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Crans-Montana

«Ich weiss nicht, ob mein Sohn noch lebt»: Eltern und Verwandte suchen verzweifelt nach ihren Kindern

Seit der Brandnacht von Crans-Montana herrscht für viele Familien quälende Ungewissheit. Eltern suchen nach ihren Kindern – in Spitälern und über soziale Medien.
Angehörige suchen in den sozialen Medien nach Vermissten.
Bild: Screenshot Instagram

Nach der verheerenden Brandkatastrophe von Crans-Montana suchen Menschen verzweifelt nach vermissten Freunden und Verwandten. Noch immer wissen viele nicht, ob ihre Kinder unter den Opfern sind oder in einem der vielen Spitäler behandelt werden. Dazu wurde auch der Instagram-Account «Crans-Montana - Avis de Recherche» ins Leben gerufen, auf dem Bilder von vermissten Personen veröffentlicht werden. «20 Minuten» berichtete zuerst darüber. Angehörige hoffen, dass jemand Hinweise liefern kann – etwa, in welches Spital eine verletzte Person gebracht wurde oder ob sie gesehen worden ist.

Auf dem Profil finden sich vor allem Fotos junger Menschen. In den Beiträgen schildern Eltern und Geschwister, dass sie seit Stunden oder gar über einem Tag keine Informationen erhalten hätten. Mehrfach wird betont, dass jede noch so kleine Beobachtung helfen könne. Ziel sei es, den Account wieder zu löschen, sobald alle Vermissten gefunden oder identifiziert seien.

«Ich weiss nicht, ob mein Sohn noch lebt»

Besonders eindrücklich sind die Schilderungen einzelner Eltern. Eine Mutter aus der Westschweiz sucht seit der Neujahrsnacht verzweifelt nach ihrem 16-jährigen Sohn. In sozialen Netzwerken machte sie öffentlich, dass unklar sei, ob er den Brand überlebt habe und in welchem Spital er sich befinden könnte. Gegenüber dem «Blick» sagte sie, sie erlebe einen Albtraum und werde nicht untätig abwarten, sondern selbst alles unternehmen, um ihren Sohn zu finden.

Auch aus dem Ausland erreichen Suchanfragen die Schweizer Behörden. Mehrere italienische Jugendliche gelten als vermisst, andere wurden in Schweizer Spitäler eingeliefert. Die italienischen Behörden bestätigten, dass Verletzte über mehrere Kliniken im ganzen Land verteilt seien. Auch französische Staatsangehörige gehören zu den Opfern. So machte der FC Metz publik, dass einer ihrer Profis unter den Schwerverletzten sei.

Familien fahren zuerst nach Lausanne, dann nach Zürich

In der «SRF-Tagesschau» wurde am Donnerstagabend berichtet, dass im Universitätsspital Zürich laufend Familien eintreffen, die verzweifelt nach ihren Kindern suchen. Viele von ihnen wissen nicht, ob ihre Tochter oder ihr Sohn den Brand überhaupt überlebt haben. Aus Hoffnung auf Antworten reisen Angehörige teils quer durch die Schweiz: Nachdem sie in Spitälern in Lausanne und Genf keine Informationen erhalten hatten, setzten sie ihre Suche in Zürich fort. «Wir haben viele Angehörige, die ihre Liebsten suchen. Viele Eltern, die ihre Kinder vermissen – und die auch aus einer anderen Sprachregion und von weit her anreisen müssen», sagt Marcel Schlatter, Mediensprecher des Universitätsspitals Zürich, gegenüber SRF.

Der Kanton Wallis hat für Opfer und deren Familien eine Helpline eingerichtet. Die Rufnummer lautet 0848 112 117.

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