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Ukraine-Newsblog

EU-Sanktionen wegen Deportation ukrainischer Kinder ++ Putin erneuert Gesprächsangebot - aber in Moskau

Seit Ende Februar 2022 führt Russland einen Angriffskrieg gegen die Ukraine. Alle Neuigkeiten und Reaktionen dazu erfahren Sie in unserem Newsblog.

17:11 Uhr

Montag, 11. Mai

Selenski: Militärprojekte mit Deutschland «nur der Anfang»

Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski setzt auf weitere Gemeinschaftsprojekte mit Deutschland bei der Rüstungsproduktion. Derzeit gebe es sechs Projekte, «aber das ist nur der Anfang», sagte Selenski in Kiew bei einem Treffen mit dem deutschen Verteidigungsminister Boris Pistorius.

Er dankte Deutschland auch für weitere Hilfe bei der Luftverteidigung der Ukraine gegen russische Angriffe, sagte aber, er wolle dazu keine Details nennen. «Lasst das für die Russen eine Überraschung sein», so Selenski.

Pistorius betonte ebenfalls die Bedeutung der Zusammenarbeit mit der Ukraine, mit der jüngst eine strategische Partnerschaft sowie eine vertiefte Zusammenarbeit bei Militär und Rüstung vereinbart worden war. Er sagte an Selenski gerichtet über die Ukraine: «Sie sind nicht länger nur ein Konsument von Sicherheit, sondern sie stellen Sicherheit bereit.» Das Land wehrt sich seit gut vier Jahren gegen eine russische Invasion.

Vor dem Treffen mit Selenski hatte Pistorius am Stadtrand von Kiew eine Stellung der ukrainischen Drohnenbekämpfung besucht. Dabei wurden ihm Abfangdrohnen und deren Einsatz gegen russische Angriffe erklärt. (dpa)

14:31 Uhr

Montag, 11. Mai

EU verhängt Sanktionen wegen Deportation ukrainischer Kinder

Die Aussenminister der EU-Staaten haben weitere Sanktionen gegen Verantwortliche für Russlands Programm zur Deportation und Zwangsadoption ukrainischer Kinder beschlossen. Betroffen sind 16 Personen und 7 Einrichtungen und Organisationen, wie die Vertretung der Mitgliedstaaten mitteilte. Die Sanktionsbeschlüsse haben unter anderem zur Folge, dass in der EU Vermögenswerte eingefroren werden müssen. Für Personen gilt zusätzlich ein EU-Einreiseverbot und Durchreiseverbot.

Sanktioniert wurden unter anderem die Leiterin eines Lagers, in dem ukrainische Minderjährige untergebracht sind und Einrichtungen, die für die ideologische Indoktrination, «Russifizierung» und militarisierte Erziehung von Kindern zuständig sind.

Mit den neuen Sanktionen will die EU das klare Zeichen setzen, dass sie entschlossen ist, Russland für seine grausamen Taten zur Rechenschaft zu ziehen. Seit Beginn der grossangelegten Invasion Russlands in die Ukraine im Jahr 2022 wurden nach Angaben der EU-Kommission schätzungsweise 20.000 ukrainische Kinder nach Russland oder in besetzte Gebiete verschleppt. Viele mussten Identität und Staatsbürgerschaft wechseln und wurden zur Adoption freigegeben. Trotz internationaler Bemühungen konnten nach Angaben ukrainischer Behörden bislang nur etwa 2.100 Kinder zurückgebracht werden. (dpa)

21:15 Uhr

Samstag, 9. Mai

Putin erneuert Gesprächsangebot - aber in Moskau

Kremlchef Wladimir Putin ist bereit zu direkten Gesprächen mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodimir Selenski, aber nur in der russischen Hauptstadt. «Wer sich mit mir treffen will, muss nach Moskau kommen», sagte Putin bei einer ausserordentlichen Pressekonferenz nach der Siegesparade zum Ende des Zweiten Weltkriegs in Moskau.

Es sei keine direkte Einladung an Selenski, doch würde er sich auch mit ihm treffen. «Wir können uns auch an einem anderen Ort als Moskau treffen, aber nur wenn zuvor eine langfristige Friedensvereinbarung getroffen wurde», sagte Putin. Selenski schliesst eine Reise nach Moskau aus.

Berichte über eine Botschaft Selenskyjs, die der slowakische Regierungschef Robert Fico überbracht haben wollte, tat Putin als unwahr ab. «Es gab keine persönliche Botschaft.» Fico habe von Selenskis Gesprächsbereitschaft berichtet. «Aber das hören wir nicht zum ersten Mal.»

Putin kann sich seinen Freund Schröder als Vermittler vorstellen

Putin betonte, dass eine friedliche Lösung des Konflikts Sache der Ukraine und Russlands sei. «Aber wenn jemand helfen möchte, sind wir dafür dankbar.» Obwohl sich die USA bisher um Vermittlung bemüht hatten, könne er sich von europäischer Seite Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder als Vermittler vorstellen. «Von allen europäischen Politikern würde ich Gespräche mit Schröder bevorzugen.» Schröder und Putin gelten als enge Freunde.

Der Kremlchef warf Europa vor, den Konflikt in der Ukraine verschärfen zu wollen. Allerdings wisse Europa, «dass dieses Spiel teuer werden könnte». Die Ukraine werde von Europa weiterhin massiv unterstützt, vor allem mit Technik und Technologie. (dpa)

18:52 Uhr

Samstag, 9. Mai

Feuerwehr kämpft weiter gegen Brand in Tschernobyl-Sperrzone

Hunderte Feuerwehrleute kämpfen weiter gegen einen Waldbrand in der radioaktiv belasteten Sperrzone um das ehemalige Atomkraftwerk Tschernobyl in der Ukraine an. Das nach ukrainischen Angaben durch zwei russische Drohnen am Donnerstag ausgelöste Feuer hat inzwischen mehr als 1200 Hektar erfasst, wie die Behörden mitteilten. Insgesamt waren 374 Personen an den Löscharbeiten beteiligt.

«Die Lage ist vollständig unter Kontrolle», versicherte der Zivilschutz. Die Agentur Ukrinform berichtete unterdessen, dass von dem Brand keine radioaktive Gefahr ausgehe.

Am 26. April 1986 war in der damaligen Sowjetrepublik Ukraine ein Test im AKW Tschernobyl ausser Kontrolle geraten, und es trat der grösste anzunehmende Unfall (GAU) ein. Radioaktive Wolken breiteten sich abgeschwächt bis nach Nord- und Westeuropa aus. (dpa)

18:05 Uhr

Samstag, 9. Mai

Polnische Polizei findet Militärdrohne an russischer Grenze

Auf einem Feld nahe der Grenze zur russischen Exklave Kaliningrad (Königsberg) haben die polnischen Behörden eine abgestürzte Drohne sichergestellt. Polizei und Militärpolizei hätten am Morgen den Hinweis erhalten, nahe der Stadt Bartoszyce sei ein unbekanntes Flugobjekt gefunden worden, teilte die Militärpolizei auf Facebook mit. «Erste Untersuchungen vor Ort deuten darauf hin, dass es sich wahrscheinlich um eine Militärdrohne handelt, die zu Überwachungszwecken eingesetzt wird, jedoch nicht kampffähig ist», hiess es in der Mitteilung. Die Militärpolizei habe Ermittlungen unter Aufsicht der Staatsanwaltschaft eingeleitet.

Nach Informationen des privaten Radiosenders RMF soll die Drohne eine Aufschrift mit kyrillischen Buchstaben getragen haben. Das könnte auf einen russischen oder auch ukrainischen Ursprung hindeuten. Nach von der Polizei zunächst ebenfalls noch nicht bestätigten Angaben soll die abgestürzte Drohne RMF zufolge mit mehreren Kameras ausgestattet sein.

Der öffentlich-rechtliche Fernsehsender TVP Info nannte später als genauere Fundstelle die Ortschaft Osieka, die nur rund 20 Kilometer von der russischen Grenze entfernt liegt. Ein vom Sender befragter Verteidigungsexperte vermutete, dass es sich um eine ungewollt abgestürzte Aufklärungsdrohne handle, jedenfalls nicht um einen versuchten militärischen Angriff. (dpa)

17:56 Uhr

Samstag, 9. Mai

Feuerpause in der Ukraine wird zur Truppenrotation genutzt

Sowohl die russischen als auch die ukrainischen Streitkräfte nutzen nach Angaben aus Kiew die aktuelle Feuerpause zum Heranführen von Verstärkungen sowie zur Rotation ihrer Truppen. Daneben würden auch neue Waffen und Munition an die Frontlinien herangebracht, sagte der ukrainische Armee-Pressesprecher Viktor Trehubow im Fernsehen. «Sie (die Russen) nehmen heute tatsächlich eine Pause und nutzen diese zum Heranfahren von Verstärkungen, zur Rotation sowie zur Wiederherstellung ihrer Offensivmöglichkeiten.» Ähnliches geschehe auch auf ukrainischer Seite.

Die Lage an den Fronten sei vorerst ruhig. «Im Moment ist alles normal», sagte Trehubow. Zwar gebe es noch einzelne Kämpfe, doch seien diese deutlich weniger intensiv. Es sei «eine Art Ruhetag» eingetreten. Vermutlich wollten die russischen Militärs während der Siegesparade zum Ende des Zweiten Weltkriegs in Moskau keine Zwischenfälle provozieren. (dpa)

16:25 Uhr

Samstag, 9. Mai

EU-Ratspräsident: Europa wird mit Russland reden müssen

EU-Ratspräsident António Costa hat am Europatag die grundsätzliche Offenheit der EU für Gespräche mit Russland bekräftigt. Man sei bereit, sich an Friedensverhandlungen zu beteiligen, um einen gerechten und dauerhaften Frieden in der Ukraine zu erreichen, sagte er in Brüssel. Im richtigen Moment werde man natürlich Gespräche mit Russland führen müssen, um gemeinsame Sicherheitsfragen zu besprechen. Zugleich machte Costa deutlich, dass es keine Alleingänge der EU geben soll. Man wolle die Friedensinitiative von US-Präsident Donald Trump nicht stören, betonte er.

Kurz vor dem Auftritt in Brüssel hatte Costa am Samstagvormittag mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymir Selenski telefoniert. In sozialen Netzwerken schrieb Costa zu dem Austausch: «Die Zukunft der Ukraine liegt in der Europäischen Union. Wir freuen uns darauf, die nächsten Schritte in ihrem Beitrittsprozess so bald wie möglich zu gehen.» (dpa)

14:04 Uhr

Samstag, 9. Mai

Russland wirft Ukraine Verstösse gegen Waffenruhe vor

Das russische Verteidigungsministerium hat der Ukraine Verstösse gegen die von US-Präsident Donald Trump vermittelte Waffenruhe vorgeworfen. Die ukrainischen Streitkräfte hätten ungeachtet der Vereinbarung mit Drohnen und Artillerie russische Positionen und auch zivile Objekte angegriffen, teilte das Ministerium der russischen Nachrichtenagentur Interfax zufolge mit. Betroffen gewesen seien unter anderem die Gebiete Kaluga, Tula, Smolensk, Kursk, Brjansk und Belgorod sowie im Süden die Teilrepublik Tschetschenien und die Regionen Stawropol und Krasnodar. Eine Bestätigung dafür von ukrainischer Seite gab es zunächst nicht.

Allerdings beklagte auch der ukrainische Generalstab nach Beginn der Waffenruhe Angriffe von russischer Seite vor allem in den umkämpften Regionen im Donbass. Die Rede war von 45 Attacken bis zum frühen Morgen. Auch das russische Verteidigungsministerium berichtete von Kämpfen; die Ukraine unternahm demnach zwölf Angriffe. Das Ministerium in Moskau betonte, dass die russische Seite auf Attacken der ukrainischen Drohnentruppen und Artillerie reagiert habe und ansonsten keine Drohnen, Raketen oder Artillerie einsetze. (dpa)

12:30 Uhr

Samstag, 9. Mai

Putin preist Ukraine-Krieg am Tag des Sieges

In einer Rede zum Tag des Sieges der Sowjetunion über Nazi-Deutschland hat der russische Präsident Wladimir Putin den Einsatz seiner Truppen in der Ukraine gepriesen. «Der Sieg war schon immer und wird auch künftig unser sein», erklärte Putin am Samstag auf dem Roten Platz in Moskau, wo er eine Militärparade mit Tausenden Soldaten abnahm. Die russischen Truppen stünden «einer aggressiven Macht gegenüber, die vom gesamten Nato-Bündnis bewaffnet und unterstützt wird», erklärte Putin. «Der Schlüssel zum Erfolg liegt in unserer moralischen Stärke, unserem Mut und unserer Tapferkeit, unserer Einigkeit sowie unserer Fähigkeit, alles zu ertragen und jede Herausforderung zu meistern.»

Der russische Präsident nutzte den Tag des Sieges, Russlands wichtigsten säkularen Feiertag, um die militärische Stärke des Landes zu demonstrieren und Unterstützung für sein militärisches Vorgehen in der Ukraine zu mobilisieren, das sich bereits seit mehr als vier Jahren hinzieht. In diesem Jahr wurden bei der Parade erstmals seit fast zwei Jahrzehnten keine Panzer, Raketen und andere schwere Waffen gezeigt. Ein traditioneller Überflug von Kampfflugzeugen fand jedoch statt. (dpa)

06:13 Uhr

samstag, 9. Mai

Putin feiert Militärparade im Schutz von Trumps Waffenruhe

Im Schutz einer von den USA vermittelten Waffenruhe kann Russlands Präsident Wladimir Putin heute die traditionelle Militärparade zum Tag des Sieges in Moskau abnehmen. Für die Feier in Russland, die an den Sieg der Sowjetunion über Nazi-Deutschland im Zweiten Weltkrieg erinnert, galt bereits seit Freitag eine von Moskau einseitig ausgerufene Waffenruhe. Trotzdem griff die russische Armee nach ukrainischer Darstellung weiter so oft an, dass der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski laut eigenen Worten zunächst keinen Anlass sah, die Waffen schweigen zu lassen. Eine jetzige neue Waffenruhe begann mit Tagesanbruch des Samstags um 0.00 Uhr Ortszeit in Moskau und Kiew (Freitag 23.00 Uhr MESZ). Russland erinnert immer am 9. Mai an die Bezwingung Hitler-Deutschlands im Zweiten Weltkrieg, allerdings dienen die pompösen Feiern auch der Selbstdarstellung und Festigung von Putins Führung.

In diesem Jahr findet die traditionelle Militärparade auf dem Roten Platz aber in gedrückter Stimmung statt. Der von Putin befohlene Angriffskrieg gegen die Ukraine steckt fest, die versprochenen Erfolge bleiben aus; es regt sich erste Kritik am Kremlchef. Die Vorführung von Panzern, Geschützen und Raketen bei der Parade wurde gestrichen. In Moskau ging die Furcht vor ukrainischen Drohnenattacken um. Russland drohte für diesen Fall mit Gegenangriffen auf das Zentrum von Kiew. Als provokante Spitze gegen den russischen Machtapparat unterschrieb Selenski eine - wie er es nannte - «Erlaubnis» für die Moskauer Parade. Er führte die genauen GPS-Koordinaten des Roten Platzes auf und wies seine Militärs an, dort nicht anzugreifen. (dpa)

20:58 Uhr

Freitag, 8. Mai

Trump kündigt dreitägige Waffenruhe zwischen Russland und Ukraine an

Russland und die Ukraine haben sich nach Angaben von US-Präsident Donald Trump auf eine dreitägige Waffenruhe und einen Gefangenenaustausch verständigt. Der russische Präsident Wladimir Putin und dessen ukrainischer Amtskollege Wolodimir Selenski hätten seiner Forderung nach einer Einstellung der Feindseligkeiten am 9., 10. und 11. Mai zugestimmt, schrieb Trump am Freitag auf seiner Plattform Truth Social.

Trump schrieb weiter, die Einigung umfasse den Austausch von jeweils 1000 Gefangenen pro Land. «Hoffentlich ist dies der Anfang vom Ende eines sehr langen, tödlichen und hart umkämpften Krieges.»

Trump fügte hinzu, dass die Gespräche über die Beendigung des Krieges weitergehen und «wir jeden Tag näher und näher kommen». (dpa)

15:45 Uhr

Freitag, 8. Mai

Waldbrand in Sperrzone um Tschernobyl

In der radioaktiv belasteten Sperrzone um das ehemalige Atomkraftwerk Tschernobyl in der Ukraine ist ein Waldbrand ausgebrochen. Das Feuer sei am Vortag durch zwei russische Drohnen ausgelöst worden, teilte die Zonenverwaltung mit. Die Brandfläche werde auf mehr als 1100 Hektar geschätzt.

Um das havarierte ehemalige Atomkraftwerk Tschernobyl erstreckt sich eine Sperrzone. Dort brennt es - ausgelöst durch russische Drohnen, wie ukrainische Behörden mitteilen.
Bild: AP

Trockenes Wetter, starker Wind und Minengefahr erschweren demnach die Löscharbeiten. Das ukrainische Innenministerium teilte mit, dass die Strahlenbelastung am Vormittag im Normbereich gelegen habe. (dpa)

08:59 Uhr

Freitag, 8. Mai

Selenski: Russland hält sich nicht an eigene Waffenruhe

Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski hat dem russischen Militär vorgeworfen, sich nicht an die von Moskau ausgerufene Feuerpause zu halten, und eigene Schläge gegen Ziele in Russland bestätigt. «Alles deutet darauf hin, dass es von der russischen Seite nicht mal zum Schein einen Versuch gab, das Feuer an den Fronten einzustellen», schrieb er bei Telegram. Seinen Angaben nach hat Russland bis in den Morgen mehr als 850 Drohnen eingesetzt, mehr als 140 Mal ukrainische Positionen beschossen und ein Dutzend Sturmversuche unternommen. Kiew werde spiegelbildlich antworten, fügte er hinzu.

In einem weiteren Beitrag bestätigte Selenski den Angriff ukrainischer Drohnen auf Jaroslawl. Dort, 700 Kilometer von der Grenze entfernt, sei eine Ölanlage getroffen worden, die für die Kriegsfinanzierung Russlands wichtig sei, schrieb er. Dazu stellte er ein Video, das die brennende Raffinerie zeigen soll. (dpa)

07:00 Uhr

Freitag, 8. Mai

«Waffenruhe» beginnt mit ukrainischen Attacken auf Russland

In der Nacht der von Moskau einseitig ausgerufenen Waffenruhe hat die Ukraine schwere Drohnen- und Raketenangriffe auf russisches Gebiet gestartet. Es gebe Zerstörungen durch Drohnentrümmer in mehreren Städten der Region Rostow, teilte der Gouverneur des südrussischen Gebiets, Juri Sljussar, bei Telegram mit. Seinen Angaben nach wurden in den Städten Rostow am Don, Taganrog und Bataisk sowie in einem Landkreis Einschläge registriert. Tote und Verletzte gebe es nicht, betonte er. In der Region gab es auch Raketenalarm.

Nach Angaben Sljussars wurden in Rostow mehrere private Wohnhäuser und ein Lkw beschädigt. In einem Verwaltungsgebäude sei ein Brand ausgebrochen. Ukrainische Telegram-Kanäle veröffentlichten derweil zahlreiche Videos aus der Stadt, die schwere Brände zeigen, die demnach bis in den Morgen anhielten. Bei einem der getroffenen Objekte soll es sich um einen Rüstungskonzern handeln. Unabhängig konnten diese Berichte zunächst nicht bestätigt werden.

Raffinerie im Visier

Aus der knapp 300 Kilometer nordöstlich von Moskau gelegenen Stadt Jaroslawl wurden ebenfalls Einschläge gemeldet. Nach Angaben des Internetportals «Astra» war einmal mehr die dortige Raffinerie im Fokus der Attacken. Auf im Internet verbreiteten Videos und Bildern sind schwere Brände zu sehen. Gouverneur Michail Jewrajew bestätigte zwar den Beschuss, machte aber keine Angaben zu Schäden.

In zahlreichen russischen Regionen herrschte in der Nacht Luftalarm. Angegriffen wurde dabei laut offiziellen Angaben auch Moskau. Bürgermeister Sergej Sobjanin meldete den Abschuss von 25 Drohnen, die Richtung Hauptstadt geflogen seien. Über Folgen der Attacke wurde zunächst nichts bekannt.

In der Nacht zum Freitag begann hatte eine einseitig von Moskau ausgerufene Waffenruhe begonnen, die zu den Feierlichkeiten rund um den Tag des Sieges am 9. Mai halten und speziell die Militärparade in Moskau schützen soll. Eine zuvor von Kiew verkündete und bereits ab dem 6. Mai geltende Waffenruhe hatte Russland ignoriert. Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski kündigte daraufhin «spiegelbildliche» Aktionen an. (dpa)

06:12 Uhr

Freitag, 8. Mai

Zeit von Moskauer Waffenruhe läuft

Kurz vor dem traditionellen Tag des Sieges in Russland läuft die Zeit der einseitig von Moskau im Ukraine-Krieg ausgerufenen Waffenruhe. Das russische Verteidigungsministerium hatte die Feuerpause zuvor bekräftigt. Sie gelte von Freitag 0.00 Uhr Ortszeit (Donnerstag 23.00 Uhr MESZ) bis zum 10. Mai, teilte das Ministerium mit.

Es war nicht sofort klar, ob die Kampfhandlungen tatsächlich eingestellt werden. Um Mitternacht Ortszeit herrschte in den meisten Teilen der Ukraine kein Luftalarm. In Russland meldete die staatliche Nachrichtenagentur Tass kurz nach Mitternacht vorübergehende Einschränkungen aus Sicherheitsgründen am Moskauer Flughafen Wnukowo. Sie berief sich dabei auf die russische Luftfahrtbehörde Rosawiazija.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte in seiner Videobotschaft am Abend mit Blick auf die Siegesparade in Moskau Vertreter Russland nahestehender Staaten davor gewarnt, in die russische Hauptstadt zu kommen. Kiew habe entsprechende Anfragen bekommen. Selenskyj sprach von einem seltsamen Wunsch zu dieser Zeit. «Wir raten davon ab.»

Angespannte Lage in Moskau

Russland feiert traditionell am 9. Mai mit einer Militärparade auf dem Roten Platz in Moskau den Sieg der Sowjetunion über Nazi-Deutschland. Davor ist die Lage in Moskau besonders wegen ukrainischer Drohnenangriffe angespannt. Der Kreml lud kurzfristig ausländische Journalisten von der traditionellen Militärparade auf dem Roten Platz aus. Kiew hat in den vergangenen Monaten seine Gegenangriffe auf das russische Hinterland ausgeweitet. Die Folgen werden immer sichtbarer. Anfang der Woche schlug eine Drohne in ein Wohnhochhaus nur etwa sechs Kilometer vom Roten Platz entfernt ein.

Die Ukraine hatte in einer Reaktion auf die von Moskau zuerst Anfang der Woche angekündigte Feuerpause für Freitag und Samstag in einem überraschenden Vorstoss einseitig eine Waffenruhe schon ab Mittwoch festgesetzt. Kiew gab diese allerdings nach einem Tag wieder auf und reagierte auf fortdauernde russische Attacken mit einem ihrer bisher grössten Drohnenangriffe. (dpa)

17:26 Uhr

Donnerstag, 7. Mai

Ukraine beschiesst russischen Raketenkreuzer

Das ukrainische Militär hat nach eigenen Angaben ein russisches Raketenschiff im Kaspischen Meer beschossen. Getroffen worden sei eine Korvette der Karakurt-Klasse, die auch Marschflugkörper vom Typ Kalibr abschiessen könne, teilte der Generalstab in Kiew auf Facebook mit.

Das Ausmass der Beschädigungen sei noch unklar. Dazu stellte das Militär eine Wärmebildaufnahme des Schiffs, das wohl von der angreifenden Drohne stammt. Standort der Korvette war demnach die Grossstadt Kaspijsk in der russischen Teilrepublik Dagestan im Nordkaukasus. Unabhängig können die Angaben nicht überprüft werden. (dpa)

14:24 Uhr

Donnerstag, 7. Mai

Kreml reagiert nicht auf Selenskis Angebot einer Waffenruhe

Die vom ukrainischen Präsidenten Wolodimir Selenski annoncierte Waffenruhe ab dem 6. Mai hat der Kreml eigenen Angaben nach keine Beachtung geschenkt. «Es gab keine Reaktion der russischen Seite darauf», sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow auf die Frage, wie Moskau auf Kiews Ankündigung einer Feuerpause reagiert habe.

Zugleich sagte Peskow, dass Russland an dem eigenen Termin für eine Feuerpause festhalte. Diese soll demnach am 8. und 9. Mai gelten. Damit würde sie den Zeitraum zu den Feiern um den Jahrestag des sowjetischen Sieges im Zweiten Weltkrieg und insbesondere die in Moskau geplante Militärparade auf dem Roten Platz abdecken. (dpa)

11:10 Uhr

Donnerstag, 7. Mai

Russische Luftangriffe trotz Kiewer Waffenruhe

Die russische Armee greift die Ukraine nach Angaben des Kiewer Militärs weiter mit Kampfdrohnen an. Die ukrainische Luftwaffe warnte in den Vormittagsstunden vor feindlichen Drohnen über den Gebieten Odessa, Cherson und Mykolajiw im Süden sowie über Sumy im Norden. Ausserdem sei eine ballistische Rakete auf die Industriestadt Dnipro abgefeuert worden. Der dortige Militärgouverneur Olexander Hanscha berichtete auf Telegram von einem Brand und Schäden an einem Lebensmittelbetrieb.

Russland ignorierte damit weiterhin eine von der Ukraine einseitig ausgerufene Waffenruhe seit Mittwoch. Allerdings hat auch die ukrainische Armee in der Nacht auf Donnerstag Russland wieder mit einer grossen Zahl an Drohnen attackiert.

Ukrainische Luftwaffe zählte 102 russische Drohnen

In der Nacht auf Donnerstag ortete die ukrainische Luftwaffe 102 russische Drohnen, von denen 92 abgefangen worden seien. Einschläge habe es an sechs Stellen gegeben. Verletzte wurden unter anderem aus Charkiw und Cherson gemeldet.

Russland überzieht das Nachbarland Ukraine seit mehr als vier Jahren mit einem verheerenden Krieg. Das russische Verteidigungsministerium hat eine zweitägige Waffenruhe ab Tagesanbruch am Freitag angekündigt. Sie soll während der Feiern zum Andenken an den sowjetischen Sieg im Zweiten Weltkrieg einschliesslich der Militärparade auf dem Roten Platz in Moskau am Samstag gelten. (dpa)

08:54 Uhr

Donnerstag, 7. Mai

Moskau meldet ukrainische Angriffe - was ist mit Waffenruhe?

Zwei Tage vor dem Tag des Sieges hat Russland ausgedehnte ukrainische Drohnenangriffe gemeldet, was Zweifel an den von Kiew und Moskau einseitig erklärten Waffenruhen weckt. Über Nacht seien 347 feindliche Drohnen abgefangen worden, teilte das russische Verteidigungsministerium in Moskau mit. Diese Militärzahlen sind nicht unabhängig überprüfbar; es ist aber eine der höchsten je gemeldeten Zahlen. Betroffen waren demnach fast alle Regionen in West- und Zentralrussland.

Der Bürgermeister von Moskau, Sergej Sobjanin, berichtete auf Telegram von insgesamt elf Drohnen, die beim Anflug auf die Hauptstadtregion abgeschossen worden seien. Nach Angaben des Telegramkanals Baza wurden unter anderem aus der Stadt Rschew nordwestlich von Moskau Gebäudeschäden gemeldet. In Lettland stürzten unweit der russischen Grenze zwei nicht identifizierte Drohnen ab, was zeitlich mit den ukrainischen Angriffen zusammenfiel.

Erst ukrainische, dann russische Waffenruhe?

Die Ukraine hatte eine Waffenruhe mit Tagesanbruch am Mittwoch ausgerufen und sich weitgehend daran gehalten. Zumindest blieben russische Meldungen über Angriffe aus. Russland hingegen setzte Drohnen- und Raketenangriffe fort, was der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski in einer Videobotschaft vom Mittwochabend aus Kiew beklagte. Er kündigte an: «Wir werden entsprechend reagieren.»

Gleichzeitig schien Selenski der Waffenruhe eine zweite Chance zu geben. «Abhängig von der Lage heute Abend und morgen werden auch wir unsere völlig angemessene Antwort festlegen», sagte er. Russland habe ein klares Angebot bekommen und wisse, wie die Ukraine oder deren Partner für Detailfragen zu erreichen seien.

Mit Tagesanbruch am Freitag soll eine zweitägige Waffenruhe in Kraft treten, die Moskau einseitig angekündigt hat. Sie erstreckt sich über die Feiern zum Andenken an den sowjetischen Sieg im Zweiten Weltkrieg mit Militärparade auf dem Roten Platz am Samstag. «Russland hat sich so verkämpft, dass seine wichtigste Parade von uns abhängt. Das ist ein klares Signal: Es ist Zeit, aufzuhören», sagte Selenski. Moskau hat für den Fall von Störungen der Parade Angriffe auf das Zentrum von Kiew angedroht. Aussenamtssprecherin Maria Sacharowa rief ausländische Diplomaten aus, Kiew zu verlassen. (dpa)

06:41 Uhr

Donnerstag, 7. Mai

Drohnen nahe der russischen Grenze in Lettland abgestürzt

In Lettland sind mehrere Drohnen abgestürzt, die nach Militärangaben von Russland aus in den Luftraum des baltischen EU- und Nato-Landes eingeflogen waren. Den Angaben der Streitkräfte zufolge gingen in der Nacht zu Donnerstag zwei unbemannte Flugobjekte in der ostlettischen Region Latgale nieder. Einheiten des Militärs, der Polizei und Feuerwehr sind vor Ort. Berichte über Verletzte gab zunächst es nicht. Ob es sich um russische oder ukrainische Drohnen handelte, blieb zunächst unklar. Allerdings fielen die Vorfälle zeitlich mit ukrainischen Drohnenangriffen auf Ziele in Russland zusammen.

Nach Angaben der Einsatzkräfte ist es möglich, dass eine der Drohnen auf ein Öllager in der Stadt Rezekne stürzte. Grössere Schäden seien dort zunächst nicht zu erkennen gewesen, meldete das lettische Fernsehen unter Berufung auf die Feuerwehr.

Lettland grenzt im Osten an Russland und Belarus. Die Bewohner der grenznahen Regionen hatten in der Nacht Handy-Warnungen über eine mögliche Bedrohung des Luftraums erhalten. Nach Armeeangaben waren mehrere Drohnen nach Lettland eingeflogen.

Die Ukraine wehrt sich seit mehr als vier Jahren gegen die Invasion des Nachbarn Russland. Flugroboter sind im Laufe der Kampfhandlungen zu einem immer beliebteren Angriffsmittel beider Seiten geworden, weil sie relativ günstig und in grossen Massen eingesetzt werden können, um die Luftabwehr des Gegners zu überwältigen. Die häufig mit elektronischen Störmitteln bekämpften Fluggeräte stellen auch eine Gefahr für Nachbarländer dar. So waren bei ukrainischen Angriffen in jüngster Zeit wiederholt fehlgeleitete Drohnen in den Luftraum der baltischen Staaten geflogen und teils abgestürzt, nachdem sie Ziele im Nordwesten Russlands angegriffen hatten. (dpa)

23:05 Uhr

Mittwoch, 6. Mai

Selenski beklagt Verstösse, gibt Feuerpause zweite Chance

Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski wirft Russland zahlreiche Verstösse gegen die von Kiew vorgeschlagene Feuerpause vor. Moskau reagiere bisher nur mit neuen Angriffen. Die Ukraine wolle je nach Lage über eine «angemessene Antwort» entscheiden, halte aber weiterhin an ihrem Angebot für eine Waffenruhe fest.

Gleichzeitig lehnt Kiew die von Russland angekündigte kurze Feuerpause rund um den 9. Mai ab, falls sie nur Putins Militärparade dienen soll.

Ob eine Waffenruhe zustande kommt, bleibt unklar: Russland ignorierte bislang den ukrainischen Vorschlag eines früheren Beginns. Zugleich drohte Moskau mit Vergeltungsschlägen, sollte die Ukraine die Feierlichkeiten angreifen. (dpa)

16:44 Uhr

Mittwoch, 6. Mai

Ukraine bekommt beschlagnahmte Millionen aus Ungarn zurück

Die Ukraine hat nach Angaben von Präsident Wolodimir Selenski beschlagnahmtes Bargeld in Millionenhöhe von Ungarn zurückbekommen. Selenski sprach in sozialen Netzwerken von einem «wichtigen Schritt in den Beziehungen zu Ungarn».

Anfang März hatten ungarische Sicherheitskräfte einen routinemässigen Geldtransport zwischen Österreich und der Ukraine auf ihrem Gebiet gestoppt. 40 Millionen US-Dollar, 35 Millionen Euro in bar sowie 9 Kilogramm Gold wurden beschlagnahmt. Das Geld war für die ukrainische Oschadbank bestimmt.

Die ungarischen Behörden sprachen in diesem Fall von «Geldwäsche», legten aber zu keinem Zeitpunkt Belege vor, die diesen Verdacht erhärtet hätten. Sieben ukrainische Begleiter des Transports wurden festgehalten, später aber in die Ukraine entlassen. Auch die beiden Transportfahrzeuge wurden der Ukraine übergeben. (dpa)

13:16 Uhr

Mittwoch, 6. Mai

Selenski: Russland ignoriert von Kiew ausgerufene Waffenruhe

Russland hat nach ukrainischer Darstellung die einseitig von Kiew angeordnete Feuerpause ignoriert. «Zum jetzigen Zeitpunkt stellen wir fest, dass die russische Seite die Waffenruhe gebrochen hat», schrieb der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski in sozialen Netzwerken. Bislang seien mehr als 1800 Verstösse festgestellt worden. Am Abend solle auf Grundlage von Berichten der Armee und des Militärgeheimdienstes über das weitere Vorgehen entschieden werden.

Die Ukraine hatte für 0.00 Uhr Ortszeit am Mittwoch (Dienstag 23.00 Uhr MESZ) eine Waffenruhe auf unbestimmte Zeit ausgerufen und Russland aufgefordert, sich dieser anzuschliessen. Moskau hatte davor jedoch erklärt, nur am Freitag und Samstag anlässlich der Feierlichkeiten zum Tag des Sieges über Nazi-Deutschland am 9. Mai das Feuer einzustellen.

Die Ukraine wehrt sich seit mehr als vier Jahren gegen eine russische Invasion. (dpa)

09:20 Uhr

Mittwoch, 6. Mai

Frau bei Drohnenangriff im Nordosten der Ukraine getötet

Nach dem einseitig von der Ukraine angekündigten Beginn einer Waffenruhe ist Behördenangaben zufolge eine Frau bei einem russischen Drohnenangriff im nordostukrainischen Gebiet Sumy getötet worden. Russland habe am Morgen ein ziviles Auto angegriffen, schrieb Militärgouverneur Oleh Hryhorow bei Telegram. Der Fahrer des Wagens sei verletzt ins Krankenhaus gebracht worden, eine Mitfahrerin sei ums Leben gekommen.

Die Region Sumy grenzt an Russland und ist stark von den Kampfhandlungen im seit mehr als vier Jahren andauernden russischen Angriffskrieg betroffen.

Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski hatte den Beginn der Feuerpause auf 0.00 Uhr Ortszeit am Mittwoch (Dienstag 23.00 Uhr MESZ) festgesetzt. Moskau hatte zuvor eine Waffenruhe für Freitag und Samstag angeordnet, wenn in Russland an den sowjetischen Sieg im Zweiten Weltkrieg erinnert wird. Selenskis Ankündigung einer früheren Feuerpause wurde in Moskau zunächst nicht kommentiert. Selenski hatte gesagt, Kiew werde spiegelbildlich reagieren, wenn die russische Seite nicht sich nicht daran halten sollte. (dpa)

08:13 Uhr

Mittwoch, 6. Mai

Weniger Angriffe nach Beginn von Selenskis Waffenruhe

Im Ukraine-Krieg hat die erste Nacht der einseitig von Präsident Wolodimir Selenski angeordneten Waffenruhe eine Verringerung der Angriffe gebracht.

Das Verteidigungsministerium in Moskau teilte russischen Agenturen zufolge mit, dass in der Nacht 53 ukrainische Drohnen über russischem Gebiet und annektierten Schwarzmeerhalbinsel Krim abgewehrt worden seien - deutlich weniger als zuletzt. Ob die Drohnen vor oder nach Beginn der von der Ukraine angekündigten Waffenruhe abgeschossen wurden, ist nicht klar. Das Ministerium sprach von einem Zeitraum zwischen 21.00 Uhr und 7.00 Uhr Ortszeit (20.00 Uhr und 6.00 Uhr MESZ).

Selenski hatte den Beginn der Waffenruhe auf 0.00 Uhr Ortszeit am Mittwoch (Dienstag 23.00 Uhr MESZ) festgesetzt.

Auch die Intensität der russischen Luftangriffe auf die Ukraine liess nach ersten Informationen etwas nach. Die ukrainische Luftwaffe meldete aber auch nach Beginn der von Selenski angekündigten Waffenruhe den Anflug von Drohnen unter anderem nach Charkiw. Am Morgen teilte sie mit, dass Russland seit Dienstag 18.00 Uhr (17.00 Uhr MESZ) mit drei Raketen und 108 Drohnen angegriffen habe. Davon seien 89 Drohnen abgewehrt worden. In der Nacht zuvor hatte die ukrainische Luftwaffe Angriffe mit elf ballistischen Raketen und 164 Drohnen gezählt.

Putin hat zweitägige Waffenruhe ab Freitag angeordnet

Von russischer Seite hat Kremlchef Wladimir Putin eine Waffenruhe nur für Freitag und Samstag angeordnet, wenn in Russland an den sowjetischen Sieg im Zweiten Weltkrieg erinnert wird. Für den 9. Mai ist in Moskau die traditionelle Militärparade auf dem Roten Platz geplant. Selenskis Ankündigung einer früheren Feuerpause wurde in Moskau zunächst nicht kommentiert.

Die ukrainische Feuerpause gelte unbefristet, solange Russland nicht angreife, erläuterte in Kiew der Präsidialamtschef Kyrylo Budanow: «Wenn die Waffenruhe gegenseitig eingehalten wird, dann setzen wir diese fort.» Das gebe Hoffnung auf einen dauerhaften Frieden, schrieb er in sozialen Netzwerken. Selenski hatte gesagt, Kiew werde spiegelbildlich reagieren, wenn die russische Seite nicht sich nicht daran halten sollte. (dpa)

18:41 Uhr

Dienstag, 5. Mai

Viele Tote und Verletzte durch russische Bomben in Ukraine

Kurz vor einer von der Ukraine angekündigten Waffenruhe sind in der Grossstadt Saporischschja infolge russischer Bombenangriffe mindestens zwölf Menschen getötet worden. Mehr als ein Dutzend weitere wurden verletzt, wie der Gouverneur der südostukrainischen Region Saporischschja, Iwan Fedorow, bei Telegram mitteilte. Bilder zeigten schwere Schäden an Gebäuden und Rauchwolken. Die Front zwischen russischen und ukrainischen Truppen verläuft nur etwa 20 Kilometer südlich der Stadt.

Rettungskräfte bei Löscharbeiten an einem Fahrzeug nach einem russischen Drohnenangriff in der Region Kiew.
Bild: Ukrainian Emergency Service/AP

Parallel dazu wurden in der ostukrainischen Stadt Kramatorsk nach Behördenangaben mindestens neun Menschen durch drei russische Bomben getötet. Es gebe zudem 16 Verletzte, teilte der Zivilschutzdienst bei Telegram mit. Dutzende Menschen mussten psychologisch betreut werden. Den Angaben nach wurde eine grosse Zahl an Wohnhäusern und Autos beschädigt. Mehrere Brände wurden gelöscht. Die Industriestadt im hart umkämpften Gebiet Donezk ist nur rund 15 Kilometer von der Frontlinie entfernt.

Die Ukraine wehrt sich seit mehr als vier Jahren gegen eine russische Invasion. (dpa)

11:08 Uhr

Dienstag, 5. Mai

Ukraine attackiert Rüstungsfabrik und Raffinerie in Russland

Bei ukrainischen Drohnenangriffen sind nach Angaben der regionalen Behörden in der russischen Grossstadt Tscheboksary an der Wolga drei Menschen verletzt worden. Einer der Verletzten sei ins Krankenhaus eingeliefert worden, teilte das Gesundheitsministerium der Teilrepublik Tschuwaschien mit. Die Drohnen waren demnach Teil einer zweiten Angriffswelle. Bei einer ersten Attacke traf ein Marschflugkörper nach Berichten des Internetportals «Astra» die Rüstungsfabrik «WNIIIR Progress», wo Navigationsmodule für Drohnen, Marschflugkörper und Raketen hergestellt werden.

Tscheboksary liegt etwa 1000 Kilometer von der Front entfernt. Insgesamt wurde sogar in 18 russischen Regionen Raketenalarm ausgerufen, darunter erstmals auch in dem im asiatischen Teil Russlands liegenden autonomen Kreis der Chanten und Mansen.

Die Ukraine produziert seit dem vergangenen Jahr Marschflugkörper des Typs Flamingo, die eine Reichweite von bis zu 3.000 Kilometer haben sollen. Bislang wurden sie allerdings erst wenige Male eingesetzt. (dpa)

09:49 Uhr

Dienstag, 5. Mai

Tote und viele Verletzte nach russischen Angriffen in Ukraine

Kurz vor einer von Moskau und Kiew mit unterschiedlichem Beginn angekündigten Waffenruhe sind bei russischen Angriffen in der Ukraine mehrere Menschen getötet worden. Im zentralukrainischen Gebiet Poltawa seien vier Menschen ums Leben gekommen, schrieb Gouverneur Witali Djakiwnytsch bei Telegram. Weitere 31 Personen seien verletzt worden. Demnach gab es Einschläge an zwei Orten im Kreis Poltawa. Ein Industriebetrieb und eine Eisenbahninfrastruktur seien beschädigt worden. Russland habe die Region mit Raketen und Drohnen angegriffen. Der Zivilschutz teilte mit, dass unter den Toten zwei Einsatzkräfte seien.

Nach einem ersten Angriff attackierte Russland den Einsatzort demnach ein zweites Mal. Unter den Verletzten sind demnach weitere 23 Rettungskräfte. Verletzt wurden nach Behördenangaben auch zwei Menschen im Gebiet Tschernihiw und drei in der Region um die Hauptstadt Kiew. (dpa)

21:05 Uhr

Montag, 4. Mai

Selenski kündigt Waffenruhe ab Mittwoch an

Kurz nach einer russischen Erklärung hat die Ukraine ebenfalls eine Waffenruhe angekündigt. «Wir verkünden eine Waffenruhe, beginnend ab 0.00 Uhr (23.00 Uhr MESZ) in der Nacht vom 5. auf den 6. Mai», teilte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenski mit. (dpa)

20:07 Uhr

Montag, 4. Mai

Russland verkündet zweitägige Waffenruhe

Russland hat im Krieg gegen die Ukraine eine zweitägige Waffenruhe um den Tag des Sieges im Zweiten Weltkrieg am 9. Mai angeordnet. Diese gelte auf Anordnung von Präsident Wladimir Putin am 8. und 9. Mai, teilte das russische Verteidigungsministerium mit. Moskau zähle darauf, dass die ukrainische Seite dem Beispiel folge. Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski hatte zuvor Journalisten mitgeteilt, dass Kiew keine offiziellen Angebote zu einer möglichen Feuerpause am 9. Mai erhalten habe.

Moskau droht mit Vergeltungsangriff auf Zentrum von Kiew

Für den Fall ukrainischer Angriffe zu den Siegesfeiern am 9. Mai drohte Russland mit Vergeltung. «Die Streitkräfte der Russischen Föderation werden einen massiven Raketenschlag auf das Zentrum von Kiew durchführen», schrieb das Ministerium. Aus «humanitären Überlegungen» habe Moskau trotz vorhandener Möglichkeiten bisher davon abgesehen. Die Zivilbevölkerung und Mitarbeiter ausländischer diplomatischer Vertretungen sollten dann die Dreimillionenstadt rechtzeitig verlassen.

Russland führt seit mehr als vier Jahren einen Angriffskrieg gegen das Nachbarland. In dieser Zeit wurden mehrmals über hohe Feiertage kurzzeitige Waffenruhen ausgerufen. Zuletzt gab es einen Versuch über das orthodoxe Osterfest Mitte April. Beide Seiten verzichteten für etwa 30 Stunden auf Raketen- und Drohnenangriffe im gegnerischen Hinterland. An der Frontlinie blieb es unruhig, weil kleine Drohnen weiter eingesetzt wurden. Russland und die Ukraine warfen einander deshalb jeweils mehrere tausend Verstösse vor. (dpa)

12:01 Uhr

Montag, 4. Mai

Russischer Raketenangriff: Tote und Verletzte in der Ukraine

Im ostukrainischen Gebiet Charkiw sind bei einem russischen Raketenangriff mindestens vier Menschen getötet worden. Weitere 18 Personen seien bei der Attacke auf die Stadt Merefa verletzt worden, schrieb der Militärgouverneur der Region, Oleh Synjehubow, bei Telegram. Getötet wurden demnach ein 50-jähriger und ein 63-jähriger Mann sowie zwei Frauen im Alter von 41 und 52 Jahren. Mehrere Wohnhäuser, Hochhäuser und Läden seien beschädigt worden. Auch die Siedlung Besljudiwka wurde demnach mit einer Drohne angegriffen. (dpa)

06:24 Uhr

Sonntag, 3. Mai

Drohnen über der Ukraine und Russland

Die Ukraine und Russland haben sich in der Nacht gegenseitig mit Drohnen überzogen. Bereits am späten Abend wurde in der ukrainischen Hauptstadt Kiew Luftalarm ausgelöst. Die Flugabwehr trat in Aktion, über der Stadt waren nach Medienberichten zahlreiche Explosionen zu hören. Über eventuelle Drohneneinschläge oder mögliche Opfer oder Schäden lagen zunächst keine Angaben vor.

In der russischen Hauptstadt Moskau wurde auf den grossen Flughäfen Wnukowo und Scheremetjewo vorübergehend der Betrieb «aus Sicherheitsgründen» eingestellt, meist eine Reaktion auf Drohnenflüge. Später gab Bürgermeister Sergej Sobjanin den Abschuss von zwei Drohnen bekannt.

Auch am Flughafen Pulkowo in St. Petersburg wurde der Flugbetrieb vorübergehend eingestellt. Mindestens 35 Drohnen seien abgeschossen worden, berichtete der Gouverneur der umliegenden Oblast Leningrad, Alexander Drosdenko. Zuletzt hatte die Ukraine in diesem Gebiet wichtige russische Raffinerieanlagen attackiert.

Die russischen Behörden machten zunächst ebenfalls keine Angaben zu den möglichen Flugzielen der ukrainischen Drohnen sowie über mögliche Opfer oder Schäden. (dpa)

09:20 Uhr

Samstag, 2. Mai

Ukraine: Tote bei russischer Attacke auf Kleinbus

Bei einem russischen Drohnenangriff auf einen Kleinbus in der südukrainischen Stadt Cherson sind nach offiziellen Angaben mindestens zwei Menschen, ein Mann und eine Frau, ums Leben gekommen. «Darüber hinaus sind noch sieben Passagiere des Kleinbusses verletzt worden – sechs Männer und eine Frau», teilte der Militärgouverneur von Cherson, Olexander Prokudin, auf Telegram mit. Alle Verletzten seien ins Krankenhaus gebracht worden. Der Angriff ereignete sich demnach gegen 7.00 Uhr morgens Ortszeit (6.00 MEZ).

Kurz nach Beginn des Kriegs in der Ukraine eroberte Russland Cherson. Die russischen Militärs mussten die Gebietshauptstadt am Dnipro im Herbst 2022 nach einer ukrainischen Gegenoffensive wieder räumen und sich hinter den Fluss zurückziehen. Seither verläuft die Frontlinie unmittelbar östlich der Stadt. Cherson wird daher immer wieder von den russischen Truppen mit Artillerie, Drohnen und Raketen beschossen. (dpa)

20:49 Uhr

Freitag, 1. Mai

Selenski verspricht stärkere Flugabwehr für Odessa und Dnipro

(dpa) Nach harten russischen Luftangriffen hat der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski für die Grossstädte Odessa und Dnipro eine Stärkung der Flugabwehr in Aussicht gestellt. «Für Dnipro gibt es zusätzliche Radare, elektronische Störsysteme, zusätzliche Mannschaften», sagte der Staatschef in einer Videoansprache. Auch für Odessa gebe es Lösungen und die Abschussquote steige bereits. «Doch muss sie noch höher sein», gab Selenski als Ziel vor. Das russische Militär versuche mit häufigen und intensiven Angriffen die ukrainische Flugabwehr zu überwinden.

Die südostukrainische Industriestadt Dnipro wurde insbesondere vergangene Woche mit Raketen und Drohnen unterschiedlichen Typs angegriffen. Der Grossraum um die Hafenstadt Odessa am Schwarzen Meer wird regelmässig von russischen Kampfdrohnen attackiert.

Die Ukraine wehrt sich seit mehr als vier Jahren gegen eine russische Invasion. Veraltete Flugabwehrsysteme des osteuropäischen Landes wurden seitdem insbesondere mit deutscher Hilfe durch moderne westliche ersetzt.

16:16 Uhr

Freitag, 1. Mai

Verletzte nach russischen Drohnenangriffen auf Westukraine

In der westukrainischen Grossstadt Ternopil sind mindestens zehn Menschen infolge russischer Drohnenangriffe verletzt worden. «Es gab Einschläge in Industrie- und Infrastrukturobjekte der Stadt», teilte Bürgermeister Serhij Nadal auf Telegram mit. Mehr als 50 Drohnen seien über der Stadt geflogen und es habe über 20 Explosionen gegeben. Kurzfristig fiel demnach auch der Strom aus. Ternopil liegt knapp 150 Kilometer von der EU-Grenze entfernt.

Angaben der ukrainischen Luftwaffe zufolge setzte das russische Militär tagsüber mehr als 400 Drohnen unterschiedlichen Typs ein. 388 seien entweder abgeschossen oder durch elektronische Störsignale zu Boden gebracht worden, teilte die Flugabwehr mit.

Die Ukraine wehrt sich seit mehr als vier Jahren gegen die von Russland betriebene Invasion. (dpa)

07:50 Uhr

Freitag, 1. Mai

Ukraine attackiert erneut Ölterminal am Schwarzen Meer

Ukrainische Drohnen haben in der russischen Hafenstadt Tuapse am Schwarzen Meer offiziellen Angaben zufolge erneut einen Brand im Ölterminal ausgelöst. Tote und Verletzte habe es nicht gegeben, teilte der Krisenstab der südrussischen Region Krasnodar der staatlichen Nachrichtenagentur Tass zufolge mit. Demnach sind mehr als 100 Feuerwehrleute bei den Löscharbeiten. Es war bereits die vierte ukrainische Attacke auf die Ölanlagen innerhalb der letzten zwei Wochen.

Das russische Verteidigungsministerium meldete den Abschuss von insgesamt 141 ukrainischen Drohnen über eigenem Gebiet. Gegen die Einschläge in Tuapse zeigte sich die Flugabwehr aber einmal mehr machtlos. (dpa)

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