Manche Rollen werden von Generationen von Schauspielern geprägt. Sieben Bonds schlürften ihren Martini, zwölf Supermänner flogen über den Bildschirm, dreizehn Batmen setzten sich die Fledermaus-Maske auf. Und fast immer hat man «seine» Lieblingsversion. Meistens jene, mit der man aufwuchs. Ausser es ist George Clooneys Batman im Latexanzug mit den «Bat-Nippeln».
Auch bei Spider-Man gibt es Diskussionen, wer die Rolle am besten spielt. Mit dem neuen Trailer zu «Spider-Man: Brand New Day» schwingt sich Tom Holland jetzt seit zehn Jahren von den Dächern. Vor ihm taten das Tobey Maguire 2002 und Andrew Garfield 2012.
Tobey Maguire überzeugte im ersten Spider-Man-Film als Mensch unter der Maske. Er war als scheuer Nerd der perfekte Peter Parker – doch als Superheld wirkte er weniger überzeugend.

Andrew Garfield war dagegen phänomenal als Spider-Man. Dank seiner Körpersprache musste man sein Gesicht nicht sehen, um zu wissen, was in ihm vorging. Doch als Peter Parker wirkte er zu cool.

Tom Holland gelingt die Mischung: Er stottert, wenn er mit Mädchen spricht, und kämpft mit jugendlichem Enthusiasmus gegen Bösewichte – und praktisch ohne Stunt-Double. Hinzu kommt, dass Maguire und Garfield bei ihren ersten Auftritten fast 30 Jahre alt waren, während Holland mit 20 Jahren ein absolutes Babyface hatte und schon als kleiner Junge ein riesiger Spider-Man-Fan war.
Doch der grösste Unterschied liegt in der Story: Diesmal wird die Entstehungsgeschichte nicht wiedergekäut wie der Tod von Batmans Eltern. In den Filmen war Peter Parker lange nur der Teenager, der von einer radioaktiven Spinne gebissen wurde. Doch nun geht es weiter.
Peter ist erwachsen geworden – und Tom Holland könnte ihn noch die nächsten zehn Jahre spielen. Denn auch in den Comics bleibt Peter Parker nicht stehen. Er geht auf die Uni, hat einen Job, je nach Universum sogar Kinder und wird zum Mentor eines neuen Spider-Man. Die Geschichte geht weiter. Wie im echten Leben. Wer hätte gedacht, dass man das mal über einen Superhelden-Film sagen könnte? So könnte Spider-Man aus der Comic-Film-Blase ausbrechen. Mit ein bisschen Realität in einer Welt voller CGI.

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