In der Sektion «Panorama Schweiz» laufen gleich drei lange Dokumentarfilme – die auch thematisch in der Zentralschweiz verankert sind – und ein kurzer. Die ersten drei in der Aufzählung feiern Weltpremiere in Solothurn.
«Im Bann der Quarzkristalle» von Irene Marty, geboren 1958 in Altdorf, begleitet Strahler bei ihrer gefährlichen Arbeit in den Urner Alpen. In einer archaischen Berglandschaft, die sich in den letzten Jahren markant verändert hat (22.1., 14.15, Reithalle; 26.1., 19.45, Konzertsaal).
Felice Zenoni, ebenfalls Urner, erzählt in «Namaste Seelisberg» die Geschichte des Bergdorfs Seelisberg und des indischen Gurus Maharishi Mahesh Yogi, der in den 1970er-Jahren mit seiner internationalen Anhängerschaft in den Kanton Uri kam – und blieb. Der Film startet am 26. Februar in den Deutschschweizer Kinos (23.1., 20.45, Konzertsaal; 27.1., 11.15, Reithalle).
Es ist noch nicht lange her, da hat Fabian Biasio mit «Automania – von A nach B» für Gesprächsstoff gesorgt. Sein neustes Werk, «Kleine Männer – Klischees auf Augenhöhe», ist ein Kurzfilm von 52 Minuten über kurze Männer. Und damit auch über ihn selber. Er ist 165 cm gross. Das könnte wieder geistreich und amüsant sein (23.1., 13.30, Uferbau; 26.1., 9.30, Palace).
Über «Der Mann auf dem Kirchturm» von Edwin Beeler haben wir ausführlich berichtet. Im stillen, präzisen Dokumentarfilm, der aktuell auch in den Deutschschweizer Kinos läuft, erkundet er das Schweigen um den Suizid seines Grossvaters (24.1., 9.15, Uferbau; 28.1., 11.30, Canva Club).
Zugerin mischt im Wettbewerb «Visioni» mit
Für seinen Film «Nacktgeld» hat sich Regisseur Thomas Imbach von Arthur Schnitzlers Novelle «Fräulein Else» inspirieren lassen - auch darüber haben wir schon berichtet. Der gebürtige Luzerner, der schon lange als unabhängiger Filmemacher und Produzent in Zürich lebt, gehört zu den profiliertesten Schweizer Filmemachern. Ausschliesslich im Studio mithilfe einer speziellen Technologie gedreht, versetzt der Film das Publikum in den Kopf der Protagonistin. «Das Ergebnis verblüfft», findet unser Autor. Uraufgeführt wurde «Nacktgeld» am Filmfest München. In Solothurn läuft er ebenfalls im «Panorama Langfilm» und derzeit in den Deutschschweizer Kinos (22.1., 11.00, Reithalle; 26.1., 20.00, Canva).
Aber die Solothurner Filmtage richten ihr Spotlight nicht nur auf arrivierte Filmschaffende. Im jungen Wettbewerb «Visioni», der ein formal oder thematisch bewegendes erstes oder zweites Werk auszeichnet, mischt Antshi von Moos aus Steinhausen mit. Im Dokumentarfilm «Flying Scents – Of Plants and People» («Unter Pflanzen») holt sie Protagonisten mit einer Leidenschaft für die Pflanzenwelt vor die Kamera, die die komplexen Interaktionen zwischen Pflanzen, Insekten und Menschen beleuchten (24.1., 9.30, Landhaus; 26.1., 20.30, Palace).
Für den Prix de Soleure und den Prix du Public ist derweil kein Film aus unserer Region nominiert. Wohl aber buhlen zahlreiche Werke um einen von drei Kurzfilmpreisen – auch ein Verdienst unserer Hochschule. So etwa Thaïs Odermatt mit «Bandwurm Alexis & die Operndiva» um den Publikumspreis für den besten Kurzfilm oder Dejan Barac mit «Stefi» um den Nachwuchspreis. (reg)
Solothurner Filmtage, Mittwoch, 21. bis Mittwoch, 28. Januar; www.solothurnerfilmtage.ch.



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