Detailhandel

Einkaufstourismus: Diese Produkte sind im Ausland bis zu 63 Prozent günstiger

Eine neue Preisanalyse zeigt, um wie viel teurer Produkte bei Schweizer Händlern im Vergleich zur ausländischen Konkurrenz sind.
Frisches Obst, Milch, Mehl und Käse: Ein Einkaufswagen mit Lebensmitteln in einem deutschen Supermarkt.
Bild: Imago

Das Einkaufen ennet der Grenze boomt. Und dies trotz der per Anfang 2025 auf 150 Franken pro Tag halbierten Wertfreigrenze. Eine Preisanalyse vom Finanzdienstleister Wise zeigt nun, wie viel günstiger Produkte im Ausland wirklich sind. Verglichen hierfür wurden die Preise von Migros, Coop und Aldi Suisse mit jenen der entsprechenden Händler in Deutschland, Frankreich und Italien. Wise passte zudem die Preise an die Schweizer Mehrwertsteuer an und berechnete Durchschnittswerte für einzelne Produkte.

Die Auswertung zeigt: Vor allem bei Lebensmitteln können Schweizer Einkaufstouristen Geld sparen. In gewissen Fällen sind Produkte wie Butter, Eier oder Äpfel in den Nachbarländern bis zu 63 Prozent günstiger als hierzulande. Am günstigsten ist dabei Deutschland, wo durchschnittlich rund 40 Prozent gespart werden können. Der Hauptgrund für die teilweise happigen Preisunterschiede bei den Lebensmitteln dürfte allerdings weniger bei den Händlern als bei der protektionistischen Schweizer Landwirtschaftspolitik zu suchen sein.

In der Kategorie Sportschuhe liegt das durchschnittliche Ersparnispotenzial im Ausland bei rund 14 Prozent. Am Beispiel des Puma RS Surge Hairy Suede ist zu sehen, dass er in Italien rund 28 Prozent günstiger ist. Der Nike Air Force ist etwa 13 Prozent günstiger.

Bei Artikeln im Luxussegment müssen Konsumentinnen und Konsumenten die Schnäppchen suchen, jedoch gibt es auch hier vereinzelt günstigere Produkte. Als Beispiel führt Wise die Hermès-Tasche Arçon Slim an. Im Ausland ist diese etwa 7 Prozent günstiger, was etwa eine Kostenreduktion von 300 Franken bedeutet.

Widersprüchlich sind die Befunde bei den Drogerieprodukten. Diese sind in Frankreich und Italien rund 13 Prozent teurer als in der Schweiz. In Deutschland hingegen sind sie 17 Prozent günstiger.

Hohes Preisniveau in der Schweiz

Eine Erklärung für die teils grossen Preisunterschiede ist laut Wise das deutlich höhere Preisniveau in der Schweiz. Laut dem Unternehmen liegt der Preisniveauindex für einen standardisierten Warenkorb bei unseren deutschen Nachbarn bei 109 und in der Schweiz bei 184. Oder anders gesagt: Ein Warenkorb, der in der Schweiz 100 Franken kostet, kommt in Deutschland auf nur rund 60 Franken.

Einen weiteren Grund stellt der Wertgewinn des Schweizer Frankens der vergangenen Jahre im Vergleich zum Euro dar. Innerhalb der vergangenen fünf Jahre sind das satte 16 Prozent.

Zu berücksichtigen ist auch die Mehrwertsteuerrückerstattung. In der Schweiz beträgt die Mehrwertsteuer für Lebensmittel 2,6 Prozent und für die meisten anderen Produkte 8,1 Prozent. In Deutschland liegt sie hingegen bei 7 Prozent für Lebensmittel und 19 Prozent für die meisten anderen Waren.

Grösseres Angebot

Beim Einkauf im Ausland geht es nicht nur um tiefere Preise, sondern auch um das Angebot. In Grenzregionen kaufen viele Schweizerinnen und Schweizer gezielt bei Händlern ein, die es hierzulande nicht gibt. Dazu gehören Drogerieketten wie etwa DM, Supermärkte wie Kaufland oder Modeketten wie Primark. Hinzu kommen neue Angebote nahe der Grenze, etwa die 2025 eröffnete Costco-Filiale im französischen Mulhouse bei Basel, die mit ihrem Grosspackungs- und Mitgliedschaftsmodell auch Schweizer Kundschaft anzieht. (kek)

In den Vergleich flossen unter anderem die Preise von Migros, Coop, Aldi Suisse (Schweiz), Rewe, Lidl, Aldi (Deutschland),  E. Leclerc, Carrefour, Intermarché (Frankreich), Carrefour, Lidl und Coop (Italien) ein sowie jene von Müller, DM und Monoprix (Drogerieprodukte), Media Markt, Darty und Mediaworld (elektronische Geräte) und die jeweilige Website der Marke bei den Luxusartikeln und Sneakers.

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