Ukraine-Newsblog

Erneut Ölpumpstation für Moskau getroffen ++ Wichtige Militärfabrik in Russland angegriffen

Seit Ende Februar 2022 führt Russland einen Angriffskrieg gegen die Ukraine. Alle Neuigkeiten und Reaktionen dazu erfahren Sie in unserem Newsblog.

15:47 Uhr

Samstag, 27. Juni

66-Jähriger bei russischem Drohnenangriff in der Ukraine getötet

Bei einem russischen Drohnenangriff auf ein Wohnhaus in der nordostukrainischen Region Sumy ist nach Behördenangaben ein 66 Jahre alter Mann getötet worden. Der Angriff habe sich in der Nacht ereignet, teilte Regionalchef Oleh Hryhorow am Samstag mit. (dpa)

14:00 Uhr

Samstag, 27. Juni

Wichtige Militärfabrik in Russland angegriffen

Die Ukraine hat nach Angaben von Präsident Wolodimir Selenski eine Fabrik in Russland angegriffen, die unter anderem Ausrüstung für Raketensysteme herstellt. Selenski bezeichnete die Anlage im Südwesten Russlands in einem Beitrag auf der Plattform X am Samstag als «grossen industriellen Komplex». Die Fabrik des Rüstungsunternehmens Titan-Barrikady in Wolgograd stelle Artilleriesysteme, militärische Spezialausrüstung und Komponenten für Raketenabschussvorrichtungen her. Sie sei von ukrainischen Raketen des Typs FP-5 Flamingo getroffen worden.

Nach Angaben des ukrainischen Generalstabs produziert der Betrieb Ausrüstung für Raketensysteme, darunter selbstfahrende Abschussrampen und Transport-Ladefahrzeuge für das Raketensystem Iskander-M. Dabei handele es sich um «dasselbe System, mit dem Russland regelmässig ukrainische Städte angreift», erklärte der Generalstab.

Der Gouverneur der Region Wolgograd, Andrej Botscharow, bestätigte einen Angriff auf ein Unternehmen. Zehn Menschen seien mit Verletzungen ins Krankenhaus gebracht worden. Es seien Produktionsstätten beschädigt worden, erklärte er, machte aber keine Angaben zum betroffenen Unternehmen. (dpa)

13:18 Uhr

Samstag, 27. Juni

Erneut Ölpumpstation für Moskau getroffen

Der ukrainische Geheimdienst hat eigenen Angaben nach eine für die Treibstoffversorgung von Moskau wichtige Ölpumpstation mit Drohnen angegriffen. Getroffen worden sei ein technisches Gebäude der Station in Wtorowo nahe der Gebietshauptstadt Wladimir östlich von Moskau, teilte der ukrainische Geheimdienst SBU mit. Es sei die zweite erfolgreiche Attacke innerhalb eines Monats auf die Anlage, heisst es. Russische Behörden haben den Angriff bislang nicht bestätigt.

Die Station Wtorowo gehört zum staatlichen Ölpipelinekonzern Transneft in Russland. Sie pumpt unter anderem Diesel in die Moskauer Ringpipeline, die für die Versorgung der grossen Öldepots rund um die russische Hauptstadt verantwortlich ist.

Die Ukraine wehrt sich seit mehr als vier Jahren gegen den von Kremlchef Wladimir Putin befohlenen russischen Angriffskrieg. In den vergangenen Monaten hat sie dazu vermehrt strategisch wichtige Objekte im russischen Hinterland mit Drohnen oder Raketen attackiert. Dazu zählen auch Anlagen der Ölindustrie. Die Folge: Viele russische Regionen klagen über Mangel an Treibstoffen. (dpa)

14:58 Uhr

Freitag, 26. Juni

Ukraine und Russland tauschen hunderte Kriegsgefangene aus

Russland und die Ukraine haben hunderte Kriegsgefangene ausgetauscht. «Heute haben wir 160 Soldaten zurückgeholt», teilte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bei Telegram mit. Sie seien seit 2022 in Gefangenschaft gewesen. Unter ihnen seien neben regulären Soldaten auch Angehörige der Nationalgarde und der Grenztruppen.

Zuvor hatte die russische Nachrichtenagentur Tass unter Berufung auf Angaben des Verteidigungsministeriums die Rückkehr von 160 russischen Kriegsgefangenen gemeldet. Die russischen Soldaten befinden sich demnach in Belarus und werden nach medizinischer Versorgung nach Russland gebracht. Vermittler waren demnach die Vereinigten Arabischen Emirate.

Moskau und Kiew tauschten nach ukrainischen Angaben bereits 76 Mal Kriegsgefangene aus. Zuletzt kehrten Anfang Juni jeweils 185 Gefangene zurück. Es ist das einzige Feld, in dem der Dialog zwischen den beiden Konfliktparteien mehr als vier Jahre nach Beginn des von Kremlchef Wladimir Putin befohlenen Kriegs funktioniert. (dpa)

13:45 Uhr

Freitag, 26. Juni

Kiew sieht keinen russischen Aufmarsch an Grenze mit Weissrussland

Die Ukraine sieht nach eigenen Angaben derzeit keinen russischen Truppenaufmarsch an der Grenze mit Weissrussland. Aufklärungsstellen hätten dort keine Ansammlung oder Verstärkung russischer Einheiten, Ausrüstung oder Soldaten festgestellt, sagte der Sprecher des ukrainischen Grenzschutzes, Andrij Demtschenko, am Freitag im ukrainischen Fernsehen. Russland baue allerdings mehrere Militärstandorte tiefer im Inneren von Belarus aus, sagte Demtschenko. Nach Erkenntnissen ukrainischer Aufklärungseinheiten wachse dort die Zahl von Übungsplätzen, Stützpunkten und anderen Einrichtungen. Russland hatte seine grossangelegte Invasion in die Ukraine im Februar 2022 auch von Weissrussland aus begonnen. (dpa)

13:19 Uhr

Freitag, 26. Juni

Ukraine meldet Angriff auf russische Schiffe auf der Krim

Der ukrainische Inlandsgeheimdienst SBU hat nach eigenen Angaben russische Marineschiffe und Luftabwehr-Radare in der Hafenstadt Kertsch auf der von Russland völkerrechtswidrig annektierten Krim angegriffen. Bei dem Drohnenangriff seien zwei Aufklärungs- und Minenlegeschiffe sowie eine Fracht- und Passagierfähre getroffen worden, teilte der Geheimdienst mit. Bei den Schiffen handele es sich um die «Wolga» und die «Wjatka» sowie die Fähre «Petropawlowsk». Nach Angaben des SBU lösten die Angriffe ein grosses Feuer aus. Unabhängig überprüfen liessen sich die Angaben zunächst nicht. (dpa)

12:37 Uhr

Freitag, 26. Juni

Russland verhängt Ausnahmezustand auf der Krim

Die von Moskau eingesetzten Behörden auf der 2014 von Russland annektierten Schwarzmeer-Halbinsel Krim haben einen regionalen Notstand ausgerufen. Das teilten der eingesetzte Krim-Chef Sergej Aksjonow und der eingesetzte Statthalter von Sewastopol, Michail Raswoschajew, mit. Die Entscheidung sei in erster Linie getroffen worden, um wirtschaftliche Fragen zu lösen, schrieb Aksjonow bei Telegram. Der Notstand mache möglich, Aufgaben für das stabile Funktionieren aller Bereiche, von denen die Lebensgrundlagen der Bevölkerung abhingen, schnell zu lösen. (dpa)

12:36 Uhr

Freitag, 26. Juni

Gouverneur: Tote bei russischen Angriffen im Nordosten der Ukraine

Bei russischen Angriffen auf die Region Charkiw im Nordosten der Ukraine sollen mindestens zwei Menschen getötet und sieben weitere verletzt worden sein. Gouverneur Oleh Synjehubow erklärte am Freitag, die Opferzahlen bezögen sich auf einen Zeitraum von 24 Stunden, in denen Russland die Regionalhauptstadt Charkiw und 16 weitere Orte in der Region mit Gleitbomben und Drohnen verschiedener Typen attackiert habe. Die ukrainische Luftwaffe teilte mit, in der Nacht seien 174 von 189 russischen Drohnen unschädlich gemacht worden. Von sieben ballistischen Raketen des Typs Iskander-M seien jedoch vier durch die Luftabwehr gelangt und an verschiedenen Orten eingeschlagen. (dpa)

10:39 Uhr

Freitag, 26. Juni

Russland meldet Abwehr von 660 ukrainischen Drohnen

Russland hat nach eigenen Angaben einen der wohl grössten ukrainischen Drohnenangriffe seit Beginn des Angriffskriegs gegen die Ukraine weitgehend abgewehrt. Das Verteidigungsministerium in Moskau teilte am Freitag mit, über zwölf russischen Regionen sowie über der völkerrechtswidrig annektierten Krim, dem Asowschen Meer und dem Schwarzen Meer seien in der Nacht zum Freitag 660 ukrainische Drohnen abgefangen worden. In der Region Tula südlich von Moskau wurde nach Angaben von Gouverneur Dmitri Miljajew ein Privathaus beschädigt. Eine Frau sei verletzt worden.

Zudem seien eine Stromleitung und eine nicht näher bezeichnete Industrieanlage in der Stadt Nowomoskowsk beschädigt worden. Das unabhängige russische Onlinemedium Astra berichtete, in Nowomoskowsk seien eine Chemiefabrik und ein Wasserkraftwerk angegriffen worden und in Brand geraten. Moskaus Bürgermeister Sergej Sobjanin teilte mit, 47 ukrainische Drohnen seien auf dem Weg in Richtung der russischen Hauptstadt abgeschossen worden. (dpa)

07:02 Uhr

Freitag, 26. Juni

Verletzte nach Raketenangriff auf Kiew

Mindestens zwei Menschen sind nach Behördenangaben bei einem russischen Raketenangriff auf Kiew verletzt worden. Die beiden Verletzten seien ambulant behandelt worden, teilte Bürgermeister Vitali Klitschko mit. Seinen Angaben nach sind im Stadtbezirk Darnyzkyj im Südosten der ukrainischen Hauptstadt Lager in Brand geraten. Über weitere Schäden ist bisher nichts bekannt. Vor den Einschlägen hatte die ukrainische Luftwaffe Raketenalarm für Kiew gegeben. (dpa)

14:17 Uhr

Donnerstag, 25. Juni

Russische Schattenflotte? Frankreich stoppt Öltanker

Die französische Marine hat einen aus Russland kommenden Öltanker in der Nähe von Sizilien angehalten und überprüft. Das Schiff «Deliver» habe gegen das Seevölkerrecht verstossen und man habe es am Dienstag gestoppt, schrieb Frankreichs Präsident Emmanuel Macron auf X. Auf einem von ihm geposteten Video war zu sehen, wie bewaffnete Kräfte das Schiff betraten. Frankreichs Verteidigungsministerin Catherine Vautrin zufolge wird das Schiff verdächtigt, unter falscher Flagge unterwegs gewesen zu sein. Macron meinte, der Einsatz gegen die russische Schattenflotte zeige die Entschlossenheit der Europäer. «Wir werden die Schattenflotte nicht Sanktionen umgehen und die russischen Kriegsanstrengungen finanzieren lassen». Vautrin betonte, um die russische Kriegswirtschaft zu bremsen, müssten Finanzierungswege gekappt werden. Das Vorgehen der russischen Schattenflotte sei zudem eine direkte Gefahr für die Sicherheit auf See und für die Umwelt. (dpa)

11:52 Uhr

Donnerstag, 25. Juni

EU zahlt Ukraine erste Milliarden aus neuem Darlehen aus

Die Ukraine erhält heute die erste Zahlung des 90 Milliarden Euro schweren Unterstützungsdarlehens der EU. Rund drei Milliarden Euro Makrofinanzhilfen würden ausgezahlt, sagte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen bei einer Wiederaufbaukonferenz für die Ukraine in Danzig. In den kommenden Tagen solle zudem zusätzliches Geld für die Drohnenproduktion an Kiew fliessen. «Das ist gelebte Solidarität», betonte von der Leyen. Von den neuen EU-Finanzhilfen in Höhe von 90 Milliarden Euro sind 60 Milliarden für verteidigungsrelevante Ausgaben vorgesehen. Die Hälfte des Geldes soll bereits in diesem Jahr fliessen - weitere 45 Milliarden könnten dann im kommenden Jahr folgen. (dpa)

11:50 Uhr

Donnerstag, 25. August

Russische Behörden: Tote auf Krim und in Russland

Auf der von Russland annektierten Schwarzmeer-Halbinsel Krim sind nach Angaben der von Moskau eingesetzten Behörden mindestens zwei Menschen infolge ukrainischer Angriffe getötet worden. Eines der Opfer sei minderjährig, teilte der von Russland eingesetzte Krim-Chef Sergej Aksjonow mit. Zwei weitere seien bei der Attacke im Umland von Simferopol verletzt worden. In der russischen Grenzregion Brjansk kamen nach Angaben des kommissarischen Gebietsgouverneurs, Jegor Kowaltschuk, ebenfalls zwei Menschen ums Leben. Eine Drohne sei in ein Auto beim Dorf Solowa eingeschlagen und habe den 23 Jahre alten Fahrer und eine 15-jährige Mitfahrerin getötet.

In der südrussischen Region Krasnodar lösten ukrainische Drohnenangriffe nach Behördenangaben Brände aus. Auf dem Gelände eines Öllagers in der Siedlung Poltawskaja sei durch herabstürzende Drohnentrümmer ein Feuer ausgebrochen, schrieb der Zivilschutzstab der Region bei Telegram. Im Kreis Abinski sei zudem ein Feuer auf einem Fabrikgelände durch herabstürzende Drohnentrümmer ausgelöst worden. (dpa)

21:33 Uhr

Mittwoch, 24. Juni

Selenski: Signalverstärker in Belarus sind ausser Betrieb

Nach einem Ultimatum Kiews an Belarus zum Abbau von Signalverstärkern für russische Drohnen ist die Technik ukrainischen Angaben zufolge abgeschaltet worden. Sie hätten am 22. Juni ihren Betrieb eingestellt, sagte Selenski ukrainischen Medien zufolge. Er wisse nicht, ob die Signalverstärker abgebaut worden seien, aber sie arbeiteten nicht mehr.

Selenski hatte am Freitag Vorwürfe gegen Minsk erhoben und vom belarussischen Machthaber Alexander Lukaschenko den Abbau gefordert. «Wenn er das nicht macht, machen wir es», sagte Selenski. Er warnt Belarus seit Wochen vor einer Beteiligung am russischen Krieg gegen die Ukraine.

Lukaschenko gilt als engster Verbündeter von Kremlchef Wladimir Putin. Bei ihrem Einmarsch in die Ukraine im Februar 2022 stiess die russische Armee auch vom Gebiet ihres Verbündeten Belarus in Richtung der ukrainischen Hauptstadt Kiew vor. Der Vorstoss scheiterte, die russischen Truppen mussten sich zurückziehen. (dpa)

18:36 Uhr

Mittwoch, 24. Juni

Mehrere Tote bei russischen Angriffen in der Ukraine

Bei russischen Angriffen in der Ukraine sind Behördenangaben zufolge mehrere Menschen getötet worden. Die ukrainische Luftwaffe teilte mit, Russland habe in der Nacht 101 Langstreckendrohnen gegen das Land eingesetzt.

In der nordostukrainischen Stadt Balaklija wurde nach Angaben des Chefs der Militärverwaltung in der Region Charkiw, Oleh Synjehubow, eine 56 Jahre alte Frau durch russische Drohnen getötet. Am Stadtrand von Sumy tötete eine russische Gleitbombe einen 57 Jahre alten Strassenbahnfahrer, wie der Chef der regionalen Militärverwaltung, Oleh Hryhorow, mitteilte.

Zudem stieg die Zahl der Toten nach einem russischen Angriff mit einer ballistischen Rakete und Streumunition auf die Heimatstadt von Präsident Wolodymyr Selenskyj, Krywyj Rih, auf vier. Eine 62-jährige Frau sei ihren am Dienstag erlittenen Verletzungen erlegen, teilte der Leiter der Stadtverwaltung, Olexander Wilkul, mit. (dpa)

18:22 Uhr

Mittwoch, 24. Juni

Stromausfall in Sewastopol nach ukrainischen Drohnenangriffen

Nach nächtlichen Drohnenangriffen ist in der Hafenstadt Sewastopol auf der Krim nach Angaben der Besatzungsverwaltung der Strom ausgefallen. Das teilte der von Moskau eingesetzte Verwaltungschef der Stadt, Michail Raswoschajew, am Mittwoch mit.

Die Ukraine hat ihre Drohnen- und Raketenangriffe auf die von Russland völkerrechtswidrig annektierte ukrainische Halbinsel zuletzt verstärkt. Die Krim ist wegen ihrer Lage am Schwarzen Meer, russischer Marinestützpunkte und ihrer Bedeutung als Nachschubroute für Moskaus Truppen in der Ukraine strategisch bedeutsam.

Der ukrainische Inlandsgeheimdienst SBU teilte am Mittwoch mit, er habe zwei Militärflugplätze auf der Krim angegriffen und Raketensysteme zerstört. Unabhängig überprüfen liessen sich die Angaben zunächst nicht. (dpa)

18:20 Uhr

Mittwoch, 24. Juni

Selenski: Diplomatie-Verweigerung Russlands verlängert Krieg

Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski hat nach neuen Angriffen auf Ziele tief in russischem Staatsgebiet den Kreml für die anhaltenden Kampfhandlungen verantwortlich gemacht. Die Weigerung der russischen Staatsführung, eine diplomatische Lösung zu suchen, verlängere den Krieg, erklärte er auf der Plattform X. «Es ist wichtig, dass möglichst viele Russen begreifen, dass die Ablehnung von Diplomatie durch die russische Führung den Krieg verlängert.»

Als Reaktion auf ukrainische Angriffe habe Russland Luftabwehrsysteme aus anderen Regionen des Landes nach Moskau und zur Krim-Brücke verlegt. Die Brücke über die Meerenge von Kertsch verbindet die von Russland völkerrechtswidrig annektierte Halbinsel Krim mit dem russischen Festland und ist ein wichtiger Versorgungsweg für russische Truppen.

Der ukrainische Präsident hat eine von US-Präsident Donald Trump geforderte bedingungslose Waffenruhe akzeptiert. Russlands Präsident Wladimir Putin lehnt sie ab. (dpa)

17:55 Uhr

Mittwoch, 24. Juni

Russland meldet Tote bei ukrainischen Drohnenangriffen

Bei ukrainischen Drohnenangriffen sollen in Russland mindestens drei Menschen getötet worden sein. Zwei Menschen starben nach Angaben von Gouverneur Gleb Nikitin in der Region Nischni Nowgorod östlich von Moskau, zwei weitere wurden verletzt. Aus der russischen Grenzregion Belgorod meldeten die Behörden ein Todesopfer bei einem Drohnenangriff. Das russische Verteidigungsministerium teilte mit, in der Nacht zum Mittwoch seien 323 ukrainische Drohnen abgefangen worden. (dpa)

12:27 Uhr

Mittwoch, 24. Juni

Tote nach ukrainischen Drohnenangriffen in der Ostukraine

Im russisch besetzten Teil der Ostukraine sind nach Angaben der Besatzungsbehörden mindestens drei Menschen durch ukrainische Drohnenangriffe getötet worden. Das teilte der von Moskau eingesetzte Bürgermeister der Stadt Horliwka, Iwan Prichodko, bei Telegram mit. Bei den Angriffen mit ferngesteuerten Drohnen seien eine Tankstelle beschädigt und mindestens ein Auto zerstört worden. Zudem sei die Strom- und Wasserversorgung teilweise ausgefallen. Diese Informationen lassen sich nicht unabhängig überprüfen. (dpa)

08:14 Uhr

Mittwoch, 24. Juni

Stromausfall auf der Krim, Gasanlage an der Wolga attackiert

Die Hafenstadt Sewastopol auf der von Russland annektierten Krim ist nach nächtlichen Drohnenangriffen der Ukraine ohne Strom. Die Energieinfrastruktur sei getroffen und beschädigt worden, bestätigte der Gouverneur Michail Raswoschajew auf Telegram. Medienberichten zufolge ist auch in einigen anderen Teilen der Krim nach einem Drohneneinschlag in einem Kraftwerk die Stromversorgung zusammengebrochen.

In den ebenfalls von Russland besetzten Teilen der südukrainischen Region Cherson haben die Behörden nach mehreren Stunden Ausfall die Energieversorgung wiederhergestellt.

Unter Beschuss ist auch die weit von der Front entfernte Wolgaregion Orenburg in Russland geraten. Der Gouverneur der Region, Jewgeni Solnzew, berichtete von einem schweren Angriff. «Einige Drohnen wurden über Industrieobjekten in der Stadt abgeschossen», schrieb er in sozialen Netzwerken. Dort seien Katastrophenschutz und Feuerwehr im Einsatz, Verletzte gebe es nicht. Medienberichten zufolge wurde eine Anlage zur Verarbeitung von Erdgas beschossen. Über das Ausmass der Schäden ist bislang nichts bekannt. (dpa)

14:53 Uhr

Dienstag, 23. Juni

Putin wirft der Nato Kriegsvorbereitungen gegen Russland vor

Kremlchef Wladimir Putin hat der Nato vorgeworfen, einen Krieg gegen Russland vorzubereiten. Bislang hätten sich die Staaten des westlichen Bündnisses darauf beschränkt, die Ukraine zu unterstützen, sagte Putin im Kreml vor Absolventen der russischen Militärakademien. Nun werde im Westen offen davon gesprochen, «dass sie sich auf einen Krieg gegen uns vorbereiten und ihre Militär- und Offensivhaushalte aufstocken».

Um die Militarisierung zu rechtfertigen, bedienten sich die Nato- und EU-Staaten falscher Behauptungen über eine angebliche militärische Bedrohung durch Russland, sagte Putin nach Kreml-Angaben. Knapp 40 Prozent der russischen Haushaltsausgaben fliessen dabei in die Bereiche Militär, Rüstung und Sicherheit.

Nach Aussage Putins setzt sich Moskau für ein multipolares System der internationalen Beziehungen ein, das die militärische Sicherheit jedes Staates gewährleistet. «Gleichzeitig sind wir bereit, auf alle äusseren und inneren Bedrohungen operativ und angemessen zu reagieren», warnte der 73-Jährige.

Der russische Staatschef lässt seit mehr als vier Jahren einen grossangelegten Krieg gegen das Nachbarland Ukraine führen. Die EU- und Nato-Staaten unterstützen die Ukraine. Der Krieg hat bei ihnen auch die Sorge wegen eigener Sicherheitslücken gegenüber Russland verstärkt, deshalb rüsten sie für den Fall der Verteidigung auf. (dpa)

08:03 Uhr

Dienstag, 23. Juni

Erneut Ölterminal auf der Krim attackiert

Die Ukraine hat Medienberichten zufolge erneut strategisch wichtige Objekte in der russischen Schwarzmeerregion Krasnodar und auf der von Moskau annektierten Halbinsel Krim angegriffen. Getroffen worden seien dabei auch ein Ölterminal und ein Öldepot nahe der Grossstadt Kertsch im Osten der Krim, berichtete das Internetportal «Ukrajinska Prawda». Auf der gegenüberliegenden Seite der Meerenge wurde demnach mit dem Hafen Kawkas im Gebiet Krasnodar ebenfalls eine schon früher attackierte Anlage erneut unter Beschuss genommen.

Offiziell gibt es bislang keine Bestätigung für die Angriffe. Das russische Verteidigungsministerium meldete lediglich den Abschuss von insgesamt 143 ukrainischen Drohnen, ohne Angaben zu den Folgen zu machen. In sozialen Netzwerken kursierende Bilder und Videos zeigen Explosionen und Feuer in der Nacht und dunkle Rauchwolken am Morgen. Die Flughäfen von Krasnodar und Sotschi waren stundenlang für den Flugverkehr gesperrt. (dpa)

20:30 Uhr

Montag, 22. Juni

Estland entdeckt abgestürzte Drohne mit Sprengstoff

Im Südosten Estlands ist eine abgestürzte Drohne mit einer explosiven Ladung von rund fünf Kilogramm gefunden worden. Nach Angaben der Sicherheitsbehörden handelt es sich vermutlich um ein Flugobjekt, das Anfang Juni während eines ukrainischen Angriffs auf Ziele im Nordwesten Russlands in den estnischen Luftraum geraten war.

Entdeckt wurde die Drohne von einem Anwohner auf einem Feld in der Gemeinde Rõuge. Weitere Trümmerteile fanden Ermittler in einem nahegelegenen Baum. Die Behörden sperrten das Gebiet ab und untersuchten den Fund vor Ort.

Die estnische Luftwaffe hatte am 3. Juni mehrere Flugobjekte auf dem Radar erfasst, woraufhin Nato-Kampfjets aufstiegen. Kurz darauf verschwand das Signal einer Drohne in der Nähe des späteren Fundorts.

In den vergangenen Wochen waren bei ukrainischen Angriffen auf Ziele nahe der estnischen Grenze wiederholt Drohnen in den estnischen Luftraum eingedrungen. Russland wirft Estland sowie Lettland und Litauen vor, der Ukraine ihren Luftraum zur Verfügung zu stellen. Die drei baltischen Staaten weisen die Vorwürfe zurück. (dpa)

16:46 Uhr

Montag, 22. Juni

Ukraine attackiert russisches Zentrum für Weltraumkommunikation

Ukrainische Drohnen haben das Zentrum für Weltraumkommunikation in der Stadt Dubna 120 Kilometer nördlich von Moskau angegriffen. Den vom Generalstab in Kiew gemeldeten Angriff bestätigten später staatliche russische Stellen. «Die Funktionstüchtigkeit der TV-Ausstrahlung und des Nachrichtenverkehrs wurde nicht gestört», teilte der Pressedienst des russischen Betreibers von Kommunikationssatelliten mit.

Die Folgen des Angriffs würden beseitigt, Personal sei nicht zu Schaden gekommen, heisst es weiter in der Mitteilung. Die Ukraine machte keine Angaben zu den Folgen.

Das Zentrum in Dubna wurde zur Übertragung der Olympischen Spiele 1980 in Moskau eingerichtet. Später organisierte das Zentrum einen direkten Draht zwischen dem Kreml und dem Weissen Haus. Ob das Zentrum auch für militärische Zwecke genutzt wird, ist nicht bekannt. (dpa)

14:41 Uhr

Montag, 22. Juni

Fabrik in Russland brennt nach Raketenangriff

In der westrussischen Millionenstadt Woronesch ist offiziellen Angaben nach eine Fabrik bei einem Angriff mit Marschflugkörpern beschädigt worden. «Zum derzeitigen Moment ist bekannt, dass es drei Verletzte gibt, davon ist einer schwer verletzt», schrieb Woroneschs Gouverneur Alexander Gussew bei Telegram. Seiner Darstellung nach hat die Flugabwehr mehrere «fliegende Hochgeschwindigkeitsziele» über der Stadt entdeckt und vernichtet, zugleich räumte er aber auch Schäden in den Produktionshallen eines Unternehmens ein. Darüber hinaus seien die Fassaden mehrerer Wohnblocks und eine Reihe von Autos zu Schaden gekommen, schrieb er.

Gussew gab keine Details zu dem Unternehmen bekannt. Der ukrainische Generalstab bestätigte später in einer Mitteilung den Angriff. Demzufolge wurde eine Fabrik getroffen, die elektronische Bauteile für Raketen produziert. «Der zerstörten Kapazitäten des Objekts verschlechtern die Fähigkeit Russlands erheblich, neue Raketen zu produzieren», hiess es. Zum Einsatz seien luftbasierte Marschflugkörper gekommen. Diese werden von Flugzeugen verschossen. Kiew verfügt über Storm Shadow aus britischer Produktion. (dpa)

14:39 Uhr

Montag, 22. Juni

Lage auf Krim spitzt sich zu: Kein Benzin mehr für Private

Die von Moskau eingesetzten Behörden auf der seit 2014 von Russland annektierten Schwarzmeer-Halbinsel Krim haben die Unterbringung von Kindern zu Erholungs- und Tourismuszwecken verboten. Das gelte bis zum 1. September, hiess es in einem entsprechenden Dekret.

«In der aktuellen Situation sind diese Massnahmen nötig zur Gewährleistung der öffentlichen Sicherheit», schrieb der von Russland einsetzte Krim-Chef Sergej Aksjonow dazu bei Telegram und bat um Verständnis. Die Krim ist bei russischen Touristen ein beliebtes Reiseziel. Auch Kinderferienlager sind üblich.

Probleme bei Kraftstoff- und Stromversorgung

Die Lage auf der Krim verschärft sich nach ukrainischen Drohnenangriffen. Bereits seit Wochen ist Benzin dort knapp. Nachdem es erst Abgabebeschränkungen gegeben hatte, wird inzwischen gar kein Kraftstoff mehr an Privatleute ausgegeben. Der örtliche Energieversorger Krimenergo teilte ausserdem mit, dass Zeitpläne für Stromsperren eingeführt wurden. Das wiederum hat auch Einfluss auf die Wasserversorgung.

Die Ukraine verteidigt sich mit westlicher Hilfe seit mehr als vier Jahren gegen eine grossangelegte russische Invasion. Der ukrainische Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow hatte vor einer Woche in einem Interview eine Isolation der Halbinsel mittels Drohnenangriffen angekündigt. Für die Ukraine öffne sich mit den Angriffen auf die russischen Nachschublinien ein «Fenster der Möglichkeiten». «Für die Russen beginnt eine Hölle, die sie nur schwerlich meistern werden», sagte Fedorow. (dpa)

13:01 Uhr

Montag, 22. Juni

Es wird immer enger für Russlands Wirtschaft

Es brennt lichterloh in Russlands Ölindustrie. Einer der wichtigsten Wirtschaftszweige steht buchstäblich unter Beschuss. Darunter leiden auch andere Branchen – die Krisenzeichen verdichten sich.

Mehr zum Thema:

21:33 Uhr

Sonntag, 21. Juni

Selenski erwartet Deeskalation von Minsk

Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski erwartet vom belarussischen Machthaber Alexander Lukaschenko konkrete Schritte zur Deeskalation. «Lukaschenko muss über Worte hinaus Deeskalation demonstrieren», sagte er in einem Interview ukrainischer Medien. Eine blosse Entschuldigung des engen Verbündeten Moskaus genüge nicht: «Sein «Ich entschuldige mich» soll er für sich behalten, das funktioniert seit dem ersten Tag des Kriegs nicht mehr.»

Belarus gilt als engster Verbündeter Russlands. Beim Einmarsch in die Ukraine im Februar 2022 griff die russische Armee auch von belarussischem Gebiet aus in Richtung der ukrainischen Hauptstadt Kiew an, musste sich aber nach schweren Verlusten zurückziehen. Selenski spricht seit Wochen davon, dass Russland versuche, Belarus in den Krieg hineinzuziehen, und warnt Minsk davor.

Lukaschenko hatte erst vor Kurzem Moskau und Kiew aufgerufen, den Krieg zu beenden, da ein militärischer Sieg für beide Seiten unrealistisch sei. Zugleich betonte er, die Ukraine habe von Belarus nichts zu befürchten, und entschuldigte sich bei Selenski.

Kiew sieht sich derzeit durch mehrere russische Relaisstationen auf belarussischem Gebiet bedroht. Solche technischen Zwischenstationen leiten Signale weiter; nach ukrainischer Darstellung nutzt Russland sie, um Drohnen bei Angriffen auf Ziele in der Ukraine zu steuern. Selenski hatte Lukaschenko bereits mehrfach aufgefordert, die Anlagen abzubauen: «Wenn sie es nicht abschalten, werden wir es abschalten, Punkt.» (dpa)

09:49 Uhr

Sonntag, 21. Juni

Ukraine attackiert Krim – Tote und viele Verletzte

Bei neuen massiven ukrainischen Drohnenangriffen sind auf der von Russland annektierten Schwarzmeer-Halbinsel Krim nach Behördenangaben im Raum Kertsch mindestens vier Menschen getötet worden. Nach den Attacken gebe es auch 28 Verletzte, teilte der von Moskau eingesetzte Krim-Chef Sergej Aksjonow am Morgen bei Telegram mit. Details nannte er nicht. Nach Berichten in sozialen Netzwerken gab es mehrere Explosionen und Brände in verschiedenen Regionen der Halbinsel.

Im Kraftstoffterminal der Hafenstadt Kertsch sei ein Feuer ausgebrochen, eine grosse Rauchwolke liege über der Region, berichtete das Telegram-Portal «Krymski Weter» am Morgen. Behörden informierten in der Nacht auch über die Schliessung der Krim-Brücke zwischen Kertsch und dem russischen Festland für den Autoverkehr. Auch der Hafen Kawkas auf der russischen Seite der Strasse von Kertsch soll bei dem Angriff getroffen worden sein. (dpa)

19:06 Uhr

Samstag, 20. Juni

Tote bei russischen Luftangriffen auf Ukraines Städte

Bei einem russischen Luftangriff auf die ukrainische Stadt Saporischschja sind nach offiziellen Angaben mindestens vier Menschen ums Leben gekommen. Weitere sechs Bewohner seien verletzt worden, teilte der regionale Militärverwalter Iwan Fedorow auf Telegram mit. Das Stadtzentrum sei von neun Fliegerbomben getroffen worden. Unter einem zerstörten Gebäude würden noch mögliche Opfer vermutet.

Zuvor war die ukrainische Region Dnipro von mehreren russischen Kampfdrohnen sowie weitreichender Artillerie angegriffen worden. Dabei seien an verschiedenen Orten der Oblast mindestens neun Menschen verletzt worden, teilte der regionale Militärverwalter Olexander Ganscha auf Telegram mit. Er veröffentlichte dazu Fotos von Bränden und vom Einsatz von Feuerwehrleuten. Diese Darstellungen konnten nicht unabhängig geprüft werden. (dpa)

18:22 Uhr

Samstag, 20. Juni

Selenski schickt höchsten polnischen Orden zurück

Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski hat die höchste Auszeichnung Polens an Warschau zurückgeschickt. Hintergrund ist ein Streit über die historische Bewertung der Ukrainischen Aufstandsarmee (UPA), die in Polen für Massaker an Zehntausenden Polen während des Zweiten Weltkriegs verantwortlich gemacht wird.

Polens Präsident Karol Nawrocki hatte Selenski den 2023 verliehenen Orden des Weissen Adlers aberkannt, nachdem dieser einer ukrainischen Militäreinheit den Beinamen «Helden der UPA» verliehen hatte. Selenski erklärte, die Auszeichnung sei damals als Ehrung für das ukrainische Volk und die Armee verstanden worden.

In einer scharfen Reaktion verwies Selenski darauf, dass auch Persönlichkeiten wie Benito Mussolini und Zarin Katharina die Grosse zu den Ordensträgern gehörten. Die Ukraine werde darüber jedoch keinen Streit beginnen.

Mehrere ukrainische Spitzenpolitiker kündigten ebenfalls an, polnische Auszeichnungen zurückzugeben. Polens Ministerpräsident Donald Tusk rief beide Seiten zur Mässigung auf und warnte, dass der Konflikt letztlich nur Russland nütze. (dpa)

15:52 Uhr

Samstag, 20. Juni

Russland: Drohnen greifen Raffinerie in Westsibirien an

Drohnen haben nach russischen Behördenangaben eine Ölraffinerie in der westsibirischen Region Tjumen angegriffen. Die Anlage sei nicht beschädigt worden, teilte der Gouverneur des Gebiets, Alexander Moor, mit. Die Mitarbeiter wurden demnach evakuiert. Einsatzkräfte seien am Ort des Absturzes von Trümmern. Tjumen liegt rund 2000 Kilometer von der Grenze zur Ukraine entfernt.

Die Ukraine verteidigt sich mit westlicher Hilfe seit mehr als vier Jahren gegen eine russische Invasion. Bei ihren Gegenangriffen auch im russischen Hinterland nimmt sie vor allem die russische Ölindustrie ins Visier. Damit will Kiew die Treibstoffversorgung der russischen Armee stören und die für Moskaus Kriegsfinanzierung wichtigen Einnahmen aus dem Ölgeschäft schmälern.

Zuletzt weitete die Ukraine ihre Gegenangriffe stark aus. Aus immer mehr russischen Regionen und aus den von Russland besetzten Gebieten gibt es Berichte über Benzinengpässe. Die Regierung in Moskau verhängte ausserdem einen Ausfuhrstopp für Kerosin aus Russland. (dpa)

14:20 Uhr

Freitag, 19. Juni

Toter nach russischem Drohnenangriff auf zwei Frachter

Das russische Militär hat nach ukrainischen Angaben zwei zivile Handelsschiffe im Schwarzen Meer mit Drohnen angegriffen. Ein Besatzungsmitglied eines Schiffes unter der Flagge Panamas sei dabei getötet worden, teilten Vizeregierungschef Olexij Kuleba und die Seehafenverwaltung bei Telegram mit. Zwei weitere Seeleute seien verletzt worden, davon einer schwer. Auf dem zweiten Frachter unter der Flagge von St. Kitts und Nevis sind demnach drei Besatzungsmitglieder leicht verletzt worden.

Die Ukraine wehrt sich seit mehr als vier Jahren gegen die russische Invasion. Trotz ständiger russischer Angriffe auf die Hafeninfrastruktur wurden seit Jahresbeginn bereits 40 Millionen Tonnen an Gütern in ukrainischen Häfen umgeschlagen. (dpa)

07:59 Uhr

Freitag, 19. Juni

Mehrere Verletzte nach russischem Bombardement in Charkiw

Bei einem schweren russischen Luftangriff sind in der ukrainischen Millionenstadt Charkiw offiziellen Angaben nach mindestens neun Menschen verletzt worden, darunter vier Kinder. Mehr als 40 private Wohnhäuser seien durch den Abwurf gelenkter Gleitbomben in der Stadt beschädigt worden, teilte Charkiws Bürgermeister Ihor Terechow bei Telegram mit.

Charkiw liegt nur wenige Kilometer von der Grenze zu Russland entfernt. Die vor dem Krieg zweitgrösste Stadt der Ukraine ist damit eins der häufigsten Ziele russischer Angriffe und wurde in den vier Jahren Krieg stark zerstört. (dpa)

06:07 Uhr

Freitag, 19. Juni

Lawrow sieht in EU keinen geeigneten Verhandlungspartner

Der russische Aussenminister Sergej Lawrow sieht in der Europäischen Union keinen geeigneten Verhandlungspartner, um ein Ende des Ukraine-Kriegs zu erreichen. Das eigentliche Ziel der europäischen Politiker sei nicht, mit Russland zu verhandeln, sondern die Regierung des ukrainischen Präsidenten Wolodimir Selenski zu retten und das Nachbarland als Ausgangspunkt für eine fortgesetzte Konfrontation mit Russland zu erhalten, schrieb Lawrow in einem vom russischen Aussenministerium im Internet veröffentlichten Artikel.

Zuvor hatte ein EU-Beamter bestätigt, dass das Büro von EU-Ratspräsident António Costa Kontakt mit Russland aufgenommen habe für mögliche Verhandlungen über das Ende des Ukraine-Krieges. Es seien jedoch keine inhaltlichen Gespräche geführt worden. Mit seiner unabgesprochenen Kontaktaufnahme zu Russland sorgte Costa bei EU-Staats- und Regierungschefs für Verärgerung.

Lawrow warf in dem Beitrag EU-Politikern vor, ihr Engagement diene nur als Vorwand für eine Expansion des Westens, insbesondere der Nato und der EU, in Richtung der russischen Grenzen. Europa sei an einer Niederlage Moskaus in dem Krieg interessiert, könne nicht als unparteiischer Beobachter betrachtet werden und schreibe Russland «aggressive Pläne» zu. Das sei keine Grundlage für umfassende Gespräche. Lawrow warnte zudem vor möglichen gegenseitigen Atomschlägen mit katastrophalen Folgen bei einer direkten Konfrontation zwischen Russland und der Nato. (dpa)

23:20 Uhr

Donnerstag, 18. Juni

EU verlängert Russland-Sanktionen erstmals um zwölf Monate

Die EU verlängert ihre Wirtschaftssanktionen gegen Russland erstmals nicht nur um sechs, sondern um zwölf Monate. Eine entsprechende Entscheidung trafen die Staats- und Regierungschefs der Mitgliedstaaten am Abend bei ihrem Juni-Gipfel in Brüssel, wie eine Sprecherin von Ratschef António Costa mitteilte. (dpa)

16:59 Uhr

Donnerstag, 18. Juni

Deutschland will Luftverteidigungssystem mit Ukraine bauen

Deutschland und die Ukraine haben den Grundstein für die gemeinsame Entwicklung eines Luftverteidigungssystems gegen ballistische Raketen gelegt. Dazu sei eine Übereinkunft unterzeichnet worden, sagte Verteidigungsminister Boris Pistorius in Brüssel, wo sich die Nato-Verteidigungsminister und die sogenannte Ukraine-Kontaktgruppe trafen.

«Mehrere deutsche Unternehmen sind an diesem Projekt interessiert. Es kann ein wichtiger Beitrag zur Sicherheit in Europa und der Ukraine sein», sagte Pistorius und verwies auf Innovationen und Erfahrungen der Ukraine. «Unsere Partnerschaft ist keine Einbahnstrasse und das schon seit längerer Zeit nicht mehr», sagte er.

Die Unterstützer der Ukraine mobilisierten in Brüssel weitere Militärhilfe für das Land über das Purl-Programm, mit dem Waffen in den USA gekauft werden. Der neue britische Verteidigungsminister Dan Jarvis sagte dazu, nötig seien mehrere Milliarden US-Dollar für Vorhaben, 200'000 Granaten, 100 Patriot-Lenkflugkörper, Drohnen und weitere Waffen zu beschaffen. Pistorius sagte, Deutschland werde sich mit 400 Millionen US-Dollar (knapp 350 Millionen Euro) beteiligen. (dpa)

16:29 Uhr

Donnerstag, 18. Juni

Brüssel bemüht sich in aller Stille um Kontakt zu Moskau

Die EU hat nach Angaben von Unionsvertretern versucht, Gesprächskanäle nach Moskau zu öffnen. «In den vergangenen Wochen gab es kurze Kontakte auf diplomatischer Ebene, um Kommunikationskanäle zu öffnen», sagte ein EU-Vertreter am Donnerstag. Es sei aber nichts Substanzielles besprochen worden. Ein zweiter EU-Vertreter bestätigte die Initiative. Die EU wolle erreichen, dass sie bei möglichen Gesprächen zur Beendigung des Ukraine-Krieges nicht aussen vor bleibt, sagten beide.

Die EU-Vertreter erklärten, EU-Ratspräsident António Costa habe sich «eng mit den europäischen Staats- und Regierungschefs über ein mögliches Engagement gegenüber Russland und die Themen abgestimmt, die zum richtigen Zeitpunkt erörtert werden sollen». Einer der beiden sagte, die EU müsse in jedem denkbaren Szenario spezifische Interessen verteidigen. «Daher ist es wichtig, etablierte diplomatische Kanäle mit Russland zu haben», sagte er, betonte aber auch: «Die EU ist kein Vermittler. Sie unterstützt die Ukraine in ihren Bemühungen um einen gerechten und dauerhaften Frieden.»

Die Regierung in Moskau äusserte sich zunächst nicht. Präsident Wladimir Putin hat Gespräche mit der EU zwar nicht ausgeschlossen, aber wiederholt erklärt, die Union könne bei der Beilegung des Konflikts keinerlei Vermittlerrolle spielen.

Die Nachricht über die Kontaktaufnahmeversuche der EU kam, während die EU-Staats- und Regierungschefs zu ihrem Sommergipfel nach Brüssel reisten, wo der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj nach dem offiziellen Beginn von EU-Beitrittsverhandlungen vor den 27 Staats- und Regierungschefs sprechen dürfte. In der Nacht zu Donnerstag hatte die Ukraine einen ihrer grössten Drohnenangriffe auf Russland seit Beginn des russischen Invasionskrieges vor mehr als vier Jahren gestartet. (dpa)

13:57 Uhr

Donnerstag, 18. Juni

Ukraine und Russland tauschen erneut Leichen aus

Trotz der andauernden Kämpfe haben die Ukraine und Russland erneut Soldatenleichen ausgetauscht. Kiew habe 522 Gefallene zurückerhalten, teilte der ukrainische Koordinationsstab für Kriegsgefangenenbelange mit. Der russischen Seite wurden nach Meldungen staatlicher Agenturen 33 Leichname überstellt.

Seit Anfang 2025 hat Russland damit die Überreste von mehr als 20'000 toten Ukrainern an Kiew übergeben. Moskau erhielt im Gegenzug mehr als 600 Leichen. Aufgrund des langsamen, aber stetigen russischen Vormarsches kann die ukrainische Armee ihre eigenen Leichen nicht immer bergen.

Nur Schätzungen zu militärischen Verlusten

Verlustzahlen unterliegen auf beiden Seiten der Geheimhaltung. Schätzungen gehen für die ukrainische Seite von mehr als 190'000 Toten und Vermissten aus. Auf der russischen Seite werden die unwiederbringlichen Verluste bereits auf mehr als 350'000 geschätzt. Die Vereinten Nationen gaben dabei mit Stand Mai die Zahl der getöteten Zivilisten mit etwas mehr als 16'100 an. (dpa)

09:49 Uhr

Donnerstag, 18. Juni

Flugverkehr in Moskau nach Angriff auf Ölraffinerie gestört

Ukrainische Drohnen haben zum zweiten Mal binnen einer Woche eine Ölraffinerie am Stadtrand von Moskau angegriffen. Sergej Sobjanin, der Bürgermeister der russischen Hauptstadt, erklärte am Donnerstag, die Raffinerie sei von mehreren Drohnen getroffen worden. Das russische Verkehrsministerium teilte mit, Flüge von vier Moskauer Flughäfen seien ausgesetzt worden.

Das russische Verteidigungsministerium sprach von 555 ukrainischen Drohnen, die über verschiedenen Regionen des Landes abgeschossen worden seien. Fast 200 seien allein beim Anflug auf Moskau abgefangen worden.

Der russische Präsident Wladimir Putin befand sich etwa 700 Kilometer östlich von Moskau in Kasan, wo er Vertreter des südostasiatischen Staatenbunds Asean empfing. Sein Berater Juri Uschakow sagte, der zweitägige Gipfel, der am Mittwoch begann, sei dafür gedacht, eine Ausweitung der «strategischen Partnerschaft» Russlands mit den Asean-Nationen auszuloten. (dpa)

01:06 Uhr

Donnerstag, 18. Juni

Selenski spricht erneut mit Trump und Macron

Der ukrainische Staatschef Wolodimir Selenski hat erneut mit US-Präsident Donald Trump und Frankreichs Staatsoberhaupt Emmanuel Macron über den russischen Angriffskrieg gegen sein Land gesprochen. «Ein wichtiges Koordinierungsgespräch, das viel bewirken kann», teilte Selenski auf der Plattform X mit, ohne weitere Details zu nennen.

«Ich danke Präsident Trump für sein Interesse an der Ukraine und seine Bereitschaft, zur Herbeiführung des Friedens beizutragen», sagte Selenski. Er hatte sowohl Trump als auch Macron beim G7-Gipfel im französischen Évian auch persönlich getroffen. Beim Gipfel der Gruppe der sieben führenden Industrienationen (G7) ging es auch um den Krieg in der Ukraine.

Selenski dankt Rutte für Einladung zu Nato-Gipfel

Selenski selbst traf am Abend in Brüssel ein, wo er an dem heute und Freitag angesetzten EU-Gipfel teilnimmt und noch am Abend auch Nato-Generalsekretär Mark Rutte und Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) traf. Am wichtigsten seien die Stärkung der ukrainischen Verteidigung und die Überlassung von Lizenzen der USA zur Produktion von Flugabwehrsystemen, teilte er bei Telegram mit.

Selenski dankte Rutte zudem für die Einladung zum Nato-Gipfel in Ankara am 7. und 8. Juli. Das Streben Kiews in die Nato nennt Russland als einen Hauptgrund für seinen Angriffskrieg gegen die Ukraine, der bereits seit mehr als vier Jahren andauert.

«Wir arbeiten daran, die Ukraine, unsere Zusammenarbeit und unsere diplomatischen Perspektiven zu stärken», teilte Selenski mit. «Frieden ist notwendig. Und wir tun alles, um den Frieden näherzubringen.»

In Brüssel treffen sich heute auch die Verteidigungsminister der Bündnisstaaten der Nato zur Vorbereitung auf den Gipfel. Für Deutschland nimmt Pistorius an den Beratungen teil. Er wird am Nachmittag zudem gemeinsam mit seinem britischen Kollegen ein Treffen der sogenannten Ukraine-Kontaktgruppe leiten. Bei diesem sollen weitere Militärhilfen für die von Russland angegriffene Ukraine koordiniert werden. (dpa)

01:03 Uhr

Donnerstag, 18. Juni

Russland feuert mehrere ballistische Raketen auf Kiew

Das russische Militär hat mehrere Raketen auf Ziele in der Ukraine abgefeuert. «Der Feind greift die Hauptstadt mit ballistischen Raketen an», teilte der Militärgouverneur der Hauptstadt Kiew, Tymur Tkatschenko, bei Telegram mit. In der Innenstadt waren mehrere Explosionen zu hören, berichtete ein Korrespondent der Nachrichtenagentur dpa. Angaben der ukrainischen Luftwaffe zufolge flogen mindestens zwei Raketen in Richtung der Dreimillionenstadt, eine war auf das zentralukrainische Gebiet Poltawa gerichtet. (dpa)

14:14 Uhr

Mittwoch, 17. Juni

Ukrainische Drohne schlägt in Reisebus mit Kindern ein

Beim Einschlag einer Drohne in den Bus einer Schülermannschaft in der westrussischen Region Brjansk ist nach offiziellen Angaben eine Frau getötet worden. Sieben Personen, darunter fünf Kinder, seien ins Krankenhaus eingeliefert worden, teilte das russische Gesundheitsministerium mit. Insgesamt sollen in dem Reisebus 44 Personen gesessen haben, darunter 28 Kinder einer Fussballmannschaft aus dem belarussischen Gomel. Der Bus war demnach zum Badeort Gelendschik an der russischen Schwarzmeerküste unterwegs.

Die Region Brjansk liegt an der Grenze zur Ukraine. Das ukrainische Militär beschiesst Fahrzeuge in der Region intensiv mit Drohnen. Ziel ist es, den Nachschub russischer Invasionstruppen in der Ukraine zu behindern. Allerdings haben ukrainische Drohnen dabei auch schon mehrfach zivile Opfer gefordert.

Das Aussenministerium in Minsk will den Vorfall genau prüfen. Russlands Aussenamtssprecherin Maria Sacharowa sprach derweil nach dem Angriff auf den Bus von einem Terrorangriff und warf der ukrainischen Führung vor, «Jagd auf friedliche Bürger und insbesondere Kinder zu machen». Gleichzeitig wurden in dem seit mehr als vier Jahre währenden Krieg nach Angaben des UN-Kinderhilfswerks (Unicef) mehr als 3400 Kinder in der Ukraine durch russische Angriffe verletzt oder getötet. (dpa)

12:55 Uhr

Mittwoch, 17. Juni

Ukrainischer Präsident begrüsst G7-Zusagen

Beim G7-Gipfel in Frankreich hat die Ukraine laut Präsident Wolodimir Selenski wichtige Zusagen für weitere Unterstützung in ihrem Abwehrkampf gegen Russland erhalten.
Die Spitzenpolitiker der führenden Industrienationen versprachen, die ukrainische Luftverteidigung zu stärken, die Energieversorgung des Landes zu sichern und den internationalen wirtschaftlichen Druck auf Moskau zu erhöhen.

«Der G7-Gipfel in Frankreich hat wichtige Ergebnisse für die Ukraine gebracht», schrieb Selenski am Mittwoch auf der Plattform X. Vor allem sei eine weitere Stärkung der ukrainischen Luftverteidigung vereinbart worden. «Unsere Partner werden unsere Verteidigung und unsere Widerstandsfähigkeit im Energiebereich unterstützen.» Selenski erklärte zudem, dass neue Sanktionen gegen Moskau verhängt würden.

Seit dem russischen Einmarsch in die Ukraine im Februar 2022 hat der ukrainische Staatschef viel Zeit darauf verwendet, internationale Unterstützung für sein Land zu sichern und den russischen Präsidenten Wladimir Putin diplomatisch zu isolieren. Es wurde erwartet, dass Selenski am Donnerstag an einem Gipfeltreffen der Europäischen Union in Brüssel teilnimmt. Am Montag hatte die EU offiziell Beitrittsverhandlungen mit der Ukraine aufgenommen. (dpa)

06:15 Uhr

Mittwoch, 17. Juni

Russische Luftangriffe auf Saporischschja setzen Wohnblock in Flammen

Bei russischen Luftangriffen auf die Stadt Saporischschja im Südosten der Ukraine hat es in der Nacht nach Behördenangaben mindestens ein Todesopfer und sieben Verletzte gegeben. Wegen russischer Drohnen im Luftraum galt am Morgen eine Warnung vor weiteren Einschlägen für die Bevölkerung, wie die Nachrichtenseite «The Kyiv Independent» berichtete. Laut Militärgouverneur Iwan Fedorow sei vor allem zivile Infrastruktur beschädigt worden und ein mehrstöckiger Wohnblock in Flammen aufgegangen.

Nach Polizeiangaben sei ein Mann - das einzige Todesopfer - getötet worden, als eine von Dutzenden russischen Drohnen sein Auto getroffen habe, hiess es in dem Bericht. Ziel der Luftangriffe war demnach ein Wohngebiet, auch die örtliche Universität und ein Einkaufszentrum sollen beschädigt worden sein. Die Angaben liessen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen.

Luftangriffe werden intensiver - Opferzahlen steigen

Saporischschja ist vor allem für sein riesiges Atomkraftwerk bekannt, das russische Truppen zu Kriegsbeginn im Frühjahr 2022 eroberten. Das mit sechs Reaktoren und einer Nennleistung von rund 6000 Megawatt grösste AKW Europas wurde bei der jüngsten Attacke anscheinend nicht getroffen.

Die Ukraine wehrt sich seit mehr als vier Jahren gegen Russlands Angriffskrieg, den das Nachbarland inzwischen vor allem mit Raketen und Drohnen führt. Zwar arbeitet die Drohnenabwehr der Ukrainer effektiv, dennoch richten russische Raketen nach wie vor grosse Schäden an.

Die Intensität der Angriffe und die Zerstörungskraft der von Russland eingesetzten Waffentypen hat in den vergangenen Wochen und Monaten nochmals zugenommen: Der Mai war nach Angaben der Vereinten Nationen mit 274 Todesopfern und fast 1.800 Verletzten der verheerendste Kriegsmonat seit Beginn der russischen Invasion im Februar 2022. (dpa)

21:18 Uhr

Dienstag, 16. Juni

Trump kündigt weiteres Treffen mit Selenski bei G7-Gipfel an

US-Präsident Donald Trump will sich auf dem G7-Gipfel ein weiteres Mal mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodimir Selenski treffen. Ob es sich um ein Zweiergespräch handelt oder weitere Teilnehmer dabei sein werden, liess Trump bei seiner Ankündigung offen. «Russland sollte eine Einigung erzielen», sagte Trump zum Ukraine-Krieg. Ein weiteres Treffen mit Trump am Mittwoch sei möglich, bestätigte Selenski später gegenüber Journalisten. Auf seinem Telegram-Kanal veröffentlichte er Bilder eines Gesprächs mit Trump und US-Aussenminister Marco Rubio.

Wolodimir Selenskij und Donald Trump sprechen beim G7-Gipfel über die Lage in der Ukraine.
Bild: EPA

Der Ukrainer war bereits am Morgen bei einem Gespräch der G7-Länder dabei gewesen. Selenski hatte bei Telegram nach seiner Ankunft beim Gipfel mitgeteilt, dass für die Ukraine eine Stärkung der Flugabwehr das wichtigste Ziel sei. Es brauche zudem diplomatische Anstrengungen, damit Russland seinen Krieg beende.

Die G7-Staaten wollen nach der Einigung auf ein Abkommen zur Beendigung des Iran-Kriegs auch die stockenden Ukraine-Verhandlungen wieder in Gang bringen. Zuletzt hatte sich Vermittler USA beim Ukraine-Krieg auch mit Blick auf den eigenen Krieg im Iran eher zurückgehalten. (dpa)

21:15 Uhr

Dienstag, 16. Juni

Ukrainischer Kampfjet abgestürzt – Piloten tot

Beim Absturz eines ukrainischen Kampfflugzeugs vom Typ Su-24 sind nach offiziellen Angaben beide Piloten ums Leben gekommen. Der Absturz habe sich am Abend in der Region Chmelnyzkyj im Westen des Landes ereignet, teilten die ukrainischen Luftstreitkräfte mit. «Die Ursachen und Umstände der Katastrophe werden geprüft», heisst es in der Mitteilung des Militärs.

Die Ukraine verteidigt sich seit mehr als vier Jahren gegen die von Russland betriebene Invasion des Landes. Das russische Militär hat dabei ein starkes Übergewicht an Flugzeugen, die es in der Vergangenheit immer wieder zu Luftangriffen auf den Nachbarn genutzt hat. Der Verlust jedes einzelnen Kampfjets wiegt für Kiew daher schwer. (dpa)

19:48 Uhr

Dienstag, 16. Juni

Kreml: Keine Einladung zu Treffen mit Selenski erhalten

Der Kreml weiss nach eigenen Angaben nichts über den Vorschlag eines Treffens zwischen Russlands Präsident Wladimir Putin und seinem ukrainischen Amtskollegen Wolodimir Selenski. Beim Telefonat zwischen Putin und US-Präsident Donald Trump am Sonntag zu dessen 80. Geburtstag sei die Möglichkeit eines Treffens am Rande des G7-Gipfels nicht besprochen worden, sagte Putins aussenpolitischer Berater Juri Uschakow.

Auf die Frage, ob so ein Treffen überhaupt möglich sei, antwortete Uschakow ausweichend: «Niemand ist mit diesem Vorschlag an uns herangetreten.» Selenski hatte Putin zuerst Anfang Juni zum Internationalen Wirtschaftsforum in St. Petersburg in einem offenen Brief ein Treffen auf neutralem Boden vorgeschlagen. Die Offerte hatte Putin abgelehnt, den Ton als unverschämt zurückgewiesen.

Später sagte Selenski, in Absprache mit dem Bund der westlichen Industrienationen G7 sei Moskau sei ein Treffen in Frankreich angeboten worden - auch das habe der Kreml abgelehnt. Deswegen habe er mit Trump bei einem Telefonat nun die Möglichkeit einer direkten Zusammenkunft mit Putin in den USA besprochen, teilte der Ukrainer zuletzt mit.

Russland führt seit mehr als vier Jahren Krieg gegen die Ukraine. Obwohl die Lage militärisch zuletzt zunehmend in einer Sackgasse gelandet ist, fordert Moskau weiterhin territoriale Zugeständnisse für einen Frieden. (dpa)

17:55 Uhr

Dienstag, 16. Juni

Britisches Militär prüft Bericht über Warnschüsse im Ärmelkanal

Das britische Militär untersucht einen Bericht, wonach ein russisches Kriegsschiff im Ärmelkanal Warnschüsse auf eine Jacht abgegeben haben soll. Das Verteidigungsministerium in London teilte mit, man prüfe Berichte über einen Vorfall am Dienstag.

Zuvor hatte eine in Grossbritannien registrierte Jacht gemeldet, südlich der Isle of Wight und damit ausserhalb der britischen Hoheitsgewässer von einem Schiff der russischen Marine beschossen worden zu sein. Berichte über Verletzte oder Schäden lagen nicht vor. Ein Schiff der Königlichen Marine, die «HMS Mersey», beobachtete zum Zeitpunkt des mutmasslichen Zwischenfalls das russische Schiff.

Zwei Tage zuvor hatten bewaffnete britische Einsatzkräfte im Ärmelkanal einen mit Sanktionen belegten Tanker aufgebracht und festgesetzt, der im Verdacht steht, zur russischen Schattenflotte zu gehören. Die Behörden bringen die beiden Ereignisse nicht miteinander in Verbindung.

Gegen den Kapitän des Schiffes, einen indischen Staatsangehörigen, wurde nach einem Gerichtstermin am Dienstag Untersuchungshaft verhängt. Ihm wird der Transport von russischem Öl unter Verstoss gegen internationale Sanktionen vorgeworfen. (dpa)

16:37 Uhr

Dienstag, 16. Juni

Selenski sagt: «Russland muss gezwungen werden» – doch Trump zeigt ihm nur die kalte Schulter

Nach dem Iran-Abkommen sucht der G7-Gipfel auch einen Ausweg aus dem Ukraine-Krieg. Doch Putin bleibt hart – weshalb sich die grossen Sieben zu neuen Sanktionen gegen Russland durchringen. (chm)

Mehr zum Thema:

15:42 Uhr

Dienstag, 16. Juni

Trump stellt Rückkehr zu Öl-Sanktionen gegen Russland in Aussicht

US-Präsident Donald Trump hat angekündigt, die wegen des Iran-Kriegs gelockerten Öl-Sanktionen gegen Russland möglicherweise bald wieder vollständig in Kraft zu setzen. Als Grund nannte er die Entspannung auf dem Ölmarkt.

Die USA hatten die Sanktionen vorübergehend gelockert, nachdem die Blockade der Strasse von Hormus die Energiepreise weltweit stark ansteigen liess. Die Ausnahmeregelung erlaubte den Verkauf von russischem Öl, das sich bereits auf Tankern befand, um die Versorgung der Märkte zu stabilisieren.

Trump liess offen, wann die Lockerungen auslaufen könnten und ob darüber hinaus zusätzliche Strafmassnahmen gegen Russland geplant sind. Kritiker hatten die Ausnahmen bemängelt, weil sie Moskau zusätzliche Einnahmen verschaffen könnten. Russland finanziert einen erheblichen Teil seines Kriegs gegen die Ukraine mit Erlösen aus dem Ölgeschäft. (dpa)

14:15 Uhr

Dienstag, 16. Juni

Von der Leyen bei G7: Blatt wendet sich für Ukraine

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat sich nach G7-Beratungen mit US-Präsident Donald Trump optimistisch gezeigt, dass in die Bemühungen um ein Ende des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine neuer Schwung kommt. «Das Blatt wendet sich für die Ukraine», erklärte sie nach einer Arbeitssitzung bei dem G7-Gipfel führender westlicher Demokratien in Frankreich. Die Lage im Jahr 2026 unterscheide sich stark von der im Jahr 2025. Während die Ukraine mutig die Front halte, zeige sich Russlands Erschöpfung offen.

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen (links) und EU-Ratspräsident António Costa nehmen am G7-Gipfel in Évian teil. Die Unterstützung der Ukraine und die weitere Haltung gegenüber Russland gehören zu den zentralen Themen des Treffens.
Bild: AP

Es sei nun der Moment, die Unterstützung für die Ukraine noch einmal deutlich zu verstärken, schrieb von der Leyen in sozialen Medien. Die G7 stehe solidarisch hinter einer starken und souveränen Ukraine. (dpa)

13:43 Uhr

Dienstag, 16. Juni

G7-Staaten wollen Druck auf Russland erhöhen

Die G7-Staaten haben sich beim Gipfel im französischen Évian darauf verständigt, den Druck auf Russland zu verstärken und die Unterstützung für die Ukraine auszubauen. Ziel ist es, Moskau zu neuen Verhandlungen über ein Ende des Krieges zu bewegen.

Nach Angaben aus der deutschen Delegation waren sich alle Teilnehmer, darunter auch US-Präsident Donald Trump, einig, dass sich die Lage der Ukraine auf dem Schlachtfeld verbessert habe. Russland könne den Krieg nicht gewinnen und stehe zunehmend unter Druck.

An den Gesprächen nahmen neben Trump und dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj auch die Staats- und Regierungschefs Deutschlands, Frankreichs, Grossbritanniens, Italiens, Kanadas und Japans teil. Die europäischen Staaten seien dabei geschlossen aufgetreten.

Deutschland, Frankreich und Grossbritannien wollen die ins Stocken geratenen Friedensbemühungen wieder vorantreiben. Sollte es zu neuen Verhandlungen kommen, wollen die Europäer künftig ebenfalls mit am Verhandlungstisch sitzen. (dpa)

13:04 Uhr

Dienstag, 16. Juni

London verhängt neue Sanktionen gegen russische Schattenflotte

Grossbritannien hat neue Sanktionen gegen die sogenannte russische Schattenflotte angekündigt. Unter anderem würden Schiffe sanktioniert, die Russland kürzlich gekauft habe, um Flüssigerdgas aus seinem sanktionierten Projekt «Arctic LNG 2» zu transportieren, teilte die Regierung in London am Dienstag mit. Betroffen seien auch Finanznetzwerke, die Russland nutze, um westliche Sanktionen wegen des Ukraine-Krieges zu umgehen. Die russische Schattenflotte besteht aus veralteten Schiffen und Tankern, die intransparenten Unternehmen mit Sitz in Ländern gehören, die keine Sanktionen gegen Russland verhängt haben. Die Schiffe sind havarieanfällig und gelten deshalb auch als Gefahr für die Umwelt. (dpa)

13:03 Uhr

Dienstag, 16. Juni

Trump kündigt weiteres Treffen mit Selenski bei G7-Gipfel an

US-Präsident Donald Trump will sich auf dem G7-Gipfel ein weiteres Mal mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodimir Selenski treffen. Ob es sich um ein Zweiergespräch handelt oder weitere Teilnehmer dabei sein werden, liess Trump bei seiner Ankündigung offen. «Russland sollte eine Einigung erzielen», sagte Trump zum Ukraine-Krieg. Selenski war bereits am Morgen bei einem Gespräch der G7-Länder dabei gewesen. (dpa)

13:00 Uhr

Dienstag, 16. Juni

Festnahmen nach Schüssen auf russischen Künstler in Polen

Die polnische Staatsanwaltschaft hat den tödlichen Anschlag auf einen exilierten russischen Künstler und Kritiker von Kremlchef Wladimir Putin offiziell bestätigt. Zwei Männer aus Weissrussland seien festgenommen worden, teilte die Behörde im ostpolnischen Verwaltungsbezirk Lublin mit. «Die Beteiligung dieser beiden Männer und ihr Zusammenhang mit diesem Vorfall werden derzeit untersucht», sagte Sprecher Marcin Kozak nach Angaben der Nachrichtenagentur PAP. Es sei aber noch keine Anklage erhoben worden.

Der 44-jährige Künstler mit dem Pseudonym Semjon Skrepezki war am Montag in der Kleinstadt Biala Podlaska niedergeschossen worden. Skrepezki hat sich mit Spottzeichnungen über Kremlchef Putin, den weissrussischen Machthaber Alexander Lukaschenko oder Sowjetdiktator Josef Stalin einen Namen gemacht.

Sicherheitsbehörden in mehreren europäischen Ländern haben vor möglichen Anschlägen auf russische Regierungsgegner im Exil gewarnt oder solche Attentate verhindert. (dpa)

11:08 Uhr

Dienstag, 16. Juni

Macron begrüsst Selenski bei G7-Gipfel in Frankreich

Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski ist auf dem G7-Gipfel in Frankreich eingetroffen. Der französische Präsident Emmanuel Macron empfing Selenski am Dienstag in Évian-les-Bains am Genfersee. Ausserdem sprachen Bundeskanzler Friedrich Merz und die Regierungschefs von Grossbritannien, Kanada, Italien und Japan mit EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen. Anschliessend sollte am Vormittag eine Arbeitssitzung mit den G7-Staats- und Regierungschefs zur Erörterung des Ukraine-Krieges stattfinden. Macron erklärte, er werde versuchen, Trump davon zu überzeugen, die Ukraine weiterhin zu unterstützen und den Druck auf Russland zu erhöhen, um ein Friedensabkommen zu erreichen. (dpa)

19:43 Uhr

Montag, 15. Juni

EU startet Beitrittsverhandlungen mit der Ukraine

Die Europäische Union hat offiziell die Beitrittsverhandlungen mit der Ukraine aufgenommen. Vertreter beider Seiten eröffneten in Luxemburg den ersten Verhandlungsabschnitt, der unter anderem Justiz, Grundwerte und Sicherheitsfragen umfasst.

Nach einer zweijährigen Blockade durch Ungarn gilt der Schritt als wichtiges politisches Signal an die Ukraine. Das von Russland angegriffene Land muss nun in den kommenden Jahren nachweisen, dass es die Voraussetzungen für einen EU-Beitritt erfüllt. Dazu gehören weitere Reformen, etwa bei Rechtsstaatlichkeit und Korruptionsbekämpfung.

Möglich wurde der Fortschritt nach dem Regierungswechsel in Ungarn. Der neue Ministerpräsident Péter Magyar hatte seine Zustimmung an eine Einigung über die Rechte der ungarischen Minderheit in der Ukraine geknüpft. Parallel wurden auch die Beitrittsverhandlungen mit Moldau eröffnet.

Bundesaussenminister Johann Wadephul sprach von einem «historischen Zeitpunkt», EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen von einem «gewaltigen Schritt nach vorn». Die Verhandlungen dürften sich jedoch über viele Jahre hinziehen. (dpa)

17:54 Uhr

Montag, 15. Juni

EU-Ratschef: G7-Gipfel tagt in entscheidendem Moment

EU-Ratschef António Costa hat das G7-Treffen mit US-Präsident Donald Trump als möglicherweise wegweisend in den Bemühungen um ein Ende des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine bezeichnet. «Die Geschlossenheit und Entschlossenheit der G7 sind entscheidend, um dazu beizutragen, diesen Krieg zu beenden und einen gerechten und dauerhaften Frieden zu erreichen», sagte er kurz vor dem Beginn des G7-Treffens führender westlicher Demokratien in Évian in Frankreich.

Grundsätzlich gelte, dass der Gipfel zu einem entscheidenden Zeitpunkt stattfinde, denn niemand könne die aktuellen Herausforderungen allein bewältigen. «Die Entscheidungen, die wir hier treffen, werden ein klares Signal für unsere Bereitschaft senden, zu handeln, zusammenzuarbeiten und die Prinzipien zu verteidigen, die der globalen Stabilität zugrunde liegen», sagte Costa.

Zu den geplanten Gesprächen über den Ukraine-Krieg ergänzte der frühere portugiesische Regierungschef, es sei bedeutend, dass auch der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenski als Gast an den Diskussionen teilnehme. «Dieser Konflikt dauert inzwischen länger als der Erste Weltkrieg», sagte er. Die menschlichen Kosten seien immens und würden weiter ansteigen. (dpa)

17:04 Uhr

Montag, 15. Juni

Selenski wollte Treffen mit Putin bei G7

Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski hat nach eigenen Angaben ein Treffen mit Kremlchef Wladimir Putin beim G7-Gipfel in Frankreich vorgeschlagen, aus Moskau aber eine Absage erhalten. «Vor Beginn des G7-Gipfels haben wir zu verstehen gegeben, dass wir bereit sind, uns während des G7-Gipfels mit Putin zu treffen, da dort (US-Präsident Donald) Trump und (Frankreichs Präsident Emmanuel) Macron anwesend sind», sagte Selenski vor Journalisten in Kiew. Er sah sich dort die Schäden an der Hauptkathedrale des orthodoxen Höhlenklosters nach einem schweren russischen Luftangriff an.

Selenskyj vor den Schäden eines russischen Angriffs in Kiew: Der ukrainische Präsident wollte Putin laut eigenen Angaben am G7-Gipfel treffen.
Bild: AP
Ukraine's President Volodymyr Zelenskyy looks on as he arrives at Marselisborg Castle on the occasion of Denmark taking over the EU presidency, in Aarhus, Denmark, Thursday, July 3, 2025. (Henning Bagger/Ritzau Scanpix via AP) Denmark EU Presidency

Eine Bestätigung aus den G7-Ländern für einen Vorstoss Selenskis gab es nicht. Die Äusserungen dürften auch dazu gedacht sein, den Kreml unter Druck zu setzen. Ein Treffen mit Putin wäre kurzfristig kaum zu organisieren gewesen. Der Kremlchef hat immer betont, dass er sich mit Selenski nur in Moskau oder bei einer endgültigen Regelung des Konflikts treffen werde – davon sind beide Seiten nach mehr als vier Jahren des russischen Angriffskriegs weit entfernt.

Die G7 mit Deutschland, Grossbritannien, Frankreich, Italien, Kanada, Japan und den USA trifft sich ab heute in dem französischen Alpenkurort Évian am Genfer See. Selenski wird am Dienstag als Gast bei dem Gipfel erwartet. (dpa)

16:41 Uhr

Montag, 15. Juni

Macron drängt Trump zu weiterer Ukraine-Hilfe

Der französische Präsident Emmanuel Macron will US-Präsident Donald Trump dazu bewegen, die Ukraine weiterhin zu unterstützen und den Druck auf Russland zu erhöhen. Macron sagte dem französischen Sender TF1, er wolle, dass die USA signalisieren: «Wir stehen an eurer Seite, wir werden die Ukraine weiterhin unterstützen und wir werden den Druck auf Russland erhöhen, um zu ernsthaften Verhandlungen zu gelangen.»

Macron wollte Trump im Laufe des Tages am Rand des G7-Gipfels im französischen Kurort Évian-les-Bains treffen. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj will voraussichtlich am Dienstag zu Gesprächen dazustossen. Der französische Präsident sagte, bei den Verhandlungen müssten die Ukraine und Russland am Tisch sitzen, aber auch Europäer und Amerikaner. (dpa)

16:40 Uhr

Montag, 15. Juni

Trump, Selenski, Handelsstreit – und Parmelin am Galadinner: Der G7-Gipfel in 7 Punkten

Der Club der grossen westlichen Industriestaaten hat ein konfliktreiches Gipfelprogramm – und einen sehr sichtbaren Elefanten im Raum. Was ist Evian besprochen wird. (chm)

Mehr zum Thema:

15:45 Uhr

Montag, 15. Juni

EU verschärft Sanktionen gegen Russlands Kriegswirtschaft

Die EU hat neue Sanktionen gegen Unternehmen und Personen beschlossen, die Russlands Rüstungsindustrie unterstützen oder am Transport russischer Energierohstoffe beteiligt sind. Zudem wurden Strafmassnahmen gegen 15 Personen und eine Organisation verhängt, die mit dem Tod des Kremlkritikers Alexej Nawalny in Verbindung gebracht werden.

EU-Aussenbeauftragte Kaja Kallas kündigte neue Sanktionen gegen Russlands Rüstungsindustrie und die sogenannte Schattenflotte an.
Bild: EPA

Nach Angaben des Rates der EU-Mitgliedstaaten richten sich die Massnahmen unter anderem gegen Hersteller und Lieferanten von Drohnen und militärischer Ausrüstung sowie gegen Akteure, die russische Aktivitäten in Drittstaaten unterstützen. Auch Personen und Organisationen, denen Einfluss- und Desinformationskampagnen gegen die EU vorgeworfen werden, stehen neu auf der Sanktionsliste.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der sogenannten russischen Schattenflotte. Die EU verhängte Sanktionen gegen 24 zusätzliche Unternehmen, die am Transport und Export von russischem Rohöl und Erdölprodukten beteiligt sein sollen. Betroffen sind auch Firmen mit Sitz in Liberia, der Türkei, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Aserbaidschan und Hongkong. Die Schattenflotte wird von Moskau genutzt, um westliche Preisobergrenzen für russisches Öl zu umgehen.

Im Zusammenhang mit dem Tod von Nawalny wurden unter anderem Richter, Staatsanwälte, Geheimdienstmitarbeiter und medizinisches Personal sanktioniert. Ihnen wird eine Beteiligung an Verfolgung, Vergiftung und Tod des Oppositionspolitikers vorgeworfen. Für die Betroffenen gelten Einreiseverbote in die EU, zudem werden Vermögenswerte eingefroren.

Parallel arbeitet die EU bereits an einem weiteren Sanktionspaket. Dieses könnte zusätzliche Massnahmen gegen den Finanz- und Energiesektor sowie gegen russische Fischereiunternehmen umfassen. Zudem soll die Ukraine bei Cyberangriffen künftig auf Unterstützung einer EU-Reserve unter Führung der Cybersicherheitsagentur ENISA zurückgreifen können. (dpa)

13:17 Uhr

Montag, 15. Juni

Elf Tote bei Angriffen auf Ukraine – Höhlenkloster in Kiew in Brand

Bei einem grossangelegten russischen Angriff auf die Ukraine sind in der Nacht zum Montag ukrainischen Angaben zufolge mindestens elf Menschen getötet und Dutzende verletzt worden. «So zeigt Russland der Welt seine Absicht, den Krieg fortzusetzen», schrieb Selenski in einem von mehreren Beiträgen auf der Plattform X, in denen er Details zu den Opferzahlen und Schäden mitteilte.

Er forderte die Gruppe der sieben grossen Industrienationen (G7), die zu einem Gipfel zusammenkommen, bei dem auch Selenski selbst erwartet wird, zum Handeln auf. Neben Angriffen auf Wohngebiete und Ersthelfer kritisierte er insbesondere einen Brand am Kiewer Höhlenkloster, der seinen Angaben zufolge von russischen Drohnen ausgelöst wurde.

Selenski am Angriffsort

Die Brände an der Klosteranlage und am Kultur- und Museumskomplex Mystezkyj Arsenal seien gelöscht worden, teilte Selenski auf X mit und postete ein Video davon, wie er die Schäden in Augenschein nahm. Er sprach von 35 Verletzten allein in Kiew und 53 im ganzen Land.

Wolodimir Selenski besucht das niedergebrannte Höhlenkloster.
Bild: Ukrainian Presidential Press Office

Fünf Tote meldete Bürgermeister Vitali Klitschko aus Kiew. Fünf Rettungskräfte kamen in Charkiw bei einem russischen Angriff ums Leben, während sie einen Brand bekämpften, der durch einen vorherigen Angriff ausgelöst worden war, wie Innenminister Ihor Klymenko mitteilte. Mindestens sechs weitere Einsatzkräfte sowie drei Zivilisten seien verletzt worden. Wo genau das elfte Todesopfer ums Leben kam, von dem Selenski auf X sprach, blieb zunächst unklar.

In Kiew waren mehrere heftige Explosionen zu hören. Viele Menschen suchten Schutz in U-Bahn-Stationen und anderen Schutzräumen. «Kiew ist das Hauptziel der Angriffe. Es gibt erhebliche Schäden an ziviler Infrastruktur», sagte Klymenko. (dpa)

05:29 Uhr

Montag, 15. Juni

Russische Angriffe auf Kiew setzen historisches Heiligtum in Brand

Bei einem grossangelegten russischen Angriff auf die Ukraine sind am Montag ukrainischen Angaben zufolge fünf Rettungskräfte in Charkiw getötet und mindestens 20 Menschen in der Hauptstadt Kiew verletzt worden. Die Angriffe setzten Wohnhäuser in Brand und lösten ein Feuer an einer der bedeutendsten religiösen Stätten des Landes aus.

Die Rettungskräfte kamen in Charkiw bei einem russischen Angriff ums Leben, während sie einen Brand bekämpften, der durch einen vorherigen Angriff ausgelöst worden war, wie Innenminister Ihor Klymenko mitteilte. Mindestens fünf weitere Einsatzkräfte seien verletzt worden.

In Kiew waren mehrere heftige Explosionen zu hören. Viele Menschen suchten Schutz in U-Bahn-Stationen und anderen Schutzräumen. «Kiew ist das Hauptziel der Angriffe. Es gibt erhebliche Schäden an ziviler Infrastruktur», sagte Klymenko.

Nach Angaben von Tymur Tkatschenko, Militärgouverneur der Hauptstadt, suchten 20 Menschen, darunter ein Kind, medizinische Hilfe auf. Tkatschenko warf Russland vor, Wohnhäuser gezielt anzugreifen. «Das ist ihre bewusste Entscheidung», sagte er.

Erhebliche Schäden entstanden zudem am Kiewer Höhlenkloster, einem bedeutenden historischen Klosterkomplex. Dort brach ein schweres Feuer aus. Tkatschenko beschuldigte Russland, bewusst «das Herz eines der grössten christlichen Heiligtümer» angegriffen zu haben.

Das Dach der Mariä-Entschlafens-Kathedrale fing Feuer, erklärte Metropolit Epiphanius, das Oberhaupt der Orthodoxen Kirche der Ukraine. Er verurteilte den Angriff als russisches Verbrechen «gegen die Menschlichkeit, gegen die Geschichte, gegen das Christentum».

Der weitläufige Komplex aus Klöstern und Kirchen entstand zwischen dem 11. und 19. Jahrhundert. Einige der Kirchen des zu dem Unesco-Weltkulturerbe gehörenden Ensembles sind durch ein weit verzweigtes Höhlensystem von mehr als 600 Metern Länge miteinander verbunden. (dpa)

13:32 Uhr

Sonntag, 14. Juni

Behörden: Ein Toter bei ukrainischem Drohnenangriff in Russland

Bei einem ukrainischen Drohnenangriff ist nach Behördenangaben im Südwesten Russlands ein Mensch getötet worden. Der Gouverneur der Region Orjol, Andrej Klytschkow, teilte am Sonntag mit, neun weitere Menschen seien bei dem Angriff auf ein Wohngebäude in der gleichnamigen Regionalhauptstadt verletzt worden.

Bei einem separaten Angriff soll eine Öleinrichtung erfasst worden sein. Örtlichen Behördenangaben in der russischen Region Jaroslawl zufolge, rund 700 Kilometer von der Grenze zur Ukraine entfernt, fingen mehrere Treibstofflager nach einem Drohneneinschlag Feuer. Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski teilte mit, die ukrainischen Truppen hätten «eine Öleinrichtung, die wichtig für den Vorrat des Aggressorstaats war», in der Region Jaroslawl angegriffen.

Die Ukraine hat im Abwehrkampf gegen die russischen Angriffstruppen in den vergangenen Monaten verstärkt Öl- und Gaseinrichtungen Russlands ins Visier genommen. Sie begründet das damit, dass der Energiesektor den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine finanziere. (dpa)

08:42 Uhr

Sonntag, 14. Juni

Ukraine trifft Industrieanlagen in Russland

Die Ukraine hat mit Drohnenangriffen auf Russland in Industrieanlagen in den Gebieten Tula und Jaroslawl Brände ausgelöst. In der südlich von Moskau gelegenen Region Tula berichtete Gouverneur Dmitri Miljajew, dass Trümmer einer abgeschossenen Drohne auf das Gelände einer Chemiefabrik in Nowomoskowsk gefallen seien. In sozialen Netzwerken gab es Berichte und nicht überprüfbare Videoaufnahmen von einem Brand. Demnach wurde der für die Kriegswirtschaft wichtige Betrieb Asot getroffen.

Asot ist eines der grössten Chemiewerke Russlands, das vor allem Dünger, aber auch Bestandteile für die Produktion von Munition in Rüstungsbetrieben herstellt. Der Gouverneur machte zunächst keine Angaben zum Ausmass der Schäden oder möglichen Gesundheitsgefahren für die Bevölkerung.

Im Gebiet Jaroslawl sprach Gouverneur Michail Jewrajew von einem Drohnenangriff auf Industrieobjekte für die Lagerung von Kraftstoffen. Es sei zu einem Brand gekommen. Verletzte gebe es nicht, teilte der Beamte mit.

07:34 Uhr

Sonntag, 14. Juni

Selenski kündigt mehrere Treffen an

Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski hat für die kommenden Wochen intensive Gespräche mit den Partnerstaaten auf mehreren Gipfeltreffen angekündigt. Es gehe um neue Sanktionen gegen den Kriegsgegner Russland, mehr Unterstützung für die Ukraine und dabei besonders Flugabwehr und weitreichende Waffen, sagte der Staatschef in einer Videobotschaft. Kiew hofft zudem auf Fortschritte beim Abschluss von Abkommen, die Investitionen in die ukrainische Drohnenproduktion gegen die Lieferung fertiger Drohnen vorsehen.

Ausdrücklich nannte er dabei das Treffen der wirtschaftsstarken G7-Staaten in Frankreich zu Beginn der Woche und im Anschluss den EU-Gipfel in Brüssel. Zudem führte Selenski den Nato-Gipfel in der zweiten Juliwoche in der Türkei an. (sda)

22:17 Uhr

Samstag, 13. Juni

Selenski kündigt Reisen zu Gipfeln von G7, EU und Nato an

Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski hat für die kommenden Wochen intensive Gespräche mit den Partnerstaaten auf mehreren Gipfeltreffen angekündigt. Es gehe um neue Sanktionen gegen den Kriegsgegner Russland, mehr Unterstützung für die Ukraine und dabei besonders Flugabwehr und weitreichende Waffen, sagte der Staatschef in einer Videobotschaft. Kiew hofft zudem auf Fortschritte beim Abschluss von Abkommen, die Investitionen in die ukrainische Drohnenproduktion gegen die Lieferung fertiger Drohnen vorsehen.

Ausdrücklich nannte er dabei das Treffen der wirtschaftsstarken G7-Staaten in Frankreich zu Beginn der Woche und im Anschluss den EU-Gipfel in Brüssel. Zudem führte Selenski den Nato-Gipfel in der zweiten Juliwoche in der Türkei an.

Die Ukraine wehrt sich mit westlicher Hilfe seit mehr als vier Jahren gegen eine russische Invasion. (dpa)

06:17 Uhr

Samstag, 13. Juni

Höchststand ziviler Opfer in der Ukraine seit April 2022

Die Vereinten Nationen haben in der von Russland angegriffenen Ukraine im Mai einen Höchststand an verletzten und getöteten Zivilisten innerhalb eines Monats seit April 2022 registriert. Mindestens 274 Menschen seien im Mai getötet und weitere 1.763 verletzt worden, heisst es in einem Bericht des Büros des Hohen Kommissars für Menschenrechte. Das entspreche einem Anstieg um 93 Prozent im Vergleich zum Mai 2025, wo demnach 191 Tote und 865 Verletzte registriert worden waren.

Auf Angriffe mit Raketen und Drohnen gehen demnach 45 Prozent der Opfer zurück, meist in Städten fernab der Front wie Kiew und Dnipro. Nahe der Front seien Drohnen mit kurzer Reichweite die Hauptursache für zivile Opfer gewesen. Noch nie seit Kriegsbeginn seien damit so viele Menschen in einem Monat getötet (64) und verletzt (539) worden wie im Mai.

Die Ukraine verteidigt sich mit westlicher Hilfe seit mehr als vier Jahren gegen einen russischen Angriffskrieg. Nach Angaben der Vereinten Nationen wurden seit Kriegsbeginn im Februar 2022 mehr als 16'000 Zivilisten getötet und mehr als 46'000 verletzt. Aufgrund des fehlenden Zugangs zu den von Russland eroberten Gebieten sind in den UN-Statistiken nicht alle Opfer erfasst. (dpa)

14:30 Uhr

Donnerstag, 11. Juni

Ukraine sieht sich im Drohnenkrieg zunehmend im Vorteil

Die Ukraine gewinnt eigener Einschätzung nach im Krieg gegen Russland beim Einsatz von Drohnen die Oberhand. «Heute können wir mit gutem Grund behaupten, dass die Ukraine im Wettstreit um Technologie, Innovation und Produktionskapazitäten dem Gegner zumindest in nichts nachsteht und ihm in einzelnen Bereichen sogar voraus ist», sagte Armeechef Olexander Syrskyj gemäss einer Mitteilung bei Telegram.

Bei frontnahen ferngesteuerten Drohnen liege das Verhältnis bei 1,5 zu 1 zugunsten der ukrainischen Truppen und verbessere sich weiter. Im Mai seien bereits 12,7 Prozent mehr gegnerische Ziele getroffen worden als im April.

Dazu haben ukrainische Drohnenpiloten seit Jahresbeginn Syrskyj zufolge 12'500 mehr russische Soldaten ausser Gefecht gesetzt, als Moskau im gleichen Zeitraum anwerben konnte. Der General hob ebenso hervor, dass seine Drohnentruppen im russischen Hinterland bis zu 200 Kilometer hinter der Frontlinie immer effektiver und massenhafter Drohnen einsetzen. Die Angaben aus dem Kriegsgebiet lassen sich nicht unabhängig überprüfen.

Erst am Dienstag hatte Präsident Wolodimir Selenski per Dekret den 11. Juni zum Tag der Drohnenstreitkräfte erklärt. Insbesondere seit März greifen ukrainische Drohnen verstärkt Ziele weit hinter der Frontlinie im zuvor russisch kontrollierten Hinterland an. Schläge auf Anlagen der russischen Ölindustrie und Versorgungsrouten führen bereits zu Engpässen an den Tankstellen im grenznahen Gebiet. (dpa)

20:29 Uhr

Mittwoch, 10. Juni

Ukraine: Zusagen für zusätzliche Luftverteidigungssysteme

Die Ukraine hat nach Angaben des Aussenministeriums in Kiew Zusagen für zusätzliche Waffensysteme zur Verteidigung ihres Luftraums erhalten. Auch Munition sei der Ukraine nach Besuchen von Präsident Wolodimir Selenski in London und Tallinn versprochen worden, sagte Aussenamtssprecher Heorhij Tychyj am Mittwoch, ohne die Länder zu nennen, die diese Systeme zugesagt haben.

Er sagte, Kiew arbeite daran, die Finanzierung für den Kauf der Rüstungsgüter sicherzustellen. Ein Teil der erforderlichen Mittel sei bereits bereitgestellt worden. Die Ukraine führe zudem Gespräche über den Erwerb von Abfangraketen, deren Lebensdauer sich dem Ende zuneige, und argumentierte, diese könnten der Ukraine noch zur Verfügung gestellt werden, anstatt entsorgt zu werden. (dpa)

09:28 Uhr

Mittwoch, 10. Juni

Ukrainische Luftangriffe bis tief hinein nach Russland

Die ukrainische Armee hat nachts Ziele bis tief hinein nach Russland mit Drohnen und Raketen angegriffen. Das Verteidigungsministerium in Moskau teilte mit, 326 feindliche Drohnen seien abgefangen worden. Diese Zahl ist nicht unabhängig überprüfbar, sie spricht aber für einen grossangelegten ukrainischen Angriff.

Getroffen wurde unter anderem die Raffinerie von Samara an der Wolga, wie russische Telegramkanäle berichteten. Im Gebiet Wladimir östlich von Moskau wurden nach Behördenangaben zwei Infrastrukturobjekte beschädigt. Auch dabei handelt es sich nach Berichten auf Telegram um Anlagen der Ölindustrie.

In Tscheboksary an der Wolga sprachen die Behörden von drei Verletzten nach einem Raketenangriff. Dort könnte ein Rüstungsunternehmen das Ziel gewesen sein. Drohnenalarm wurde auch in der sibirischen Stadt Omsk ausgelöst, die 2800 Kilometer von Kiew entfernt liegt. Omsk ist Standort der grössten russischen Ölraffinerie. Es wurde aber nichts über einen tatsächlichen Angriff bekannt.

Geschichtsmuseum in Sewastopol getroffen

In Sewastopol auf der von Russland annektierten Halbinsel Krim schlug eine Drohne in ein Geschichtsmuseum ein, das Panorama der Belagerung der Stadt im Krimkrieg im 19. Jahrhundert. Der Chef der Besatzungsverwaltung, Michail Raswoschajew, sprach auf Telegram von einem gezielten Angriff auf eine Kultureinrichtung.

Dies wäre indes untypisch für die bisherigen Angriffsmuster der ukrainischen Armee. Umgekehrt hat Russland in mehr als vier Jahren Angriffskrieg viele Museen, Theater, Bibliotheken, Schulen und Kirchen in der Ukraine bei Luftangriffen beschädigt.

Drohnenschwarm schlägt in Charkiw ein

Die russischen Drohnenangriffe in der Nacht trafen am schwersten die grenznahe ukrainische Grossstadt Charkiw. Die Regionalverwaltung berichtete von 26 Einschlägen binnen kurzer Zeit. Es habe fünf Verletzte gegeben. Die ukrainische Luftwaffe zählte über Nacht 207 russische Drohnen, von denen 181 abgefangen worden sein. (dpa)

13:42 Uhr

Dienstag, 9. Juni

EU plant Einreiseverbot für russische Ukraine-Kämpfer

Das nächste EU-Sanktionspaket gegen Russland soll eine umfassende Visasperre für russische Soldaten umfassen. «Wir schlagen vor, jedem die Einreise in die EU zu verbieten, der seit Kriegsbeginn in den russischen Streitkräften gedient hat», kündigte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen in Brüssel an. Europa solle für jeden verschlossen bleiben, der an der Invasion der Ukraine beteiligt sei. Von der Leyen teilte zudem mit, dass weitere Sanktionen den Finanz- und Energiesektor sowie erstmals auch Fischereiunternehmen treffen sollen. Um Russlands Einnahmen aus Ölexporten zu begrenzen, ist demnach unter anderem geplant, die turnusmässige Anpassung der Ölpreisobergrenze bis Januar kommenden Jahres auszusetzen. Diese müsste sonst wegen der gestiegenen Weltmarktpreise infolge des Iran-Kriegs und der weitgehenden Blockade der Strasse von Hormus angehoben werden.

Zudem sollen weitere Schiffe, Banken, Kryptofirmen und Ölhändler aus Russland und Unterstützerstaaten auf die Liste derjenigen Akteure kommen, mit denen Unternehmen aus der EU keine Geschäfte machen dürfen. Weiterhin sollen erstmals Beschränkungen für die Einfuhr bestimmter Fischereierzeugnisse eingeführt werden. Unter anderem die Einfuhr von Kabeljau könnte demnach vollständig verboten werden. Ausweitungen soll es bei den Ausfuhrbeschränkungen für Güter und Technologien geben, die von Russlands Militärindustrie genutzt werden. (dpa)

13:03 Uhr

Dienstag, 9. Juni

Selenski zu Treffen nordischer Staaten in Estland eingetroffen

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenski ist zu einem Treffen der Regierungschefs der nordischen und baltischen Staaten in Estland eingetroffen. Der ukrainische Staatschef wurde von seiner Ehefrau Olena Selenska begleitet. Das estnische Aussenministerium veröffentlichte dazu am Dienstag einen Beitrag auf der Plattform X. Estland hat derzeit den rotierenden Vorsitz der NB8 inne, eines regionalen Zusammenschlusses von fünf nordischen Ländern und der drei baltischen Staaten. Der ukrainische Aussenminister Andrij Sybiha reiste ebenfalls nach Tallinn, wo er seinen estnischen Amtskollegen Margus Tsahkna traf. Die beiden erörterten die Sicherheit der Ukraine, den Druck auf Russland und Kiews Bemühungen um einen EU-Beitritt, wie Tsahkna sagte. Estland werde der Ukraine weiterhin so lange zur Seite stehen, wie es nötig sei, schrieb Tsahkna auf X. (dpa)

06:54 Uhr

Dienstag, 9. Juni

Selenski telefoniert vor G7-Gipfel mit Trump-Gesandten

Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski hat nach eigenen Angaben am Montag mit den US-Unterhändlern Steve Witkoff und Jared Kushner telefoniert. Das Gespräch fand eine Woche vor dem G7-Gipfel in Frankreich statt, zu dem US-Präsident Donald Trump reisen wird. Es wird erwartet, dass Russlands Krieg gegen die Ukraine dort auf der Tagesordnung steht. Obwohl die Ukraine kein Mitglied der G7 ist, wurde Selenski zum Gipfel in der kommenden Woche eingeladen. In seinem Beitrag auf X deutete Selenski an, dass der Krieg in der Ukraine angesichts von Trumps Bemühungen um eine Lösung des seit drei Monaten andauernden Konflikts mit dem Iran etwas in den Hintergrund geraten könnte. «Wir verstehen, dass sich ein grosser Teil der Aufmerksamkeit der Welt auf die Situation rund um den Iran richtet», schrieb Selenski. «Aber unser gemeinsames Ziel, Frieden in Europa zu schaffen, bleibt auf der Agenda.» (dpa)

21:15 Uhr

Montag, 8. Juni

König Charles III. trifft Präsident Selenski

Präsident Selenski dankt König Charles III. für dessen Unterstützung im Krieg gegen Russland.
Bild: Screenshot Instagram

König Charles III. empfing Präsident Wolodimir Selenski im Rahmen des Besuches in Großbritannien auf Schloss Windsor. Einen Tag zuvor reiste der Präsident der Ukraine nach London, wo er mit dem britischen Premierminister Keir Starmer und Staats- und Regierungschefs Grossbritanniens, Frankreichs und Deutschlands über die Zukunft der Friedensverhandlungen mit Russland sprach.

Zu dem Treffen mit Charles III. twitterte Selenski: «Wie immer eine gute Audienz bei Seiner Majestät König Karl III. Ich danke Seiner Majestät, dem Volk und dem gesamten Vereinigten Königreich für ihre unerschütterliche Unterstützung unseres Volkes.» Auch die Royals teilten ein Foto auf Social Media. (zen)

13:39 Uhr

Montag, 8. Juni

Ukraine greift Ölanlagen in Russland und auf der Krim an

Das ukrainische Militär hat Ölanlagen in Russland und auf der besetzten Halbinsel Krim angegriffen. Der ukrainische Generalstab teilte am Montag mit, in der Nacht sei eine der grössten Ölumschlagstationen in Südrussland in der Nähe von Noworossijsk in der russischen Region Krasnodar Krai getroffen worden. Die russischen Regionalbehörden bestätigten, dass eine ukrainische Drohne einen Brand in der Anlage ausgelöst habe, Opfer habe es keine gegeben. 130 Rettungskräfte und 39 Einsatzfahrzeuge seien an der Löschung des Feuers beteiligt gewesen, hiess es in einer Mitteilung.

Auch eine Produktions- und Verteilstation in der Region Wolgograd sei angegriffen worden, teilte der Generalstab mit. Dadurch sei dort ebenfalls ein Feuer ausgebrochen. Der russische Gouverneur Andrej Bocharow teilte mit, es habe bei dem Angriff keine Verletzten geben. Dass es sich bei dem getroffenen Gebäude um eine Ölanlage handelte, bestätigte er nicht.

Die Ukraine griff zudem eine Ölanlage auf der von Russland besetzten Halbinsel Krim an und löste dort einen weiteren Brand aus. Laut einer auf Telegram veröffentlichten Erklärung des Generalstabs werden dort Treibstoffreserven für das russische Militär gelagert. Auch ein Öldepot in der Nähe von Feodossija auf der Krim sei angegriffen worden, teilte das Militär mit.

In der Nacht traf eine ukrainische Drohne zudem einen Personenzug auf der Strecke von Moskau nach Simferopol auf der besetzten Krim. Dabei sei der Lokführer verletzt und sein Assistent getötet worden, berichtete der vom Kreml eingesetzte russische Verwaltungschef Sergej Axjonow auf Telegram.

Das russische Verteidigungsministerium teilte mit, dass seine Streitkräfte in der Nacht zum Montag insgesamt 310 ukrainische Drohnen abgeschossen hätten, unter anderem über der Region Moskau, im Westen und Südwesten Russlands, auf der von Russland besetzten Krim sowie über dem Schwarzen Meer und dem Asowschen Meer.

Russland habe die Ukraine seinerseits mit 155 Drohnen angegriffen, von denen 124 abgeschossen oder unschädlich gemacht worden seien, teilte die ukrainische Luftwaffe mit. (dpa)

13:08 Uhr

Montag, 8. Juni

EU überweist weitere Milliardenhilfen an die Ukraine

Die EU hat der Ukraine weitere Finanzhilfen in Höhe von knapp 2,8 Milliarden Euro ausgezahlt. «Das Tempo und das Engagement der Ukraine bei der Umsetzung bedeutender Reformen haben diese Zahlung gerechtfertigt», teilte EU-Erweiterungskommissarin Marta Kos mit. Die ukrainische Ministerpräsidentin Julia Swyrydenko erklärte, die Gelder sollten für die Finanzierung der wichtigsten Staatsausgaben verwendet werden – darunter für den sozialen und humanitären Bedarf.

Bei der Auszahlung handelt es sich nach Angaben der EU-Kommission um die mittlerweile siebte aus der sogenannten Ukraine-Fazilität. Über dieses Finanzierungsinstrument sollen bis Ende 2027 bis zu 50 Milliarden Euro an das von Russland angegriffene Land gehen können.

Seit Beginn der russischen Invasion 2022 haben die EU und ihre Mitgliedstaaten nach jüngsten EU-Angaben Hilfen im Umfang von knapp 205 Milliarden Euro zugesagt – von militärischer und finanzieller Unterstützung bis hin zu Hilfe für Geflüchtete. Davon kamen 3,8 Milliarden Euro aus Erträgen aus der Verwahrung eingefrorener russischer Vermögenswerte. (dpa)

09:53 Uhr

Montag, 8. Juni

Lettland: Nato-Kampfjets schiessen Drohne ab

Nato-Kampfjets haben über Lettland eine Drohne abgeschossen, die in den Luftraum des baltischen EU- und Nato-Landes eingedrungen war. Dies teilten die Streitkräfte des an Russland und Belarus grenzenden Landes mit. Nach Armeeangaben soll es sich dabei um ein ausländisches Flugobjekt gehandelt haben, das infolge «russischer elektromagnetischer Kriegsführung» in den lettischen Luftraum eingedrungen war. Nähere Angaben zur Herkunft und Art des Flugkörpers gab es zunächst nicht.

In Lettland hatten die Behörden zuvor die Bewohner mehrerer Regionen im Osten des Landes über eine mögliche Bedrohung des Luftraums informiert. In zwei davon wurde die Bevölkerung aufgefordert, Schutz zu suchen. Der Alarm wurde nach dem Abschuss der Drohne aufgehoben.

Im Zuge des Ukraine-Krieges hat es bereits mehrere Vorfälle mit Drohnen in Lettland gegeben. Bei ukrainischen Angriffen waren mehrfach fehlgeleitete unbemannte Flugkörper in den Luftraum des Baltenstaats eingedrungen und abgestürzt, mit denen Kiew Ziele im Nordwesten Russlands angegriffen hatte.

Grössere Schäden oder Verletzte gab es dabei nicht. Die Vorfälle lösten aber eine politische Krise in Lettland aus und führten zu einem Regierungswechsel. (dpa)

08:59 Uhr

Montag, 8. Juni

Krim: Ukraine greift Passagierzug an – Verkehr gestoppt

Bei einem neuen ukrainischen Drohnenangriff auf einen Passagierzug auf der Schwarzmeer-Halbinsel Krim ist ein Lokführerassistent laut Behördenangaben getötet worden. Der Lokführer selbst sei verletzt worden, teilte der von Moskau eingesetzte Statthalter auf der Krim, Sergej Aksjonow, bei Telegram mit.

Der Personenzug sei auf der Strecke Moskau–Simferopol getroffen worden. «Fahrgäste blieben unverletzt», teilte Aksjonow mit. Der Zugverkehr wurde in der touristischen Hochsaison vorübergehend eingestellt.

Es seien sämtliche Züge evakuiert und die Passagiere in Bussen weiter transportiert worden, teilte die Bahngesellschaft Grand Service Express bei Telegram mit. Bereits vorige Woche gab es nach einem ukrainischen Drohnenangriff auf einen Nahverkehrszug laut Behörden einen Toten und zwei Verletzte.

Das russische Verteidigungsministerium meldete am Morgen den nächtlichen Abschuss von mehr als 300 Drohnen in verschiedenen Regionen, darunter auch auf der Krim. Überprüfbar sind die Angaben von unabhängiger Seite nicht. Getroffen wurde erneut auch ein Ölterminal in dem Schwarzmeer-Hafen Noworossijsk. Es sei niemand verletzt worden, teilten die Behörden mit.

Die Ukraine will mit den Schlägen gegen die russische Ölindustrie vor allem den Energieexport treffen, mit dem Moskau seine Kriegsmaschinerie finanziert. Die russische Führung hatte zuletzt Rückgänge bei der Ölförderung und wirtschaftliche Probleme durch die zunehmenden ukrainischen Drohnenangriffe eingeräumt, betonte aber, dass die Lage unter Kontrolle sei. (dpa)

16:15 Uhr

Sonntag, 7. Juni

Ukraine greift Treibstofflager auf der Krim an

Ukrainische Drohnen haben auf der von Russland besetzten Halbinsel Krim Treibstofflager angegriffen. Unter anderem sei das Öllager Semikolodesjanska getroffen worden, teilten die ukrainischen Spezialeinheiten auf Telegram mit. Das Lager werde von den russischen Streitkräften als Umschlagplatz für die Versorgung der Truppen mit Treibstoff genutzt. Über das Ausmass möglicher Schäden wurden zunächst keine Angaben gemacht.

Ein weiterer Angriff ukrainischer Drohnen traf ein Ölterminal im Hafen von Feodosija. Das Terminal werde zur Versorgung der Krim im Notfall genutzt. Auch hier machten die ukrainischen Sondereinheiten keine Angaben zu den Auswirkungen des Angriffs. Von russischer Seite gab es zu beiden Angriffen zunächst keine Informationen. (dpa)

14:56 Uhr

Sonntag, 7. Juni

Drei Menschen bei Drohnenangriff in der Ukraine getötet

Bei einem russischen Drohnenangriff sind im Südosten der Ukraine laut Angaben der Behörden drei Menschen an einer Bushaltestelle getötet worden. Eine weitere Person sei bei dem Angriff am Sonntag in Balabyne in der Region Saporischschja verletzt worden, schrieb der Leiter der regionalen Militärverwaltung, Iwan Fjodorow, auf der Plattform Telegram. (dpa)

14:30 Uhr

Sonntag, 7. Juni

Selenski: Anlage in Tschernobyl-Zone absichtlich getroffen

Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski hat Russland vorgeworfen, das Lager für abgebrannte Kernelemente in der Sperrzone um stillgelegte Atomkraftwerk Tschernobyl gezielt angegriffen zu haben. Es handle sich um einen «ausserordentlich hinterhältigen russischen Angriff», teilte er bei Telegram mit. Die zuständigen Ministerien und Dienste informierten nun die Partner Kiews darüber, teilte er bei Telegram mit. (dpa)

14:27 Uhr

Sonntag, 7. Juni

Tschernobyl: Anlage für abgebrannte Brennelemente getroffen

Bei einem russischen Drohnenangriff ist nach ukrainischen Angaben ein Gebäude des zentralen Lagers für abgebrannte Brennelemente in der Zone um das stillgelegte Atomkraftwerk Tschernobyl getroffen worden. Das Gebäude für die Annahme von Behältern sei bei dem Angriff in der Nacht teilweise zerstört worden, teilte der Staatskonzern Energoatom mit. Es sei dort kein abgebrannter Kernbrennstoff gelagert worden. Die Strahlenwerte lägen innerhalb der festgelegten Grenzwerte, hiess es. Ein Feuer habe sich auf einer Fläche von 40 Quadratmetern ausgebreitet; es sei gelöscht worden, teilte das Unternehmen weiter mit.

Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) teilte mit, dass sie von ukrainischer Seite über die «erheblichen Schäden» an dem Gebäude informiert worden sei. Ein IAEA-Team werde die Anlage in Kürze besuchen, um die Auswirkungen zu begutachten, teilte die Behörde mit. IAEA-Generaldirektor Rafael Grossi erklärte bei X, der Vorfall sei äusserst besorgniserregend, da er sich in einer Liegenschaft ereignet habe, wo grosse Mengen an Kernmaterial gelagert seien - nur wenige Meter vom angegriffenen Gebäude entfernt. Angriffe auf kerntechnische Anlagen seien völlig inakzeptabel und verstiessen direkt gegen zentrale Grundsätze der nuklearen Sicherheit während eines militärischen Konflikts, sagte Grossi. (dpa)

16:01 Uhr

Samstag, 6. Juni

Ukraine greift Russland erneut massiv mit Kampfdrohnen an

Am letzten Tag des internationalen Wirtschaftsforums in St. Petersburg haben die ukrainischen Streitkräfte die Millionenstadt erneut unter Beschuss genommen. Gouverneur Alexander Beglow und auch der Zivilschutz informierten die Menschen über einen «grossangelegten Angriff durch militärische Drohnen». Die Flugabwehr sei aktiv.

Schon am ersten Tag des Wirtschaftsforums am Mittwoch bildeten sich nach dem Angriff auf eine Ölraffinerie schwarze Rauschwolken am blauen Himmel über der Altstadt, die zum Weltkulturerbe der Unesco gehört. «Gemäss den Empfehlungen des Einsatzstabs bitte ich die Einwohner von St. Petersburg, in ihren Wohnungen zu bleiben und nicht auf die Strasse zu gehen», schrieb der Gouverneur bei Telegram. «Es kann zu Unterbrechungen des mobilen Internets kommen.»

Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski äusserte sich auf X zu den Drohnenangriffen. «Es ist an der Zeit, diesen Krieg zu beenden», schreibt er. Russland müsse seinen Krieg beenden. Jede Form von Ungerechtigkeit gegenüber der Ukraine werde eine gerechte Antwort erhalten, schreibt Selenski.

Auf dem für die internationalen Gäste des Forums wichtigen Flughafen Pulkowo gab es am früheren Morgen zeitweilig keine Starts und Landungen wegen der Gefahr. Im Leningrader Gebiet um St. Petersburg (früher Leningrad) meldete Gouverneur Alexander Drosdenko ebenfalls Drohnenalarm. Die Flugabwehr habe 141 Drohnen abgeschossen. Demnach kam es zu Bränden.

Auch im von der russischen Kriegsmarine genutzten Ostseehafen von Kronstadt habe es Angriffe gegeben, hiess es. Berichte über Drohnenschläge gab es zudem aus dem Gebiet Krasnodar im Süden sowie aus anderen Teilen Russlands. Auch der Hafen von Mariupol in dem von Moskau annektierten Gebiet Donezk sei betroffen, hiess es. (dpa/watson.ch)

06:45 Uhr

Samstag, 6. Juni

Ukraine entschuldigt sich bei Athen für Drohnenvorfall

Mehrere Tage nach einer griechischen Protestnote hat sich das ukrainische Aussenministerium für den Fund einer sprengstoffbeladenen Seedrohne vor der Ferieninsel Lefkada im Ionischen Meer entschuldigt. «Die ukrainische Seite entschuldigt sich für den Vorfall und betont, dass dieser auf Umstände zurückzuführen sei, die durch die anhaltende russische Aggression gegen die Ukraine verursacht wurden», schrieb Aussenamtssprecher Heorhij Tychyj auf der Plattform X. Das zeige, dass der andauernde russische Krieg gegen die Ukraine auch eine Bedrohung für benachbarte europäische Staaten und die Welt darstelle. Gleichzeitig bedankte sich Kiew für die seit Kriegsbeginn 2022 von Griechenland gewährte Unterstützung für das osteuropäische Land.

Bereits im Mai entdeckten Fischer vor der griechischen Mittelmeerinsel Lefkada ein etwa sechs Meter langes unbemanntes Boot mit laufendem Motor. Auf dem von den Behörden als ukrainisch identifizierten Boot wurden rund 100 Kilogramm Sprengstoff entdeckt. Die Küstenwache machte den Sprengsatz mit einer kontrollierten Explosion unschädlich. In seiner Protestnote sprach Athen von einer Gefährdung der maritimen Sicherheit und einem Risiko für Zivilisten und verlangte von Kiew eine offizielle Stellungnahme.

Die Mittelmeerinsel Lefkada befindet sich über 1000 Kilometer von der ukrainischen Küste entfernt. Der Schwarzmeeranrainer Ukraine hat keinen Mittelmeerzugang. Unbestätigten Medienberichten zufolge setzte das ukrainische Militär mehrfach Seedrohnen von einer Basis in Westlibyen gegen Schiffe der sogenannten russischen Schattenflotte ein. (dpa)

20:18 Uhr

Freitag, 5. Juni

Kreml: Putin traf Schröder zu Vieraugengespräch

Der russische Präsident Wladimir Putin hat sich nach Kreml-Angaben zu einem Vieraugengespräch mit Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) getroffen. «Ja, sie haben sich getroffen. Es war ein gutes Gespräch», sagte der aussenpolitische Berater Putins, Juri Uschakow, der Agentur Interfax. Zum Inhalt und dabei möglichen Perspektiven für Verhandlungen zwischen Russland und der Europäischen Union konnte er keine Angaben machen. Das Treffen fand demnach im Kreml in Moskau statt.

Putin hatte Schröder kürzlich als möglichen Vermittler für Gespräche zwischen der EU und Russland genannt. Der 82-Jährige ist mit dem Kremlchef befreundet und war nach seiner Regierungszeit als Lobbyist für russische Energieunternehmen tätig. Der Vorschlag stiess in Deutschland und anderen EU-Staaten auf Ablehnung.

Die Beziehungen zwischen der EU und Russland sind durch den seit 2022 währenden russischen Krieg gegen das Nachbarland Ukraine schwer belastet. (dpa)

19:13 Uhr

Freitag, 5. Juni

Putin sieht Ukraine im Drohnenkrieg nicht im Vorteil

Kremlchef Wladimir Putin sieht Russland im Luftkrieg gegen die Ukraine weiterhin auch technologisch im Vorteil. Beim Einsatz von Drohnen herrsche Parität, in einigen Bereichen sei Russland hier in der Vorderhand, sagte Putin auf dem Internationalen Wirtschaftsforum in St. Petersburg - entgegen den Einschätzungen von Experten. Der Ukraine gelinge es nicht, hochwertige Waffen herzustellen. Sie seien vollständig von Lieferungen aus dem Ausland abhängig, behauptete er.

Putin verwies darauf, dass Russland im Gegensatz zur Ukraine über eine funktionierende Flugabwehr verfüge. Tatsächlich klagt der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski regelmässig über das Defizit an Flugabwehrraketen, speziell zur Verteidigung gegen russische Raketen und Marschflugkörper. Zugleich verweisen Militärbeobachter darauf, dass auch die russische Flugabwehr gerade in den besetzten Gebieten der Ostukraine durch die ständigen Drohnenangriffe Kiews überlastet ist und schon zu einem grossen Teil ausser Gefecht gesetzt wurde. Putin forderte später von seinen Militärs, dass ukrainische Drohnen effektiver ausgeschaltet werden müssten.

Russland führt seit mehr als vier Jahren Krieg gegen die Ukraine und beschiesst seit Beginn der Auseinandersetzung systematisch das Hinterland des Nachbarn. Doch auch die ukrainischen Drohnen richten inzwischen immer stärkere Schäden in Russland an - gerade bei der Ölindustrie. Auf dem Wirtschaftsforum räumte so die russische Regierung ein, dass die Ölförderung seit Jahresbeginn zurückgegangen sei. (dpa)

18:16 Uhr

Freitag, 5. Juni

Putin: Treffen mit Selenski macht noch keinen Sinn

Der russische Präsident Wladimir Putin hat das in einem offenen Brief seines ukrainischen Kollegen Wolodimir Selenski angebotene direkte Treffen abgelehnt. «Ich sehe darin noch keinen Sinn», sagte der Kremlchef auf dem Internationalen Wirtschaftsforum in St. Petersburg. Vor einem solchen Gipfeltreffen müssten erst Vereinbarungen für eine dauerhafte Lösung des seit 2022 währenden Krieges getroffen werden. Das am Vortag von Kiew veröffentlichte Schreiben enthalte zudem «Elemente von Unverschämtheit», erklärte Putin.

Die beste Antwort auf den Brief sei ein Aufruf an das russische Militär: «An die Arbeit, Brüder!» Putin erklärt immer wieder, dass die russischen Kriegsziele auch durch eine Fortsetzung der Kampfhandlungen erreicht werden könne, wenn es nicht auf diplomatischem Weg gehe.

Tags zuvor hatte Selenski Putin für ein Ende des russisch-ukrainischen Krieges direkte Friedensgespräche in einem Drittstaat angeboten. In dem Schreiben spielte der 48-Jährige unter anderem auf das hohe Alter des 73-jährigen Kremlchefs an und betonte jüngste ukrainische Erfolge bei Drohnenschlägen auf Ziele im russischen Hinterland. (dpa)

13:47 Uhr

Freitag, 5. Juni

Nach Angebot an Putin: Europäer planen Treffen mit Selenski

Nach der Initiative des ukrainischen Präsidenten für direkte Friedensgespräche mit Russlands Staatschef soll es ein weiteres Spitzentreffen führender europäischer Politiker mit Wolodimir Selenski geben.

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron sagte am Rande eines EU-Westbalkan-Gipfels in Montenegro, es gebe eine enge Abstimmung zwischen Frankreich, Großbritannien und Deutschland. In einigen Tagen werde man sich mit Selenski sehen. Der deutsche Bundeskanzler Merz, Großbritanniens Premier Keir Starmer und Macron hatten sich zuletzt vor rund zwei Wochen in einer Videokonferenz ausgetauscht.

Zu Selenskis Brief an Wladimir Putin sagte Macron: «Ich glaube, dass es heute die Ukraine und Russland sind, die sowohl einen Waffenstillstand als auch einen Friedensplan ausarbeiten können.» Die Europäer könnten dabei helfen, da sie mit großem Abstand die wichtigsten Unterstützer der Ukraine seien. Zudem seien es die Europäer, die zu einem bestimmten Zeitpunkt bei den Gesprächen über einen Friedensplan mit am Tisch sitzen müssten, weil es dabei angesichts der geografischen Lage um eine Friedens- und Sicherheitsarchitektur für Europa gehe. «Deshalb halte ich das für eine gute Initiative», sagte er.

Selenski hatte Putin am Donnerstag in einem offenen Brief direkte Friedensgespräche angeboten. Als Antwort erneuerte der Kreml bislang nur sein Angebot für Verhandlungen in Moskau und die Forderung nach einer vollständigen Kontrolle der ukrainischen Donbass-Region als Voraussetzung für einen Frieden. Solche Vorschläge hatte Selenski schon mehrfach abgelehnt. (dpa)

22:45 Uhr

Donnerstag, 4. Juni

Selenski wendet sich in Schreiben direkt an Putin

Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski hat Kremlchef Wladimir Putin in einem öffentlichen Brief zu direkten Verhandlungen über ein Ende des Ukraine-Kriegs aufgefordert. In dem Schreiben, dem ersten seit dem russischen Einmarsch am 24. Februar 2022, das er an Putin persönlich adressierte, verwies er auf veränderte Prioritäten der USA. Es wäre falsch, einfach darauf zu warten, dass die US-Regierung ihre Aufmerksamkeit wieder auf den Konflikt in Europa richte, während sie sich auf den Krieg im Iran konzentriere, erklärte Selenski. «Ich schlage ein Treffen vor.»

Wolodimir Selenski.
Bild: Alessandro della Valle/Keystone

Das Treffen solle von einem neutralen Land ausgerichtet werden, schrieb Selenski. Moskau und Kiew als Orte einer Zusammenkunft schloss er aus und schlug stattdessen ein Treffen in der Schweiz, der Türkei oder einem arabischen Land vor. Es sei Sache der Anführer, Schlüsselfragen zu lösen. Das sei immer schon so gewesen und werde immer so sein. «Ich schlage vor, ein klares Datum für ein solches Treffen festzulegen.»

US-Präsident Donald Trump reagierte erfreut auf den Vorstoss aus Kiew. Ein Treffen zwischen Putin und Selenski wäre grossartig, sagte er. «Sie sollten es hinbekommen.» Auf die Frage, welche Zugeständnisse er Putin für ein Ende des Krieges abverlangt habe, wollte Trump keine konkrete Antwort geben, unterstrich aber, dass beide Seiten Kompromisse eingehen müssten. Das werde auch geschehen, kündigte er an – und beanspruchte dieses Szenario umgehend als persönlichen Erfolg: «Ich habe diese Kompromisse vorgeschlagen.» (dpa)

21:46 Uhr

Donnerstag, 4. Juni

Putin: Warnung vor russischer Bedrohung ist Unsinn

Kremlchef Wladimir Putin hat die im Westen verbreiteten Warnungen vor einer russischen Gefahr und einem womöglich baldigen Angriff Moskaus auf ein Nato-Land mit Nachdruck als «Unsinn» zurückgewiesen. «Aber meiner Meinung nach ist es nicht nur Unsinn – es ist eine bewusste Provokation», sagte Putin bei einem Treffen mit Vertretern grosser internationaler Nachrichtenagenturen, darunter die Deutsche Presse-Agentur. Es werde gezielt eine Bedrohungslage heraufbeschworen, «die in Wirklichkeit gar nicht existiert», sagte der Präsident.

Ziel sei es, «die Bevölkerung der eigenen Länder dazu zu zwingen, mehr Geld für die Verteidigung auszugeben», sagte Putin. Er sei verwundert, dass ein Teil der Bevölkerung in den europäischen Ländern diesen Erzählungen glaube. «Es wäre lächerlich, wenn es nicht so traurig wäre», sagte er. «Jeder, der denkt, dass Russland das Territorium der Nato überfallen könnte, sollte sich die Frage stellen: Wozu?», sagte Putin. Das westliche Bündnis gilt Russland militärisch überlegen.

Den Beteuerungen Putins, er plane keine Attacken gegen Nato-Gebiet, werden immer wieder angezweifelt im Westen. Der Kremlchef hatte auch vor Beginn der russischen Invasion in der Ukraine erklären lassen, dass Moskau keinen Krieg plane. Der Angriff begann am 24. Februar 2022. (dpa)

09:10 Uhr

Donnerstag, 4. Juni

Tote und Verletzte nach ukrainischen Drohnenangriffen auf der Krim

Bei einem neuen ukrainischen Drohnenangriff auf die von Russland annektierte Halbinsel Krim im Schwarzen Meer sind nach Angaben der Behörden mindestens vier Menschen getötet worden. Neun weitere Menschen seien bei den Attacken verletzt worden. Der von Moskau eingesetzte Chef der Halbinsel, Sergej Aksjonow, teilte bei Telegram mit, dass in der Krim-Hauptstadt drei Menschen getötet und sieben verletzt worden seien. Details nannte er nicht. Später meldete er noch einen Toten und zwei Verletzte nach einem ukrainischen Drohnenangriff auf einen Nahverkehrszug. (dpa)

10:01 Uhr

Mittwoch, 3. Juni

Selenski lobt Drohnentruppen nach Attacke auf Petersburg

Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski hat die ukrainischen Drohnenangriffe auf den Hafen der Millionenstadt St. Petersburg bestätigt. Die Einschläge bezeichnete er als «gutes Resultat» der gemeinsamen Arbeit von Drohneneinheiten verschiedener Truppengattungen und Geheimdienste. Getroffen worden sei neben dem Ölterminal auch ein rein militärisches Ziel im Stadtbezirk Kronstadt, wo die russische Kriegsflotte ihren Stützpunkt in der Ostsee hat. Die Ziele lägen fast 1100 Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernt, betonte er.

In St. Petersburg startet am Mittwoch das Internationale Wirtschaftsforum SPIEF. Kremlchef Wladimir Putin ist Gastgeber bei dem glanzvoll für Gäste aus aller Welt inszenierten Forum. Erwartet werden auch Unternehmer und Wirtschaftsvertreter aus westlichen Staaten. Aus Deutschland besuchen daneben Politiker der AfD das Forum. In weiten Teilen der Millionenstadt an der Newa waren nach dem ukrainischen Angriff Rauchschwaden zu sehen.

«Ein weiteres Ziel war ein Unternehmen in der Region Tambow, das an der Produktion russischer Rüstungsgüter beteiligt ist», schrieb Selenski. Medienberichten zufolge handelt es sich dabei um eine Fabrik, die auch Raketentechnik produziert. (dpa)

08:10 Uhr

Mittwoch, 3. Juni

Donezk: Viele Tote nach ukrainischem Drohnenangriff

In der von Russland annektierten Region Donezk sind nach Angaben der Besatzungsbehörden bei einem ukrainischen Drohnenangriff auf einen Reisebus mindestens sieben Menschen getötet worden. Es gebe auch elf Verletzte. «In Jenakijewe wurde ein Linienbus auf der Strecke Moskau – Simferopol von einer Kampfdrohne angegriffen», teilte Besatzungschef Denis Puschilin am Morgen bei Telegram mit. Dort verläuft eine Strasse zu der ebenfalls von Russland annektierten Schwarzmeer-Halbinsel Krim und ihre Hauptstadt Simferopol.

Puschilin sprach von einem «weiteren Akt beispielloser, unmenschlicher Aggression». Die Angaben sind von unabhängiger Seite nicht überprüfbar. Russlands Ermittlungskomitee leitete ein Verfahren wegen eines «Terroranschlags» ein.

Zivile Opfer auf beiden Seiten

Die Ukraine betont immer wieder, in ihrem Abwehrkampf gegen den russischen Angriffskrieg nur militärische Ziele zu attackieren. Bei den jüngsten Drohnenangriffen kam es auch vermehrt zu Opfern unter Zivilisten. Russland wiederum reagiert darauf verstärkt mit Vergeltungsschlägen.

Bei massiven russischen Angriffen mit Drohnen und Raketen starben erst am Dienstag in den ukrainischen Millionenstädten Kiew und Dnipro mehr als 20 Menschen. Es gab laut Behörden mehr als 100 Verletzte. (dpa)

21:47 Uhr

Dienstag, 2. Juni

Selenski warnt vor neuem massiven russischen Angriff

Nach einem schweren russischen Angriff mit vielen Toten und Verletzten in der Nacht zu Dienstag warnt der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski erneut vor einer grossen Attacke. Noch in dieser Nacht könne es zu einem massiven Angriff kommen, sagte er unter Berufung auf Geheimdienstinformationen in seiner abendlichen Videobotschaft. Erst in der Nacht auf Dienstag hatte Russland die Ukraine erneut mit schweren Luftangriffen überzogen. Selenski sprach von 22 Toten und 130 Verletzten.

Selenski sagte weiter, Russland stufe ukrainische Unternehmen, die Fortschritte bei der Entwicklung und Produktion von Raketen machten, als vorrangige Ziele ein. Die Ukraine werde darauf reagieren. (dpa)

18:18 Uhr

Dienstag, 2. Juni

Mindestens 18 Tote bei russischem Grossangriff auf die Ukraine

Besonders schwer getroffen wurden die Hauptstadt Kiew und die Stadt Dnipro. In Kiew kamen mindestens sechs Menschen ums Leben, in Dnipro wurden zwölf Tote gemeldet, darunter ein dreijähriges Kind, ein Achtjähriger und deren Mutter. Auch aus Charkiw, Poltawa und Saporischschja wurden Angriffe und Schäden gemeldet.

Nach ukrainischen Angaben setzte Russland 73 Raketen und 656 Drohnen ein. Die Luftabwehr fing einen grossen Teil davon ab, dennoch kam es an zahlreichen Orten zu Einschlägen. In Dnipro starb zudem ein Helfer während eines Rettungseinsatzes nach einem weiteren Angriff.

Moskau erklärte, militärisch-industrielle Ziele angegriffen zu haben. Präsident Wolodimir Selenski forderte erneut zusätzliche Flugabwehrsysteme und Abwehrraketen von den westlichen Verbündeten. (dpa)

17:29 Uhr

Dienstag, 2. Juni

Ukraine: Opferzahlen steigen nach russischem Angriff weiter

Die Zahl der zivilen Todesopfer in der Ukraine nach dem verheerenden russischen Angriff in der Nacht ist nach Behördenangaben auf mehr als 20 gestiegen. In der Millionenstadt Dnipro seien die Such- und Rettungsarbeiten abgeschlossen, schrieb der Militärgouverneur der Region Dnipropetrowsk, Olexander Hanscha, bei Telegram.

Allein in Dnipro sind demnach 16 Tote zu beklagen, darunter vier Kinder. 42 Menschen wurden dort verletzt. Mindestens drei Kinder seien getötet worden.

Auch in der Hauptstadt Kiew steigt die Zahl der Toten. «Ein Verletzter ist im Krankenhaus gestorben», teilte Bürgermeister Vitali Klitschko mit. Später bezifferte er die Anzahl der Opfer in Kiew auf 6 Tote und 66 Verletzte.

Russland hatte die Ukraine in der Nacht mit Drohnen, Marschflugkörpern, ballistischen Raketen und auch Hyperschallwaffen beschossen. Das russische Verteidigungsministerium sprach in dem Zusammenhang von einer Vergeltungsaktion, die militärischen und militärnahen Zielen im Nachbarland gelte. (dpa)

14:25 Uhr

Dienstag, 2. Juni

Massive russische Angriffe auf Kiew und Dnipro fordern viele Opfer

Besonders schwer betroffen waren Kiew und die Millionenstadt Dnipro. In der ukrainischen Hauptstadt kamen mindestens sechs Menschen ums Leben, 66 weitere wurden verletzt. Mehrere Wohnhäuser wurden beschädigt oder zerstört, zahlreiche Menschen suchten Schutz in U-Bahn-Stationen und Luftschutzkellern. In Dnipro wurden mindestens zwölf Tote und 37 Verletzte gemeldet, darunter auch Kinder. Rettungskräfte suchten weiter nach Verschütteten.

Auch Charkiw und Saporischschja wurden angegriffen. Die ukrainische Luftwaffe meldete den Einsatz von Drohnen, Marschflugkörpern sowie ballistischen Raketen, darunter die Hyperschallwaffe Zirkon. In mehreren Regionen kam es zu Stromausfällen.

Moskau bezeichnete die Angriffe als Vergeltung für ukrainische Attacken und erklärte, ausschliesslich militärische Ziele getroffen zu haben. Präsident Wolodimir Selenski forderte den Westen erneut auf, die ukrainische Flugabwehr mit zusätzlicher Munition und Raketen zu unterstützen. (dpa)

13:30 Uhr

Dienstag, 2. Juni

Ukraine: Opferzahlen steigen nach russischem Angriff weiter

Die Zahl der zivilen Todesopfer in der Ukraine nach dem verheerenden russischen Angriff in der Nacht ist nach Behördenangaben auf 18 gestiegen. In der Millionenstadt Dnipro seien zuletzt die Leichen einer Frau und eines achtjährigen Jungen aus den Trümmern geborgen worden, schrieb der Militärgouverneur der Region Dnipropetrowsk, Olexander Hanscha, bei Telegram. Damit sind allein in Dnipro zwölf Tote zu beklagen, darunter drei Kinder. 37 Menschen wurden dort verletzt. Weitere Opfer werden unter den eingestürzten Häuserblöcken vermutet. Auch in der Hauptstadt Kiew steigt die Zahl der Toten. «Ein Verletzter ist im Krankenhaus gestorben», teilte Bürgermeister Vitali Klitschko mit. Später bezifferte er die Anzahl der Opfer in Kiew auf 6 Tote und 66 Verletzte. (dpa)

12:15 Uhr

Dienstag, 2. Juni

Mindestens elf Tote bei russischem Grossangriff auf die Ukraine

Russische Truppen haben bei einem Bombardement mit Drohnen und anderen Geschossen in der Ukraine mindestens elf Menschen getötet. Dutzende weitere wurden in der Nacht zu Dienstag verletzt oder unter Trümmern eingeschlossen, wie die ukrainischen Behörden mitteilten. Neben der Hauptstadt Kiew sei die Metropole Dnipro besonders schwer getroffen worden. Einschläge habe es auch in Poltawa, Charkiw und Saporischschja gegeben. In Kiew gab es mindestens vier Tote, wie die Rettungsdienste erklärten. Weitere 58 Menschen wurden verletzt, unter ihnen drei Kinder. In acht Stadtteilen wurden demnach Wohnhäuser und zivile Infrastruktur beschädigt.

Im Viertel Podilskyj wurden Menschen in den Trümmern eines zum Teil eingestürzten neunstöckigen Gebäudes eingeschlossen. Die Rettungsarbeiten waren in den frühen Morgenstunden noch im Gange, obwohl die Fliegeralarmstufe noch in Kraft war. Im Solomianskyj-Viertel wurden ein 20-stöckiges und ein 24-stöckiges Gebäude beschädigt. Im zentralukrainischen Dnipro wurden nach Angaben der Rettungsdienste mindestens 6 Menschen getötet und 36 weitere verletzt. Auch hier wurden Menschen unter Trümmern begraben. Ein Helfer kam ums Leben, als ein beschädigtes Gebäude während des Rettungseinsatzes erneut angegriffen wurde, wie es weiter hiess.

Nach Angaben der ukrainischen Luftwaffe feuerte Russland 73 Raketen und 656 Drohnen ab, von denen die Flugabwehr 40 Raketen und 602 Drohnen abfing. An mindestens 38 Orten wurden Treffer verzeichnet, darunter auch von Marschflugkörpern. (dpa)

12:13 Uhr

Dienstag, 2. Juni

Ukrainische Drohnen setzen südrussische Raffinerie in Brand

Ukrainische Drohnen haben in der Nacht die Raffinerie Ilski im Süden Russlands beschädigt. In der Raffinerie, rund 50 Kilometer von der Millionenstadt Krasnodar entfernt, sei ein Feuer nach dem Drohnenangriff ausgebrochen, teilte der Krisenstab der Region auf Telegram mit. Verletzte gebe es nicht, hiess es. Die Raffinerie ist eine der grössten Ölverarbeitungsanlagen im Süden Russlands. Noch 2022, im ersten Jahr des von Kremlchef Wladimir Putin befohlenen Kriegs gegen die benachbarte Ukraine, hatte die Raffinerie in Ilski laut Medienberichten eine Verarbeitungskapazität von 6,6 Millionen Tonnen Öl im Jahr. Seither wurde die Anlage mehrfach von ukrainischen Drohnen angegriffen und beschädigt. (dpa)

06:32 Uhr

Dienstag, 2. Juni

Massive russische Luftangriffe auf Kiew: Tote und Verletzte

Russland hat die ukrainische Hauptstadt Kiew und andere Landesteile erneut massiv mit Raketen und Drohnen angegriffen. Dabei gab es Behördenangaben zufolge landesweit insgesamt 9 Tote und fast 100 Verletzte. Im Zentrum von Kiew waren in der Nacht heftige Explosionen zu hören. Dabei wurden in der Dreimillionenstadt mindestens vier Menschen getötet und 58 weitere verletzt, wie Bürgermeister Vitali Klitschko auf Telegram schrieb. 40 von ihnen würden stationär behandelt, darunter zwei Kinder. Mehrere Gebäude wurden demnach beschädigt und gerieten in Brand.

Viele Einwohner suchten Zuflucht in U-Bahn-Stationen und Luftschutzkellern. Kurzzeitig kam es auch zu Stromausfällen und Problemen bei der Wasserversorgung. Im Morgengrauen zeugten schwarze Rauchwolken über dem Zentrum von Bränden. In der Stadt Dnipro wurden bei dem nächtlichen Angriff Behördenangaben zufolge mindestens 5 Menschen getötet und 25 weitere verletzt. Davon würden 23 aktuell im Krankenhaus behandelt, darunter ein 13 Jahre altes Mädchen. In der östlichen Stadt Charkiw wurden dem Bürgermeister zufolge mindestens zehn Menschen verletzt. Russland griff auch Ziele in der Stadt Saporischschja an.

Laut der ukrainischen Luftwaffe setzte Moskau bei den Attacken auch ballistische Raketen und Marschflugkörper ein. In Kiew stürzte im Bezirk Podilskyj ein mehrstöckiges Wohnhaus nach einem Angriff ein, wie Bürgermeister Klitschko auf Telegram schrieb. Es werde befürchtet, dass Menschen unter den Trümmern verschüttet sind. Anderswo habe ein Angriff die oberen Stockwerke eines 15-stöckigen Wohnhauses beschädigt. Es gebe mehrere Brände im Stadtgebiet. Im westlichen Nachbarland Polen erklärte das Militär in der Nacht auf der Plattform X, angesichts der russischen Angriffe in der Ukraine sei die Luftabwehr in Alarmbereitschaft versetzt worden, Militärflugzeuge seien aufgestiegen. (dpa)

21:59 Uhr

Montag, 1. Juni

Selenski: «Operation Spinnennetz» setzt Russland unter Druck

Selenski erklärte, die Operation habe die russische Militärlogistik erheblich beeinträchtigt. Ukrainische Streitkräfte seien inzwischen in der Lage, Nachschubwege tief in besetzten Gebieten anzugreifen. Für russische Truppen gebe es im Süden und Osten der Ukraine kaum noch sichere Versorgungsrouten.

Ein Schwerpunkt der Angriffe liegt auf der russischen Ölindustrie. Die Ukraine setzt dabei auf weitreichende Drohnen, die Ziele tief im russischen Staatsgebiet erreichen können. Nach ukrainischen Angaben wurden allein im Mai zahlreiche Raffinerien beschädigt. Die Folgen seien bereits spürbar: In Teilen der besetzten Krim gelten inzwischen Einschränkungen beim Tanken. (dpa)

18:56 Uhr

Montag, 1. Juni

Selenski spricht von stabilen Fronten

Die Lage an den Fronten der Ukraine ist nach den Worten von Präsident Wolodimir Selenski stabil. Einen entsprechenden Rapport habe er von Oberkommandeur Olexander Syrskyj bei einer Stabssitzung entgegengenommen, schrieb Selenski auf Facebook. «Die ukrainischen Positionen sind stark, und das ist ein Ergebnis, das unser Staat dringend benötigt», betonte er. Dies werde auf jeden Fall die diplomatischen Bemühungen Kiews um eine friedliche Lösung unterstützen.

Auch der ukrainische Militärblog DeepState, der die Lage an den Fronten akribisch dokumentiert, sah eine weitgehend gefestigte Linie. Den russischen Truppen sei es im Mai lediglich gelungen, 14 Quadratkilometer ukrainisches Territorium zu besetzen – die niedrigste Zahl in den vergangenen drei Jahren. «Der Krieg tritt in eine neue Phase ein, und für den ukrainischen Staat ist es wichtig, die Initiative nicht aus der Hand zu geben», schrieben die Analysten auf Telegram.

Die russische Armee ist seit Herbst 2023 ununterbrochen vorgerückt, wenn auch langsam und unter schweren Verlusten. Zuletzt, mit Beginn des fünften Kriegsjahres, gelang es den ukrainischen Verteidigern aber, die Lage zu stabilisieren. Zudem versetzt die Ukraine der russischen Erdöl- und Militärindustrie mit neuen, weitreichenden Drohnen empfindliche Schläge. (dpa)

14:06 Uhr

Montag, 1. Juni

Russland stoppt erstmals Export von Flugbenzin

Das Verbot für Kerosin gilt bis Ende November. Ausgenommen sind Lieferungen, die sich bereits in der Zollabfertigung befinden oder auf zwischenstaatlichen Vereinbarungen beruhen. Auch die Betankung ausländischer Flugzeuge auf russischen Flughäfen bleibt weiterhin möglich. Bereits zuvor hatte Moskau die Ausfuhr von Benzin und Diesel eingeschränkt.

Hintergrund sind die anhaltenden ukrainischen Drohnenangriffe auf die russische Ölindustrie. Nach russischen Angaben wurden allein im Mai zahlreiche Raffinerien beschädigt, darunter mehrere der grössten Anlagen des Landes. Die Verarbeitung von Rohöl ist dadurch stark zurückgegangen. Auf der von Russland annektierten Krim gelten bereits Einschränkungen beim Tanken.

Auf den Weltmarkt dürfte das Exportverbot nur begrenzte Auswirkungen haben. Russland hält beim Handel mit Flugbenzin einen vergleichsweise kleinen Marktanteil. Zu den wichtigsten Abnehmern gehörte bislang die Türkei. (dpa)

13:51 Uhr

Montag, 1. Juni

Litauen drängt auf raschen EU-Beitritt der Ukraine

Regierungschefin Inga Ruginiene erklärte, die Ukraine müsse bis 2030 Vollmitglied der EU werden. Der Beitrittsprozess ziehe sich bereits zu lange hin und müsse beschleunigt werden. Auch Aussenminister Kestutis Budrys sprach sich für einen raschen Start aller Verhandlungskapitel aus und bezeichnete die EU-Mitgliedschaft als wichtige Sicherheitsgarantie für die Ukraine und Europa.

Die Aussagen sind eine Reaktion auf Bundeskanzler Friedrich Merz. Dieser hatte vorgeschlagen, der Ukraine zunächst den Status eines «assoziierten Mitglieds» zu geben, da ein schneller Vollbeitritt aus seiner Sicht nicht realistisch sei. Kiew betrachtet einen solchen Zwischenschritt jedoch kritisch.

Litauen zählt seit Beginn des russischen Angriffskriegs zu den engsten Unterstützern der Ukraine. Der baltische EU- und Nato-Staat fordert seit Jahren eine stärkere politische und militärische Einbindung des Landes in westliche Strukturen. (dpa)

06:18 Uhr

Montag, 1. Juni

Selenski bereit für Friedensgespräche

Russland verliert im Krieg gegen die Ukraine die Initiative auf dem Schlachtfeld und eröffnet damit nach den Worten des ukrainischen Präsidenten Wolodimir Selenski den Weg zu einer diplomatischen Lösung des Konflikts. Seit Ende Dezember des Vorjahres gerate die russische Armee immer mehr in die Rückhand bei hohen Verlusten an Soldaten, erklärte Selenski in einem Interview des Senders CBS News.

«Daher denke ich, dass wir einen diplomatischen Weg finden müssen – hinsetzen und verhandeln – bis Anbruch des nächsten Winters», sagte Selenski. Allerdings sei dazu innerer Druck auf Kremlchef Wladimir Putin ebenso nötig wie mehr Sanktionsdruck durch die USA und Europa.

Bisherige Verhandlungs- oder Vermittlungsversuche sind an den Maximalforderungen Moskaus gescheitert. Zu diesen gehört unter anderem, dass Kiew seine Armee aus den bislang nicht von Russland eroberten Gebieten im Donbass, die die Regionen Donezk und Luhansk bilden, abzieht.

Selenski kritisierte die Lockerung von Sanktionen gegen Russland angesichts der Erdölkrise, hervorgerufen durch den Krieg der USA gegen den Iran. «Sanktionen aufheben bedeutet, russischen Soldaten zu helfen, indem man der russischen Industrie hilft», sagte er. (dpa)

06:14 Uhr

Montag, 1. Juni

Rumäniens Präsident: Drohne war zweifellos russisch

Die Drohne, die in der rumänischen Stadt Galati nahe der ukrainischen Grenze ein Wohnhaus getroffen und zwei Menschen verletzt hat, ist «ohne Zweifel» russischen Ursprungs. Das bekräftigte Rumäniens Staatspräsident Nicusor Dan in sozialen Medien. Davor hatte Russlands Präsident Wladimir Putin Zweifel an der Herkunft der Drohne geäussert und verlangt, dass Rumänien die Teile des Objekts nach Russland zur Prüfung schicke.

Rumänische Experten hätten das Objekt untersucht und mit mehreren russischen Drohnen verglichen, die während der vergangenen zwei Jahre auf rumänischem Territorium eingeschlagen hätten, schrieb Dan bei Facebook. Es handle sich in allen Fällen um Drohnen vom Typ «Geran 2». Im jüngsten Fall habe man diesen Typ-Namen auch als Schriftzug in kyrillischen Buchstaben auf den Resten der Drohne gefunden. Alle seien aus demselben Material hergestellt worden und hätten mit demselben Treibstoff funktioniert. Demnach sei Russland «der einzige Verantwortliche» für diesen Vorfall.

Der ukrainische Präsident Wolodyimir Selenski schrieb am Abend auf X, Fakten seien «das beste Mittel gegen Putins Lügen und beweisen, dass Russlands Manipulationen nicht durchgehen.»

Die Drohne war in der Nacht auf Freitag auf dem Dach eines zehnstöckigen Wohnhauses in Galati eingeschlagen, hatte dieses durchbrochen und in der direkt darunter liegenden Wohnung einen Brand ausgelöst. Sie kam nach Angaben der rumänischen Armee aus der Region des ukrainischen Donau-Hafens Reni, als diese von einem Schwarm von 43 russischen Drohnen angegriffen wurde. Rumänien hat daraufhin den russischen Botschafter einbestellt, den russischen Konsul in der Schwarzmeer-Stadt Constanta ausgewiesen und das Konsulat geschlossen. (dpa)

18:29 Uhr

Freitag, 29. Mai

Putin: Vorwurf zu Drohnenvorfall in Rumänien nicht bewiesen

Russlands Präsident Wladimir Putin hat den Vorwurf zurückgewiesen, russische Drohnen hätten Rumänien beschossen. «Niemand kann sagen, woher der eine oder andere Flugapparat stammt, bevor keine Expertise vorgenommen wurde», sagte Putin vor russischen Journalisten in Kasachstans Hauptstadt Astana. Wahrscheinlich sei eher eine ukrainische Drohne vom Kurs abgekommen, behauptete er. In der Vergangenheit seien auch in Finnland, dem Baltikum und Polen verirrte ukrainische Drohnen heruntergekommen - und jedes Mal sei zunächst Russland beschuldigt worden. Moskau sei aber zur Aufklärung des Falls bereit, fügte Putin hinzu.

Dazu forderte der Kremlchef die Übergabe der Drohnentrümmer. Erst dann könne Moskau objektiv zu dem Fall Stellung nehmen, sagte er am Rande eines Gipfels der Eurasischen Wirtschaftsunion in Astana.

In der Nacht war eine Drohne in ein Wohnhaus der rumänischen Stadt Galati nahe der Grenze zur Ukraine eingeschlagen. Zwei Menschen wurden verletzt. Bukarest hat als Reaktion darauf, den russischen Botschafter einbestellt und das Generalkonsulat in Constanta geschlossen. Eine Reihe von EU- und Nato-Staaten hat den Vorfall als russische Eskalation verurteilt. (dpa)

13:16 Uhr

Freitag, 29. Mai

Rumäniens Präsident beruft wegen Drohnenvorfall Verteidigungsrat ein

Der rumänische Präsident Nicusor Dan hat nach dem Einschlag einer mutmasslich russischen Drohne in der Grossstadt Galati das höchste Verteidigungsgremium seines Landes zusammengerufen. Der Oberste Verteidigungsrat solle die «Auswirkungen des schlimmsten Vorfalls besprechen, der das nationale Territorium seit Beginn des Angriffskrieges der Russischen Föderation gegen die Ukraine getroffen hat», schrieb Dan am Freitag auf Facebook. Es gebe «keine Unklarheit über den Urheber und die Ursache dieses Angriffs».

Der rumänische Präsident Nicusor Dan.
Bild: ROBERT GHEMENT

Nach Angaben des Verteidigungsministeriums war in der Nacht eine russische Drohne auf das Dach eines Hauses in Galati gestürzt und hatte ein Feuer ausgelöst. Zwei Menschen wurden leicht verletzt. Das Militär entsandte Kampfflugzeuge in das betroffene Gebiet an der Donau nahe der Grenze zu Moldau und warnte die Bewohner. Das Aussenministerium des EU- und Nato-Landes sprach von einer schweren Verletzung des Völkerrechts und bat das Militärbündnis um Mittel zur Drohnenabwehr.

Generalstabsmitglied Gheorghe Maxim sagte auf einer Pressekonferenz, der Vorfall sei kein Angriff Russlands auf Rumänien, aber «die Rumänen sollten verstehen, dass Russland eine Bedrohung für die Sicherheit der Länder in der Region ist».

Russland greift in seinem Invasionskrieg gegen die Ukraine das Nachbarland intensiv mit Drohnen und ballistischen Raketen an, um dessen Infrastruktur zu zerstören. Dabei geraten russische Geschosse immer wieder in die Territorien nicht beteiligter Staaten. Das rumänische Parlament hat im vergangenen Jahr angesichts der zahlreichen Luftraumverletzungen ein Gesetz verabschiedet, das es der Armee erlaubt, eingedrungene Drohnen als letztes Mittel abzuschiessen. Das Militär ist jedoch vorsichtig beim Abschuss von Drohnen, die bewohnte Gebiete gefährden können. (dpa)

06:14 Uhr

Freitag, 29. Mai

Russische Drohne trifft Hochhaus in Nato-Staat Rumänien

Eine russische Drohne hat in der rumänischen Stadt Galati nahe der Grenze zur Ukraine ein Hochhaus getroffen. Der Einschlag löste einen Brand im zehnten Stock des Wohnblocks aus, zwei Leichtverletzte wurden vor Ort versorgt, wie das Innenministerium des EU- und Nato-Staats mitteilte.

Das Verteidigungsministerium in Bukarest erklärte, Russland habe in der Nacht in der Ukraine in Grenznähe erneut zivile Ziele und Infrastruktur mit Drohnen angegriffen. Eine davon sei in den rumänischen Luftraum eingedrungen und über dem Hochhaus in Galati abgestürzt. Zwei Kampfflugzeuge der Luftabwehr vom Typ F-16 seien um 01:19 Uhr vom Militärstützpunkt Fetesti aufgestiegen, unterstützt von einem Hubschrauber der rumänischen Luftwaffe. Die Lage sei dynamisch, hiess es weiter.

Das Innenministerium erklärte auf Facebook, zunächst seien keine weiteren Drohnen gesichtet worden. Ein auf Explosionen spezialisiertes Ermittlerteam machte sich in der Nacht auf dem Weg zum Einsatzort. Galati liegt an der Donau, die Grenzen zur Republik Moldau und zur Ukraine sind jeweils nur wenige Kilometer entfernt.

Mehrfach russische Drohnentrümmer im Grenzgebiet gefunden

Russland greift die benachbarte Ukraine immer wieder mit zahlreichen Drohnen an. Dabei gab es auch einzelne Fälle, bei denen Drohnen den Luftraum von Nato-Staaten verletzten. Auch der ukrainische Donauhafen Reni in der Nähe von Galati ist immer wieder Ziel russischer Angriffe.

In Rumänien wurden im Grenzgebiet bereits mehrfach russische Drohnentrümmer geborgen. Erst vor einem Monat war eine russische Drohne über Galati abgestürzt und traf nach Behördenangaben das Nebengebäude eines Wohnhauses. Verletzt wurde damals niemand.

Als Nato-Partner unterstützt Grossbritannien die Luftabwehr Rumäniens wegen des Ukraine-Kriegs mit Kampfjets vom Typ Typhoon.

Die Ukraine wehrt sich seit mehr als vier Jahren gegen Russlands Angriffskrieg. Fast täglich greift Moskau das Nachbarland mit Drohnen und auch mit Raketen an. (dpa)

13:33 Uhr

Donnerstag, 28. Mai

Zwei Tote durch russischen Drohnenangriff im Gebiet Sumy

Im nordukrainischen Gebiet Sumy sind zwei Menschen bei einem russischen Drohnenangriff getötet worden. Der Mann und die Frau seien am Morgen auf einem Feldweg in der Gemeinde Welyka Pyssariwka nur wenige Kilometer von der Grenze zu Russland entfernt unterwegs gewesen, teilte die regionale Staatsanwaltschaft mit. Die Ukraine verteidigt sich seit mehr als vier Jahren mit westlicher Hilfe gegen den russischen Angriffskrieg. Das an Russland grenzende Gebiet Sumy ist dabei immer wieder Ziel russischer Angriffe. Wiederholt kamen dort Zivilisten ums Leben. (dpa)

06:41 Uhr

Donnerstag, 28. mai

Reaktion auf russische Bedrohung: Norwegen rückt unter Frankreichs nuklearen Schutzschirm

Norwegen rückt unter den atomaren Schutzschirm Frankreichs, den das Land auf Verbündete in Europa ausdehnen will. «Sie haben zugestimmt, dass Norwegen sich dem anschliesst, was wir als vorgelagerte nukleare Abschreckung bezeichnet haben», sagte Frankreichs Präsident Emmanuel Macron bei einem Besuch von Norwegens Ministerpräsident Jonas Gahr Støre in Paris. «Norwegen, ein wichtiger geografischer und strategischer Partner, mit dem wir bereits eng zusammengearbeitet haben, um das Bündnisgebiet vor äusseren Bedrohungen zu schützen, wird für diese vorgelagerte Abschreckung einen erheblichen Mehrwert darstellen», sagte Macron.

Beide Länder vereinbarten ausserdem ein Verteidigungsabkommen mit einer Beistandsklausel im Falle eines Angriffs. Der Schritt erfolge angesichts des Bewusstseins, dass Europa für seine eigene Sicherheit stärker selbst sorgen müsse. Norwegens Ministerpräsident Støre hob die Initiative Macrons zur Ausweitung der nuklearen Abschreckung Frankreichs auf Europa hervor, insbesondere angesichts der Bedrohung durch Russland. Dennoch werde die Abschreckung im Wesentlichen weiter durch die Nato gewährleistet und die USA hätten zugesichert, weiter den atomaren Schutz für Europa sicherzustellen. (dpa)

06:33 Uhr

Donnerstag, 28. mai

Schweizer AKW: Die Abhängigkeit von Russland

Die Axpo bezog bislang den Brennstoff für die beiden Reaktoren des AKW Beznau vollständig und für das AKW Leibstadt zur Hälfte aus Russland. Neu geschieht dies über Kazatomprom, das führende Unternehmen der Uranindustrie in Kasachstan

Auch wenn sich das Herkunftsland für Uran geändert hat, bleibt der russisch-staatliche Atomkonzern Rosatom für die Versorgung der Schweizer AKW unumgänglich. «Die Realität der Atomindustrie in der Schweiz ist: Trotz der Erklärungen der Axpo sind wir für das in unseren AKW verwendete Uran weiterhin von Russland abhängig», sagt Florian Kasser, Experte für Nuklearfragen bei Greenpeace Schweiz. «Die Atomkraftwerke Beznau und Leibstadt sind auch in den kommenden Jahren beim Transport und bei der Anreicherung ihres Brennstoffs auf Rosatom angewiesen.»

Das liegt daran, dass ein Grossteil des in Kasachstans Minen geförderten Urans über eine Route, die durch Russland führt und von Rosatom kontrolliert wird, nach St. Petersburg an die Ostsee gelangt. Dort wird es auf russische Schiffe verladen und in die westlichen Länder transportiert. Eine Alternativroute gäbe es: Die Transkaspische Internationale Transportroute (TITR). Diese weist jedoch logistische Mängel auf und ist erheblichen geopolitischen Risiken ausgesetzt. Als Konsequenz wird das Uran aus Kasachstan mehrheitlich über Russland transportiert.

Das heisst: Für Uran aus Kasachstan ist die Axpo auf Russland und russische Unternehmen angewiesen. (dpa)

22:09 Uhr

Mittwoch, 27. Mai

Selenski kündigt neue Angriffe auf russische Ziele an

Nach Gesprächen mit der Militärführung erklärte Selenski, Russland müsse für seinen Angriffskrieg «mit eigenen Verlusten bezahlen». Besonders im Fokus stehen demnach erneut Anlagen der russischen Ölindustrie, um Einnahmen aus Energieexporten zu treffen. In sozialen Netzwerken veröffentlicht Selenski seit Wochen Bilder und Videos erfolgreicher Angriffe auf russischem Gebiet.

Moskau reagierte mit neuen Drohungen gegen die ukrainische Führung in Kiew. Russland kündigte Vergeltungsschläge gegen zentrale Entscheidungsstellen an. Zuvor hatte Russland die Ukraine erneut massiv mit Raketen und Drohnen angegriffen.

Gleichzeitig wandte sich Selenski mit einem Hilfsgesuch an US-Präsident Donald Trump und den US-Kongress. Er forderte weitere Unterstützung bei der Flugabwehr und sprach auch mit EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen über zusätzliche Hilfe. Russland zeigt bislang jedoch keine Bereitschaft, sich von den ukrainischen Angriffen zu Verhandlungen zwingen zu lassen. (dpa)

19:44 Uhr

Mittwoch, 27. Mai

Trump lehnt Übergabe von iranischem Uran an China oder Russland ab

US-Präsident Donald Trump hat ablehnend auf Erwägungen reagiert, dass der Iran sein hochangereichertes Uran an Russland oder China übergeben könnte. Er würde sich mit einer solchen Lösung nicht wohlfühlen, sagte Trump am Mittwoch bei einer Kabinettssitzung.

Weil Russland und China gute Beziehungen zum Iran pflegen, gehen Beobachter davon aus, dass Teheran im Zuge eines Abkommens mit den USA zustimmen könnte, einem der beiden Staaten sein Uran zu übergeben.

Trump hatte am Montag auf seiner Plattform Truth Social geschrieben, dass das Uran entweder an die USA übergeben oder «vor Ort oder an einem anderen akzeptablen Ort vernichtet werden soll, wobei die Atomenergiebehörde oder eine ihr gleichgestellte Stelle als Zeuge dieses Prozesses und Ereignisses fungieren soll». Bisher hatte Trump gefordert, dass die USA die Kontrolle über die Uranvorräte des Iran übernehmen sollten. Diese werden unter den im vergangenen Jahr von US-Luftangriffen zerstörten Nuklearanlagen vermutet. (dpa)

17:42 Uhr

Mittwoch, 27. Mai

Berichte: Selenski bittet USA um mehr Flugabwehr

Nach schweren russischen Angriffen auf die Ukraine hat Präsident Wolodimir Selenski Medienberichten zufolge die USA um zusätzliche Hilfe bei der Flugabwehr gebeten. Besonders bei der Abwehr ballistischer Raketen sei Kiew stark von Washington abhängig.

Laut «The Kyiv Independent» wandte sich Selenski in einem Brief an US-Präsident Donald Trump und den US-Kongress. Darin beklagte er demnach auch, dass Waffenlieferungen über das PURL-Programm nicht mehr der aktuellen Bedrohungslage entsprächen. Selenskyjs Berater Dmytro Lytwyn bestätigte laut Interfax-Ukraine ein entsprechendes Schreiben.

Russland hatte die Ukraine am Wochenende mit einem der schwersten Angriffe seit Kriegsbeginn überzogen. Dabei kam laut Kiew auch die neue Mittelstreckenrakete Oreschnik zum Einsatz. Moskau kündigte bereits weitere Angriffe an. Russland bezeichnete die Attacken als Reaktion auf einen ukrainischen Drohnenangriff im besetzten Gebiet Luhansk. (dpa)

17:36 Uhr

Mittwoch, 27. Mai

EU-Aussenminister beraten über Lage in Ukraine und Iran-Krieg

Die Aussenministerinnen und Aussenminister der EU-Staaten wollen an diesem Donnerstag bei einem informellen Treffen in Zypern über die Lage in der Ukraine sowie im Nahen und Mittleren Osten beraten. Im Mittelpunkt steht unter anderem die Frage, ob und wie sich die EU stärker in diplomatische Bemühungen zur Beendigung des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine einbringen kann. Bislang werden Gespräche mit Moskau vor allem von US-Präsident Donald Trump und seinen Unterhändlern geführt.

Mit Blick auf den Nahen Osten soll es insbesondere um den Iran-Krieg und die Blockade der für Gas- und Öltransporte wichtigen Strasse von Hormus gehen. Zu den Beratungen sind auch Vertreter aus Indien und Saudi-Arabien eingeladen. Zudem steht ein Austausch über die geplante EU-Sicherheitsstrategie auf der Tagesordnung.

Das Treffen wird von der derzeitigen zyprischen EU-Ratspräsidentschaft organisiert und von der EU-Aussenbeauftragten Kaja Kallas geleitet. Deutschland wird von Europastaatsminister Gunther Krichbaum vertreten, der für den erkrankten Aussenminister Johann Wadephul teilnimmt. Der ukrainische Aussenminister Andrij Sybiha war am Mittwochabend zu einem Abendessen mit seinen EU-Kollegen eingeladen. (dpa)

16:34 Uhr

Mittwoch, 27. Mai

Finnland: Russisches Flugzeug soll Luftraum verletzt haben

Ein russisches Militärflugzeug steht nach Angaben von Finnlands Verteidigungsministerium im Verdacht, finnischen Luftraum verletzt zu haben. «Eine Untersuchung des mutmasslichen Luftraumverstosses wurde sofort eingeleitet», sagte Verteidigungsminister Antti Häkkänen laut einer Mitteilung. Der Flieger könnte demnach im finnischen Meerbusen vor der Halbinsel Porkkala zwischen Finnland und Estland einem Gewitter ausgewichen sein. Die Luftwaffe habe mit einem Einsatzflug reagiert, hiess es in der Mitteilung. Die Grenzschutzbehörde untersuche den Vorfall nun.

In den vergangenen Monaten waren im Zusammenhang mit dem Krieg in der Ukraine mehrfach fehlgeleitete ukrainische Drohnen in den finnischen Luftraum eingedrungen oder auf finnischen Boden abgestürzt. Finnland teilt eine mehr als 1300 Kilometer lange Grenze mit Russland. (dpa)

14:11 Uhr

Mittwoch, 27. Mai

Russische Banken sollen bei Drohnenabwehr helfen

Russische Banken und ihre Mitarbeiter sollen nach dem Willen des Parlaments künftig bei der Abwehr ukrainischer Drohnen helfen. Die Staatsduma verabschiedete einen Gesetzentwurf, wonach Banken auf eigene Kosten elektronische Störsysteme an ihren Standorten installieren sollen.

Ausgewählte Mitarbeiter sollen zudem berechtigt werden, Drohnen abzuschiessen. Der Plan umfasst die russische Zentralbank sowie weitere grosse Institute wie die mehrheitlich staatliche Sberbank. Das Gesetz muss noch vom Föderationsrat gebilligt und von Präsident Wladimir Putin unterzeichnet werden.

Russland sieht sich seit längerem zunehmenden Angriffen ukrainischer Drohnen ausgesetzt. Nach Einschätzung westlicher Experten erschweren kleinere Drohnen zudem die Versorgung russischer Truppen entlang der Frontlinie im Angriffskrieg gegen die Ukraine.

Das Gesetz sieht vor, dass Bankmitarbeiter Funksignale von Drohnen stören sowie unbemannte Flug-, Unterwasser- und Bodenfahrzeuge beschädigen oder zerstören dürfen, wenn diese eine Gefahr für Einrichtungen darstellen. Welche Beschäftigten dafür autorisiert werden, sollen die jeweiligen Organisationen selbst entscheiden. (dpa)

12:21 Uhr

Mittwoch, 27. Mai

Kreml erhöht Druck auf Armenien wegen EU-Kurs

Laut einem Bericht der Zeitung «Kommersant» erwägt Russland, günstige Lieferverträge für Gas, Ölprodukte und Diamanten zu kündigen. In einem Schreiben aus dem russischen Energieministerium heisst es demnach, Armeniens Streben nach einer EU-Mitgliedschaft gefährde die wirtschaftliche Zusammenarbeit mit Moskau. Kremlsprecher Dmitri Peskow betonte, die bisherigen Preisnachlässe erfolgten auf Kosten Russlands.

Für Armenien wären wegfallende Vergünstigungen ein schwerer Schlag. Das Land ist insbesondere bei Gas stark von Russland abhängig. Regierungschef Nikol Paschinjan erklärte zwar, man könne die Lieferungen aus dem Iran erhöhen, die Kapazitäten dafür gelten jedoch als begrenzt. Russland hatte zuletzt bereits armenische Lebensmittelimporte gestoppt.

Vor der Parlamentswahl Anfang Juni steht Paschinjan innenpolitisch unter Druck. Gleichzeitig sucht Armenien die Nähe zur EU und will die Zusammenarbeit bei Sicherheit, Energie und Infrastruktur ausbauen. Aus Moskau kommen deshalb zunehmend scharfe Warnungen – bis hin zu Vergleichen mit der Ukraine. (dpa)

09:15 Uhr

Mittwoch, 27. Mai

Russland und Ukraine überziehen sich mit schweren Angriffen

Russland und die Ukraine haben in der Nacht erneut schwere Angriffe mit Drohnen und Raketen gegeneinander gestartet. In der südrussischen Hafenstadt Taganrog am Asowschen Meer sind nach offiziellen Angaben zwei Menschen durch einen Raketenangriff verletzt worden. Sie seien ins Krankenhaus eingeliefert worden, teilte Bürgermeisterin Swetlana Kambulowa bei Telegram mit. Laut dem unabhängigen Internetportal «Astra» wurde bei der Attacke ein Werk zur Flugzeugreparatur getroffen. Einschläge gab es demnach auch in Tuapse, Woronesch und auf der Krim.

In Tuapse am Schwarzen Meer soll einmal mehr die örtliche Raffinerie Ziel der Angriffe gewesen sein. Das Ausmass der Schäden ist noch unklar. Zudem riefen offiziellen Angaben nach Drohnentrümmer im Hafengelände einen Brand hervor. In Woronesch wurde Medienberichten zufolge ein Militärflugplatz getroffen.

Auf der von Russland seit 2014 annektierten Krim gab es Einschläge in der Hauptstadt Simferopol und dem Marinehafen Sewastopol. Die Hafenstadt sei mit Drohnen und Marschflugkörpern attackiert worden, teilte der Gouverneur von Sewastopol, Michail Raswosschajew, mit. Er berichtete von Schäden an der Filiale der russischen Zentralbank und einem Wohnhaus. Personen kamen demnach nicht zu Schaden. Medienberichte über einen Einschlag im Hauptquartier der Schwarzmeerflotte wurden offiziell bislang nicht bestätigt.

Russische Angriffe fordern sechs Verletzte

Auf der Gegenseite wurden in der ostukrainischen Region Dnipropetrowsk sechs Menschen durch russische Angriffe verletzt, darunter ein Minderjähriger. Das russische Militär habe bei den Attacken Drohnen, Artillerie und gelenkte Gleitbomben eingesetzt, schrieb Militärgouverneur Olexander Hanscha.

Einschläge gab es demzufolge auch in der Region Tschernihiw nördlich von Kiew. Ein Unternehmen in der Stadt sei beschädigt worden, Verletzte gebe es nicht, teilte der Chef der örtlichen Militärverwaltung, Dmytro Bryschynskyj mit. (dpa)

14:46 Uhr

Dienstag, 26. Mai

Russischer Politiker droht Kiew mit Massenvernichtungswaffen

Der Chef des russischen Parlaments, Wjatscheslaw Wolodin, hat den Einsatz von Massenvernichtungswaffen gegen die Ukraine angedroht im Fall von Angriffen gegen die Zivilbevölkerung in Russland. «Das alles kann dazu führen, dass wir die Waffe einsetzen, die von niemandem mehr eine Spur übrig lässt», sagte Wolodin einer Pressemitteilung des Parlaments, der Staatsduma, zufolge. Er warnte davor, es so weit kommen zu lassen.

Auslöser der neuen Drohung ist ein Drohnenangriff auf ein Wohnheim in Starobilsk im von Russland besetzten Gebiet Luhansk. Den Angaben der Besatzungsbehörden zufolge kamen bei der Attacke in der vergangenen Woche 21 Zivilisten ums Leben. Der Generalstab in Kiew wiederum teilte mit, der Angriff habe einer Drohneneinheit des russischen Militärs gegolten. (dpa)

12:29 Uhr

Dienstag, 26. Mai

Russland setzt Beschuss der Ukraine fort

Russland hat die Ukraine in der Nacht zum Dienstag nach Angaben der ukrainischen Luftwaffe erneut beschossen. Es seien mehr als 100 Drohnen und zwei ballistische Raketen abgefeuert worden, berichtete die Luftwaffe. Am Montag hatte Russland mit Angriffen auf die ukrainische Hauptstadt Kiew gedroht und Mitglieder diplomatischer Vertretungen zum Verlassen der Stadt aufgefordert. Die EU, Frankreich und Polen kündigten aber an, dem nicht nachzukommen.

Der russische Aussenminister Sergej Lawrow habe US-Chefdiplomat Marco Rubio am Montag telefonisch geraten, Beschäftigte der diplomatischen US-Vertretung aus Kiew zu evakuieren, teilte das russische Aussenministerium mit. Rubio sagte zunächst nicht, ob er eine Evakuierung veranlassen werde. Bei einem Besuch in Indien zeigte er sich besorgt, dass der «schreckliche» Krieg in der Ukraine eskalieren könnte.

Das ukrainische Aussenministerium teilte am Montagabend mit, dass die Sicherheitsgefahr für Kiew und andere Städte des Landes durch Russland «genauso hoch wie in vorherigen Jahren und Monaten» sei. Moskau beschiesse Kiew seit mehr als vier Jahren kontinuierlich mit Raketen und Drohnen. Die ukrainische Regierung stehe aber bereit, um diplomatischen Vertretungen bei zusätzlichen Sicherheitsmassnahmen behilflich zu sein. (dpa)

11:30 Uhr

Dienstag, 26. Mai

Putin lockt neue Soldaten mit Schuldenerlass

Nach Angaben des Kremls werden Soldaten und ihre Ehepartner von Rückzahlungen überfälliger Kredite bis zu umgerechnet rund 120'000 Euro befreit. Die Regelung gilt für Rekruten, die sich seit dem 1. Mai 2026 für mindestens ein Jahr zum Kriegsdienst verpflichten. Voraussetzung ist, dass die Schulden bereits zuvor bestanden.

Putin fährt eine neue Rekrutierungstrategie.
Bild: EPA

Moskau reagiert damit offenbar auf Schwierigkeiten bei der Rekrutierung neuer Soldaten. Trotz hoher Prämien und Werbekampagnen – zuletzt auch an Universitäten – sollen die Freiwilligenzahlen sinken. Beobachter berichten zugleich von hohen Verlusten an der Front.

Spekuliert wird deshalb erneut über eine mögliche Zwangsmobilisierung. Bereits im Herbst 2022 hatte Putin nach militärischen Rückschlägen offiziell 300'000 Reservisten einziehen lassen. (dpa)

12:45 Uhr

Montag, 25. Mai

Ukraine: Toter und Verletzte nach russischen Luftschlägen

Bei schweren russischen Angriffen aus der Luft ist ukrainischen Behördenangaben nach im Südosten des Landes mindestens ein Mensch getötet worden, 15 weitere wurden verletzt. In der Hafenstadt Odessa sei ein Infrastrukturobjekt durch Beschuss zerstört worden, teilte Militärgouverneur Serhij Lyssak auf Telegram mit. Von den vier Verletzten sei einer seinen Wunden erlegen, schrieb er später.

In der Stadt Kramatorsk im Gebiet Donezk wurden derweil durch den Abwurf gelenkter Gleitbomben am Abend zwölf Personen verletzt. «Unter den Verletzten ist ein achtjähriger Junge», schrieb der ukrainische Gouverneur der Region Wadym Filaschkin auf Telegram. Laut den örtlichen Behörden war es bereits der dritte schwere Angriff auf die Stadt im Tagesverlauf. (dpa)

17:58 Uhr

Montag, 25. Mai

Russland droht mit neuer Attacke gegen Kiew

Nach dem massiven russischen Angriff auf die ukrainische Hauptstadt Kiew am Wochenende hat Moskau mit einer neuen schweren Attacke gedroht. Das russische Aussenministerium rief ausländische Diplomaten dazu auf, Kiew schnellstmöglich zu verlassen. Das russische Militär werde als Antwort auf den ukrainischen Beschuss eines Wohnheims in der von Russland kontrollierten Stadt Starobilsk nun systematisch Rüstungsobjekte und «Entscheidungszentren» in Kiew angreifen, heisst es in der Mitteilung.

Bei dem Angriff auf Starobilsk wurden nach Angaben der Besatzungsbehörden, mehr als 20 Zivilisten getötet. Der Generalstab in Kiew wiederum erklärte, die Attacke habe einer dort stationierten Militäreinheit gegolten.

Russland greift seit dem Kriegsbeginn vor mehr als vier Jahren systematisch das Hinterland der Ukraine an - und trifft dabei immer wieder auch zivile Infrastrukturobjekte oder Wohnhäuser. Die Verantwortung für die vielen zivilen Opfer in der Ukraine lehnt Moskaus dabei ab. Wegen des Angriffs auf Starobilsk hingegen hat Kremlchef Wladimir Putin Vergeltung gefordert. Eigentlich galt bereits der Angriff am Wochenende auf Kiew als Racheaktion. Russland setzte dabei unter anderem die neue Mittelstreckenrakete Oreschnik ein. (dpa)

Mehr zum Thema:

13:28 Uhr

Montag, 25. mai

Besatzer: Vier Tote in ostukrainischer Stadt

Im ostukrainischen Horliwka im Gebiet Donezk sind nach Angaben der russischen Besatzungsverwaltung vier Menschen bei einem ukrainischen Angriff getötet worden. Darunter seien zwei Jugendliche, meldeten russische Agenturen unter Berufung auf die von Moskau eingesetzte Besatzungsverwaltung, ohne Details zu nennen. Zuvor hatte diese demnach von sechs Verletzten nach einem Drohnenangriff gesprochen. (dpa)

10:57 Uhr

Montag, 25. Mai

Zahl der Verletzten in Kiew wächst nach Angriff auf fast 90

Nach dem massiven russischen Angriff in der Nacht zu Sonntag steigt die Zahl der Verletzten in der ukrainischen Hauptstadt Kiew weiter. Es seien 87 Menschen verletzt worden, darunter drei Minderjährige, schrieb der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski in sozialen Medien. In Krankenhäuser seien 21 Personen gebracht worden. Die Aufräumarbeiten dauern demnach an. Er sprach von rund 300 beschädigten Objekten, ein Grossteil davon seien Wohnhäuser. (dpa)

18:53 Uhr

Sonntag, 24. Mai

Ukraine beantragt sofortige Sitzung im UN-Sicherheitsrat

Der ukrainische Aussenminister Andrij Sybiha hat nach den massiven russischen Luftschlägen gegen die Hauptstadt Kiew die internationale Gemeinschaft zu einer «starken Antwort an den Aggressor» aufgefordert. Der Minister beantragte laut einer Mitteilung auf der Plattform X eine Dringlichkeitssitzung des UN-Sicherheitsrats und eine Zusammenkunft der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE).

Über 600 Drohnen und 90 Raketen trafen Kiew in der Nacht auf Pfingstsonntag.
Bild: EPA

Sybiha warf Russland vor, mit der «barbarischen Raketenattacke» in der vergangenen Nacht fehlende militärische Fortschritte auf dem Schlachtfeld im Angriffskrieg gegen die Ukraine kompensieren zu wollen.

Allein in Kiew wurden mindestens zwei Menschen getötet. Die Zahl der Verletzten stieg laut Bürgermeister Vitali Klitschko bis zum frühen Abend auf 81. Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski teilte in den sozialen Netzwerken mit, es seien etwa 100 Menschen bei den Angriffen im Land verletzt und mindestens vier getötet worden.

Auch Regierungsgebäude beschädigt

Bei den Attacken wurden laut Behörden auch Regierungsgebäude beschädigt, darunter das Aussenministerium und das Kabinettsgebäude. Verletzte gab es demnach an dem arbeitsfreien Sonntag aber nicht. Ukrainischen Medien zufolge wurde auch ein Haus beschädigt, in dem Präsident Selenski eine Wohnung besitzt.

«Putin versucht, die Ukraine einzuschüchtern, indem er Zivilisten angreift und Wohngebäude, Museen, Schulen sowie kritische Infrastruktur zerstört», sagte Aussenminister Sybiha. Der Kremlchef versuche das ausserdem, indem er Mittelstreckenraketen auf friedliche Städte abfeuere. Russland hatte zuvor den Einsatz seiner neuen und wegen ihrer Zerstörungskraft gefürchteten Oreschnik-Rakete bestätigt.

Die internationale Gemeinschaft müsse reagieren, meinte Sybiha. «Wir fordern unsere Partner nachdrücklich auf, entschlossene multilaterale Massnahmen zu ergreifen, um Russland abzuschrecken und es zu einem umfassenden, gerechten und dauerhaften Frieden zu bewegen», betonte der Minister. (dpa)

18:22 Uhr

Sonntag, 24. Mai

Russland meldet Toten nach ukrainischem Drohnenangriff

Bei einem ukrainischen Drohnenangriff in Russland ist nach Angaben örtlicher Behörden ein Zivilist getötet worden. Der Angriff traf demnach am Sonntagmorgen die Stadt Graiworon in der Region Belgorod an der Grenze zur Ukraine.

Das russische Verteidigungsministerium teilte mit, in der Nacht zum Sonntag seien 33 ukrainische Drohnen abgeschossen oder elektronisch gestört worden. Betroffen gewesen seien unter anderem die Region Moskau, Gebiete im Westen und Südwesten Russlands sowie die von Russland besetzte ukrainische Halbinsel Krim. (dpa)

17:06 Uhr

Sonntag, 24. Mai

Selenski: Nicht alle Raketen bei Angriff auf Kiew abgefangen

Die Ukraine hat nach Angaben von Präsident Wolodimir Selenski bei dem russischen Grossangriff im Raum Kiew nicht alle ballistischen Raketen abfangen können. Die meisten Einschläge hätten die Hauptstadt getroffen, das Hauptziel des Angriffs, sagte Selenski.

Die offenbar gescheiterten Abfangversuche verdeutlichen den anhaltenden Mangel der Ukraine an Luftabwehrraketen, die ballistische Flugkörper abschiessen können. Kiew ist dabei stark auf US-Flugabwehrsysteme vom Typ Patriot angewiesen. Die dafür nötigen Abfangraketen bleiben jedoch knapp und gehören zu den dringendsten Forderungen der Ukraine an ihre westlichen Partner.

Eine eigene Alternative aus ukrainischer Produktion zu entwickeln, ist nach Angaben des Verteidigungsministeriums inzwischen eine der wichtigsten Prioritäten. Dafür braucht das Land allerdings Zeit und zusätzliche Finanzierung.

Nach dem russischen Grossangriff wüteten in Kiew bis Sonntagmorgen Brände. Schäden seien an 50 Orten in mehreren Bezirken registriert worden, darunter an Wohnhäusern, Einkaufszentren und Schulen, teilte der ukrainische Katastrophenschutz auf Telegram mit. Auch Gebäude der Polizei seien beschädigt worden.

«Es war eine schreckliche Nacht. So etwas hat es im gesamten Kriegsverlauf noch nie gegeben», sagte die 55-jährige Einwohnerin Switlana Onofryitschuk, die seit 22 Jahren auf einem Kiewer Markt arbeitet, der bei dem Angriff beschädigt wurde. «Es tut mir unendlich leid, dass ich mich nun von Kiew verabschieden muss. Ich werde dort nicht bleiben – es gibt dafür keine Möglichkeit mehr.» (dpa)

15:37 Uhr

Sonntag, 24. Mai

Russland: Zahl der Toten nach Angriff auf Wohnheim steigt auf 21

Nach einem mutmasslich ukrainischen Drohnenangriff auf ein Studentenwohnheim in der von Russland besetzten Region Luhansk in der Ukraine ist die Zahl der Toten nach Angaben russischer Behörden auf mindestens 21 gestiegen. Mehr als 40 weitere Menschen seien verletzt worden, hiess es am Samstagabend. Die von Moskau eingesetzten Behörden in Luhansk ordneten eine zweitägige Trauer um die Opfer an.

Russlands Präsident Wladimir Putin hatte den Angriff in der Nacht zum Freitag als Verbrechen bezeichnet und das Militär aufgefordert, Vorschläge für Vergeltungsmassnahmen vorzulegen. Im Umfeld der Hochschule gebe es keine militärischen Anlagen oder Einrichtungen der Sicherheitsbehörden, erklärte er.

Der UN-Sicherheitsrat berief auf Antrag Russlands eine Dringlichkeitssitzung zu dem Angriff ein. Der ukrainische UN-Botschafter Andrij Melnyk, ehemals Botschafter der Ukraine in Deutschland, wies dabei am Samstag Kriegsverbrechens-Anschuldigungen Moskaus zurück und sprach von einer «puren Propaganda-Show». Die Einsätze des ukrainischen Militärs am Freitag hätten sich «allein gegen die russische Kriegsmaschinerie» gerichtet, sagte er. (dpa)

13:56 Uhr

Sonntag, 24. Mai

ARD meldet Schäden am Studio in Kiew nach russischem Angriff

Bei den massiven russischen Angriffen in der ukrainischen Hauptstadt Kiew ist auch das Fernsehstudio der ARD-Korrespondenten nach Angaben des Westdeutschen Rundfunks (WDR) massiv beschädigt worden. Wahrscheinlich habe eine Druckwelle durch die russischen Angriffe in dem zentral gelegenen Studio zu Verwüstungen geführt. Es seien Fenster zersplittert, Räume verwüstet und Wände eingestürzt, hiess es in einer in Köln veröffentlichten Mitteilung des WDR. Zum Zeitpunkt der Attacken habe sich niemand in dem Studio aufgehalten.

Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski teilte mit, das Studio liege im Gebäude des nationalen Kunstmuseums, das bei den Angriffen beschädigt worden sei. «Die statische Sicherheit des Gebäudes muss nun überprüft werden», erklärte der WDR weiter. Die Berichterstattung werde «mit mobilen technischen Lösungen und Ausweichmöglichkeiten weiter gewährleistet».

«Rausgerissene Fensterrahmen, überall Splitter, zerstörte Technik – den eigenen Arbeitsplatz völlig verwüstet zu sehen, ist ein Schock», sagte Kiews ARD-Studioleiter Vassili Golod. Sein Team lasse sich jedoch nicht einschüchtern von den russischen Angriffen. WDR-Intendantin Katrin Vernau zeigte sich der Mitteilung zufolge «sehr erleichtert, dass unsere Mitarbeiter bei diesem Angriff nicht verletzt wurden». Auch unter den gefährlichen Bedingungen und dem Ausnahmezustand werde weiter berichtet, «damit die Menschen in Deutschland die wichtigsten Informationen aus der Ukraine aus erster Hand bekommen». (dpa)

10:58 Uhr

Sonntag, 24. Mai

Russland bestätigt Einsatz seiner Oreschnik-Rakete

Russland hat nach eigenen Angaben in der Ukraine erneut die wegen ihrer Zerstörungskraft besonders gefürchtete neue Mittelstreckenrakete vom Typ Oreschnik eingesetzt. Es handle sich um eine Antwort auf die «terroristischen Angriffe» der Ukraine auf zivile Objekte in Russland, teilte das Verteidigungsministerium in Moskau der Agentur Interfax zufolge mit. (dpa)

10:49 Uhr

Sonntag, 24. Mai

Selenski: Russland setzte Oreschnik-Rakete ein

Russland hat nach Angaben des ukrainischen Präsidenten Wolodimir Selenski erneut die wegen ihrer Zerstörungskraft gefürchtete Mittelstreckenrakete Oreschnik eingesetzt – erstmals nahe der Hauptstadt Kiew. Kremlchef Wladimir Putin habe die Rakete gegen Bila Zerkwa abgefeuert, sagte Selenski in einer am Morgen in Kiew veröffentlichten Videobotschaft. Die Grossstadt liegt im Kiewer Gebiet. Die auch in Weissrussland von Moskau stationierte Oreschnik-Rakete (auf Deutsch: Haselstrauch) kann sowohl konventionelle als auch atomare Sprengköpfe tragen. Ihre extrem hohe Geschwindigkeit von bis zu 12.000 Kilometer pro Stunde und ihre Reichweite von bis zu 5000 Kilometer machen sie zu einer potenziellen Gefahr für den gesamten europäischen Kontinent.

«Das ist wirklich unverantwortlich. Es ist wichtig, dass dies für Russland nicht ohne Folgen bleibt», sagte Selenski. Zu Schäden in Bila Zerkwa machte er keine Angaben. Es war demnach bereits der dritte Einsatz der Waffe in dem russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine. (dpa)

07:05 Uhr

Sonntag, 24. Mai

Massiver russischer Angriff auf Kiew mit Raketen und Drohnen

Russland hat die ukrainische Hauptstadt Kiew massiv mit Drohnen und ballistischen Raketen angegriffen. Die ukrainische Luftwaffe warnte in der Nacht auf der Plattform Telegram zudem ausdrücklich vor einem möglichen russischen Angriff mit der besonders gefürchteten neuen Mittelstreckenrakete vom Typ Oreschnik. Kiews Militärverwalter Tymur Tkatschenko sprach von insgesamt 40 beschädigten Gebäuden. Es gebe mindestens einen Toten und rund 20 Verletzte zu beklagen, schrieb er auf Telegram.

Bürgermeister Vitali Klitschko berichtete ebenfalls von zahlreichen betroffenen Gebäuden, darunter auch Hochhäuser und mindestens eine Schule. Er forderte die Bewohner der Millionenstadt in den frühen Morgenstunden auf, weiter in ihren Schutzräumen zu bleiben. Das Portal «The Kyiv Independent» sprach von «einer Reihe von Explosionen» in der Hauptstadt. Zunächst unbestätigten Berichten zufolge soll Russland bei dem Angriff auch Hyperschallraketen und Marschflugkörper eingesetzt haben. Das Portal «Times of Ukraine» berichtete auf Telegram von zahlreichen Bränden in der Millionenstadt, darunter auch einer in der Nähe des Regierungsviertels. Auch andere Landesteile der Ukraine wurden angegriffen. Das gesamte Ausmass der russischen Angriffswelle und deren Folgen waren in der Nacht nicht sofort absehbar.

Im westlichen Nachbarland Polen erklärte das Militär auf der Plattform X, angesichts der russischen Angriffe in der Ukraine sei die Luftabwehr in Alarmbereitschaft, es seien Militärflugzeuge aufgestiegen. In Polen kommt es bei grösseren Angriffen in der Ukraine immer wieder zur Alarmierung der Luftabwehr, manchmal steigen dabei auch Kampfjets von Nato-Partnern auf. (dpa)

13:59 Uhr

Samstag, 23. mai

Russland: Zahl der Todesopfer nach Angriff auf Wohnheim gestiegen

Nach einem mutmasslich ukrainischen Drohnenangriff auf ein Studentenwohnheim in der von Russland besetzten Region Luhansk in der Ukraine ist die Zahl der Toten nach Angaben der von Moskau eingesetzten Behörden auf elf gestiegen. Russlands Präsident Wladimir Putin hatte den Angriff in der Nacht zum Freitag als Verbrechen bezeichnet und das Militär aufgefordert, Vorschläge für Vergeltungsmassnahmen vorzulegen. Im Umfeld der Hochschule gebe es keine militärischen Anlagen oder Einrichtungen der Sicherheitsbehörden, erklärte er.

Der UN-Sicherheitsrat berief auf Antrag Russlands eine Dringlichkeitssitzung zu dem Angriff ein. Der ukrainische UN-Botschafter Andrij Melnyk, ehemals Botschafter der Ukraine in Deutschland, wies Kriegsverbrechens-Anschuldigungen Moskaus zurück und sprach von einer «puren Propaganda-Show». Die Einsätze des ukrainischen Militärs am Freitag hätten sich «allein gegen die russische Kriegsmaschinerie» gerichtet, sagte er. (dpa)

11:04 Uhr

Samstag, 23. mai

Ukraine trifft erneut Öllager im Süden Russlands

Die Ukraine hat mit einem weiteren Drohnenangriff eine Öllagerstätte in der bereits mehrfach attackierten Schwarzmeer-Metropole Noworossijsk in Brand gesetzt. Teile einer abgeschossenen Drohne seien auf das Gelände eines Treibstoffterminals gefallen, teilte der operative Stab der Region Krasnodar mit. In einigen technischen und administrativen Gebäuden seien Feuer ausgebrochen. Es gebe zwei Verletzte, hiess es in der Behördenmitteilung.

In sozialen Netzwerken berichteten Augenzeugen, dass der Ölterminal Gruschowaja des Energiekonzerns Transneft in Brand geraten sei. Es handelt sich um eine der grössten Öllagerstätten im Kaukasus mit Reservoirs unter der Erde und an der Oberfläche - samt einem Umschlagplatz. (dpa)

11:02 Uhr

Samstag, 23. Mai

Nach Kiews Drohnenangriff auf Wohnheim steigt Zahl der Toten

Nach dem ukrainischen Drohnenangriff auf ein Wohnheim einer Berufsschule im russisch besetzten Gebiet Luhansk ist die Zahl der Toten laut Behörden auf zehn gestiegen. Es seien weitere Leichen aus den Trümmern des Gebäudes in der Stadt Starobilsk gezogen worden, teilte das russische Zivilschutzministerium mit. Insgesamt gebe es 48 Verletzte. Laut den örtlichen Behörden werden noch elf Studentinnen und Studenten vermisst. Die Suche nach ihnen in den Trümmern dauert demnach an. Kremlchef Wladimir Putin hatte dem ukrainischen Militär am Freitag einen «Terrorakt» vorgeworfen.

Der ukrainische Generalstab warf Russland Desinformation vor. In Starobilsk habe eine auf Drohnenangriffe gegen die Ukraine spezialisierte russische Militäreinheit operiert. Sie sei Ziel der Attacke gewesen. Putin hatte behauptet, es habe dort kein militärisches Ziel gegeben. Er sprach am Freitag von 6 Toten, 39 Verletzten und 15 Vermissten.

UN-Generalsekretär António Guterres kritisierte die Attacke. «Jeden Angriff auf Zivilisten und zivile Infrastruktur verurteilen wir scharf, egal wo sie geschehen», sagte ein Sprecher von Guterres in New York. (dpa)

21:52 Uhr

Freitag, 22. Mai

Ukraine meldet Abwehr von 115 russischen Drohnen

Die Ukraine hat nach eigenen Angaben in der Nacht 115 von 124 russischen Drohnen abgeschossen oder elektronisch gestört. Das teilte die ukrainische Luftwaffe am Freitag mit. In der Region Sumy wurden nach Angaben der Nationalpolizei elf Menschen verletzt, darunter ein Kind. Die Militärverwaltung in der südlichen Region Cherson teilte mit, in der gleichnamigen Gebietshauptstadt sei bei einem russischen Drohnenangriff ein Mann getötet worden.

Russland hat die Angriffe auf zivile Gebiete des Nachbarlandes in den vergangenen Monaten intensiviert. Die Zahl der von den Vereinten Nationen bestätigten zivilen Opfer in der Ukraine stieg in den ersten vier Monaten dieses Jahres im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 21 Prozent. Demnach wurden 815 Zivilisten getötet und 4.174 verletzt.

Auf dem Schlachtfeld konnten ukrainische Gegenangriffe westlichen Analysten zufolge die russische Armee seit Ende vergangenen Jahres aus mehr als 400 Quadratkilometern im Süden der Ukraine zurückdrängen. Diese Erfolge werden unter anderem der zunehmend in der Ukraine entwickelten Drohnen- und Raketentechnologie zugeschrieben. Zudem hätten russische Kräfte keinen Zugang zu Starlink-Satellitendiensten gehabt, die zur Steuerung von Drohnen auf Ziele genutzt werden. (dpa)

21:14 Uhr

Freitag, 22. Mai

«Leider nicht fruchtbar»: USA wollen nicht mehr vermitteln

Die US-Vermittlungsbemühungen im Krieg zwischen Russland und der Ukraine befinden sich in einer Sackgasse. US-Aussenminister Marco Rubio, der am Freitag am Nato-Aussenministertreffen im schwedischen Helsingborg teilnahm, räumte ein, dass die diplomatischen Bemühungen um ein Ende der Kampfhandlungen keine nennenswerten Ergebnisse hervorgebracht hätten.

Zwischen Ukraine-Präsident Wolodimir Selenski und US-Präsident Donald Trump hat es nie gefunkt.
Bild: Alex Brandon/AP

Die Verhandlungen im Verlauf des vergangenen Jahres seien «leider nicht fruchtbar» gewesen, sagte er. Derzeit gebe es keine Gespräche. Diese könnten jedoch wieder aufgenommen werde, wenn Washington eine Chance auf Fortschritte sehe, sagte Rubio. (dpa)

11:50 Uhr

Freitag, 22. Mai

Tote in russisch besetztem Gebiet Luhansk

Im russisch besetzten Gebiet Luhansk sind nach russischen Behördenangaben mindestens vier Menschen bei einem ukrainischen Drohnenangriff getötet worden. Unter Trümmern würden weitere Menschen vermutet, schrieb die mit EU-Sanktionen belegte russische Menschenrechtsbeauftragte Jana Lantratowa bei Telegram.

Zuvor hatte der von Moskau eingesetzte Verwalter, Leonid Passetschnik, von 35 Verletzten gesprochen. Drohnen seien in eine Berufsschule und ein Wohnheim in Starobilsk eingeschlagen, in dem sich 86 Jugendliche zwischen 14 und 18 Jahren befanden, teilte er mit. Die Angaben lassen sich unabhängig nicht prüfen.

Russland überzieht die Ukraine seit mehr als vier Jahren mit einem zerstörerischen Angriffskrieg. Tag für Tag werden dabei Zivilisten in der Ukraine verletzt oder getötet. Moskaus Militär attackiert systematisch die Energieinfrastruktur; im Winter mussten bei Frosttemperaturen Millionen Menschen ohne Heizung, Strom und Wasser ausharren.

Russland annektierte bereits 2014 die Schwarzmeerhalbinsel Krim und nach Beginn der grossangelegten Invasion 2022 auch die Gebiete Donezk, Luhansk, Saporischschja und Cherson. Verhandlungen, bei denen zuletzt die USA vermittelt hatten, liegen derzeit auf Eis. Moskau beharrt auf seinen Maximalzielen. Dazu gehört auch, dass Kiew seine Armee aus den bislang nicht von Russland eroberten Gebieten im Donbass, den die Regionen Donezk und Luhansk bilden, abzieht.

Die Ukraine lehnt solche Gebietsgeschenke ab. Als Teil ihres Abwehrkampfes greift sie auch Ziele in Russland an. Die Zahlen der Opfer und das Ausmass der Schäden stehen aber in keinem Verhältnis zu den hohen Opferzahlen und Zerstörungen durch Russland in der Ukraine. (dpa)

08:03 Uhr

Donnerstag, 21. Mai

Russland: Zwei Tote und Verletzte nach ukrainischem Angriff

Bei einem ukrainischen Drohnenangriff sind nach russischen Behördenangaben zwei Menschen in der Stadt Sysran an der Wolga getötet worden. Es gebe auch Verletzte, schrieb der Gouverneur des Gebiets Samara, Wjatscheslaw Fedorischtschew, bei Telegram, nannte aber keine Zahlen. Weder zu Schäden noch zu genauen Orten machte er Angaben.

Die Stadt war schon mehrfach Ziel ukrainischer Drohnenangriffe, dort gibt es eine Ölraffinerie. Die Ukraine verteidigt sich seit mehr als vier Jahren gegen einen russischen Angriffskrieg. In den vergangenen Monaten baute sie ihre Gegenangriffe ins russische Hinterland aus, sie werden immer sichtbarer. Kiew nimmt dabei systematisch Raffinerien, Pumpstationen und Exporthäfen der russischen Ölindustrie ins Visier. So will die Ukraine den Treibstoffnachschub für die russische Armee stören und Russlands Einnahmen aus dem Energiegeschäft, die wichtig für Moskaus Kriegskasse sind, schmälern. Die Zahlen der Opfer und das Ausmass der Schäden stehen in keinem Verhältnis zu den verheerenden Folgen russischer Angriffe in der Ukraine. (dpa)

09:39 Uhr

Mittwoch, 20. Mai

Brand in russischer Raffinerie nach Drohnenangriff

Die ukrainische Armee hat ihre Serie von Drohnenangriffen auf die russische Ölindustrie fortgesetzt und in der Nacht die grosse Raffinerie von Kstowo an der Wolga attackiert. Wie üblich bestätigte der Gouverneur des russischen Gebiets Nischni Nowgorod, Gleb Nikitin, den Angriff nur teilweise: «Herabstürzende Trümmer haben Schäden mit einem anschliessenden Feuer an zwei Industrieobjekten im Kreis Kstowo verursacht», teilte er bei Telegram mit. Russische und ukrainische Telegramkanäle übernahmen Videos von Augenzeugen, die einen Brand in der Raffinerie zeigen sollen.

Drohnen-Offensive gegen russische Ölindustrie

Die Raffinerie von Kstowo gehört dem zweitgrössten russischen Ölkonzern Lukoil und zählt zu den zehn grössten des Landes. Der ukrainische Generalstab hatte auch am Dienstag einen Angriff auf die Anlage gemeldet. Die Ukraine greift seit Monaten Raffinerien, Pumpstationen und Exporthäfen der russischen Ölindustrie an. So soll die Treibstoffversorgung des Gegners gestört werden, die Exportausfälle sollen die Kriegskasse des Kremls schmälern.

Nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Moskau erfasste die ukrainische Angriffswelle erneut ganz West- und Zentralrussland. 273 feindliche Drohnen seien abgeschossen worden, hiess es. In St. Petersburg und dem Umland warnte der Zivilschutz die Bürger vor Drohnengefahr, wie Tass meldete. Wegen der Drohnen in der Luft mussten viele russische Flughäfen ihren Betrieb zeitweise einschränken. (dpa)

14:01 Uhr

Dienstag, 19. Mai

Merz hofft auf Chinas Einfluss auf Putin

Bundeskanzler Friedrich Merz hofft darauf, dass Chinas Präsident Xi Jinping bei seinem Treffen mit Wladimir Putin in Peking auf den russischen Staatschef einwirkt, den Krieg gegen die Ukraine zu beenden. «Wir erwarten jetzt nicht einen grundlegenden Wechsel in den strategischen Beziehungen zwischen Russland und China», sagte Merz nach einem Treffen mit dem Schweizer Präsidenten Guy Parmelin in Berlin. «Aber wir verbinden natürlich mit diesem Besuch die Hoffnung, dass Präsident Xi auch auf Präsident Putin einwirkt, diesen Krieg in der Ukraine zu beenden, den er nicht gewinnen kann.» Der Kanzler verwies darauf, dass der Krieg jeden Tag «hohe Verluste an Menschenleben» für Russland bedeute. Wenige Tage nach US-Präsident Donald Trump wird Putin heute zu einem Besuch in China erwartet. (dpa)

14:00 Uhr

Dienstag, 19. Mai

Estlands Verteidigungsminister: Nato-Kampfjets schiessen Drohne ab

Nato-Kampfjets haben über Estland eine Drohne abgeschossen, die in den Luftraum des baltischen EU- und Nato-Landes eingedrungen war. Nach Angaben von Verteidigungsminister Hanno Pevkur handelt es sich um den ersten Abschuss dieser Art. Rumänische F-16-Jets hätten die Drohne über dem Võrtsjärv-See im Süden des Landes vom Himmel geholt. Sie stürzte demnach in einem sumpfigen Gebiet ab, die Suche dauere noch an. (dpa)

12:59 Uhr

Dienstag, 19. Mai

Russland beginnt grosses Manöver seiner Streitkräfte

Parallel zum Besuch von Kremlchef Wladimir Putin in Peking hat Russland ein dreitägiges Grossmanöver mit Zehntausenden Soldaten und Übungen seiner Nuklearkräfte begonnen. Das Verteidigungsministerium in Moskau teilte mit, 64.000 Soldaten und 7800 Stück Technik kämen zum Einsatz, darunter mehr als 200 Raketenabschussvorrichtungen. An der Übung nähmen auch 140 Flugzeuge, 73 Marineschiffe und 13 U-Boote teil. Acht dieser U-Boote seien Träger von Nuklearraketen, meldete die staatliche russische Nachrichtenagentur Tass. Von den Seestreitkräften seien die Nordflotte im europäischen Norden Russlands und die Pazifikflotte im Fernen Osten beteiligt.

Ziel sei, die Einsatzbereitschaft von Kommandostrukturen wie der Truppen bei der Abschreckung eines möglichen Gegners zu überprüfen, teilte das Militär mit. (dpa)

12:58 Uhr

Dienstag, 19. Mai

Ukraine will Eckstein für Europas Energiesicherheit werden

Die Ukraine bietet sich als Eckstein eines künftigen widerstandsfähigen Energiesystems in Europa an. «Die ukrainische Energieerfahrung muss jetzt über die Ukraine hinausgehen», sagte der ukrainische Energieminister Denys Schmyhal in Berlin. Es gehe um die Fähigkeit in Europa, Schocks abzufangen und in Krisen entschieden zu handeln. «Das bedeutet, die Ukraine in die Planung des europäischen Energiesystems einzubeziehen als Resilienz-Hub für den Kontinent», sagte er bei einer Konferenz über Energiesicherheit im Auswärtigen Amt. Als Beispiel für die beginnende grenzüberschreitende Kooperation nannte Schmyhal die Synchronisierung des ukrainischen Stromnetzes mit den EU-Nachbarn. (dpa)

10:04 Uhr

Dienstag, 19. Mai

Hunderte ukrainische Drohnen - russische Raffinerie als Ziel

Das russische Militär hat erneut über einen grossflächigen ukrainischen Drohnenangriff in der Nacht berichtet. 315 feindliche Flugobjekte seien abgefangen worden, teilte das Verteidigungsministerium in Moskau mit. Die Abschüsse erfolgten demnach über fast allen Regionen des westlichen und zentralen Russlands einschliesslich der Hauptstadtregion um Moskau. Die Zahl spricht für einen grossen Angriff. Die russische Militärstatistik lässt aber - anders als die ukrainische Zählung - keine Rückschlüsse auf die Abfangquote zu.

Ein Ziel schien nach Angaben russischer wie ukrainischer Telegramkanäle die Raffinerie von Jaroslawl an der Wolga nordöstlich von Moskau zu sein. Der regionale Gouverneur Michail Jewrajew teilte mit, dass Drohnentrümmer einen Brand in einem Industriebetrieb ausgelöst hätten. Das meldete die staatliche Nachrichtenagentur Tass. Die Ausfallstrasse nach Moskau sei gesperrt worden. Genau dort liegt die Raffinerie, die zu den grössten in Russland zählt. (dpa)

12:21 Uhr

Montag, 18. Mai

Selenski: Russische Angriffe auf acht Regionen der Ukraine

Russland hat zum Wochenstart acht Regionen der Ukraine mit Drohnen und Raketen angegriffen. Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski erklärte am Montag, Russland habe in der Nacht 524 Angriffsdrohnen sowie 22 ballistische Raketen und Marschflugkörper eingesetzt. Nach Angaben des ukrainischen Rettungsdienstes wurden mehr als zwei Dutzend Menschen verletzt, darunter auch Kinder.

Besonders viele Angriffe entfielen auf Dnipro und die umgebende Region Dnipropetrowsk im Zentrum des Landes. Selenski sagte, der Beschuss der Region habe sechs Stunden gedauert. Es seien Energieanlagen und Wohngebäude getroffen worden. Schäden wurden auch aus den Regionen Odessa, Tschernihiw und Saporischschja gemeldet.

Das russische Verteidigungsministerium teilte mit, zwischen Sonntagabend und Montagmorgen seien 50 ukrainische Drohnen abgefangen worden. (dpa)

09:11 Uhr

Sonntag, 17. Mai

Drohnenalarm in Lettland: Flugobjekt durchquert Luftraum

Im Baltikum haben die Streitkräfte des EU- und Nato-Mitglieds Lettland Anwohner über eine mögliche Bedrohungslage durch eine Drohne im Osten des Landes informiert. Das Flugobjekt sei am Morgen in den Luftraum eingedrungen und habe diesen dann wieder verlassen, teilten die Streitkräfte mit. Kampfjets der Nato seien aktiviert worden, hiess es, ohne nähere Angaben. In der Vergangenheit kam es bereits zu Explosionen durch Drohnenvorfälle auf lettischem Gebiet.

«Solange die russische Aggression in der Ukraine andauert, ist es möglich, dass es erneut zu Vorfällen kommt, bei denen ausländische Drohnen in den lettischen Luftraum eindringen oder sich diesem nähern», teilte das Militär weiter mit. Der Luftraum werde ständig überwacht, gemeinsam mit den Nato-Verbündeten sei auch schnelle Reaktion auf Bedrohungslagen gewährleistet.

In diesem Monat war ein kaum genutztes Öllager mit leeren Tanks in Rezekne im Osten des Landes getroffen worden. Bei dem Vorfall waren zwei fehlgeleitete ukrainische Drohnen nahe der russischen Grenze abgestürzt. Niemand wurde verletzt. Der Zwischenfall löste eine politische Krise in dem Land aus, bei der erst Verteidigungsminister Andris Spruds und dann Regierungschefin Evika Silina zurücktrat.

07:59 Uhr

Sonntag, 17. Mai

Russland will 556 ukrainische Drohnen abgewehrt haben

Die russischen Streitkräfte haben in der Nacht nach Angaben des Verteidigungsministeriums im ganzen Land insgesamt 556 ukrainische Drohnen abgewehrt. Das berichtete Russlands staatliche Nachrichtenagentur Tass. Die Angaben aus Moskau konnten zunächst nicht unabhängig überprüft werden. Zuvor hatten russische Behördenvertreter im Raum Moskau und auf der besetzten Schwarzmeer-Halbinsel Krim von Drohnenangriffen berichtet.

Sollten die russischen Angaben zur Zahl der abgeschossenen Drohnen zutreffen, würden sie auf einen grossen Angriff der Ukraine hindeuten. Das Verteidigungsministerium in Moskau veröffentlichte keine Informationen dazu, wie viele Drohnen nicht rechtzeitig abgefangen werden konnten.

Bei ukrainischen Angriffen auf die Region Moskau seien mindestens drei Menschen ums Leben gekommen, schrieb der Gouverneur des Moskauer Gebiets, Andrej Worobjow, auf Telegram. Mehrere Häuser und Wohnungen seien beschädigt worden und in Brand geraten.

Moskaus Bürgermeister Sergej Sobjanin teilte auf Telegram mit, in der Hauptstadt seien mindestens zwölf Menschen verletzt worden, vor allem Arbeiter in der Nähe einer Ölraffinerie. Mehrere Häuser seien beschädigt worden. Auf den Hauptstadt-Flughäfen gab es zeitweilig keine Starts und Landungen wegen der Drohnengefahr. Schäden wurden auch aus der russisch besetzten Marinestadt Sewastopol auf der Krim gemeldet. (dpa)

22:18 Uhr

Samstag, 16. Mai

Selenski: Moskau bekommt immer noch westliche Elektronik

Nach schweren russischen Raketenangriffen hat der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski eine Einhaltung der Techniksanktionen gegen Moskau gefordert. «Bei dem Angriff auf Kiew in dieser Woche haben die Russen Raketen eingesetzt, die in diesem Jahr hergestellt wurden», sagte Selenski in seiner abendlichen Videobotschaft aus Kiew.

«Ohne Komponenten von Unternehmen aus Europa, Japan und den Vereinigten Staaten hätten die Russen diese Raketen einfach nicht herstellen können.» Gleiches gelte für andere Waffen der russischen Armee bei ihren Angriffen auf ukrainische Städte. «Russlands Verbindungen zur Welt, die dem Krieg dienen, sind eine direkte Bedrohung für das Leben», sagte der ukrainische Präsident.

Wegen der militärischen Nutzung ist der Export von Elektronikbauteilen nach Russland verboten, solche Teile werden aber oft über Drittstaaten geschickt. Bei einem tagelangen russischen Luftangriff am Mittwoch und Donnerstag waren in Kiew durch einen Raketentreffer auf einen Wohnblock 24 Menschen getötet worden. Am Samstagabend schickten beide Kriegsparteien Drohnenschwärme auf das Gebiet des Gegners. (dpa)

21:58 Uhr

Samstag, 16. Mai

Mutmasslicher Drahtzieher des Ruanda-Genozids in Haft gestorben

Der mutmassliche Drahtzieher des Genozids in Ruanda 1994, Félicien Kabuga, starb nach Angaben eines UN-Gerichts in einem Krankenhaus in Den Haag. Der ruandische Geschäftsmann war beschuldigt worden, die Hutu-Miliz Interahamwe finanziert und bewaffnet zu haben. Zudem soll er den Radiosender RTLM unterstützt haben, der zu Massakern an der Tutsi-Minderheit aufrief. Kabuga wies die Vorwürfe stets zurück.

Beim Völkermord in Ruanda wurden 1994 mindestens 800'000 Menschen getötet. Kabuga war 2020 nach jahrzehntelanger Flucht in Paris festgenommen worden. Wegen seines Gesundheitszustands wurde das Verfahren später eingeschränkt fortgeführt. (dpa)

15:04 Uhr

Samstag, 16. Mai

Putin erleichtert Einbürgerung für Menschen aus Transnistrien

Moskau erleichtert Einwohnern der abtrünnigen moldauischen Region Transnistrien die Annahme der russischen Staatsbürgerschaft. Wer dauerhaft in Transnistrien lebe und mindestens 18 Jahre alt sei, könne die Staatsbürgerschaft erhalten, ohne Kenntnisse der russischen Sprache, Geschichte und Gesetzgebung nachweisen zu müssen, berichteten russische Staatsmedien unter Berufung auf ein Neues, von Präsident Wladimir Putin unterzeichnetes Dekret. Sie müssen auch nicht mehr nachweisen, dass sie vor der Antragstellung fünf Jahre lang in Russland gelebt haben.

Transnistrien hatte sich nach einem kurzen Krieg Anfang der 1990er Jahre von Moldau unabhängig erklärt. Die Unabhängigkeit Transnistriens wird von keinem UN-Mitgliedsland anerkannt, auch nicht von Russland. Transnistrien ist auf die Hilfe Moskaus angewiesen. In der Region sind 1500 russische Soldaten stationiert. Die grosse Mehrheit der etwa 470'000 Einwohner Transnistriens spricht Russisch als Muttersprache. Rund 200'000 sind russische Staatsbürger, obwohl die meisten auch die moldauische Staatsangehörigkeit besitzen.

Moldau wurde nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion unabhängig, doch Russland betrachtet das Land, das zwischen der Ukraine und dem EU-Mitglied Rumänien liegt, weiterhin als Teil seiner Einflusssphäre. Moldau orientiert sich jedoch wie die Ukraine in Richtung Westen und strebt einen Beitritt zur Europäischen Union an. (dpa)

12:05 Uhr

Samstag, 16. Mai

Kiew erhält mehr als 500 Soldatenleichen zurück

Die Ukraine hat nach Angaben aus Kiew erneut Hunderte Soldatenleichen von Russland zurückerhalten. Die sterblichen Überreste von 528 Gefallenen, bei denen es sich nach Angaben der russischen Seite um ukrainische Soldaten handeln könnte, seien Kiew übergeben worden, teilte der ukrainische Stab für Kriegsgefangenenbelange mit. Vermittelt habe das Internationale Komitee vom Roten Kreuz.

Von russischer Seite gab es zunächst keine Bestätigung. Allerdings hatte die staatliche Nachrichtenagentur Tass am Vortag gemeldet, dass auch Soldatenleichen ausgetauscht werden sollen. Moskau gebe 526 tote ukrainische Soldaten zurück und bekomme 41 russische Leichen, hiess es unter Berufung auf Quellen. Die Zahl toter Ukrainer ist bei solchen Austauschen in den vergangenen Jahren immer deutlich höher gewesen. Als Grund gilt, dass die russische Armee ständig vorgerückt ist und die abziehende ukrainische Armee ihre Toten oft nicht bergen konnte. (dpa)

09:13 Uhr

Samstag, 16. Mai

Kreml kündigt Putin-Reise nach China an

Der Kreml hat einen Besuch von Russlands Präsident Wladimir Putin für Dienstag und Mittwoch in China angekündigt. Putin folge damit einer Einladung des chinesischen Staatschefs Xi Jinping, teilte der Kreml mit.

Bei dem Besuch sollen Putin und Xi demnach über die Beziehungen ihrer Länder sprechen und sich über internationale wie regionale Probleme austauschen. Im Anschluss sei die Unterzeichnung einer gemeinsamen Erklärung und einer Reihe bilateraler Dokumente geplant. Auch ein Treffen mit Ministerpräsident Li Qiang steht demnach auf dem Programm.

Putins Besuch sei verbunden damit, dass sich die Unterzeichnung des Vertrags über gute Nachbarschaft und freundschaftliche Zusammenarbeit zwischen beiden Ländern zum 25. Mal jährt.

Erst am Freitag war US-Präsident Donald Trump nach einem mehrtägigen Staatsbesuch in China zurück in die USA geflogen. Putin war zuletzt im vergangenen Jahr in Peking gewesen, als mit einer Militärparade der 80. Jahrestag des Endes des Zweiten Weltkriegs gefeiert wurde. (dpa)

11:00 Uhr

Freitag, 15. Mai

Russland und Ukraine tauschen jeweils 205 Kriegsgefangene aus

Russland und die Ukraine haben am Freitag jeweils 205 Kriegsgefangene ausgetauscht. Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski erklärte, es handele sich um die erste Phase eines grösseren Austauschs, bei dem 1.000 Soldaten auf beiden Seiten in ihre Heimat zurückkehren könnten. Ein Teil der freigelassenen Ukrainer sei bereits seit 2022 in russischer Gefangenschaft gewesen und habe in einigen der heftigsten Schlachten des Krieges gekämpft. Das russische Verteidigungsministerium bestätigte den Austausch und dankte den Vereinigten Arabischen Emiraten für ihre Vermittlungshilfe. (dpa)

08:29 Uhr

Freitag, 15. Mai

Angriff auf russische Raffinerie in Rjasan - drei Tote

Bei einem ukrainischen Drohnenangriff sind nach russischen Behördenangaben in der Stadt Rjasan mindestens drei Menschen getötet und zwölf verletzt worden. Zwei Wohnblocks und ein Industriebetrieb seien beschädigt worden, teilte Pawel Malkow, Gouverneur der Region südöstlich von Moskau, mit. Das meldete die staatliche russische Nachrichtenagentur Tass.

Bei dem Industriebetrieb handelte es sich nach Berichten auf Telegramkanälen um die Raffinerie von Rjasan, nach Branchenangaben die drittgrösste in Russland. Dort sei ein grosser Brand beobachtet worden.

Das Verteidigungsministerium in Moskau berichtete von einem ungewöhnlich grossen Drohnenangriff der Ukraine auf viele russische Regionen in der Nacht. 355 feindliche Flugobjekte seien abgeschossen worden, hiess es. Solche Militärzahlen sind nicht im Detail zu überprüfen.

24 Tote nach russischem Luftangriff auf Kiew

Der Angriff folgte auf einen der längsten und schwersten russischen Luftangriffe auf die Ukraine am Mittwoch und Donnerstag. Allein in Kiew wurden bis Freitagmorgen 24 Tote aus einem zerstörten Wohnblock geborgen, wie der Katastrophenschutz mitteilte. Für die Hauptstadt wurde ein Trauertag ausgerufen. Präsident Wolodimir Selenski beauftragte sein Militär, Vergeltung für diesen Angriff zu planen.

Die Ukraine wehrt sich seit mehr als vier Jahren gegen einen russischen Angriffskrieg. (dpa)

04:28 Uhr

Freitag, 15. Mai

Zahl der Toten nach Angriff auf Kiew steigt auf mehr als 20

Die Zahl der Todesopfer nach der jüngsten russischen Angriffswelle auf die ukrainische Hauptstadt Kiew ist neuen Angaben zufolge auf 21 gestiegen. Zudem werden laut Rettungskräften noch immer 17 Menschen in den Trümmern eines zerstörten Wohnblocks vermisst, wie ukrainische Medien berichteten. Dutzende Verletzte müssten behandelt werden.

Am Donnerstagabend hatten die Behörden in Kiew noch von 16 Toten gesprochen. Russland hatte die Millionenmetropole und andere Städte in der Nacht mit Hunderten Drohnen, Raketen und Marschflugkörpern attackiert - ein selbst nach mehr als vier Jahren Krieg aussergewöhnlich heftiger Angriff.

Nach ukrainischen Behördenangaben wurden landesweit Dutzende Wohnhäuser beschädigt. Auch das Umland von Kiew sowie die Gebiete Charkiw und Odessa wurden schwer getroffen. Schon am Mittwoch hatte Russland mit mehr als 800 Drohnen eine der heftigsten und am längsten anhaltenden Attacken auf die Ukraine seit Kriegsbeginn im Februar 2022 ausgeführt. (dpa)

13:19 Uhr

Donnerstag, 14. Mai

Selenski: Fünf Tote nach Angriffen auf Kiew

Präsident Wolodimir Selenski sprach von mehr als zehn Vermissten und rund 40 Verletzten in der Hauptstadt. Unter den Opfern ist auch ein zwölfjähriges Mädchen. Landesweit seien 180 Objekte beschädigt worden, darunter zahlreiche Wohnhäuser. Auch andere Regionen wie Charkiw und Odessa meldeten Verletzte.

Die Angriffe folgten einer der heftigsten Angriffswellen seit Kriegsbeginn mit Hunderten Drohnen. Eine Verlängerung der zuvor geltenden Waffenruhe lehnte Russland ab. Selenski wirft Moskau gezielte Angriffe auf zivile Ziele vor und fordert mehr internationalen Druck. (dpa)

09:14 Uhr

Donnerstag, 14. Mai

Ex-Präsidialamtschef Jermak in der Ukraine in Untersuchungshaft

Das Oberste Anti-Korruptions-Gericht ordnete Haft für zunächst 60 Tage an. Jermak kann gegen Kaution freikommen, erklärte jedoch, die geforderte Summe nicht aufbringen zu können. Ihm und fünf weiteren Verdächtigen werden illegale Millionengeschäfte im Zusammenhang mit einem Luxusbauprojekt vorgeworfen.

Zusätzlich sorgten Berichte über Kontakte zu einer Esoterik-Beraterin für Aufsehen. Demnach soll Jermak bei Personalentscheidungen astrologischen Rat eingeholt haben. Das Präsidialamt wies dies zurück und betonte, man beschäftige sich nicht mit Esoterik. (dpa)

06:42 Uhr

Donnerstag, 14. Mai

Massive russische Angriffe auf die Ukraine nach kurzer Waffenruhe

Wenige Tage nach der Feuerpause überzog Russland die Ukraine mit einer der längsten Angriffswellen seit Kriegsbeginn. Landesweit wurde Luftalarm ausgelöst, ukrainische Medien berichteten von anfliegenden Drohnen und ballistischen Raketen. In Kiew kam es zu Explosionen, mehrere Menschen wurden verletzt, mindestens eine Person kam ums Leben. Auch Wohnhäuser wurden beschädigt, Verschüttete mussten aus Trümmern gerettet werden.

Bereits zuvor hatte Russland ungewöhnlich viele Angriffe am Tag geflogen. Präsident Wolodimir Selenski sprach von insgesamt mehr als 800 eingesetzten Drohnen sowie mehreren Toten und Dutzenden Verletzten. Die Attacken trafen Ziele bis in den Westen der Ukraine. In der Folge schlossen Nachbarländer wie die Slowakei zeitweise Grenzübergänge.

Selenski sieht einen Zusammenhang mit dem China-Besuch von US-Präsident Donald Trump und hofft auf Druck aus Peking auf Moskau. Russland wiederum will mit den Angriffen den Druck auf die Ukraine erhöhen, um eigene Bedingungen für Verhandlungen durchzusetzen. Kiew lehnt diese Forderungen weiterhin ab. (dpa)

14:00 Uhr

Mittwoch, 13. Mai

Selenski meldet Drohnenangriffe auf ukrainische Wohngebiete

Russland hat die Ukraine nach Angaben aus Kiew mit mehr als 100 Drohnen attackiert. Die Angriffe hätten Wohngebiete und Eisenbahnanlagen in den Regionen Charkiw und Dnipro getroffen und ausserdem Schäden an Häfen in der Region Odessa und Energie-Infrastruktur in der Region Poltawa angerichtet, erklärte Präsident Wolodimir Selenski am Mittwoch.

Einsatzkräfte löschen einen Brand an einer Gasleitung nach einem russischen Drohnenangriff in der Region Dnipropetrowsk
Bild: Ukrainian Emergency Service

«Russland setzt seine Angriffe fort, und zwar auf unverschämte Art und Weise, indem es absichtlich unsere Eisenbahninfrastruktur und zivile Einrichtungen in unseren Städten angreift», schrieb Selenski im Kurznachrichtendienst X. Erst am Dienstag seien 14 Regionen angegriffen worden. Dabei gab es nach ukrainischen Angaben mindestens acht Tote. «Es ist wichtig, die Ukraine zu unterstützen und zu Russlands Krieg nicht zu schweigen», erklärte Selenski mit Blick auf den Iran-Krieg. «Jedes Mal, wenn der Krieg aus den Nachrichten verschwindet, ermutigt das Russland, noch brutaler zu werden.»

Das russische Verteidigungsministerium teilte mit, seine Luftabwehr habe 286 ukrainische Drohnen zerstört. Es nannte mehrere russische Regionen und die völkerrechtswidrig annektierte Halbinsel Krim als Ziele. (dpa)

Russland führt massive Angriffe gegen die Ukraine durch.
Bild: Monitor

11:20 Uhr

Mittwoch, 13. Mai

Feuer in Russland nach ukrainischen Drohnenangriffen

Ukrainische Drohnenangriffe haben mehrere Brände in Russland ausgelöst. Die Ukraine habe eine gasverarbeitende Fabrik in Astrachan am Kaspischen Meer attackiert, teilte der Gouverneur der Region, Igor Babuschkin, bei Telegram mit. Herabstürzende Trümmer verursachten demnach ein Feuer. Verletzte gebe es nicht.

Auch in der südrussischen Region Krasnodar kam es nach Angaben des Zivilschutzstabs zu einem Brand auf dem Gelände einer Fabrik in der Siedlung Wolna im Kreis Temrjuk. Ein Mensch sei verletzt worden. Einen weiteren Verletzten sowie Schäden an mehreren Orten gab es demnach in Taman, ebenfalls durch Drohnentrümmer. Der Hafen von Taman wird zum Umschlag von Öl und Flüssiggas genutzt.

In der Stadt Jaroslawl nordöstlich von Moskau seien Drohnentrümmer auf ein Industrieobjekt gestürzt, teilte Gouverneur Michail Jewrajew mit; er nannte aber keine Details. Die Raffinerie der Stadt war schon mehrfach Ziel ukrainischer Angriffe. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig überprüfen. (dpa)

17:11 Uhr

Montag, 11. Mai

Selenski: Militärprojekte mit Deutschland «nur der Anfang»

Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski setzt auf weitere Gemeinschaftsprojekte mit Deutschland bei der Rüstungsproduktion. Derzeit gebe es sechs Projekte, «aber das ist nur der Anfang», sagte Selenski in Kiew bei einem Treffen mit dem deutschen Verteidigungsminister Boris Pistorius.

Er dankte Deutschland auch für weitere Hilfe bei der Luftverteidigung der Ukraine gegen russische Angriffe, sagte aber, er wolle dazu keine Details nennen. «Lasst das für die Russen eine Überraschung sein», so Selenski.

Pistorius betonte ebenfalls die Bedeutung der Zusammenarbeit mit der Ukraine, mit der jüngst eine strategische Partnerschaft sowie eine vertiefte Zusammenarbeit bei Militär und Rüstung vereinbart worden war. Er sagte an Selenski gerichtet über die Ukraine: «Sie sind nicht länger nur ein Konsument von Sicherheit, sondern sie stellen Sicherheit bereit.» Das Land wehrt sich seit gut vier Jahren gegen eine russische Invasion.

Vor dem Treffen mit Selenski hatte Pistorius am Stadtrand von Kiew eine Stellung der ukrainischen Drohnenbekämpfung besucht. Dabei wurden ihm Abfangdrohnen und deren Einsatz gegen russische Angriffe erklärt. (dpa)

14:31 Uhr

Montag, 11. Mai

EU verhängt Sanktionen wegen Deportation ukrainischer Kinder

Die Aussenminister der EU-Staaten haben weitere Sanktionen gegen Verantwortliche für Russlands Programm zur Deportation und Zwangsadoption ukrainischer Kinder beschlossen. Betroffen sind 16 Personen und 7 Einrichtungen und Organisationen, wie die Vertretung der Mitgliedstaaten mitteilte. Die Sanktionsbeschlüsse haben unter anderem zur Folge, dass in der EU Vermögenswerte eingefroren werden müssen. Für Personen gilt zusätzlich ein EU-Einreiseverbot und Durchreiseverbot.

Sanktioniert wurden unter anderem die Leiterin eines Lagers, in dem ukrainische Minderjährige untergebracht sind und Einrichtungen, die für die ideologische Indoktrination, «Russifizierung» und militarisierte Erziehung von Kindern zuständig sind.

Mit den neuen Sanktionen will die EU das klare Zeichen setzen, dass sie entschlossen ist, Russland für seine grausamen Taten zur Rechenschaft zu ziehen. Seit Beginn der grossangelegten Invasion Russlands in die Ukraine im Jahr 2022 wurden nach Angaben der EU-Kommission schätzungsweise 20.000 ukrainische Kinder nach Russland oder in besetzte Gebiete verschleppt. Viele mussten Identität und Staatsbürgerschaft wechseln und wurden zur Adoption freigegeben. Trotz internationaler Bemühungen konnten nach Angaben ukrainischer Behörden bislang nur etwa 2.100 Kinder zurückgebracht werden. (dpa)

21:15 Uhr

Samstag, 9. Mai

Putin erneuert Gesprächsangebot - aber in Moskau

Kremlchef Wladimir Putin ist bereit zu direkten Gesprächen mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodimir Selenski, aber nur in der russischen Hauptstadt. «Wer sich mit mir treffen will, muss nach Moskau kommen», sagte Putin bei einer ausserordentlichen Pressekonferenz nach der Siegesparade zum Ende des Zweiten Weltkriegs in Moskau.

Es sei keine direkte Einladung an Selenski, doch würde er sich auch mit ihm treffen. «Wir können uns auch an einem anderen Ort als Moskau treffen, aber nur wenn zuvor eine langfristige Friedensvereinbarung getroffen wurde», sagte Putin. Selenski schliesst eine Reise nach Moskau aus.

Berichte über eine Botschaft Selenskis, die der slowakische Regierungschef Robert Fico überbracht haben wollte, tat Putin als unwahr ab. «Es gab keine persönliche Botschaft.» Fico habe von Selenskis Gesprächsbereitschaft berichtet. «Aber das hören wir nicht zum ersten Mal.»

Putin kann sich seinen Freund Schröder als Vermittler vorstellen

Putin betonte, dass eine friedliche Lösung des Konflikts Sache der Ukraine und Russlands sei. «Aber wenn jemand helfen möchte, sind wir dafür dankbar.» Obwohl sich die USA bisher um Vermittlung bemüht hatten, könne er sich von europäischer Seite Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder als Vermittler vorstellen. «Von allen europäischen Politikern würde ich Gespräche mit Schröder bevorzugen.» Schröder und Putin gelten als enge Freunde.

Der Kremlchef warf Europa vor, den Konflikt in der Ukraine verschärfen zu wollen. Allerdings wisse Europa, «dass dieses Spiel teuer werden könnte». Die Ukraine werde von Europa weiterhin massiv unterstützt, vor allem mit Technik und Technologie. (dpa)

18:52 Uhr

Samstag, 9. Mai

Feuerwehr kämpft weiter gegen Brand in Tschernobyl-Sperrzone

Hunderte Feuerwehrleute kämpfen weiter gegen einen Waldbrand in der radioaktiv belasteten Sperrzone um das ehemalige Atomkraftwerk Tschernobyl in der Ukraine an. Das nach ukrainischen Angaben durch zwei russische Drohnen am Donnerstag ausgelöste Feuer hat inzwischen mehr als 1200 Hektar erfasst, wie die Behörden mitteilten. Insgesamt waren 374 Personen an den Löscharbeiten beteiligt.

«Die Lage ist vollständig unter Kontrolle», versicherte der Zivilschutz. Die Agentur Ukrinform berichtete unterdessen, dass von dem Brand keine radioaktive Gefahr ausgehe.

Am 26. April 1986 war in der damaligen Sowjetrepublik Ukraine ein Test im AKW Tschernobyl ausser Kontrolle geraten, und es trat der grösste anzunehmende Unfall (GAU) ein. Radioaktive Wolken breiteten sich abgeschwächt bis nach Nord- und Westeuropa aus. (dpa)

18:05 Uhr

Samstag, 9. Mai

Polnische Polizei findet Militärdrohne an russischer Grenze

Auf einem Feld nahe der Grenze zur russischen Exklave Kaliningrad (Königsberg) haben die polnischen Behörden eine abgestürzte Drohne sichergestellt. Polizei und Militärpolizei hätten am Morgen den Hinweis erhalten, nahe der Stadt Bartoszyce sei ein unbekanntes Flugobjekt gefunden worden, teilte die Militärpolizei auf Facebook mit. «Erste Untersuchungen vor Ort deuten darauf hin, dass es sich wahrscheinlich um eine Militärdrohne handelt, die zu Überwachungszwecken eingesetzt wird, jedoch nicht kampffähig ist», hiess es in der Mitteilung. Die Militärpolizei habe Ermittlungen unter Aufsicht der Staatsanwaltschaft eingeleitet.

Nach Informationen des privaten Radiosenders RMF soll die Drohne eine Aufschrift mit kyrillischen Buchstaben getragen haben. Das könnte auf einen russischen oder auch ukrainischen Ursprung hindeuten. Nach von der Polizei zunächst ebenfalls noch nicht bestätigten Angaben soll die abgestürzte Drohne RMF zufolge mit mehreren Kameras ausgestattet sein.

Der öffentlich-rechtliche Fernsehsender TVP Info nannte später als genauere Fundstelle die Ortschaft Osieka, die nur rund 20 Kilometer von der russischen Grenze entfernt liegt. Ein vom Sender befragter Verteidigungsexperte vermutete, dass es sich um eine ungewollt abgestürzte Aufklärungsdrohne handle, jedenfalls nicht um einen versuchten militärischen Angriff. (dpa)

17:56 Uhr

Samstag, 9. Mai

Feuerpause in der Ukraine wird zur Truppenrotation genutzt

Sowohl die russischen als auch die ukrainischen Streitkräfte nutzen nach Angaben aus Kiew die aktuelle Feuerpause zum Heranführen von Verstärkungen sowie zur Rotation ihrer Truppen. Daneben würden auch neue Waffen und Munition an die Frontlinien herangebracht, sagte der ukrainische Armee-Pressesprecher Viktor Trehubow im Fernsehen. «Sie (die Russen) nehmen heute tatsächlich eine Pause und nutzen diese zum Heranfahren von Verstärkungen, zur Rotation sowie zur Wiederherstellung ihrer Offensivmöglichkeiten.» Ähnliches geschehe auch auf ukrainischer Seite.

Die Lage an den Fronten sei vorerst ruhig. «Im Moment ist alles normal», sagte Trehubow. Zwar gebe es noch einzelne Kämpfe, doch seien diese deutlich weniger intensiv. Es sei «eine Art Ruhetag» eingetreten. Vermutlich wollten die russischen Militärs während der Siegesparade zum Ende des Zweiten Weltkriegs in Moskau keine Zwischenfälle provozieren. (dpa)

16:25 Uhr

Samstag, 9. Mai

EU-Ratspräsident: Europa wird mit Russland reden müssen

EU-Ratspräsident António Costa hat am Europatag die grundsätzliche Offenheit der EU für Gespräche mit Russland bekräftigt. Man sei bereit, sich an Friedensverhandlungen zu beteiligen, um einen gerechten und dauerhaften Frieden in der Ukraine zu erreichen, sagte er in Brüssel. Im richtigen Moment werde man natürlich Gespräche mit Russland führen müssen, um gemeinsame Sicherheitsfragen zu besprechen. Zugleich machte Costa deutlich, dass es keine Alleingänge der EU geben soll. Man wolle die Friedensinitiative von US-Präsident Donald Trump nicht stören, betonte er.

Kurz vor dem Auftritt in Brüssel hatte Costa am Samstagvormittag mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymir Selenski telefoniert. In sozialen Netzwerken schrieb Costa zu dem Austausch: «Die Zukunft der Ukraine liegt in der Europäischen Union. Wir freuen uns darauf, die nächsten Schritte in ihrem Beitrittsprozess so bald wie möglich zu gehen.» (dpa)

14:04 Uhr

Samstag, 9. Mai

Russland wirft Ukraine Verstösse gegen Waffenruhe vor

Das russische Verteidigungsministerium hat der Ukraine Verstösse gegen die von US-Präsident Donald Trump vermittelte Waffenruhe vorgeworfen. Die ukrainischen Streitkräfte hätten ungeachtet der Vereinbarung mit Drohnen und Artillerie russische Positionen und auch zivile Objekte angegriffen, teilte das Ministerium der russischen Nachrichtenagentur Interfax zufolge mit. Betroffen gewesen seien unter anderem die Gebiete Kaluga, Tula, Smolensk, Kursk, Brjansk und Belgorod sowie im Süden die Teilrepublik Tschetschenien und die Regionen Stawropol und Krasnodar. Eine Bestätigung dafür von ukrainischer Seite gab es zunächst nicht.

Allerdings beklagte auch der ukrainische Generalstab nach Beginn der Waffenruhe Angriffe von russischer Seite vor allem in den umkämpften Regionen im Donbass. Die Rede war von 45 Attacken bis zum frühen Morgen. Auch das russische Verteidigungsministerium berichtete von Kämpfen; die Ukraine unternahm demnach zwölf Angriffe. Das Ministerium in Moskau betonte, dass die russische Seite auf Attacken der ukrainischen Drohnentruppen und Artillerie reagiert habe und ansonsten keine Drohnen, Raketen oder Artillerie einsetze. (dpa)

12:30 Uhr

Samstag, 9. Mai

Putin preist Ukraine-Krieg am Tag des Sieges

In einer Rede zum Tag des Sieges der Sowjetunion über Nazi-Deutschland hat der russische Präsident Wladimir Putin den Einsatz seiner Truppen in der Ukraine gepriesen. «Der Sieg war schon immer und wird auch künftig unser sein», erklärte Putin am Samstag auf dem Roten Platz in Moskau, wo er eine Militärparade mit Tausenden Soldaten abnahm. Die russischen Truppen stünden «einer aggressiven Macht gegenüber, die vom gesamten Nato-Bündnis bewaffnet und unterstützt wird», erklärte Putin. «Der Schlüssel zum Erfolg liegt in unserer moralischen Stärke, unserem Mut und unserer Tapferkeit, unserer Einigkeit sowie unserer Fähigkeit, alles zu ertragen und jede Herausforderung zu meistern.»

Der russische Präsident nutzte den Tag des Sieges, Russlands wichtigsten säkularen Feiertag, um die militärische Stärke des Landes zu demonstrieren und Unterstützung für sein militärisches Vorgehen in der Ukraine zu mobilisieren, das sich bereits seit mehr als vier Jahren hinzieht. In diesem Jahr wurden bei der Parade erstmals seit fast zwei Jahrzehnten keine Panzer, Raketen und andere schwere Waffen gezeigt. Ein traditioneller Überflug von Kampfflugzeugen fand jedoch statt. (dpa)

06:13 Uhr

samstag, 9. Mai

Putin feiert Militärparade im Schutz von Trumps Waffenruhe

Im Schutz einer von den USA vermittelten Waffenruhe kann Russlands Präsident Wladimir Putin heute die traditionelle Militärparade zum Tag des Sieges in Moskau abnehmen. Für die Feier in Russland, die an den Sieg der Sowjetunion über Nazi-Deutschland im Zweiten Weltkrieg erinnert, galt bereits seit Freitag eine von Moskau einseitig ausgerufene Waffenruhe. Trotzdem griff die russische Armee nach ukrainischer Darstellung weiter so oft an, dass der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski laut eigenen Worten zunächst keinen Anlass sah, die Waffen schweigen zu lassen. Eine jetzige neue Waffenruhe begann mit Tagesanbruch des Samstags um 0.00 Uhr Ortszeit in Moskau und Kiew (Freitag 23.00 Uhr MESZ). Russland erinnert immer am 9. Mai an die Bezwingung Hitler-Deutschlands im Zweiten Weltkrieg, allerdings dienen die pompösen Feiern auch der Selbstdarstellung und Festigung von Putins Führung.

In diesem Jahr findet die traditionelle Militärparade auf dem Roten Platz aber in gedrückter Stimmung statt. Der von Putin befohlene Angriffskrieg gegen die Ukraine steckt fest, die versprochenen Erfolge bleiben aus; es regt sich erste Kritik am Kremlchef. Die Vorführung von Panzern, Geschützen und Raketen bei der Parade wurde gestrichen. In Moskau ging die Furcht vor ukrainischen Drohnenattacken um. Russland drohte für diesen Fall mit Gegenangriffen auf das Zentrum von Kiew. Als provokante Spitze gegen den russischen Machtapparat unterschrieb Selenski eine - wie er es nannte - «Erlaubnis» für die Moskauer Parade. Er führte die genauen GPS-Koordinaten des Roten Platzes auf und wies seine Militärs an, dort nicht anzugreifen. (dpa)

20:58 Uhr

Freitag, 8. Mai

Trump kündigt dreitägige Waffenruhe zwischen Russland und Ukraine an

Russland und die Ukraine haben sich nach Angaben von US-Präsident Donald Trump auf eine dreitägige Waffenruhe und einen Gefangenenaustausch verständigt. Der russische Präsident Wladimir Putin und dessen ukrainischer Amtskollege Wolodimir Selenski hätten seiner Forderung nach einer Einstellung der Feindseligkeiten am 9., 10. und 11. Mai zugestimmt, schrieb Trump am Freitag auf seiner Plattform Truth Social.

Trump schrieb weiter, die Einigung umfasse den Austausch von jeweils 1000 Gefangenen pro Land. «Hoffentlich ist dies der Anfang vom Ende eines sehr langen, tödlichen und hart umkämpften Krieges.»

Trump fügte hinzu, dass die Gespräche über die Beendigung des Krieges weitergehen und «wir jeden Tag näher und näher kommen». (dpa)

15:45 Uhr

Freitag, 8. Mai

Waldbrand in Sperrzone um Tschernobyl

In der radioaktiv belasteten Sperrzone um das ehemalige Atomkraftwerk Tschernobyl in der Ukraine ist ein Waldbrand ausgebrochen. Das Feuer sei am Vortag durch zwei russische Drohnen ausgelöst worden, teilte die Zonenverwaltung mit. Die Brandfläche werde auf mehr als 1100 Hektar geschätzt.

Um das havarierte ehemalige Atomkraftwerk Tschernobyl erstreckt sich eine Sperrzone. Dort brennt es - ausgelöst durch russische Drohnen, wie ukrainische Behörden mitteilen.
Bild: AP

Trockenes Wetter, starker Wind und Minengefahr erschweren demnach die Löscharbeiten. Das ukrainische Innenministerium teilte mit, dass die Strahlenbelastung am Vormittag im Normbereich gelegen habe. (dpa)

08:59 Uhr

Freitag, 8. Mai

Selenski: Russland hält sich nicht an eigene Waffenruhe

Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski hat dem russischen Militär vorgeworfen, sich nicht an die von Moskau ausgerufene Feuerpause zu halten, und eigene Schläge gegen Ziele in Russland bestätigt. «Alles deutet darauf hin, dass es von der russischen Seite nicht mal zum Schein einen Versuch gab, das Feuer an den Fronten einzustellen», schrieb er bei Telegram. Seinen Angaben nach hat Russland bis in den Morgen mehr als 850 Drohnen eingesetzt, mehr als 140 Mal ukrainische Positionen beschossen und ein Dutzend Sturmversuche unternommen. Kiew werde spiegelbildlich antworten, fügte er hinzu.

In einem weiteren Beitrag bestätigte Selenski den Angriff ukrainischer Drohnen auf Jaroslawl. Dort, 700 Kilometer von der Grenze entfernt, sei eine Ölanlage getroffen worden, die für die Kriegsfinanzierung Russlands wichtig sei, schrieb er. Dazu stellte er ein Video, das die brennende Raffinerie zeigen soll. (dpa)

07:00 Uhr

Freitag, 8. Mai

«Waffenruhe» beginnt mit ukrainischen Attacken auf Russland

In der Nacht der von Moskau einseitig ausgerufenen Waffenruhe hat die Ukraine schwere Drohnen- und Raketenangriffe auf russisches Gebiet gestartet. Es gebe Zerstörungen durch Drohnentrümmer in mehreren Städten der Region Rostow, teilte der Gouverneur des südrussischen Gebiets, Juri Sljussar, bei Telegram mit. Seinen Angaben nach wurden in den Städten Rostow am Don, Taganrog und Bataisk sowie in einem Landkreis Einschläge registriert. Tote und Verletzte gebe es nicht, betonte er. In der Region gab es auch Raketenalarm.

Nach Angaben Sljussars wurden in Rostow mehrere private Wohnhäuser und ein Lkw beschädigt. In einem Verwaltungsgebäude sei ein Brand ausgebrochen. Ukrainische Telegram-Kanäle veröffentlichten derweil zahlreiche Videos aus der Stadt, die schwere Brände zeigen, die demnach bis in den Morgen anhielten. Bei einem der getroffenen Objekte soll es sich um einen Rüstungskonzern handeln. Unabhängig konnten diese Berichte zunächst nicht bestätigt werden.

Raffinerie im Visier

Aus der knapp 300 Kilometer nordöstlich von Moskau gelegenen Stadt Jaroslawl wurden ebenfalls Einschläge gemeldet. Nach Angaben des Internetportals «Astra» war einmal mehr die dortige Raffinerie im Fokus der Attacken. Auf im Internet verbreiteten Videos und Bildern sind schwere Brände zu sehen. Gouverneur Michail Jewrajew bestätigte zwar den Beschuss, machte aber keine Angaben zu Schäden.

In zahlreichen russischen Regionen herrschte in der Nacht Luftalarm. Angegriffen wurde dabei laut offiziellen Angaben auch Moskau. Bürgermeister Sergej Sobjanin meldete den Abschuss von 25 Drohnen, die Richtung Hauptstadt geflogen seien. Über Folgen der Attacke wurde zunächst nichts bekannt.

In der Nacht zum Freitag begann hatte eine einseitig von Moskau ausgerufene Waffenruhe begonnen, die zu den Feierlichkeiten rund um den Tag des Sieges am 9. Mai halten und speziell die Militärparade in Moskau schützen soll. Eine zuvor von Kiew verkündete und bereits ab dem 6. Mai geltende Waffenruhe hatte Russland ignoriert. Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski kündigte daraufhin «spiegelbildliche» Aktionen an. (dpa)

06:12 Uhr

Freitag, 8. Mai

Zeit von Moskauer Waffenruhe läuft

Kurz vor dem traditionellen Tag des Sieges in Russland läuft die Zeit der einseitig von Moskau im Ukraine-Krieg ausgerufenen Waffenruhe. Das russische Verteidigungsministerium hatte die Feuerpause zuvor bekräftigt. Sie gelte von Freitag 0.00 Uhr Ortszeit (Donnerstag 23.00 Uhr MESZ) bis zum 10. Mai, teilte das Ministerium mit.

Es war nicht sofort klar, ob die Kampfhandlungen tatsächlich eingestellt werden. Um Mitternacht Ortszeit herrschte in den meisten Teilen der Ukraine kein Luftalarm. In Russland meldete die staatliche Nachrichtenagentur Tass kurz nach Mitternacht vorübergehende Einschränkungen aus Sicherheitsgründen am Moskauer Flughafen Wnukowo. Sie berief sich dabei auf die russische Luftfahrtbehörde Rosawiazija.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenski hatte in seiner Videobotschaft am Abend mit Blick auf die Siegesparade in Moskau Vertreter Russland nahestehender Staaten davor gewarnt, in die russische Hauptstadt zu kommen. Kiew habe entsprechende Anfragen bekommen. Selenski sprach von einem seltsamen Wunsch zu dieser Zeit. «Wir raten davon ab.»

Angespannte Lage in Moskau

Russland feiert traditionell am 9. Mai mit einer Militärparade auf dem Roten Platz in Moskau den Sieg der Sowjetunion über Nazi-Deutschland. Davor ist die Lage in Moskau besonders wegen ukrainischer Drohnenangriffe angespannt. Der Kreml lud kurzfristig ausländische Journalisten von der traditionellen Militärparade auf dem Roten Platz aus. Kiew hat in den vergangenen Monaten seine Gegenangriffe auf das russische Hinterland ausgeweitet. Die Folgen werden immer sichtbarer. Anfang der Woche schlug eine Drohne in ein Wohnhochhaus nur etwa sechs Kilometer vom Roten Platz entfernt ein.

Die Ukraine hatte in einer Reaktion auf die von Moskau zuerst Anfang der Woche angekündigte Feuerpause für Freitag und Samstag in einem überraschenden Vorstoss einseitig eine Waffenruhe schon ab Mittwoch festgesetzt. Kiew gab diese allerdings nach einem Tag wieder auf und reagierte auf fortdauernde russische Attacken mit einem ihrer bisher grössten Drohnenangriffe. (dpa)

17:26 Uhr

Donnerstag, 7. Mai

Ukraine beschiesst russischen Raketenkreuzer

Das ukrainische Militär hat nach eigenen Angaben ein russisches Raketenschiff im Kaspischen Meer beschossen. Getroffen worden sei eine Korvette der Karakurt-Klasse, die auch Marschflugkörper vom Typ Kalibr abschiessen könne, teilte der Generalstab in Kiew auf Facebook mit.

Das Ausmass der Beschädigungen sei noch unklar. Dazu stellte das Militär eine Wärmebildaufnahme des Schiffs, das wohl von der angreifenden Drohne stammt. Standort der Korvette war demnach die Grossstadt Kaspijsk in der russischen Teilrepublik Dagestan im Nordkaukasus. Unabhängig können die Angaben nicht überprüft werden. (dpa)

14:24 Uhr

Donnerstag, 7. Mai

Kreml reagiert nicht auf Selenskis Angebot einer Waffenruhe

Die vom ukrainischen Präsidenten Wolodimir Selenski annoncierte Waffenruhe ab dem 6. Mai hat der Kreml eigenen Angaben nach keine Beachtung geschenkt. «Es gab keine Reaktion der russischen Seite darauf», sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow auf die Frage, wie Moskau auf Kiews Ankündigung einer Feuerpause reagiert habe.

Zugleich sagte Peskow, dass Russland an dem eigenen Termin für eine Feuerpause festhalte. Diese soll demnach am 8. und 9. Mai gelten. Damit würde sie den Zeitraum zu den Feiern um den Jahrestag des sowjetischen Sieges im Zweiten Weltkrieg und insbesondere die in Moskau geplante Militärparade auf dem Roten Platz abdecken. (dpa)

11:10 Uhr

Donnerstag, 7. Mai

Russische Luftangriffe trotz Kiewer Waffenruhe

Die russische Armee greift die Ukraine nach Angaben des Kiewer Militärs weiter mit Kampfdrohnen an. Die ukrainische Luftwaffe warnte in den Vormittagsstunden vor feindlichen Drohnen über den Gebieten Odessa, Cherson und Mykolajiw im Süden sowie über Sumy im Norden. Ausserdem sei eine ballistische Rakete auf die Industriestadt Dnipro abgefeuert worden. Der dortige Militärgouverneur Olexander Hanscha berichtete auf Telegram von einem Brand und Schäden an einem Lebensmittelbetrieb.

Russland ignorierte damit weiterhin eine von der Ukraine einseitig ausgerufene Waffenruhe seit Mittwoch. Allerdings hat auch die ukrainische Armee in der Nacht auf Donnerstag Russland wieder mit einer grossen Zahl an Drohnen attackiert.

Ukrainische Luftwaffe zählte 102 russische Drohnen

In der Nacht auf Donnerstag ortete die ukrainische Luftwaffe 102 russische Drohnen, von denen 92 abgefangen worden seien. Einschläge habe es an sechs Stellen gegeben. Verletzte wurden unter anderem aus Charkiw und Cherson gemeldet.

Russland überzieht das Nachbarland Ukraine seit mehr als vier Jahren mit einem verheerenden Krieg. Das russische Verteidigungsministerium hat eine zweitägige Waffenruhe ab Tagesanbruch am Freitag angekündigt. Sie soll während der Feiern zum Andenken an den sowjetischen Sieg im Zweiten Weltkrieg einschliesslich der Militärparade auf dem Roten Platz in Moskau am Samstag gelten. (dpa)

08:54 Uhr

Donnerstag, 7. Mai

Moskau meldet ukrainische Angriffe - was ist mit Waffenruhe?

Zwei Tage vor dem Tag des Sieges hat Russland ausgedehnte ukrainische Drohnenangriffe gemeldet, was Zweifel an den von Kiew und Moskau einseitig erklärten Waffenruhen weckt. Über Nacht seien 347 feindliche Drohnen abgefangen worden, teilte das russische Verteidigungsministerium in Moskau mit. Diese Militärzahlen sind nicht unabhängig überprüfbar; es ist aber eine der höchsten je gemeldeten Zahlen. Betroffen waren demnach fast alle Regionen in West- und Zentralrussland.

Der Bürgermeister von Moskau, Sergej Sobjanin, berichtete auf Telegram von insgesamt elf Drohnen, die beim Anflug auf die Hauptstadtregion abgeschossen worden seien. Nach Angaben des Telegramkanals Baza wurden unter anderem aus der Stadt Rschew nordwestlich von Moskau Gebäudeschäden gemeldet. In Lettland stürzten unweit der russischen Grenze zwei nicht identifizierte Drohnen ab, was zeitlich mit den ukrainischen Angriffen zusammenfiel.

Erst ukrainische, dann russische Waffenruhe?

Die Ukraine hatte eine Waffenruhe mit Tagesanbruch am Mittwoch ausgerufen und sich weitgehend daran gehalten. Zumindest blieben russische Meldungen über Angriffe aus. Russland hingegen setzte Drohnen- und Raketenangriffe fort, was der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski in einer Videobotschaft vom Mittwochabend aus Kiew beklagte. Er kündigte an: «Wir werden entsprechend reagieren.»

Gleichzeitig schien Selenski der Waffenruhe eine zweite Chance zu geben. «Abhängig von der Lage heute Abend und morgen werden auch wir unsere völlig angemessene Antwort festlegen», sagte er. Russland habe ein klares Angebot bekommen und wisse, wie die Ukraine oder deren Partner für Detailfragen zu erreichen seien.

Mit Tagesanbruch am Freitag soll eine zweitägige Waffenruhe in Kraft treten, die Moskau einseitig angekündigt hat. Sie erstreckt sich über die Feiern zum Andenken an den sowjetischen Sieg im Zweiten Weltkrieg mit Militärparade auf dem Roten Platz am Samstag. «Russland hat sich so verkämpft, dass seine wichtigste Parade von uns abhängt. Das ist ein klares Signal: Es ist Zeit, aufzuhören», sagte Selenski. Moskau hat für den Fall von Störungen der Parade Angriffe auf das Zentrum von Kiew angedroht. Aussenamtssprecherin Maria Sacharowa rief ausländische Diplomaten aus, Kiew zu verlassen. (dpa)

06:41 Uhr

Donnerstag, 7. Mai

Drohnen nahe der russischen Grenze in Lettland abgestürzt

In Lettland sind mehrere Drohnen abgestürzt, die nach Militärangaben von Russland aus in den Luftraum des baltischen EU- und Nato-Landes eingeflogen waren. Den Angaben der Streitkräfte zufolge gingen in der Nacht zu Donnerstag zwei unbemannte Flugobjekte in der ostlettischen Region Latgale nieder. Einheiten des Militärs, der Polizei und Feuerwehr sind vor Ort. Berichte über Verletzte gab zunächst es nicht. Ob es sich um russische oder ukrainische Drohnen handelte, blieb zunächst unklar. Allerdings fielen die Vorfälle zeitlich mit ukrainischen Drohnenangriffen auf Ziele in Russland zusammen.

Nach Angaben der Einsatzkräfte ist es möglich, dass eine der Drohnen auf ein Öllager in der Stadt Rezekne stürzte. Grössere Schäden seien dort zunächst nicht zu erkennen gewesen, meldete das lettische Fernsehen unter Berufung auf die Feuerwehr.

Lettland grenzt im Osten an Russland und Belarus. Die Bewohner der grenznahen Regionen hatten in der Nacht Handy-Warnungen über eine mögliche Bedrohung des Luftraums erhalten. Nach Armeeangaben waren mehrere Drohnen nach Lettland eingeflogen.

Die Ukraine wehrt sich seit mehr als vier Jahren gegen die Invasion des Nachbarn Russland. Flugroboter sind im Laufe der Kampfhandlungen zu einem immer beliebteren Angriffsmittel beider Seiten geworden, weil sie relativ günstig und in grossen Massen eingesetzt werden können, um die Luftabwehr des Gegners zu überwältigen. Die häufig mit elektronischen Störmitteln bekämpften Fluggeräte stellen auch eine Gefahr für Nachbarländer dar. So waren bei ukrainischen Angriffen in jüngster Zeit wiederholt fehlgeleitete Drohnen in den Luftraum der baltischen Staaten geflogen und teils abgestürzt, nachdem sie Ziele im Nordwesten Russlands angegriffen hatten. (dpa)

23:05 Uhr

Mittwoch, 6. Mai

Selenski beklagt Verstösse, gibt Feuerpause zweite Chance

Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski wirft Russland zahlreiche Verstösse gegen die von Kiew vorgeschlagene Feuerpause vor. Moskau reagiere bisher nur mit neuen Angriffen. Die Ukraine wolle je nach Lage über eine «angemessene Antwort» entscheiden, halte aber weiterhin an ihrem Angebot für eine Waffenruhe fest.

Gleichzeitig lehnt Kiew die von Russland angekündigte kurze Feuerpause rund um den 9. Mai ab, falls sie nur Putins Militärparade dienen soll.

Ob eine Waffenruhe zustande kommt, bleibt unklar: Russland ignorierte bislang den ukrainischen Vorschlag eines früheren Beginns. Zugleich drohte Moskau mit Vergeltungsschlägen, sollte die Ukraine die Feierlichkeiten angreifen. (dpa)

16:44 Uhr

Mittwoch, 6. Mai

Ukraine bekommt beschlagnahmte Millionen aus Ungarn zurück

Die Ukraine hat nach Angaben von Präsident Wolodimir Selenski beschlagnahmtes Bargeld in Millionenhöhe von Ungarn zurückbekommen. Selenski sprach in sozialen Netzwerken von einem «wichtigen Schritt in den Beziehungen zu Ungarn».

Anfang März hatten ungarische Sicherheitskräfte einen routinemässigen Geldtransport zwischen Österreich und der Ukraine auf ihrem Gebiet gestoppt. 40 Millionen US-Dollar, 35 Millionen Euro in bar sowie 9 Kilogramm Gold wurden beschlagnahmt. Das Geld war für die ukrainische Oschadbank bestimmt.

Die ungarischen Behörden sprachen in diesem Fall von «Geldwäsche», legten aber zu keinem Zeitpunkt Belege vor, die diesen Verdacht erhärtet hätten. Sieben ukrainische Begleiter des Transports wurden festgehalten, später aber in die Ukraine entlassen. Auch die beiden Transportfahrzeuge wurden der Ukraine übergeben. (dpa)

13:16 Uhr

Mittwoch, 6. Mai

Selenski: Russland ignoriert von Kiew ausgerufene Waffenruhe

Russland hat nach ukrainischer Darstellung die einseitig von Kiew angeordnete Feuerpause ignoriert. «Zum jetzigen Zeitpunkt stellen wir fest, dass die russische Seite die Waffenruhe gebrochen hat», schrieb der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski in sozialen Netzwerken. Bislang seien mehr als 1800 Verstösse festgestellt worden. Am Abend solle auf Grundlage von Berichten der Armee und des Militärgeheimdienstes über das weitere Vorgehen entschieden werden.

Die Ukraine hatte für 0.00 Uhr Ortszeit am Mittwoch (Dienstag 23.00 Uhr MESZ) eine Waffenruhe auf unbestimmte Zeit ausgerufen und Russland aufgefordert, sich dieser anzuschliessen. Moskau hatte davor jedoch erklärt, nur am Freitag und Samstag anlässlich der Feierlichkeiten zum Tag des Sieges über Nazi-Deutschland am 9. Mai das Feuer einzustellen.

Die Ukraine wehrt sich seit mehr als vier Jahren gegen eine russische Invasion. (dpa)

09:20 Uhr

Mittwoch, 6. Mai

Frau bei Drohnenangriff im Nordosten der Ukraine getötet

Nach dem einseitig von der Ukraine angekündigten Beginn einer Waffenruhe ist Behördenangaben zufolge eine Frau bei einem russischen Drohnenangriff im nordostukrainischen Gebiet Sumy getötet worden. Russland habe am Morgen ein ziviles Auto angegriffen, schrieb Militärgouverneur Oleh Hryhorow bei Telegram. Der Fahrer des Wagens sei verletzt ins Krankenhaus gebracht worden, eine Mitfahrerin sei ums Leben gekommen.

Die Region Sumy grenzt an Russland und ist stark von den Kampfhandlungen im seit mehr als vier Jahren andauernden russischen Angriffskrieg betroffen.

Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski hatte den Beginn der Feuerpause auf 0.00 Uhr Ortszeit am Mittwoch (Dienstag 23.00 Uhr MESZ) festgesetzt. Moskau hatte zuvor eine Waffenruhe für Freitag und Samstag angeordnet, wenn in Russland an den sowjetischen Sieg im Zweiten Weltkrieg erinnert wird. Selenskis Ankündigung einer früheren Feuerpause wurde in Moskau zunächst nicht kommentiert. Selenski hatte gesagt, Kiew werde spiegelbildlich reagieren, wenn die russische Seite nicht sich nicht daran halten sollte. (dpa)

08:13 Uhr

Mittwoch, 6. Mai

Weniger Angriffe nach Beginn von Selenskis Waffenruhe

Im Ukraine-Krieg hat die erste Nacht der einseitig von Präsident Wolodimir Selenski angeordneten Waffenruhe eine Verringerung der Angriffe gebracht.

Das Verteidigungsministerium in Moskau teilte russischen Agenturen zufolge mit, dass in der Nacht 53 ukrainische Drohnen über russischem Gebiet und annektierten Schwarzmeerhalbinsel Krim abgewehrt worden seien - deutlich weniger als zuletzt. Ob die Drohnen vor oder nach Beginn der von der Ukraine angekündigten Waffenruhe abgeschossen wurden, ist nicht klar. Das Ministerium sprach von einem Zeitraum zwischen 21.00 Uhr und 7.00 Uhr Ortszeit (20.00 Uhr und 6.00 Uhr MESZ).

Selenski hatte den Beginn der Waffenruhe auf 0.00 Uhr Ortszeit am Mittwoch (Dienstag 23.00 Uhr MESZ) festgesetzt.

Auch die Intensität der russischen Luftangriffe auf die Ukraine liess nach ersten Informationen etwas nach. Die ukrainische Luftwaffe meldete aber auch nach Beginn der von Selenski angekündigten Waffenruhe den Anflug von Drohnen unter anderem nach Charkiw. Am Morgen teilte sie mit, dass Russland seit Dienstag 18.00 Uhr (17.00 Uhr MESZ) mit drei Raketen und 108 Drohnen angegriffen habe. Davon seien 89 Drohnen abgewehrt worden. In der Nacht zuvor hatte die ukrainische Luftwaffe Angriffe mit elf ballistischen Raketen und 164 Drohnen gezählt.

Putin hat zweitägige Waffenruhe ab Freitag angeordnet

Von russischer Seite hat Kremlchef Wladimir Putin eine Waffenruhe nur für Freitag und Samstag angeordnet, wenn in Russland an den sowjetischen Sieg im Zweiten Weltkrieg erinnert wird. Für den 9. Mai ist in Moskau die traditionelle Militärparade auf dem Roten Platz geplant. Selenskis Ankündigung einer früheren Feuerpause wurde in Moskau zunächst nicht kommentiert.

Die ukrainische Feuerpause gelte unbefristet, solange Russland nicht angreife, erläuterte in Kiew der Präsidialamtschef Kyrylo Budanow: «Wenn die Waffenruhe gegenseitig eingehalten wird, dann setzen wir diese fort.» Das gebe Hoffnung auf einen dauerhaften Frieden, schrieb er in sozialen Netzwerken. Selenski hatte gesagt, Kiew werde spiegelbildlich reagieren, wenn die russische Seite nicht sich nicht daran halten sollte. (dpa)

18:41 Uhr

Dienstag, 5. Mai

Viele Tote und Verletzte durch russische Bomben in Ukraine

Kurz vor einer von der Ukraine angekündigten Waffenruhe sind in der Grossstadt Saporischschja infolge russischer Bombenangriffe mindestens zwölf Menschen getötet worden. Mehr als ein Dutzend weitere wurden verletzt, wie der Gouverneur der südostukrainischen Region Saporischschja, Iwan Fedorow, bei Telegram mitteilte. Bilder zeigten schwere Schäden an Gebäuden und Rauchwolken. Die Front zwischen russischen und ukrainischen Truppen verläuft nur etwa 20 Kilometer südlich der Stadt.

Rettungskräfte bei Löscharbeiten an einem Fahrzeug nach einem russischen Drohnenangriff in der Region Kiew.
Bild: Ukrainian Emergency Service/AP

Parallel dazu wurden in der ostukrainischen Stadt Kramatorsk nach Behördenangaben mindestens neun Menschen durch drei russische Bomben getötet. Es gebe zudem 16 Verletzte, teilte der Zivilschutzdienst bei Telegram mit. Dutzende Menschen mussten psychologisch betreut werden. Den Angaben nach wurde eine grosse Zahl an Wohnhäusern und Autos beschädigt. Mehrere Brände wurden gelöscht. Die Industriestadt im hart umkämpften Gebiet Donezk ist nur rund 15 Kilometer von der Frontlinie entfernt.

Die Ukraine wehrt sich seit mehr als vier Jahren gegen eine russische Invasion. (dpa)

11:08 Uhr

Dienstag, 5. Mai

Ukraine attackiert Rüstungsfabrik und Raffinerie in Russland

Bei ukrainischen Drohnenangriffen sind nach Angaben der regionalen Behörden in der russischen Grossstadt Tscheboksary an der Wolga drei Menschen verletzt worden. Einer der Verletzten sei ins Krankenhaus eingeliefert worden, teilte das Gesundheitsministerium der Teilrepublik Tschuwaschien mit. Die Drohnen waren demnach Teil einer zweiten Angriffswelle. Bei einer ersten Attacke traf ein Marschflugkörper nach Berichten des Internetportals «Astra» die Rüstungsfabrik «WNIIIR Progress», wo Navigationsmodule für Drohnen, Marschflugkörper und Raketen hergestellt werden.

Tscheboksary liegt etwa 1000 Kilometer von der Front entfernt. Insgesamt wurde sogar in 18 russischen Regionen Raketenalarm ausgerufen, darunter erstmals auch in dem im asiatischen Teil Russlands liegenden autonomen Kreis der Chanten und Mansen.

Die Ukraine produziert seit dem vergangenen Jahr Marschflugkörper des Typs Flamingo, die eine Reichweite von bis zu 3.000 Kilometer haben sollen. Bislang wurden sie allerdings erst wenige Male eingesetzt. (dpa)

09:49 Uhr

Dienstag, 5. Mai

Tote und viele Verletzte nach russischen Angriffen in Ukraine

Kurz vor einer von Moskau und Kiew mit unterschiedlichem Beginn angekündigten Waffenruhe sind bei russischen Angriffen in der Ukraine mehrere Menschen getötet worden. Im zentralukrainischen Gebiet Poltawa seien vier Menschen ums Leben gekommen, schrieb Gouverneur Witali Djakiwnytsch bei Telegram. Weitere 31 Personen seien verletzt worden. Demnach gab es Einschläge an zwei Orten im Kreis Poltawa. Ein Industriebetrieb und eine Eisenbahninfrastruktur seien beschädigt worden. Russland habe die Region mit Raketen und Drohnen angegriffen. Der Zivilschutz teilte mit, dass unter den Toten zwei Einsatzkräfte seien.

Nach einem ersten Angriff attackierte Russland den Einsatzort demnach ein zweites Mal. Unter den Verletzten sind demnach weitere 23 Rettungskräfte. Verletzt wurden nach Behördenangaben auch zwei Menschen im Gebiet Tschernihiw und drei in der Region um die Hauptstadt Kiew. (dpa)

21:05 Uhr

Montag, 4. Mai

Selenski kündigt Waffenruhe ab Mittwoch an

Kurz nach einer russischen Erklärung hat die Ukraine ebenfalls eine Waffenruhe angekündigt. «Wir verkünden eine Waffenruhe, beginnend ab 0.00 Uhr (23.00 Uhr MESZ) in der Nacht vom 5. auf den 6. Mai», teilte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenski mit. (dpa)

20:07 Uhr

Montag, 4. Mai

Russland verkündet zweitägige Waffenruhe

Russland hat im Krieg gegen die Ukraine eine zweitägige Waffenruhe um den Tag des Sieges im Zweiten Weltkrieg am 9. Mai angeordnet. Diese gelte auf Anordnung von Präsident Wladimir Putin am 8. und 9. Mai, teilte das russische Verteidigungsministerium mit. Moskau zähle darauf, dass die ukrainische Seite dem Beispiel folge. Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski hatte zuvor Journalisten mitgeteilt, dass Kiew keine offiziellen Angebote zu einer möglichen Feuerpause am 9. Mai erhalten habe.

Moskau droht mit Vergeltungsangriff auf Zentrum von Kiew

Für den Fall ukrainischer Angriffe zu den Siegesfeiern am 9. Mai drohte Russland mit Vergeltung. «Die Streitkräfte der Russischen Föderation werden einen massiven Raketenschlag auf das Zentrum von Kiew durchführen», schrieb das Ministerium. Aus «humanitären Überlegungen» habe Moskau trotz vorhandener Möglichkeiten bisher davon abgesehen. Die Zivilbevölkerung und Mitarbeiter ausländischer diplomatischer Vertretungen sollten dann die Dreimillionenstadt rechtzeitig verlassen.

Russland führt seit mehr als vier Jahren einen Angriffskrieg gegen das Nachbarland. In dieser Zeit wurden mehrmals über hohe Feiertage kurzzeitige Waffenruhen ausgerufen. Zuletzt gab es einen Versuch über das orthodoxe Osterfest Mitte April. Beide Seiten verzichteten für etwa 30 Stunden auf Raketen- und Drohnenangriffe im gegnerischen Hinterland. An der Frontlinie blieb es unruhig, weil kleine Drohnen weiter eingesetzt wurden. Russland und die Ukraine warfen einander deshalb jeweils mehrere tausend Verstösse vor. (dpa)

12:01 Uhr

Montag, 4. Mai

Russischer Raketenangriff: Tote und Verletzte in der Ukraine

Im ostukrainischen Gebiet Charkiw sind bei einem russischen Raketenangriff mindestens vier Menschen getötet worden. Weitere 18 Personen seien bei der Attacke auf die Stadt Merefa verletzt worden, schrieb der Militärgouverneur der Region, Oleh Synjehubow, bei Telegram. Getötet wurden demnach ein 50-jähriger und ein 63-jähriger Mann sowie zwei Frauen im Alter von 41 und 52 Jahren. Mehrere Wohnhäuser, Hochhäuser und Läden seien beschädigt worden. Auch die Siedlung Besljudiwka wurde demnach mit einer Drohne angegriffen. (dpa)

06:24 Uhr

Sonntag, 3. Mai

Drohnen über der Ukraine und Russland

Die Ukraine und Russland haben sich in der Nacht gegenseitig mit Drohnen überzogen. Bereits am späten Abend wurde in der ukrainischen Hauptstadt Kiew Luftalarm ausgelöst. Die Flugabwehr trat in Aktion, über der Stadt waren nach Medienberichten zahlreiche Explosionen zu hören. Über eventuelle Drohneneinschläge oder mögliche Opfer oder Schäden lagen zunächst keine Angaben vor.

In der russischen Hauptstadt Moskau wurde auf den grossen Flughäfen Wnukowo und Scheremetjewo vorübergehend der Betrieb «aus Sicherheitsgründen» eingestellt, meist eine Reaktion auf Drohnenflüge. Später gab Bürgermeister Sergej Sobjanin den Abschuss von zwei Drohnen bekannt.

Auch am Flughafen Pulkowo in St. Petersburg wurde der Flugbetrieb vorübergehend eingestellt. Mindestens 35 Drohnen seien abgeschossen worden, berichtete der Gouverneur der umliegenden Oblast Leningrad, Alexander Drosdenko. Zuletzt hatte die Ukraine in diesem Gebiet wichtige russische Raffinerieanlagen attackiert.

Die russischen Behörden machten zunächst ebenfalls keine Angaben zu den möglichen Flugzielen der ukrainischen Drohnen sowie über mögliche Opfer oder Schäden. (dpa)

09:20 Uhr

Samstag, 2. Mai

Ukraine: Tote bei russischer Attacke auf Kleinbus

Bei einem russischen Drohnenangriff auf einen Kleinbus in der südukrainischen Stadt Cherson sind nach offiziellen Angaben mindestens zwei Menschen, ein Mann und eine Frau, ums Leben gekommen. «Darüber hinaus sind noch sieben Passagiere des Kleinbusses verletzt worden – sechs Männer und eine Frau», teilte der Militärgouverneur von Cherson, Olexander Prokudin, auf Telegram mit. Alle Verletzten seien ins Krankenhaus gebracht worden. Der Angriff ereignete sich demnach gegen 7.00 Uhr morgens Ortszeit (6.00 MEZ).

Kurz nach Beginn des Kriegs in der Ukraine eroberte Russland Cherson. Die russischen Militärs mussten die Gebietshauptstadt am Dnipro im Herbst 2022 nach einer ukrainischen Gegenoffensive wieder räumen und sich hinter den Fluss zurückziehen. Seither verläuft die Frontlinie unmittelbar östlich der Stadt. Cherson wird daher immer wieder von den russischen Truppen mit Artillerie, Drohnen und Raketen beschossen. (dpa)

20:49 Uhr

Freitag, 1. Mai

Selenski verspricht stärkere Flugabwehr für Odessa und Dnipro

(dpa) Nach harten russischen Luftangriffen hat der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski für die Grossstädte Odessa und Dnipro eine Stärkung der Flugabwehr in Aussicht gestellt. «Für Dnipro gibt es zusätzliche Radare, elektronische Störsysteme, zusätzliche Mannschaften», sagte der Staatschef in einer Videoansprache. Auch für Odessa gebe es Lösungen und die Abschussquote steige bereits. «Doch muss sie noch höher sein», gab Selenski als Ziel vor. Das russische Militär versuche mit häufigen und intensiven Angriffen die ukrainische Flugabwehr zu überwinden.

Die südostukrainische Industriestadt Dnipro wurde insbesondere vergangene Woche mit Raketen und Drohnen unterschiedlichen Typs angegriffen. Der Grossraum um die Hafenstadt Odessa am Schwarzen Meer wird regelmässig von russischen Kampfdrohnen attackiert.

Die Ukraine wehrt sich seit mehr als vier Jahren gegen eine russische Invasion. Veraltete Flugabwehrsysteme des osteuropäischen Landes wurden seitdem insbesondere mit deutscher Hilfe durch moderne westliche ersetzt.

16:16 Uhr

Freitag, 1. Mai

Verletzte nach russischen Drohnenangriffen auf Westukraine

In der westukrainischen Grossstadt Ternopil sind mindestens zehn Menschen infolge russischer Drohnenangriffe verletzt worden. «Es gab Einschläge in Industrie- und Infrastrukturobjekte der Stadt», teilte Bürgermeister Serhij Nadal auf Telegram mit. Mehr als 50 Drohnen seien über der Stadt geflogen und es habe über 20 Explosionen gegeben. Kurzfristig fiel demnach auch der Strom aus. Ternopil liegt knapp 150 Kilometer von der EU-Grenze entfernt.

Angaben der ukrainischen Luftwaffe zufolge setzte das russische Militär tagsüber mehr als 400 Drohnen unterschiedlichen Typs ein. 388 seien entweder abgeschossen oder durch elektronische Störsignale zu Boden gebracht worden, teilte die Flugabwehr mit.

Die Ukraine wehrt sich seit mehr als vier Jahren gegen die von Russland betriebene Invasion. (dpa)

07:50 Uhr

Freitag, 1. Mai

Ukraine attackiert erneut Ölterminal am Schwarzen Meer

Ukrainische Drohnen haben in der russischen Hafenstadt Tuapse am Schwarzen Meer offiziellen Angaben zufolge erneut einen Brand im Ölterminal ausgelöst. Tote und Verletzte habe es nicht gegeben, teilte der Krisenstab der südrussischen Region Krasnodar der staatlichen Nachrichtenagentur Tass zufolge mit. Demnach sind mehr als 100 Feuerwehrleute bei den Löscharbeiten. Es war bereits die vierte ukrainische Attacke auf die Ölanlagen innerhalb der letzten zwei Wochen.

Das russische Verteidigungsministerium meldete den Abschuss von insgesamt 141 ukrainischen Drohnen über eigenem Gebiet. Gegen die Einschläge in Tuapse zeigte sich die Flugabwehr aber einmal mehr machtlos. (dpa)

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