gilt in der Ukraine laut Umfragen als einer der beliebtesten ausländischen Politiker.

In der Vergangenheit hatte sich auch Kremlchef Wladimir Putin mehrfach wohlwollend über die AfD geäussert. Er hatte für den Fall einer Aufhebung der westlichen Sanktionen angeboten, wieder vergleichsweise günstiges russisches Gas nach Deutschland zu liefern, wenn es eine Vereinbarung dazu von Dauer und abseits politischer Konjunktur gäbe. Nach dem Sieg der AfD bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt sagte Putin, die Entwicklungen in Deutschland seien Folge systematischer Fehler in Politik und Wirtschaft im Westen. (dpa)

08:53 Uhr

Dienstag, 22. September

Tote bei russischem Luftangriff auf Industriestadt Dnipro

Russland hat in der Nacht die südukrainischen Industriestädte Dnipro, Krywyj Rih und Pawlohrad mit ballistischen Raketen angegriffen. In Dnipro seien mindestens vier Menschen getötet und weitere sechs verletzt worden, teilte der Gouverneur des Gebietes Dnipropetrowsk, Olexander Hanscha, auf Telegram mit. Unter den Trümmern eines getroffenen Industriebetriebs würden noch Verschüttete vermutet.

Das russische Militär in Moskau sprach von einem Angriff auf Anlagen der Metall-, Chemie-, Energie und Rüstungsindustrie in der Ukraine. Neben Raketen seien Marschflugkörper und Kampfdrohnen eingesetzt worden.

In der ukrainischen Hauptstadt Kiew herrschte nachts mehrfach Luftalarm. Durch Drohnenangriffe seien drei Menschen verletzt worden, teilte Bürgermeister Vitali Klitschko mit. In einem Logistikbetrieb habe es gebrannt, ein fünfstöckiges Wohnhaus sei beschädigt worden.

Russland versucht seit mehr als viereinhalb Jahren mit einer grossangelegten Invasion, die Ukraine zu unterwerfen. Diplomatische Bemühungen um ein Kriegsende haben noch kein Ergebnis gebracht. Sie sollen heute am Rande der UN-Generaldebatte in New York fortgesetzt werden. Der ukrainische Staatschef Wolodymir Selenski wird mit US-Präsident Donald Trump sprechen. (dpa)

07:04 Uhr

Dienstag, 22. September

Lettland sperrt sich gegen Deal zu Russland-Sanktionen

Lettland sperrt sich gegen die unter dem Druck einzelner EU-Staaten geplante Aufhebung von Sanktionen gegen die beiden russischen Oligarchen Alischer Usmanow und Michail Fridman. «Die Haltung der lettischen Regierung ist unverändert geblieben. Die EU-Sanktionen gegen Russland sollten verschärft und nicht abgeschwächt werden. Lettland kann daher dem vorgelegten Vorschlag nicht zustimmen», schrieb Aussenministerin Baiba Braze auf dem Plattform X und fügte hinzu: Was die Standpunkte anderer Länder betreffe, müssten diese Länder befragt werden. Sanktionen müssen in der EU einstimmig von den Mitgliedsstaaten beschlossen werden.

Auch Regierungschef Andris Kulbergs betonte: «Die Verlängerung der Sanktionen um 36 Monate wäre der richtige Schritt. Der Preis dafür darf jedoch nicht die einfache Streichung beider Personen von der Sanktionsliste sein. Lettland kann ein solches Angebot nicht annehmen.» Kulbergs kündigte an, gemeinsam mit Braze mit Brüssel und Paris an einer Lösung zu arbeiten, die den Interessen Lettlands entsprechen würde. Auch berief er eine Dringlichkeitssitzung der Regierung in Riga ein. In Brüssel sollen heute Morgen erneut die Botschafter der Mitgliedstaaten zu Beratungen zusammenkommen.

Für die EU-Staaten drängt in der Frage die Zeit. Gleichzeitig mit der Aufhebung der Sanktionen gegen Usmanow und Fridman soll auch die Verlängerung der Sanktionen gegen rund 3000 andere Personen, Einrichtungen und Unternehmen beschlossen werden. Diese laufen sonst in der Nacht zum Mittwoch aus. Allen Akteuren wird vorgeworfen, Russlands Krieg gegen die Ukraine zu unterstützen oder von der Politik des Kremls zu profitieren.

Ausgangspunkt für das neue Sanktionsdrama in der EU war nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur die Forderung der Slowakei, die Sanktionen gegen den Milliardär Usmanow aufzuheben. Ihr hatte sich vor kurzem überraschend auch Frankreich angeschlossen. Danach forderte nach Angaben von Diplomaten Luxemburg, dass bei einer Aufhebung der Sanktionen gegen Usmanow auch die Sanktionen gegen Fridman aufgehoben werden müssten.

Wegen des Einstimmigkeitsprinzips bei Sanktionsentscheidungen müssen die anderen EU-Staaten die Forderungen akzeptieren, ansonsten droht das Auslaufen aller anderen Sanktionsbeschlüsse. Nach Angaben von Diplomaten soll aber im Gegenzug immerhin eine Sanktionsverlängerung um 36 statt um nur 6 Monate vereinbart werden.

Lettland ist ein enger Partner und Unterstützer der Ukraine, die sich seit mehr als vier Jahren gegen eine russische Invasion wehrt. (dpa)

19:45 Uhr

Montag, 21. September

EU will Sanktionen gegen russische Milliardäre aufheben

Die EU will wegen einer drohenden Totalblockade von Russland-Sanktionen durch einzelne Mitgliedstaaten ihre Strafmassnahmen gegen die beiden Oligarchen Alischer Usmanow und Michail Fridman aufheben. Ein entsprechendes Beschlussverfahren sei am Abend in Brüssel eingeleitet worden, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur von Diplomaten.

Ohne diesen Schritt kann demnach die Verlängerung der Sanktionen gegen rund 3000 Personen, Einrichtungen und Unternehmen nicht beschlossen werden. Ihnen wird vorgeworfen, Russlands Krieg gegen die Ukraine zu unterstützen oder von der Politik des Kremls zu profitieren.

Ausgangspunkt für die Entwicklungen war nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur die Forderung der Slowakei, die Sanktionen gegen den Milliardär Usmanow aufzuheben. Ihr hatte sich vor kurzem überraschend auch Frankreich angeschlossen. Danach forderte nach Angaben von Diplomaten Luxemburg, dass bei einer Aufhebung der Sanktionen gegen Usmanow auch die Sanktionen gegen Fridman aufgehoben werden müssten.

Wegen des Einstimmigkeitsprinzips bei Sanktionsentscheidungen müssen die anderen EU-Staaten die Forderungen akzeptieren, ansonsten droht das Auslaufen aller anderen Sanktionsbeschlüsse. Nach Angaben von Diplomaten soll aber im Gegenzug immerhin eine Sanktionsverlängerung um 36 statt um nur 6 Monate vereinbart werden. (dpa)

18:28 Uhr

Montag, 21. September

Vor Treffen mit Trump: Selenski für begrenzte Waffenruhe

Vor einem in New York geplanten Treffen mit US-Präsident Donald Trump weist der ukrainische Staatschef Wolodimir Selenski US-Kritik an Angriffen auf die russische Ölindustrie zurück. Er erneuerte dagegen seinen Vorschlag einer begrenzten Waffenruhe: «Der ukrainische Energiesektor, kritische Infrastruktur und unsere Lebensmittelexporte dürfen keine Ziele mehr für Russland sein, und das wird zu entsprechenden Deeskalationsschritten von unserer Seite führen», schrieb Selenski auf der Plattform X.

Am Rande der Generalversammlung der Vereinten Nationen ist an diesem Dienstag Berichten zufolge ein Treffen von Trump und Selenski verabredet. Trump hatte in einem Post auf seiner Plattform Truth Social geschrieben, dass Russland im Krieg die Kontrolle über seine Dieselölindustrie verloren habe. Ein grosser Teil der Raffinerien sei gesprengt worden und zumindest vorübergehend ausser Betrieb. «Dieser lächerliche und endlose Krieg mit der Ukraine muss beendet werden», schrieb er weiter. Dieser Forderung pflichtete Selenski bei.

Schon vor mehr als einer Woche hatte Trump Selenski dazu aufgerufen, Angriffe auf russische Raffinerien einzustellen, und ihn für eine weltweite Dieselknappheit verantwortlich gemacht. Allerdings wirkt sich besonders der Krieg zwischen den USA und der Islamischen Republik Iran auf den globalen Ölmarkt aus. (dpa)

13:13 Uhr

Montag, 21. September

Erneut Drohne in moldauischen Luftraum eingedrungen

In den Luftraum der Republik Moldau ist erneut eine Drohne eingedrungen. Das Verteidigungsministerium teilte mit, Überwachungssysteme hätten kurz nach Mitternacht ein Flugobjekt entdeckt. Daraufhin sei ein Teil des Luftraums im Norden des Landes vorübergehend gesperrt worden.

In den vergangenen Wochen war der moldauische Luftraum mehrfach verletzt worden. Zudem wurden auf moldauischem Staatsgebiet Trümmerteile von Drohnen gefunden. Wegen elektronischer Störsignale, die die Fluggeräte vom Kurs abgebracht haben könnten, blieb unklar, ob es sich um russische oder ukrainische Drohnen handelte. Regierungsvertreter machten jedoch wiederholt Moskau dafür verantwortlich. (dpa)

12:28 Uhr

Montag, 21. September

EU kündigt nach Duma-Wahl in Russland neue Sanktionen an

Die Europäische Union hat nach der Parlamentswahl in Russland Sanktionen gegen Verantwortliche für die Abstimmungen in den besetzten Gebieten der Ukraine angekündigt. Weder die dort abgehaltenen Wahlen noch deren Ergebnisse würden jemals anerkannt, heisst es in einer von EU-Aussenbeauftragter Kaja Kallas im Namen der 28 Mitgliedstaaten verbreiteten Erklärung. Mit Strafmassnahmen müssten sowohl Kandidaten und Organisatoren dieser «Scheinwahlen» rechnen als auch Personen, die freie und faire Wahlen in Russland behindert hätten.

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«Die von Russland vom 18. bis 20. September abgehaltenen Wahlen zur Staatsduma haben den anhaltenden und sich vertiefenden Abbau der Demokratie in Russland deutlich gemacht», heisst es in der Erklärung weiter. Die russischen Behörden hätten die systematische und institutionalisierte Repression im Inland wie auch über die Landesgrenzen hinweg weiter verstärkt, um demokratische Oppositionskräfte davon auszuschliessen.

Vor allem die Entscheidung, Kandidaten der Partei Jabloko von einer Kandidatur über die föderale Liste auszuschliessen, habe die Wahlmöglichkeiten für die russischen Wähler eingeschränkt. Damit sei eine der letzten verbliebenen Oppositionskräfte und die einzige Partei mit einer gegen den Krieg gerichteten Plattform vom Wahlprozess ausgeschlossen worden. (dpa)

11:14 Uhr

Montag, 21. September

Russischer Angriff zerstört Einkaufszentrum in Saporischschja

Russische Luftangriffe auf die ukrainische Stadt Saporischschja haben nach Angaben von Präsident Wolodimir Selenski schwere Schäden an zivilen Gebäuden angerichtet. Ein grosses Einkaufszentrum brannte lichterloh, wie Aufnahmen aus der frontnahen Grossstadt im Süden der Ukraine zeigen. Auch mehrere neunstöckige Wohnblocks und ein Universitätsgebäude seien beschädigt worden, schrieb Selenski in sozialen Netzwerken. Er sprach von fünf Verletzten.

«Russland rückt nicht von seiner Eskalation ab und sendet viele Signale, dass es bereit ist, den Krieg zu eskalieren», erklärte der ukrainische Präsident. Um das zu stoppen, sei grösserer Druck auf Moskau notwendig. Dazu gehörten ukrainische Angriffe auf das russische Hinterland. Parallel seien diplomatische Anstrengungen für Frieden notwendig, die er in dieser Woche bei der UN-Generaldebatte in New York fortsetzen wolle.

Nach Selenskis Angaben trafen die nächtlichen russischen Angriffe zehn Regionen der Ukraine. Im Gebiet Charkiw sei eine Frau getötet worden. Das russische Militär sprach von Angriffen auf ein Logistikzentrum im Gebiet Kiew und Ziele in den Häfen Odessa und Ismajil. Die Ukraine verteidigt sich seit mehr als viereinhalb Jahren gegen einen russischen Angriffskrieg. (dpa)

21:23 Uhr

Sonntag, 20. September

Selenski kündigt Treffen mit Trump für kommende Woche an

Der ukrainische Staatschef Wolodimir Selenski hat für seinen Besuch in New York nächste Woche auch ein Treffen mit US-Präsident Donald Trump angekündigt. Demnach telefonierte Selenski mit Trump und besprach mit ihm eine Reihe von Themen, wie er bei Telegram mitteilte. Ein Treffen in New York, wo beide Präsidenten an der Generalversammlung der Vereinten Nationen teilnehmen, könne viel bewirken, sagte Selenski mit Blick auf mögliche neue Verhandlungen zur Beendigung des Ukraine-Kriegs. «Die diplomatische Dynamik ist da», sagte er. Ein genaues Datum für das Treffen nannte er zunächst nicht.

«Der Friedensprozess hat höchste Priorität», sagte Selenski nach dem jüngsten Besuch von US-Chefunterhändler Steve Witkoff und Trumps Schwiegersohn Jared Kushner in Kiew. Die beiden hatten das erste Mal überhaupt in ihrer Vermittlerrolle die Ukraine besucht und sich über die Lage in dem Land informiert. Zuvor waren sie zum wiederholten Mal in Russland gewesen, das seit mehr als viereinhalb Jahren Krieg gegen die Ukraine führt.

Selenski: «Bereit zu ernsthaften Schritten»

Geplant ist demnach, die direkten Verhandlungen zwischen Kiew und Moskau unter US-Vermittlung über ein Ende des Kriegs wiederaufzunehmen. Russland hält das im Oktober für möglich. Im vergangenen Winter waren die Gespräche in die Sackgasse geraten und dann auch wegen des Iran-Kriegs abgebrochen worden. Witkoff und Kushner, die im Nahen Osten ebenfalls vermittelten, unternehmen nun einen neuen Anlauf zur Lösung des Ukraine-Konflikts.

«Es gibt Ideen zu Deeskalationsmassnahmen und grundlegenden Sicherheitsfragen», sagte Selenski. «Wir arbeiten gemeinsam mit dem amerikanischen Team und sind bereit, wirklich ernsthafte Schritte zu unternehmen.» Details nannte er nicht. Der Präsident hatte zuletzt von den USA immer wieder vor allem Flugabwehrraketen gefordert, um sich gegen die russischen Angriffe mit ballistischen Raketen zu verteidigen.

Die Kriegsparteien werfen sich immer wieder gegenseitig vor, kein Interesse an einem Ende der Kampfhandlungen zu haben. Die Ukraine kämpft mit westlicher Militärhilfe auch um die Rückeroberung der von Russland besetzten Gebiete. (dpa)

15:22 Uhr

Sonntag, 20. September

Schwerste Drohnenschläge überschatten Russlands Duma-Wahl

Russlands erste Parlamentswahl seit Beginn des Angriffskriegs gegen die Ukraine ist am letzten Tag der dreitägigen Abstimmung von massiven ukrainischen Drohnenangriffen auf Moskau überschattet worden. Die Leiterin der zentralen Wahlkommission, Ella Pamfilowa, sprach von beispiellosen Attacken mit dem Ziel, die Abstimmung über die neue Staatsduma zu torpedieren. Die Versuche der Feinde Russlands, die Wahl auch mit Cyberangriffen auf die Online-Abstimmung zu stören, seien gescheitert. Für Kremlchef Wladimir Putin ist die Wahl vor allem ein Referendum zur Fortsetzung seines Kriegs gegen die Ukraine. Erste Ergebnisse wurden nach Schliessung der letzten Wahllokale um 20 Uhr Uhr in Kaliningrad (früher Königsberg) erwartet.

Nach Pamfilowas Darstellung organisierten die Verantwortlichen - auch in den von Moskau kontrollierten ukrainischen Gebieten - trotz grosser Gefahren und widriger Umstände einen reibungslosen Ablauf des Urnengangs. Die Kremlpartei Geeintes Russland erwartete einen deutlichen Sieg. Auch Kremlchef Putin warf der Ukraine am Wochenende vor, selbst «als Diktatur» keine Wahlen in Kriegszeiten abzuhalten, aber russische Wählerinnen und Wähler an ihrem Recht zu wählen hindern zu wollen.

Die Ukraine attackierte vor allem Ziele in Moskau und dem Umland. Bürgermeister Sergej Sobjanin sprach vom «massivsten Angriff feindlicher Drohnen auf Moskau», der aber abgewehrt worden sei. «Dieser beispiellose Angriff war offensichtlich darauf ausgerichtet, die Wahlen zu sabotieren. Dem Gegner ist dies jedoch nicht gelungen», schrieb er bei Telegram. Im Moskauer Gebiet wurden mindestens drei Menschen getötet. Gouverneur Andrej Worobjow sprach auch von mindestens 20 Verletzten bei ukrainischen Angriffen.

Moskauer Bürgermeister: Beispielloser Angriff

Es seien 450 Drohnen im Anflug auf die Hauptstadt abgeschossen worden, sagte Sobjanin. Er räumte aber ein, dass einige das Gelände der Ölraffinerie erreicht hätten. Auf Fotos waren Feuer und dunkler Rauch zu sehen. Die Moskauer Raffinerie war nicht zum ersten Mal Ziel ukrainischer Gegenangriffe. Kiew verteidigt sich mit westlicher Hilfe seit mehr als viereinhalb Jahren gegen die grossangelegte russische Invasion. Als Teil des Abwehrkampfes setzt Kiew auf Angriffe im russischen Hinterland, vor allem auf die für Moskaus Kriegskasse so wichtige Ölindustrie.

Schon am frühen Nachmittag deutscher Zeit überschritt die Wahlbeteiligung nach Angaben der Wahlkommission die Marke von 50 Prozent. Beim Urnengang 2021 lag die Beteiligung nach offiziellen Angaben bei 51,7 Prozent. In dem flächenmässig grössten Land der Welt mit elf Zeitzonen schlossen die ersten Wahllokale in der Region Sachalin bereits um 12 Uhr Moskauer Zeit.

Schon am ersten Tag beklagten die von der Wahl ausgeschlossene Anti-Kriegspartei Jabloko und andere Kräfte Wahlrechtsverstösse. So wurden Beobachter nicht in die Wahllokale vorgelassen. Staatsbedienstete berichteten über Druck, an der Wahl teilzunehmen. Und wie bei früheren Abstimmungen gab es auch Berichte über das massenhafte Einwerfen vorausgefüllter Wahlzettel in die Urnen. Zudem beklagten viele Wähler, sie hätten keinen Wahlschein erhalten und seien ohne ihr Wissen für eine Online-Abstimmung registriert gewesen.

Selenskyj bestätigt Angriffe

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bestätigte unter anderem Angriffe auf die Region Moskau. Eines der wichtigsten Unternehmen der russischen Ölindustrie und eine Logistikanlage seien getroffen worden, teilte er in sozialen Medien mit.

Selenskyj nannte eine Reihe von Waffen, die demnach zum Einsatz kamen, neben Drohnen etwa Marschflugkörper vom Typ Flamingo und Pelican. So wird eine ballistische Rakete des ukrainischen Unternehmens Fire Point genannt, wie ukrainische Medien berichten. Das Unternehmen gibt ihre Reichweite allerdings mit bis zu 200 Kilometer an. Moskau und auch die Region Moskau liegen weiter von der Ukraine entfernt. Es wäre der erste bekannte Einsatz der Waffe.

Wahlkommission beklagt Gewalt in besetzten Gebieten

Wahlleiterin Pamfilowa erhob am Wochenende immer wieder schwere Vorwürfe gegen die Ukraine. Im russisch besetzten Teil der ukrainischen Region Cherson seien bei einem Drohnenangriff auf einen Bus zwei Menschen ums Leben gekommen, darunter ein Mitglied einer Wahlkreiskommission. Die Angaben lassen sich unabhängig nicht prüfen. Weiter sprach sie von Cyberattacken und Störversuchen Kiews.

Auch Kremlchef Putin hatte der Ukraine schon am Freitag vorgeworfen, eine Wahlleiterin im russisch besetzten Teil des Gebiets Saporischschja bei einem Angriff getötet zu haben. Die Angaben sind unabhängig nicht überprüfbar.

Menschen sollten drei Tage abstimmen

Mehr als 110 Millionen Russinnen und Russen waren drei Tage lang, von Freitag bis Sonntag, zur Wahl für das russische Parlament aufgerufen. Nach dem Ausschluss der Opposition gelten alle zehn Parteien auf dem Wahlzettel als kremlnah und unterstützen die 2022 von Präsident Putin befohlene Invasion in der Ukraine. Wahlen in Russland stehen schon länger in der Kritik, weil sie als unfair und nicht demokratisch gelten.

Abstimmen konnten die Menschen auch in den von Russland kontrollierten Teilen der annektierten ukrainischen Regionen Luhansk, Donezk, Saporischschja und Cherson. Die internationale Gemeinschaft sieht im Abhalten von Wahlen in besetzten Gebieten einen Verstoss gegen das Völkerrecht. Auch auf der schon 2014 annektierten Schwarzmeer-Halbinsel Krim wird abgestimmt. Die Ukraine erkennt die Ergebnisse nicht an. (dpa)

14:27 Uhr

Sonntag, 20. September

Russische Wahlkommission: Wahlkomitee-Mitglied in Ukraine getötet

Bei einem ukrainischen Angriff in einem von Russland besetzten Teil der ukrainischen Region Cherson soll ein Mitglied eines örtlichen Wahlkomitees getötet worden sein. Das teilte die Zentrale Wahlkommission Russlands mit.

Russland lässt im Rahmen der dreitägigen Duma-Wahl, die am heutigen Sonntag zu Ende geht, auch in besetzten Gebieten der Ukraine abstimmen. (dpa)

13:55 Uhr

Sonntag, 20. September

Militärverwaltungschef: Weiteres Kind stirbt nach Angriff bei Kiew

Nach dem Tod zweier Kinder und ihrer Mutter bei einem russischen Angriff im Raum Kiew ist ein weiteres Kind seinen bei dem Angriff am Samstagabend erlittenen Verletzungen erlegen. Das teilte Militärverwaltungschef Tymur Tkatschenko am Sonntag mit. (dpa)

13:54 Uhr

Sonntag, 20. September

Russischer Angriff trifft Kloster in Region Cherson

Bei einem russischen Angriff auf ein Kloster in der ukrainischen Region Cherson ist ein Geistlicher getötet worden. Das teilte der ukrainische Präsident Wolodymir Selenski am Sonntag auf der Plattform X mit. Vier weitere Menschen seien bei dem Angriff am Samstag verletzt worden. In mehreren weiteren Region des Landes habe es Angriffe auf kritische und zivile Infrastruktur gegeben, schrieb Selenski. (dpa)

09:48 Uhr

Sonntag, 20. September

Moskauer Bürgermeister: Beispielloser Angriff am Wahltag

Der Moskauer Bürgermeister Sergej Sobjanin hat der Ukraine am letzten Tag der russischen Parlamentswahl massive Störversuche mit Drohnen vorgeworfen. «Dieser beispiellose Angriff war offensichtlich darauf ausgerichtet, die Wahlen zu sabotieren. Dem Gegner ist dies jedoch nicht gelungen», schrieb Sobjanin bei Telegram.

Er sprach vom «massivsten Angriff feindlicher Drohnen auf Moskau», der abgewehrt worden sei. Ihm zufolge wehrte Russland seit dem Vortag 1600 Drohnen ab, davon 450 beim Anflug auf die Hauptstadt. Allerdings seien einige Drohnen auf das Gelände der Ölraffinerie gelangt, eine davon sei in ein Wohnhaus gestürzt, Tote habe es nicht gegeben. Auch an allen vier Hauptstadtflughäfen gab es Einschränkungen.

Im Moskauer Umland hatte Gouverneur Andrej Worobjow bereits zwei Tote und sechs Verletzte nach verschiedenen Drohnenangriffen beklagt. Feuer seien an mehreren Orten ausgebrochen, mehrere Wohnhäuser seien beschädigt und Hunderte Menschen evakuiert worden, schrieb er bei Telegram.

Heute endet die dreitägige Wahl für das russische Parlament – die Staatsduma. Nach dem Ausschluss der Opposition gelten alle zehn Parteien auf dem Wahlzettel als kremlnah und unterstützen die 2022 von Präsident Wladimir Putin befohlene Invasion in die Ukraine. Wahlen in Russland stehen traditionell in der Kritik, weil sie als unfair und nicht demokratisch gelten. Unabhängige Wahlbeobachter meldeten bereits Manipulationsversuche und andere Regelverstösse.

Die Wahl wird trotz Protesten der Ukraine erstmals auch in den von Russland kontrollierten Teilen der annektierten ukrainischen Regionen Luhansk, Donezk, Saporischschja und Cherson abgehalten. Die internationale Gemeinschaft sieht im Abhalten von Wahlen in besetzten Gebieten einen Verstoss gegen das Völkerrecht. Auch auf der schon 2014 annektierten Schwarzmeer-Halbinsel Krim wird abgestimmt. (dpa)

06:14 Uhr

Sonntag, 20. September

Ukrainische Drohnen attackieren Moskau am Wahltag

Am letzten Tag der Parlamentswahl in Russland ist die Hauptstadtregion Moskau erneut zum Ziel ukrainischer Drohnenangriffe geworden. Seit Mitternacht seien mehr als 180 anfliegende Drohnen abgefangen worden, meldete die staatliche Nachrichtenagentur Tass unter Berufung auf Sergej Sobjanin, den Bürgermeister der Millionenmetropole.

Allerdings seien laut dem Gouverneur der Hauptstadtregion, Andrej Worobjow, auch mindestens zwei Menschen getötet und mehrere verletzt worden, als Drohnen in zwei Wohnhäuser einschlugen, hiess es in dem Bericht. Die Angaben liessen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen.

Heute endet die dreitägige Parlamentswahl in Russland. Nach dem Ausschluss der Opposition will sich Präsident Wladimir Putin seinen Kriegskurs gegen die benachbarte Ukraine offiziell bestätigen lassen. Trotz Wirtschaftskrise, Kriegsmüdigkeit und weit verbreiteter Unzufriedenheit im Volk soll auch dieses Mal wieder eine Zweidrittelmehrheit für die seit mehr als 20 Jahren regierende Kremlpartei «Geeintes Russland» erzielt werden. (dpa)

06:36 Uhr

Samstag, 19. September

Trump unterzeichnet Paket mit Sanktionen gegen Russland

US-Präsident Donald Trump hat das vom Parlament verabschiedete Gesetz mit neuen weitreichenden Sanktionen gegen Russland unterzeichnet. Das teilte das Weisse Haus in Washington mit. Das Sanktionspaket hatte zuvor eine parteiübergreifende Mehrheit im Kongress bekommen und soll den Kreml im Ukraine-Krieg stärker unter Druck setzen.

Neben direkten Strafmassnahmen gegen russische Politiker und Firmen sieht das Paket Sanktionen gegen russische Öl- und Gas-Exporte vor, mit denen Moskau seinen Angriffskrieg finanziert. Es berechtigt Trump unter anderem dazu, die fünf grössten Käufer russischer Energieträger mit Sanktionen zu belegen - sowie jene fünf Länder, die Russland am meisten dabei helfen, Energiesanktionen zu umgehen. Damit könnte es die US-Handelsbeziehungen zu China und Indien weiter strapazieren, die grosse Mengen russischen Erdöls beziehen.

Das Sanktionsgesetz trägt den Namen des im Juli gestorbenen Senators und Trump-Vertrauten Lindsey Graham, der es massgeblich vorangetrieben hatte. Neben den Russland-Sanktionen setzt es auch den Rahmen für eine Verlängerung der Strafmassnahmen gegen den Iran bis zum Jahr 2031.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj dankte Trump für die Unterzeichnung des Gesetzes. Der beste Weg, Grahams Andenken zu ehren, sei die vollständige und rasche Umsetzung der Bestimmungen, schrieb Selenskyj in sozialen Medien. Die beste Belohnung für alle, die der Ukraine dabei helfen, Russland durch zur Beendigung seines Angriffskrieges zu zwingen, werde Frieden sein.

Kremlsprecher Dmitri Peskow hatte vor Trumps Unterzeichnung gesagt, dass die Verhängung weiterer Sanktionen vonseiten der USA die Bemühungen um eine Friedenslösung in der Ukraine erschweren werde. (dpa)

06:35 Uhr

Samstag, 19. September

Tote nach russischem Gleitbombenangriff in Sumy

Bei einem russischen Angriff mit Gleitbomben sind in der nordostukrainischen Stadt Sumy nach Behördenangaben mindestens zwei Menschen getötet worden. Sieben weitere seien bei der Attacke verletzt worden, teilte der Chef der Militärverwaltung von Sumy, Oleh Hryhorow, bei Telegram mit.

Darunter sei ein 13-jähriges Mädchen. Hryhorow veröffentlichte auch ein in der Nacht aufgenommenes Foto, auf dem ein schwer beschädigtes mehrstöckiges Wohnhaus zu sehen ist. Seine Angaben liessen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen. (dpa)

21:30 Uhr

Freitag, 18. September

Russische Angriffe fordern mindestens zwei Tote

Bei russischen Angriffen sind in der Ukraine mindestens zwei Menschen getötet und viele verletzt worden. Im ostukrainischen Gebiet Charkiw kamen bei einer Attacke nach Angaben des Militärverwaltungschefs der Stadt Balaklija, Witalij Karabanow, mindestens zwei Menschen ums Leben. Zwei weitere seien verletzt worden. Am Einschlagsort brach demnach ein Feuer aus. Karabanow warf Russland vor, gezielt Zivilisten zu attackieren. Details zur Art des Angriffs nannte er nicht. (dpa)

15:04 Uhr

Freitag, 18. September

Ukraine erhält 3,3 Milliarden Euro von EU

Die EU überweist der Ukraine weitere 3,3 Milliarden Euro für die Beschaffung von Drohnen und amerikanischen Patriot-Flugabwehrraketen. Das Geld stammt aus dem 90 Milliarden Euro schweren Hilfskredit für das von Russland angegriffene Land, wie die EU-Kommission mitteilte. «Europa wird der Ukraine auch weiterhin die Unterstützung zukommen lassen, die sie für die Verteidigung ihrer Bevölkerung und ihres Staatsgebietes benötigt», erklärte Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen. (dpa)

13:48 Uhr

Freitag, 18. September

Mindestens zwei Tote bei russischen Angriffen auf die Ukraine

Bei russischen Angriffen auf die westlich von Kiew gelegene Region Schytomyr sind mindestens zwei Menschen ums Leben gekommen. Die Angriffe lösten in der Nacht zum Freitag Brände in Lager- und Produktionsgebäuden aus, wie der ukrainische Katastrophenschutz bei Telegram mitteilte. Wiederholter Luftalarm zwang die Rettungskräfte mehrfach, sich zurückzuziehen. Spezialisten für Kampfmittelbeseitigung suchten das Gebiet nach Sprengkörpern ab. Die Feuerwehr löschte die Brände schliesslich. (dpa)

12:33 Uhr

Freitag, 18. September

Sotschi: Wahllokale wegen Drohnenalarms zeitweilig geschlossen

Bei der Parlamentswahl in Russland haben die Wahllokale in der Schwarzmeermetropole Sotschi kurzzeitig wegen Drohnenalarms schliessen müssen. Aus Sicherheitsgründen hätten Mitglieder der Wahlkommission, Wahlberechtigte und Beobachter vorübergehend in Schutzräumen Zuflucht gesucht, sagte Bürgermeister Andrej Proschunin. Schon wenig später gab er wieder Entwarnung. Die Ukraine greift Sotschi und andere Regionen im russischen Hinterland immer wieder mit Drohnen an - als Teil ihres Abwehrkampfes gegen den russischen Angriffskrieg.

In Sotschi sind bis zum Ende der Abstimmung am Sonntag 244 Wahllokale geöffnet. Wegen Drohnenalarms war auch zeitweilig der Flugbetrieb in der bei Touristen beliebten Region unterbrochen.

Im ganzen Land, dem flächenmässig grössten der Erde, sind bis Sonntag mehr als 110 Millionen Russinnen und Russen zur Wahl von 450 Abgeordneten für die neue Staatsduma in Moskau aufgerufen. Die Opposition ist nicht zugelassen. (dpa)

12:25 Uhr

Freitag, 18. September

UN-Büro dokumentiert erschütternde Gewalt gegen Ukrainer

Das UN-Menschenrechtsbüro hat schockierende sexuelle Gewalt und Folter auf dem Territorium der Ukraine dokumentiert. 89 Prozent der untersuchten Fälle seien von russischen Streitkräften, Polizisten und Wachen verübt worden, berichtet Danielle Bell, Leiterin der UN-Menschenrechtsbeobachtungsmission in der Ukraine. Das jüngste und älteste Opfer russischer Verbrechen seien ein vierjähriges Mädchen und eine 82 Jahre alte Frau gewesen.

Ihr Team hat 1004 Fälle seit Beginn der russischen Vollinvasion 2022 dokumentiert, konnte allerdings nur einen Bruchteil der möglichen Betroffenen sprechen. «Die 1004 Fälle sind nur ein Bruchteil der Realität», sagte Bell. Die Angaben beruhen auf vertraulichen Gesprächen mit Hunderten Betroffenen sowie auf Gerichtsunterlagen und amtlichen Dokumenten.

Ihr Team hat keinen Zugang zu den russisch besetzten Gebieten und kann nur Menschen sprechen, die aus Gefangenschaft entlassen wurden und auf von der Ukraine kontrolliertes Territorium kamen. (dpa)

21:48 Uhr

Donnerstag, 17. September

Selenski kündigt neue Gespräche mit den USA an

Wolodimir Selenski hat baldige Gespräche mit den USA angekündigt. Dabei werde es um Aussichten auf eine Friedenslösung gehen, aber auch um Energie, Ernährungssicherheit und Waffen, sagte Selenski in seiner abendlichen Videobotschaft aus Kiew. «Es wird neue Hilfspakete für die Ukraine geben, insbesondere bei der Flugabwehr.»

Der Präsident nannte indes keine Details, wann und mit wem von US-Seite gesprochen werde. Selenski reist aber kommende Woche zur UN-Generalversammlung nach New York. Anfang September hatten Unterhändler von US-Präsident Donald Trump zuerst Moskau und dann Kiew besucht. Ein Ausweg aus dem seit viereinhalb Jahren dauernden russischen Angriffskrieg zeichnete sich aber nicht ab. Moskau stellt weiter Bedingungen, die auf eine Unterwerfung der Ukraine hinauslaufen. (dpa)

20:51 Uhr

Donnerstag, 17. September

Tusk warnt vor russischen Angriffen auf Unterstützerstaaten

Polens Ministerpräsident Donald Tusk rechnet in den kommenden Wochen mit stärkeren russischen Angriffen auf die Ukraine und warnt auch vor möglichen Drohnen- und Raketenangriffen auf Unterstützerstaaten wie Polen. Geheimdienste hielten auch scheinbar versehentliche Treffer auf Nato-Staaten für möglich, sagte er.

Für Spätherbst und Winter erwartet Tusk den kritischsten Moment des bisherigen Kriegs. Nach einem erneuten russischen Drohnenangriff nahe der polnischen Grenze kündigte er für Freitag Gespräche mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodimir Selenski über die Energieversorgung an. (dpa)

17:31 Uhr

Donnerstag, 17. September

Russland beginnt Parlamentswahl für Putins Krieg

Russland wählt von Freitag bis Sonntag ein neues Parlament. Kremlchef Wladimir Putin rief die Bevölkerung dazu auf, mit ihrer Stimme den Kriegskurs des Landes zu unterstützen. Die Abstimmung gilt als Bestätigung seiner Politik.

Die Kremlpartei Geeintes Russland rechnet nach dem Ausschluss der Anti-Kriegspartei Jabloko mit einer Zweidrittelmehrheit. Auf dem Stimmzettel stehen nur kremlnahe Parteien, die den Krieg unterstützen.

Erstmals wird auch in den von Russland besetzten und international nicht anerkannten annektierten Gebieten der Ukraine gewählt. (dpa)

15:48 Uhr

Donnerstag, 17. September

Ukraine begrüsst US-Sanktionspaket gegen Russland

Die Ukraine hat die Verabschiedung eines neuen US-Sanktionspakets gegen Russland durch das Repräsentantenhaus begrüsst. Präsident Wolodimir Selenski erklärte, die Massnahmen könnten Russland dazu zwingen, Frieden zu suchen.

Der Kreml kritisierte das Paket als Hindernis für Friedensbemühungen. Es richte sich gegen russische Amtsträger und wichtige Bereiche der Wirtschaft, um Moskau die finanziellen Mittel für den Krieg zu entziehen.

Der Gesetzentwurf muss noch von US-Präsident Donald Trump unterzeichnet werden. Er gilt als bislang deutlichste Unterstützung der Ukraine seit Trumps Rückkehr ins Weisse Haus. (dpa)

14:20 Uhr

Donnerstag, 17. September

Erneuter Drohnenangriff nahe Polens Grenze

In der ukrainischen Grenzregion zu Polen hat es erneut einen russischen Drohnenangriff gegeben. Nach Angaben von Polens Regierungschef Donald Tusk ereignete sich unweit des Grenzübergangs Dorohusk eine schwere Explosion, vermutlich nach einem Angriff auf eine Tankstelle. Der Grenzschutz meldete keine Schäden auf polnischem Gebiet.

In den polnischen Städten Rzeszów und Lublin wurde Luftalarm ausgelöst, Kampfjets stiegen auf. Nach etwa einer Stunde gaben die Behörden Entwarnung. Nach Angaben des Militärs näherte sich eine Drohne der Grenze, wurde aber vermutlich noch über ukrainischem Gebiet abgeschossen oder erreichte dort ihr Ziel.

Polens Verteidigungsminister Władysław Kosiniak-Kamysz warf Russland weitere aggressive Angriffe vor. (dpa)

14:13 Uhr

Donnerstag, 17. September

Russische Drohne trifft ziviles Schiff im Schwarzen Meer

Bei einem russischen Drohnenangriff auf ein ziviles Schiff im Schwarzen Meer ist nach ukrainischen Angaben der Kapitän getötet worden. Drei weitere Besatzungsmitglieder seien verletzt worden, teilte der Gouverneur der Region Odessa, Oleh Kiper, am Donnerstag bei Telegram mit.

Das unter tansanischer Flagge fahrende Schiff sei am Morgen getroffen worden. Dabei seien die Aufbauten und das Deck beschädigt worden. Kiper warf Russland vor, gezielt ukrainische Häfen und zivile Handelsschiffe anzugreifen. (dpa)

14:06 Uhr

Donnerstag, 17. September

Kreml: Weitere Sanktionen erschweren Friedenslösung

Russland warnt nach der Zustimmung des US-Kongresses zu weiteren Sanktionen vor zusätzlichen Hindernissen für eine Beendigung des Ukraine-Kriegs. Die Verhängung weiterer Sanktionen vonseiten der USA gegen Moskau werde die Bemühungen um eine Friedenslösung in der Ukraine definitiv erschweren, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow russischen Nachrichtenagenturen zufolge. Moskau verfolge den weiteren Verlauf.

Nach dem Senat hat am Mittwochabend (US-Ortszeit) auch das US-Repräsentantenhaus für ein Sanktionsgesetz gestimmt, um Russland wegen seines seit mehr als viereinhalb Jahren andauernden Angriffskriegs gegen die Ukraine stärker unter Druck zu setzen. Neben direkten Strafmassnahmen gegen russische Politiker und Firmen soll das Gesetz die russischen Öl- und Gas-Exporte stärker eindämmen, die für Moskaus Kriegskasse wichtig sind. Das Gesetz geht zur Unterzeichnung an US-Präsident Donald Trump, der zuvor bereits seine Zustimmung angedeutet hatte. (dpa)

13:58 Uhr

Donnerstag, 17. September

Tschechiens Regierungschef warnt vor Eskalation im Ukraine-Krieg

Tschechiens Regierungschef Andrej Babiš hat Europa zu mehr Einsatz für ein Ende des Ukraine-Kriegs aufgerufen. Gemeinsam mit den USA müsse man Russlands Präsidenten Wladimir Putin und den ukrainischen Präsidenten Wolodimir Selenski an den Verhandlungstisch bringen, sagte er bei einer Sicherheitskonferenz in Prag.

Der Rechtspopulist warnte vor einer weiteren Eskalation des Kriegs. Der aktuelle Kurs führe «zu den Toren der Hölle» und könne in einen Dritten Weltkrieg münden. Zu möglichen Gebietsabtretungen der Ukraine äusserte er sich nicht.

Die tschechische Regierung unterstützt die Ukraine zurückhaltender als ihre Vorgängerin und steht damit im Gegensatz zu Präsident Petr Pavel, der sich weiterhin für Militärhilfe an Kiew einsetzt. (dpa)

13:56 Uhr

Donnerstag, 17. September

Greenpeace: AKW Saporischschja immer häufiger ohne Strom

Das russisch besetzte Atomkraftwerk Saporischschja ist nach Angaben von Greenpeace seit 2022 bereits 26 Mal von der externen Stromversorgung abgeschnitten worden, davon 14 Mal seit Februar 2026. Die Umweltorganisation warnt vor erheblichen Risiken für die nukleare Sicherheit.

Obwohl die sechs Reaktoren stillstehen, wird Strom für die Kühlung des Brennstoffs benötigt. Zuletzt musste das AKW nach einem fast dreiwöchigen Ausfall der Stromleitung mit Dieselgeneratoren versorgt werden.

Greenpeace macht russische Angriffe auf das ukrainische Stromnetz für die Ausfälle verantwortlich. Moskau weist die Vorwürfe zurück und beschuldigt seinerseits die Ukraine, das Umfeld des Kraftwerks zu beschiessen. (dpa)

13:54 Uhr

Donnerstag, 17. September

Mehr als 250 Leichen von Russland in die Ukraine überstellt

Die Ukraine hat im Rahmen eines laufenden Austauschs mit Russland 252 Leichen zurückerhalten. Das teilte der ukrainische Koordinierungsstab für die Behandlung von Kriegsgefangenen am Donnerstag bei Telegram mit.

Moskau habe mitgeteilt, es handele sich um die Überreste ukrainischer Staatsbürger, darunter Militärvertreter. Ukrainische Strafverfolgungsbehörden und Gerichtsmediziner sollen die Leichen nun untersuchen und identifizieren. (dpa)

11:34 Uhr

Donnerstag, 17. September

Russischer Angriff tötet Kapitän eines ukrainischen Schiffs

Bei einem russischen Drohnenangriff im Schwarzen Meer ist nach ukrainischen Angaben der Kapitän eines zivilen Schiffes getötet worden. Der Mitteilung des Transportministeriums zufolge wurden drei weitere Besatzungsmitglieder verletzt. Das Schiff sei unter der Flagge Tansanias gefahren. Der technische Schiffszustand werde derzeit untersucht. Zur Ladung und zum Ziel der Fahrt machte das Ministerium keine Angaben.

Anfang Juli begannen die ukrainischen Drohnentruppen mit gezielten Angriffen auf Frachter und Tanker, die russisch kontrollierte Häfen im Schwarzen und Asowschen Meer ansteuern. Mehr als 280 Schiffe sollen inzwischen zumindest beschädigt sein. Das russische Militär intensivierte im Gegenzug seine Attacken auf Schiffe, die ukrainische Schwarzmeerhäfen anlaufen. Der Schiffsverkehr – und damit der ukrainische Export und Import – kam auf diesem Weg weitgehend zum Erliegen. (dpa)

09:57 Uhr

Donnerstag, 17. September

Kinder unter Verletzten nach Angriff auf Kiew

Bei russischen Drohnen- und Raketenangriffen auf die ukrainische Hauptstadt Kiew und die umliegende Region sollen mindestens 16 Menschen verletzt worden sein. Die Militärverwaltung in der Hauptstadt teilte am Donnerstag bei Telegram mit, unter den Verletzten seien ein zehnjähriges Mädchen und ein zwölfjähriger Junge.

Die ukrainische Luftwaffe teilte mit, bei nächtlichen Angriffen Russlands auf die Ukraine seien 131 «Luftziele» zerstört oder ausser Gefecht gesetzt worden. Hauptziele seien die Regionen Kiew, Saporischschja und Odessa gewesen. Einschläge seien an 36 Orten registriert worden, an fünf weiteren seien Trümmer abgefangener Flugkörper niedergegangen. In Odessa wurden nach Angaben des ukrainischen Katastrophenschutzes sieben Menschen verletzt, darunter zwei Kinder.

Das russische Verteidigungsministerium erklärte, die Streitkräfte hätten Metallurgie- und Elektronikbetriebe, Fabriken des «militärisch-industriellen Komplexes» sowie Energie- und Verkehrsanlagen in den Regionen Kiew, Saporischschja und Odessa angegriffen. Im Hafen von Tschornomorsk seien zudem drei Frachtschiffe und eine Fähre getroffen worden, die für Lieferungen an das ukrainische Militär eingesetzt worden seien.

07:55 Uhr

Donnerstag, 17. September

Schwerer russischer Raketenangriff auf Kiew

Russland hat die Ukraine nach einigen Nächten Pause wieder mit ballistischen Raketen beschossen. Gegen die Hauptstadt Kiew wurden nach Angaben militärnaher Telegramkanäle bis zu sechs umfunktionierte Anti-Schiffs-Raketen vom Typ Zirkon eingesetzt. Ein dpa-Reporter hörte mehrere schwere Explosionen in der Stadt. Mindestens elf Menschen wurden verletzt, schrieb Bürgermeister Vitali Klitschko auf der Plattform Telegram. Laut Militärverwaltung war unter den Verletzten auch ein zehnjähriges Kind.

Klitschko zufolge gab es Schäden unter anderem an Bürogebäuden, einem Lager und einem Wohnhaus. Medienberichten zufolge kam es in einigen Stadtteilen am Ostufer des Dnipro zu Problemen mit der Wasserversorgung. Auch die Grossstädte Dnipro und Saporischschja im Süden wurden nach Angaben der ukrainischen Luftwaffe mit ballistischen Raketen angegriffen. Ihrerseits griff die Ukraine laut Berichten von Telegramkanälen Ziele in Russland mit Kampfdrohnen an. Dazu zählten die Stadt Rostow im Süden des Landes sowie die Stadt Jaroslaw nordöstlich von Moskau. Mehrere russische Flughäfen mussten den Betrieb zeitweise einschränken, wie die Luftfahrtbehörde Rosawiazija mitteilte. (dpa)

19:01 Uhr

Mittwoch, 16. September

Nato: Russische Behauptung zu Leipzig-Ermittlung ist absurd

Die Nato hat die Darstellung Russlands zurückgewiesen, wonach das Militärbündnis die deutschen Erkenntnisse zu dem Sprengstoffdrohnenfund auf dem Flughafen in Leipzig/Halle anzweifelt. «Die Behauptung des russischen Geheimdienstes, wonach die Nato keine Belege für eine russische Beteiligung an dem Drohnenvorfall in Leipzig gefunden habe, ist absurd», sagte ein Sprecher auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. Geheimdienstexperten der Nato seien wie Deutschland zu dem Schluss gekommen, dass Russland hinter dem hybriden Angriff am 4. August stecke.

«Russland hat nachweislich immer wieder versucht, verbündete Staaten zu destabilisieren und uns davon abzubringen, die Ukraine zu unterstützen», fügte der Bündnissprecher hinzu. Russlands rücksichtsloses Vorgehen sei gefährlich. Aber man werde sich nicht davon abbringen lassen, die Ukraine weiter zu unterstützen. (dpa)

12:40 Uhr

Mittwoch, 16. September

Zweieinhalb Wochen als Held Russlands – General tot

Zweieinhalb Wochen nach seiner Auszeichnung als Held Russlands ist ein russischer General im Ukraine-Krieg getötet worden. Der Tod von Generalmajor Anton Grunis, Kommandeur der 4. motorisierten Garde-Schützenbrigade, wurde von russischen Militärbloggern und von dem tschetschenischen General Apti Alaudinow auf Telegram bestätigt.

Grunis hatte Anfang Juli dem russischen Präsidenten Wladimir Putin die Eroberung der ostukrainischen Stadt Kostjantyniwka gemeldet. «Ein Mann mit lettischem Namen, geboren in Kasan, kämpft glänzend», sagte Putin damals. Nach Angaben der Ukrainer wie westlicher Militärbeobachter ist die Stadt aber nicht vollständig unter russischer Kontrolle. Am 27. August wurde der General mit dem Ehrentitel Held Russlands ausgezeichnet.

Die genauen Umstände seines Todes sind nicht bekannt. Moskauer und Kiewer Quellen verweisen aber auf schwere ukrainische Angriffe gegen russische Stellungen in den besetzten Gebieten Luhansk und Donezk am vergangenen Wochenende.

In dem von Putin befohlenen Krieg gegen die Ukraine sind in viereinhalb Jahren nach offizieller Zählung fast 20 russische Generäle getötet worden. Nach unbestätigten Berichten kam Ende August ein Dreisterne-General bei Beschuss auf eine Kommandostelle in Donezk ums Leben. (dpa)

09:25 Uhr

Mittwoch, 16. September

Ukraine: Drohne tötet fünf Menschen in Bus – Zug getroffen

Bei einem russischen Drohnenangriff im Süden der Ukraine sind nach Behördenangaben mindestens fünf Menschen in einem Linienbus getötet und sieben weitere verletzt worden. Der Gouverneur der Region Dnipropetrowsk warf Russland Terror vor.

Auch in Kiew kam es erneut zu Drohnenangriffen. Dort gerieten Lagerhallen in Brand, eine Person wurde verletzt.

Zudem traf eine Drohne einen Personenzug auf der Strecke Kiew-Mykolajiw. Die Fahrgäste konnten sich laut der ukrainischen Eisenbahn rechtzeitig in Sicherheit bringen, verletzt wurde niemand. Insgesamt griff Russland nach ukrainischen Angaben mit 80 Drohnen an, von denen mehr als 60 abgefangen oder anderweitig unschädlich gemacht wurden. (dpa)

13:40 Uhr

Dienstag, 15. September

Kreml nennt Trump-Vorschlag zu Waffenruhe «gute Idee»

Der Kreml hat den Vorschlag von US-Präsident Donald Trump begrüsst, dass Moskau und Kiew wechselseitige Angriffe auf die Infrastruktur stoppen sollten. Man habe Trumps Initiative zu einer Energie-Waffenruhe gesehen, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow in Moskau, wie die Nachrichtenagentur Interfax meldete. «Wir halten das insgesamt für eine sehr gute Idee», sagte er. Man sei mit den Amerikanern in Kontakt.

Es wurde keine Äusserung Peskows zitiert, ob Moskau dem Vorschlag zustimmen werde. Der Kremlsprecher sagte, es gehe nicht nur darum, dass es keine Angriffe auf russische Raffinerien mehr geben solle. Russland müsse sein Öl auch ungehindert exportieren dürfen. Kiew sei aber nicht bereit, eine sichere Schifffahrt zu garantieren, sagte er. (dpa)

10:14 Uhr

Dienstag, 15. September

Russische Fregatte feuert Leuchtkörper auf Dänen-Helikopter

Eine russische Fregatte hat am Montagabend nach Angaben des dänischen Verteidigungsministeriums in der Ostsee zwei Leuchtkörper auf einen Hubschrauber der dänischen Streitkräfte abgefeuert. Der Vorfall ereignete sich «in Verbindung mit einer routinemässigen Foto-Aufklärung» der Fregatte in internationalen Gewässern vor dem dänischen Hafenort Gedser, teilte das Ministerium mit. Eine der abgefeuerten sogenannten «flares» sei in geringem Abstand an dem Hubschrauber vorbeigeflogen. Der Besatzung sei nichts passiert.

Die Leuchtkörper können der dänischen Nachrichtenagentur Ritzau zufolge auf See als Aufmerksamkeits- oder Notsignale eingesetzt werden. Nach Einschätzung des Forschers Peter Viggo Jakobsen von der dänischen Verteidigungsakademie ist bei diesem Vorfall aber von Warnschüssen oder einer Machtdemonstration auszugehen: «Die Russen sagen damit: Lasst es sein, uns zu fotografieren, und fliegt nicht so dicht an uns heran.»

Der dänische Aussenminister Lars Løkke Rasmussen bezeichnete den Vorfall bei X «absolut inakzeptabel» und bestellte den russischen Botschafter in Dänemark ein. Die dänische Regierungschefin Mette Frederiksen erklärte in einer schriftlichen Stellungnahme an den dänischen Rundfunk, sie sei nicht überrascht: «Denn das ist ein Muster, das wir in ganz Europa sehen. Ein immer aggressiveres und selbstbewusster auftretendes Russland, das seinen hybriden Krieg gegen Europa intensiviert hat und die Nato testet und herausfordert.» Europa müsse als Antwort enger zusammenrücken und die Verteidigung stärken. (dpa)

07:51 Uhr

Dienstag, 15. September

Kampfflugzeuge schiessen Drohne über Litauen ab

In den Luftraum der baltischen Staaten sind wiederholt Drohnen eingedrungen. In Litauen wurde nun eine abgeschossen – von Kampfjets eines Nato-Partnerstaats.

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07:01 Uhr

Dienstag, 15. September

Trotz Trump-Ansage: Ukraine greift russische Anlage an

Die Ukraine hat in der Nacht mit Drohnen eine Industrieanlage in Russland angegriffen. Dabei seien die Anlage sowie mehrere Wohngebäude in der Region Samara im Südosten des Landes beschädigt worden, berichtete die russische Nachrichtenagentur Tass unter Berufung auf Gebietsgouverneur Wjatscheslaw Fedorischtschew. Todesopfer habe es nicht gegeben. Rund 40 Drohnen seien abgeschossen worden. Laut ukrainischen Berichten handelte es sich bei der Industrieanlage um eine Ölraffinerie.

Am Montag hatte US-Präsident Donald Trump angekündigt, Russland und die Ukraine wollten auf Angriffe auf gegnerische Energieanlagen verzichten. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj schrieb auf X, dass ein deeskalierender Schritt mit Blick auf kritische Infrastruktur «ein erster Schritt in Richtung Frieden» sein könnte. Aus Moskau gab es zunächst keine Reaktion.

Die Ukraine attackierte in der Nacht zudem in der russischen Stadt Taganrog Lagerhallen des Internethändlers Ozon mit Raketen. Nach Angaben des Gouverneurs der Region Rostow, Juri Sljussar, wurden keine Opfer gemeldet. Darüber hinaus seien Lagerhallen von Landwirtschaftsbetrieben und Wohngebäude sowie eine Bildungseinrichtung beschädigt worden.

Die Ukraine flog in den vergangenen Monaten schwere Angriffe gegen die russische Erdöl-Industrie und sorgte damit zeitweise für Engpässe auf dem Treibstoffmarkt in Russland. Moskau antwortete mit gezielten Angriffen auf Anlagen in der Ukraine und nahm auch einzelne Tankstellen ins Visier.

Der Bürgermeister von Kiew, Vitali Klitschko, meldete in der Nacht auf der Plattform Telegram russische Drohnenangriffe auf die Stadt. Dabei sei eine Tankstelle getroffen worden. In einem anderen Bezirk sei ein Mensch verletzt worden. (dpa)

18:42 Uhr

Montag, 14. September

Selenski will mit Trump sprechen

Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski erklärte, er wolle sich am 20. oder 21. September in New York mit Trump treffen, um mit ihm über Feuerpausen auf dem Meer sowie für Energieanlagen zu sprechen. «Wir sind offen für eine entsprechende Feuerpause in den Bereichen Seeverkehr und Energie», sagte er im ukrainischen Fernsehen. Er werde all das mit dem US-Präsidenten besprechen, sofern es mit den dessen Plänen übereinstimme und es Selenski gelinge, nach New York zu fliegen.

Auf der Plattform X schrieb Selenski, er habe den Partnern der Ukraine vorgeschlagen, eine Vereinbarung mit Russland zu erzielen, mit der die Zerstörung kritischer Infrastruktur gestoppt werden könne. Russische Angriffe zielten in erster Linie gegen die Versorgung mit Nahrungsmitteln und Energie. Allerdings zweifelte Selenski daran, dass sich Russland an eine Abmachung halten werde.

«Wenn unsere Partner bereit sind, dafür zu sorgen, dass Russland tatsächlich davon Abstand nimmt, unser Stromnetz, andere Energieanlagen, kritische Infrastruktur und Versorgungswege für Lebensmittel anzugreifen, dann sind wir natürlich bereit, eine entsprechende Einstellung unserer Angriffe zu sichern», schrieb er. Dies dürfe aber nicht nur für die Dauer der russischen Duma-Wahlen vom 18. bis 20. September gelten. (dpa)

18:30 Uhr

Montag, 14. September

Erneut Streit in der EU um Russland-Sanktionen

In der EU gibt es erneut Streit um Russland-Sanktionen. Wie ein Sprecher der derzeitigen irischen Ratspräsidentschaft mitteilte, konnten sich die Mitgliedstaaten nicht darauf einigen, an diesem Dienstag auslaufende Strafmassnahmen gegen rund 3000 Personen, Einrichtungen und Unternehmen wie ursprünglich geplant um zwölf Monate zu verlängern. Vereinbart werden konnte demnach nur eine Verlängerung um sieben Tage bis Mitternacht am 22. September. Bis dahin sollen nun weitere Gespräche über Streitfragen geführt werden.

Grund für die Querelen ist nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur insbesondere die Forderung der Slowakei, die EU-Sanktionen gegen den russischen Oligarchen Alischer Usmanow aufzuheben. Das Land droht demnach, die Verlängerung aller Strafmassnahmen zu blockieren, wenn Usmanow nicht von der Liste genommen wird. Laut Diplomaten wurde die Slowakei dabei zuletzt auch von Frankreich unterstützt.

Der genaue Hintergrund für das Engagement der Länder für Usmanow war bis zuletzt unklar. Der slowakische Aussenminister Juraj Blanar hatte allerdings bereits im Frühjahr bestätigt, dass sich die Slowakei für den Oligarchen einsetze. Nach einem damaligen Bericht von Radio Free Europe soll der slowakische Ministerpräsident Robert Fico einen Brief des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan weitergeleitet haben, in dem dieser sich für Usmanow eingesetzt haben soll, weil dieser sich um die Öffnung der Turkvölker-Staaten gegenüber dem Westen verdient gemacht habe. (dpa)

17:53 Uhr

Montag, 14. September

Trump: Ukraine und Russland stoppen Angriffe auf Energieanlagen

Russland und die Ukraine wollen nach Darstellung von US-Präsident Donald Trump auf Angriffe auf gegnerische Energieanlagen verzichten. Das teilte Trump auf seiner Plattform Truth Social mit, ohne weitere Details zu nennen. Weder Kiew noch Moskau haben bisher offiziell auf Trumps Erklärung reagiert.

Die Ukraine flog in den vergangenen Monaten schwere Angriffe gegen die russische Erdölindustrie und sorgte damit zeitweise für Engpässe auf dem Treibstoffmarkt in Russland. Moskau antwortete mit gezielten Angriffen auf Anlagen in der Ukraine und nahm auch einzelne Tankstellen ins Visier. Auf dem Schwarzen Meer haben die Kriegsgegner jeweils Ziele der anderen Seite angegriffen.

Trump hatte den ukrainischen Präsidenten Wolodimir Selenski erst am Vortag aufgerufen, Angriffe auf russische Raffinerien einzustellen, und ihn für eine weltweite Dieselknappheit verantwortlich gemacht. «Er muss aufhören, die Dieselversorgung in Russland lahmzulegen», sagte Trump in Doonbeg an der irischen Westküste vor Journalisten. Trump liess dabei aussen vor, dass die jüngste Energiekrise erst durch den Krieg gegen die Islamische Republik Iran und die Situation in der Strasse von Hormus ausgelöst wurde. (dpa)

12:17 Uhr

Montag, 14. September

Mutmassliche Spionin Russlands in Berlin angeklagt

Deutschlands oberste Anklagebehörde hat an einem Gericht in Berlin Anklage gegen eine mutmassliche Spionin Russlands erhoben.

Die Bundesanwaltschaft wirft der Frau vor, einen Geheimdienstmitarbeiter in der russischen Botschaft mit Informationen versorgt zu haben. Ihr wird daher geheimdienstliche Agententätigkeit zur Last gelegt. Die Deutsch-Ukrainerin wurde im Januar festgenommen und sitzt seitdem in Untersuchungshaft.

Die mutmassliche Agentin soll spätestens seit Oktober 2023 mit dem Geheimdienstmitarbeiter in Kontakt gestanden haben, so der Vorwurf der Bundesanwaltschaft. «Ihn versorgte die Angeschuldigte über Jahre hinweg mit zahlreichen Hinweisen zu hochkarätigen Veranstaltungen und sorgte dafür, dass er – teilweise unter falschem Namen – solche besuchen konnte», hiess es in einer Mitteilung. «Dies sollte es ihm ermöglichen, für nachrichtendienstliche Zwecke ein eigenes Netzwerk aufzubauen.»

Die Beschuldigte habe zudem versucht, «Personen aus dem Bundesministerium der Verteidigung sowie aus der Rüstungsindustrie für ihre Zwecke zu gewinnen». Im Auftrag des Geheimdienstmitarbeiters habe sie sich um Informationen zur deutschen Verteidigungspolitik und Rüstungsindustrie insbesondere vor dem Hintergrund des russischen Angriffskriegs in der Ukraine bemüht. (dpa)

09:26 Uhr

Sonntag, 13. September

Zwei Tote in Russland nach ukrainischen Angriffen

Infolge eines ukrainischen Drohnenangriffs sind zwei Menschen in der russischen Teilrepublik Tatarstan getötet worden. Eine Drohne sei in einen Baum gestürzt, wodurch ein nahe stehendes Auto mit vier Insassen beschädigt worden sei, teilte der Bürgermeister der Stadt Nischnekamsk, Radmir Beljajew, bei Telegram mit. Zwei der Insassen seien ums Leben gekommen, die anderen beiden seien schwer verletzt worden.

Vier weitere Menschen wurden Beljajew zufolge verletzt, als eine Drohne in ein Wohnhaus stürzte. Industrieobjekte und zivile Objekte seien beschädigt worden. In einem nicht näher genannten Unternehmen sei ein Feuer ausgebrochen, das schnell gelöscht worden sei.

Schon in der Vergangenheit hatte Kiew bei Gegenangriffen eine Ölraffinerie in Nischnekamsk getroffen. Die Ukraine verteidigt sich mit westlicher Hilfe seit mehr als viereinhalb Jahren gegen den russischen Angriffskrieg. Als Teil ihres Abwehrkampfes nimmt sie auch Ziele im russischen Hinterland ins Visier. (dpa)

16:20 Uhr

Samstag, 12. September

Lawrow: Verhandlungen ja – Feuerpause Nein

Moskau ist nach den Worten von Aussenminister Sergej Lawrow zu Verhandlungen mit Kiew bereit, nicht aber zu einer gleichzeitigen Feuerpause in seinem Angriffskrieg gegen die Ukraine. Der russischen Regierung mangele es nicht an gutem Willen, sagte er nach Angaben der Staatsagentur Tass am Rande des Brics-Gipfels in Neu Delhi. «Wir sind nach wie vor zu Verhandlungen bereit, aber für die Dauer der Verhandlungen wird die Militäroperation nicht ausgesetzt.»

Er bekräftigte Moskaus Gesprächsangebot an den ukrainischen Präsidenten Selenski. «Wenn er sich treffen möchte – soll er doch kommen», erneuerte er die Einladung an Selenski, zu Verhandlungen nach Moskau zu kommen. «Das ist bereits eine enorme Geste des guten Willens unsererseits.» Selenski hat dieses Angebot, das ihm Kremlchef Wladimir Putin schon vor Monaten unterbreitet hatte, bereits kategorisch abgelehnt. (dpa)

19:18 Uhr

Freitag, 11. September

Justiz: Russen sollen zwei Gefangene erschossen haben

Die Justiz der Ukraine ermittelt wegen der mutmasslichen Tötung zweier ukrainischer Kriegsgefangener durch russische Soldaten. Der Fall solle sich Anfang September an der Front bei der ostukrainischen Stadt Dobropillja ereignet haben, teilte die Staatsanwaltschaft für das Gebiet Donezk auf Telegram mit. Die zwei Soldaten der ukrainischen Nationalgarde seien bei einem Kampfeinsatz von russischen Besatzungstruppen gefangen genommen worden. Dann sollen sie von den russischen Soldaten erschossen worden sein.

Ermittelt werde wegen eines möglichen Kriegsverbrechens. Die Behörde machte keine Angaben, woher ihre Informationen zu dem Fall stammen. Ein veröffentlichtes Foto legt nahe, dass es Drohnenaufnahmen gibt. (dpa)

14:17 Uhr

Freitag, 11. September

Britischer Verteidigungsstabschef: 500'000 russische Soldaten getötet

Der Krieg in der Ukraine hat laut einem britischen Militärvertreter bisher mehr als eine halbe Million russische Soldaten das Leben gekostet. Einschliesslich der Verletzten habe Russland 1,5 Millionen Opfer zu verzeichnen, sagte der Chef des britischen Verteidigungsstabs, Richard Knighton. Seine Angaben decken sich weitgehend mit den vom ukrainischen Militär veröffentlichten Zahlen. Von russischer Seite gab es keine Stellungnahme.

Die russischen Streitkräfte hätten zudem enorme Mengen an militärischem Gerät verloren, sagte Knighton vor Journalisten. Dazu gehörten mehr als 10'000 gepanzerte und geschützte Fahrzeuge, fast 3000 Luftabwehr- und Artilleriesysteme sowie über 370 Flugzeuge und Hubschrauber. Zu den Verlusten auf ukrainischer Seite äusserte er sich nicht. Weder Moskau noch Kiew veröffentlichen regelmässig aktuelle Zahlen zu ihren Verlusten auf dem Schlachtfeld. (dpa)

13:10 Uhr

Freitag, 11. September

Russland importiert so viele Kraftstoffe wie nie zuvor

Die Exporte von Ölprodukten aus Russland sind im August auf ein Rekordtief gefallen. Gleichzeitig importiere Moskau inzwischen Kraftstoffe aus Südkorea und Indien, hiess es in einem Bericht des Centres for Research on Energy and Clean Air (Crea).

Ukrainische Angriffe auf russische Raffinerien hätten die Situation für den einst weltweit grössten Exporteur von Ölprodukten umgekehrt, sodass das Land nun Kraftstoffe importiere, teilte die in Finnland ansässige Nichtregierungsorganisation mit. Die Einfuhren seien im August auf den Rekordwert von 172'000 Tonnen gestiegen. Das entspreche mehr als dem Siebenfachen des bisherigen monatlichen Höchststands. (dpa)

12:58 Uhr

Freitag, 11. September

Russland meldet Abwehr von 777 ukrainischen Drohnen

Russland hat nach eigenen Angaben in der Nacht 777 ukrainische Drohnen abgewehrt. Die Drohnen seien über 16 russischen Regionen, der völkerrechtswidrig annektierten Krim sowie über dem Asowschen und dem Kaspischen Meer abgefangen worden, teilte das russische Verteidigungsministerium mit.

Bei einem ukrainischen Drohnenangriff auf die Region Tula südlich von Moskau kamen in der Nacht zwei Menschen ums Leben, drei weitere wurden verletzt, wie die örtlichen Behörden am Freitag mitteilten.
Das unabhängige russische Onlineportal Astra berichtete, ein ukrainischer Drohnenangriff habe in der Nacht einen Brand in der Ölraffinerie von Saratow im Südwesten Russlands ausgelöst. Kiew hat diese Raffinerie wiederholt angegriffen, zuletzt Anfang August. (dpa)

12:44 Uhr

Freitag, 11. September

Russland greift erneut Tankstellen in Kiew an

Das russische Militär hat den zweiten Tag in Folge Tankstellen in der ukrainischen Hauptstadt Kiew angegriffen. Die Drohnen trafen am Freitag im Abstand von zehn Minuten zwei Tankstellen in den Stadtbezirken Dniprowskyj und Obolonskyj, wie der Katastrophenschutz mitteilte. Fünf Menschen seien verletzt worden, darunter ein Angehöriger der Rettungskräfte.

Ukrainische Vertreter und Beobachter warnen bereits seit Monaten, dass Russland seine Angriffe auf Tankstellen ausweiten könnte, um die Einwohnerinnen und Einwohner der ukrainischen Hauptstadt einzuschüchtern. Die städtischen Behörden haben die Menschen aufgerufen, sich während Luftalarmen nicht in der Nähe von Tankstellen oder anderen Infrastruktureinrichtungen aufzuhalten.

Die russischen Angriffe auf Tankstellen in städtischen Gebieten haben in den vergangenen Monaten zugenommen, vor allem in Regionen nahe der Front im Osten und Süden der Ukraine. Die Einsätze sind Teil einer Kampagne zur Störung des zivilen Lebens und zur Schwächung der Moral. Sie umfasst ausserdem Angriffe auf Zentren für die Lebensmittelversorgung, was dazu führte, dass in der ukrainischen Hauptstadt Supermarktregale teilweise leer sind. (dpa)

21:28 Uhr

Mittwoch, 10. September

Kanada plant Millionen Drohnen

Kanada und die Ukraine bauen ihre Zusammenarbeit bei der Produktion von Drohnen aus. Kanada plant, innerhalb der kommenden zwei Jahre Produktionskapazitäten für Millionen Drohnen aufzubauen. Bisher verfügen die kanadischen Streitkräfte laut Premierminister Mark Carney über insgesamt 2000 Drohnen.

Die Zusammenarbeit soll von der Beschaffung wichtiger Rohstoffe bis zur technischen Entwicklung reichen. Damit soll auch die heimische Drohnenindustrie gestärkt werden.

Kanada sagte der Ukraine zudem weitere Militärhilfe zu. Dazu gehören laut dem ukrainischen Präsidenten Wolodimir Selenski Munition für Patriot-Luftabwehrsysteme und F-16-Kampfjets sowie Unterstützung für die Drohnenproduktion. Derzeit werden 21 ukrainische Kampfjetpiloten in Kanada ausgebildet.

Seit 2022 hat Kanada der Ukraine nach Angaben der Regierung Unterstützung von insgesamt mehr als 26 Milliarden kanadischen Dollar zugesagt. (dpa)

14:46 Uhr

Mittwoch, 10. September

Ukrainischer Generalstab bestätigt Angriff auf Raffinerie in Sibirien

Ukrainische Drohnen erreichen nach Angaben aus Kiew inzwischen Ziele im weit entfernten Sibirien. Der ukrainische Generalstab bestätigte am Donnerstag Berichte über einen Angriff auf eine mehr als 3000 Kilometer von der Ukraine entfernte Ölraffinerie in der weitläufigen russischen Region. (dpa)

14:42 Uhr

Mittwoch, 10. September

Russland meldet Abschuss von fast 450 ukrainischen Drohnen

Die russische Flugabwehr hat nach Angaben aus Moskau Hunderte ukrainische Drohnen unschädlich gemacht. Das russische Verteidigungsministerium teilte am Donnerstag mit, in der Nacht seien 448 ukrainische Drohnen abgeschossen worden. Laut dem Ministerium wurden die Drohnen über 13 russischen Regionen, der von Russland völkerrechtswidrig annektierten Halbinsel Krim sowie dem Schwarzen und dem Kaspischen Meer abgefangen. (dpa)

13:22 Uhr

Mittwoch, 10. September

Ukraine meldet Angriffe von 149 russischen Drohnen

Das russische Militär hat nach Angaben der ukrainischen Luftwaffe in der Nacht 149 Drohnen gegen die Ukraine eingesetzt. Dabei seien in der Region Kiew ein Mensch getötet und zwei weitere verletzt worden, erklärte der Leiter der regionalen Militärverwaltung, Tymur Tkatschenko. Nach Angaben der örtlichen Behörden wurden in anderen ukrainischen Regionen mindestens 16 weitere Zivilisten verletzt. (dpa)

13:00 Uhr

Mittwoch, 10. September

Selenski: Haben Ziele in Russland getroffen

Die Ukraine hat nach Angaben von Präsident Wolodimr Selenski acht militärisch genutzte Infrastrukturziele in Russland angegriffen. Getroffen worden seien eine Ölraffinerie im Autonomen Kreis der Jamal-Nenzen, ein Handelshafen in Dagestan sowie Anlagen in den Regionen Moskau, Woronesch, Astrachan und Brjansk.

Im Gebiet Woronesch wurde nach Angaben von Gouverneur Alexander Gussew bei einem ukrainischen Drohnenangriff eine Frau getötet, zwei weitere Menschen wurden verletzt. Über der Region seien 19 Drohnen abgewehrt worden.

Dagestans kommissarischer Republikchef Fjodor Schtschukin teilte mit, herabstürzende Drohnentrümmer hätten Brände in der Hafeninfrastruktur und in einem Theater in Machatschkala ausgelöst. Verletzte habe es nicht gegeben. Auch im Autonomen Kreis der Jamal-Nenzen verursachten Drohnentrümmer nach Behördenangaben ein Feuer in einem Industrieobjekt. (dpa)

12:46 Uhr

Mittwoch, 10. September

Selenski wirbt in Kanada für weitere Unterstützung

Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski will bei Gesprächen mit Kanadas Premierminister Mark Carney für weitere Unterstützung im Abwehrkampf gegen Russland werben. Im Mittelpunkt stehen nach seinen Angaben die Sicherung des ukrainischen Luftraums und die Vorbereitung auf den Winter.

Selenski traf bereits am Mittwochabend (Ortszeit) in Calgary ein. Zuvor hatte sich sein Flug von Moldau nach Norwegen verzögert, nachdem die Republik Moldau wegen einer eingedrungenen Drohne ihren Luftraum vorübergehend geschlossen hatte.

Russland versucht nach Angaben Kiews mit Angriffen auf das ukrainische Stromnetz, die Bevölkerung vor dem Winter zu demoralisieren. (dpa)

08:53 Uhr

Mittwoch, 10. September

Norwegen: Selenskis Flugzeug beinahe von russischer Drohne getroffen

Das Flugzeug des ukrainischen Präsidenten Wolodimir Selenski ist nach Angaben des norwegischen Ministerpräsidenten Jonas Gahr Støre auf dem Weg nach Oslo beinahe von einer Drohne getroffen worden. Zu dem Vorfall sei es gekommen, als Selenski am frühen Dienstagabend von Moldau in die norwegische Hauptstadt reiste, um an den Trauerfeierlichkeiten des gestorbenen Königs Harald V. teilzunehmen. «Das ist die Realität, in der er sich befindet», sagte Støre dem Sender NRK zufolge.

Die ukrainischen Behörden und Selenski selbst äusserten sich bislang nicht zu dem Vorfall und auch Støre machte demnach keine weiteren Angaben. Bei einem Treffen am Mittwochmorgen habe Selenski ihm berichtet, dass er keine gute Nacht gehabt habe, sagte Støre den Angaben nach und sprach von einer «dramatischen Situation». Der Ukrainer habe am Telefon gesessen und Nachrichten über Raketeneinschläge in seiner Heimat entgegennehmen müssen.

Nach Angaben der US-Denkfabrik Institute for the Study of War (ISW) flog am Dienstag etwa eine Stunde lang eine russische Drohne im moldauischen und rumänischen Luftraum. Die Verteidigungsministerien in Moldau und Rumänien berichteten laut ISW von einer Shahed-Drohne, die aus der Ukraine in den moldauischen Luftraum eindrang, nach Rumänien weiterflog und schliesslich nach Moldau zurückkehrte, bevor sie dort abstürzte. Ob es sich dabei um die von Støre genannte Drohne handelte, ist bislang unklar. (dpa)

18:59 Uhr

Mittwoch, 9. September

Tote und Verletzte bei russischen Angriffen in der Ukraine

Bei russischen Angriffen auf ukrainische Städte sind nach offiziellen Angaben mehrere Menschen getötet und verletzt worden. In der Hauptstadt Kiew kam eine Frau ums Leben, als eine Kampfdrohne ein mehrstöckiges Wohngebäude traf. Drei weitere Bewohner, darunter Kinder, wurden nach Angaben des Zivilschutzes verletzt.

In der Hafenstadt Mykolajiw wurden bei wiederholten russischen Angriffen mindestens zwei Menschen getötet, weitere zwölf Personen wurden verletzt. Die Angriffe galten nach offiziellen Angaben Hafenanlagen und Lagerhäusern, in denen Lebensmittel gelagert werden. Das russische Verteidigungsministerium bestätigte die Angriffe mit Drohnen und Präzisionswaffen, erklärte jedoch, dass lediglich militärische Lager angegriffen und getroffen worden seien. Eine unabhängige Überprüfung der Angaben war zunächst nicht möglich.

Bei einem russischen Luftangriff auf die Stadt Kramatorsk im Osten der Ukraine wurden mindestens neun Bewohner verletzt. Die Stadt sei von mindestens neun Gleitbomben getroffen worden, berichteten die Behörden. (dpa)

19:51 Uhr

Mittwoch, 9. September

Berichte über ukrainischen Angriff in Westsibirien

Die ukrainischen Streitkräfte haben Medienberichten zufolge ein weit entferntes Ziel in Russland mit Drohnen angegriffen und möglicherweise beschädigt. Nach Darstellung ukrainischer Medien wurde in Nowy Urengoj im Autonomen Kreis der Jamal-Nenzen im Norden Westsibiriens eine Gas-Kondensationsanlage angegriffen. Über das Ausmass der Schäden lagen keine offiziell bestätigten Angaben vor. Die ukrainische Nachrichtenagentur Unian veröffentlichte dazu lediglich nicht überprüfbare Fotos aus russischen sozialen Medien.

Der Gouverneur des Kreises, Dmitri Artjuchow, bestätigte den Angriff der Kampfdrohnen und sprach von einem Brand, der durch herabstürzende Trümmer verursacht worden sei. Nach seiner Darstellung wurden die anfliegenden Drohnen abgeschossen. «Die Situation ist unter Kontrolle», schrieb er.

Nowy Urengoj ist über 3.000 Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernt. Das angegriffene Unternehmen gilt als eine der wichtigsten Einrichtungen der Gas-Infrastruktur der Region.

Die Ukraine greift seit einiger Zeit Industrie- und Rüstungsbetriebe sowie Raffinerien auf russischem Staatsgebiet an, um das russische Militär zu schwächen. Zuletzt wurden in der Ukraine weitreichende Kampfdrohnen entwickelt, die Ziele in mehreren tausend Kilometern Entfernung angreifen können. (dpa)

10:09 Uhr

Mittwoch, 9. September

Deutscher Kanzler Merz bekennt sich zur Hilfe für die Ukraine

Der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz hat sich zur weiteren Unterstützung der Ukraine in ihrem Abwehrkampf gegen Russland bekannt und sich damit von der AfD abgegrenzt.

«Wir unterstützen die Ukraine und wir werden sie weiter unterstützen, weil sie auch unsere Freiheit verteidigt», sagte der deutsche Kanzler in der Generaldebatte des Bundestags. Er warf AfD-Chefin Alice Weidel eine «geradezu groteske Umkehr von Täter und Opfer» vor.

Weidel hatte Merz zuvor aufgefordert, sich endlich für Friedensverhandlungen einzusetzen. Sie warf ihm «Kriegspropaganda gegenüber Russland» vor.

Nur «Strahlkraft der Demokratie» ist für Putin bedrohlich

Merz sagte mit Blick auf den Angriff Russlands auf die Ukraine: «Niemand hat Russland bedroht, die Nato nicht, die Europäische Union nicht, Deutschland nicht.» Merz betonte: «Das Einzige, was Russland und Putin wirklich bedroht, ist die Strahlkraft der Demokratie.» Die Ukraine sei auf dem Weg in die europäische demokratische Familie gewesen. Die AfD stehe «offensichtlich unverändert an der Seite Russlands, wenn es darum geht, auch unsere Freiheit hier zu verteidigen». (dpa)

21:12 Uhr

Dienstag, 8. September

Rumänien und Moldau melden Drohne in ihrem Luftraum

Rumänien hat das Eindringen einer Drohne in seinen Luftraum gemeldet. Zwei spanische F-18-Flugzeuge hätten die Flugbahn der Drohne verfolgt, die nach etwa 30 Minuten in der benachbarten Republik Moldau abgestürzt sei, teilte das Verteidigungsministerium mit. Die moldauische Polizei teilte mit, die Drohne sei auf ein Sonnenblumenfeld gestürzt und habe Brände ausgelöst. Verletzt worden sei niemand.

Die Ukraine grenzt sowohl an Rumänien als auch an Moldau. Seit Beginn der grossangelegten russischen Invasion im Jahr 2022 haben die beiden Länder Dutzende Drohnenvorfälle gemeldet. (dpa)

19:00 Uhr

Dienstag, 8. September

Russe soll ukrainische Frachtflugzeuge in Rumänien ausspioniert haben

Die rumänischen Behörden haben einen 40-jährigen Russen festgenommen, der unter anderem ukrainische Transportflugzeuge ausgekundschaftet haben soll. Der Mann stehe im Verdacht, zwischen Februar und Juli dieses Jahres für Moskau spioniert zu haben, teilten die Behörden mit. Er habe militärische Informationen beschafft und Sabotageakte vorbereitet.

Die rumänische Ermittlungsbehörde für organisiertes Verbrechen (DIICOT) teilte mit, der Verdächtige habe Fotos von rumänischem und Nato-Militärgerät aufgenommen und übermittelt. Ausserdem habe er die Bewegungen von Militärangehörigen in mehreren Kreisen dokumentiert. Damit habe er «die nationale Sicherheit gefährdet».

Der rumänische Geheimdienst SRI erklärte, eine Kontaktperson habe den russischen Staatsbürger angewiesen, Fotos und Videos «von strategisch-militärisch wichtigen Zielen» aufzunehmen. Dazu hätten ukrainische Transportflugzeuge vom Typ Antonow gehört, wenn sie sich auf rumänischem Hoheitsgebiet befanden. Der Fall weise auf ein «ähnliches Muster» hin «wie Saboteur-Netzwerke in europäischen Staaten», die Russland koordiniere.

Anfang August war auf dem Flughafen Leipzig/Halle in der Nähe eines ukrainischen Antonow-Frachtflugzeugs eine mit Sprengstoff beladene Drohne entdeckt worden. Russland weist diesbezügliche Sabotagevorwürfe zurück. (dpa)

15:46 Uhr

Dienstag, 8. September

Kiew: Verletzte nach russischem Drohnenangriff auf TV-Sender

Bei einem russischen Drohnenangriff ist das Gebäude des Fernsehsenders «My - Ukrajina» („Wir sind die Ukraine“) in Kiew beschädigt worden. «Einfach am helllichten Tag, als die Journalisten auf Sendung waren», schrieb Präsident Wolodymyr Selenskyj in sozialen Netzwerken. Fünf Menschen seien verletzt worden. Selenskyj warf Russland vor, den Fernsehsender gezielt angegriffen zu haben. «Darauf muss es eine Reaktion von Europa und der Welt geben», verlangte der Staatschef. Der TV-Kanal produziert gemeinsam mit mehreren anderen Sendern ein Nachrichtenprogramm.

Der Generalproduzent des Senders, Jurij Suhak, sprach ebenfalls von einem direkten Angriff. «Dieses Mal war es gezielt in den Nachrichtenraum», sagte er. Bereits Mitte August seien bei einem Angriff Fenster des Gebäudes durch die Druckwelle einer Explosion beschädigt worden. (dpa)

15:17 Uhr

Dienstag, 8. September

Russland glaubt an baldigen Sieg

Inmitten erneuter US-Bemühungen um ein Ende des Ukraine-Kriegs gibt sich Moskau siegessicher: «Wir sind überzeugt, dass der Sieg sehr nah ist», sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow der staatlichen russischen Nachrichtenagentur Tass zufolge indischen Journalisten im Vorfeld des Brics-Gipfels am Wochenende.

Moskau sei überzeugt von seinem militärischen Potenzial und seinen Soldaten. Die Kampfhandlungen liefen sehr erfolgreich, behauptete er. Der Kreml begrüsse aber die Bemühungen von US-Präsident Donald Trump und erwarte die Wiederaufnahme von Gesprächen im Format Moskau, Washington, Kiew.

An der Front gibt es kaum Bewegung, gleichzeitig haben beide Seiten ihren Luft- und Seekrieg intensiviert. Die Zeichen stehen auf Eskalation. Erst am Wochenende hatten US-Unterhändler nach monatelanger Pause einen neuen Anlauf in den Bemühungen um ein Ende des seit mehr als viereinhalb Jahren andauernden russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine unternommen.

Der US-Sondergesandte Steve Witkoff und Trumps Schwiegersohn, Jared Kushner, reisten erst zum wiederholten Mal nach Moskau und anschliessend erstmals nach Kiew. Sie sprachen mit Kremlchef Wladimir Putin und dem ukrainischen Präsidenten Wolodimir Selenski über mögliche Wege für ein Ende des Ukraine-Kriegs. Ergebnisse wurden zunächst nicht bekannt. (dpa)

08:40 Uhr

Dienstag, 8. September

Russland greift Kiew wieder an – Tote und Verletzte

Bei russischen Angriffen mit Drohnen und Raketen auf die ukrainische Hauptstadt Kiew sind nach Angaben der örtlichen Behörden zwei Menschen getötet worden. Mindestens zehn weitere wurden verletzt. Die nächtliche Angriffswelle traf auch mehrere andere Regionen der Ukraine.

Die ukrainische Luftwaffe teilte mit, zwei ballistische Raketen, 31 Marschflugkörper und 142 Drohnen abgeschossen zu haben. An 29 Orten seien Einschläge registriert worden. Präsident Wolodimir Selenski sprach von einem komplexen Angriff, der offenbar darauf ausgelegt gewesen sei, möglichst grosse Schäden anzurichten.

In Kiew entstanden nach Angaben des ukrainischen Katastrophenschutzes in mindestens fünf Stadtbezirken Schäden und Brände. Die Militärverwaltung der Hauptstadt meldete Schäden an ziviler Infrastruktur an mindestens 16 Orten. In mehreren Wohnhäusern waren Menschen eingeschlossen und mussten von Rettungskräften in Sicherheit gebracht werden.

Angriffe auch in anderen Regionen

Auch kritische Infrastruktur in mehreren anderen Regionen wurde nach Angaben Selenskis getroffen. In Odessa sei ein Markt getroffen worden. In Charkiw seien zwei Menschen verletzt und ein mehrstöckiges Gebäude beschädigt worden. In der Region Sumy wurde demnach eine Lokomotive auf der Strecke zwischen Kiew und Sumy an einem Bahnhof angegriffen. Auch die Regionen Saporischschja und Dnipropetrowsk seien angegriffen worden, sagte Selenski. (dpa)

21:25 Uhr

Montag, 7. September

Notfall abgewendet: AKW Saporischschja hat wieder Strom

Die dringend benötigte Stromzufuhr für das frontnahe ukrainische Kernkraftwerk Saporischschja ist nach fast drei Wochen wieder hergestellt worden. Während einer begrenzten Feuerpause konnte eine beschädigte Leitung repariert werden, wie die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) in Wien mitteilte. Dies sei ein entscheidender Schritt zur Vermeidung eines Atomunfalls, sagte IAEA-Chef Rafael Grossi.

Das von Russland besetzte Atomkraftwerk benötigt eine stabile Stromversorgung, um radioaktives Material zu kühlen. Die letzte verbleibende Stromleitung war am 20. August im Zuge von Kampfhandlungen beschädigt worden. Seitdem hatten Notstromgeneratoren für Energie gesorgt, doch der Diesel für diese Aggregate war in den vergangenen Tagen zur Neige gegangen. Ohne die Reparatur der Stromleitung hätte es zu einem Blackout in der Nuklearanlage kommen können, hiess es von der IAEA.

Das grösste AKW Europas geriet bereits kurz nach Ausbruch des Ukraine-Kriegs unter russische Kontrolle. Die sechs Reaktoren sind derzeit abgeschaltet und produzieren keine Elektrizität. Vor dem Konflikt verfügte das Kraftwerk noch über zehn externe Stromleitungen, um unter anderem die Kühlsysteme zu versorgen. (dpa)

21:19 Uhr

Montag, 7. September

Selenski hofft auf Verhandlungen noch vor dem Winter

Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski sieht nach der jüngsten Reise der US-Vermittler nach Moskau und Kiew ein mögliches Fenster für Friedensverhandlungen noch vor dem Winter. Zwar rechne Kremlchef Wladimir Putin mit einem neuen brutalen Winter, um die Ukraine zu schwächen, doch wolle der russische Staatschef US-Präsident Donald Trump nicht vor den Zwischenwahlen Anfang November verärgern, sagte Selenski im Interview mit dem US-Nachrichtenportal Axios. «Mein Gefühl sagt mir, dass Putin Trump braucht, er will ihn nicht verärgern.»

Putin und Selenski hatten am Wochenende die US-Unterhändler Steve Witkoff und Jared Kushner zu Gesprächen über eine mögliche Wiederaufnahme von Friedensverhandlungen zwischen Moskau und Kiew empfangen. Konkrete Ergebnisse wurden nicht genannt. Ohne Details zu nennen, berichtete Selenski lediglich von möglichen Wegen zur Deeskalation noch vor Einbruch und während des Winters.

Selenski: Können Russland auch unter Druck setzen

Er gehe dennoch davon aus, dass Moskau den Winter nutzen wolle, um die Ukraine weiter unter Druck zu setzen. «Russland denkt wirklich, dass ihnen dieser Winter helfen könnte, uns niederzuringen», sagte Selenski. Damit solle Kiew gezwungen werden, mehr Bereitschaft zu Kompromissen zu zeigen. Er warnte, dass auch die Ukraine wirtschaftlichen Druck auf Russland ausüben könne: «Als sie unsere Stromversorgung angriffen, haben wir ihre Möglichkeiten zum Verkauf von Öl und Gas blockiert.»

Allerdings wolle die Ukraine den diplomatischen Verhandlungsprozess neu starten. «Wir haben den September und Oktober, um zu reden», sagte Selenski. «Ohne Dialog kann es kein Ergebnis geben.» Er gehe davon aus, dass Trump einen Weg finden werde, um den Verhandlungsprozess noch vor dem Winter zu starten. (dpa)

15:35 Uhr

Montag, 7. September

Tote nach russischen Bombenangriffen auf Kramatorsk

Bei russischen Gleitbombenangriffen sind im ostukrainischen Kramatorsk mindestens zwei Menschen getötet worden. Vier weitere seien verletzt worden, teilte die ukrainische Polizei bei Telegram mit. Insgesamt seien auf die Stadt im Gebiet Donezk vier 250-Kilogramm-Bomben abgeworfen worden. Demnach schlugen zwei der Bomben in Wohnhäuser ein.

Mit Flügelkonstruktionen ausgestattete Gleitbomben werden aus grosser Höhe und Dutzende Kilometer entfernt von der gegnerischen Flugabwehr auf Ziele abgeworfen. Kramatorsk ist über zwölf Kilometer von der Frontlinie entfernt. (dpa)

14:03 Uhr

Montag, 7. September

Russland und Nordkorea eröffnen erste Strassenverbindung

Zwischen Nordkorea und Russland gibt es nun erstmals eine Strassenverbindung. Der russische Ministerpräsident Michail Mischustin bezeichnete den Brückenbau in einer Rede gemäss einer Mitteilung als «historisches Ereignis». Die Bauarbeiten seien nach «buchstäblich 16 Monaten» abgeschlossen worden. Täglich können am Grenzübergang demnach 300 Fahrzeuge abgefertigt werden. Den Angaben nach hat die Brücke über den Grenzfluss Tumannaja (Tumen) eine Länge von einem Kilometer. Nordkorea werde dadurch an den internationalen Transportkorridor «West-Ost» über Wladiwostok nach St.Petersburg im Nordwesten Russlands angeschlossen.

Moskau und Pjöngjang vereinbarten den Brückenbau 2024. Davor waren die beiden Staaten lediglich durch eine bereits 1959 eröffnete Eisenbahnbrücke auf dem Landweg verbunden. Nordkorea und Russland teilen dabei nur eine etwas mehr als 17 Kilometer lange Landgrenze entlang des Grenzflusses Tumannaja (Tumen).

Nordkorea ist für Russland in dessen 2022 begonnenem Krieg gegen die Ukraine ein wichtiger Verbündeter. Pjöngjang liefert dabei unter anderem Munition und hat laut Schätzungen des südkoreanischen Geheimdienstes bis zu 15'000 Soldaten zur Unterstützung Moskaus im Ukraine-Krieg entsandt. Die Strassenverbindung vereinfacht die Logistik zwischen den beiden Staaten. (dpa)

12:23 Uhr

Montag, 7. September

Tote in Russland und auf annektierter Krim

Bei ukrainischen Angriffen sind nach Angaben russischer Behörden mehrere Menschen in Russland und auf der von Russland annektierten Schwarzmeer-Halbinsel Krim getötet worden. In Perm mehr als 1100 Kilometer östlich von Moskau kam laut Gebietsgouverneur Dmitri Machonin ein Mensch infolge eines ukrainischen Angriffs ums Leben. Vier weitere seien verletzt und ein mehrstöckiges Wohnhaus beschädigt worden. Machonin sprach von einem massiven Angriff, bei dem 27 ukrainische Drohnen über dem Gebiet Perm abgewehrt worden seien.

In der Grenzregion Belgorod wurde nach Angaben des regionalen Zivilschutzstabs ein Mann in der Stadt Graiworon bei einem ukrainischen Drohnenangriff getötet. Eine Frau sei verletzt worden. Den Angaben zufolge wurde bei weiteren Angriffen noch ein Mensch verletzt, es habe Schäden und Brände gegeben. (dpa)

13:06 Uhr

Sonntag, 6. September

US-Vermittler Witkoff und Kushner erstmals in Kiew

Im Ringen um ein Ende des Ukraine-Kriegs sind die US-Unterhändler Steve Witkoff und Jared Kushner erstmals in Kiew eingetroffen. Sie wurden am Bahnhof der Stadt vom Stabschef des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenski, Kyrylo Budanow, begrüsst, wie ein Video der Nachrichtenagentur Unian zeigte.

Am Vortag hatten Witkoff und Kushner, der Schwiegersohn von US-Präsident Donald Trump, in Moskau Gespräche über ein mögliches Ende des seit mehr als viereinhalb Jahren andauernden russischen Angriffskriegs geführt. Dort sprachen sie fast drei Stunden mit Kremlchef Wladimir Putin.

In Kiew war ein Treffen mit Selenski geplant. «Wir sind bereit für das Gespräch. Die Ukraine war und wird immer konstruktiv sein», schrieb der Präsident in den sozialen Netzwerken. «Wir sind daran interessiert, ein Ende des Krieges näherzubringen.» Die Ukraine brauche Sicherheitsgarantien und eine würdige Nachkriegsordnung. Insgesamt aber sind die Erwartungen in Kiew wie in Moskau an die neuen Vermittlungsbemühungen der USA gering.

US-Unterhändler waren mehrfach in Moskau

Witkoff und Kushner haben seit 2025 mehrmals Moskau besucht, waren für ihre Vermittlungsbemühungen aber noch nie in Kiew. Damit hatten sie bei Selenskyj für Unmut gesorgt. Im April kritisierte er, es sei respektlos, nach Moskau zu reisen und nicht nach Kiew zu kommen.

Die jüngsten Aufnahmen aus Moskau vom Samstag dürften in Kiew nicht gut angekommen sein. Putin erklärte, dass Witkoff und Kushner inzwischen das Vertrauen der russischen Seite hätten. «Für uns ist die Zusammenarbeit mit ihnen komfortabel», sagte der Präsident. Witkoff sagte, die Treffen mit Putin gehörten für ihn zu den erinnerungswürdigsten überhaupt.

Die «New York Times» hatte im Vorfeld unter Berufung auf mit den diplomatischen Bemühungen vertraute Beamte berichtet, dass sich die Verhandlungen über die Reise wochenlang zogen. Die USA hätten darauf bestanden, dass die Ukrainer ihre Drohnenangriffe auf Moskau und die russische Energieinfrastruktur vorübergehend einstellen, solange sich Witkoff und Kushner in Russland aufhalten. Die russischen Streitkräfte müssten ihre Raketenangriffe auf Kiew stoppen, schrieb die Zeitung. Putin ordnete eine dreitägige Waffenruhe für die ukrainische Hauptstadt an. Auch Selenski sagte zu, dass auf Angriffe auf Moskau bis einschliesslich Montag verzichtet werde.

Anreise mit der Bahn aus Polen

Nach dem Treffen in Moskau flogen die US-Unterhändler zurück auf EU-Gebiet und landeten in Rzeszow in Ostpolen. Von dort nahmen sie wie andere ausländische Politiker den Zug für den Besuch in Kiew.

Witkoff und Kushner sind in der Trump-Regierung zuständig für die Bemühungen um ein Ende des russischen Angriffskriegs. «Wir haben sie dorthin geschickt, um zu prüfen, ob wir etwas erreichen können», hatte US-Präsident Donald Trump im Vorfeld gesagt. Er zeigte sich erneut optimistisch, dass dies gelingen könne.

Zeichen stehen auf Eskalation

Bisherige Bemühungen der USA um ein Ende des Ukraine-Kriegs haben allerdings noch keinen Durchbruch gebracht. Als Vermittler sass Washington bei direkten Gesprächen Moskaus und Kiews in den Vereinigten Arabischen Emiraten und im Februar in Genf mit am Tisch. Zuletzt lagen die Verhandlungen auf Eis – auch weil die USA durch ihren eigenen Krieg im Iran abgelenkt waren.

In dem seit mehr als viereinhalb Jahren andauernden russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine stehen die Zeichen derzeit auf Eskalation. An der Front gibt es kaum Bewegung, gleichzeitig haben beide Seiten ihren Luft- und Seekrieg intensiviert.

Moskau setzt vermehrt auf Angriffe mit den besonders schwer abzuwehrenden ballistischen Raketen – auch in dem Wissen, dass es Kiew an Abwehrraketen mangelt. Die Ukraine hat ihre Angriffe vor allem mit Drohnen ins russische Hinterland stark ausgeweitet. Regelmässig nimmt sie Raffinerien und Logistikzentren von Online-Versandhändlern ins Visier. Im Juli sind Beobachtern der Vereinten Nationen zufolge so viele Zivilisten ums Leben gekommen wie seit Jahren nicht mehr in einem Monat. (dpa)

09:28 Uhr

Sonntag, 6. September

Wechselseitige Luftangriffe trotz US-Vermittlungsaktion

Während einer US-Vermittlungsmission haben Russland und die Ukraine wie vereinbart die Hauptstädte Kiew und Moskau von Angriffen verschont, an anderen Stellen aber aus der Luft attackiert. In der Ukraine wurde die frontnahe Grossstadt Saporischschja beschossen, es gab nach Angaben von Gouverneur Iwan Fedorow Opfer.

An der Grenze der Ukraine nach Rumänien trafen russische Drohnen nach Angaben örtlicher Behörden einen Grenzübergang. Dieser musste zeitweise geschlossen werden. Am Samstagabend tötete eine russische Drohne in der Stadt Tschuhujiw im Gebiet Charkiw drei Mitglieder einer Familie.

Brand in russischer Raffinerie

In Russland verursachte ein ukrainischer Drohnenangriff einen Brand in der Raffinerie von Rjasan südöstlich von Moskau, wie Telegramkanäle inoffiziell berichteten. Regionalgouverneur Pawel Malkow bestätigte den Angriff und ein Feuer in einem nicht näher bezeichneten Industriebetrieb. Drohnenattacken wurden auch aus dem Gebiet Rostow in Südrussland gemeldet.

Der US-Sondergesandte Steve Witkoff und der Schwiegersohn von Präsident Donald Trump, Jared Kushner, werden heute zu ihrem ersten Besuch in Kiew erwartet. Dort sollen sie mit Präsident Wolodymyr Selenski sprechen. Am Vorabend hatten sie in Moskau Kremlchef Wladimir Putin getroffen. Die dreitägige Pause bei Angriffen auf die Hauptstädte soll den Amerikanern eine sichere Reise ermöglichen.

06:03 Uhr

Sonntag, 6. September

US-Gesandte nach Treffen mit Putin unterwegs nach Kiew

Nach einem Treffen mit Kremlchef Wladimir Putin in Moskau reisen die US-Vermittler Steve Witkoff und Jared Kushner erstmals zu Gesprächen über eine mögliche Beendigung des Ukraine-Kriegs nach Kiew. Präsident Wolodymyr Selenski will die Gesandten von US-Präsident Donald Trump heute in der ukrainischen Hauptstadt empfangen. Der Besuch soll im Schutz einer von Selenski und Putin erklärten örtlich und auf drei Tage begrenzten Waffenruhe stattfinden. Moskau hat zugesichert, zur Sicherheit für die US-Gesandten auf Luftangriffe gegen die Stadt Kiew zu verzichten.

Witkoff und Trumps Schwiegersohn hatten den Kreml in der Nacht nach einem gut dreistündigen Gespräch mit Putin verlassen. Dem Vernehmen nach brachte die Unterredung zunächst keine greifbaren Ergebnisse. Putins aussenpolitischer Berater Juri Uschakow sprach im Anschluss von konstruktiven, inhaltsreichen und vertrauensvollen Gesprächen. Die US-Seite äusserte sich zunächst nicht öffentlich zu der Unterredung mit dem russischen Staatschef.

Kreml: Putin berichtet von Vormarsch an der Front

Uschakow zufolge zeigte sich Putin einmal mehr überzeugt, dass er die Ziele seines Krieges - den Russland militärische Spezialoperation nennt - erreichen werde. Putin habe seine Einschätzung der Lage abgegeben. «Insbesondere wurden die tatsächlichen Erfolge der russischen Armee beim Vormarsch im Einsatzgebiet hervorgehoben», sagte Uschakow.

Allerdings geben Experten über die vermeintlichen und realen Fortschritte der Kriegsparteien im Frontgebiet unterschiedliche Einschätzungen ab. Seit Monaten kann Russland kaum Gebietsgewinne vermelden. Immer wieder gibt es auch Zweifel, ob Putin von seinem Generalstab über die Lage wahrheitsgemäss informiert wird.

Wichtig für Russland sei vor allem die Beseitigung der Grundursachen des Konflikts, sagte Uschakow. Dazu zählt Moskau etwa das Vorgehen Kiews gegen die in Teilen der Ukraine verbreitete russische Sprache.

US-Gesandte sollen in Kiew Putins Position überbringen

Uschakow sagte nichts zu neuen Vorschlägen für eine Beendigung des Kriegs, die laut Trump und Kreml bei dem Treffen präsentiert werden sollten. Putin setze darauf, dass Witkoff und Kushner die russische Sicht nun in Kiew übermittelten, betonte er. Das liess zunächst nicht darauf schliessen, dass es bei der Lösung des Konflikts Bewegung geben könnte.

Im August war überraschend auch CIA-Chef John Ratcliffe in Moskau zu Gesprächen auf Geheimdienstebene. US-Medienberichten zufolge soll der Geheimdienstchef Russlands wirtschaftliche und militärische Position als geschwächt dargestellt und Moskau gedrängt haben, sich auf eine Verhandlungslösung zur Beendigung des Ukraine-Kriegs einzulassen.

Experte: Visite ohne Ergebnisse

«Die Visite Witkoffs und Kushners hat erwartungsgemäss zu nichts geführt - ausser einer formellen Wiederaufnahme des Verhandlungsprozesses, der seit dem Frühjahr pausierte - mit dem Beginn der amerikanischen Aggression gegen Iran», sagte der Moskauer Amerikanist Dmitri Nowikow. Witkoff werde in Moskau geschätzt, weil er weniger harte Töne anschlage als andere US-Vertreter. Die Lage in dem Konflikt sei so verfahren, dass blosse diplomatische Mittel den Prozess nicht vom «toten Punkt» wegbekämen.

Eine US-Regierungsmaschine, die Witkoff und Kushner zu transportieren schien, flog in der Nacht von Moskau nach Rzeszów im Südosten Polens. Von dort dürften die US-Gesandten mit dem Zug weiter nach Kiew reisen. Offiziell gab es keine Informationen zum genauen Reiseverlauf der Vermittler.

Die bisherigen Gespräche zwischen Putin und Trumps Gesandten hatten auch zu direkten Verhandlungen zwischen Russen und Ukrainern geführt. In Kiew dürften Witkoff und Kushner den Prozess wieder in Gang bringen wollen, damit sich Vertreter der Kriegsparteien erneut an einen Tisch setzen. Russland führt seinen Angriffskrieg gegen das Nachbarland inzwischen seit mehr als viereinhalb Jahren. Die Ukraine wehrt sich mit westlicher Hilfe.

Kriegsparteien setzen auf Eskalation

Militärexperten sprechen seit Wochen von einer gezielten Eskalation der Gewalt auf beiden Seiten des Konflikts. Für Putin bleibt die vollständige Eroberung des Industriereviers Donbass in der Ostukraine erklärtes Ziel. Die ukrainischen Streitkräfte wollen diesen Rest des Gebietes Donezk nicht räumen.

Putin hat als Reaktion auf die ukrainischen Angriffe im russischen Hinterland auf Ölraffinerien und Logistikzentren von Online-Versandhändlern Vergeltung angedroht. Er gab Befehle, vor allem die ukrainische Energieinfrastruktur gezielt angreifen zu lassen. Dabei kommen auch die besonders schnellen ballistischen Raketen zum Einsatz, die die Ukraine wegen fehlender Flugabwehrraketen kaum zerstören kann.

Präsident Selenski drohte im Gegenzug, die Zahl der ukrainischen Drohnenangriffe auf Russland von durchschnittlich 300 auf 1.000 am Tag erhöhen. Er hat dazu internationale Fluggesellschaften gewarnt, dass der Luftraum in Russland nicht mehr sicher sei. Putin wirft ihm «Staatsterrorismus» gegen die zivile Luftfahrt vor.

Kurz vor der Anreise der US-Vertreter hatte Selenski dem russischen Militär vorgeworfen, demonstrativ die Kiewer Flughäfen Schuljany und Boryspil beschossen zu haben.

Kiews Verteidigungsminister spricht mit Pistorius über Hilfe

Die Ukraine und ihre westlichen Verbündeten wollen bei einer neuen Sitzung der Ukraine-Kontaktgruppe in der nächsten Woche über weitere militärische Hilfe für das von Russland angegriffene Land beraten. Das teilte der ukrainische Verteidigungsminister Jewhenij Chmara nach einem Telefonat mit seinem deutschen Amtskollegen Boris Pistorius (SPD) mit. Ein Datum für das Treffen im sogenannten Ramstein-Format nannte Chmara nicht.

Der Minister informierte Pistorius nach eigenen Angaben über die verstärkten Luftangriffe durch Russland mit Drohnen und ballistischen Raketen – und den Mangel an Abwehrraketen für Kiew. Die Ukraine fordert seit Monaten mehr Hilfe der westlichen Verbündeten bei der Luftabwehr. Der Schutz vor den russischen Angriffen habe Vorrang, sagte der Minister. Zudem bleibe auch die finanzielle Unterstützung durch die Partner für die Stabilität der Ukraine von entscheidender Bedeutung. (dpa)

22:57 Uhr

Samstag, 5. September

Gespräche von Putin und US-Gesandten beendet

In Moskau sind die kurzfristig anberaumten neuen Gespräche zum russischen Angriffskrieg in der Ukraine zwischen Kremlchef Wladimir Putin und den US-Unterhändlern Steve Witkoff und Jared Kushner zu Ende gegangen. Nach etwa dreistündigen Unterredungen verliessen die beiden Gesandten von US-Präsident Donald Trump in der Nacht den Kreml, wie Staatsmedien berichteten und dazu auch ein Video der Fahrzeugkolonne veröffentlichten.

Über Ergebnisse der Unterredungen ist noch nichts bekannt. Der Kreml hatte angekündigt, im Anschluss an das Treffen die Öffentlichkeit zu informieren.

Witkoff und Trumps Schwiegersohn wollen nach Kiew weiterreisen, wo sie an diesem Sonntag vom ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj empfangen werden. (dpa)

19:32 Uhr

Samstag, 5. September

Putin beginnt Gespräche mit US-Unterhändlern

In Moskau haben am Abend die kurzfristig anberaumten neuen Gespräche zum Ukraine-Krieg zwischen Kremlchef Wladimir Putin und den US-Unterhändlern Steve Witkoff und Jared Kushner begonnen. Putin empfing die beiden Gesandten von US-Präsident Donald Trump im Kreml, wie Staatsmedien meldeten. Putin sagte demnach, dass es um nicht einfach Gespräche gebe. Er übermittelte auch Trump die besten Wünsche. (dpa)

14:17 Uhr

Samstag, 5. September

Putin setzt für drei Tage Angriffe auf Kiew aus

Der russische Staatschef Wladimir Putin hat wegen des Besuchs von US-Unterhändlern einen dreitägigen Stopp der Luftangriffe auf die ukrainische Hauptstadt Kiew angeordnet. Das teilte Kremlsprecher Dmitri Peskow in Moskau mit, wie die staatliche Nachrichtenagentur Tass meldete. Die Angriffspause gelte mit Tagesbeginn des Sonntags für drei Tage.

Peskow bestätigte, dass Putin am heutigen Samstag den US-Sondergesandten Steve Witkoff und den Schwiegersohn von US-Präsident Donald Trump, Jared Kushner, empfangen werde. Die Ukraine hatte zugesagt, wegen dieses Besuchs den russischen Luftraum für drei Tage nicht zu gefährden. Am Sonntag werden die zwei US-Unterhändler erstmals zu Gesprächen in Kiew erwartet. (dpa)

13:47 Uhr

Samstag, 5. September

Selenski: Russland beschiesst vor US-Besuch Kiewer Flughäfen

Kurz vor dem erwarteten Besuch von US-Unterhändlern in Kiew haben die russischen Streitkräfte nach Angaben des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenski die Flughäfen der Hauptstadt beschossen. Die Flughäfen Schuljany und Boryspil seien demonstrativ zum ersten Mal seit einiger Zeit angegriffen worden, schrieb er in den sozialen Netzwerken.

Selenski unterstellte, dass Moskau damit Unsicherheit vor der Anreise der Amerikaner verbreiten wolle. «Die russischen Treffer auf die Airports sind eine Reaktion auf die Diskussionen und die Vorbereitungen darauf, dass die US-Seite mit dem Flugzeug in die Ukraine kommen und am Kiewer Flughafen oder in Boryspil landen könnte», schrieb er. Die Ukraine werde ihre Drohnenangriffe zur Lähmung des russischen Flugverkehrs kommende Woche entsprechend ausrichten, drohte er.

Kein Flugverkehr über der Ukraine – Ausnahme für Witkoff?

Der US-Sondergesandte Steve Witkoff und Jared Kushner, der Schwiegersohn von US-Präsident Donald Trump, werden am Sonntag zu ihrem ersten Besuch in Kiew erwartet. Vorher sollen sie in Moskau mit Kremlchef Wladimir Putin sprechen. Berichte über eine russische Drohnenattacke auf Schuljany hatte es schon am Freitag gegeben. Zu Schäden oder Verletzten wurde nichts bekannt.

In der Ukraine ruht seit Beginn der russischen Grossinvasion 2022 der zivile Flugverkehr. Für einen sicheren Flug Witkoffs nach Kiew wären ukrainische Erlaubnisse, aber auch russische Sicherheitsgarantien erforderlich. Schuljany ist der alte Flughafen der ukrainischen Hauptstadt und liegt im Stadtgebiet. Als er zu klein wurde, wurde in der Kreisstadt Boryspil etwa 20 Kilometer östlich von Kiew ein neuer internationaler Airport gebaut. (dpa)

08:38 Uhr

Samstag, 5. September

Vor US-Vermittlung: Tote bei Luftangriffen auf Ukraine

Vor einer US-Vermittlungsmission im Ukraine-Krieg sind vier Menschen im ukrainischen Gebiet Dnipropetrowsk durch einen russischen Luftangriff getötet worden. Der Angriff habe einen Industriebetrieb in der Stadt Kamjanske getroffen, teilte Gebietsgouverneur Olexander Hanscha auf Telegram mit. Es habe sechs Verletzte gegeben. Das russische Militär in Moskau sprach von einem Angriff auf ein grosses Metallkombinat, das die ukrainische Rüstungsindustrie beliefere.

Einschläge russischer Drohnen wurden in der Nacht auch aus dem Grossraum Kiew gemeldet. Über Russland hingegen wurden in der Nacht 59 ukrainische Drohnen abgewehrt, wie das Verteidigungsministerium in Moskau mitteilte. Die vergleichsweise niedrige Zahl lässt darauf schliessen, dass die Ukraine wie angekündigt eine Feuerpause wegen des Besuchs der US-Vermittler einhält.

Der Sondergesandte Steve Wittkoff und Jared Kushner, Schwiegersohn von US-Präsident Donald Trump, werden angeblich heute in Moskau erwartet. Am morgigen Sonntag sollen sie erstmals Kiew besuchen, wie der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenski mitgeteilt hat. (dpa)

07:09 Uhr

Samstag, 5. September

Angriffe rund um die Uhr – der Alltag in Kiew wird immer schwieriger

Seit Kriegsbeginn folgten die russischen Drohnen- und Raketenangriffe in Kiew einem bestimmten Rhythmus. Sie kamen fast immer in der Nacht. Die Warnungen begannen am späten Abend auf Telegram-Kanälen, die das Kriegsgeschehen beobachten. Dort wurde über nach Süden fliegende Drohnen, Raketenstarts und den Einsatz der Luftabwehr informiert. Je nach Schwere der Bedrohung entschieden die Menschen, ob sie zu Hause blieben oder in einer U-Bahn-Station Schutz suchten.

Nun hat Russland seine Taktik geändert und setzt schnelle Drohnen mit Jetantrieb ein. Das macht die Hoffnung der Menschen in Kiew auf ein normales Leben bei Tageslicht zunichte. Seit vergangener Woche werden rund um die Uhr Angriffe geflogen. Zusätzlich zur Erschöpfung durch nächtliche Schrecken zehren nun auch ständige Störungen am Tag an den Kräften.

Das wiederkehrende Heulen der Luftschutzsirenen ist in der ukrainischen Hauptstadt zum Alltag geworden. Die Angriffe unterbrechen Arbeitswege, Einkaufsbummel und Schulbesuche und dringen selbst in die wichtigsten Lebensereignisse von Hochzeiten bis zu Beerdigungen ein. Immer wieder kosten sie Menschen das Leben.

Geschäfte müssen evakuiert werden

Der Ablauf ist stets ähnlich: Ein Alarm ertönt, Menschen schauen auf ihre Handys oder in den Himmel. Kurz darauf ist in der Ferne die Luftabwehr zu hören, die Drohnen abfängt, oft sind aufsteigende Rauchwolken zu sehen. Schnell verbreiten sich über Telegram-Kanäle Fotos vom jeweiligen Ort der Zerstörung. Ein oder zwei Stunden später ertönt wieder eine Sirene.

In Einkaufszentren, Banken und anderen Geschäften schreiben die Luftschutzvorschriften vor, dass die Kundschaft und Beschäftigte das Gebäude verlassen müssen, sobald ein Alarm ertönt. So kann ein Bankgeschäft mitten im Gespräch unterbrochen werden, Einkaufen kann zu einem Kreislauf aus Evakuierung und Rückkehr ins Geschäft werden.

In den vergangenen sieben Tagen habe sich viel geändert, sagt Wolodimir Bowsunowski. Seine Familie habe vor kurzem Kleidung für seine knapp vierjährige Tochter kaufen wollen, nach 20 Minuten sei in dem Einkaufszentrum aber der Alarm ertönt. Die Familie habe das Gebäude verlassen müssen. Draussen hätten sie in der Nähe Rauch aufsteigen sehen. Zum Kauf der Kleidung sei es nicht mehr gekommen. Er hoffe, dass die Angriffe bald nachlassen, sagt Bowsunowski.

Folgen für Bahnverkehr

Auch der Verkehr wird durch die Angriffe beeinträchtigt. Zugfahrten von wenigen Stunden dauern jetzt deutlich länger. In einigen Fällen mussten Fahrgäste stundenlang mit ihrem Gepäck durch Felder laufen, nachdem Züge während einer Serie von Luftalarmen auf der Strecke stehen geblieben waren. Taxi-Apps funktionieren teils nicht, sobald GPS-Signale gestört werden, um Drohnen zu behindern.

Ein Brautpaar aus Kiew hielt vor wenigen Tagen trotz heulender Sirenen an seinem Hochzeitstermin fest. «Wir haben zwei Explosionen gehört, der Alarm hat aufgehört, und wir sind zum Standesamt gegangen», sagt die 38-jährige Irina Baranowa. Nach der Trauung schlenderte sie mit ihrem Ehemann Ewhen Mitsik Hand in Hand durch einen botanischen Garten.

Die Angriffe hätten den Tag für ihn nicht getrübt, sagt der 40-Jährige: «Wenn man morgens aufwacht, muss man das Beste aus dem Tag machen, weil es vielleicht keine weitere Chance gibt. In Zeiten wie diesen weiss man das Leben und die Liebe seiner Familie mehr zu schätzen und gibt selbst offener Liebe weiter.»

«Sirenen heulen ständig»

Im selben Park meditiert Tetjana Schewschenko in einem kleinen Pavillon, der einem buddhistischen Gebetsraum nachempfunden ist. Die Praxis hilft ihr nach eigenen Worten, auch bei Luftangriffen ruhig zu bleiben. «Als die Luftangriffe anfingen, konnten wir den Lärm überhaupt nicht ertragen. Er war sehr laut, beunruhigend und bedrückend», sagt Schewschenko. «Aber der Körper gewöhnt sich an alles, auch an nächtliche Angriffe, das Übernachten auf dem Boden im Flur und an Schlaflosigkeit.» Während sie spricht, heult eine Sirene auf, wenig später ist in der Ferne ein dumpfer Aufprall zu hören.

Manche denken inzwischen darüber nach, Kiew zu verlassen. «Die Sirenen heulen ständig», sagt der IT-Experte Ivan Datsiw, dessen Wohnung im Stadtteil Podil gerade erst von einer russischen Drohne beschädigt wurde. «Man hat nicht einmal Zeit, um runterzugehen und wieder hochzukommen. Es ist reine Zeitverschwendung, hin und her zu rennen. Ich überlege, in eine andere Stadt zu ziehen, in der es ruhig ist und diese Gefahr nicht besteht.»

Von der zerstörten Nachbarwohnung aus fällt der Blick auf einen Spielplatz und einen Basketballplatz, auf denen weiterhin Kinder spielen. Dann heult erneut eine Sirene. Wenige Minuten später ist am Himmel die weisse, gezackte Spur einer abgefangenen Drohne zu sehen. (dpa)

14:28 Uhr

Donnerstag, 3. September

Ukrainischer Drohnenangriff trifft Sotschi und Umgebung

Ein grossangelegter ukrainischer Drohnenangriff soll die russische Schwarzmeerstadt Sotschi und den benachbarten Bezirk Sirius getroffen haben. Bei dem Angriff sei ein Feuer in einem Öllager ausgebrochen, teilten regionale Behördenvertreter am Freitag mit. Weitere Einzelheiten nannten sie zunächst nicht.

Russische Medien berichteten, insgesamt seien zwei Öldepots getroffen worden. Demnach brachen sowohl in Sotschi als auch in Sirius Brände aus. (dpa)

21:32 Uhr

Donnerstag, 3. September

Tote durch ukrainischen Beschuss im Gebiet Belgorod

Durch ukrainischen Beschuss sind im russischen Grenzgebiet Belgorod nach Behördenangaben mindestens vier Menschen getötet worden. Drei weitere seien verletzt worden, teilte der kommissarische Gouverneur der westrussischen Region, Alexander Schuwajew, bei Telegram mit.

Die Opfer waren demnach in einem Krankenwagen in der Stadt Schebekino unterwegs. Schebekino ist nur rund fünf Kilometer von der russisch-ukrainischen Grenze entfernt. Russische Truppen sind an diesem Grenzabschnitt bis zu zehn Kilometer weit in die benachbarte ukrainische Region Charkiw vorgedrungen. (dpa)

14:06 Uhr

Donnerstag, 3. September

Russland greift Medikamentenlager in der Ukraine an

Ein grosses Medikamentenlager in der ukrainischen Stadt Boryspil bei Kiew ist Medienberichten zufolge durch einen russischen Luftangriff beschädigt worden. Das Internetportal «Ukrajinska Prawda» schrieb, es handele sich um eins der grössten spezialisierten pharmazeutischen Lager in der Ukraine.

Der Militärgouverneur des Kiewer Gebiets, Tymur Tkatschenko, bestätigte wie üblich nur einen Treffer auf ein Warenlager, ohne Details zu nennen. Er schrieb auf Telegram von einem Verletzten. (dpa)

13:27 Uhr

Donnerstag, 3. September

Deutschland hilft Ukraine mit 250 Millionen für Reparaturen

Deutschland beteiligt sich mit weiteren 250 Millionen Euro an den Kosten für akute Reparaturarbeiten in der ukrainischen Energieinfrastruktur. Aus einem entsprechenden Fonds werden Ersatzteile und Ausrüstung finanziert.

Damit solle die Energie- und Wärmeversorgung der Bevölkerung trotz anhaltender russischer Angriffe gesichert werden, hiess es in einer Mitteilung des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie. (dpa)

13:20 Uhr

Donnerstag, 3. September

Putin: Westen tut nichts gegen Kiews Angriffe auf Luftraum

Kremlchef Wladimir Putin hat die vom ukrainischen Präsidenten Wolodimir Selenski angedrohte Blockade des russischen Luftraums als Terrorismus bezeichnet. Putin kritisierte auf dem Östlichen Wirtschaftsforum in Wladiwostok, dass es im Westen bisher keine Reaktionen darauf gegeben habe. Die westlichen Verbündeten «werden auf diese Weise zu Mitteilnehmenden am internationalen Terrorismus», sagte Putin. Zudem würden dadurch mögliche Verhandlungen über ein Ende des Krieges erschwert. (dpa)

06:37 Uhr

Donnerstag, 3. September

Trump will Putin treffen

US-Präsident Donald Trump will sich mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin treffen - allerdings erst, wenn sich der Krieg in der Ukraine dem Ende nähert. «Ich möchte das tun, wenn wir bereit sind, ein Friedensabkommen zu schliessen», sagte Trump am Mittwoch über ein mögliches Treffen mit Putin.

Und: «Wir wollen gute Beziehungen zu Russland, zur Ukraine und zu allen anderen. Das wäre grossartig fürs Geschäft.» Trump sagte, er könne ein Treffen «sofort» arrangieren, wolle sich aber lieber mit Putin treffen, wenn der Krieg kurz vor dem Ende stehe. (dpa)

21:57 Uhr

Mittwoch, 2. September

Selenski wütend: Kiewer Geheimdienste beschiessen einander

Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski hat eine undurchsichtige Schiesserei zwischen seinen Geheimdiensten scharf kritisiert. Er sprach von einer «absolut skandalösen Situation». Der Generalstaatsanwalt müsse klären, warum sich Mitarbeiter des Inlandsgeheimdienstes SBU und des Militärgeheimdienstes HUR in Kiew einen Schusswechsel mit Verletzten geliefert hätten, sagte Selenski. «Hier in der Ukraine darf nur auf russische Besatzer geschossen werden, um die Ukraine zu verteidigen», sagte er.

Der SBU teilte am Mittwoch zunächst mit, gemeinsam mit dem HUR sei es gelungen, einen aus Moskau gesteuerten Anschlag auf einen russischen Oppositionellen zu verhindern. Nach Kiewer Medienberichten soll es sich dabei um einen Offizier des Russischen Freiwilligenkorps RDK handeln, das auf Seiten der Ukraine kämpft.

Später schrieb der SBU, seine Einsatzkräfte seien bei einer Ermittlungsaktion von Unbekannten angegriffen worden. In einem Schusswechsel seien mehrere Angreifer verletzt worden. Sie hätten sich als Armeeangehörige herausgestellt. Die Aufsicht über die russischen Freiwilligen führt der Militärgeheimdienst HUR, der sich bislang nicht offiziell zu dem Vorfall äusserte. (dpa)

19:35 Uhr

Mittwoch, 2. September

Ukraine erhält bei EU-Treffen Zusagen für Luftverteidigung

Die Ukraine hat bei einem EU-Aussenministertreffen in Irland neue Zusagen zur Unterstützung ihrer Flugabwehr erhalten. «Wir haben uns gefreut, heute Ankündigungen von Mitgliedstaaten zu hören, Luftverteidigung bereitzustellen», sagte die EU-Aussenbeauftragte Kaja Kallas nach dem Ende der Beratungen in der Grafschaft Wicklow. Dies sei etwas, worum man seit langem gebeten haben.

Wer die neuen Zusagen machte und was sie konkret umfassen, wollte Kallas nicht verraten. Die Mitgliedstaaten, die entsprechende Ankündigungen gemacht hätten, würden diese auch selbst öffentlich bekanntgeben, sagte sie. «Aber für die Ukraine war es wichtig, zu hören, dass es bei der Luftverteidigung tatsächlich Bewegung gibt.»

Kallas hatte am Vortag bei einem Verteidigungsministertreffen gesagt, man wisse, dass einige EU-Länder über Abfangraketen verfügten, deren Nutzungsdauer bald ablaufe. Es wäre deshalb gut, diese der Ukraine zu überlassen, die sie zum Schutz ihrer Bevölkerung vor russischen Luftangriffen einsetzen könne. Laut Diplomaten bezog sie sich damit vermutlich vor allem auf Griechenland.

Die Ukraine hatte ihren aktuellen Bedarf an Abfangraketen zuletzt mit rund 300 Stück angegeben. Ein länger anhaltender Mangel könnte besonders mit Blick auf russische Angriffe auf die Energieinfrastruktur im Winter problematisch werden. (dpa)

08:28 Uhr

Mittwoch, 2. September

Putin bestätigt: Ukraine hat etwa 100 russische Schiffe beschädigt

Der russische Präsident Wladimir Putin hat Schäden an etwa 100 Schiffen des Landes durch ukrainische Drohnenangriffen eingeräumt. Zugleich betonte der Kremlchef, dass die Ukraine nicht in der Lage sei, Russland mit ihren Attacken kritische Schäden zuzufügen. «Ich denke, dass sie uns einen realen Schaden verursacht haben», sagte Putin am Dienstag in der kirgisischen Hauptstadt Bischkek vor Journalisten. «Es sind Menschen gestorben, Seeleute, darunter auch ausländische», sagte er. Es seien auch Bürger Aserbaidschans und der Türkei getötet worden.

Der Gesamtschaden der Attacken liege nach vorläufigen Berechnungen bisher bei 1 Prozent des russischen Bruttoinlandsprodukts, sagte Putin. «Das ist kein kritischer Schaden für uns. Und sie können uns auch keinen kritischen Schaden zufügen.» Die Ukraine hatte insbesondere im Schwarzen und dem benachbarten Asowschen Meer Öltanker und Getreidefrachter attackiert. (dpa)

06:32 Uhr

Mittwoch, 2. September

Putin vermeldet russischen Vormarsch

Im Krieg in der Ukraine kommen die russischen Truppen laut Darstellung von Kremlchef Wladimir Putin immer schneller voran. Russische Einheiten seien im Donezker Gebiet bis auf wenige Kilometer an die Städte Slowjansk, Kramatorsk und Druschkiwka herangerückt, behauptete er in der kirgisischen Hauptstadt Bischkek vor Vertretern staatlicher Medien. Die Stadt Swjatohirsk sei erneut unter russischer Kontrolle; und in Dobropillja gebe es bereits Strassenkämpfe.

Putins Angaben zu angeblichen Erfolgen an der Front widersprechen den Einschätzungen ukrainischer und westlicher Beobachter, die zuletzt übereinstimmend eine Verlangsamung des russischen Vormarsches feststellten. (dpa)

10:00 Uhr

Dienstag, 1. September

Mindestens elf Tote bei russischem Luftangriff auf Kiew

Russland hat in der Nacht einen massiven Luftangriff auf die ukrainische Hauptstadt Kiew und das Umland gestartet. Dabei kamen nach Angaben der örtlichen Behörden mindestens elf Menschen ums Leben. Mehr als ein Dutzend weitere, darunter drei Kinder, wurden verletzt. Das russische Militär begann den Angriff nach Angaben der ukrainischen Luftwaffe bereits am frühen Montagabend und setzte dabei ballistische Raketen, Marschflugkörper und Anti-Radar-Raketen sowie 218 Drohnen und weitere Flugkörper ein. Hauptziele seien die Regionen Kiew und Odessa gewesen, teilte die Luftwaffe auf der Plattform Telegram mit. (dpa)

09:58 Uhr

Dienstag, 1. September

Vor Schulanfang: Nächtliche Angriffe mit Raketen auf Kiew

Luftalarm vor Beginn des neuen Schuljahres: Russland hat die ukrainische Hauptstadt Kiew in der Nacht erneut mit Raketen und Drohnen angegriffen. Der Gouverneur des Gebiets Kiew, Tymur Tkatschenko, warf den russischen Streitkräften vor, gezielt zivile Infrastruktur und Wohngebäude anzugreifen. Die Militärverwaltung der Millionenmetropole erklärte auf der Plattform Telegram, es seien drei Tote und fünf Verletzte zu beklagen. Tkatschenko schrieb auf Telegram, in der Stadt Boryspil sei ein mehrstöckiges Wohnhaus beschädigt worden. 48 Menschen wurden demnach in Sicherheit gebracht. Ein Mensch sei ums Leben gekommen, als eine Industrieanlage in Boryspil getroffen worden sei. In der Ukraine beginnt heute offiziell das neue Schuljahr.

Auch aus anderen Landesteilen gab es in der Nacht Berichte über russische Angriffe, darunter aus dem Raum Odessa am Schwarzen Meer. Die ukrainische Luftwaffe berichtete auf Telegram unter anderem über Angriffe auf Charkiw, Sumy und Saporischschja. (dpa)

14:32 Uhr

Montag, 31. August

Ukraine sucht nach Mitteln gegen düsengetriebene russische Drohnen

Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski hat Probleme bei der Abwehr düsengetriebener russischer Drohnen eingeräumt. Von den knapp 1.500 Drohnen, die Russland von Donnerstag bis Sonntag auf die Ukraine abgefeuert habe, seien etwa 800 mit einem Strahltriebwerk geflogen, sagte Selenski.

Drohnen mit Düsenantrieb fliegen schneller als ältere Modelle mit Propeller. Selenski sagte, derzeit versuche die Ukraine, düsengetriebene Varianten mit Kampfflugzeugen abzuschiessen. Man arbeite an einer wirksameren Methode. «Vier Unternehmen haben entsprechende Abfangdrohnen entwickelt», sagte Selenski. «Ein Unternehmen verfügt über die erfolgreichste Technologie.» Nähere Angaben machte er nicht. (dpa)

13:19 Uhr

Montag, 31. August

Ukraine meldet russische Angriffe auf Lagerhäuser

Russland hat mehrere Lagerhäuser in der Region Kiew beschossen. In den Städten Browary und Boryspil seien vier Menschen verletzt worden, sagte der Leiter der regionalen Militärverwaltung, Tymur Tkatschenko, am Montag. Über Kiew stand eine schwarze Rauchwolke.

Wiederholte russische Angriffe auf Lebensmittellager und Handelszentren haben die ukrainische Logistik beeinträchtigt. Dadurch waren einige Supermarktregale leer, und in der Bevölkerung wuchs die Sorge vor Engpässen.

Präsidentenberater Serhij Beskrestnow versicherte in sozialen Medien, die Ukraine werde nicht hungern. Die Bevölkerung solle sich nicht von Gerüchten, Desinformation oder Panik anstecken lassen, mahnte er. Produzenten und Händler seien dabei, ihre Lieferketten neu zu organisieren. Ausserdem stünden europäische Länder bereit, um bei Bedarf mögliche Engpässe auszugleichen.

Die Ukraine hat in den vergangenen Wochen verstärkt Lagerhäuser tief im russischen Hinterland attackiert, insbesondere Anlagen des Internethändlers Wildberries. Daneben greift das ukrainische Militär auch russische Ölanlagen an. (dpa)

21:21 Uhr

Sonntag, 30. August

Dutzende Tote nach Angriff auf Munitionslager bei Kiew

Bei einem russischen Angriff auf ein ukrainisches Munitionsdepot nahe Kiew haben schwere Explosionen Dutzende Menschen in einem Wohngebiet in den Tod gerissen. Von 38 Toten und noch 4 Vermissten sprach Präsident Wolodimir Selenski. In dem Dorf Myla rund fünf Kilometer westlich von Kiew gingen die Arbeiten zur Beseitigung der Folgen des russischen Angriffs und die Suche nach weiteren Opfern demnach weiter. Es gebe 20 Verletzte, darunter zwei Kinder, teilte Selenski bei Telegram mit.

«Den Rettungskräften ist es gelungen, die meisten Brände zu löschen», sagte Selenski. Sprengstoffexperten seien im Einsatz, um die durch die Explosionen weggeschleuderte Munition aufzuspüren. Das kontaminierte Gelände sei gross. Russland hatte das Depot, wo auch Granaten und Minen gelagert waren, am Freitagabend angegriffen. Erst am Samstag wurde bekannt, dass das Munitionslager - entgegen den ukrainischen Vorschriften - in einem Wohngebiet lag. Bei den meisten Opfern handelte es sich um Bewohner eines Altenheims. (dpa)

21:15 Uhr

Sonntag, 30. August

Stubb: Wirtschaftlicher Druck in Russland beendet Ukraine-Krieg nicht

Finnlands Präsident Alexander Stubb rechnet nicht damit, dass Russland wegen seiner wirtschaftlichen Probleme den Krieg in der Ukraine beenden wird. «Man sollte niemals die Fähigkeit der Russen unterschätzen, wirtschaftlich schwierige Zeiten durchzustehen», sagte Stubb zu «Bild». «Um das zu verstehen, müssen wir nur einen Blick zurück in die Sowjetzeit werfen.»

Den Krieg beenden werde weder der Kurs des Rubels noch ein Ansturm auf Banken, die Inflation oder das Zinsniveau. Stubb sagte: «Der Druck ist da, aber man muss verstehen, dass ein Land, das sich im Krieg befindet, viel mehr aushalten kann als ein Land, das sich nicht im Krieg befindet.» Seit Wochen attackiert Kiew mit Langstreckendrohnen erfolgreich russische Ölanlagen und Logistikzentren grosser Onlineversandhändler. Die Attacken verursachten Milliardenschäden und rückten die Folgen des russischen Angriffskriegs für das Nachbarland der Ukraine wieder stärker in den Fokus. (dpa)

20:21 Uhr

Samstag, 29. August

Zahlreiche Verletzte in Kiew durch Drohnen

In der ukrainischen Hauptstadt Kiew sind im Tagesverlauf bei russischen Drohnenangriffen mindestens ein Mensch getötet und acht weitere verletzt worden. Bei dem Todesopfer handele es sich um ein zweijähriges Mädchen, teilte Bürgermeister Vitali Klitschko auf Telegram mit. In Kiew gelte weiterhin Luftalarm. Unterdessen dauerten die Rettungs- und Bergungsarbeiten in Myla westlich von Kiew nach dem verheerenden russischen Angriff auf ein Munitionslager in einem Wohngebiet an. Nach Angaben von Innenminister Iwan Wyhiwskyj galten vier Menschen als vermisst. Bei dem Angriff am Freitagabend waren nach aktuellem Stand 37 Menschen ums Leben gekommen, rund 40 Personen wurden verletzt. Das russische Militär bestätigte am Abend die Drohnenangriffe gegen Kiew. Nach Darstellung des Verteidigungsministeriums in Moskau sei in Kiew ein Montagebetrieb der Schiffbauindustrie getroffen worden. Zudem sei auch der Hafen von Mykolajiw attackiert worden, zitierte die Staatsagentur Tass aus einer Mitteilung der Behörde. (dpa)

16:18 Uhr

Samstag, 29. August

Gouverneur: Elf Verletzte bei ukrainischen Drohnenangriffen in Rostow

Bei ukrainischen Drohnenangriffen in der russischen Region Rostow sind nach Angaben von Gouverneur Juri Sljussar elf Menschen verletzt worden. Neun Verletzte seien in Krankenhäuser gebracht worden, darunter vier Kinder, schrieb Sljusar in sozialen Medien. Das russische Verteidigungsministerium teilte mit, die Streitkräfte hätten in der Nacht zum Samstag 313 ukrainische Drohnen zerstört. (dpa)

16:17 Uhr

Samstag, 29. August

Kiew: Russland weitet Einsatz strahlgetriebener Drohnen aus

Russland hat den Einsatz strahlgetriebener Drohnen nach Angaben eines hochrangigen ukrainischen Regierungsvertreters deutlich ausgeweitet. Ihre Zahl dürfte weiter steigen, weil Moskau ihre Wirksamkeit erkenne, sagte Pawlo Palissa, stellvertretender Leiter des ukrainischen Präsidialamts, vor Journalisten. «Angriffsmittel sind den Verteidigungsmitteln immer voraus. Wir werden uns auf jeden Fall anpassen müssen. Das wird Zeit brauchen.» Die derzeit verfügbaren ukrainischen Abfangdrohnen könnten strahlgetriebene Drohnen theoretisch abfangen, hätten bislang aber noch nicht die erwartete Wirksamkeit gezeigt, sagte Palissa. (dpa)

14:56 Uhr

Samstag, 29. August

Polens Regierungschef warnt vor Eskalation durch Russland

Polens Regierungschef Donald Tusk hat davor gewarnt, dass Russland den Krieg in der Ukraine ausweiten und die Nato provozieren könnte. «Wie ich bereits gewarnt habe, schreitet die Eskalation vonseiten Russlands voran», schrieb Tusk auf der Online-Plattform X nach einem Gespräch mit Nato-Generalsekretär Mark Rutte. Die nächsten sechs Monate würden entscheidend sein. «Wir dürfen Provokationen Russlands gegenüber einem der Nato-Mitglieder nicht ausschliessen.» Am Mittwoch hatte eine Visite von CIA-Chef John Ratcliffe nach Moskau weltweit Spekulationen ausgelöst. In US-Medien hiess es, dass Ratcliffe Russland vor einer Attacke auf einen der Nato-Staaten gewarnt haben soll. Angesprochen auf die Berichte, dementierte der Kreml und wies mit dem Finger auf den Westen. Polen ist einer der wichtigsten politischen und militärischen Unterstützer der von Russland angegriffenen Ukraine. Das Land fühlt sich auch selbst von Moskau bedroht und rüstet massiv auf. (dpa)

11:43 Uhr

Samstag, 29. August

Explodiertes Munitionslager: 27 Tote bei Kiew

Bei einem russischen Drohnenschlag auf ein Munitionslager sind unweit der ukrainischen Hauptstadt Kiew mindestens 27 Menschen getötet worden. «Es gibt erhebliche Schäden an der umliegenden Infrastruktur: Wohnhäuser sowie ein Senioren- und Behindertenheim wurden beschädigt», schrieb Präsident Wolodimir Selenski bei Telegram. Zudem seien Dutzende Menschen bei dem Angriff am Freitagabend, um kurz nach 20.00 Uhr Ortszeit (19.00 Uhr MESZ), verletzt worden.

Einer der Toten ist demnach der Vorsteher der Gemeinde Dmytriwka, Taras Didytsch, der sofort zum Unglücksort geeilt sei. Mehr als 300 Rettungskräfte seien im Einsatz. Im Umkreis um den Ort wurden Selenski zufolge fast 400 Menschen evakuiert.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft wurde bei dem Angriff ein Unternehmensgelände getroffen. Selenski nannte keine Details, schrieb aber: «Es gibt Vorschriften: Munition darf es nicht neben Häusern und anderen Wohngebäuden geben.» Er verwies auf eingeleitete Strafverfahren. (dpa)

09:43 Uhr

Samstag, 29. August

Mindestens ein Toter nach russischen Angriffen

Infolge nächtlicher russischer Angriffe ist im südukrainischen Gebiet Odessa mindestens ein Mensch getötet worden. Weitere drei seien verletzt, teilte der Gouverneur der Region, Oleh Kiper, bei Telegram mit. Fünf Getreidetransporter seien ausgebrannt und drei weitere beschädigt worden. Alle Brände konnten demnach gelöscht werden. (dpa)

08:55 Uhr

Samstag, 29. August

Russland meldet Verletzte nach Angriff

Im südrussischen Gebiet Rostow sind nach Angaben der dortigen Behörden mindestens sieben Menschen bei einer Welle ukrainischer Luftangriffe verletzt worden. Zwei Kinder seien ins Krankenhaus gebracht worden, eines mit sehr schweren Verletzungen, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Tass unter Berufung auf Gouverneur Jury Sljusar.

In der Hafenstadt Rostow am Don wurden demnach zwei Wohnblöcke durch herabstürzende Drohnentrümmer beschädigt. Ukrainischen Medienberichten zufolge soll auch das Warenlager eines Elektronikhändlers in Flammen aufgegangen sein. Die Angaben liessen sich nicht unabhängig überprüfen. (dpa)

16:36 Uhr

Freitag, 28. August

Russische Drohnen greifen Region Kiew zweiten Tag in Folge an

Russische Streitkräfte haben die ukrainische Hauptstadtregion Kiew den zweiten Tag in Folge mit Drohnen angegriffen. Dabei wurden ein Mensch getötet und zwei weitere verletzt. Nach Angaben von Tymur Tkatschenko, Leiter der Militärverwaltung der Region Kiew, wurden 14 Lagerhallen, 16 Privathäuser, drei Mehrfamilienhäuser und 16 Fahrzeuge beschädigt.

An einem der getroffenen Orte schlug dem ukrainischen Katastrophenschutz zufolge eine zweite Drohne ein, nachdem bereits Rettungskräfte eingetroffen waren. Die Angriffe dauerten bis in die Tagesstunden an. Wegen einer Verschlechterung der Luftqualität wurden Bewohner mancher Gebiete aufgefordert, die Fenster geschlossen zu halten und möglichst wenig Zeit im Freien zu verbringen.

Nach Einschätzung des ukrainischen Zentrums zur Bekämpfung von Desinformation setzt Russland teils kleine Gruppen schneller, düsengetriebener Drohnen in mehreren Wellen ein. Ziel sei es, die Luftabwehr und die Bevölkerung zu erschöpfen, sagte der Leiter der Behörde, Andrij Kowalenko.

Das russische Verteidigungsministerium teilte mit, bei den nächtlichen Angriffen sei ein Lager in der Region Kiew getroffen worden, in dem ukrainische «Flamingo»-Marschflugkörper und Treibstoff für Raketenantriebe gelagert worden seien. Von ukrainischer Seite gab es dafür zunächst keine Bestätigung. (dpa)

16:10 Uhr

Freitag, 28. August

IAEA meldet Drohnenattacken auf AKW Saporischschja

Das von Russland besetzte ukrainische Atomkraftwerk Saporischschja ist nach Angaben der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) zuletzt mehrfach von Drohnen angegriffen worden. Die Strahlenmesswerte in der frontnahen Anlage seien weiterhin im Normbereich, hiess es am Freitag.

Die IAEA sei informiert worden, dass am Dienstag zwei AKW-Mitarbeiter verletzt worden seien, als eine Drohne in der Nähe des Kühlwasserteichs angegriffen habe, hiess es. Am Mittwoch detonierte ein weiteres Flugobjekt im Bereich eines Trockenlagers für Reaktorbrennstoff. Am selben Tag wurde demnach eine Sprinkleranlage von einer dritten Drohne getroffen.

IAEA-Chef fordert maximale Zurückhaltung

IAEA-Chef Rafael Grossi bezeichnete Angriffe auf Kernkraftwerke als inakzeptabel. Auf der Plattform X rief er die Kriegsparteien erneut zu maximaler Zurückhaltung auf.

Das Kernkraftwerk Saporischschja ist mit sechs Reaktoren das grösste Atomkraftwerk Europas. Bereits kurz nach Ausbruch des Ukraine-Kriegs geriet es unter russische Kontrolle und wurde seitdem mehrfach beschossen. Die Reaktoren sind abgeschaltet, müssen aber weiterhin gekühlt werden. Die IAEA ist ständig mit einem Team vor Ort, um die Lage zu beobachten. (dpa)

12:41 Uhr

Freitag, 28. August

Kreml: Momentan keine Friedensgespräche mit der Ukraine

Die Ukraine und Russland führen aktuell nach Angaben des Kremls keine Friedensgespräche. «Dieses Thema befindet sich gerade in einer tiefen Pause», sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow, wie russische Nachrichtenagenturen berichteten. Es gebe keine neuen Ideen. Gleichzeitig kenne Kiew die russischen Forderungen «ausgezeichnet».

Tags zuvor hatte der Chef des ukrainischen Präsidentenbüros, Kyrylo Budanow, gegenüber Journalisten die Wiederaufnahme von Gesprächen mit Russland im September nicht ausgeschlossen.

Die Ukraine wehrt sich seit über viereinhalb Jahren gegen die russische Invasion. Die USA drängen Moskau und Kiew seit Längerem zu einem Friedensschluss. Für August erwartete Reisen der US-Unterhändler Steve Witkoff und Jared Kushner in die verfeindeten Staaten blieben aus. (dpa)

11:33 Uhr

Freitag, 28. August

Tote und Verletzte bei russisch-ukrainischen Drohnenattacken

Bei gegenseitigen Drohnenangriffen Russlands und der Ukraine sind mindestens zwei Menschen getötet und 29 verletzt worden. In der zentralrussischen Region Jaroslawl starb laut Gouverneur Michail Jewrajew ein Mensch, 27 weitere wurden verletzt. Die Ukraine bestätigte einen Angriff auf eine Ölraffinerie, auf deren Gelände ein Brand ausbrach.

Nach russischen Angaben wurden insgesamt 67 ukrainische Drohnen abgeschossen. Bei russischen Angriffen im Umland der ukrainischen Hauptstadt Kiew kam nach Behördenangaben im Landkreis Butscha ebenfalls ein Mensch ums Leben. Zwei weitere Zivilisten wurden verletzt. Zudem wurden Lagerhallen und mehr als ein Dutzend Wohnhäuser beschädigt. (dpa)

20:08 Uhr

Donnerstag, 27. August

Trump: Putin wird Nato-Gebiet nicht angreifen

US-Präsident Donald Trump hat sich überzeugt davon gezeigt, dass Russland keine Nato-Verbündeten attackieren wird. Auf eine Frage dazu, ob der russische Präsident Wladimir Putin zugestimmt oder sich verpflichtet habe, von einer solchen Offensive abzusehen, sagte er im Oval Office: «Ich hatte gute Gespräche mit ihm. Er wird kein Nato-Territorium angreifen.»

Das «Wall Street Journal» und das Magazin «Politico» hatten zuvor unter Berufung auf nicht namentlich genannte Quellen berichtet, dass CIA-Chef John Ratcliffe bei seinem Besuch am Dienstag in Moskau vor einem Angriff auf Nato-Verbündete gewarnt haben soll. Trump lehnte es nun ab, Medienberichte über den Zweck der Reise von Ratcliffe zu kommentieren. «Sie werden nicht angreifen», sagte er lediglich. (dpa)

15:08 Uhr

Donnerstag, 27. August

USA legen Alliierten Fragebogen zu Reformplänen für Nato vor

Die USA haben im Zuge der Überprüfung ihrer Truppenpräsenz in Europa einen Fragebogen an die Nato-Alliierten geschickt. Mit der Abfrage wolle man die Verbündeten «direkt und schriftlich» im Zusammenhang mit dem Konzept «Nato 3.0» konsultieren, erklärte US-Verteidigungsstaatssekretär Elbridge Colby am Rande eines Treffens mit Nato-Generalsekretär Mark Rutte in Brüssel.

Unter «Nato 3.0» versteht die US-Regierung ein Bündnismodell, bei dem die europäischen Verbündeten die Hauptverantwortung für die konventionelle Verteidigung Europas übernehmen und auch den überwiegenden Teil der dafür benötigten Streitkräfte stellen. Die USA wollen dem Bündnis zwar weiter ihren nuklearen Schutzschirm zur Verfügung stellen, sich bei konventionellen Fähigkeiten aber auf einen begrenzten und gezielteren Beitrag konzentrieren.

In europäischen Ländern geht die Sorge um, dass die USA vor allem Truppen aus Ländern abziehen, die die Politik von US-Präsident Donald Trump nicht ausreichend unterstützen.

Rutte wertete die Konsultationen und den Überprüfungsprozess allerdings positiv. «Es geht um ein stärkeres Europa und ein stärkeres Kanada in einer stärkeren Nato», sagte er bei einem kurzen öffentlichen Auftritt mit Colby. Allein 2025 hätten die Kanadier und Europäer 139 Milliarden Dollar zusätzlich für Verteidigung ausgegeben. Eine positive Entwicklung gebe es zudem auch bei den militärischen Fähigkeiten und bei der Übernahme von Führungspositionen. Colby lobte explizit die Investitionen von Ländern wie Deutschland, Polen und den Niederlanden. (dpa)

14:27 Uhr

Donnerstag, 27. August

Kreml weist westliche «Schauergeschichten» zurück

Berichte über mögliche russische Vorbereitungen für einen Angriff auf Nato-Verbündete sind im Kreml als «Schauergeschichten» zurückgewiesen worden. «Es versteht sich, dass diese nichts mit der Realität gemein haben», sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow Journalisten. Zwar würde Moskau es vorziehen, seine Ziele mit friedlichen Mitteln zu erreichen. Doch werde die «Spezialoperation» - wie der Krieg gegen die Ukraine vom Kreml offiziell bezeichnet wird - fortgesetzt, um Russlands Interessen durchzusetzen und Sicherheit zu erreichen.

Der Kremlsprecher warf zugleich dem Westen ein aggressives Verhalten vor. «Diese Aggression geht eben von den europäischen Staaten aus», hob Peskow hervor. Gegenteilige Behauptungen seien nichts anderes als «gewöhnliche Zeitungsenten».

Vor dem russischen Einmarsch in die benachbarte Ukraine hatten Moskauer Vertreter ebenfalls westliche Medienberichte über die Kriegsvorbereitungen als «Schauermärchen» abgetan. In seinem Abwehrkampf wird das angegriffene Land dabei massiv von westlichen Staaten unterstützt. (dpa)

13:43 Uhr

Donnerstag, 27. August

Ukraine: Russland greift Einkaufszentrum in Charkiw an

Bei einem russischen Drohnenangriff auf die ostukrainische Grossstadt Charkiw ist mindestens ein Mensch getötet worden. Vier Menschen seien verletzt worden, teilte der Gouverneur des gleichnamigen Gebiets, Oleh Synjehubow, bei Telegram mit. Ziel der Attacke sei ein Einkaufszentrum gewesen. In der Hauptstadt Kiew stürzten Drohnentrümmer herab und verletzten nach Behörden Angaben zwei Menschen. Sie mussten in ein Krankenhaus eingeliefert werden. (dpa)

12:00 Uhr

Donnerstag, 27. August

Verletzte nach neuen russischen Angriffen auf die Ukraine

Russland und die Ukraine haben ihre gegenseitigen Luftschläge auf Ziele im Hinterland des Gegners fortgesetzt. «Die Russen haben kritische Infrastruktur in den Gebieten Poltawa, Sumy und Cherson angegriffen», teilte der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski auf sozialen Netzwerken mit. Fünf Menschen seien unter anderem bei Angriffen in den Gebieten Saporischschja und Dnipropetrowsk verletzt worden. Schäden habe es auch nach Attacken im Gebiet der Hafenstadt Odessa gegeben. Nach Angaben örtlicher Behörden brannten östlich der Hauptstadt Kiew im Landkreis Boryspil Lagerhallen nach russischen Angriffen. Mindestens zwei Menschen seien verletzt worden. Abgestürzte Trümmerteile hätten auch in Kiew selbst Schäden an mehreren Gebäuden angerichtet.

Im Zentrum der Dreimillionenstadt wurde der Militärverwaltung zufolge eine Sportanlage im unmittelbaren Zentrum beschädigt. Bilder in sozialen Netzwerken zeigten eine Rauchwolke im Bereich des Walerij-Lobanowskyj-Stadions am Rande des Regierungsviertels. (dpa)

04:32 Uhr

Donnerstag, 27. August

Berichte: CIA-Chef warnte in Moskau vor Angriff auf Nato

CIA-Direktor John Ratcliffe hat Russland bei seinem Besuch in Moskau Medienberichten zufolge vor einem Angriff auf Nato-Verbündete gewarnt. Dabei sei es vor allem um die östlichen Nato-Partner im Baltikum gegangen, berichteten «Politico» und das «Wall Street Journal». Ratcliffe habe den Kreml zudem gedrängt, seine Unterstützung für den Iran zurückzufahren.

US-Präsident Donald Trump bestätigte Ratcliffes Moskau-Besuch, bestritt aber einen Zusammenhang mit einem möglichen russischen Vorgehen gegen die Nato oder dem Iran-Konflikt. Die Reise sei «eine Art Semi-Routine» gewesen. Die USA wollten ein Ende des Ukraine-Kriegs erreichen.

Der Kreml bestätigte Gespräche «zwischen den Geheimdiensten». Ein Treffen Ratcliffes mit Präsident Wladimir Putin habe es nicht gegeben. (dpa)

14:31 Uhr

Mittwoch, 26. August

Russland fahndet international nach deutschem Journalisten

Moskau hat nach russischen Agenturberichten einen Journalisten der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) international zur Fahndung ausgeschrieben. Ein Gericht in Moskau erliess gegen den Korrespondenten einen Haftbefehl, wie die staatliche Nachrichtenagentur Tass meldete. Ihm werde «Anstiftung zu Hass oder Feindseligkeit» vorgeworfen. Zuvor war der Reporter bereits in Russland auf die Fahndungsliste des Innenministeriums gesetzt worden.

Bei Interpol, dem internationalen Zusammenschluss von Polizeibehörden, war zunächst kein Eintrag zu dem Balkan-Korrespondenten der «FAZ» zu finden. Ein Eintrag kann zumindest zu längeren Kontrollen bei Grenzübertritten führen. Unklar ist, ob das bislang als russlandfreundlich geltende Serbien - eine Arbeitsregion des Journalisten - das Moskauer Fahndungsgesuch beachten würde.

Anlass für die Massnahme der russischen Behörden ist eine Frage, die der «FAZ»-Journalist dem ukrainischen Präsidenten Wolodimir Selenski vor gut zwei Wochen bei dessen Besuch in der serbischen Hauptstadt Belgrad gestellt hatte. Er hatte nach Angaben der russischen Staatsagentur Tass Selenski gefragt, was europäische Länder tun könnten, um «dazu beizutragen, dass mehr Russen getötet werden». Die Sprecherin des russischen Aussenministeriums, Maria Sacharowa, bezeichnete dies als Aufruf zur Tötung von Russen. Das sei «unzulässig» und «kriminell».

Die «FAZ» erklärte daraufhin, die Frage sei missverständlich formuliert gewesen. «Wir haben dies klargestellt und die Formulierung bedauert», hiess es in der Erklärung. Nach russischem Recht drohen dem «FAZ»-Journalisten bis zu sechs Jahre Haft. (dpa)

11:23 Uhr

Dienstag, 25. August

Ungarns neue Regierung stuft Russland als «Bedrohung» ein

Die seit Mai amtierende neue ungarische Regierung hält das gegen die Ukraine kriegführende Russland für eine «Bedrohung». Das geht aus einem Dokument für die Generalversammlung der Vereinten Nationen hervor, das Ministerpräsident Peter Magyar unterzeichnete und das in der Nacht zum Mittwoch im ungarischen Amtsblatt erschien.

Die darin zum Ausdruck gebrachte Verurteilung Russlands stellt einen Bruch zur aussenpolitischen Linie der Vorgängerregierung unter dem Rechtspopulisten Viktor Orban dar. Diese hatte einen eher Moskau-freundlichen Kurs verfolgt, EU-Sanktionen gegen Russland verwässert oder behindert und Hetzkampagnen gegen die Ukraine gefahren, die sich seit Februar 2022 gegen einen grossangelegten russischen Aggressionskrieg wehrt.

Bei dem neuen ungarischen Dokument handelt es sich um die Richtlinien für die ungarische Delegation bei der UN-Generalversammlung im September. Darin heisst es nun: «Ungarn verurteilt die russische militärische Aggression und unterstützt in vollem Umfang die Souveränität der Ukraine und ihre territoriale Integrität in den international anerkannten Grenzen.» Ungarn erkenne das Recht seines östlichen Nachbarlandes auf Selbstverteidigung an.

«Das Verhalten Russlands bedeutet eine Bedrohung für Ungarn, Europa und die globale Ordnung», führt das Dokument weiter aus. Budapest unterstütze alle Bemühungen, die zu Verhandlungen über einen «nachhaltigen Frieden und langfristige Sicherheitsgarantien» für die Ukraine führen würden.

Magyar hatte bereits nach dem Regierungswechsel eine Abkehr von Orbans Aussenpolitik angekündigt, die auch in der EU auf Kritik gestossen war. Unter anderem ermöglichte seine bürgerliche Regierung im Juni den Beginn von EU-Beitrittsverhandlungen mit Kiew, den Orban zwei Jahre lang mit seinem Veto blockiert hatte. In bilateralen Gesprächen mit der Ukraine legte die Magyar-Regierung die meisten strittigen Fragen im Verhältnis zum Nachbarland bei, darunter Rechte für die ungarische Minderheit in der ukrainischen Grenzregion Transkarpatien.

Anders als andere Nato-Länder lehnt Ungarn unter Magyar weiterhin eigene Waffenlieferungen an die Ukraine ab. Budapest spricht sich auch gegen eine beschleunigte Aufnahme des Landes in die EU aus. (dpa)

14:28 Uhr

Dienstag, 25. August

Putin erlaubt staatliche Kontrolle wichtiger Infrastruktur

Russlands Präsident Wladimir Putin hat der Regierung erlaubt, vorübergehend die Kontrolle über wichtige Infrastruktur zu übernehmen, wenn Betreiber Anlagen nicht ausreichend vor ukrainischen Drohnen schützen oder Schäden nicht beheben. Betroffen sein können etwa Energie-, Industrie-, Kommunikations- und Transportanlagen.

Der Kreml betont, dies sei keine Verstaatlichung, sondern eine zeitlich begrenzte staatliche Beteiligung an der Unternehmensführung. Hintergrund sind zunehmende ukrainische Drohnenangriffe auf Ziele tief in Russland, insbesondere auf Ölraffinerien. Diese haben bereits zu Schäden, Produktionsausfällen und Treibstoffengpässen geführt.

09:51 Uhr

Montag, 24. August

EU genehmigt milliardenschwere Rüstungshilfe für die Ukraine

Die EU hat zum Unabhängigkeitstag der Ukraine neue Rüstungshilfen im Wert von 6,1 Milliarden Euro genehmigt. Die Mittel seien für Flugabwehrsysteme, Raketen, Munition und Radaranlagen vorgesehen, teilte die EU-Kommission mit. Die Genehmigung erfolge vor dem Hintergrund einer Verschärfung der russischen Angriffe mit ballistischen Raketen und Drohnen. Allein im Juli seien 376 Raketenangriffe registriert worden.

Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen sagte: «Während Russland seine Angriffe verstärkt, weiten wir unsere Unterstützung aus, damit die Ukraine ihre Bevölkerung schützen und ihren Luftraum verteidigen kann.» Am Unabhängigkeitstag der Ukraine zeige Europa, dass seine Unterstützung unerschütterlich und konkret sei.

Teil des 90-Milliarden-Pakets

Die Finanzhilfen sind Teil eines neuen Unterstützungsdarlehens im Umfang von bis zu 90 Milliarden Euro. Es wird in mehreren Tranchen ausgezahlt und soll der Ukraine die Fortsetzung ihres Abwehrkampfes gegen die russischen Invasionstruppen ermöglichen und das Land vor einer Staatspleite bewahren. Laut Kommissionsangaben waren zuvor schon Beschaffungspläne im Umfang von rund 16 Milliarden Euro genehmigt worden. Davon wurden bereits 8,35 Milliarden Euro ausgezahlt. Der Grossteil der Beschaffungen soll bei Rüstungsunternehmen aus der EU erfolgen.

Mit dem Nationalfeiertag am 24. August erinnert die Ukraine an ihre Unabhängigkeitserklärung vom 24. August 1991. Er wird erneut von dem russischen Angriffskrieg überschattet, der vor viereinhalb Jahren am 24. Februar 2022 begann. (dpa)

06:24 Uhr

Montag, 24. August

Britischer Premier Burnham besucht Kiew

Seine erste Auslandsreise im Amt führt den neuen britischen Premierminister Andy Burnham heute in die Ukraine. Grossbritannien stehe unerschütterlich an der Seite des von Russland angegriffenen Landes – und das «so lange wie nötig», erklärte Burnham in einer Mitteilung seines Büros. «Russland sollte unsere Entschlossenheit nicht anzweifeln. Wir werden nicht aufgeben, bis es einen gerechten und dauerhaften Frieden gibt», heisst es darin. Die Sicherheit der Ukraine sei auch wichtig für die Sicherheit Grossbritanniens.

Die Regierung in London erlaubt dem französisch-britisch-italienischen Rüstungsunternehmen MBDA die Weitergabe geheim eingestufter Informationen, um Kiew die Fertigung von Marschflugkörpern vom Typ Scalp in der Ukraine zu ermöglichen, wie Burnhams Büro in der Nacht weiter erklärte. Die Freigabe der Informationen für die britischen Komponenten der Marschflugkörper ermögliche es der Ukraine und auch Frankreich, eine Produktion in der Ukraine zu etablieren.

Kiews Militär nutzt die von Grossbritannien und Frankreich bereitgestellten Marschflugkörper mit einer Reichweite von mehr als 250 Kilometern bereits. In Grossbritannien wird das Geschoss Storm Shadow genannt, in Frankreich Scalp. Die Marschflugkörper ermöglichen der Ukraine präzise Angriffe auch weit hinter der Frontlinie. (dpa)

19:01 Uhr

Sonntag, 23. August

Selenski unterschreibt Gesetz über Helden-Gedenkstätte

Vor dem Hintergrund eines Geschichtsstreits mit Polen hat der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski das Gesetz zur Einrichtung einer nationalen Helden-Gedenkstätte unterschrieben. Dies geht aus einer Bekanntmachung des ukrainischen Parlaments hervor, wie die Agentur Ukrinform berichtete.

Polen hatte das Vorhaben heftig kritisiert. Denn in dem sogenannten Pantheon sollen künftig auch Angehörige der Ukrainischen Aufstandsarmee (UPA) geehrt werden. Die nationalistischen Untergrundkämpfer waren für Massenmorde an Polen und Juden vor allem in Wolhynien in der heutigen Westukraine während der deutschen Besetzung im Zweiten Weltkrieg mit Zehntausenden Opfern verantwortlich. (dpa)

17:36 Uhr

Sonntag, 23. August

Ukraine feiert 35 Jahre Unabhängigkeit

Mit internationalen Gästen begeht die Ukraine am Montag unter dem Eindruck des russischen Angriffskriegs den 35. Jahrestag ihrer Unabhängigkeit. Erwartet wird in Kiew auch EU-Ratspräsident António Costa, der das in die Europäische Union strebende Land unterstützt. Schon am Sonntag begrüsste Präsident Wolodimir Selenski mehrere Staats- und Regierungschefs, die an Feierlichkeiten teilnehmen. Die Ukraine erlangte ihre Unabhängigkeit am 24. August 1991 von der Sowjetunion.

Am Unabhängigkeitstag wird es für die Ukraine auch darum gehen, wie die westlichen Verbündeten das Land weiter unterstützen in seinem Kampf gegen Moskaus Invasion. Die Gewalt in dem Krieg hatte zuletzt auf beiden Seiten deutlich zugenommen. (dpa)

14:29 Uhr

Sonntag, 23. August

Russische Drohne kracht in Passagierzug nach Odessa

Beim Einschlag einer russischen Drohne in einen Zug auf dem Weg nach Odessa sind fast 600 Passagiere mit dem Schrecken davongekommen. Die Lokomotive des Zugs mit der Nummer 147 von Schytomyr nach Odessa geriet laut Behörden bei einem Drohneneinschlag in Brand. Niemand sei verletzt worden. In dem Zug seien 593 Menschen gewesen, darunter 15 Kinder. Bei einem anderen Drohnenangriff im Osten der Ukraine in Charkiw wurden Behörden zufolge sieben Menschen verletzt. Die ukrainische Flugabwehr sprach von insgesamt 127 russischen Drohnenangriffen. Die meisten seien abgewehrt worden.

Die Ukraine führte erneut Gegenschläge mit Drohnen in Russland aus. In Belgorod nahe der Grenze zur Ukraine gab es laut Behörden dabei einen Toten und sechs Verletzte. Das russische Verteidigungsministerium nannte am Morgen eine nicht überprüfbare Zahl von 328 abgeschossenen ukrainischen Drohnen. In Orenburg nahe der Grenze zur zentralasiatischen Republik Kasachstan trafen laut Behörden Trümmer einer abgeschossenen Drohne ein Lager des russischen Onlineversandhändlers Ozon. Ein Brand sei schnell entdeckt und gelöscht worden, hiess es. 300 Menschen mussten nach Angaben des Unternehmens in Sicherheit gebracht werden. Niemand sei verletzt worden. (dpa)

14:27 Uhr

Sonntag, 23. August

Selenski kritisiert Wahlforderung von Ex-Verteidigungsminister

Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski hat die Aufrufe des entlassenen Verteidigungsministers Mychajlo Fedorow zu Neuwahlen und seine Beteiligung an Massenprotesten kritisiert. «Ich hatte und habe nach wie vor eine sehr positive Einstellung gegenüber Mychajlo. Wir haben gemeinsam viel durchgemacht», sagte Selenski bei einem zweistündigen Treffen mit Journalisten. «Aber ich glaube, dass er sich selbst in die falschen Dinge verstrickt oder dazu gedrängt wird.» Fedorow hatte sich mit Armeechef Olexander Syrskyj überworfen, den Selenski unter dem Druck der Demonstranten später ebenfalls entliess. Selenski äusserte sich in dem Gespräch am Samstag erstmals öffentlich zu den Details des Disputs mit dem populären Fedorow, dessen Entlassung zu Massenprotesten geführt hat. (dpa)

21:04 Uhr

Samstag, 22. August

«Büchse der Pandora» geöffnet – Putin droht Kiew mit Schlag

Kremlchef Wladimir Putin hat nach den massiven ukrainischen Angriffen auf Ölraffinerien und Logistikzentren in Russland Kiew mit einer harten Antwort Moskaus gedroht. Die Ukraine habe mit den gegen Russlands Wirtschaft gerichteten Attacken die «Büchse der Pandora» geöffnet - also ein Quell des Unheils -, sagte Putin in seinem ersten Interview mit dem Moskauer Staatsfernsehen seit Beginn der Angriffe vor einigen Wochen. Kiew habe nun selbst den «Geist aus der Flasche» gelassen.

«Die Gegenmassnahmen werden nicht lange auf sich warten lassen. Die bekommt ihr», sagt er an die Adresse Kiews. Ultranationalistische Kreise in Russland hatten Putin zuletzt aufgefordert, härter gegen die Ukraine vorzugehen. Nun sagte er: «Dabei werden die Handlungen der russischen Armee noch deutlich spürbarer und zerstörerischer ausfallen.» Die Ukraine habe diese Reaktion selbst provoziert, behauptete Putin.

Schon in den vergangenen Wochen hatte Russland immer häufiger ballistische Raketen gegen die Ukraine eingesetzt – in dem Wissen, dass das Land kaum noch Abfangraketen hat, um sich dagegen zu wehren. Diese Schläge, bei denen so viele Zivilisten getötet wurden wie seit langem nicht, bezeichnete Putin als passend und effektiv. Sie hätten den russischen Soldaten an der Front geholfen, ihre Aufgaben zu erfüllen, behauptete er. (dpa)

14:29 Uhr

Samstag, 22. August

Russland: Tote und Verletzte nach ukrainischen Angriffen

Bei ukrainischen Drohnenschlägen gegen Ziele im Süden Russlands sind mindestens drei Zivilisten getötet und mehrere Menschen verletzt worden. In Jeisk im Gebiet Krasnodar wurden bei einem Angriff auf zivile Infrastruktur und Wohnhäuser zwei Kinder getötet, wie Gouverneur Weniamin Kondratjew mitteilte. Zwei Erwachsene seien verletzt worden. Der ukrainische Generalstab teilte mit, dass dort ein Kraftstofflager Ziel der Angriffe gewesen sei.

Im Gebiet Samara meldeten die Behörden einen Toten nach einem Drohnenangriff. Dort waren eine Ölraffinerie und der zweitgrösste russische Online-Versandhändler Ozon Ziele der Angriffe Kiews. Es gab mehrere Verletzte. Das russische Verteidigungsministerium teilte mit, dass in der Nacht 457 ukrainische Drohnen abgewehrt worden seien. Von unabhängiger Seite ist das nicht überprüfbar. Zur Anzahl von Treffern machte das Ministerium keine Angaben.

Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski dankte seinen Streitkräften für die «hervorragende Arbeit» in Russland. Die neuen Treffer im Gebiet Samara «schränken weiterhin das militärisch-wirtschaftliche Potenzial Russlands ein und lassen den Krieg im Aggressorland spürbarer werden», sagte er. Russland nehme durch seinen Ölexport Millionen für die Kriegsmaschinerie ein. (dpa)

11:16 Uhr

Samstag, 22. August

Todeszahl steigt in Krywyj Rih – Ukraine schlägt zurück

Nach dem russischen Drohnenangriff auf ein Einkaufszentrum in der südostukrainischen Grossstadt Krywyj Rih ist die Zahl der Toten auf mindestens 16 gestiegen. Der ukrainische Zivilschutz sprach am Morgen von noch neun Vermissten, darunter zwei Kinder. Präsident Wolodimir Selenski teilte bei Telegram mit, dass die Such- und Rettungsarbeiten andauerten. Er hatte Russland einen Terroranschlag auf Zivilisten vorgeworfen. Im Krankenhaus wurden mehrere Schwerverletzte behandelt. Am Freitagabend war zunächst von 15 Toten und 130 Verletzten die Rede gewesen. Unter den Verletzten waren viele Kinder. Selenski verurteilte diesen und weitere Angriffe in anderen Teilen des Landes.

Nach Berichten ukrainischer Medien griff Kiew erneut im Gebiet Samara eine grosse Ölraffinerie an – und erstmals auch ein Lager des russischen Online-Versandhändlers Ozon. Das Unternehmen bestätigte einen Angriff auf sein Logistikzentrum im Gebiet Samara. Das Lager sei in Brand geraten, es seien 500 Mitarbeiter in Sicherheit gebracht worden; es gebe aber auch Verletzte, teilte Ozon am Morgen mit.

Auch die russische Hauptstadt Moskau meldete am Morgen neue ukrainische Drohnenangriffe. (dpa)

17:59 Uhr

Freitag, 20. August

Viele Opfer nach russischem Angriff auf Einkaufszentrum

Bei russischen Drohnenangriffen sind in der südostukrainischen Grossstadt Krywyj Rih mindestens fünf Menschen in einem belebten Einkaufszentrum getötet worden. Das berichtete der Militärgouverneur des Gebiets Dnipropetrowsk, Olexander Hanscha, auf der Nachrichtenplattform Telegram. Die Zahl der Verletzten habe sich inzwischen auf 91 erhöht, teilte Hanscha am frühen Abend mit. 21 Personen hätten schwerste Verletzungen erlitten, unter ihnen ein Kind.

Präsident Wolodimir Selenski sprach in einem Beitrag auf Facebook von einem «absolut zynischen und hinterhältigen Angriff auf ein gewöhnliches Einkaufszentrum». Nach seinen Angaben griffen die Drohnen in zwei Wellen an. «Eine halbe Stunde nach dem ersten Treffer und dem Ausbruch eines Brandes folgte ein erneuter Angriff auf die Rettungskräfte», berichtete er.

«Solche Angriffe sind schlichtweg Terrorakte», betonte er. Die Welt müsse entsprechend darauf reagieren – mit echtem Druck auf den Aggressor. «Damit Frieden herrschen kann, muss Russland tatsächlich zur Verantwortung gezogen werden.»

Die Heimatstadt von Selenski liegt rund 350 Kilometer südöstlich der Hauptstadt Kiew. Erst vor wenigen Tagen war Krywyj Rih vom russischen Militär mit Kampfdrohnen und ballistischen Raketen angegriffen worden. Dabei starben nach offiziellen Angaben zwei Zivilisten, knapp ein Dutzend Menschen wurde verletzt.

Russland führt seit knapp viereinhalb Jahren einen Angriffskrieg gegen die Ukraine. Seit einigen Monaten nimmt das russische Militär verstärkt zivile Ziele im Nachbarland ins Visier. (dpa)

22:35 Uhr

Donnerstag, 20. August

Krim: Zwei Tote bei ukrainischem Angriff

Bei einem ukrainischen Angriff sind auf der von Russland annektierten Schwarzmeer-Halbinsel Krim nach Angaben der Besatzungsbehörden zwei Menschen getötet worden. Weitere drei seien bei der Attacke im Umland der Stadt Simferopol verletzt worden, teilte der von Moskau eingesetzte Statthalter Sergej Aksjonow bei Telegram mit. Andernorts gebe es einen weiteren Verletzten. Details nannte Aksjonow nicht.

Die Ukraine verteidigt sich seit knapp viereinhalb Jahren mit westlicher Hilfe gegen den russischen Angriffskrieg. Russland hatte die Krim bereits 2014 annektiert und nutzt sie als Aufmarschgebiet und Nachschubbasis. Kiew greift daher immer wieder auch Ziele auf der Halbinsel an. (dpa)

21:10 Uhr

Donnerstag, 20. August

Selenski bittet um Raketen für Patriot-Systeme

Wolodimir Selenski hat nach massiven russischen Luftangriffen erneut auf den Mangel an Flugabwehrraketen hingewiesen. «Es sind Raketen für Patriots nötig, das können nur unsere Partner bereitstellen», sagte er. Die Ukraine sei bereit, die Waffen zu kaufen.

Russland hatte in der Nacht vor allem Kiew und das Umland angegriffen. Selenski sprach von 16 Toten und fast 50 Verletzten. Mehr als 200 Objekte seien beschädigt worden.

Moskau habe zahlreiche ballistische Raketen, Marschflugkörper und Drohnen eingesetzt. Besonders ballistische Raketen seien schwer abzufangen. Als wirksames Mittel gelten Patriot-Flugabwehrsysteme. Der Ukraine mangelt es jedoch an Raketen dafür. Selenski kündigte eine «weitreichende» Reaktion auf die russischen Angriffe an. (dpa)

20:29 Uhr

Donnerstag, 20. August

Russisches Flugzeug könnte Finnlands Luftraum verletzt haben

Ein russisches Flugzeug steht im Verdacht, über der Ostsee Finnlands Luftraum verletzt zu haben. Nach Angaben des finnischen Verteidigungsministeriums spielte sich der Vorfall am Donnerstagnachmittag über dem westlichen Teil des Finnischen Meerbusens ab. «Jeder Verdacht auf eine territoriale Verletzung wird ernst genommen», sagte Verteidigungsminister Antti Häkkänen laut einer Mitteilung. «Die Ermittlungen laufen.»

Die Grenzschutzbehörde untersuche den Vorfall. Angaben dazu, um was für ein Flugzeug es sich gehandelt haben könnte, gab es zunächst nicht.

Erst im Mai stand ein russischer Militärflieger im Verdacht, im Finnischen Meerbusen Finnlands Luftraum verletzt zu haben. Dieser soll vor der Halbinsel Porkkala zwischen Finnland und Estland einem Gewitter ausgewichen sein. Der Nato-Staat Finnland teilt eine mehr als 1300 Kilometer lange Grenze mit Russland. (dpa)

19:00 Uhr

Donnerstag, 20. August

Moskau setzt Angriffe am Tag fort – Todesopfer und Verletzte

Nach massiven Angriffen Russlands auf die ukrainische Hauptstadt Kiew in der Nacht ist bei einer neuen Attacke am Tag mindestens ein weiterer Mensch getötet worden.

Drohnentrümmer seien auf ein Geschäftszentrum gestürzt, schrieb Bürgermeister Vitali Klitschko bei Telegram. Ein Toter und zwei Verletzte seien gefunden worden, Rettungskräfte setzten die Suche in dem Gebäude fort. Klitschko sprach von einem gezielten Angriff auf die kritische Infrastruktur. In zwei Stadtteilen könne es zu Unterbrechungen der Warmwasserversorgung kommen.

Auch Kramatorsk in der Ostukraine wurde nach Behördenangaben tagsüber angegriffen. Dabei seien elf Menschen verletzt worden, teilte der Militärverwalter des Gebietes Donezk, Wadym Filaschkin, bei Telegram mit.

Erst in der vergangenen Nacht waren Klitschko zufolge allein in Kiew 15 Menschen durch massive russische Angriffe ums Leben gekommen.

Die Gewalt im russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine eskalierte zuletzt deutlich mit einer steigenden Zahl ziviler Opfer auf beiden Seiten. Die Kriegsparteien setzen immer schnellere, schlagkräftigere und weitreichendere Waffen ein. Die Ukraine verteidigt sich mit westlicher Hilfe seit knapp viereinhalb Jahren gegen den russischen Angriffskrieg. (dpa)

16:43 Uhr

Donnerstag, 20. August

Lettland: Abgeschossene Drohne stammte aus der Ukraine

Die am Freitag von Nato-Kampfjets über Lettland abgeschossene Drohne stammte nach Angaben des lettischen Militärs aus der Ukraine. Details zu Art und Modell wurden mit Rücksicht auf ukrainische Verteidigungsfähigkeiten nicht genannt.

Italienische Eurofighter hatten die Drohne im Nordosten Lettlands rund 20 Kilometer von der Stadt Balvi entfernt abgeschossen. Sie war nach Militärangaben aus Belarus und höchstwahrscheinlich infolge russischer elektronischer Kampfführung in den lettischen Luftraum geraten.

Seit Beginn des Ukraine-Krieges kam es in Lettland mehrfach zu Vorfällen mit fehlgeleiteten Drohnen. Bereits Anfang Juni hatten Nato-Kampfjets eine Drohne über dem Land abgeschossen. (dpa)

15:40 Uhr

Donnerstag, 20. August

Rumänisches Militär zerstört Seedrohne nahe Gasplattform

Das rumänische Militär hat eine mit Sprengstoff bestückte Seedrohne nahe der Gasförderplattform «Neptun Alpha» im Schwarzen Meer zerstört. Ein Handelsschiff hatte die Drohne rund 80 Seemeilen östlich von Constanta entdeckt.

Daraufhin starteten zwei F-16-Kampfjets. Eine Maschine nahm die Drohne mit ihrer Bordkanone ins Visier. Anschliessend zerstörte ein Kampfmittelteam der rumänischen Marine das Objekt.

Rumäniens Präsident Nicusor Dan machte Russland für die Drohne verantwortlich. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen sprach auf X von «hybrider Kriegsführung» und einer eskalierenden Drohkampagne, die Bürger verunsichern und die EU spalten solle.

«Neptun Alpha» gehört zum grössten Erdgasprojekt Rumäniens. Die Produktion soll 2027 beginnen und Rumänien zum grössten Gasproduzenten der EU machen. (dpa)

13:32 Uhr

Donnerstag, 20. August

Nachbarländer der Ukraine wegen russischen Beschusses alarmiert

Angesichts des heftigen Beschusses der ukrainischen Hauptstadt Kiew durch Russland sind Nachbarländer der angegriffenen Ukraine alarmiert. Die polnische Nachrichtenagentur Pap berichtete, polnische und andere Nato-Militärflugzeuge seien entsandt worden, um den polnischen Luftraum zu bewachen. Das rumänische Verteidigungsministerium teilte mit, eine nicht näher identifizierte Drohne sei in einem unbewohnten Gebiet nahe der Grenze zur Ukraine abgestürzt und habe Feuer gefangen.

In der Nacht zum Donnerstag seien zwei spanische Kampfjets, die sich ohnehin zu einem Einsatz in Rumänien befunden hätten, losgeschickt worden, um mehrere «Luftziele» im Grenzgebiet zu beobachten, teilte das rumänische Ministerium mit.

Das Verteidigungsministerium von Moldau teilte mit, mindestens eine nicht genehmigte Drohne sei in den Luftraum des Landes eingedrungen.

Der ukrainische Aussenminister Andrij Sybiha berichtete in den sozialen Medien, Russland teste «die Entschlossenheit der Nato und ihrer Partner, verstösst gegen die Souveränität von Nachbarländern und weitet absichtlich die durch seinen Krieg gegebenen Gefahren weit über die Ukraine hinaus aus». (dpa)

13:19 Uhr

Donnerstag, 20. August

Rumänischer Kampfjet schiesst mit Sprengstoff beladene Drohne ab

Ein rumänischer F-16-Kampfjet hat am Donnerstagmorgen im Schwarzen Meer eine mit Sprengstoff beladene Drohne abgeschossen. Nach Angaben von Verteidigungsminister Radu Miruta näherte sich die Drohne bis auf wenige hundert Meter der Gasplattform Neptun Deep, auf der sich zu diesem Zeitpunkt mehrere Hundert Menschen befanden.

Nachdem die Küstenwache das unbemannte Fahrzeug entdeckt hatte, stiegen zwei F-16 mit Schiesserlaubnis auf. Einer der Kampfjets zerstörte die Drohne kurz darauf.

Woher sie stammte, ist bislang unklar. Laut Miruta kam sie nicht aus der Ukraine. Rumäniens Präsident Nicusor Dan brachte hingegen Russland ins Spiel und verurteilte auf X eine «Intensivierung solcher unverantwortlicher Vorfälle seitens der Russischen Föderation». Rumänien werde gemeinsam mit seinen Nato-Verbündeten wachsam bleiben. (dab/watson)

12:29 Uhr

Donnerstag, 20. August

Tusk sieht Polens Ostgrenze sicherer denn je

Polen ist an seiner Ostgrenze nach den Worten von Regierungschef Donald Tusk «sicherer als je zuvor». In Krakau sagte der liberalkonservative Politiker, das Land bemühe sich zudem, seine Kapazitäten bei der Luftverteidigung zu erhöhen, meldete die polnische Nachrichtenagentur PAP.

Eine Schlüsselrolle spiele dabei das Programm «Östliches Schild», das durch den Ausbau von Befestigungen an der Grenze Polens zu Russland und Belarus die Sicherheit des Landes erhöhen soll, sagte Tusk. Dazu gehören Panzersperren und Betonhindernisse, aber auch Überwachungs- und Drohnenabwehrsysteme. Die Europäische Union beteiligt sich über ihr Verteidigungsprogramm «SAFE» an der Finanzierung des Projekts. Auch Pioniere der Bundeswehr unterstützen das NATO-Partnerland bei dem Programm.

«Der Aufbau des Östlichen Schildes wird nie abgeschlossen sein, denn ein sehr wichtiger Bestandteil ist die ständige Modernisierung der Luftverteidigung», sagte Tusk. «Wir stehen erst am Anfang dieses Weges.»

Im vergangenen Jahr waren mehrere Drohnen in den polnischen Luftraum eingedrungen. Die polnische Regierung hatte bereits nach der russischen Annexion der Krim auf eine deutliche Stärkung der NATO-Ostflanke gedrängt. (dpa)

08:07 Uhr

Donnerstag, 20. August

Klitschko spricht von 15 Toten in Kiew

Bei massiven russischen Angriffen auf die ukrainische Hauptstadt Kiew sind nach Angaben von Bürgermeister Vitali Klitschko mindestens 15 Menschen getötet worden. Klitschko nannte am Morgen und Vormittag nach den nächtlichen Attacken mehrfach eine höhere Zahl der Toten. Die Beseitigung der Folgen dauere an, sagte er. Der Zivilschutz sprach von 34 Verletzten. Im Gebiet Kiew meldeten die Behörden nach den Angriffen einen Toten und sieben Verletzte.

Russland setzte bei den Luftschlägen zuletzt verstärkt ballistische Raketen ein - in dem Wissen, dass die Ukraine täglich einen Mangel an Flugabwehrraketen beklagt. Das Verteidigungsministerium in Moskau bestätigte den Angriff. In Kiew seien Rüstungsbetriebe und Lager für Munition und Drohnen getroffen worden.

Nach Behördenangaben kam es zu mehreren Bränden und Stromausfällen. Auch Wohnhäuser, darunter ein Hochhaus, ein Kinderkrankenhaus und eine Schule seien getroffen worden, teilten die Behörden mit. Die Menschen suchten Schutz in der U-Bahn.

«Der morgige Tag, der 21. August, wird in Kiew zum Tag der Trauer erklärt. Zum Gedenken an die Opfer des massiven Angriffs des Feindes auf die Hauptstadt», teilte Bürgermeister Klitschko bei Telegram mit. An diesem Tag sollen die Flaggen an allen kommunalen Gebäuden der Stadt auf halbmast gesetzt werden. Ausserdem empfahl Klitschko, in der Hauptstadt mit den Flaggen an staatlichen und privaten Gebäuden ebenso zu verfahren.

07:30 Uhr

Donnerstag, 20. August

Mindestens sechs Tote bei russischem Raketenangriff in Kiew

Bei einem russischen Raketenangriff sind in der Nacht zum Donnerstag in Kiew mindestens sechs Menschen getötet worden. 33 weitere Menschen wurden verletzt, wie der ukrainische Katastrophenschutz mitteilte. Die ganze Nacht über waren Explosionen in der Hauptstadt zu hören. Der Luftalarm dauerte bis in die frühen Morgenstunden an. Die Angriffe trafen zwölf Orte in den Kiewer Stadtbezirken Darnyskyj, Swjatoschynskyj und Solomjanskyj. Dabei wurden Wohngebäude, eine medizinische Einrichtung und eine Bildungseinrichtung beschädigt. Rettungskräfte bargen Menschen, die unter Trümmern eingeschlossen waren.

Im Bezirk Solomjanskyj wurden die beiden obersten Stockwerke eines neunstöckigen Wohnhauses zerstört. In weiteren Stockwerken brachen Brände aus. Auch in zwei Wohngebäuden und einem Schutzraum einer Schule waren Menschen eingeschlossen.

Russland hat seine Angriffe mit ballistischen Raketen auf die ukrainische Hauptstadt zuletzt verstärkt. Damit soll die ukrainische Luftabwehr geschwächt werden. Kiew verfügt nur über wenige Systeme, die ballistische Raketen abfangen können. Zudem sind die Bestände an Raketen für die in den USA hergestellten Patriot-Luftabwehrsysteme seit längerem knapp.

US-Präsident Donald Trump hatte der Ukraine zunächst Lizenzen zur eigenen Produktion von Patriot-Systemen genehmigt, diese Entscheidung später jedoch zurückgenommen.

Die Ukraine hat ihrerseits ihre weitreichenden Angriffe auf Waffenlager, militärische Einrichtungen und andere strategische Ziele tief im russischen Staatsgebiet verstärkt. Damit soll Russlands Fähigkeit geschwächt werden, seine Angriffe auf ukrainische Städte fortzusetzen. (dpa)

16:02 Uhr

Mittwoch, 19. August

Neuer Korruptionsverdacht in Ukraine: Selenski feuert Vizestabschefin

Ein möglicher neuer Korruptionsskandal in seinem direkten Umfeld belastet den innenpolitisch unter Druck geratenen ukrainischen Präsidenten Wolodimir Selenski. In einem Dekret gab Selenski am Mittwoch die Entlassung seiner Vizestabschefin Iryna Mudra bekannt, deren Büro zuvor von Anti-Korruptionsermittlern durchsucht wurde, wie der Abgeordnete Olexij Hontscharenko bestätigte.

Die Vorwürfe richten sich gegen eine Gruppe, die im vergangenen Jahr 150 Millionen Hrywnja (fast 3 Millionen Euro) gewaschen haben soll, um die Kaution für eine angeklagte Person in einem anderen hochkarätigen Korruptionsfall rund um den staatlichen ukrainischen Atomkonzern Energoatom zu bezahlen, wie das Nationale Antikorruptionsbüro (NABU) mitteilte.

Im Visier der Ermittler stehe neben einer Person mit stellvertretender Leitungsposition im Präsidialamt, bei der es sich um Mudra handeln dürfte, auch ein ehemaliger Abgeordneter, der Vorstandsvorsitzende einer Staatsbank sowie der Vorsitzende des Aufsichtsrats dieser Bank. (dpa)

13:28 Uhr

Mittwoch, 19. August

Ukraine attackiert Ölraffinerie in Ufa

Die Ukraine hat erneut russische Ölanlagen im Hinterland attackiert. Eine Drohne habe eine Ölraffinerie in Ufa getroffen, teilte der Gouverneur der Region Baschkortostan, Radij Chabirow, am Mittwoch mit. Ufa liegt etwa 1300 Kilometer östlich der Grenze zur Ukraine. Die drei Ölraffinerien dort sind bereits mehrfach attackiert worden.

Das Verteidigungsministerium in Moskau teilte mit, die Flugabwehr habe in der Nacht 453 ukrainische Drohnen über russischen Regionen, der besetzten Krim und dem Schwarzen Meer abgefangen. Die eigenen Streitkräfte hätten Lager für Kraftstoff und Schmiermittel der ukrainischen Streitkräfte im Hafen von Tschornomorsk südlich von Odessa angegriffen. Am Dienstagabend hätten sie einen Massengutfrachter im Schwarzen Meer südöstlich von Odessa getroffen.

In der Ukraine berichtete der Leiter der Militärverwaltung von Cherson von russischen Drohnenangriffen. Eine Frau sei getötet worden, vier weitere Frauen hätten Verletzungen erlitten, erklärte Oleksandr Prokudin. (dpa)

12:12 Uhr

Mittwoch, 19. August

Nord-Stream-Anschläge: Verdächtiger in Kroatien festgenommen

Vier Jahre nach den Anschlägen auf die Nord-Stream-Pipelines ist ein weiterer Verdächtiger gefasst worden. Der Ukrainer Wolodimir Z. wurde auf Veranlassung der deutschen Bundesanwaltschaft in Kroatien festgenommen. Ihm wird unter anderem das gemeinschaftliche Herbeiführen einer Sprengstoffexplosion vorgeworfen.

Der ausgebildete Taucher soll an den Tauchgängen beteiligt gewesen sein, bei denen im September 2022 Sprengsätze an den Pipelines in der Ostsee angebracht wurden. Bereits 2025 war er in Polen festgenommen worden. Die polnische Justiz lehnte eine Auslieferung nach Deutschland jedoch ab.

Gegen den mutmasslichen Drahtzieher Serhij K., der 2025 an der kroatischen Adriaküste festgenommen wurde, hat die Bundesanwaltschaft inzwischen Anklage in Hamburg erhoben. Die Explosionen hatten die beiden Nord-Stream-Pipelines nahe der dänischen Insel Bornholm schwer beschädigt. (dpa)

19:26 Uhr

Dienstag, 18. August

Staatsbegräbnis für umstrittenen Nationalistenchef

Die Gebeine des 1938 ermordeten umstrittenen ukrainischen Nationalistenführers Jewhen Konowalez sind in die Ukraine überführt und mit einem Staatsbegräbnis beigesetzt worden. «Wir bringen einen herausragenden Sohn des ukrainischen Volkes nach Hause zurück», sagte Präsident Wolodimir Selenski bei der Zeremonie auf einem Militärfriedhof unweit der Hauptstadt Kiew. Mit Konowalez habe die Ukraine einen Teil ihrer selbst, ihrer Erinnerung und ihrer nationalen Geschichte zurückgeholt.

An der feierlichen Beisetzung mit militärischen Ehren nahmen auch Ministerpräsident Serhij Korezkyj, Parlamentspräsident Ruslan Stefantschuk, Armeechef Mychajlo Drapatyj und weitere ukrainische Politiker teil.

Vom österreichischen Soldaten zum Nationalistenführer

Konowalez wurde 1891 in Österreich-Ungarn in der heutigen Westukraine geboren. Als österreichischer Soldat kämpfte er im Ersten Weltkrieg und beteiligte sich nach seiner russischen Kriegsgefangenschaft am Aufbau des 1920 gescheiterten ersten ukrainischen Staats. Ab 1929 führte er die neu gegründete Organisation Ukrainischer Nationalisten (OUN), die sich am Faschismus in Italien und dem Nationalsozialismus in Deutschland orientierte. Die OUN war für terroristische Anschläge wie die Ermordung des polnischen Innenministers 1934 verantwortlich. Konowalez wurde 1938 von einem sowjetischen Agenten in Rotterdam getötet und dort zunächst begraben.

Vor der Umbettung von Konowalez wurde bereits sein Nachfolger bei der OUN, Andrij Melnyk, in die Ukraine überführt. Weitere im Ausland bestattete Ukrainer sollen folgen. Kiew plant dabei die Neubestattung der sterblichen Überreste von «Unabhängigkeitskämpfern» in einer «Pantheon» genannten Gedenkstätte. (dpa)

16:37 Uhr

Dienstag, 18. August

Drohne tötet Personal von AKW Saporischschja

Eine Drohne hat in der Ukraine mehr als ein Dutzend Mitarbeiter des von Russland besetzten Kernkraftwerks Saporischschja angegriffen. Wie die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) in Wien unter Berufung auf die von Moskau eingesetzte AKW-Leitung mitteilte, wurde eine Person getötet, 15 weitere Menschen wurden teils schwer verletzt. Sämtliche Opfer seien AKW-Angestellte und Mitarbeiter von Subunternehmen, hiess es.

Die Drohne explodierte demnach am Morgen bei einer Bushaltestelle, die von den AKW-Mitarbeitern auf dem Weg zur Arbeit genutzt wird. Zuvor hatten die russischen Besatzungsbehörden den Angriff gemeldet und Kiew dafür verantwortlich gemacht. In Moskau teilte das zentrale Ermittlungskomitee mit, dass Strafverfahren wegen der «Terroranschläge» im Gebiet Saporischschja und in der Hauptstadtregion eingeleitet worden seien. Von ukrainischer Seite gab es zunächst keine Reaktion.

IAEA-Chef fordert sofortige Einstellung der Angriffe

Der IAEA wurden auch weitere Angriffe im Industriegebiet um das frontnahe Atomkraftwerk gemeldet. IAEA-Chef Rafael Grossi rief dazu auf, Angriffe auf AKW und ihre Mitarbeiter sofort einzustellen. Solche Attacken stellten ein grosses Risiko für die nukleare Sicherheit dar, betonte er auf der Plattform X.

Ein Team der IAEA ist im permanent stillstehenden Kraftwerk stationiert, um die Lage zu überwachen und durch seine Präsenz das Risiko von direkten Angriffen zu verhindern, die zu einem Atomunfall führen könnten.

Das AKW Saporischschja und die Kraftwerksstadt Enerhodar sind seit März 2022 russisch besetzt. Aus Sicherheitsgründen wurden alle sechs Reaktoren heruntergefahren. (dpa)

13:59 Uhr

Dienstag, 18. August

London hält trotz Drohungen an Unterstützung Kiews fest

Die britische Regierung hat nach Drohungen aus Russland ihre anhaltende Unterstützung für die Ukraine bekräftigt. Grossbritannien sei entschlossen, die Ausrüstung bereitzustellen, die die Ukraine benötige, um sich gegen «Putins illegale Invasion» zu verteidigen, teilte das Verteidigungsministerium mit Blick auf den russischen Angriffskrieg und Kremlchef Wladimir Putin am Dienstag mit. Zuvor hatte die russische Botschaft in London mit «unausweichlichen» Konsequenzen für den angeblichen Einsatz von Drohnen aus britischer Fertigung bei ukrainischen Angriffen in Russland gedroht. (dpa)

12:45 Uhr

Dienstag, 18. August

Selenski kündigt Reaktion auf russischen Angriff mit zehn Toten an

Nach einem russischen Raketenangriff mit zehn Toten in der Region Charkiw hat der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski eine Reaktion angekündigt. Selenski sprach auf der Plattform X von einer brutalen Attacke. Sein Mitgefühl gelte den Angehörigen der Opfer. Bei dem Angriff auf das Dorf Petschenihy seien nach bisherigen Erkenntnissen zehn Zivilisten getötet und 17 weitere verletzt worden, sagte der Chef der Militärverwaltung in Charkiw, Oleh Synjehubow, am Dienstag. Es seien zehn Häuser, ein Postamt, ein Geschäft und mindestens sieben Fahrzeuge beschädigt worden. (dpa)

12:44 Uhr

Dienstag, 18. August

Russland meldet fast 800 abgefangene Drohnen

Die Ukraine hat in der Nacht zum Dienstag nach Behördenangaben Hunderte Drohnen gegen Ziele in Russland eingesetzt. Laut dem russischen Verteidigungsministerium wurden 791 ukrainische Drohnen über mehreren russischen Regionen sowie über der völkerrechtswidrig annektierten ukrainischen Halbinsel Krim, dem Schwarzen Meer und dem Asowschen Meer abgefangen. Nach einer Zählung der Nachrichtenagentur AP handelte es sich um den zweitgrössten Drohnenangriff der Ukraine im Abwehrkampf gegen Russland seit Januar 2025. (dpa)

12:43 Uhr

Dienstag, 18. August

Britische Drohnen gegen Russland? Moskau droht mit Folgen

Nach einem Medienbericht über den Einsatz britischer Drohnen durch die Ukraine für Angriffe in Russland droht Moskau Grossbritannien mit Konsequenzen. Der Bericht bestätige, dass London bewusst auf eine Eskalation des Ukraine-Kriegs setze, während es «heuchlerisch einen Wunsch nach Frieden» bekunde, teilte die russische Botschaft in dem Nato-Land mit. «Londons Vorgehen wird zwangsläufig Konsequenzen haben, für die das Land zur Rechenschaft gezogen werden muss», hiess es weiter in der russischen Stellungnahme. «Je tiefer seine Verstrickung in den Konflikt» sei, desto höher werde der Preis sein, den es dafür zahlen müsse. Als Reaktion sagte ein Sprecher des britischen Verteidigungsministeriums der BBC, Grossbritannien stehe «Schulter an Schulter» mit der Ukraine. (dpa)

10:59 Uhr

Dienstag, 18. August

Haftstrafe gegen mutmasslichen Agenten Russlands in Deutschland

Ein junger Ukrainer ist wegen Agententätigkeit in Deutschland zu einer Haftstrafe verurteilt worden - er soll laut Anklage im Auftrag Russlands Brandanschläge vorbereitet haben. Das Oberlandesgericht Stuttgart verhängte eine Freiheitsstrafe von einem Jahr und drei Monaten wegen Agententätigkeit. Zum Auftraggeber und den konkreten Tatvorwürfen äusserte es sich beim Urteilsspruch und zu Beginn der derzeit laufenden Begründung bislang nicht. Zwei weitere ukrainische Angeklagte sprach das Gericht frei. Die Männer waren in den deutschen Städten Konstanz und Köln und im Schweizer Kanton Thurgau festgenommen worden. Ermittlungen der Bundesanwaltschaft - Deutschlands oberster Anklagebehörde - zufolge sollen sie Teil eines Sabotageplans gewesen sein, der auf Transportwege eines Paketdienstleisters abzielte.

Die Männer waren angeklagt, im März 2025 über einen ukrainischen Postdienst zwei Pakete mit GPS-Trackern in Richtung Ukraine verschickt zu haben. Den Auftrag hierzu soll laut Generalbundesanwalt ein russischer Nachrichtendienst erteilt haben - über Mittelsmänner aus der ukrainischen Stadt Mariupol. Damit hätten Routen und Transportabläufe bei dem Paketdienstleister ausgeforscht werden sollen. (dpa)

10:24 Uhr

Dienstag, 18. August

Gebiet Charkiw: Zehn Tote nach russischem Raketenangriff

Bei einem russischen Raketenangriff sind nach ukrainischen Behördenangaben im östlichen Gebiet Charkiw mindestens zehn Menschen getötet worden. Bei dem Luftschlag in Petschenihy rund 55 Kilometer östlich von Charkiw seien auch acht Menschen verletzt worden, teilte der Gebietsgouverneur Oleh Synjehubow bei Telegram mit. Es sei zivile Infrastruktur beschädigt worden, darunter zehn Privathäuser, ein Café und Geschäfte. (dpa)

06:41 Uhr

Dienstag, 18. August

Bürgermeister: Moskau mit Hunderten Drohnen attackiert

Die russische Millionenmetropole Moskau und die umliegende Hauptstadtregion sind in der Nacht zum Ziel einer Angriffswelle mit ukrainischen Drohnen geworden. Laut der staatlichen Nachrichtenagentur Tass handelte es sich um die heftigste derartige Attacke seit zwei Jahren. Moskaus Bürgermeister Sergej Sobjanin teilte demnach mit, von Montagabend bis Dienstagmorgen seien 620 Drohnen in Richtung der Hauptstadtregion geflogen. Die meisten habe die Luftabwehr schon im Anflug abgewehrt, weitere 180 Drohnen seien dann im Raum Moskau vom Himmel geholt worden. Über mögliche Opfer oder Schäden wurde zunächst nichts bekannt. (dpa)

15:34 Uhr

Montag, 17. August

Viele Jahre Straflager für Kriegsgegner Schlosberg

Ein russisches Gericht hat den prominenten russischen Kriegsgegner und Oppositionellen Lew Schlosberg in einem umstrittenen Verfahren zu elf Jahren und einem Monat Haft im Straflager verurteilt. Richterin Viktoria Maljamowa befand den Vizechef der liberalen Oppositionspartei Jabloko unter anderem der Verunglimpfung der russischen Streitkräfte für schuldig.

Maljamowa blieb damit leicht hinter dem Strafantrag der Staatsanwaltschaft, die am Freitag auf zwölf Jahre und einen Monat plädiert hatte. Der 63 Jahre alte Politiker wird das Urteil anfechten, wie Schlosbergs liberale Partei Jabloko mitteilte. (dpa)

08:24 Uhr

Montag, 17. August

Sechs Tote bei Angriff in Belgorod

Bei ukrainischen Raketenangriffen auf die russische Grenzregion Belgorod sind nach Behördenangaben mindestens sechs Menschen getötet worden. Bei dem Angriff in dem Ort Koloskowo habe es auch vier Verletzte gegeben, teilte der geschäftsführende Gouverneur Alexander Schuwajew bei Telegram mit. Die Angaben waren von unabhängiger Seite zunächst nicht überprüfbar.

Die Region mit ihrer Grenze zur Ukraine ist seit Jahren immer wieder das Ziel von Gegenangriffen Kiews zur Verteidigung gegen die russische Invasion. Dabei setzt Kiew inzwischen zunehmend schnellere und weitreichende Waffen ein. (dpa)

16:18 Uhr

Sonntag, 16. August

Ukraine startet grossen Luftangriff auf Russland – sechs Tote gemeldet

Bei einem der bislang grössten Luftangriffe der Ukraine im Abwehrkampf gegen Russland sind russischen Angaben zufolge mindestens sechs Menschen ums Leben gekommen. Das russische Verteidigungsministerium teilte mit, es habe 822 ukrainische Drohnen in der Nacht zum Sonntag zerstört. Rund 600 Drohnen seien erkannt worden, als sie auf dem Weg in die Hauptstadt Moskau gewesen seien, teilte der örtliche Bürgermeister Sergej Sobjanin mit. Ein Drittel davon sei über der Region Moskau gestoppt worden.

Der Gouverneur Andrej Worobjow teilte mit, ein 83-Jähriger sei beim Einschlag einer ukrainischen Drohne in ein Privathaus in der Region Moskau getötet worden. Bei einem ukrainischen Angriff sei auch ein Feuer in einer Lagerhalle des russischen Online-Konzerns Wildberries in der Stadt Podolsk ausgelöst worden. Russische Medien zeigten Bilder, auf denen schwarzer Rauch in Podolsk zu sehen war.

Der örtliche Gouverneur Juri Sljussar berichtete, bei einem Drohnenangriff seien drei Städte in der südwestrussischen Region Rostow ins Visier genommen worden. Dabei seien fünf Menschen ums Leben gekommen. Mehrere Häuser und ein Bahnhof seien beschädigt worden. Zudem sei ein Waldbrand ausgelöst worden. (dpa)

11:03 Uhr

Sonntag, 16. August

Selenski meldet Tote und Verletzte nach russischen Attacke

Bei neuen russischen Luftangriffen in der Ukraine sind nach Angaben von Präsident Wolodimir Selenski mindestens 3 Menschen getötet und mehr als 20 weitere verletzt worden. Allein in der südlichen Industriestadt Krywyj Rih gab es nach einer Attacke mit ballistischen Raketen 2 Tote und 14 Verletzte, wie Selenski, der von dort stammt, bei Telegram mitteilte. Ein Mensch sei auch in Sumy im Nordosten des Landes getötet worden. In der Hauptstadt Kiew und Umgebung seien sechs Menschen verletzt worden bei den russischen Angriffen. (dpa)

08:36 Uhr

Sonntag, 16. August

Spanischer Kampfjet schiesst Drohne über Rumänien ab

Ein spanischer Kampfjet hat im Rahmen der Nato-Luftraumüberwachung eine Drohne über Rumänien abgeschossen. Die Drohne wurde um 04:44 Uhr aus dem moldauischen Luftraum kommend über Rumänien bemerkt, um 05:01 Uhr folgte der Abschuss durch das Kampfflugzeug vom Typ F-18, wie das Verteidigungsministerium über die Plattform X mitteilte. Die Trümmer seien vermutlich im Bezirk Galati über unbewohntem Gelände abgestürzt.

Der EU- und Nato-Staat Rumänien grenzt an die Ukraine und an Moldau. Russland greift die Ukraine immer wieder mit zahlreichen Drohnen an. In Rumänien wurden im Grenzgebiet bereits mehrfach russische Drohnentrümmer geborgen. Ende Mai hatte eine russische Drohne in der grenznahen Stadt Galati auch ein Hochhaus getroffen. (dpa)

06:45 Uhr

Sonntag, 16. August

Bürgermeister: Ukraine greift Moskau mit 600 Drohnen an

Die Ukraine hat die Region Moskau nach russischen Angaben in der Nacht mit rund 600 Drohnen angegriffen. 201 davon seien über der Region Moskau abgefangen worden. Drei Menschen wurden laut Bürgermeister Sergej Sobjanin verletzt. Berichten zufolge wurden auch Industrieanlagen und ein Lager des Online-Händlers Wildberries getroffen.

Der Angriff zählt offenbar zu den bislang grössten ukrainischen Drohnenangriffen auf Russland. Gleichzeitig griff Russland die Ukraine erneut mit Raketen, Gleitbomben und Drohnen an, unter anderem Kiew, Krementschuk und Krywyj Rih. (dpa)

10:41 Uhr

Samstag, 15. August

Ukraine: Baby bei russischem Angriff getötet

Durch einen russischen Drohnenangriff ist in der südostukrainischen Region Dnipropetrowsk ein Baby getötet worden. Der drei Monate alte Junge kam nach Angaben von Militärgouverneur Olexander Hanscha in der frontnahen Stadt Marhanez bei einem Einschlag in ein Wohnhaus ums Leben. Elf weitere Menschen wurden demnach verletzt, darunter ein fünfjähriger Junge und ein zwölfjähriges Mädchen. Mehrstöckige Wohnhäuser, ein Ladengeschäft und ein Kino seien beschädigt worden.

Russland habe bei mehreren Angriffen auf die Region Drohnen, Artillerie und Gleitbomben eingesetzt. Drei Menschen wurden Militärgouverneur Iwan Fedorow zufolge im Kreis Saporischschja bei Drohnenangriffen auf Autos verletzt.

Im russischen Wolgagebiet Samara attackierte die Ukraine nach Angaben von Gouverneur Wjatscheslaw Fedorischtschew einen Industriebetrieb. Er sprach von einem Raketenangriff. In sozialen Medien kursierten unüberprüfbare Fotos und Videos, die eine hohe Rauchsäule zeigen. Im Moskauer Umland wurden laut Gouverneur Andrej Worobjow eine Frau und ein neun Jahre altes Kind durch einen ukrainischen Drohnenangriff verletzt. Das Verteidigungsministerium in Moskau teilte mit, 598 ukrainische Drohnen über russischem Gebiet und der annektierten Schwarzmeer-Halbinsel Krim abgewehrt zuhaben. (dpa)

17:27 Uhr

Freitag, 14. August

Lawrow kündigt Ausweitung russischer Luftangriffe in der Ukraine an

Der russische Aussenminister Sergej Lawrow hat eine Ausweitung der russischen Luftangriffe auf die Ukraine angekündigt. «Wir werden viel härtere Methoden einsetzen, um alles zu zerstören, was die Kriegsmaschinerie Kiews aus dem Westen speist», sagte er in einem Interview, das das russische Staatsfernsehen am Freitag ausstrahlte. (dpa)

10:01 Uhr

Freitag, 14. August

Mutter und Sohn bei russischen Angriffen in der Ukraine getötet

Durch russische Drohnenangriffe sind in der ukrainischen Grenzregion Sumy zwei Menschen getötet worden. Ein Privathaus sei von zwei Drohnen in Brand gesetzt und zerstört worden, schrieb der Chef der Militärverwaltung von Sumy, Oleh Hryhorow, auf der Nachrichtenplattform Telegram. Eine 29-jährige Frau und ihr neun Jahre alter Sohn seien dabei ums Leben gekommen.

Vier weitere Menschen wurden demnach verletzt. Darunter seien der Vater und die Grossmutter des Jungen, die mit schweren Verbrennungen ins Krankenhaus gebracht worden seien.

In der Stadt Smila in der Zentralukraine wurden nach Angaben der Staatsanwaltschaft der Region Tscherkassy fünf Menschen bei einem russischen Drohnenangriff verletzt. Die Behörde sprach von einer massiven Attacke auf zivile Infrastruktur.

Ukrainische Gegenangriffe zielen auf Hafen und Versandhändler

Die ukrainischen Streitkräfte setzten ihre Gegenangriffe auf Russland unterdessen fort. Über der Region Leningrad seien 51 Drohnen abgewehrt worden, teilte Gouverneur Alexander Drosdenko mit. In der Folge sei ein Feuer im Hafen Ust-Luga ausgebrochen. Die Schäden durch den Drohnenangriff wurden seinen Angaben zufolge allerdings schnell beseitigt. Der Ostseehafen Ust-Luga ist wichtig etwa für den Export von Flüssiggas, Düngemittel und Kohle. Er war schon mehrfach Ziel ukrainischer Angriffe.

Auch in der nordwestlich von Moskau gelegenen Region Twer berichteten Behörden von Schäden. Herabstürzende Drohnentrümmer beschädigten demnach die Wand eines Lagerhauses des Versandhändlers Wildberries. Verletzt wurde demnach niemand.

Russland überzieht die Ukraine seit fast viereinhalb Jahren mit einem zerstörerischen Angriffskrieg. In seinem Abwehrkampf setzt Kiew vor allem auf Drohnenangriffe auf das russische Hinterland. (dpa)

06:44 Uhr

Freitag, 14. August

Luftalarm in Lettland: Kampfjets schiessen Drohne ab

Eine Drohne ist in den lettischen Luftraum eingedrungen und von Kampfjets eines Nato-Partnerstaats abgeschossen worden. Der Luftalarm sei damit aufgehoben, teilte das lettische Militär in der Nacht auf der Plattform X mit. Zuvor hatten die Streitkräfte die Menschen in dem Baltenstaat aufgerufen, sich nicht im Freien aufzuhalten und sich in Sicherheit zu bringen.

Das Militär machte zunächst keine genauen Angaben zur Herkunft des unbemannten Fluggeräts über der Region Balvi. Die Armee sprach aber von einer ausländischen Drohne, die infolge von Russlands elektronischer Kampfführung in den lettischen Luftraum geraten sei. Damit lag nahe, dass es sich um eine abgewehrte ukrainische Drohne gehandelt haben könnte.

Der EU- und Nato-Staat Lettland mit seinen knapp 1,9 Millionen Einwohnern grenzt im Osten an Russland.

Im Ukraine-Krieg setzen sowohl der Angreifer Russland als auch die sich verteidigende Ukraine Drohnen ein. Es blieb zunächst unklar, welche Kampfjets am Abschuss der Drohne beteiligt waren. Grössere Nato-Staaten übernehmen im Baltikum abwechselnd die Luftraumüberwachung der Mitgliedsstaaten Estland, Litauen und Lettland. (dpa)

16:00 Uhr

Donnerstag, 13. August

Russe vor geplantem Anschlag in Polen geschnappt

In Polen ist nach Angaben der Regierung ein Anschlag auf einen US-ukrainischen Doppelstaatsbürger vereitelt worden. Ein Russe, der von einem Geheimdienst seines Landes angeworben worden sein soll, sei noch vor Ausführung der Tat festgenommen worden, teilte Ministerpräsident Donald Tusk am Donnerstag mit.

Nach Angaben eines Regierungssprechers wurde der Russe am 7. August gefasst. Die Person, die Ziel des Anschlags sein sollte, sei der russischen Regierung ein Dorn im Auge gewesen, sagte Tusk. (dpa)

14:31 Uhr

Donnerstag, 13. August

UN: Juli war tödlichster Monat für Zivilisten in Ukraine seit Jahren

Im russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine sind nach Angaben von Beobachtern der Vereinten Nationen im Juli so viele Zivilisten ums Leben gekommen wie seit Jahren nicht mehr in einem Monat. Es seien mindestens 437 Menschen in der Ukraine getötet und 2610 weitere Zivilisten verletzt worden, gab die UN-Menschenrechtsbeobachtermission bekannt. Das sei im Vergleich zum Juni ein Anstieg um 30 Prozent, im Vergleich zum Vorjahresmonat Juli sogar eine Erhöhung um 70 Prozent. «Die Zahl der Getöteten ist die höchste, die seit Mai 2022 erfasst wurde», teilte die Mission mit.

Die tatsächliche Zahl der Opfer sei wahrscheinlich höher, hiess es. Die Überprüfung von Todesmeldungen dauere an. In diesem Jahr habe sich die Zahl der Opfer von Monat zu Monat erhöht. Dabei habe es die ukrainische Hauptstadt Kiew im Juli besonders hart getroffen. Demnach wurden dort 54 Menschen getötet und mehr als 200 weitere verletzt.

Grund sei die Eskalation der Gewalt durch die massiven russischen Angriffe mit ballistischen Raketen und Marschflugkörpern, hiess es. Aber auch Drohnenschläge und Gleitbomben seien weiter eine grosse Gefahr für die Menschen. Die Ukraine beklagt seit Monaten, sich vor den intensivierten russischen Angriffen mit ballistischen Raketen nicht ausreichend schützen zu können, weil es an Raketen für das effektive Abwehrsystem vom Typ Patriot fehle.

Auch auf russischer Seite habe die Zahl der getöteten Zivilisten im Juli zugenommen, teilten die UN-Beobachter mit. Russische Behörden hätten demnach 79 Tote und mehr als 600 Verletzte gemeldet. Nach Angaben der Mission sind die Zahlen schwer überprüfbar, weil der Zugang zu Informationen in Russland eingeschränkt sei.

Seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine am 24. Februar 2022 haben die Vereinten Nationen nach eigenen Angaben mindestens 16'874 getötete Zivilisten erfasst, darunter 820 Kinder. Die Zahl der Verletzten liege insgesamt bei 51'273, darunter mehr als 3000 Kinder, hiess es. (dpa)

13:53 Uhr

Donnerstag, 13. August

Kiew erhält 261 Soldatenleichen zurück – Moskau 24

Die Ukraine hat nach eigenen Angaben erneut Soldatenleichen von Russland erhalten. Die sterblichen Überreste von 261 Gefallenen, bei denen es sich laut der russischen Seite um ukrainische Soldaten handeln könnte, seien Kiew übergeben worden, teilte der Stab für Kriegsgefangenenbelange mit. Russland erhielt nach Angaben aus Moskau im Gegenzug von der Ukraine 24 Leichen zurück.

In Kiew gab der Stab bekannt, dass Ermittler und Gerichtsmediziner nun die Toten identifizieren würden. Vermittelt habe den Austausch das Internationale Komitee vom Roten Kreuz, hiess es. Zuletzt hatte es im Juli eine Übergabe von Leichen gegeben. Neben Gefangenenaustauschen und Familienzusammenführungen gehören diese Rückführungen zu den verbliebenen humanitären Kontakten zwischen den Kriegsparteien.

In dem seit fast viereinhalb Jahren andauernden russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine sind bisher nach Schätzungen unabhängiger Experten Hunderttausende Soldaten gefallen. Vor allem Russland nennt seit Jahren keine Zahlen mehr zu den getöteten Soldaten in den eigenen Reihen. Für die Ukraine hatte Präsident Wolodimir Selenski im Februar von 55'000 gefallenen Verteidigern gesprochen. Experten gehen davon aus, dass es deutlich mehr sind. (dpa)

10:51 Uhr

Donnerstag, 13. August

Kiews Drohnen treffen Ölraffinerie und Logistikzentrum in Russland

Die ukrainischen Streitkräfte haben bei neuen Drohnenangriffen tief im russischen Hinterland eine weitere Ölraffinerie und ein Lager des grössten russischen Versandhändlers Wildberries in Brand gesetzt. Zwei Menschen seien in der Stadt Salawat verletzt und ins Krankenhaus gebracht worden, teilte der Chef der Republik Baschkortostan, Radij Chabirow, mit. Medien berichteten zudem von einem Drohnenangriff und einem Brand in einer Ölraffinerie des Energieriesen Gazprom.

Die russische Flugabwehr habe 16 von insgesamt 21 Drohnen abgeschossen, sagte Chabirow. Ziel des Angriffs sei ein Logistikzentrum gewesen. Die Firma Wildberries, deren Lager die Ukraine seit Wochen attackiert, bestätigte den Angriff und den Brand. Das Gebäude sei evakuiert worden. Das zentrale Ermittlungskomitee warf der Ukraine einen weiteren «Terroranschlag» gegen zivile Infrastruktur vor.

Die Ukraine selbst behauptet, dass Wildberries russischen Kriegszwecken diene. Das Unternehmen und der Kreml weisen das kategorisch zurück und sprechen von ziviler Infrastruktur. Kommentatoren sehen in den Angriffen den Versuch Kiews, die Lage in Russland durch zunehmende wirtschaftliche Probleme zu destabilisieren. (dpa)

10:32 Uhr

Donnerstag, 13. August

Ukraine: Zwei Tote bei russischem Angriff auf Passagierzug

Bei einem russischen Angriff auf einen Passagierzug in der Region Odessa im Süden der Ukraine sind nach offiziellen Angaben der Lokführer und sein Assistent getötet worden. Die 340 Passagiere würden evakuiert, teilte die ukrainische Eisenbahn mit. Es habe sich um einen Drohnenangriff gehandelt. (dpa)

06:35 Uhr

Donnerstag, 13. August

Stromausfall auf der Krim nach ukrainischem Drohnenangriff

Die Hafenstadt Sewastopol auf der von Russland annektierten Halbinsel Krim ist nach nächtlichen Drohnenangriffen der Ukraine erneut ohne Strom. Die Stadt sei wegen eines massiven ukrainischen
Angriffs von der Stromversorgung abgeschnitten, teilte der von Moskau eingesetzte Gouverneur von Sewastopol, Michail Raswoschajew, laut staatlicher Nachrichtenagentur Tass mit. Die Armee wehre einen ukrainischen Angriff ab. Derzeit begutachteten Experten die Schäden.

Russland führt seit fast viereinhalb Jahren Krieg in der Ukraine. Kiew wehrt sich gegen die Invasion auch mit Drohnenangriffen gegen strategisch wichtige Anlagen im russischen Hinterland. Das sind Militärobjekte und Einrichtungen der Öl- und Gasindustrie. Ziel dieser Schläge ist es, dem russischen Militär die Treibstoffversorgung zu erschweren und dem Kreml die Kriegsfinanzierung. (dpa)

15:01 Uhr

Dienstag, 11. August

Ukraine meldet mindestens neun Tote bei russischem Beschuss

Bei russischem Raketen-, Drohnen- und Gleitbombenbeschuss der Ukraine sind nach Behördenangaben mindestens neun Zivilisten ums Leben gekommen. Die russischen Truppen hätten auch von Nordkorea bereitgestellte ballistische Raketen bei ihrem nächtlichen Angriff in der südostukrainischen Stadt Saporischschja verwendet, teilte der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski mit. Dort wurden nach Behördenangaben vom Dienstag 6 Menschen getötet und 19 verletzt.

Drei weitere Tote gab es Behördenangaben zufolge in der zentralukrainischen Region Dnipropetrowsk, darunter ein 15-Jähriger.

Selenski teilte am Montagabend mit, dass Russland weitere ballistische Raketen aus Nordkorea erhalten habe und zusätzliche Soldaten aus Nordkorea einsetzen wolle.

Der russische Präsident Wladimir Putin hatte vor etwas mehr als zwei Jahren eine Vereinbarung über eine sogenannte strategische Partnerschaft mit dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un unterzeichnet. Kim hat Tausende Soldaten und riesige Waffenmengen zur Unterstützung des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine geschickt, der seit Februar 2022 andauert.

Die Ukraine hat gewarnt, dass Russland seine Produktion ballistischer Raketen hochfahre und dabei den deutlichen Mangel Kiews an Patriot-Abfangraketen ausnutze, die diese Raketen stoppen können.

«Jeder Schritt, den Russland unternimmt - die Produktion ballistischer Raketen erhöhen, nordkoreanische Ausrüstung herbeiholen, sich auf eine Mobilisierung vorbereiten - all das zeigt, dass sich Moskau nicht auf Frieden vorbereitet, sondern auf eine Eskalation», teilte Selenski in sozialen Medien mit. (dpa)

11:14 Uhr

Dienstag, 11. August

Tote und Verletzte durch russische Angriffe in der Ukraine

Bei russischen Raketen- und Bombenangriffen sind in der südostukrainischen Stadt Saporischschja laut Präsident Wolodimir Selenski mindestens sechs Menschen getötet worden. «Ein brutaler Angriff, der darauf abzielte, der zivilen Infrastruktur maximalen Schaden zuzufügen», schrieb der Staatschef bei Telegram. Bei den nächtlichen Angriffen seien weitere 19 Menschen verletzt worden. Das russische Militär habe auch eine nordkoreanische ballistische Rakete eingesetzt.

Selenski zufolge gab es auch russische Angriffe auf Umspannwerke in den Städten Cherson und Charkiw. Es sei zu Stromausfällen gekommen.

Dem Verteidigungsministerium in Moskau zufolge galt der Angriff auf Saporischschja dem örtlichen Stahlwerk. Zudem informierte die Behörde über Angriffe auf ein Sortierzentrum des Postunternehmens Nova Post in Kiew. Dieses habe auch zur Lagerung und Verteilung von Drohnenbestandteilen und Komplexen der elektronischen Kriegsführung gedient, behauptete das Ministerium.

Zudem sei in Kiew ein grosses Lagerhaus mit etwa 50'000 Quadratmetern Fläche angegriffen worden, das als Drohnendepot gedient haben soll. Die ukrainischen Behörden bestätigten Schäden an Lagerhallen in Kiew und im Landkreis Butscha westlich von Kiew. Es habe einen Verletzten gegeben.

Nach Angaben der ukrainischen Luftwaffe setzte das russische Militär Anti-Schiffsraketen des Typs Zirkon, ballistische Raketen und 120 Drohnen ein. Die Angriffe zielten demnach primär auf das Kiewer Umland und Saporischschja ab. Einschläge habe es an 21 Orten gegeben.

Russische Angriffe mit Drohnen und Artillerie töteten im Gebiet Dnipropetrowsk nach Behördenangaben mindestens drei Menschen. Weitere fünf seien verletzt worden, teilte Militärgouverneur Olexander Hanscha bei Telegram mit. Unter den Toten sei auch ein 15-jähriger Junge. Den Angaben zufolge gab es mehr als 20 Angriffe auf Ziele in insgesamt fünf Landkreisen. (dpa)

06:29 Uhr

Dienstag, 11. August

Russland startet erneut Luftangriffe auf ukrainische Städte

Russland hat ukrainischen Angaben zufolge Kiew und andere Grossstädte des Landes in der Nacht erneut mit ballistischen Raketen angegriffen. Dabei wurden allein in der im Süden des Landes gelegenen Stadt Saporischschja mindestens fünf Menschen getötet und weitere 20 verletzt, wie Militärgouverneur Iwan Fedorow auf Telegram schrieb. Es seien Industrieanlagen und Infrastruktur angegriffen worden.

Aus der Hauptstadt Kiew wurde zunächst ein Verletzter gemeldet. Bürgermeister Vitali Klitschko schrieb auf der Plattform Telegram: «Explosionen in der Hauptstadt. Die Stadt steht unter Beschuss. Bleiben Sie in den Schutzräumen.» Die Rettungsteams seien unterwegs.

Das Nachrichtenportal «Kyiv Independent» berichtete, Russland habe mit ballistischen Raketen einen erneuten Angriff gestartet. Die ukrainische Luftwaffe warnte dem Bericht zufolge zugleich, dass russische Raketen auf Sumy, Charkiw und Tschernihiw zielten.

Weil es den ukrainischen Streitkräften nach viereinhalb Jahren Krieg an Munition zur Raketenabwehr mangelt, hat Russland seine Angriffe mit ballistischen Raketen auf Kiew und andere Städte verstärkt. Als effektivste Abwehr gegen ballistische Raketen, die aufgrund ihrer hohen Geschwindigkeit besonders schwierig abzufangen sind, gelten die von den USA produzierten Patriot-Systeme. Die ukrainische Armee hat mehrere davon, aber nicht genügend Abfangraketen.

In Kiew wächst die Furcht, dass ungehinderte Raketenangriffe zum kommenden Winter die Infrastruktur des Landes erneut schwer schädigen und die Menschen in der Ukraine in noch grössere Not bringen könnten. (dpa)

22:22 Uhr

Montag, 10. August

Selenski kündigt neue Angriffe im russischen Hinterland an

Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski hat weitere Gegenangriffe im russischen Hinterland angekündigt. In seiner abendlichen Videobotschaft verwies er auf einen zuvor schon vom Generalstab bestätigten Schlag gegen die russische Ölindustrie in Tobolsk in Sibirien. Es werde weitere ukrainische Angriffe im russischen Hinterland geben, um Russland zu zeigen, dass Frieden notwendig sei.

Selenski warnte auch erneut vor Nordkorea. Moskau habe zusätzliche ballistische Raketen von Pjöngjang erhalten und bereite sich auf die Ankunft eines weiteren Kontingents nordkoreanischer Soldaten auf russischem Territorium vor, sagte Selenski ohne Belege zu nennen. Nordkoreas Waffen seien in Zusammenarbeit mit Russland weiterentwickelt worden. Das sei eine Gefahr für die asiatischen Staaten.

Erst am Wochenende hatte Selenski gesagt, dass Russland weit mehr Truppen aus Nordkorea zur Unterstützung seines Angriffskriegs bekommen könnte als bisher angenommen. Er sprach von bis zu 50.000 Soldaten.

Russland überzieht die Ukraine seit mehr als vier Jahren mit einem zerstörerischen Angriffskrieg. Nordkoreanische Soldaten kamen 2024 und 2025 in Russland zum Einsatz, um ukrainische Truppen aus dem westrussischen Gebiet Kursk zu verdrängen.

Im Abwehrkampf gegen Russland hat die Ukraine ihre Gegenangriffe vor allem mit Drohnen in den vergangenen Monaten stark ausgeweitet. (dpa)

17:51 Uhr

Montag, 10. August

24 Verletzte bei russischem Angriff auf Saporischschja

Bei einem russischen Gleitbombenangriff auf die südukrainische Stadt Saporischschja sollen 24 Menschen verletzt worden sein. Das teilten die örtlichen Behörden am Montag mit. Teile der gleichnamigen Region, in der auch das Kernkraftwerk Saporischschja liegt, sind von Russland besetzt.

Auch ein Lager der Weltgesundheitsorganisation WHO in der zentralukrainischen Region Dnipropetrowsk wurde nach Angaben der Organisation binnen weniger als 24 Stunden zweimal getroffen. Dabei seien Notfallvorräte im Wert von schätzungsweise 500'000 Dollar zerstört worden, die für Gesundheitseinrichtungen nahe der Front bestimmt gewesen seien. Verletzte oder Tote wurden bei den Angriffen auf das WHO-Lager nicht gemeldet. (dpa)

09:28 Uhr

Montag, 10. August

Viele Tote nach ukrainischem Drohnenangriff

Bei einem ukrainischen Drohnenangriff tief im russischen Hinterland sind nach Angaben der dortigen Behörden zwölf Menschen getötet worden. Weitere 39 hätten Verletzungen erlitten, teilte das Pressebüro des Oberhaupts der Region Tatarstan, Rustam Minnichanow, am Montag mit. Die Stadt Nischnekamsk sei Ziel einer massiven Drohnenattacke geworden.

Die etwa 1200 Kilometer von der Front entfernte Grossstadt hat etwa 240'000 Einwohner. Sie beherbergt zwei Ölraffinerien sowie ein petrochemisches Werk und ist bereits in der Vergangenheit attackiert worden.

Die Ukraine setzt russischen Ölanlagen fast täglich mit Fernangriffen schwer zu, bei denen im eigenen Land entwickelte Raketen und Drohnen zum Einsatz kommen. Die seit Monaten anhaltenden Attacken haben zu einer Kraftstoffkrise geführt, die den Kreml mehr als vier Jahre nach Kriegsbeginn in Verlegenheit bringt. Russland verfügt über hochentwickelte Flugabwehrsysteme, doch sein riesiges Territorium lässt sich nur schwer lückenlos schützen.

Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski sagte am Sonntagabend, Ziel solcher Angriffe sei es, seinen russischen Kollegen Wladimir Putin an den Verhandlungstisch zu bringen. «Jeder russische Angriff wird eine Antwort von uns nach sich ziehen. Russlands Krieg wird sich immer stärker im eigenen Land – in Russland – bemerkbar machen», erklärte Selenski sozialen Medien. «Der einzige Grund, warum dies immer noch andauert, ist die mangelnde Bereitschaft Russlands, diesen Krieg zu beenden.» (dpa)

04:21 Uhr

Montag, 10. August

Selenski erwartet bis zu 50'000 nordkoreanische Soldaten in Russland

Die ukrainische Staatsführung rechnet nach eigenen Angaben damit, dass Russland weit mehr Truppen aus Nordkorea zur Unterstützung seines Angriffskriegs bekommen könnte als bisher angenommen. «Nun wurde die Entscheidung getroffen, 30'000 bis 50'000 Nordkoreaner auf russischem Territorium einzusetzen», schrieb Präsident Wolodimir Selenski am Samstag auf der Online-Plattform X.

Im Juli hatte er unter Berufung auf Geheimdienstberichte noch von 30'000 weiteren nordkoreanischen Soldaten gesprochen, nun nannte er statt dieser Zahl die deutlich grössere Spanne. Selenskis Angaben liessen sich nicht unabhängig überprüfen, die Quelle für seine Darstellung liess er offen.

Laut dem Präsidenten stellt Nordkoreas Engagement im Ukraine-Krieg auch eine Gefahr für asiatische Staaten dar. «Es ist völlig klar, dass Nordkorea seine Erfahrungen in der modernen Kriegsführung weiter ausbauen, von Russland Lizenzen und alle möglichen militärischen Mittel bekommen wird», schrieb der ukrainische Präsident weiter. (dpa)

08:53 Uhr

Sonntag, 9. August

Verletzte bei Angriff auf russische Grenzstadt Belgorod

Durch einen ukrainischen Drohnenangriff auf die grenznahe russische Grossstadt Belgorod sind nach Behördenangaben mindestens 13 Menschen verletzt worden. Vier Wohnblocks seien beschädigt worden, teilte der Gouverneur der Region, Alexander Schuwajew, auf Telegram mit. Bilder in sozialen Netzwerken liessen auf mehrere Brände in der Stadt schliessen, die etwa 30 Kilometer von der Grenze zur Ukraine entfernt liegt.

Belgorod ist allerdings der logistische Knotenpunkt zur Versorgung der russischen Truppen, die die ukrainische Grossstadt Charkiw beschiessen und im Industriegebiet Donbass angreifen. Deshalb wird Belgorod immer wieder angegriffen, was auch die Energieversorgung und andere zivile Objekte in Mitleidenschaft zieht. Russische Behörden meldeten ausserdem ukrainische Drohnenangriffe auf Noworossijsk und Gelendschik am Schwarzen Meer. Verletzte in ukrainischer Hafenstadt Odessa Zugleich wurden durch russischen Raketenbeschuss auf die südukrainische Hafenstadt Odessa in der Nacht mindestens sechs Menschen verletzt, wie Stadtchef Serhij Lyssak auf Telegram mitteilte. (dpa)

07:08 Uhr

Samstag, 8. August

Wieder Tote bei Luftangriffen auf Ukraine

Bei neuen Luftangriffen auf die ukrainische Hauptstadt Kiew und deren Umgebung wurden nach Behördenangaben in der Nacht mindestens vier Menschen getötet und mehrere verletzt. Ukrainische Medien berichteten über eine Serie von Explosionen, besonders den östlichen Vorort Browary habe es schwer getroffen. Erst in der Nacht zu Mittwoch waren an einer Bahnstation in Browary acht Menschen durch russischen Raketenbeschuss getötet worden. (dpa)

07:04 Uhr

Samstag, 8. August

US-Senat billigt Gesetz zu neuen Russland-Sanktionen

Während Russland mit immer weiteren Angriffswellen die Schutzlosigkeit der ukrainischen Luftabwehr offenlegt, schürt ein Gesetzesvorstoss des US-Parlaments neue Hoffnungen in Kiew. Der US-Senat stimmte nach langem Tauziehen für ein Sanktionsgesetz, das Moskau wegen seines zerstörerischen Angriffskriegs stärker unter Druck setzen soll. Ob das Repräsentantenhaus als zweite Parlamentskammer zustimmen wird, ist allerdings ungewiss.

In Washington votierten die Senatorinnen und Senatoren mit einer deutlichen Mehrheit von 86 zu 11 Stimmen für das massgeblich vom unlängst gestorbenen US-Senator Lindsey Graham vorangetriebene Gesetz. Neben direkten Sanktionen gegen russische Politiker und Firmen soll es die russischen Öl- und Gas-Exporte als wichtigste Finanzierungsquelle des Angriffskriegs gegen die Ukraine noch stärker eindämmen. (dpa)

12:47 Uhr

Freitag, 7. August

Russland und Ukraine melden nächtliche Drohnenangriffe

Russland und die Ukraine haben in der Nacht gegenseitige Drohnenangriffe gemeldet. Die russische Luftabwehr fing bis Freitagmorgen nach Angaben des Verteidigungsministeriums 203 ukrainische Drohnen ab.

Die ukrainische Luftwaffe meldete Angriffe von 147 russischen Langstreckendrohnen. In der nordukrainischen Region Sumy schlug nach Behördenangaben eine russische Drohne auf einem belebten Markt ein. Zehn Menschen wurden demnach verletzt.

Russland setzte zudem Gleitbomben und mehrere Drohnentypen gegen die Regionalhauptstadt Sumy ein, wie der Leiter der Regionalverwaltung, Oleh Hryhorow, mitteilte. Dabei seien Wohngebäude sowie Verkehrs- und Infrastruktureinrichtungen getroffen worden. Zwei Menschen wurden nach seinen Angaben verletzt. (dpa)

14:23 Uhr

Donnerstag, 6. August

Litauen: Russland erwägt mögliche Provokationen im Baltikum

Litauens Militärgeheimdienst liegen nach Regierungsangaben Informationen vor, wonach Russland Angriffe auf kritische Infrastruktur in den baltischen Staaten unter Einsatz ukrainischer Drohnen erwägen könnte. Verteidigungsminister Robertas Kaunas bestätigte in Vilnius einen entsprechenden Medienbericht. «Wir haben Informationen, dass Russland unkonventionelle kinetische Angriffe gegen kritische Infrastrukturen im Baltikum erwägt. Es ist wahrscheinlich, dass Russland zu diesem Zweck ukrainische Drohnen einsetzen könnte», sagte er dem Onlineportal «15min.lt». Nähere Angaben zu bestimmten Objekten oder möglichen Zeitpunkten machte Kaunas nicht.

Dem Bericht zufolge könnte Russland abgefangene ukrainische Drohnen einsetzen, um die Herkunft eines möglichen Angriffs auf Nato-Gebiet zu verschleiern und diesen zu bestreiten. «Wir sprechen hier von einer möglichen «False-Flag»-Operation, bei der eine gefälschte ukrainische Drohne eingesetzt wird. Dies ist wohl das realistischste Szenario, das derzeit geprüft wird», sagte Kaunas später ergänzend vor Journalisten. (dpa)

12:08 Uhr

Donnerstag, 6. August

Ukraine greift weitere Ölanlagen im russischen Hinterland an

Die Ukraine hat weitere Ölanlagen tief im Inneren Russlands angegriffen. Dabei sei unter anderem eine Raffinerie in Baschkortostan, mehr als 1300 Kilometer jenseits der Front in der Ostukraine, getroffen worden sowie eine Raffinerie in der Region Jaroslawl, fast 700 Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernt, teilte Präsident Wolodimir Selenski am Donnerstag auf der Plattform X mit.

Ausserdem griffen ukrainische Streitkräfte laut Selenski zwei russische Militärpatrouillenboote im Schwarzen Meer an sowie Schiffe der sogenannten «Schattenflotte» Moskaus, die Russland einsetzt, um westliche Beschränkungen seiner Ölexporte zu umgehen. Er machte keine Angaben zu den Schiffen oder zum Ausmass der Schäden.

Das russische Verteidigungsministerium teilte am Donnerstag mit, dass seine Luftabwehr in der vergangenen Nacht 605 ukrainische Drohnen über mehreren russischen Regionen sowie über der illegal annektierten Krim und dem Schwarzen und Asowschen Meer abgeschossen habe. (dpa)

18:13 Uhr

Mittwoch, 5. August

Kramatorsk: Ukraine evakuiert mehr als 500 Minderjährige

Wegen wachsender Gefahr durch russische Angriffe werden 525 Kinder und Jugendliche in und um die Stadt Kramatorsk in der Ostukraine nahe der Frontlinie zwangsweise evakuiert. «Die Sicherheitslage verschlechtert sich, daher ist es inakzeptabel, Kinder der ständigen Gefahr russischer Angriffe auszusetzen», teilte der Militärgouverneur der Region Donezk, Wadym Filaschkin, mit. Es sei eine schwierige, aber notwendige Entscheidung.

Es geht demnach um 59 Minderjährige aus der Ortschaft Krasnotorka, 140 aus der Ortschaft Bilenke und 326 aus Kramatorsk. Die Kinder stammen demnach aus 424 Familien.

Der Ballungsraum um Slowjansk und Kramatorsk ist der letzte grosse Festungsgürtel, den die ukrainischen Truppen in der Region Donezk unter ihrer Kontrolle halten. Russland, das seit mehr als vier Jahren Krieg in der Ukraine führt, fordert für die Aufnahme von Friedensverhandlungen den vollständigen Rückzug ukrainischer Truppen aus dem Gebiet Donezk. Kramatorsk ist weniger als 15 Kilometer von der Frontlinie entfernt. (dpa)

14:14 Uhr

Mittwoch, 5. August

Tote in der Ukraine – Kiew schutzlos gegen russische Raketen

Ein schwerer russischer Luftangriff hat in Kiew und Umgebung mindestens 17 Menschen getötet und 44 verletzt. Nach ukrainischen Angaben feuerte Russland 28 ballistische Raketen ab, von denen keine abgefangen werden konnte. Präsident Wolodimir Selenski machte den Mangel an Flugabwehrmunition verantwortlich und forderte schnellere Waffenlieferungen.

Russland erklärte, Logistik- und Militärstandorte angegriffen zu haben. Besonders betroffen waren Lagerhäuser in Kiew und Browary. Dort starben acht Menschen an einem Bahnhof, weitere sechs in Verteilzentren einer Supermarktkette.

Die Ukraine verfügt zwar über Patriot-Systeme, doch fehlt es an Abfangraketen. Gleichzeitig konnte die Luftwaffe 98 von 115 russischen Drohnen abschiessen.

Die Ukraine griff ihrerseits mit Drohnen Ziele in Russland an, darunter eine Raffinerie und ein Logistikzentrum des Online-Händlers Wildberries. Zudem ordnete Kremlchef Wladimir Putin eine Umstrukturierung der russischen Armee an. (dpa)

13:39 Uhr

Mittwoch, 5. August

Putin ernennt neue Kommandeure für den Ukraine-Krieg

Russland ordnet seine Streitkräfte nach den Erfahrungen aus dem Ukraine-Krieg neu. Präsident Wladimir Putin bündelt Logistik- und Unterstützungseinheiten unter einer Führung und ernannte Waleri Solodschuk zum Chef der rückwärtigen Dienste.

Zugleich besetzte Putin mehrere Schlüsselposten neu: Andrej Iwanajew übernimmt die Armeegruppe «Zentrum» im Gebiet Donezk, Pjotr Bolgarjew führt die Gruppierung «Wostok», und Denis Ljamin leitet die Drohnenstreitkräfte.

Mit der Neuaufstellung reagiert Moskau auch auf ukrainische Angriffe auf Logistikzentren und Infrastruktur im russischen Hinterland, die den Nachschub für die Front erschweren. (dpa)

10:33 Uhr

Dienstag, 4. August

Sewastopol: Russischer Soldat erschiesst mehrere Menschen

Auf der von Russland annektierten ukrainischen Halbinsel Krim hat ein russischer Soldat nach Behördenangaben mindestens vier Menschen erschossen. Er habe zuerst das Feuer auf Kameraden eröffnet und dabei einen Militärangehörigen getötet, teilte der von Moskau eingesetzte Gouverneur der Stadt Sewastopol, Michail Raswoschajew, bei Telegram mit. Anschliessend habe der Soldat im Nachbardorf Chmelnizkoje drei Zivilisten umgebracht und drei weitere verletzt. Der mutmassliche Täter sei festgenommen worden. Zum Motiv der Tat wurde vorerst nichts bekanntgegeben.

Die Schwarzmeer-Halbinsel wurde von Russland bereits 2014 besetzt und für russisch erklärt. Die bereits vorher vorhandene Moskauer Militärpräsenz wurde dabei noch weiter ausgebaut. Im Februar 2022 startete der Kreml zudem einen bis heute andauernden Angriff auf die Ukraine und erhebt Anspruch auf weitere Regionen im Süden und Osten des Nachbarlandes. (dpa)

10:31 Uhr

Dienstag, 4. August

Ukraine nimmt erneut russischen Versandhändler ins Visier

Die Ukraine hat erneut an mehreren Stellen den grössten russischen Online-Versandhändler Wildberries angegriffen. Nach einer Attacke auf ein Lagerhaus in der Siedlung Krasny Bor im Gebiet Leningrad um die Metropole St. Petersburg brach nach Angaben von Gouverneur Alexander Drosdenko ein Feuer aus. Das Unternehmen bestätigte einen Brand an einem Logistikzentrum in Krasny Bor. Die Mitarbeiter seien rechtzeitig in Sicherheit gebracht worden, Verletzte gebe es nicht. Im Moskauer Gebiet kamen nach Angaben von Gouverneur Andrej Worobjow fünf Menschen bei einem ukrainischen Drohnenangriff ums Leben. Zehn Personen seien verletzt worden, sechs von ihnen wurden demnach in Krankenhäuser gebracht.

Bei der Stadt Tschechow brachen Feuer in einem Industriegebiet aus, wie er mitteilte. Den grössten Brand gab es demnach bei einem Lagerhaus, das auch von Wildberries genutzt werde. In sozialen Medien kursierten nicht überprüfbare Fotos, die Rauch über einem Lagerhaus und evakuierte Mitarbeiter zeigen sollen. In der nordwestlich von Moskau gelegenen Region Twer sprachen Behörden ebenfalls von Schäden an einem Wildberries-Lager. Herabstürzende Drohnentrümmer hätten eine Wand der Lagerhalle im Dorf Emmaus beschädigt, hiess es. Mitarbeiter seien nicht verletzt worden. (dpa)

20:36 Uhr

Montag, 3. August

Selenski entlässt Botschafterin in Washington

Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski hat die Botschafterin in den USA, Olha Stefanischyna, von ihrem Amt entbunden. Das Präsidialamt in Kiew veröffentlichte den Erlass mit der Veränderung auf dem für die Ukraine überragend wichtigen Posten in Washington. Die frühere Vizeministerpräsidentin Stefanischyna schrieb auf Facebook, sie habe selbst um ihre Entlassung gebeten.

Mit Berichten über eine mögliche Ablösung der Botschafterin hatte in Kiew Mitte Juli Selenskis jüngste Regierungsumbildung begonnen. Nachfolgerin hätte demnach die abgelöste Ministerpräsidentin Julia Swyrydenko werden sollen, die den Posten aber Medienberichten zufolge abgelehnt hat. Derzeit ist über eine Nachfolgeregelung nichts bekannt. (dpa)

14:36 Uhr

Montag, 3. August

Moskauer Oppositionspolitiker Nadeschdin flieht nach Paris

Der russische Oppositionspolitiker Boris Nadeschdin hat Russland verlassen und sich aus Paris gemeldet. In einem Video vor dem Eiffelturm erklärte er, er sei «am Leben und in Freiheit». Über seine weiteren Pläne wolle er später informieren.

Der Kreml-Kritiker hatte nach einer vorübergehenden Festnahme im Juli angekündigt, aus Sicherheitsgründen auf eine Kandidatur bei der Parlamentswahl im September zu verzichten. Gegen ihn wird wegen der Verbreitung eines Videos mit Alexej Nawalny ermittelt. Nadeschdin weist die Vorwürfe zurück.

Im Juli stufte ihn das russische Justizministerium zudem als «ausländischen Agenten» ein. Bereits 2024 war ihm trotz grosser Unterstützung die Teilnahme an der Präsidentenwahl verweigert worden. (dpa)

14:25 Uhr

Montag, 3. August

Anschlag: Russische Botschaft in Italien macht Kiew Vorwürfe

Nach dem tödlichen Sprengstoffanschlag in einem Moskauer Restaurant erhebt die russische Botschaft in Italien schwere Vorwürfe gegen die Ukraine. In einer Mitteilung bezeichnete sie den Anschlag als Werk der «Terrorbande Selenskis» und warf Kiew vor, gezielt Italiener einschüchtern zu wollen, die in Russland arbeiten. Offizielle Beweise legte sie nicht vor.

Die Botschaft sprach von fünf Toten und 19 Verletzten. Zuvor hatten russische Behörden von drei Todesopfern und 21 Verletzten berichtet. Zu den Hintergründen äusserten sie sich bislang nicht.

Russische Medien berichten, Ziel des Anschlags könnten Gäste einer privaten Feier gewesen sein. Militärblogger vermuten, dass der russische General Alexander Tschajko dort seinen 55. Geburtstag gefeiert habe. Eine offizielle Bestätigung dafür gibt es nicht.

Seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine sind mehrfach ranghohe russische Militärs und Funktionäre Ziel von Anschlägen geworden. Einige Attentate wurden vom ukrainischen Geheimdienst für sich reklamiert. (dpa)

13:22 Uhr

Montag, 3. August

Russland überzieht Saporischschja mit Gleitbombenangriff – eine Tote

Russische Flugzeuge haben die ukrainische Grossstadt Saporischschja mit Gleitbomben attackiert. Regionalgouverneur Iwan Fedorow teilte am Montag mit, binnen 90 Minuten seien acht Sprengkörper in Wohngebieten eingeschlagen. Eine 71-Jährige sei getötet worden. Weitere 31 Menschen hätten Verletzungen erlitten, unter ihnen eine 16-Jährige. Gleitbomben sind mit Leitsystemen nachgerüstete Bomben aus der Sowjetzeit. Sie enthalten bis zu drei Tonnen Sprengstoff und reissen bei der Explosion riesige Krater. Die Ukraine verfügt über keine wirkungsvollen Abwehrmittel. Ausserdem griff Russland in der Nacht mit ballistischen Raketen und 181 Langstreckendrohnen an, wie die ukrainische Luftwaffe bekanntgab. (dpa)

12:20 Uhr

Montag, 3. August

Tote und viele Verletzte nach ukrainischen Gegenangriffen

In der Schwarzmeerregion sind infolge ukrainischer Gegenangriffe im russischen Angriffskrieg mindestens sechs Menschen ums Leben gekommen. Drei Personen wurden dem Gouverneur des russischen Gebiets Krasnodar, Wenjamin Kondratjew, zufolge in dem kleinen Badeort Archipo-Ossipowka getötet. Weitere 13 Menschen seien verletzt worden, darunter auch Minderjährige. Dort seien Drohnentrümmer herabgestürzt. Auf der von Russland annektierten Schwarzmeer-Halbinsel Krim wurden nach Angaben des von Moskau eingesetzten Statthalters Sergej Aksjonow ebenfalls drei Menschen bei einem ukrainischen Angriff getötet. Zwei weitere seien verletzt worden.

Das Verteidigungsministerium in Moskau teilte am Morgen mit, 131 ukrainische Drohnen über russischen Regionen und der annektierten Krim abgewehrt zu haben. Die Angaben sind nicht unabhängig überprüfbar, lassen aber Rückschlüsse auf die Intensität der ukrainischen Gegenangriffe zu. (dpa)

09:55 Uhr

Montag, 3. August

Weiteres Wildberries-Lager brennt nach Kiewer Drohnenangriff

Bei einem neuen ukrainischen Drohnenangriff auf den grössten russischen Versandhändler ist ein Logistikzentrum im Gebiet Wladimir in Brand geraten. Die Mitarbeiter seien in Sicherheit gebracht worden, teilte das Unternehmen mit. Gouverneur Alexander Awdejew sprach von zwei Verletzten. Die Ukraine greift seit Mitte Juli die Wildberries-Anlagen an und wirft dem Versandhändler vor, auch Bedarf für den russischen Angriffskrieg zu liefern. Russische Behörden dagegen sprechen von Terroranschlägen gegen zivile Infrastruktur. Der Angriff im Gebiet Wladimir - rund 190 Kilometer östlich von Moskau - war der mittlerweile 18., wie russische Medien berichteten. Nach Schätzungen von Wirtschaftsanalysten hat Wildberries durch die seit Wochen andauernden Angriffe bisher etwa 20 Prozent seiner Lagerkapazitäten verloren. Der Schaden wird auf 280 Milliarden Rubel (etwa 3 Milliarden Euro) geschätzt. (dpa)

09:03 Uhr

Sonntag, 2. August

Kiews Gegenangriffe: Brände und Tote in Russland

In Russland sind infolge ukrainischer Drohnenangriffe zwei Menschen getötet worden. Zivile Infrastruktur in Saratow und Engels sei beschädigt worden, schrieb der Gouverneur der Region Saratow, Roman Bussargin, bei Telegram, ohne Details zu nennen. In Engels sei ein mehrstöckiges Wohnhaus beschädigt worden und zwei Menschen seien ums Leben gekommen.

In sozialen Medien kursierten nicht überprüfbare Fotos und Videos, die Feuer auf dem Gelände der Raffinerie in Saratow zeigen sollen. Sie war in der Vergangenheit schon oft Ziel ukrainischer Gegenangriffe. In Engels ist einer der grössten Luftwaffenstützpunkte in ganz Russland. Von dort steigen immer wieder strategische Bomber auf, um Städte in der Ukraine mit Raketen zu beschiessen. Auch Engels war daher schon mehrfach Ziel ukrainischer Gegenangriffe.

Wieder Drohnenangriff auf Online-Versandhändler

Erneut attackierten ukrainische Drohnen ausserdem ein Logistikobjekt des grössten russischen Online-Versandhändlers Wildberries, diesmal in der Region Samara, wie das Unternehmen mitteilte. In der Folge sei ein Feuer ausgebrochen. Verletzte gebe es nicht.

Russland wehrte in der Nacht dem Verteidigungsministerium in Moskau zufolge 635 ukrainische Drohnen über russischem Gebiet und der annektierten Halbinsel Krim ab. Die Zahlen lassen sich nicht unabhängig überprüfen, lassen aber Rückschlüsse auf die Intensität der Angriffe zu.

Die Ukraine verteidigt sich mit westlicher Hilfe seit mehr als vier Jahren gegen eine russische Invasion. Als Teil ihres Abwehrkampfes nimmt sie auch Ziele im russischen Hinterland ins Visier. Ihre Gegenangriffe vor allem mit Drohnen hat sie zuletzt ausgeweitet. (dpa)

06:04 Uhr

Sonntag, 2. August

Selenski ruft erneut nach Patriot-Raketen

Nach den jüngsten russischen Raketenangriffen auf Kiew bittet der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski erneut um dringende Lieferung von Patriot-Flugabwehrraketen. «Wir brauchen Antworten auf diesen russischen Terror, echte Antworten von der Welt», sagte Selenski in seiner abendlichen Videoansprache. Die einzig gerechte Antwort wäre ihm zufolge die Unterstützung für Kiew bei der Abwehr russischer Raketenangriffe.

«Raketen für die «Patriots» gibt es weltweit, und es ist wichtig, dass unsere Partner diese politische Entscheidung treffen - die Entscheidung, die notwendigen Lieferungen zu übermitteln», sagte Selenski weiter. Die USA und auch Europa wüssten, was die Ukraine dringend benötige. «Raketen zur Abwehr ballistischer Raketen sollen Menschen schützen und nicht in Lagern liegen bleiben», so der Präsident. Jeder weitere Tag ohne diese Hilfe sei eine Gelegenheit für Russland, Menschen in der Ukraine zu töten.

Russland hat laut Selenski in der Nacht zum Samstag mit 35 Raketen und Marschflugkörpern, darunter 27 ballistische Raketen, sowie 185 Drohnen angegriffen. Nur eine einzige ballistische Rakete sei abgefangen worden, einfach weil es keine Raketen für Patriot-Systeme gebe, schrieb er in sozialen Medien. Patriot-Raketen gelten als wirksamste Abwehr gegen ballistische Raketen. (dpa)

18:50 Uhr

Samstag, 1. August

Tote und Verletzte bei russischen Luftangriffen

Bei einem russischen Luftangriff auf die südukrainische Region Cherson sind mindestens eine Bewohnerin sowie sieben weitere Personen verletzt worden. Das teilte der Leiter der regionalen Militärverwaltung, Olexander Prokudin, auf Telegram mit. Bei dem Angriff, der auch von Artillerie begleitet worden sei, wurden nach Angaben der Behörden mehrere Gebäude und Fahrzeuge beschädigt. Die frontnahe Region Cherson ist immer wieder Ziel russischer Angriffe.

In Nikopol in der Region Dnipro wurden bei einem Drohnenangriff auf einen Minibus sieben Insassen verletzt. «Ein gezielter und zynischer Angriff auf Zivilisten», kommentierte der regionale Militärverwalter Olexander Ganscha auf Telegram. (dpa)

06:27 Uhr

Samstag, 1. August

Erneut heftige russische Angriffe auf Kiew – neun Tote

Erneut hat Russland die ukrainische Hauptstadt Kiew in der Nacht mit ballistischen Raketen angegriffen und dabei viele Menschen getötet und verletzt. Medienberichten zufolge wurden mindestens 9 Menschen getötet, 23 weitere verletzt, unter ihnen zwei Teenager. Der Bürgermeister der Millionenstadt, Vitali Klitschko, berichtete auf der Plattform Telegram, in mehreren Bezirken seien Wohnhäuser und Gewerbegebäude beschädigt worden sowie Autos in Brand geraten.

Ein fünfstöckiges Wohnhaus sei durch herabstürzende Raketentrümmer beschädigt worden, in ihm seien Menschen eingeschlossen, schrieb Klitschko.
Zuvor hatte er von Explosionen in der Stadt berichtet und mitgeteilt, Kiew werde mit ballistischen Raketen angegriffen. Die Menschen sollten in Schutzräumen bleiben. Erneut verbrachten viele Bewohner die Nacht in U-Bahnstationen oder im Freien. Das genaue Ausmass der Schäden war zunächst noch unklar.

Grossangelegter Angriff bereits am Donnerstag

Bereits am Donnerstag standen Kiew und andere ukrainische Städte bei einem grossangelegten Angriff im Visier Russlands. Landesweit kamen dabei ukrainischen Angaben zufolge mindestens zehn Menschen ums Leben, Dutzende wurden verletzt. Auch die Stadt Lwiw (früher Lemberg) im Westen des Landes nahe der polnischen Grenze beklagte schwere Schäden.

Ein Flugobjekt war dabei auch in den Luftraum des Nato-Staats Polen eingedrungen und abgestürzt. Nach Angaben der polnischen Regierung handelte es sich um einen russischen Marschflugkörper. (dpa)

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