
Während der Trailer typisch emotionale Tränendrüsen-Nostalgie versprach, überrascht «The One About Matthew Perry»: Die Netflix-Doku ist keine über einen Promi, sondern vor allem über einen Süchtigen und wie seine Familie und Freunde mit seiner Sucht umgingen.
Manche Kritiker bemängeln, dass Perrys berühmte «Friends»-Co-Stars nicht auftauchen. Kaum ein Promi kommt zu Wort. Doch genau das gibt seiner eigenen Geschichte Raum, statt sie in Hollywood-Drama zu ertränken.

Trotz Erfolg fühlte er sich elend
Aber klar, man kann nicht von Matthew Perry erzählen, ohne seine berühmteste Rolle als Chandler Bing zu erwähnen. «Friends» gehört zu seinem Vermächtnis. Das ist es, woran man sich in erster Linie erinnert. Das und an seine Drogensucht. Und so gibt es zunächst doch eine Dosis Nostalgie.
Zum Beispiel wie er betete: «Gott, du kannst mit mir machen, was du willst, aber bitte mach mich berühmt» und erhört wurde – aber damit eben auch die dunkle Seite einherging.
Wie er sich seiner «Friends»-Rolle als Chandler verbunden fühlte und sagte: «Es war ein Typ, der versuchte, alle davon abzulenken, wie furchtbar er sich fühlt, indem er lustig war.»
Dass er bei all seinem Erfolg feststellen musste: «Das hat meine inneren Probleme nicht gelöst.» Und wie er drogensüchtig wurde.
Das ist nicht neu. Fans wissen all das spätestens seit Perrys Biografie 2022 erschien, in der er sein Leben knallhart ausbreitete.
«Er gab 7 Millionen Dollar aus, um clean zu werden»
Stattdessen kommen nun seine jüngere Schwester und enge Freunde zu Wort. Und das ist es, was das Ganze von anderen Hollywood-Dokus abhebt. Aber erst ab der Hälfte der drei Folgen.

Nachdem Zuschauer zuerst mit Perrys «Friends»-Aufstieg zum Star eingelullt wurden, fliessen die Tränen umso mehr, wenn nicht er im Fokus steht. Nämlich dann, wenn seine Familie und Freunde erzählen, wie sehr er gegen seine Sucht kämpfte – und sie ihm nicht helfen konnten.
«Er gab 7 Millionen Dollar aus, um clean zu werden», sagt seine Schwester Mia Perry Bowick. Als damals 15-Jährige erfuhr sie in den 90er-Jahren aus den Klatschspalten, dass er erstmals in eine Entzugsklinik ging. Es folgten rund 15 weitere.
Ein Happy End gibt es nicht: Am Ende der Doku bleibt das Gefühl, dass man einen Süchtigen nach besten Kräften unterstützen und lieben kann, aber es manchmal dennoch nicht reicht.



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