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Comic

Ruedi Widmers Cartoons: Eine lustig-absurde Schweiz-Show

So lustig kann man die Schweiz sehen: Die besten Zeitungskarikaturen des Zeichners Ruedi Widmer im Buch «Verfassungslos».
Widmers gezeichnete Spitzen piksen.
Bild: pd

Zum Lachen ist die Politik meist erst, wenn man ihr Wirken radikal als Groteske weiterdenkt. Cartoonisten wie Ruedi Widmer sind darin wahre Hellseher – und er zu unserem grossen Vergnügen ein fröhlicher Spötter. Bei aller bewundernswert scharfen Widmer-Schweizbetrachtung muss man bei ihm keinen missionarischen Eifer, keinen Bierernst ertragen. Da werden in Shanghai reiselustige Touristen mit Plakaten von einem Ausflug in die Schweiz abgeraten: «Lucerne is totaly ugly!» - eine witzige Pointe auf das Wehklagen über hiesigen Overtourism.

Widmers gezeichnete Spitzen piksen. Etwa dann, wenn er das Bundeshaus flugs in ein Berner Bauernhaus mit Silotürmen auf beiden Seiten verwandelt – als «Politisches Machtzentrum der Schweiz», unschwer als Anspielung auf die üppige Vertretung dieser Berufsgruppe im Parlament erkennbar.

Was er mit seinen Cartoons in den letzten zehn Jahren aufs Korn genommen hat, den Widersinn in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft verlachend, ergibt in diesem Band ein umfassendes Schweiz-Porträt. Darin hat es auch Platz für Alltags-Absurditäten. Da zweifelt ein tapferer Strassenkehrer an seiner Laubwischerei, wenn ja doch alle nur immer auf ihre Handys glotzen: «Für was mache ich die Stadt schön?» Und wenn eine Spargelspitze auf einer Spargelorgel «La Hollandaise» spielt, kriegt man auch noch gezeichnete Kalauer serviert.

Ruedi Widmer: Verfassungslos. Die Welt, kurz erklärt. Edition Moderne, 206 S.

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