Mütter

Lady Gaga wird dank Leihmutter Mama, Millie Bobby Brown adoptiert – aber gemotzt wird immer

Es ist ein Phänomen: Sobald ein Promi Mama wird, fällt der Startschuss für wilde Spekulationen – und vor allem für Kritik. Fingerspitzengefühl oder Privatsphäre? Fehlanzeige.

«Lady Gaga ist jetzt Lady Mama!»: So oder so ähnlich lauteten die Schlagzeilen, als Paparazzi-Bilder von ihr mit einem Baby auftauchten. Die Sängerin gab bisher keinen Mucks von sich, doch Medien graben trotzdem alles aus – und Fans saugen es auf. Denn die Welt fühlt sich berechtigt, mitzureden.

Doch etwas fällt auf: Unter den zahlreichen Glückwünschen ploppen online auch viele weniger freundliche Kommentare auf. Weil Gaga ihre Tochter mithilfe einer Leihmutter bekam. «Sie hat das Kind nicht geboren», heisst es etwa. Oder: «Sie hat kein Kind bekommen, sondern jemand anderes.»

«Lena Dunham hat ihr Baby gekauft»

Noch viel extremer hagelt es Kritik auf Lena Dunham. Auch die «Girls»-Schauspielerin und Autorin wurde dank Leihmutter Mama einer Tochter. In ihren Memoiren «Famesick» schrieb die 40-Jährige, dass sie sich mit 31 Jahren die Gebärmutter entfernen lassen musste und damit die Hoffnung auf ein leibliches Kind verlor.

Doch auf Instagram wird nun heftig ausgeteilt. «Lena Dunham hat offiziell ein Baby gekauft», heisst es. In einem anderen Kommentar schreibt jemand von «Menschenhandel» und ein weiterer User ist «enttäuscht» von ihr.

Vor allem in Hollywood gab es in der Vergangenheit einige Promis, die dank einer Leihmutter Kinder bekamen. Denn anders als in der Schweiz, ist das in den USA legal. Kim Kardashian, Sarah Jessica Parker, Nicole Kidman, Elton John oder Ricky Martin taten es alle.

Es gibt durchaus sehr viele berechtigte Fragen zu dem Thema: Ist es ethisch vertretbar? Beutet man eine Frau für die Nutzung des Körpers aus? Darf man ein Kind so «kaufen»? Es ist offensichtlich eine sehr kontroverse Diskussion. Doch auch wenn berechtigt, gibt es online wie so oft kaum Fingerspitzengefühl.

«Ich möchte ein Kind mit meiner DNA»

Oft wird dort einfach gefordert, man solle doch adoptieren. Doch nicht jeder möchte das. So wie Jennifer Aniston. Der Schauspielerin wurde von der Öffentlichkeit lange vorgehalten, ihre Karriere über Kinder zu stellen. Dabei versuchte sie jahrelang vergeblich, schwanger zu werden.

Im vergangenen Jahr sagte sie im «Armchair Expert»-Podcast unmissverständlich: «Ich möchte kein Kind adoptieren. Ich möchte meine eigene DNA in einem kleinen Menschen haben.» Das war es, was sie wollte, egal ob manche das egoistisch finden.

Auch bei Adoption wird gemotzt

Wie sich zeigt, wird auch gemotzt, wenn man wie Millie Bobby Brown adoptiert. Laut «People» haben der «Stranger Things»-Star und Ehemann Jake Bongiovi das kürzlich zum zweiten Mal getan, nachdem sie im August 2025 erstmals ein Mädchen zu sich holten. Damals gab es bizarre Reaktionen, die durch Social Media geisterten.

«Mit 21 zu adoptieren, ist an Dummheit kaum zu überbieten», twitterte jemand. In einem Tweet wurde gefragt: «Warum bekommen sie es nicht auf die altmodische Art?» Oder der Klassiker: «Kann er keine Kinder zeugen oder kann sie keine austragen?» Ein User befand: «Diese Gene verdienen es, weitergegeben zu werden.» Manche unterstellten der Schauspielerin sogar, dass sie keine «richtige» Mutter sei.

Dabei betont die heute 22-Jährige: «Adoption ist Liebe. Adoption ist für immer.» Doch die Kommentare hörten nicht auf. «Ihr seid einfach bösartig, und ich habe keine Zeit für wütende Frauen, die das Bedürfnis haben, einen fertigzumachen. Besonders wenn es ums Muttersein geht», sagte Brown im Podcast «Not Gonna Lie».

Am Ende bleibt die Erkenntnis: Egal, ob Adoption, Leihmutterschaft oder leibliches Kind – die Gesellschaft hat immer etwas zu meckern. Immerhin geht es Promis genau wie vermutlich jeder anderen Mutter. Man kann es einfach nie allen recht machen.

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