Erling Haaland ohne seine lange blonde Mähne? Für viele Fans ist das offenbar gewöhnungsbedürftig. Der Stürmer von Manchester City hat sich vor dem Start in die neue Saison für einen millimeterkurzen Buzzcut entschieden – und damit im Netz beinahe so viele Diskussionen ausgelöst wie mit seinen Toren.
Haaland selbst machte aus dem Friseurbesuch gleich eine kleine Show. In einem Video dokumentierte er den Schnitt und präsentierte das Resultat anschliessend unter anderem Zlatan Ibrahimović, Jack Grealish und seinem ehemaligen Trainer Pep Guardiola. Ibrahimović reagierte wenig begeistert und fragte scherzhaft, ob Haaland eine Wette verloren habe
In den sozialen Medien hat Haalands neuer Haarschnitt zahlreiche Diskussionen ausgelöst, Kommentare provoziert und Memes ins Leben gerufen. Einige Fans trauern seiner langen blonden Mähne nach, die über Jahre zu seinem Markenzeichen geworden war und ihm immer wieder Vergleiche mit Rapunzel einbrachte.
Andere finden dagegen, dass ihm der neue Buzzcut sogar besser steht. Auch bei unserem Publikum kommt die Kurzhaarfrisur gut an: In unserer Abstimmung sprach sich eine Mehrheit (bisher) für Haalands neuen Look aus.
Dass ein neuer Haarschnitt bei einem Fussballer derart viel Aufmerksamkeit erhält, ist allerdings nichts Neues. Frisuren sind im Fussball seit Jahrzehnten weit mehr als Nebensache. Bei manchen Spielern wurden sie so sehr zum Markenzeichen, dass sie bis heute beinahe untrennbar mit ihrer Karriere verbunden sind.
Von Gullits Dreadlocks bis Valderramas Lockenmähne
Einer dieser Spieler ist Ruud Gullit. Der niederländische Europameister von 1988 war mit seinen langen Dreadlocks kaum zu verwechseln. Noch Jahrzehnte später taucht sein Look regelmässig in Rankings legendärer Fussballfrisuren auf.

Noch deutlicher ist der Fall von Carlos Valderrama. Der Kolumbianer spielte drei Weltmeisterschaften, doch mindestens ebenso bekannt wie seine Pässe wurde seine riesige blondierte Lockenmähne. Als Valderrama in den USA spielte, wurde sein Haar zu einem derartigen Kultobjekt, dass gegnerische Spieler bei einem Spiel mit entsprechenden Perücken aufliefen.

Bei Roberto Baggio ging die Verbindung zwischen Spieler und Frisur noch weiter. Der italienische Weltstar trug in den 1990er-Jahren einen langen Pferdeschwanz und erhielt deshalb den Spitznamen «Il Divin Codino» – der «göttliche Pferdeschwanz». 2021 erschien unter diesem Titel auch ein biografischer Film über den Fussballer.

Ronaldo machte sogar einen schlechten Haarschnitt legendär
Nicht jede ikonische Fussballfrisur muss schön sein. Das bewies der Brasilianer Ronaldo bei der WM 2002. Er liess sich den Kopf fast vollständig rasieren und behielt lediglich vorne ein kleines Haarstück stehen.

Jahre später erklärte Ronaldo, dass der eigenwillige Look durchaus einen Zweck gehabt habe. Weil vor dem Halbfinale über seine Verletzungsprobleme gesprochen worden sei, habe er mit der Frisur bewusst für ein anderes Gesprächsthema sorgen wollen. Der Plan ging auf: Plötzlich redeten alle über seine Haare. Brasilien wurde Weltmeister – auch dank zwei Ronaldo-Toren im Finale – und seine Frisur Teil der WM-Geschichte.
David Beckham machte jede Frisur zum Ereignis
Bei David Beckham war nicht eine einzige Frisur das Markenzeichen, sondern die ständige Verwandlung. Mittelscheitel, Buzzcut, Irokesenschnitt, blondierte Spitzen, Cornrows oder später längere Haare: Der Engländer probierte während seiner Karriere beinahe alles aus.
Besonders um die Jahrtausendwende wurden Beckhams neue Looks regelmässig selbst zur Nachricht. Sein ehemaliger Friseur Adee Phelan erzählte «GQ», dass ein blondierter Fauxhawk, den Beckham 2002 trug, innerhalb kürzester Zeit überall kopiert worden sei. Phelans Geschäft sei danach regelrecht explodiert.
Rodrigo Palacio und der wohl ungewöhnlichste Zopf
Auch Rodrigo Palacio machte seine Frisur zum Markenzeichen. Der Argentinier trug den Kopf fast vollständig kurz rasiert – nur am Hinterkopf liess er einen langen, dünnen Zopf stehen. Der ungewöhnliche Look begleitete ihn über Jahre und war so auffällig, dass er fast ebenso sehr zu seiner öffentlichen Erscheinung gehörte wie sein Spiel.

Auch die Schweiz hat ihre Haar-Ikone
Für Aufsehen braucht es nicht immer Dreadlocks, Lockenmähne oder Pferdeschwanz. Das zeigte Murat Yakin während der EM 2024. Der Schweizer Nationaltrainer wurde damals nicht nur für den Erfolg seiner Mannschaft gefeiert, sondern auch für seinen Look: zurückgekämmtes, grau meliertes Haar, markante Brille – und plötzlich schwärmten Fans aus aller Welt vom Nati-Coach.

Auch die Frisur selbst wurde zum Thema. «Nicht sicher, ob ich Murat Yakins Haar oder sein Team mehr beneide», schrieb damals ein Nutzer auf X. Selbst die «New York Times» widmete sich seinem Erscheinungsbild und hob unter anderem die grauen Strähnen in seinem zurückgekämmten Haar hervor.
Und nun Haaland
Haalands lange blonde Mähne war in den vergangenen Jahren zu einem festen Bestandteil seines Erscheinungsbilds geworden. Während der WM 2026 wurde der Norweger zudem zu einem der grossen Social-Media-Stars des Turniers. Laut ITV gewann er während der WM mehr als 32 Millionen neue Instagram-Follower. Neben seinen Toren und Jubelszenen auch seine langen Haare immer wieder Thema.
Ob Valderrama, Baggio, Beckham oder nun Haaland: Frisuren waren im Fussball schon immer mehr als Nebensache. Sie können zum Markenzeichen werden, Trends auslösen oder – wie im Fall von Haaland – plötzlich selbst für Schlagzeilen sorgen. Bei manchen Spielern gehört der Look längst zur Legende.
Genau deshalb wirkt sein Buzzcut nun so radikal: Haaland hat nicht einfach die Frisur gewechselt, sondern eines seiner auffälligsten Markenzeichen abgelegt.

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