Animationsfilme

Bad Bunny als Pizza in «Toy Story 5»: Braucht es wirklich immer Promi-Stimmen?

Kaum ein Animationsfilm kommt noch ohne Starpower aus. «Toy Story 5» geht noch einen Schritt weiter und setzt auf einen Promi in einer absurden Rolle. Doch braucht es das wirklich?
Bad Bunny als «Pizza mit Sonnenbrille».
Bild: Screenshot Bluesky

Vor 30 Jahren nahm «Toy Story» seinen Anfang, und weil Hollywood natürlich keinen Goldesel in Ruhe lassen kann, erscheint nächsten Monat «Toy Story 5». Mit dabei: Bad Bunny als «Pizza mit Sonnenbrille». Ja, wirklich. Der Sänger leiht seine Stimme einem «mühelos coolen und geheimnisvollen» vergessenen Spielzeug, das aussieht wie ein Stück Pizza mit einer Sonnenbrille.

Manche Promi-Stimmen bereichern Animationsfilme

Es ist bei weitem nicht der absurdeste Promi-Auftritt in einem Animationsfilm. Diesen Titel hält Sir Patrick Stewart, der 2017 das Kackhaufen-Emoji im «Emoji Movie» spielte – und seine helle Freude daran hatte. «Viele Menschen haben über die Jahre gesagt, ‹Patrick Stewart ist scheisse› und jetzt zeige ich ihnen, dass es stimmt!», sagte er damals in der Show von Conan O’Brien. Er liebe es, Animationsfiguren zu sprechen: «Es ist sehr befreiend, welchen Quatsch man dann machen kann.» Dasselbe gilt wohl für viele andere Stars, die sich in Zeichentrickfilmen austoben. Doch nicht alle Promi-Stimmen sind nur Gags.

Bis heute legendär ist Robin Williams, der 1992 als Genie in «Aladdin» unsterblich wurde – und praktisch den ganzen Text improvisierte. Zwei Jahre später legte Disney mit «Der König der Löwen» nach. Sogar Schweizer Zeitungen berichteten damals darüber, welche Promis den Figuren ihre Stimme gaben: Matthew Broderick, Whoopi Goldberg, James Earl Jones, Jeremy Irons und natürlich Mr. Bean persönlich, Rowan Atkinson.

Mehr Stars, weniger Inhalt

Das Live-Action-Remake versuchte das 2019 zu wiederholen. Mit noch mehr Promis, aber weniger Seele. Genau das ist das Problem. «Shark Tale: Grosse Haie – Kleine Fische» trieb es 2004 auf die Spitze: Will Smith, Angelina Jolie, Renée Zellweger, Jack Black, Robert De Niro und Martin Scorsese waren nicht nur zu hören, die animierten Fische sahen sogar aus wie sie. Doch genau wie in zahlreichen anderen Beispielen, hätten es richtige Synchronsprecher wohl besser gemacht. Denn ein guter Schauspieler macht noch lange keinen guten Synchronsprecher aus.

Klar, ein Gastauftritt kann lustig sein. Etwa Michael Schumacher in «Cars», Bill und Tom Kaulitz, die im neuen «Minions»-Film zu hören sind, oder Martin Scorsese als Roboter im aktuellen «Star Wars».

Und manche Stars können sogar richtig überzeugen. Neben dem schon erwähnten Robin Williams beispielsweise auch Eddie Murphy als Esel in «Shrek». Im deutschen Sprachraum machten Otto Waalkes als Sid in «Ice Age» oder Hape Kerkeling als Olaf in «Frozen» einen guten Job.

Unbedingt erwähnen muss man an dieser Stelle auch Schauspieler Alan Tudyk, der in «Moana» Hahn Heihei spielte. Denn das Gackern und Krähen kam nicht von einem Tier, sondern von ihm!

Alan Tudyk ist Schauspieler, aber in zahlreichen Filmen auch nur zu hören: «Superman», «Wreck-It Ralph», «Frozen», «Star Wars: Roge One», «Encanto», «I, Robot», «Ice Age» und vielen anderen.
Bild: Chris Pizzello

Das eigentliche Problem: «Kinder checken es nicht»

Es ist ein schmaler Grat: Irgendwann redet man nicht mehr über den Film, sondern nur noch über die Promi-Stimmen darin. Oder man grübelt beim Zuschauen ständig, wessen Stimme das wohl sein könnte, statt sich auf die Handlung zu konzentrieren.

Im Fall von «Toy Story» setzte man natürlich von Anfang an auf die Starpower von Tom Hanks als Woody. Im vierten Teil durfte Keanu Reeves für drei Sätze mitmachen. Und nun also Bad Bunny. Vielleicht, damit auch die Eltern etwas davon haben.

Denn obwohl natürlich auch Erwachsene Animationsfilme toll finden dürfen, sind sie ja eigentlich für Kinder gedacht. Und ironischerweise kennen die Kleinen die Promis gar nicht. Tom Hanks erzählt selbst: «In so vielen Aufzügen treffe ich Eltern mit ihren Kindern, und die Mutter oder der Vater sagen begeistert: ‹Hey, da ist Woody!› Aber die Kinder checken es nicht.»

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