Tourismus in Nepal

Globetrotter-Chef: «Wir haben die meisten Kunden erreicht»

Die Schweizer Reisebüros versuchen, ihre Kunden zu kontaktieren. Mittlerweile werden 644 Touristen vermisst, darunter ist auch 1 Schweizer.

Vor einem Jahr war André Lüthi selbst in Nepal. Schon damals hatte eine Schlammflutwelle den Grenzübergang zerstört, wie der Globetrotter-Chef erzählt. 11 Personen starben, dieses Mal dürften es Hunderte sein. «Ich habe sofort meine Freunde in Nepal angerufen», sagt Lüthi. «Alle sind zum Glück wohlauf.» Aber sonst sei es sehr schlimm: «Ganze Dörfer sind verschwunden, es ist tragisch.»

Auch mit den Kunden haben Lüthi und sein Team sofort versucht, Kontakt aufzunehmen. Rund 50 Globetrotter-Kunden befinden sich derzeit in Nepal. «Wir haben die meisten erreicht. Es geht ihnen gut.»

Nicht alle hatten Glück. Ein Schweizer Tourist soll unter den Vermissten sein. Das jedenfalls teilt mittlerweile die nepalesische Tourismusbehörde mit. Insgesamt sollen es 644 sein, die meisten stammen aus Indien oder aus Nepal selber. Auch 65 Amerikaner, 53 Ukrainer, 35 Australier, 33 Briten und 25 Australier werden vermisst.

Die Tourismusbehörde verfügt über ziemlich präzise Zahlen, weil die Touristen, die zum heiligen Berg Kailash reisen wollen, eine zusätzliche Bewilligung benötigen, wie Lüthi erklärt.

Es gibt im Unglück auch positive Meldungen: Die Behörde vermeldet, dass 27 Touristen und Touristinnen hätten gerettet werden können, darunter sind mehrere Einheimische und Inder sowie vier Südkoreaner und je zwei Italiener und Amerikaner.

Reiseanpassungen möglich

Keine Kunden in der Region hat derzeit Dertour Suisse, der grösste Reiseanbieter in der Schweiz. Eine Cotravel-Reisegruppe befinde sich hingegen derzeit in Tibet, sagt Sprecherin Amélie Schnidrig. Die Gruppe halte sich jedoch in Lhasa und damit ausserhalb des betroffenen Gebiets auf. «Alle Reisenden sind wohlauf und wir stehen mit der Reiseleitung in Kontakt.»

Die organisierten Nepal-Reisen würden «saisonbedingt erst wieder ab Mitte September» starten, ergänzt Schnidrig. Ob diese stattfinden werden, lässt sich noch nicht sagen. «Sobald eine verlässliche Einschätzung möglich ist, prüfen wir die geplanten Reisen und informieren betroffene Kundinnen und Kunden bei allfälligen Anpassungen direkt», sagt die Dertour-Sprecherin.

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