Klassik

Intendant des Luzerner Sinfonieorchesters gibt seinen Rücktritt bekannt – doch er behält wichtige Aufgaben

Numa Bischof Ullmann beendet seine Intendanz beim Luzerner Sinfonieorchester nach 25 Jahren im Sommer 2028. Er bleibt aber Geschäftsführer der Stiftung des Orchesters und leitet weiterhin das Festival Le Piano Symphonique.

Dass das Luzerner Sinfonieorchester sich zu einem der schweizweit führenden Orchester mit internationaler Ausstrahlung entwickelt hat, trägt ganz massgeblich seine Handschrift. Nun tritt Intendant Numa Bischof Ullmann, der diese Aufgabe 2003 übernommen hatte, im Sommer 2028 zurück. Der gebürtige Basler wird aber dem Orchester verbunden bleiben und zwei zentrale Aufgaben behalten: Zum einen wird er weiterhin die Geschäftsführung der Stiftung verantworten, zum anderen das Klavierfestival Le Piano Symphonique als künstlerischer Leiter weiterführen.

Gerade Le Piano Symphonique, von ihm initiiert und 2022 erstmals durchgeführt, gehört zu den Meilensteinen von Bischofs Intendanz. Vor allem aber erfuhr das Orchester unter ihm eine Weiterentwicklung. Dies betrifft durchaus auch die schiere Orchestergrösse und damit den heutigen Klangkörper. Waren es 2003 noch 47 festangestellte Musikerinnen und Musiker, sind es heute mindestens 80. «Die Vergrösserung war eigentlich eine Normalisierung. Erst sie ermöglicht eine musikalische Breite, mit der wir nicht nur Mozart oder Beethoven, sondern auch Romantiker wie Tschaikowsky, Bruckner oder Mahler spielen können», erklärt Numa Bischof Ullmann im Gespräch mit unserer Zeitung.

Gastspiele in über 30 Ländern

Natürlich ist das Luzerner Sinfonieorchester aus Zentralschweizer Sicht eine einheimische Institution, die viel Stolz auslöst. Aber Gastspiele in über 30 Ländern zeigen, wie es weit über Luzern und die Schweiz hinaus ausstrahlt. Auch viele Tonträgerproduktionen und Kompositionsaufträge zeugen von seinem Renommee. Die Gründung und der Aufbau der Stiftung für das Luzerner Sinfonieorchester sowie die Finanzierung des Orchesterhauses gehören zu weiteren Errungenschaften der aktuellen Intendanz.

Dass deren Ende nun mit fast zwei Jahren Vorlaufzeit angekündigt wird, soll genug Zeit für die Nachfolgelösung ermöglichen. Der Verein Luzerner Sinfonieorchester will diesen Prozess zeitnah einleiten. Und dann auch Numa Bischof Ullmann noch angemessen würdigen, wie Präsidentin Karin Auf der Maur verspricht: «Die Saison 2027/28 wird den Abschluss einer 25-jährigen Ära markieren. Mit herausragenden Projekten wollen wir diese Ära würdigen und zugleich den Blick nach vorn richten.» Dass der Zeitpunkt des Rücktritts nicht mit dem Ende des Engagements von Chefdirigent Michael Sanderling zusammenfällt, ist im Sinne von Kontinuität kein Nachteil. Sanderlings Vertrag läuft erst ein Jahr später aus.

Entflechtung zu Gunsten der neuen Intendanz

Numa Bischof Ullmann selber hat nicht vor, wegen der frühzeitigen Ankündigung zur «Lame duck» zu werden: «Ich freue mich darauf, die kommenden zwei Saisons zu gestalten. Es wird ein musikalisches Feuerwerk geben – mit Reminiszenzen an prägende Linien der letzten Jahre und neuen Akzenten.»

Doch warum wird er gerade Le Piano Symponique auch nach der Intendanz künstlerisch leiten? Numa Bischof Ullmann: «Das Klavierfestival ist gewissermassen ein Kind von mir und liegt mir darum besonders am Herzen. Aber vor allem macht es mit Blick auf die neue Intendanz Sinn, die beiden Aufgaben zu entflechten.» Er habe beides aufgrund seiner langjährigen Erfahrung bewältigen können. «Wenn wir für die neue Intendanz eine Spitzenkraft wollen, müssen wir zeitgemässe Strukturen anbieten.»

«Ich will es noch gar nicht wissen»

Dass Numa Bischof Ullmann weiterhin zentrale Aufgaben fürs Orchester übernimmt, zeigt nicht nur seine starke Verbundenheit mit diesem. Sondern auch mit der ganzen Region. Vieles spricht also dafür, dass auch nach Ende der Intendanz der Schwerpunkt seiner Tätigkeit hier sein wird. Der 56-Jährige, der eine Familie mit inzwischen erwachsenen Kindern hat, weiss aber noch nicht, was er in zwei Jahren Neues tun wird. «Ich will es noch gar nicht wissen. Und lieber neugierig sein auf das, was kommt.»

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