«Punk und Metal trennen Welten? Von wegen!» kann als Motto der 5. Ausgabe des Festivals «Metalstorm over Luzern» im Südpol gesehen werden. Es wird vom Zentralschweizer Verein Metal Storm Concerts organisiert und bringt zweimal im Jahr Szenengrössen aus verschiedenen Subgenres nach Luzern.
Die britischen Grindcore-Pioniere Napalm Death führen das Line-up an. Sie «spielen trotz des anhaltenden globalen Erfolgs auch kleine Club-Gigs», schreiben die Veranstalter. Im Sommer vor drei Jahren erst spielten sie im Musikzentrum Sedel, wo dieses Wochenende ebenfalls Metal angesagt ist (siehe Box). Einen Mehrwert bietet sicher der 20-minütige «Metal Talk» mit den Legenden des Underground.
Experimenteller Grindcore mit Full of Hell
Am «Drunk’n’Roll» treten am Samstag ab 18 Uhr vier Schweizer Metal-Bands und das 2017 gegründete Trio Löanshark aus Barcelona auf mit 80er-Jahre-Vorbildern wie Judas Priest, Saxon, Riot oder Dokken. Die US-Band Full of Hell am Sonntag verbindet Grindcore mit Noise und Industrial zu einem extrem dichten, chaotischen Sound (ab 20 Uhr: The Body, Jarhead Fertilizer, JAD). (reg)
Unverändert klare Haltung seit den 80er-Jahren
Grindcore hat seine Wurzeln im Hardcore Punk und im Crustcore der frühen 80er-Jahre. Mit Crustcore ist sowohl ein Musikstil als auch eine Subkultur gemeint, die aus dem Anarcho- und Hardcore Punk heraus entstanden sind. Wer die Band aus Birmingham über die Jahre verfolgte, konstatiert eine Weiterentwicklung, die bis heute anhält. Die Kultband ist gut gealtert. Unverändert blieb ihre klare Haltung gegen rechte Ideologien. Seit den 80ern positionieren sie sich eindeutig im linken, antifaschistischen Spektrum; die Texte rücken Ungleichheit, Kapitalismus, Krieg oder Entmenschlichung ins Zentrum.
Man darf die Wahl des Headliners wohl auch als Reaktion auf den unerwünschten Besuch einer Gruppe von rechtsextremen Personen lesen, der die letzte Ausgabe im Oktober mit Blackened-Death-Metal- und Grindcore-Bands trübte. «Wir setzen unsere Einlasspolitik noch restriktiver um, damit wir eine sichere und friedliche Veranstaltung garantieren können», schreibt der Südpol. «Personen, welche durch rassistische, nationalistische, und/oder sonstige menschenverachtende Äusserungen auffallen, werden des Veranstaltungsortes verwiesen und mit einem permanenten Hausverbot belegt.» Je härter die Musik, desto friedlicher die Stimmung. Eigentlich ist Napalm Death allein schon Garant dafür. (reg)
Samstag, 18. April, 15.00, Grosse Halle/ Shedhalle, Südpol, Kriens.


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