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Kino

Hoffnung statt Untergang: Warum «Hopecore»-Filme genau jetzt wichtig sind

Die Welt wird von Krisen überflutet und unsere Bildschirme sind voll davon. Währenddessen wächst ein Filmtrend, der nicht auf Zynismus setzt, sondern auf unverschämten Optimismus.
Ryan Gosling als unfreiwilliger Held in «The Astronaut – Project Hail Mary».
Bild: zvg

Der Film ist zu Ende, im Kinosaal geht das Licht an, und man sitzt noch einen Moment selig grinsend da, bevor man wieder in der Realität landet. So ergeht es Tausenden, nachdem sie Ryan Gosling dabei zugesehen haben, wie er versuchte, die Welt zu retten – und dabei eine herzerwärmende Freundschaft mit einem Alien schloss, das wie ein Fels aussieht. «The Astronaut – Project Hail Mary» ist die neueste Galionsfigur von «Hopecore», einem Film-Genre, das die Welt bitter nötig hat.

Neu ist «Hopecore» nicht. Es fällt nur mehr auf, weil die Weltlage gerade wenig ermutigend ist. Momentan werden wir von schlechten Nachrichten nur so überflutet, während wir uns auf unserem Smartphone in ein schwarzes Loch scrollen. Manchmal springt einem zwar ein herziges Tiervideo entgegen, doch das könnte auch eine KI ausgespuckt haben.

Nicht heldenhaft, sondern hoffnungsvoll

Dagegen sind «Hopecore»-Filme weder künstlich noch weichgezeichnet oder lächerlich – sie sind einfach ungeniert optimistisch. Selbst, wenn die Figuren in aussichtslosen Situationen stecken. Wie Matt Damon, der in «The Martian» allein auf dem Mars festsitzt und bei Discomusik Kartoffeln pflanzt. Oder Ben Stiller, der in «The Secret Life of Walter Mitty» seinem Büroalltag entflieht und in Island auf einem Skateboard die Strasse hinuntersaust.

Auch Superhelden können «Hopecore» sein. Der letzte «Superman»-Film zeigte zwar nach wie vor den stärksten Mann der Welt, doch in ihm steckte mehr als das: ein schrulliger, netter Typ, der über sich hinauswächst.

Das gibt es nicht nur im Kino, sondern auch auf dem TV-Bildschirm. «Ted Lasso» war nicht umsonst ein Serienhit. Die Show um den liebenswerten Fussballtrainer ist schlichtweg angenehm und herrlich emotional. Manchmal weint man, manchmal lacht man, bis man wieder weint – und manchmal weint man einfach, weil es so schön ist. Dasselbe gilt für die Harrison-Ford-Serie «Shrinking», in der er einen Therapeuten spielt. Selbst der sonst so coole Schauspieler gerät darüber ins Schwärmen: «Das ist etwas ganz Besonderes und gibt mir wirklich Kraft und das Gefühl, dass das, was wir tun, wertvoll und wichtig ist.»

Und das ist es. Denn hoffnungsvolle, optimistische Filme inspirieren das Publikum. Natürlich sind Weltuntergangsfilme wie «The Last of Us» oder politisch düstere Serien wie «Andor» nach wie vor beliebt. Doch manchmal – und vor allem, wenn alles zum Scheitern verurteilt ist, muss man es auch wagen zu hoffen: Was, wenn alles gut wird?

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