Instagram-Trend

KI-Hype bringt 80er-Looks zurück – doch nicht alle finden das lustig

Ach herrje, die 80er sind zurück! Zumindest auf Instagram. Doch was steckt hinter dem neuesten KI‑Trend? Und was kostet uns dieser Spass eigentlich?

Auf Instagram wimmelt es von Dauerwellen, Vokuhila und grellen Neon-Outfits: Leiden plötzlich alle unter einer Geschmacksverstauchung? Nein. Stattdessen ist ein Hype ausgebrochen und Millionen nutzen KI, um die brennende Frage zu klären: «ChatGPT, wie hätte ich in den 80er-Jahren ausgesehen?»

Seinen Anfang nahm das Ganze offenbar in Indien und Pakistan, wo viele Bollywood-Stars ihre 80er-KI-Fotos geteilt haben. Aber auch Schweizer Promis wie Moderatorin Melanie Winniger, Model Manuela Frei oder Sänger Seven zeigen ihre lustigen Portraits.

Nicht alle feiern mit: die dunkle Seite des Trends

Doch nicht alle sind begeistert. «Warum fragt ihr ChatGPT, wenn ihr damals schon gelebt habt? Zeigt doch einfach ein Foto von damals», heisst es in Kommentaren. In einem anderen schreibt jemand: «Ich will einen ‹Gefällt mir nicht›-Button auf Instagram für all die Leute, die diesen KI-Schrott posten.»

Manche sind dabei mehr als nur etwas genervt: «Am Ende haben wir kein verdammtes Trinkwasser mehr, nur weil ihr euch unbedingt eine Dauerwelle verpassen und Acid-Wash-Jeans tragen wollt.»

Ein Bericht des Instituts für Wasser, Umwelt und Gesundheit der Universität der Vereinten Nationen zeigte kürzlich, wie viel Wasser KI-Rechenzentren zur Kühlung brauchen. Bis 2030 könnten es bis zu 9,3 Billionen Liter werden. Das entspricht «dem jährlichen Bedarf der 1,3 Milliarden Menschen in Subsahara-Afrika».

Ist der Aufschrei vergessen?

Doch manche sehen noch ein anderes beunruhigendes Problem. «Ich kann nicht fassen, dass man generative KI freiwillig mit Fotos von sich selbst füttert», schreibt jemand in einem Kommentar und fragt: «Erinnert ihr euch daran, wie Leute Anfang des Jahres generative KI genutzt haben, um explizite Fotos von Personen zu erstellen?»

Tatsächlich war der Aufschrei vor wenigen Monaten gross, als bekannt wurde, dass Tausende User sogenannte «Undress Bots» und «Nudify-Apps» nutzen. Auch mit Elon Musks Chatbot Grok wurden so Fotos von Frauen und sogar Kinder sexualisiert.

Denn KI nutzt hochgeladene Bilder, um zu trainieren. Doch dabei läuft man Gefahr, die Kontrolle und die Zustimmung darüber zu verlieren, was damit geschieht.

Hundeohren oder Actionfiguren: KI-Trends begeistern seit Jahren

Trotzdem sehen nicht alle den aktuellen 80er-Trend so eng. In zahlreichen Kommentaren liest man auch: «Lass die Leute doch einfach in Ruhe und leb dein eigenes Leben.» Natürlich ist es eine lustige Spielerei, sich so zu verändern. Auch für Promis.

Angefangen hat es vor gut zehn Jahren mit Snapchat-Filtern, bei denen man sich Hunde-Gesichter oder Blumenkronen aufsetzen konnte. Bereits 2023 gab es den «90s Yearbook»-Trend, mit dem sich Promis als 90er-Versionen zeigten. Letztes Jahr waren es KI‑Actionfiguren. Und jetzt sind wir beim 80er-KI-Trend angekommen.

Echte 80er-Fans vs. KI

Manch einer, der damals schon gelebt hat, schmunzelt darüber. Frei nach dem Motto: «Ich muss keine KI nutzen, ich habe damals schon schrecklich ausgesehen.» Andere finden, man könnte sich tatsächlich verkleiden, statt die KI zu nutzen: «Stellt euch vor, wie viel kreativer und cooler das alles wäre, wenn echte menschliche Gehirnleistung dahinterstecken würde!»

Doch es gibt Hoffnung. Denn es gibt echte Menschen auf Instagram, die sich ganz diesem Stil verschrieben haben. Die «Monkee Bois» sehen aus, als wären sie aus einem Bon Jovi-Musikvideo gehüpft. Auf ihrem Account teilen sie nicht nur Tipps, wie man sich so stylt, sondern vermitteln auch ein herrlich gesundes Männerbild voller Emotionen und Selbstironie.

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