Der süsseste Goldjunge unter den Kommissaren ist wieder da! Er flaniert durch die schnieke Innenstadt von Potsdam, als hüpfte er über die Seiten eines Bilderbuches, klappert mit seinen dunklen Kajal-Augen, huch, ein Goldraub mit zwei Toten . . . an diesem Punkt könnte der «Polizeiruf» zu Ende sein. Das Publikum hätte das Wichtigste gesehen: Vincent Ross gespielt vom genderfluiden Märchenprinzen unter den tough Guys an Kommissaren, André Kaczmarczyk.
Was sich im Übrigen in Potsdam ereignet, ist hübsch und oberflächlich, viel mehr aber nicht. Erstaunlich, wie man aus der strukturschwachen Stadt eine attraktive, vom Massentourismus gesäuberte Kulisse macht, um dort dann Ross und Karl Rogov (Frank Leo Schröder) ins Geschehen einzufügen. Sie sollen darüber sinnieren, ob ein Überfall in einem Juweliergeschäft von der landesweit gesuchten polnischen Diebesbande (Markenzeichen Clownmasken) stammt. Oder eben nicht. Die Täter müssen Insiderwissen haben und ein schlüssiges Motiv.
Da nun aber alles an dem Brandenburger Krimi schlüssig ist, und der Anfangsverdacht auch das Publikum sofort zum Täter führt, muss man sich mit dieser Folge keine weitere Mühe machen. Das Drehbuch unterschätzt sein Publikum, daran kann auch die Starbesetzung mit Thomas Bading kaum etwas ändern. André Kaczmarczyk immerhin ist die Zuckerschnute, von der man auch in sinnfreien Zusammenhängen nicht genug bekommt. (3/5 Sterne)
Polizeiruf 110, 29. März, 20.15 in der ARD.





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