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Öffentliche Kritik

SRF-Moderatorin: «Nach der ersten Staffel von ‹Zwei Reisen› war Therapie ein grosses Thema»

Wer vor der Kamera steht, braucht ein dickes Fell. Das weiss auch SRF-Moderatorin Mira Weingart. Trotzdem will sie auch über persönliche Themen sprechen – und wie sie negative Seiten ihrer Exponiertheit überwinden konnte.
Mira Weingart reist bereits in der zweiten Staffel der SRF-Sendung «Zwei Reisen» umher. Doch vor der Kamera zu stehen brachte zunächst ungeahnte Herausforderungen mit sich.
Bild: SRF

Sie liebe Moderatorinnen und Moderatoren, die «ultraauthentisch» seien und etwas von sich preisgeben, sagt SRF-Moderatorin Mira Weingart im Interview mit der «Schweizer Illustrierten». So wolle sie auch sein, habe sie sich vorgenommen – und zieht das durch. Trotzdem kämpft sie mit den Schattenseiten, die das mit sich bringt. Doch statt das zu verstecken, spricht sie darüber.

Dabei habe sie in der Vergangenheit schon Dinge öffentlich gesagt, bei denen sie im Nachhinein unsicher geworden sei: «Das sehen nachher irgendwelche Leute. Und kommentieren. Das kann auch mal wehtun.» Und unangenehm sein, wenn etwa plötzlich eine «Sex-Schlagzeile» ein Interview dominiert, was auch schon mal vorkam. «Ich weiss ja, wie Medien funktionieren. Ich mache das ja selbst», sagt Weingart.

«Sich im Fernsehen zu sehen, macht etwas mit einem»

Und doch sei es etwas anderes, wenn man selbst im Fokus steht. Dabei steckt sie berechtigte Kritik weg – doch manches trifft sie. «Ich habe sehr stark das Bedürfnis, geliebt zu werden, und habe eine unterschwellige Angst, dass jemand mich nicht mag», gibt sie zu. «Das ist nur menschlich, aber bei mir ist das ein bisschen zu sehr der Fall», sagt die 29-Jährige.

Mira Weingart in der ersten Staffel von «Zwei Reisen». Geschminkt sei sie allerdings meistens nur vor der Kamera, sagt sie.
Bild: SRF

Bisher habe sie glücklicherweise noch keine wirklich fiesen Kommentare über sich gesehen, dafür ist sie umso kritischer mit sich selbst. Und ihrem Aussehen. «Nach der ersten Staffel von ‹Zwei Reisen› war Therapie ein grosses Thema», erzählt sie. In der Sendung bereisen sie und Komiker Jonny Fischer jeweils verschiedene Länder, und der Wechsel vom SRF-Virus-Mikrofon vor die Kamera hatte einen kleinen Schock im Gepäck: «Es bereitet einen niemand darauf vor, wenn man sich zum ersten Mal im Fernsehen sieht. Da passiert etwas mit einem. Man sieht sich aus jedem Winkel und presst sich auch noch in einen Neoprenanzug. Dafür war ich nicht bereit.»

Sie habe schon zuvor regelmässig mit einer Therapeutin geredet und ist überzeugt: «Therapie ist etwas Grossartiges. Auch wenn man sich gesund und gut fühlt, denn danach fühlt man sich noch besser.» Nach der Sendung hätten sich die Sitzungen aber vermehrt um Themen wie Selbstwert und Selbstliebe gedreht.

Ihre Therapeutin habe sie gefragt: «Was wünschst du dir, was die Menschen von dieser Sendung mitnehmen?» Weingart habe daraufhin mehrere Dinge aufgezählt – und gemerkt, dass nichts davon mit ihrem Aussehen zu tun hat. Ihre Therapeutin habe ihr den Rat gegeben, «Schau die Sendung noch einmal – aber frag dich: Ist sie spannend? Lustig? Lehrreich?» Das habe sie getan, «und mich danach mit einem viel liebevolleren Blick gesehen», erzählt die Moderatorin.

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