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Hollywood-Legende Robert Duvall ist tot

Seine durchgeknallte Liebeserklärung an Napalm am Morgen ist eine der berühmtesten Szenen der Filmgeschichte. Doch Robert Duvall brillierte auch als frommer Prediger – und war auch hinter der Kamera erfolgreich.
Robert Duvall ist tot.
Bild: Keystone (2015)

Der durch viele Charakterrollen bekannt gewordene US-Schauspieler Robert Duvall ist tot. Der Oscar-Preisträger sei am Sonntag (Ortszeit) friedlich in seinem Haus in Middleburg im Bundesstaat Virginia gestorben, teilte seine Frau Luciana Duvall auf seiner Facebook-Seite mit. Duvall wurde 95 Jahre alt.

«Für die Welt war er ein Oscar-prämierter Schauspieler, Regisseur und Geschichtenerzähler. Für mich war er einfach alles», schrieb Luciana Duvall. Duvall habe sein Handwerk und seine Figuren geliebt. «In jeder seiner vielen Rollen gab Bob alles für seine Figuren und für die Wahrheit des menschlichen Geistes, den sie verkörperten.»

Der kahlköpfige, drahtige Duvall hatte zwar nicht das Aussehen eines Hauptdarstellers, aber nur wenige Charakterdarsteller konnten auf eine so lange, erfolgreiche Karriere zurückblicken wie er. Die Charaktere, die er in Haupt- und Nebenrollen verkörperte, reichten vom Wanderprediger bis zum Sowjetdiktator Josef Stalin. Sieben Mal war er für den Oscar nominiert. 1984 gewann er die Auszeichnung als bester Hauptdarsteller für seine Rolle als Mac Sledge in «Comeback der Liebe». Ausserdem gewann er vier Golden Globes.

Robert Selden Duvall wurde 1931 in San Diego geboren. Seine Eltern versuchten, den schlechten Schüler in einer Ausbildung zu halten, damit er nicht zum Kriegsdienst in Korea eingezogen wurde, und empfahlen ihm die Schauspielerei. Im Schauspielunterricht blühte Duvall auf. Am Neighborhood Playhouse in New York kam er mit jungen Schauspielhoffnungen wie Robert Morse, Gene Hackman und Dustin Hoffman in Kontakt.

Auf dem Schlachtfeld in «Apocalypse Now»

Nach Rollen in Fernsehserien feierte Duvall 1962 sein Filmdebüt als schweigsamer Nachbar Boo Radley in «Wer die Nachtigall stört». Zehn Jahre später engagierte ihn Francis Ford Coppola als Tom Hagen für das Mafia-Epos «Der Pate». Während Duvall in der Rolle des Iren unter lauter Italienern eher im Hintergrund stand, rückte er 1979 als Oberstleutnant Bill Kilgore in «Apocalypse Now» in die erste Reihe. Für die berühmte Szene, in der Kilgore mit nacktem Oberkörper über das Schlachtfeld brüllt: «Ich liebe den Geruch von Napalm am Morgen», brauchte Duvall nur ein paar Aufnahmeversuche.

Das Drama «Apostel!» brachte Duvall eine weitere Oscar-Nominierung als bester Hauptdarsteller ein. Um sich auf die Rolle des eigenbrötlerischen Pfingstpredigers Sonny Dewey vorzubereiten, besuchte er Dutzende Kirchen. Am Drehbuch schrieb er zwölf Jahre, führte selbst Regie und verantwortete auch einen Teil der Produktion und der Finanzierung.

Die Liebe zum Tango

Der Tango-begeisterte Duvall drehte 2002 den Thriller «Killing Moves» über einen Auftragskiller mit einer Leidenschaft für Tango. An seiner Seite spielte die 41 Jahre jüngere Luciana Pedraza, die Duvall zwei Jahre später heiratete. Seine drei früheren Ehen mit Barbara Benjamin, Gail Youngs und Sharon Brophy endeten mit Scheidung. (dpa)

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