In ihrem neuen Projekt gestaltet die Luzerner Choreografin Beatrice Im Obersteg gemeinsam mit neun Performerinnen aus unterschiedlichen Lebensphasen sowie beruflichen und künstlerischen Kontexten den Bellerivepark als begehbare choreografische Landschaft.
Die Soli aus Tanz und künstlerischer Gestik werden im Übergang von Abend zu Nacht ein vielschichtiges Zusammenspiel von Gegenwart, Erinnerung und Vorstellung. Die Arbeiten von Beatrice Im Obersteg suchen Bedeutung nicht gezielt. Diese zeigt sich einfach; in Bewegungen, in Blicken, in der Interaktion zwischen Körpern und Umgebung. Und alles individuell wahrnehmen.
Das Publikum bewegt sich frei durch den Park
Für das Projekt «Layers of Presence» wird der Bellerivepark zum Schauplatz. Die neun Performerinnen haben keine gemeinsame Erzählung entwickelt und verkörpern keine Rollen. Vielmehr bewohnen sie den Ort mit ihrer je eigenen Präsenz. Sie erscheinen und verschwinden, verweilen, wiederholen, beobachten. Das Publikum bewegt sich frei durch den Park und findet eigene Wege zu den Soli.
«Layers of Presence» verweist laut Beatrice Im Obersteg auf die Schichten jedes Augenblicks: Wahrnehmung ist durchdrungen von Erinnerungen, von inneren Bildern, von Erwartungen. Im Verlauf des Abends verändert die einsetzende Dunkelheit die Beziehungen zwischen Körpern, Dingen und Raum. Bekanntes wird fremd, Gewissheiten verblassen, Nebensächliches tritt hervor. Entscheidend sei auch, dass die Verschiedenheit der Performerinnen sichtbar bleibt.
Was passiert, wenn wir uns Zeit nehmen?
Ein verbindendes Element sind die Klanginstallationen und die Live-Musik von Musiker Markus Lauterburg. Sie kommentiert nicht, sondern hört mit. Zudem gibt es eine Lyrik Hörstation des Luzerner Autors. Was passiert, wenn wir uns Zeit nehmen? Gerade im Gegensatz zu unserer von Events getriebenen Gesellschaft. Wenn wir nicht nur schauen, sondern verweilen. Wenn wir zulassen, dass sich Erinnerungen, Wahrnehmung und Imagination verbinden. Genau deshalb ist das Publikum eingeladen, sich im eigenen Tempo durch den Park zu bewegen und sich auf das einzulassen, was sich nicht festhalten lässt.
Folgende Künstlerinnen sind zu erleben: Anna von Siebenthal, Brigitte Keller, Elsbeth Carolin Iten, Fabienne Bonnaire, Irene Dittli, Kathrin Künzi, Karin Amini-Stefaner, Sonja Rindlisbacher und Verena Omlin.
«Layers of Presence»: am Samstag, 29. August, und am Samstag, 5. September, ab 20 Uhr im Park der PH Bellerive. Verschiebedaten (nur bei Sturm): 30.8. / 6.9. Um alle Performenden zu sehen, wird empfohlen, etwa 80 Minuten einzuplanen. VV: www.dis-tanz.ch







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