Wir alle lassen uns im Alltag gern von künstlicher Intelligenz (KI) helfen, aber ganz geheuer ist sie uns nicht. Wir wissen mangels genauer Kenntnisse nicht, ob KI wirklich ein Segen für uns ist oder uns bald überflüssig macht. Fest steht, dass die KI-Revolution bis jetzt wie im Wilden Westen abläuft. Ohne verbindliche Gesetze.
Die KI-Technologen kümmern sich weder um geistiges Eigentum noch um andere Werte. Jüngstes Beispiel: KI-Unternehmen in den USA horten palettenweise antiquarische Bücher aus Europa, um ihre KI-Sprachmodelle mit dem Inhalt zu füttern, und werfen die Bücher danach in die Tonne.
Da denkt man sofort an eine neue Bücherverbrennung im KI-Zeitalter und vergisst dabei, dass jedes Bücher-Brocki in der Schweiz seit jeher Lagerleichen entsorgt, ohne dass sich jemand über diese Büchervernichtung empört.
In einer Generaldebatte der UNO forderten Nobelpreisträger und Experten von OpenAI, Microsoft, Google, DeepMind oder Anthropic die Staats- und Regierungschefs auf, endlich «rote Linien» bei der Entwicklung und Nutzung von KI festzulegen. KI berge ein grosses Potenzial zur Förderung des menschlichen Wohlergehens, aber auch immense Gefahren.
Anfang Juli findet nun der erste Weltgipfel für KI statt, und zwar in der Schweiz, im Kongresszentrum Palexpo in Genf. Bundesrat Albert Rösti wird ihn eröffnen. Die wichtigsten KI-Unternehmen liegen allerdings in den USA und in China. Ob Donald Trump und Xi Jinping für Regulierungen zu gewinnen sind, ist zweifelhaft. Besonders für Trump kann es nicht genug Wilden Westen geben.


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