Pop-Business

Taylor Swifts Fans motzen über neue Songs – kann sie nur Herzschmerz?

Taylor Swifts neue Songs werden auf Social Media zur Lachnummer. Weil die Sängerin, die stets über ihr Liebesleben trällerte, plötzlich glücklich ist? Derweil verkauft James Blunt Elend ganz bewusst – egal ob sein eigenes oder das von anderen.

Dass Taylor Swift nicht nur Fans hat, ist bekannt. Doch jetzt motzen sogar eingefleischte Swifties. Der Grund: vier neue Songs, die sie als Erweiterung ihres Albums als «The Life of a Showgirl: Encore» veröffentlicht hat. Vor allem beim Werk «Cleveland» halten sich die Hörer nicht zurück.

«Das ist entweder KI oder wurde von einer 14-Jährigen geschrieben», heisst es auf Instagram. Und manche vergleichen den Song sogar mit der Titelmelodie von «The Office».

Ist Taylor Swift «zu glücklich»?

Natürlich ist Musik Geschmackssache und manche verteidigen Swift: Sie mache sich über ihre Hater lustig. Tatsächlich trällert die 36-Jährige darüber, wie andere sie hassen, während ihr Mann sie liebt – und ihr Geschmack sein «Lieblingsgericht» sei.

Doch die Reaktionen sind teilweise Comedy-Gold: «Jemand hat gesagt, es klingt wie die Lade-Musik von Sims, und ich habe es nicht geglaubt. Jetzt schon.» Andere meinen: «Das hat Travis geschrieben. Mit Wachsmalstiften.»

Bereits vor einem Jahr waren die Kritiken gemischt, als sie «The Life of a Showgirl» veröffentlichte. Damals sang sie im Song «Wood» über Kelces Penis: «Seine Liebe war der Schlüssel, der meine Schenkel öffnete.» Das sei «so tiefgründig, wie eine Pfütze», meinte jemand auf Instagram dazu.

Swift machte dank Herzschmerz Karriere. Sie sang von ihren Verflossenen und dem quälenden Liebeskummer. Etwas, bei dem ihre Fans wunderbar mitleiden konnten.

Jetzt schwärmt Swift von ihrem Ehemann – und plötzlich singt die Frau, die einst ganze Alben als Racheakte komponierte, darüber, dass er sie nach Cleveland gefahren hat. Ist das Problem, dass sie jedem unter die Nase halten will, wie glücklich sie ist?

Ein Fan glaubt: Nur weil jemand traurige Liebeslieder schreiben kann, heisst das nicht, dass man ebenso gut auch fröhliche Werke erschaffen kann.

James Blunt schlachtet das Elend anderer aus

Auch Schnulzensänger James Blunt sagt von sich selbst, dass ihm fröhliche Songs weniger liegen. Der Mann, der in Interviews und in seinen Tweets herrlich lustig gegen Hater austeilt, rührt in Songs lieber zu Tränen. Und zwar absichtlich.

Im britischen Fernsehen plauderte er kürzlich fröhlich seine Strategie aus: «Man jagt immer dem nächsten Radio-Hit hinterher. Und das bedeutet meistens fröhliche, flotte Songs. Dabei habe ich gemerkt, dass ich darin gar nicht so gut bin. Was ich wirklich gut kann, ist trauriges Zeug. Deprimierende Songs. Elend verkauft sich gut.»

Auch bei seinem Album «Airplane Mode», das im November erscheint, bleibt er sich treu: «Jeder macht mal schwere Zeiten durch, und genau dann will ich dabei sein. Also habe ich zu meinem Label gesagt: ‹Tut mir wirklich leid, aber ich schreibe jetzt einfach ein richtig, richtig deprimierendes Album und mache damit Kohle.›»

Falls ihm mal die Inspiration fehlt, hat er ebenfalls eine Lösung: «Wenn einer meiner Freunde sich getrennt hat, gehe ich zu ihm und sage: «Komm, schreib mal auf, wie du dich fühlst.» Damit ich sein Elend ausschlachten kann.»

Und doch lacht Taylor Swift zuletzt. Nicht nur, weil sich ihre Songs trotz allem verkaufen. Bestes Beispiel: 2014 wurde durch einen technischen Fehler ein Song von ihr veröffentlicht, bei dem nur acht Sekunden Rauschen zu hören waren. Trotzdem hievten Swifties das «Werk» kurzzeitig an die Spitze der kanadischen iTunes-Charts.

Mit der Veröffentlichung von «Encore» brach Swift nun zwei Spotify-Rekorde. Auch, weil man darüber spricht. Denn bereits 2025 sagte sie in einem Interview: «Wenn du meinen Namen oder den Titel meines Albums nennst, dann hilfst du mir damit.» Denn während sich Elend gut verkauft, geht nichts über Gemotze als Extra-Werbung.

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