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Polizeiruf 110

Potsdam sehen und sterben – ohne den süssen Ross wäre das  bitter

Ein Juwelier in seinem Blut, ein Märchenprinz in einer Märchenstadt, wer Klischees mag, ist mit der Folge «Goldraub» bestens bedient.
Potsdam kann echt schön sein, auch wenn eine Ecke weiter ein Juwelier in seinem Blut liegt. Kriminalkommissar Vincent Ross (André Kaczmarczyk, links) und Kriminalkommissar Karl Rogov (Frank Leo Schröder) vom deutsch-polnischen Kommissariat in Swiecko.
Bild: Christoph Assmann / RBB

Der süsseste Goldjunge unter den Kommissaren ist wieder da! Er flaniert durch die schnieke Innenstadt von Potsdam, als hüpfte er über die Seiten eines Bilderbuches, klappert mit seinen dunklen Kajal-Augen, huch, ein Goldraub mit zwei Toten . . .  an diesem Punkt könnte der «Polizeiruf» zu Ende sein. Das Publikum hätte das Wichtigste gesehen: Vincent Ross gespielt vom genderfluiden Märchenprinzen unter den tough Guys an Kommissaren, André Kaczmarczyk.

Ross und Museumsdirektor Feldmann (Thomas Bading) vor beeindruckender Potsdam-Kulisse. ARD/
Bild: Christoph Assmann / RBB

Was sich im Übrigen in Potsdam ereignet, ist hübsch und oberflächlich, viel mehr aber nicht. Erstaunlich, wie man aus der strukturschwachen Stadt eine attraktive, vom Massentourismus gesäuberte Kulisse macht, um dort dann Ross und Karl Rogov (Frank Leo Schröder) ins Geschehen einzufügen.  Sie sollen darüber sinnieren, ob ein Überfall in einem Juweliergeschäft von der landesweit gesuchten polnischen Diebesbande (Markenzeichen Clownmasken) stammt. Oder eben nicht. Die Täter müssen Insiderwissen haben und ein schlüssiges Motiv.

Vincent Ross (André Kaczmarczyk)  ermittelt in allen Lagen.
Bild: Christoph Assmann / RBB

Da nun aber alles an dem Brandenburger Krimi schlüssig ist, und der Anfangsverdacht auch das Publikum sofort zum Täter führt, muss man sich mit dieser Folge keine weitere Mühe machen. Das Drehbuch unterschätzt sein Publikum, daran kann auch die Starbesetzung mit Thomas Bading kaum etwas ändern. André Kaczmarczyk immerhin ist die Zuckerschnute, von der man auch in sinnfreien Zusammenhängen nicht genug bekommt. (3/5 Sterne)

Polizeiruf 110, 29. März, 20.15 in der ARD.

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