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Mickey Rourke

«Ich will, dass ihr euer Geld zurückbekommt»: Hollywoodstar verwirrt seine Fans

Dem Schauspieler Mickey Rourke droht der Verlust seines Hauses, was ein Spendenaufruf verhindern soll. Doch nun sagt Rourke, er habe nichts mit dem Aufruf zu tun.
Will keine finanzielle Unterstützung seiner Fans: Schauspieler Mickey Rourke, hier auf einem Bild vom Frühling 2025.
Bild: Louis Wood / Imago

«Ruhm schützt nicht vor Not.» Der Satz ist etwas grossspurig, wahr ist er dennoch. Er steht in der Beschreibung eines Spendenaufrufs, der seit Sonntag läuft und Geld sammeln soll für einen, der Ruhm genoss und nun Not leidet: Mickey Rourke.

Anfang der Achtzigerjahre erlangte der US-amerikanische Schauspieler Bekanntheit mit Filmen wie «American Diner» oder «Rumble Fish». Durch das Erotik-Drama «9 1⁄2 Wochen» (1986) wurde er zum Sexsymbol, durch seine Leistung im Thriller «Angel Heart» (1987) endgültig zum gefeierten Darsteller.

In den Neunzigern allerdings versuchte sich Rourke als Profi-Boxer, was ihn mit zertrümmertem Gesicht zurückliess. Er unterzog es zahlreichen Operationen, während seine Rollen an Glamour verloren. Mit seiner Hauptrolle im Film «The Wrestler» (2008) gelang ihm ein Comeback, doch an diesen Erfolg oder gar an seinen Ruhm der Achtziger konnte er seither nicht anknüpfen.

So lernte die Welt ihn kennen: Mickey Rourke an der Seite von Kim Basinger, die neben ihm in «9 1⁄2 Wochen» (1986) spielte.
Bild: Imago

Eine Mahnung hat Rourke schon erhalten

Aktuelle Paparazzi-Fotos zeigen den 73-jährigen Schauspieler in gebrechlicher Haltung, beinahe kahlköpfig, wie er Tüten eines Lieferdienstes vor seinem Haus in Los Angeles aufliest. Und wegen dieses Hauses, wo er mehr als zehn Jahre lang lebte, steckt Rourke nun in Schwierigkeiten.

Laut einem Bericht der «Los Angeles Times» hat Rourke knapp 60'000 Dollar Mietschulden, weshalb er am 18. Dezember eine Mahnung erhalten habe. Kann er die Schulden nicht zurückzahlen, droht der Rauswurf aus dem Haus, dessen Miete monatlich 7'000 Dollar betragen soll.

Doch das nötige Geld scheint zu fehlen. Das jedenfalls legt der Spendenaufruf nahe, den Rourkes Managerin Kimberly Hines und ihre Assistentin über die Plattform GoFundMe starteten. «Hilf Mickey Rourke, in seinem Zuhause zu bleiben», lauten Titel und Ziel der Kampagne.

Das Kampagnenziel ist beinahe erreicht

«Mickey steht vor einer sehr realen und dringenden Situation: der drohenden Räumung von seinem Zuhause», schreibt Hines. «Diese Spendenaktion wird mit Mickeys ausdrücklicher Zustimmung ins Leben gerufen, um akute wohnungsbezogene Kosten zu decken und genau das zu verhindern.»

Als Spendenziel sind 100'000 Dollar angegeben, die am frühen Dienstagnachmittag bereits übertroffen waren. Seit Sonntag haben mehr als 2'700 Menschen gespendet und im Kommentarbereich ihre Wertschätzung für Rourke ausgedrückt.

«Hey Mickey, du warst immer mein Lieblingsschauspieler», schreibt ein Spender. «Hier ein paar Kröten von einem hart arbeitenden Trucker. Es ist nicht viel, aber ich hoffe, es bedeutet dir etwas. Halt den Kopf oben und versuch, innerhalb deiner Mittel zu leben», schreibt ein anderer.

Rourke nennt die Kampagne «erniedrigend»

An dieser Stelle hätte diese traurige Geschichte mit einem kleinen Happy-End ausklingen können. Spendenziel erreicht, Rauswurf abgewendet, Lektion gelernt. Doch Mickey Rourke selbst, der davor zur Sache geschwiegen hatte, bog sie in eine neue, zunächst skurril anmutende Richtung.

Am Montagabend veröffentlichte der Schauspieler auf seinem Instagram-Kanal ein berührendes, fünfminütiges Video. Darin bestritt er, irgendetwas mit dem Spendenaufruf zu tun oder von ihm gewusst zu haben. Das Video zeigt ihn mit Cowboy-Hut und mutmasslich einer Perücke darunter. In seinem Schoss hält er seinen Hund Lucky, während er in die Kamera redet.

Es sei etwas geschehen, das ihn frustriere, verwirre, und das er nicht verstehe. «Jemand hat irgendeine Art Spendenaktion für mich eingerichtet, und das bin nicht ich, okay?», sagte Rourke. «Wenn ich Geld bräuchte, würde ich niemals um verfickte Wohltätigkeit bitten. Da würde ich mir eher eine Waffe in den Arsch stecken und abdrücken.» Er habe keine Ahnung, wer hinter der Kampagne stecke und was diese Person beabsichtige. Für ihn sei die Situation «peinlich» und «erniedrigend».

Auf seine Wohnsituation ging Rourke im Video nicht näher ein, sondern sagte lediglich, dass er «ein Dach über dem Kopf und Essen» habe, wofür er dankbar sei. «Ich will das Geld von niemandem, ich will, dass ihr euer Geld zurückbekommt.» Er werde sich dafür mit seinem Anwalt in Verbindung setzen.

Managerin bestätigt, dass die Aktion legitim sei

Inzwischen ist die Verwirrung, die das Instagram-Video stiftete, gelöst. Rourkes Managerin Kimberly Hines hat sich am Dienstagnachmittag in einem Interview mit dem Branchenblatt «The Hollywood Reporter» zur Sache geäussert.

Sie bestätigte, dass die Aktion legitim und mit Rourke abgesprochen gewesen sei. Aber vermutlich habe dieser den Mechanismus des Aufrufs nicht genau verstanden und sei nach dem grossen Medien-Echo dazu in Form des Instagram-Videos «ausgeflippt». Dabei betonte Hines, dass die Spender ihr Geld selbstverständlich rückerstattet bekämen, falls Rourke es denn tatsächlich nicht wolle.

So bleibt das Ganze eine traurige Geschichte, deren skurrile Wendung sie letztlich noch etwas trauriger macht. Öffentliche Unterstützung für einen Abgestürzten, dem diese Öffentlichkeit so zusetzte, dass er sich maximal verletzlich zeigte: ehrlich verwirrt. Die 100'000 Dollar sind ein schwacher Trost.

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