Ukraine-Newsblog

Mutter und Sohn bei russischen Angriffen in der Ukraine getötet ++ Luftalarm in Lettland: Kampfjets schiessen Drohne ab

Seit Ende Februar 2022 führt Russland einen Angriffskrieg gegen die Ukraine. Alle Neuigkeiten und Reaktionen dazu erfahren Sie in unserem Newsblog.

10:01 Uhr

Freitag, 14. August

Mutter und Sohn bei russischen Angriffen in der Ukraine getötet

Durch russische Drohnenangriffe sind in der ukrainischen Grenzregion Sumy zwei Menschen getötet worden. Ein Privathaus sei von zwei Drohnen in Brand gesetzt und zerstört worden, schrieb der Chef der Militärverwaltung von Sumy, Oleh Hryhorow, auf der Nachrichtenplattform Telegram. Eine 29-jährige Frau und ihr neun Jahre alter Sohn seien dabei ums Leben gekommen.

Vier weitere Menschen wurden demnach verletzt. Darunter seien der Vater und die Grossmutter des Jungen, die mit schweren Verbrennungen ins Krankenhaus gebracht worden seien.

In der Stadt Smila in der Zentralukraine wurden nach Angaben der Staatsanwaltschaft der Region Tscherkassy fünf Menschen bei einem russischen Drohnenangriff verletzt. Die Behörde sprach von einer massiven Attacke auf zivile Infrastruktur.

Ukrainische Gegenangriffe zielen auf Hafen und Versandhändler

Die ukrainischen Streitkräfte setzten ihre Gegenangriffe auf Russland unterdessen fort. Über der Region Leningrad seien 51 Drohnen abgewehrt worden, teilte Gouverneur Alexander Drosdenko mit. In der Folge sei ein Feuer im Hafen Ust-Luga ausgebrochen. Die Schäden durch den Drohnenangriff wurden seinen Angaben zufolge allerdings schnell beseitigt. Der Ostseehafen Ust-Luga ist wichtig etwa für den Export von Flüssiggas, Düngemittel und Kohle. Er war schon mehrfach Ziel ukrainischer Angriffe.

Auch in der nordwestlich von Moskau gelegenen Region Twer berichteten Behörden von Schäden. Herabstürzende Drohnentrümmer beschädigten demnach die Wand eines Lagerhauses des Versandhändlers Wildberries. Verletzt wurde demnach niemand.

Russland überzieht die Ukraine seit fast viereinhalb Jahren mit einem zerstörerischen Angriffskrieg. In seinem Abwehrkampf setzt Kiew vor allem auf Drohnenangriffe auf das russische Hinterland. (dpa)

06:44 Uhr

Freitag, 14. August

Luftalarm in Lettland: Kampfjets schiessen Drohne ab

Eine Drohne ist in den lettischen Luftraum eingedrungen und von Kampfjets eines Nato-Partnerstaats abgeschossen worden. Der Luftalarm sei damit aufgehoben, teilte das lettische Militär in der Nacht auf der Plattform X mit. Zuvor hatten die Streitkräfte die Menschen in dem Baltenstaat aufgerufen, sich nicht im Freien aufzuhalten und sich in Sicherheit zu bringen.

Das Militär machte zunächst keine genauen Angaben zur Herkunft des unbemannten Fluggeräts über der Region Balvi. Die Armee sprach aber von einer ausländischen Drohne, die infolge von Russlands elektronischer Kampfführung in den lettischen Luftraum geraten sei. Damit lag nahe, dass es sich um eine abgewehrte ukrainische Drohne gehandelt haben könnte.

Der EU- und Nato-Staat Lettland mit seinen knapp 1,9 Millionen Einwohnern grenzt im Osten an Russland.

Im Ukraine-Krieg setzen sowohl der Angreifer Russland als auch die sich verteidigende Ukraine Drohnen ein. Es blieb zunächst unklar, welche Kampfjets am Abschuss der Drohne beteiligt waren. Grössere Nato-Staaten übernehmen im Baltikum abwechselnd die Luftraumüberwachung der Mitgliedsstaaten Estland, Litauen und Lettland. (dpa)

16:00 Uhr

Donnerstag, 13. August

Russe vor geplantem Anschlag in Polen geschnappt

In Polen ist nach Angaben der Regierung ein Anschlag auf einen US-ukrainischen Doppelstaatsbürger vereitelt worden. Ein Russe, der von einem Geheimdienst seines Landes angeworben worden sein soll, sei noch vor Ausführung der Tat festgenommen worden, teilte Ministerpräsident Donald Tusk am Donnerstag mit.

Nach Angaben eines Regierungssprechers wurde der Russe am 7. August gefasst. Die Person, die Ziel des Anschlags sein sollte, sei der russischen Regierung ein Dorn im Auge gewesen, sagte Tusk. (dpa)

14:31 Uhr

Donnerstag, 13. August

UN: Juli war tödlichster Monat für Zivilisten in Ukraine seit Jahren

Im russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine sind nach Angaben von Beobachtern der Vereinten Nationen im Juli so viele Zivilisten ums Leben gekommen wie seit Jahren nicht mehr in einem Monat. Es seien mindestens 437 Menschen in der Ukraine getötet und 2610 weitere Zivilisten verletzt worden, gab die UN-Menschenrechtsbeobachtermission bekannt. Das sei im Vergleich zum Juni ein Anstieg um 30 Prozent, im Vergleich zum Vorjahresmonat Juli sogar eine Erhöhung um 70 Prozent. «Die Zahl der Getöteten ist die höchste, die seit Mai 2022 erfasst wurde», teilte die Mission mit.

Die tatsächliche Zahl der Opfer sei wahrscheinlich höher, hiess es. Die Überprüfung von Todesmeldungen dauere an. In diesem Jahr habe sich die Zahl der Opfer von Monat zu Monat erhöht. Dabei habe es die ukrainische Hauptstadt Kiew im Juli besonders hart getroffen. Demnach wurden dort 54 Menschen getötet und mehr als 200 weitere verletzt.

Grund sei die Eskalation der Gewalt durch die massiven russischen Angriffe mit ballistischen Raketen und Marschflugkörpern, hiess es. Aber auch Drohnenschläge und Gleitbomben seien weiter eine grosse Gefahr für die Menschen. Die Ukraine beklagt seit Monaten, sich vor den intensivierten russischen Angriffen mit ballistischen Raketen nicht ausreichend schützen zu können, weil es an Raketen für das effektive Abwehrsystem vom Typ Patriot fehle.

Auch auf russischer Seite habe die Zahl der getöteten Zivilisten im Juli zugenommen, teilten die UN-Beobachter mit. Russische Behörden hätten demnach 79 Tote und mehr als 600 Verletzte gemeldet. Nach Angaben der Mission sind die Zahlen schwer überprüfbar, weil der Zugang zu Informationen in Russland eingeschränkt sei.

Seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine am 24. Februar 2022 haben die Vereinten Nationen nach eigenen Angaben mindestens 16'874 getötete Zivilisten erfasst, darunter 820 Kinder. Die Zahl der Verletzten liege insgesamt bei 51'273, darunter mehr als 3000 Kinder, hiess es. (dpa)

13:53 Uhr

Donnerstag, 13. August

Kiew erhält 261 Soldatenleichen zurück – Moskau 24

Die Ukraine hat nach eigenen Angaben erneut Soldatenleichen von Russland erhalten. Die sterblichen Überreste von 261 Gefallenen, bei denen es sich laut der russischen Seite um ukrainische Soldaten handeln könnte, seien Kiew übergeben worden, teilte der Stab für Kriegsgefangenenbelange mit. Russland erhielt nach Angaben aus Moskau im Gegenzug von der Ukraine 24 Leichen zurück.

In Kiew gab der Stab bekannt, dass Ermittler und Gerichtsmediziner nun die Toten identifizieren würden. Vermittelt habe den Austausch das Internationale Komitee vom Roten Kreuz, hiess es. Zuletzt hatte es im Juli eine Übergabe von Leichen gegeben. Neben Gefangenenaustauschen und Familienzusammenführungen gehören diese Rückführungen zu den verbliebenen humanitären Kontakten zwischen den Kriegsparteien.

In dem seit fast viereinhalb Jahren andauernden russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine sind bisher nach Schätzungen unabhängiger Experten Hunderttausende Soldaten gefallen. Vor allem Russland nennt seit Jahren keine Zahlen mehr zu den getöteten Soldaten in den eigenen Reihen. Für die Ukraine hatte Präsident Wolodymyr Selenski im Februar von 55.000 gefallenen Verteidigern gesprochen. Experten gehen davon aus, dass es deutlich mehr sind. (dpa)

10:51 Uhr

Donnerstag, 13. August

Kiews Drohnen treffen Ölraffinerie und Logistikzentrum in Russland

Die ukrainischen Streitkräfte haben bei neuen Drohnenangriffen tief im russischen Hinterland eine weitere Ölraffinerie und ein Lager des grössten russischen Versandhändlers Wildberries in Brand gesetzt. Zwei Menschen seien in der Stadt Salawat verletzt und ins Krankenhaus gebracht worden, teilte der Chef der Republik Baschkortostan, Radij Chabirow, mit. Medien berichteten zudem von einem Drohnenangriff und einem Brand in einer Ölraffinerie des Energieriesen Gazprom.

Die russische Flugabwehr habe 16 von insgesamt 21 Drohnen abgeschossen, sagte Chabirow. Ziel des Angriffs sei ein Logistikzentrum gewesen. Die Firma Wildberries, deren Lager die Ukraine seit Wochen attackiert, bestätigte den Angriff und den Brand. Das Gebäude sei evakuiert worden. Das zentrale Ermittlungskomitee warf der Ukraine einen weiteren «Terroranschlag» gegen zivile Infrastruktur vor.

Die Ukraine selbst behauptet, dass Wildberries russischen Kriegszwecken diene. Das Unternehmen und der Kreml weisen das kategorisch zurück und sprechen von ziviler Infrastruktur. Kommentatoren sehen in den Angriffen den Versuch Kiews, die Lage in Russland durch zunehmende wirtschaftliche Probleme zu destabilisieren. (dpa)

10:32 Uhr

Donnerstag, 13. August

Ukraine: Zwei Tote bei russischem Angriff auf Passagierzug

Bei einem russischen Angriff auf einen Passagierzug in der Region Odessa im Süden der Ukraine sind nach offiziellen Angaben der Lokführer und sein Assistent getötet worden. Die 340 Passagiere würden evakuiert, teilte die ukrainische Eisenbahn mit. Es habe sich um einen Drohnenangriff gehandelt. (dpa)

06:35 Uhr

Donnerstag, 13. August

Stromausfall auf der Krim nach ukrainischem Drohnenangriff

Die Hafenstadt Sewastopol auf der von Russland annektierten Halbinsel Krim ist nach nächtlichen Drohnenangriffen der Ukraine erneut ohne Strom. Die Stadt sei wegen eines massiven ukrainischen
Angriffs von der Stromversorgung abgeschnitten, teilte der von Moskau eingesetzte Gouverneur von Sewastopol, Michail Raswoschajew, laut staatlicher Nachrichtenagentur Tass mit. Die Armee wehre einen ukrainischen Angriff ab. Derzeit begutachteten Experten die Schäden.

Russland führt seit fast viereinhalb Jahren Krieg in der Ukraine. Kiew wehrt sich gegen die Invasion auch mit Drohnenangriffen gegen strategisch wichtige Anlagen im russischen Hinterland. Das sind Militärobjekte und Einrichtungen der Öl- und Gasindustrie. Ziel dieser Schläge ist es, dem russischen Militär die Treibstoffversorgung zu erschweren und dem Kreml die Kriegsfinanzierung. (dpa)

15:01 Uhr

Dienstag, 11. August

Ukraine meldet mindestens neun Tote bei russischem Beschuss

Bei russischem Raketen-, Drohnen- und Gleitbombenbeschuss der Ukraine sind nach Behördenangaben mindestens neun Zivilisten ums Leben gekommen. Die russischen Truppen hätten auch von Nordkorea bereitgestellte ballistische Raketen bei ihrem nächtlichen Angriff in der südostukrainischen Stadt Saporischschja verwendet, teilte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenski mit. Dort wurden nach Behördenangaben vom Dienstag 6 Menschen getötet und 19 verletzt.

Drei weitere Tote gab es Behördenangaben zufolge in der zentralukrainischen Region Dnipropetrowsk, darunter ein 15-Jähriger.

Selenski teilte am Montagabend mit, dass Russland weitere ballistische Raketen aus Nordkorea erhalten habe und zusätzliche Soldaten aus Nordkorea einsetzen wolle.

Der russische Präsident Wladimir Putin hatte vor etwas mehr als zwei Jahren eine Vereinbarung über eine sogenannte strategische Partnerschaft mit dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un unterzeichnet. Kim hat Tausende Soldaten und riesige Waffenmengen zur Unterstützung des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine geschickt, der seit Februar 2022 andauert.

Die Ukraine hat gewarnt, dass Russland seine Produktion ballistischer Raketen hochfahre und dabei den deutlichen Mangel Kiews an Patriot-Abfangraketen ausnutze, die diese Raketen stoppen können.

«Jeder Schritt, den Russland unternimmt - die Produktion ballistischer Raketen erhöhen, nordkoreanische Ausrüstung herbeiholen, sich auf eine Mobilisierung vorbereiten - all das zeigt, dass sich Moskau nicht auf Frieden vorbereitet, sondern auf eine Eskalation», teilte Selenski in sozialen Medien mit. (dpa)

11:14 Uhr

Dienstag, 11. August

Tote und Verletzte durch russische Angriffe in der Ukraine

Bei russischen Raketen- und Bombenangriffen sind in der südostukrainischen Stadt Saporischschja laut Präsident Wolodymyr Selenski mindestens sechs Menschen getötet worden. «Ein brutaler Angriff, der darauf abzielte, der zivilen Infrastruktur maximalen Schaden zuzufügen», schrieb der Staatschef bei Telegram. Bei den nächtlichen Angriffen seien weitere 19 Menschen verletzt worden. Das russische Militär habe auch eine nordkoreanische ballistische Rakete eingesetzt.

Selenski zufolge gab es auch russische Angriffe auf Umspannwerke in den Städten Cherson und Charkiw. Es sei zu Stromausfällen gekommen.

Dem Verteidigungsministerium in Moskau zufolge galt der Angriff auf Saporischschja dem örtlichen Stahlwerk. Zudem informierte die Behörde über Angriffe auf ein Sortierzentrum des Postunternehmens Nova Post in Kiew. Dieses habe auch zur Lagerung und Verteilung von Drohnenbestandteilen und Komplexen der elektronischen Kriegsführung gedient, behauptete das Ministerium.

Zudem sei in Kiew ein grosses Lagerhaus mit etwa 50'000 Quadratmetern Fläche angegriffen worden, das als Drohnendepot gedient haben soll. Die ukrainischen Behörden bestätigten Schäden an Lagerhallen in Kiew und im Landkreis Butscha westlich von Kiew. Es habe einen Verletzten gegeben.

Nach Angaben der ukrainischen Luftwaffe setzte das russische Militär Anti-Schiffsraketen des Typs Zirkon, ballistische Raketen und 120 Drohnen ein. Die Angriffe zielten demnach primär auf das Kiewer Umland und Saporischschja ab. Einschläge habe es an 21 Orten gegeben.

Russische Angriffe mit Drohnen und Artillerie töteten im Gebiet Dnipropetrowsk nach Behördenangaben mindestens drei Menschen. Weitere fünf seien verletzt worden, teilte Militärgouverneur Olexander Hanscha bei Telegram mit. Unter den Toten sei auch ein 15-jähriger Junge. Den Angaben zufolge gab es mehr als 20 Angriffe auf Ziele in insgesamt fünf Landkreisen. (dpa)

06:29 Uhr

Dienstag, 11. August

Russland startet erneut Luftangriffe auf ukrainische Städte

Russland hat ukrainischen Angaben zufolge Kiew und andere Grossstädte des Landes in der Nacht erneut mit ballistischen Raketen angegriffen. Dabei wurden allein in der im Süden des Landes gelegenen Stadt Saporischschja mindestens fünf Menschen getötet und weitere 20 verletzt, wie Militärgouverneur Iwan Fedorow auf Telegram schrieb. Es seien Industrieanlagen und Infrastruktur angegriffen worden.

Aus der Hauptstadt Kiew wurde zunächst ein Verletzter gemeldet. Bürgermeister Vitali Klitschko schrieb auf der Plattform Telegram: «Explosionen in der Hauptstadt. Die Stadt steht unter Beschuss. Bleiben Sie in den Schutzräumen.» Die Rettungsteams seien unterwegs.

Das Nachrichtenportal «Kyiv Independent» berichtete, Russland habe mit ballistischen Raketen einen erneuten Angriff gestartet. Die ukrainische Luftwaffe warnte dem Bericht zufolge zugleich, dass russische Raketen auf Sumy, Charkiw und Tschernihiw zielten.

Weil es den ukrainischen Streitkräften nach viereinhalb Jahren Krieg an Munition zur Raketenabwehr mangelt, hat Russland seine Angriffe mit ballistischen Raketen auf Kiew und andere Städte verstärkt. Als effektivste Abwehr gegen ballistische Raketen, die aufgrund ihrer hohen Geschwindigkeit besonders schwierig abzufangen sind, gelten die von den USA produzierten Patriot-Systeme. Die ukrainische Armee hat mehrere davon, aber nicht genügend Abfangraketen.

In Kiew wächst die Furcht, dass ungehinderte Raketenangriffe zum kommenden Winter die Infrastruktur des Landes erneut schwer schädigen und die Menschen in der Ukraine in noch grössere Not bringen könnten. (dpa)

22:22 Uhr

Montag, 10. August

Selenski kündigt neue Angriffe im russischen Hinterland an

Der ukrainische Präsident Wolodymir Selenski hat weitere Gegenangriffe im russischen Hinterland angekündigt. In seiner abendlichen Videobotschaft verwies er auf einen zuvor schon vom Generalstab bestätigten Schlag gegen die russische Ölindustrie in Tobolsk in Sibirien. Es werde weitere ukrainische Angriffe im russischen Hinterland geben, um Russland zu zeigen, dass Frieden notwendig sei.

Selenski warnte auch erneut vor Nordkorea. Moskau habe zusätzliche ballistische Raketen von Pjöngjang erhalten und bereite sich auf die Ankunft eines weiteren Kontingents nordkoreanischer Soldaten auf russischem Territorium vor, sagte Selenski ohne Belege zu nennen. Nordkoreas Waffen seien in Zusammenarbeit mit Russland weiterentwickelt worden. Das sei eine Gefahr für die asiatischen Staaten.

Erst am Wochenende hatte Selenski gesagt, dass Russland weit mehr Truppen aus Nordkorea zur Unterstützung seines Angriffskriegs bekommen könnte als bisher angenommen. Er sprach von bis zu 50.000 Soldaten.

Russland überzieht die Ukraine seit mehr als vier Jahren mit einem zerstörerischen Angriffskrieg. Nordkoreanische Soldaten kamen 2024 und 2025 in Russland zum Einsatz, um ukrainische Truppen aus dem westrussischen Gebiet Kursk zu verdrängen.

Im Abwehrkampf gegen Russland hat die Ukraine ihre Gegenangriffe vor allem mit Drohnen in den vergangenen Monaten stark ausgeweitet. (dpa)

17:51 Uhr

Montag, 10. August

24 Verletzte bei russischem Angriff auf Saporischschja

Bei einem russischen Gleitbombenangriff auf die südukrainische Stadt Saporischschja sollen 24 Menschen verletzt worden sein. Das teilten die örtlichen Behörden am Montag mit. Teile der gleichnamigen Region, in der auch das Kernkraftwerk Saporischschja liegt, sind von Russland besetzt.

Auch ein Lager der Weltgesundheitsorganisation WHO in der zentralukrainischen Region Dnipropetrowsk wurde nach Angaben der Organisation binnen weniger als 24 Stunden zweimal getroffen. Dabei seien Notfallvorräte im Wert von schätzungsweise 500'000 Dollar zerstört worden, die für Gesundheitseinrichtungen nahe der Front bestimmt gewesen seien. Verletzte oder Tote wurden bei den Angriffen auf das WHO-Lager nicht gemeldet. (dpa)

09:28 Uhr

Montag, 10. August

Viele Tote nach ukrainischem Drohnenangriff

Bei einem ukrainischen Drohnenangriff tief im russischen Hinterland sind nach Angaben der dortigen Behörden zwölf Menschen getötet worden. Weitere 39 hätten Verletzungen erlitten, teilte das Pressebüro des Oberhaupts der Region Tatarstan, Rustam Minnichanow, am Montag mit. Die Stadt Nischnekamsk sei Ziel einer massiven Drohnenattacke geworden.

Die etwa 1200 Kilometer von der Front entfernte Grossstadt hat etwa 240'000 Einwohner. Sie beherbergt zwei Ölraffinerien sowie ein petrochemisches Werk und ist bereits in der Vergangenheit attackiert worden.

Die Ukraine setzt russischen Ölanlagen fast täglich mit Fernangriffen schwer zu, bei denen im eigenen Land entwickelte Raketen und Drohnen zum Einsatz kommen. Die seit Monaten anhaltenden Attacken haben zu einer Kraftstoffkrise geführt, die den Kreml mehr als vier Jahre nach Kriegsbeginn in Verlegenheit bringt. Russland verfügt über hochentwickelte Flugabwehrsysteme, doch sein riesiges Territorium lässt sich nur schwer lückenlos schützen.

Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski sagte am Sonntagabend, Ziel solcher Angriffe sei es, seinen russischen Kollegen Wladimir Putin an den Verhandlungstisch zu bringen. «Jeder russische Angriff wird eine Antwort von uns nach sich ziehen. Russlands Krieg wird sich immer stärker im eigenen Land – in Russland – bemerkbar machen», erklärte Selenski sozialen Medien. «Der einzige Grund, warum dies immer noch andauert, ist die mangelnde Bereitschaft Russlands, diesen Krieg zu beenden.» (dpa)

04:21 Uhr

Montag, 10. August

Selenski erwartet bis zu 50'000 nordkoreanische Soldaten in Russland

Die ukrainische Staatsführung rechnet nach eigenen Angaben damit, dass Russland weit mehr Truppen aus Nordkorea zur Unterstützung seines Angriffskriegs bekommen könnte als bisher angenommen. «Nun wurde die Entscheidung getroffen, 30'000 bis 50'000 Nordkoreaner auf russischem Territorium einzusetzen», schrieb Präsident Wolodimir Selenski am Samstag auf der Online-Plattform X.

Im Juli hatte er unter Berufung auf Geheimdienstberichte noch von 30'000 weiteren nordkoreanischen Soldaten gesprochen, nun nannte er statt dieser Zahl die deutlich grössere Spanne. Selenskis Angaben liessen sich nicht unabhängig überprüfen, die Quelle für seine Darstellung liess er offen.

Laut dem Präsidenten stellt Nordkoreas Engagement im Ukraine-Krieg auch eine Gefahr für asiatische Staaten dar. «Es ist völlig klar, dass Nordkorea seine Erfahrungen in der modernen Kriegsführung weiter ausbauen, von Russland Lizenzen und alle möglichen militärischen Mittel bekommen wird», schrieb der ukrainische Präsident weiter. (dpa)

08:53 Uhr

Sonntag, 9. August

Verletzte bei Angriff auf russische Grenzstadt Belgorod

Durch einen ukrainischen Drohnenangriff auf die grenznahe russische Grossstadt Belgorod sind nach Behördenangaben mindestens 13 Menschen verletzt worden. Vier Wohnblocks seien beschädigt worden, teilte der Gouverneur der Region, Alexander Schuwajew, auf Telegram mit. Bilder in sozialen Netzwerken liessen auf mehrere Brände in der Stadt schliessen, die etwa 30 Kilometer von der Grenze zur Ukraine entfernt liegt.

Belgorod ist allerdings der logistische Knotenpunkt zur Versorgung der russischen Truppen, die die ukrainische Grossstadt Charkiw beschiessen und im Industriegebiet Donbass angreifen. Deshalb wird Belgorod immer wieder angegriffen, was auch die Energieversorgung und andere zivile Objekte in Mitleidenschaft zieht. Russische Behörden meldeten ausserdem ukrainische Drohnenangriffe auf Noworossijsk und Gelendschik am Schwarzen Meer. Verletzte in ukrainischer Hafenstadt Odessa Zugleich wurden durch russischen Raketenbeschuss auf die südukrainische Hafenstadt Odessa in der Nacht mindestens sechs Menschen verletzt, wie Stadtchef Serhij Lyssak auf Telegram mitteilte. (dpa)

07:08 Uhr

Samstag, 8. August

Wieder Tote bei Luftangriffen auf Ukraine

Bei neuen Luftangriffen auf die ukrainische Hauptstadt Kiew und deren Umgebung wurden nach Behördenangaben in der Nacht mindestens vier Menschen getötet und mehrere verletzt. Ukrainische Medien berichteten über eine Serie von Explosionen, besonders den östlichen Vorort Browary habe es schwer getroffen. Erst in der Nacht zu Mittwoch waren an einer Bahnstation in Browary acht Menschen durch russischen Raketenbeschuss getötet worden. (dpa)

07:04 Uhr

Samstag, 8. August

US-Senat billigt Gesetz zu neuen Russland-Sanktionen

Während Russland mit immer weiteren Angriffswellen die Schutzlosigkeit der ukrainischen Luftabwehr offenlegt, schürt ein Gesetzesvorstoss des US-Parlaments neue Hoffnungen in Kiew. Der US-Senat stimmte nach langem Tauziehen für ein Sanktionsgesetz, das Moskau wegen seines zerstörerischen Angriffskriegs stärker unter Druck setzen soll. Ob das Repräsentantenhaus als zweite Parlamentskammer zustimmen wird, ist allerdings ungewiss.

In Washington votierten die Senatorinnen und Senatoren mit einer deutlichen Mehrheit von 86 zu 11 Stimmen für das massgeblich vom unlängst gestorbenen US-Senator Lindsey Graham vorangetriebene Gesetz. Neben direkten Sanktionen gegen russische Politiker und Firmen soll es die russischen Öl- und Gas-Exporte als wichtigste Finanzierungsquelle des Angriffskriegs gegen die Ukraine noch stärker eindämmen. (dpa)

12:47 Uhr

Freitag, 7. August

Russland und Ukraine melden nächtliche Drohnenangriffe

Russland und die Ukraine haben in der Nacht gegenseitige Drohnenangriffe gemeldet. Die russische Luftabwehr fing bis Freitagmorgen nach Angaben des Verteidigungsministeriums 203 ukrainische Drohnen ab.

Die ukrainische Luftwaffe meldete Angriffe von 147 russischen Langstreckendrohnen. In der nordukrainischen Region Sumy schlug nach Behördenangaben eine russische Drohne auf einem belebten Markt ein. Zehn Menschen wurden demnach verletzt.

Russland setzte zudem Gleitbomben und mehrere Drohnentypen gegen die Regionalhauptstadt Sumy ein, wie der Leiter der Regionalverwaltung, Oleh Hryhorow, mitteilte. Dabei seien Wohngebäude sowie Verkehrs- und Infrastruktureinrichtungen getroffen worden. Zwei Menschen wurden nach seinen Angaben verletzt. (dpa)

14:23 Uhr

Donnerstag, 6. August

Litauen: Russland erwägt mögliche Provokationen im Baltikum

Litauens Militärgeheimdienst liegen nach Regierungsangaben Informationen vor, wonach Russland Angriffe auf kritische Infrastruktur in den baltischen Staaten unter Einsatz ukrainischer Drohnen erwägen könnte. Verteidigungsminister Robertas Kaunas bestätigte in Vilnius einen entsprechenden Medienbericht. «Wir haben Informationen, dass Russland unkonventionelle kinetische Angriffe gegen kritische Infrastrukturen im Baltikum erwägt. Es ist wahrscheinlich, dass Russland zu diesem Zweck ukrainische Drohnen einsetzen könnte», sagte er dem Onlineportal «15min.lt». Nähere Angaben zu bestimmten Objekten oder möglichen Zeitpunkten machte Kaunas nicht.

Dem Bericht zufolge könnte Russland abgefangene ukrainische Drohnen einsetzen, um die Herkunft eines möglichen Angriffs auf Nato-Gebiet zu verschleiern und diesen zu bestreiten. «Wir sprechen hier von einer möglichen «False-Flag»-Operation, bei der eine gefälschte ukrainische Drohne eingesetzt wird. Dies ist wohl das realistischste Szenario, das derzeit geprüft wird», sagte Kaunas später ergänzend vor Journalisten. (dpa)

12:08 Uhr

Donnerstag, 6. August

Ukraine greift weitere Ölanlagen im russischen Hinterland an

Die Ukraine hat weitere Ölanlagen tief im Inneren Russlands angegriffen. Dabei sei unter anderem eine Raffinerie in Baschkortostan, mehr als 1300 Kilometer jenseits der Front in der Ostukraine, getroffen worden sowie eine Raffinerie in der Region Jaroslawl, fast 700 Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernt, teilte Präsident Wolodimir Selenski am Donnerstag auf der Plattform X mit.

Ausserdem griffen ukrainische Streitkräfte laut Selenski zwei russische Militärpatrouillenboote im Schwarzen Meer an sowie Schiffe der sogenannten «Schattenflotte» Moskaus, die Russland einsetzt, um westliche Beschränkungen seiner Ölexporte zu umgehen. Er machte keine Angaben zu den Schiffen oder zum Ausmass der Schäden.

Das russische Verteidigungsministerium teilte am Donnerstag mit, dass seine Luftabwehr in der vergangenen Nacht 605 ukrainische Drohnen über mehreren russischen Regionen sowie über der illegal annektierten Krim und dem Schwarzen und Asowschen Meer abgeschossen habe. (dpa)

18:13 Uhr

Mittwoch, 5. August

Kramatorsk: Ukraine evakuiert mehr als 500 Minderjährige

Wegen wachsender Gefahr durch russische Angriffe werden 525 Kinder und Jugendliche in und um die Stadt Kramatorsk in der Ostukraine nahe der Frontlinie zwangsweise evakuiert. «Die Sicherheitslage verschlechtert sich, daher ist es inakzeptabel, Kinder der ständigen Gefahr russischer Angriffe auszusetzen», teilte der Militärgouverneur der Region Donezk, Wadym Filaschkin, mit. Es sei eine schwierige, aber notwendige Entscheidung.

Es geht demnach um 59 Minderjährige aus der Ortschaft Krasnotorka, 140 aus der Ortschaft Bilenke und 326 aus Kramatorsk. Die Kinder stammen demnach aus 424 Familien.

Der Ballungsraum um Slowjansk und Kramatorsk ist der letzte grosse Festungsgürtel, den die ukrainischen Truppen in der Region Donezk unter ihrer Kontrolle halten. Russland, das seit mehr als vier Jahren Krieg in der Ukraine führt, fordert für die Aufnahme von Friedensverhandlungen den vollständigen Rückzug ukrainischer Truppen aus dem Gebiet Donezk. Kramatorsk ist weniger als 15 Kilometer von der Frontlinie entfernt. (dpa)

14:14 Uhr

Mittwoch, 5. August

Tote in der Ukraine – Kiew schutzlos gegen russische Raketen

Ein schwerer russischer Luftangriff hat in Kiew und Umgebung mindestens 17 Menschen getötet und 44 verletzt. Nach ukrainischen Angaben feuerte Russland 28 ballistische Raketen ab, von denen keine abgefangen werden konnte. Präsident Wolodimir Selenski machte den Mangel an Flugabwehrmunition verantwortlich und forderte schnellere Waffenlieferungen.

Russland erklärte, Logistik- und Militärstandorte angegriffen zu haben. Besonders betroffen waren Lagerhäuser in Kiew und Browary. Dort starben acht Menschen an einem Bahnhof, weitere sechs in Verteilzentren einer Supermarktkette.

Die Ukraine verfügt zwar über Patriot-Systeme, doch fehlt es an Abfangraketen. Gleichzeitig konnte die Luftwaffe 98 von 115 russischen Drohnen abschiessen.

Die Ukraine griff ihrerseits mit Drohnen Ziele in Russland an, darunter eine Raffinerie und ein Logistikzentrum des Online-Händlers Wildberries. Zudem ordnete Kremlchef Wladimir Putin eine Umstrukturierung der russischen Armee an. (dpa)

13:39 Uhr

Mittwoch, 5. August

Putin ernennt neue Kommandeure für den Ukraine-Krieg

Russland ordnet seine Streitkräfte nach den Erfahrungen aus dem Ukraine-Krieg neu. Präsident Wladimir Putin bündelt Logistik- und Unterstützungseinheiten unter einer Führung und ernannte Waleri Solodschuk zum Chef der rückwärtigen Dienste.

Zugleich besetzte Putin mehrere Schlüsselposten neu: Andrej Iwanajew übernimmt die Armeegruppe «Zentrum» im Gebiet Donezk, Pjotr Bolgarjew führt die Gruppierung «Wostok», und Denis Ljamin leitet die Drohnenstreitkräfte.

Mit der Neuaufstellung reagiert Moskau auch auf ukrainische Angriffe auf Logistikzentren und Infrastruktur im russischen Hinterland, die den Nachschub für die Front erschweren. (dpa)

10:33 Uhr

Dienstag, 4. August

Sewastopol: Russischer Soldat erschiesst mehrere Menschen

Auf der von Russland annektierten ukrainischen Halbinsel Krim hat ein russischer Soldat nach Behördenangaben mindestens vier Menschen erschossen. Er habe zuerst das Feuer auf Kameraden eröffnet und dabei einen Militärangehörigen getötet, teilte der von Moskau eingesetzte Gouverneur der Stadt Sewastopol, Michail Raswoschajew, bei Telegram mit. Anschliessend habe der Soldat im Nachbardorf Chmelnizkoje drei Zivilisten umgebracht und drei weitere verletzt. Der mutmassliche Täter sei festgenommen worden. Zum Motiv der Tat wurde vorerst nichts bekanntgegeben.

Die Schwarzmeer-Halbinsel wurde von Russland bereits 2014 besetzt und für russisch erklärt. Die bereits vorher vorhandene Moskauer Militärpräsenz wurde dabei noch weiter ausgebaut. Im Februar 2022 startete der Kreml zudem einen bis heute andauernden Angriff auf die Ukraine und erhebt Anspruch auf weitere Regionen im Süden und Osten des Nachbarlandes. (dpa)

10:31 Uhr

Dienstag, 4. August

Ukraine nimmt erneut russischen Versandhändler ins Visier

Die Ukraine hat erneut an mehreren Stellen den grössten russischen Online-Versandhändler Wildberries angegriffen. Nach einer Attacke auf ein Lagerhaus in der Siedlung Krasny Bor im Gebiet Leningrad um die Metropole St. Petersburg brach nach Angaben von Gouverneur Alexander Drosdenko ein Feuer aus. Das Unternehmen bestätigte einen Brand an einem Logistikzentrum in Krasny Bor. Die Mitarbeiter seien rechtzeitig in Sicherheit gebracht worden, Verletzte gebe es nicht. Im Moskauer Gebiet kamen nach Angaben von Gouverneur Andrej Worobjow fünf Menschen bei einem ukrainischen Drohnenangriff ums Leben. Zehn Personen seien verletzt worden, sechs von ihnen wurden demnach in Krankenhäuser gebracht.

Bei der Stadt Tschechow brachen Feuer in einem Industriegebiet aus, wie er mitteilte. Den grössten Brand gab es demnach bei einem Lagerhaus, das auch von Wildberries genutzt werde. In sozialen Medien kursierten nicht überprüfbare Fotos, die Rauch über einem Lagerhaus und evakuierte Mitarbeiter zeigen sollen. In der nordwestlich von Moskau gelegenen Region Twer sprachen Behörden ebenfalls von Schäden an einem Wildberries-Lager. Herabstürzende Drohnentrümmer hätten eine Wand der Lagerhalle im Dorf Emmaus beschädigt, hiess es. Mitarbeiter seien nicht verletzt worden. (dpa)

20:36 Uhr

Montag, 3. August

Selenski entlässt Botschafterin in Washington

Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski hat die Botschafterin in den USA, Olha Stefanischyna, von ihrem Amt entbunden. Das Präsidialamt in Kiew veröffentlichte den Erlass mit der Veränderung auf dem für die Ukraine überragend wichtigen Posten in Washington. Die frühere Vizeministerpräsidentin Stefanischyna schrieb auf Facebook, sie habe selbst um ihre Entlassung gebeten.

Olha Stefanischyna wurde von ihrem Amt entbunden.
Bild: Archivbild: Thierry Monasse

Mit Berichten über eine mögliche Ablösung der Botschafterin hatte in Kiew Mitte Juli Selenskyjs jüngste Regierungsumbildung begonnen. Nachfolgerin hätte demnach die abgelöste Ministerpräsidentin Julia Swyrydenko werden sollen, die den Posten aber Medienberichten zufolge abgelehnt hat. Derzeit ist über eine Nachfolgeregelung nichts bekannt. (dpa)

14:36 Uhr

Montag, 3. August

Moskauer Oppositionspolitiker Nadeschdin flieht nach Paris

Der russische Oppositionspolitiker Boris Nadeschdin hat Russland verlassen und sich aus Paris gemeldet. In einem Video vor dem Eiffelturm erklärte er, er sei «am Leben und in Freiheit». Über seine weiteren Pläne wolle er später informieren.

Der russische Oppositionspolitiker Boris Nadeschdin hat Russland verlassen und sich nach eigenen Angaben nach Paris ins Exil begeben.
Bild: AP

Der Kreml-Kritiker hatte nach einer vorübergehenden Festnahme im Juli angekündigt, aus Sicherheitsgründen auf eine Kandidatur bei der Parlamentswahl im September zu verzichten. Gegen ihn wird wegen der Verbreitung eines Videos mit Alexej Nawalny ermittelt. Nadeschdin weist die Vorwürfe zurück.

Im Juli stufte ihn das russische Justizministerium zudem als «ausländischen Agenten» ein. Bereits 2024 war ihm trotz grosser Unterstützung die Teilnahme an der Präsidentenwahl verweigert worden. (dpa)

14:25 Uhr

Montag, 3. August

Anschlag: Russische Botschaft in Italien macht Kiew Vorwürfe

Nach dem tödlichen Sprengstoffanschlag in einem Moskauer Restaurant erhebt die russische Botschaft in Italien schwere Vorwürfe gegen die Ukraine. In einer Mitteilung bezeichnete sie den Anschlag als Werk der «Terrorbande Selenskyjs» und warf Kiew vor, gezielt Italiener einschüchtern zu wollen, die in Russland arbeiten. Offizielle Beweise legte sie nicht vor.

Die Botschaft sprach von fünf Toten und 19 Verletzten. Zuvor hatten russische Behörden von drei Todesopfern und 21 Verletzten berichtet. Zu den Hintergründen äusserten sie sich bislang nicht.

Russische Medien berichten, Ziel des Anschlags könnten Gäste einer privaten Feier gewesen sein. Militärblogger vermuten, dass der russische General Alexander Tschajko dort seinen 55. Geburtstag gefeiert habe. Eine offizielle Bestätigung dafür gibt es nicht.

Seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine sind mehrfach ranghohe russische Militärs und Funktionäre Ziel von Anschlägen geworden. Einige Attentate wurden vom ukrainischen Geheimdienst für sich reklamiert. (dpa)

13:22 Uhr

Montag, 3. August

Russland überzieht Saporischschja mit Gleitbombenangriff – eine Tote

Russische Flugzeuge haben die ukrainische Grossstadt Saporischschja mit Gleitbomben attackiert. Regionalgouverneur Iwan Fedorow teilte am Montag mit, binnen 90 Minuten seien acht Sprengkörper in Wohngebieten eingeschlagen. Eine 71-Jährige sei getötet worden. Weitere 31 Menschen hätten Verletzungen erlitten, unter ihnen eine 16-Jährige. Gleitbomben sind mit Leitsystemen nachgerüstete Bomben aus der Sowjetzeit. Sie enthalten bis zu drei Tonnen Sprengstoff und reissen bei der Explosion riesige Krater. Die Ukraine verfügt über keine wirkungsvollen Abwehrmittel. Ausserdem griff Russland in der Nacht mit ballistischen Raketen und 181 Langstreckendrohnen an, wie die ukrainische Luftwaffe bekanntgab. (dpa)

12:20 Uhr

Montag, 3. August

Tote und viele Verletzte nach ukrainischen Gegenangriffen

In der Schwarzmeerregion sind infolge ukrainischer Gegenangriffe im russischen Angriffskrieg mindestens sechs Menschen ums Leben gekommen. Drei Personen wurden dem Gouverneur des russischen Gebiets Krasnodar, Wenjamin Kondratjew, zufolge in dem kleinen Badeort Archipo-Ossipowka getötet. Weitere 13 Menschen seien verletzt worden, darunter auch Minderjährige. Dort seien Drohnentrümmer herabgestürzt. Auf der von Russland annektierten Schwarzmeer-Halbinsel Krim wurden nach Angaben des von Moskau eingesetzten Statthalters Sergej Aksjonow ebenfalls drei Menschen bei einem ukrainischen Angriff getötet. Zwei weitere seien verletzt worden.

Das Verteidigungsministerium in Moskau teilte am Morgen mit, 131 ukrainische Drohnen über russischen Regionen und der annektierten Krim abgewehrt zu haben. Die Angaben sind nicht unabhängig überprüfbar, lassen aber Rückschlüsse auf die Intensität der ukrainischen Gegenangriffe zu. (dpa)

09:55 Uhr

Montag, 3. August

Weiteres Wildberries-Lager brennt nach Kiewer Drohnenangriff

Bei einem neuen ukrainischen Drohnenangriff auf den grössten russischen Versandhändler ist ein Logistikzentrum im Gebiet Wladimir in Brand geraten. Die Mitarbeiter seien in Sicherheit gebracht worden, teilte das Unternehmen mit. Gouverneur Alexander Awdejew sprach von zwei Verletzten. Die Ukraine greift seit Mitte Juli die Wildberries-Anlagen an und wirft dem Versandhändler vor, auch Bedarf für den russischen Angriffskrieg zu liefern. Russische Behörden dagegen sprechen von Terroranschlägen gegen zivile Infrastruktur. Der Angriff im Gebiet Wladimir - rund 190 Kilometer östlich von Moskau - war der mittlerweile 18., wie russische Medien berichteten. Nach Schätzungen von Wirtschaftsanalysten hat Wildberries durch die seit Wochen andauernden Angriffe bisher etwa 20 Prozent seiner Lagerkapazitäten verloren. Der Schaden wird auf 280 Milliarden Rubel (etwa 3 Milliarden Euro) geschätzt. (dpa)

09:03 Uhr

Sonntag, 2. August

Kiews Gegenangriffe: Brände und Tote in Russland

In Russland sind infolge ukrainischer Drohnenangriffe zwei Menschen getötet worden. Zivile Infrastruktur in Saratow und Engels sei beschädigt worden, schrieb der Gouverneur der Region Saratow, Roman Bussargin, bei Telegram, ohne Details zu nennen. In Engels sei ein mehrstöckiges Wohnhaus beschädigt worden und zwei Menschen seien ums Leben gekommen.

In sozialen Medien kursierten nicht überprüfbare Fotos und Videos, die Feuer auf dem Gelände der Raffinerie in Saratow zeigen sollen. Sie war in der Vergangenheit schon oft Ziel ukrainischer Gegenangriffe. In Engels ist einer der grössten Luftwaffenstützpunkte in ganz Russland. Von dort steigen immer wieder strategische Bomber auf, um Städte in der Ukraine mit Raketen zu beschiessen. Auch Engels war daher schon mehrfach Ziel ukrainischer Gegenangriffe.

Wieder Drohnenangriff auf Online-Versandhändler

Erneut attackierten ukrainische Drohnen ausserdem ein Logistikobjekt des grössten russischen Online-Versandhändlers Wildberries, diesmal in der Region Samara, wie das Unternehmen mitteilte. In der Folge sei ein Feuer ausgebrochen. Verletzte gebe es nicht.

Russland wehrte in der Nacht dem Verteidigungsministerium in Moskau zufolge 635 ukrainische Drohnen über russischem Gebiet und der annektierten Halbinsel Krim ab. Die Zahlen lassen sich nicht unabhängig überprüfen, lassen aber Rückschlüsse auf die Intensität der Angriffe zu.

Die Ukraine verteidigt sich mit westlicher Hilfe seit mehr als vier Jahren gegen eine russische Invasion. Als Teil ihres Abwehrkampfes nimmt sie auch Ziele im russischen Hinterland ins Visier. Ihre Gegenangriffe vor allem mit Drohnen hat sie zuletzt ausgeweitet. (dpa)

06:04 Uhr

Sonntag, 2. August

Selenski ruft erneut nach Patriot-Raketen

Nach den jüngsten russischen Raketenangriffen auf Kiew bittet der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski erneut um dringende Lieferung von Patriot-Flugabwehrraketen. «Wir brauchen Antworten auf diesen russischen Terror, echte Antworten von der Welt», sagte Selenski in seiner abendlichen Videoansprache. Die einzig gerechte Antwort wäre ihm zufolge die Unterstützung für Kiew bei der Abwehr russischer Raketenangriffe.

«Raketen für die «Patriots» gibt es weltweit, und es ist wichtig, dass unsere Partner diese politische Entscheidung treffen - die Entscheidung, die notwendigen Lieferungen zu übermitteln», sagte Selenski weiter. Die USA und auch Europa wüssten, was die Ukraine dringend benötige. «Raketen zur Abwehr ballistischer Raketen sollen Menschen schützen und nicht in Lagern liegen bleiben», so der Präsident. Jeder weitere Tag ohne diese Hilfe sei eine Gelegenheit für Russland, Menschen in der Ukraine zu töten.

Russland hat laut Selenski in der Nacht zum Samstag mit 35 Raketen und Marschflugkörpern, darunter 27 ballistische Raketen, sowie 185 Drohnen angegriffen. Nur eine einzige ballistische Rakete sei abgefangen worden, einfach weil es keine Raketen für Patriot-Systeme gebe, schrieb er in sozialen Medien. Patriot-Raketen gelten als wirksamste Abwehr gegen ballistische Raketen. (dpa)

18:50 Uhr

Samstag, 1. August

Tote und Verletzte bei russischen Luftangriffen

Bei einem russischen Luftangriff auf die südukrainische Region Cherson sind mindestens eine Bewohnerin sowie sieben weitere Personen verletzt worden. Das teilte der Leiter der regionalen Militärverwaltung, Olexander Prokudin, auf Telegram mit. Bei dem Angriff, der auch von Artillerie begleitet worden sei, wurden nach Angaben der Behörden mehrere Gebäude und Fahrzeuge beschädigt. Die frontnahe Region Cherson ist immer wieder Ziel russischer Angriffe.

In Nikopol in der Region Dnipro wurden bei einem Drohnenangriff auf einen Minibus sieben Insassen verletzt. «Ein gezielter und zynischer Angriff auf Zivilisten», kommentierte der regionale Militärverwalter Olexander Ganscha auf Telegram. (dpa)

06:27 Uhr

Samstag, 1. August

Erneut heftige russische Angriffe auf Kiew – neun Tote

Erneut hat Russland die ukrainische Hauptstadt Kiew in der Nacht mit ballistischen Raketen angegriffen und dabei viele Menschen getötet und verletzt. Medienberichten zufolge wurden mindestens 9 Menschen getötet, 23 weitere verletzt, unter ihnen zwei Teenager. Der Bürgermeister der Millionenstadt, Vitali Klitschko, berichtete auf der Plattform Telegram, in mehreren Bezirken seien Wohnhäuser und Gewerbegebäude beschädigt worden sowie Autos in Brand geraten.

Ein fünfstöckiges Wohnhaus sei durch herabstürzende Raketentrümmer beschädigt worden, in ihm seien Menschen eingeschlossen, schrieb Klitschko.
Zuvor hatte er von Explosionen in der Stadt berichtet und mitgeteilt, Kiew werde mit ballistischen Raketen angegriffen. Die Menschen sollten in Schutzräumen bleiben. Erneut verbrachten viele Bewohner die Nacht in U-Bahnstationen oder im Freien. Das genaue Ausmass der Schäden war zunächst noch unklar.

Grossangelegter Angriff bereits am Donnerstag

Bereits am Donnerstag standen Kiew und andere ukrainische Städte bei einem grossangelegten Angriff im Visier Russlands. Landesweit kamen dabei ukrainischen Angaben zufolge mindestens zehn Menschen ums Leben, Dutzende wurden verletzt. Auch die Stadt Lwiw (früher Lemberg) im Westen des Landes nahe der polnischen Grenze beklagte schwere Schäden.

Ein Flugobjekt war dabei auch in den Luftraum des Nato-Staats Polen eingedrungen und abgestürzt. Nach Angaben der polnischen Regierung handelte es sich um einen russischen Marschflugkörper. (dpa)

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