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Crans-Montana

Den Überblick verloren? 10 Fragen und Antworten zum Branddrama

Ein fataler Brand in der Neujahrsnacht riss in Crans-Montana VS rund 40 Menschen in den Tod. Es ist eine der schwersten Katastrophen der Schweizer Nachkriegsgeschichte. Was bisher bekannt ist und was offen bleibt – in 10 Punkten.

1. Was ist passiert?

In der Bar «Le Constellation» in Crans-Montana brach nach Mitternacht ein verheerender Brand aus. Rund 40 Menschen starben, 115 wurden verletzt, viele davon schwer, wie die Bundes- und Kantonsbehörden am Donnerstagabend mitteilten. Das Feuer breitete sich extrem schnell aus.

2. Wann und wo ereignete sich das Unglück?

Die ersten Notrufe gingen gegen 1.30 Uhr ein. Betroffen war ein zweistöckiges Lokal mit Bar- und Clubbereich. Der mutmassliche Brandherd lag im Untergeschoss, das nur über eine einzige Treppe erreichbar ist.

3. Wie verlief der Brand, und was war mit der Explosion?

Laut Behörden kam es zu einem sogenannten «Flashover». Dabei entzünden sich in einem stark erhitzten Raum schlagartig brennbare Gase. Innerhalb von Sekunden entwickelte sich ein Vollbrand mit extremen Temperaturen und mindestens einer Explosion.

Grosse Anteilnahme: In Crans-Montana werden Blumen niederelegt und Kerzen angekündet für die Opfer.
Bild: ALESSANDRO DELLA VALLE

4. Wie viele Opfer gibt es?

Nach aktuellem Stand starben rund 40 Menschen. 115 weitere wurden verletzt und in Spitäler im Wallis sowie in andere Kantone gebracht. Viele Betroffene erlitten schwere Brand- und Rauchverletzungen und kämpfen um ihr Leben. Darunter auch Minderjährige.

5. Wer sind die Betroffenen?

Die Behörden bestätigen, dass es sich bei vielen Opfern um Jugendliche oder junge Erwachsene handelt. CH Media ist an einer Recherche zu diesem Punkt, ein Update wird folgen. Unter den Betroffenen sind auch ausländische Touristen. Mehrere Todesopfer sind noch nicht identifiziert.

6. Wie lief der Rettungseinsatz ab?

Feuerwehr, Sanität und Polizei rückten mit einem Grossaufgebot aus. Rund 40 Ambulanzen, 13 Helikopter und etwa 150 Rettungskräfte standen im Einsatz. Verletzte wurden unter anderem nach Sion, Lausanne, Genf und Zürich geflogen. Auch das Ausland leistete Hilfe.

7. Wie ist die Lage in den Spitälern?

Die Spitäler in der Westschweiz sind stark ausgelastet. Spezialisierte Betten für Schwerbrandverletzte sind knapp. Die Behörden riefen die Bevölkerung dazu auf, vorübergehend auf risikoreiche Aktivitäten zu verzichten. Psychologische Betreuung wurde organisiert.

8. Was berichten Augenzeugen?

Zeugen schildern eine Eskalation innerhalb von Sekunden. Ein 19-Jähriger sagte gegenüber «24 Heures», Feuerwerkskörper an Flaschen hätten die Decke entzündet, «dann brach Panik aus». Eine junge Französin berichtete von einer «funkelnden Kerze in einer Champagnerflasche». «Wir haben nicht realisiert, dass es gefährlich war. In einem Bruchteil einer Sekunde stand alles in Flammen.» An der Pressekonferenz wollten die Behörden die Champagnerflasche-These nicht kommentieren. Mehrere Augenzeugen sprechen von dichtem schwarzem Rauch, schreienden Menschen und einer chaotischen Flucht über die enge Treppe.

9. Was weiss man über die Brandursache?

Die Ursache ist weiterhin unklar. Die Staatsanwaltschaft ermittelt in mehrere Richtungen. Ein Anschlag wird ausgeschlossen. Zeugenaussagen gelten als Hinweise, aber nicht als gesicherte Erkenntnisse. Die Untersuchungen dürften längere Zeit dauern.

10. Wie reagieren Politik und Öffentlichkeit?

Die Anteilnahme ist gross. Bundespräsident Guy Parmelin sprach von einer der schlimmsten Tragödien der Schweizer Geschichte. Die Flaggen am Bundeshaus wehen fünf Tage lang auf halbmast, mehrere Städte, darunter Luzern, sagten Feuerwerke ab. Für Angehörige wurde eine Helpline eingerichtet. Aus vielen Ländern erhielt die Schweiz Beleidsbekundungen. (chm/pmü/mg)

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